BasisBibel (BB)
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Was Gott für Israel getan hat

111Als Israel jung war, gewann ich es lieb.Aus Ägypten11,1 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. rief ich sie wie ein Vater seinen Sohn.2Doch kaum hatte ich sie gerufen, liefen sie von mir davon:Sie brachten Schlachtopfer11,2 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … dar für die Baal-Götter11,2 Baal-Götter: Die Mehrzahl weist darauf hin, dass der palästinisch-syrische Wettergott Baal an verschiedenen Orten verehrt wurde.und Räucheropfer11,2 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … für die Götterbilder.3Dabei war ich es, der Efraim11,3 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. das Laufen beibrachte.Ich habe das Volk an die Hand genommen.Doch sie wollten von meiner Fürsorge nichts wissen.4Ich war zu ihnen wie jemand,der sein Tier schonend am Strick zieht und es leitet.Ich führte sie liebevoll an einem Seil.Ich war zu ihnen wie eine Mutter,die ihren Säugling an die Wangen hebt.Ich beugte mich zu ihm, um ihn zu füttern.

5Doch jetzt müssen sie zurück ins Land Ägypten11,5 zurück ins Land Ägypten: 2. Mose/Exodus 1–20 erzählt davon, dass Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit, bevor er einen Bund mit ihm schließt. Bricht Israel diesen Bund, droht Gott, seine Rettung von damals rückgängig zu machen..Und Assyrien11,5 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … wird über sie als König herrschen.Denn sie haben sich geweigert, zu mir zurückzukehren.6Darum wird das Schwert in ihren Städten wütenund ihre Orakelpriester11,6 Orakelpriester: Diener einer Gottheit, der für die Einholung eines Orakels zuständig war. vernichten und vertilgen.Denn sie haben den König schlecht beraten.

7Trotzdem will mein Volk nicht zu mir zurückkehren.Sie rufen noch immer zu Baal11,7 Baal: Wörtlich »Hoher«. Beiname des Gottes Baal..Der aber kann sie nicht wieder aufrichten.8Wie könnte ich dich aufgeben, Efraim11,8 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich.?Wie könnte ich dich ausliefern, Israel?Sollte ich dich aufgeben wie die Stadt Adma11,8 Adma: Stadt am Toten Meer, die Gott zusammen mit Zebojim, Sodom und Gomorra vernichtet hat; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 29,22.oder so behandeln wie die Stadt Zebojim11,8 Zebojim: Stadt am Toten Meer, die Gott zusammen mit Adma, Sodom und Gomorra vernichtet hat; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 29,22.?Ich bin hin und her gerissen.Mein ganzes Mitleid brennt in meinem Herzen:9Ich lasse meinen glühenden Zorn nicht zur Tat werden.Ich werde Efraim11,9 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. nicht noch einmal verderben.Denn ich bin Gott und kein Mensch.Ich bin der Heilige in deiner Mitte.Ich lasse mich nicht vom Zorn hinreißen.

10Dem Herrn werden sie folgen.Denn er wird wie ein Löwe brüllen.Und wenn er brüllt, werden sie aufschreckenund vom Volk im Westen11,10 Volk im Westen: Gemeint sind die Griechen. nach Hause ziehen.11Aufgescheucht wie Vögel kommen sie aus Ägypten,wie Tauben kehren sie aus Assyrien11,11 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. heim.Ich lasse sie wieder in ihren Häusern wohnen!– So lautet der Ausspruch des Herrn11,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Gott und die Nachkommen Jakobs

Hosea 12,1–14,10

Die Geschichte eines Betrügers

121Efraim12,1 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. spinnt ein Netz aus Lügen um mich,und das Haus Israel12,1 Haus Israel: Hier Bezeichnung für das Nordreich Israel. versucht es mit Betrug.Auch Juda12,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … schwankt im Umgang mit Gott,mit dem Heiligen, der fest zu ihm steht.2Efraim macht viel Windund läuft dem Sturm nach.Tag für Tag wird es schlimmer mit Lüge und Gewalt.Sie schmieden ein Bündnis mit Assyrien12,2 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr …und liefern gleichzeitig Öl12,2 Öl: Aus den Früchten des Olivenbaums gepresstes Öl, das zu den Grundnahrungsmitteln gehörte. nach Ägypten12,2 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….3Auch mit Juda geht der Herr ins Gericht.Gegen die Nachkommen Jakobs12,3 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. wird er vorgehen.Denn Jakob hat es so verdient.Für seine Taten zieht Gott ihn zur Rechenschaft.

