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39

Vom Gefangenen zum königlichen Beamten

1. Mose/Genesis 39,1–41,57

Josef wird als Sklave verkauft

391Josef39,1 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft worden war. war nach Ägypten39,1 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … gebracht worden.Dort kaufte ihn ein Ägypter den Ismaelitern39,1 Ismaeliter: Nomadengruppe, die als Kaufleute durch die arabische Wüste zogen. ab,die ihn nach Ägypten gebracht hatten.Der Mann hieß Potifar.Er war ein Hofbeamter des Pharao39,1 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.und Befehlshaber der königlichen Leibwache.2Der Herr war mit Josef, sodass ihm alles gelang.Josef blieb im Haus seines ägyptischen Herrn.3Der merkte, dass der Herr mit Josef war.Denn alles, was Josef tat,ließ der Herr ihm gelingen.4So fand Josef Gnade bei Potifar,und er durfte ihm dienen.Potifar setzte ihn zu seinem Hausverwalter ein.Alles, was ihm gehörte, gab er in Josefs Hand.5Nachdem Potifar Josef zum Verwalter gemachtund ihm alles anvertraut hatte,segnete39,5 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … der Herr sein Haus.Und wegen Josef lag der Segen des Herrn auf allem,was dem Ägypter gehörte –im Haus und auf dem Feld.6Potifar ließ Josef in allem freie Hand.Er selbst kümmerte sich um nichts,außer um sein Essen.Josef war ein gut aussehender Mannmit einem schönen Gesicht.

7Einige Zeit später warf Potifars Frauein Auge auf Josef und sagte zu ihm:»Schlaf mit mir!«8Aber Josef weigerte sich und entgegnete ihr:»Nein! Mein Herr muss sich um nichts mehr kümmern,seit ich hier bin.Er hat mir alles anvertrautund mich zu seiner rechten Hand gemacht.9Er ist in diesem Haus nicht wichtiger als ich.Nichts hat er mir vorenthalten –nur dich, weil du seine Frau bist.Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehenund mich gegen Gott stellen?«10Obwohl sie Josef Tag für Tag bedrängte,hörte er nicht auf sie.Er legte sich nicht zu ihrund war nicht mit ihr zusammen.

11Eines Tages kam Josef ins Haus,um seine Arbeit zu erledigen.Von den Bediensteten war sonst niemand im Haus.12Da hielt ihn Potifars Frau an seinem Gewand festund forderte ihn auf: »Schlaf mit mir!«Doch er ließ sein Gewand in ihrer Hand zurück,floh und rannte nach draußen.13Sie sah, dass er nach draußen geflohen warund sein Gewand in ihrer Hand zurückgelassen hatte.14Da rief sie die Bediensteten.Sie sagte zu ihnen: »Seht doch!Man hat uns einen Hebräer39,14 Hebräer: Andere Bezeichnung für einen Israeliten. ins Haus geholt,der seinen Spaß mit mir haben will.Er ist zu mir gekommen und wollte mit mir schlafen,aber ich habe laut geschrien.15Als er mich laut um Hilfe schreien hörte,ließ er sein Gewand bei mir zurück.Er floh und rannte nach draußen.«16Dann legte sie Josefs Gewand neben sich,bis sein Herr nach Hause kam.17Ihm erzählte sie dieselbe Geschichte:»Der hebräische Sklave, den du ins Haus gebracht hast,wollte seinen Spaß mit mir haben.18Als ich laut um Hilfe schrie,ließ er sein Gewand bei mir zurückund floh nach draußen.«19Josefs Herr hörte sich den Bericht seiner Frau an.Als sie sagte: »Das hat mir dein Sklave angetan!«,packte ihn der Zorn.20Er ließ Josef ergreifen und ins Gefängnis werfen –dorthin, wo die Gefangenen des Königs waren.

Josef im Gefängnis

Josef blieb im Gefängnis.21Aber der Herr war mit Josef.Er verschaffte ihm das Wohlwollenund die Gunst des Gefängnisaufsehers.22Der wiederum übertrug Josefdie Aufsicht über sämtliche Gefangenen.Josef erledigte alles, was im Gefängnis zu tun war.23Der Aufseher ließ Josef in allem freie Hand,weil der Herr mit ihm war.Was Josef auch tat, ließ der Herr ihm gelingen.
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Josef deutet die Träume der Hofbeamten