4Schon im Mutterleib betrog Jakob12,4 betrog Jakob: Anspielung auf die Geburt Esaus und Jakobs, vgl. 1. Mose/Genesis 25,19-26. seinen Bruder.Als er ein Mann war, kämpfte er12,4 kämpfte er: Anspielung auf den Kampf am Jabbok, vgl. 1. Mose/Genesis 32,23-33. mit Gott.5Er kämpfte mit Gottes Engel und kam davon.Denn er weinte und bettelte um Gnade.Bet-El12,5 Bet-El: Anspielung auf Jakobs Traum von der Himmelsleiter, vgl. 1. Mose/Genesis 28,10-18. war der Ort, an dem Gott ihn fandund mit ihm redete.6Herr – das ist sein Name!Der Herr, der Gott Zebaot12,6 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, sagte:7»Du wirst mithilfe deines Gottes heimkehren.Halt fest an der Liebe und am Recht!Setz deine Hoffnung stets auf deinen Gott!«

8Efraim12,8 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. ist wie ein Händler aus Kanaan12,8 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr …:Er betrügt mit falscher Waage und liebt Erpressung.9Efraim redete sich ein:»Ja, ich bin reich geworden,ich habe mir ein Vermögen erworben.Doch bei allem, was ich an mich brachte,habe ich mir nichts zuschulden kommen lassen.Niemand kann mir ein Unrecht nachweisen.«10Ich aber bin der Herr, dein Gott.Aus dem Land Ägypten bin ich dir bekannt12,10 aus dem Land Ägypten bin ich dir bekannt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.:»Ich lasse dich wieder in Zelten wohnen –wie damals, als ich dir in der Wüste begegnet12,10 in der Wüste begegnet: Nachdem Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten geführt hat, erscheint er seinem Volk am Berg Sinai und schließt einen Bund mit ihm; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. bin.«

11Ich redete immer wieder zu den Propheten12,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….Ich schenkte ihnen viele Visionen12,11 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….Ich ließ die Propheten Gleichnisse12,11 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. erzählen.12Doch Gilead12,12 Gilead: Stadt in der gleichnamigen Landschaft im Ostjordanland. hat es schlimm getrieben.Darum muss die Stadt vom Erdboden verschwinden.In Gilgal12,12 Gilgal: Anspielung auf das Opfer Sauls, vgl. 1. Samuel 13,7-13. brachten sie Stiere als Schlachtopfer12,12 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … dar.Darum sollen ihre Altäre12,12 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … zu Steinhaufen werden,wie man sie am Rand eines Ackers findet.

13Jakob12,13 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … war in das Gebiet der Aramäer12,13 Gebiet der Aramäer: Anspielung auf Jakobs Aufenthalt in Haran. Um Rahel heiraten zu dürfen, diente er seinem Onkel Laban; vgl. 1. Mose/Genesis 29. geflohen.Dort wurde Israel12,13 Israel: Anderer Name für Jakob, den er von Gott in 1. Mose/Genesis 32,23-33 erhält. Mehr … zum Knecht wegen einer Frau.Ja, wegen einer Frau hütete er Schafe und Ziegen.14Der Herr aber führte sein Volk Israeldurch einen Propheten12,14 Prophet: Hier Bezeichnung für Mose, der die Israeliten im Auftrag Gottes aus der Sklaverei in Ägypten befreite. aus dem Land Ägypten.Ja, durch einen Propheten hütete er sein Volk.

15Efraim12,15 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. hat seinen Gott bitter enttäuscht.Darum rächt sein Herr das Blut,das Efraim vergossen hat.Er lässt Efraims schändliches Tun auf ihn zurückfallen12,15 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..
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Letzte Abrechnung mit Israel

131Schon als Efraim13,1 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. redete, verbreitete er Schrecken.Er wurde mächtig in Israel13,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr ….Dann ließ er sich mit dem Gott Baal13,1 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … ein und starb.

2Sie13,2 sie: Meint die Israeliten. aber machen weiter mit ihrer Sünde13,2 Sünde: Gemeint ist der Götzendienst und damit der Verstoß gegen das erste der Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 20,3-5.:Sie machen sich ein gegossenes Stierbild aus Silber,Götterbilder13,2 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … nach ihrem Geschmack.Doch es sind nur Machwerke von Handwerkern.Sie sagen: »Diesen Göttern müsst ihr Opfer darbringen!«Was sind das doch für Menschen, die Kälber13,2 Kälber: 1. Könige 12,25-32 erzählt, dass der König des Nordreichs Israel zwei goldene Kälber anfertigen und in den Städten Dan und Bet-El als Götter anbeten lässt. küssen!3Darum werden sie sein wie eine Wolke am Morgen.Sie verschwinden so rasch wie der Tau13,3 Tau: Feuchtigkeit, die sich über Nacht in Form von Tröpfchen ablagert. So werden die Pflanzen im trockenen Sommer oder in der Wüste mit Wasser versorgt. in der Frühe.Wie Spreu13,3 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr … fegt der Wind sie vom Dreschplatz13,3 Dreschplatz: Ebener Platz außerhalb einer Siedlung, auf dem das Getreide gedroschen und die Spreu vom Weizen getrennt wird. Mehr ….Sie sind wie der Rauch,der durch ein Loch im Dach abzieht.

4Ich aber bin der Herr, dein Gott.13,4 Ich aber bin der HERR, dein Gott.: Die Formulierung entspricht dem Anfang der Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 20,2.Aus dem Land Ägypten bin ich dir bekannt.13,4 Aus dem Land Ägypten bin ich dir bekannt.: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.Außer mir kennst du keinen Gott.Und einen anderen, der rettet, gibt es nicht.5Ich führte dich in der Wüste13,5 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. auf die Weide,in einem Land, das vollkommen trocken ist.6Der Weideplatz war gut, sie aßen sich satt.Doch als sie satt waren, wurden sie überheblich.Schon hatten sie mich vergessen.7Da bin ich für sie zu einem Löwen geworden.Wie ein Leopard liege ich sprungbereit am Weg.8Ich falle sie an wie eine Bärin,der man die Jungen weggenommen hat.Ich reiße ihnen das Herz aus der Brust.Dann werden die Hunde sie fressen.Raubtiere reißen sie in Stücke.

9Ich habe dich vernichtet, Israel13,9 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)..Wer kann dir jetzt noch helfen?10Wo ist denn dein König,dass er dich rettet?Wo sind all deine Beamten,dass sie dir zum Recht verhelfen?Du hast doch gesagt13,10 du hast doch gesagt: 1. Samuel 8,5-7 erzählt von der Bitte der Israeliten um einen König.:»Gib mir einen König und Beamte!«11So gab ich dir einen König im Zorn13,11 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …,und im Zorn nahm ich ihn wieder weg.

12Die Schuld Efraims13,12 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. wird nicht vergessen.Seine Sünde ist sicher aufbewahrt.13Doch er verhält sich wie ein ungeborenes Kind,das noch keinen Verstand hat.Obwohl die Geburtswehen schon eingesetzt haben,kommt er nicht aus dem Mutterleib.

14Sollte ich sie aus dem Totenreich13,14 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … befreien?Sollte ich sie aus dem Tod freikaufen?Wo bleibt die Pest, o Tod? Schick sie doch los!Wo sind die Seuchen, o Totenreich? Lass sie wüten!Mitleid? Davor verschließe ich meine Augen.15Auch wenn Efraim13,15 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. blüht auf saftigen Wiesen,wird ein Ostwind13,15 Ostwind: Bringt heiße und sehr trockene Wüstenluft, die schwer erträglich ist. kommen, ein Sturm vom Herrn.Heiß weht er aus der Wüste.Da vertrocknen die Brunnen,da versiegen die Quellen.Der Glutwind kommt wie der Feind aus dem Osten.Er plündert Schatzkammern, allen wertvollen Besitz.