401Der königliche Mundschenk40,1 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. und der Hofbäckerverärgerten einige Zeit später ihren Herrn,den König von Ägypten.2Da wurde der Pharao40,2 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. zornig auf die beiden Hofbeamten,den königlichen Mundschenk und den Hofbäcker.3Er ließ sie in Haft nehmenim Haus des Befehlshabers seiner Leibwache.Es war derselbe Ort,an dem auch Josef gefangen war.4Der Befehlshaber der Leibwachemachte Josef zu ihrem Diener.Sie blieben einige Zeit im Gefängnis.5Dort hatten die beiden Männerin derselben Nacht einen Traum.Der hatte für sie eine besondere Bedeutung –sowohl für den königlichen Mundschenkals auch für den Hofbäcker, die im Gefängnis saßen.6Am nächsten Morgen kam Josef zu ihnen.Er merkte, dass sie bedrückt waren.7Da fragte er die Hofbeamten des Pharao,die mit ihm bei seinem Herrn im Gefängnis saßen:»Warum seht ihr heute so schlecht aus?«8Sie antworteten: »Wir hatten beide einen Traum.Aber hier ist niemand, der ihn deuten kann.«Josef entgegnete: »Sind Deutungen nicht Gottes Sache?Doch erzählt mir, was ihr geträumt habt!«

9Der königliche Mundschenk40,9 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. erzählte Josef,was er geträumt hatte, und sagte:»Im Traum sah ich einen Weinstock vor mir.10Er hatte drei Ranken, aus denen Triebe sprossen.Seine Blüten gingen auf,und sofort waren seine Trauben reif.11In meiner Hand hielt ich den Becher des Pharao40,11 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..Ich nahm die Traubenund presste ihren Saft in den Becher des Pharao.Den gab ich dem Pharao in die Hand.«12Josef sagte zu ihm: »Hier ist die Deutung:Die drei Ranken stehen für drei Tage.13In drei Tagen wirst du deinen Kopf wieder hoch tragen.Der Pharao wird dich wieder in dein Amt einsetzen.Dann wirst du ihm den Becher reichenund wie früher als Mundschenk für ihn arbeiten.14Bitte denk an mich,wenn es dir wieder gut geht!Tu mir den Gefallen und erwähne mich beim Pharao.Hol mich bitte aus diesem Gefängnis heraus!15Denn ich bin aus dem Land der Hebräer40,15 Land der Hebräer: Andere Bezeichnung für das Land Kanaan, in dem Josefs Familie lebt.nach Ägypten verschleppt worden.Auch hier habe ich nichts getan,wofür man mich in dieses Loch stecken darf.«

16Als der Hofbäcker die erfreuliche Deutung hörte,sagte er zu Josef: »Auch ich hatte einen Traum.Ich trug drei Körbe mit feinem Gebäckübereinander auf dem Kopf.17Im obersten Korb lagen Backwaren für den Pharao40,17 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..Doch die Vögel fraßen sie auf –aus dem Korb auf meinem Kopf heraus.«18Josef antwortete: »Hier ist die Deutung:Die drei Körbe stehen für drei Tage.19In drei Tagen wirst du den Kopf wieder hoch tragen –höher als dir lieb ist.Denn der Pharao wird dich an den Galgen hängen,und Vögel werden dein Fleisch fressen.«

20Drei Tage später hatte der Pharao40,20 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. Geburtstagund veranstaltete ein Festmahl für seine Leute.Bei dieser Gelegenheit ließ erden königlichen Mundschenk40,20 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. und den Hofbäcker holen.Sie sollten ihren Kopf wieder hoch tragen –so wie es ihre Träume gesagt hatten.21Dem Mundschenk gab er sein früheres Amt zurück.Der gab dem Pharao den Becher wieder in die Hand.22Aber den Hofbäcker ließ er aufhängen.Alles geschah so, wie Josef ihre Träume gedeutet hatte.23Aber der oberste Mundschenkdachte nicht mehr an Josef, sondern vergaß ihn.
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Josef deutet die Träume des Pharao

411Zwei Jahre später hatte der Pharao41,1 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. einen Traum:Er stand am Ufer des Nil41,1 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte..2Aus dem Fluss stiegen sieben schöne, fette Küheund weideten am Ufer im Schilf.3Nach ihnen stiegen noch sieben Kühe aus dem Nil.Die waren hässlich und mager.Sie stellten sich neben die anderen Kühe ans Ufer.4Dann fraßen die hässlichen und mageren Kühedie sieben schönen und fetten Kühe.Da wachte der Pharao auf.5Aber er schlief wieder ein und hatte noch einen Traum:Er sah aus einem einzigen Halmsieben Ähren41,5 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. mit schönen, dicken Körnern hervorwachsen.6Nach ihnen kamen sieben dürre Ähren,die der heiße Ostwind ausgetrocknet hatte.7Dann verschlangen die sieben dürren Ährendie sieben dicken und vollen.Da wachte der Pharao auf und begriff,dass er geträumt hatte.8Am Morgen war er so beunruhigt,dass er alle Wahrsager und Gelehrtenin Ägypten41,8 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … zusammenrufen ließ.Er erzählte ihnen, was er geträumt hatte.Aber niemand konnte die Träume für den Pharao deuten.

9Da sagte der königliche Mundschenk41,9 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. zum Pharao41,9 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.:»Heute muss ich ein Versäumnis gestehen.10Als der Pharao damals zornig auf seine Diener war,ließ er uns in Haft nehmen.Man brachte mich und den Hofbäckerin das Haus des Befehlshabers der Leibwache.11Dort hatten wir beide eines Nachts einen Traum,der sich für uns als bedeutsam erweisen sollte.12Da war auch ein junger Hebräer41,12 Hebräer: Andere Bezeichnung für einen Israeliten.,ein Sklave des Befehlshabers der Leibwache.Wir erzählten ihm, was wir geträumt hatten,und er hat es uns richtig gedeutet.13Es kam genau so,wie er es uns vorhergesagt hatte:Ich wurde wieder in mein früheres Amt eingesetzt,und der Bäcker wurde aufgehängt.«

14Da befahl der Pharao41,14 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten., Josef41,14 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50. rufen zu lassen.Sofort holte man ihn aus dem Gefängnis.Ihm wurden die Haare geschnitten,und er zog andere Gewänder41,14 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen. an.Dann trat er vor den Pharao.15Der Pharao sagte zu Josef:»Ich hatte einen Traum, und niemand kann ihn deuten.Doch ich habe erfahren,dass du einen Traum nur zu hören brauchst,um ihn deuten zu können.«16Josef erwiderte dem Pharao:»Ich selbst kann es nicht.Aber Gott wird dem Pharao eine gute Antwort geben.«

17Da sagte der Pharao41,17 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. zu Josef41,17 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50.:»In meinem Traum stand ich am Ufer des Nil41,17 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte..18Aus dem Fluss sah ich sieben fette, schöne Kühe steigenund im Schilf am Ufer weiden.19Nach ihnen stiegen noch sieben Kühe heraus,in erbärmlichem Zustand, hässlich und ganz mager.In ganz Ägypten41,19 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … habe ich noch nieso etwas Hässliches gesehen.20Dann fraßen die mageren, hässlichen Kühedie sieben ersten, fetten Kühe.21Sie verschwanden in ihren Bäuchen.Aber man merkte nicht, dass sie darin waren.Denn die Kühe waren so hässlich wie vorher.Da wachte ich auf.22Danach hatte ich noch einen Traum.Ich sah aus einem einzigen Halmsieben Ähren41,22 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. mit schönen, dicken Körnern hervorwachsen.23Nach ihnen kamen sieben kümmerliche, dürre Ähren,die der heiße Ostwind ausgetrocknet hatte.24Dann verschlangen die sieben dürren Ährendie sieben dicken und vollen.Ich habe die Träume den Wahrsagern erzählt.Doch niemand konnte mir sagen,was das bedeutet.«

25Josef41,25 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50. sagte zum Pharao41,25 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.:»Beide Träume des Pharao bedeuten dasselbe.Gott hat dem Pharao durch sie mitgeteilt,was er tun wird.26Die sieben schönen Kühe stehen für sieben Jahre,ebenso die sieben guten Ähren41,26 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen..Es ist ein und derselbe Traum.27Auch die sieben mageren und hässlichen Kühe,die danach herausgestiegen sind,stehen für sieben Jahre.Das gilt auch für die sieben dürren Ähren,die der heiße Ostwind ausgetrocknet hatte.Sie stehen für eine Hungersnot,die sieben Jahre lang dauern wird.28Das war gemeint, als ich zum Pharao sagte:›Gott hat den Pharao sehen lassen,was er tun wird.‹29Es werden sieben Jahre kommen,in denen in ganz Ägypten41,29 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … großer Überfluss herrscht.30Aber danach wird es sieben Jahre langeine Hungersnot geben.Dann wird man in Ägypten allen Überfluss vergessen.Hunger wird das Land verzehren.31Von dem Überfluss im Land wird man nichts mehr merkenwegen der Hungersnot,die dann kommt.Denn der Hunger wird sehr groß sein.32Die Wiederholung des königlichen Traums bedeutet,dass das bei Gott feststeht und er es bald tun wird.

33Deshalb sollte der Pharao41,33 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. jetzteinen klugen und weisen Mann aussuchen.Ihn soll er als seinen Stellvertreterüber Ägypten41,33 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … einsetzen.34Außerdem soll er Verwalter für das Land ernennen.Auch soll er in den sieben Jahren voll Überflussin Ägypten eine Steuer von einem Fünftel erheben.35In den guten Jahren, die kommen werden,sollen alle Ernteerträge gesammelt werden.Im Auftrag des Pharao soll man in den StädtenSpeicher für das Getreide bauen.36Dann wird das Land genug zu essen haben,wenn die sieben Hungerjahre über Ägypten kommen.So wird das Land nicht vor Hunger zugrunde gehen.«

Josef wird der Stellvertreter des Pharao

37Josefs41,37 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50. Rede gefiel dem Pharao41,37 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. und seinen Leuten.38Daher fragte der Pharao seine Leute:»Können wir einen besseren Mann finden als diesen,in dem der Geist Gottes ist?«39Dann sagte der Pharao zu Josef:»Weil Gott dich all das hat wissen lassen,ist niemand so klug und weise wie du.40Du selbst sollst mein Stellvertreter sein,und mein ganzes Volksoll deine Anordnungen befolgen.Nur ich als der König stehe noch über dir.«41So sagte der Pharao zu Josef:»Hiermit ernenne ich dichzu meinem Stellvertreter in Ägypten41,41 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr …42Der Pharao nahm seinen Siegelring41,42 Siegelring: Persönlicher Stempel, der als Ring getragen wurde. Er diente dazu, Urkunden oder Verträge zu beglaubigen, und war daher von hohem Wert. vom Fingerund steckte ihn an Josefs Finger.Er ließ ihm ein weißes Leinengewand anziehenund legte ihm eine goldene Kette um den Hals.43Dann ließ er ihn in seinem zweiten Wagen fahren.Man rief vor ihm aus: »Auf die Knie!«So ernannte der PharaoJosef zu seinem Stellvertreter in ganz Ägypten.44Der Pharao sagte zu Josef:»Ich bin der Pharao.Aber ohne deine Erlaubnis darf niemand in Ägyptenauch nur die Hand oder den Fuß bewegen.«

45Der Pharao41,45 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. gab Josef41,45 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50. einen neuen Namenund nannte ihn Zafenat-Paneach41,45 Zafenat-Paneach: Der ägyptische Name bedeutet »Der Gott sagt: ›Er soll (lange) leben!‹«..Er gab ihm Asenat zur Frau.Sie war die Tochter des Potifera,des Priesters von On41,45 On: Eines der wichtigsten Heiligtümer in Ägypten. Es war dem Sonnengott Re geweiht und liegt nordöstlich von Kairo..Dann zog Josef durch Ägypten41,45 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….46Er war dreißig Jahre alt,als er vor dem Pharao41,46 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. stand,dem König von Ägypten.Nachdem Josef den Pharao verlassen hatte,bereiste er das ganze Land.

Josef sorgt vor

47Das Land brachte in den sieben Jahren voll ÜberflussErträge in Hülle und Fülle hervor.48Während dieser sieben Jahre sammelte Josef41,48 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50.alle Ernteerträge in Ägypten41,48 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr …und ließ sie in die Städte bringen.In jeder Stadt lagerten die Erträge,die auf den Feldern ringsum geerntet wurden.49Josef sammelte so viel Getreide wie Sand am Meer.Schließlich hörte man auf, es abzumessen.Denn es war so viel geworden,dass man es nicht mehr messen konnte.

50Noch vor dem ersten Jahr der Hungersnotbekamen Josef41,50 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der in Ägypten zu einem hohen Beamten des Pharao wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37–50. und Asenat zwei Söhne.Asenat war die Tochter des Priesters Potifera aus On41,50 On: Eines der wichtigsten Heiligtümer in Ägypten. Es war dem Sonnengott Re geweiht und liegt nordöstlich von Kairo..51Josef nannte den Erstgeborenen Manasse,das bedeutet: Der vergessen lässt.Denn er sagte: »Gott hat mich mein ganzes Unglückund all mein Heimweh vergessen lassen.«52Den zweiten Sohn nannte er Efraim,das bedeutet: Der Fruchtbare.Denn er sagte: »Gott hat mich fruchtbar werden lassenim Land meines Elends.«

53Die sieben Jahre des Überflusses in Ägypten41,53 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr …gingen zu Ende.54Es begannen die sieben Jahre der Hungersnot.Es war genau so, wie Josef es vorhergesagt hatte.In allen Ländern herrschte Hunger,nur in Ägypten gab es Brot.55Aber auch dort hungerte das Volkund schrie beim Pharao41,55 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. nach Brot.Da sagte er zu den Ägyptern:»Wendet euch an Josef und tut, was er euch sagt!«56Als der Hunger das ganze Land erfasst hatte,ließ Josef die Kornspeicher öffnen.Er versorgte Ägypten mit Getreide,denn es wurde von der Hungersnot geplagt.57Aus aller Welt kam man nach Ägypten,um bei Josef Getreide zu kaufen.Denn Hunger plagte die ganze Welt.