BasisBibel (BB)
38

Die Familiengeschichte von Juda

1. Mose/Genesis 38,1-30

Juda und seine drei Söhne

381Zu derselben Zeit trennte sich Juda38,1 Juda: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Juda. Mehr … von seinen Brüdern.Er tat sich mit einem Mann aus Adullam38,1 Adullam: Ort am Rand des judäischen Berglands, etwa 20 km südlich von Jerusalem gelegen. zusammen,der Hira hieß.2Dort sah Juda die Tochter des Kanaaniters38,2 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr … Schua.Er heiratete sie und schlief mit ihr.3Sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt.Den nannte Juda »Er«.4Sie wurde wieder schwangerund bekam noch einen Sohn.Den nannte sie »Onan«.5Dann wurde sie erneut schwanger,bekam einen weiteren Sohnund nannte ihn »Schela«.Als er geboren wurde, war sein Vater in Kesib.

6Juda verheiratete seinen ältesten Sohn Ermit einer Frau namens Tamar38,6 Tamar: Eine der vier Frauen, die im Stammbaum von Jesus erwähnt werden; vgl. Matthäus 1,3..7Aber Judas erstgeborener Sohn missfiel dem Herrn.Darum ließ ihn der Herr sterben.8Da sagte Juda zu Onan:»Geh zu der Witwe deines Brudersund erfülle deine Pflicht als Schwager38,8 Pflicht als Schwager: Wenn ein Mann kinderlos starb, waren seine Brüder dazu verpflichtet, mit seiner Witwe Kinder zu zeugen; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 25,5-10. Diese galten rechtlich als Nachkommen des Verstorbenen, sodass seine Familie nicht ausstarb.!Du musst für deinen Bruder einen Nachkommen zeugen.«9Onan wusste aber,dass dieses Kind nicht als sein eigenes gelten würde.Wenn er mit seiner Schwägerin schlief,ließ er daher seinen Samen auf den Boden fallen.Er wollte keinen Nachkommen für seinen Bruder zeugen.10Doch was er tat, missfiel dem Herrn.So ließ er Onan ebenfalls sterben.11Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar:»Bleib als Witwe im Haus deines Vaters,bis mein Sohn Schela erwachsen ist.«Denn er dachte sich:»Sonst stirbt er auch noch,so wie seine Brüder!«Tamar ging zum Haus ihres Vaters und blieb dort.

Tamar kämpft um ihr Recht

12Viele Jahre vergingen, dann starb Judas Frau,die Tochter von Schua.Juda trauerte um sie.Danach ging er mit seinem Freund Hira, dem Adullamiter,zur Schafschur nach Timna.13Man berichtete Tamar:»Dein Schwiegervater geht nach Timna,um seine Schafe zu scheren.«14Da zog sie ihre Witwenkleider aus.Sie bedeckte ihr Gesicht mit einem Tuchund hüllte sich darin ein.Dann setzte sie sich vor das Stadttor38,14 Stadttor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. von Enajim,das auf dem Weg nach Timna liegt.Denn sie hatte gesehen, dass Schela nun erwachsen war.Trotzdem wurde sie nicht mit ihm verheiratet.

15Als Juda sie erblickte, hielt er sie für eine Hure,denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt.16Er ging zu ihr an den Straßenrand und sagte:»Komm her, ich will mit dir schlafen!«Er wusste ja nicht,dass es seine Schwiegertochter war.Sie erwiderte: »Was gibst du mir,wenn du mit mir schläfst?«17Er sagte: »Ich werde dir von meiner Herdeein Ziegenböckchen bringen lassen.«Sie entgegnete: »Gib mir etwas als Pfand,bis du es schickst.«18Er fragte: »Was soll ich dir als Pfand geben?«Sie antwortete: »Dein Siegel38,18 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr …, deine Schnur38,18 Schnur: Vermutlich die Schnur, an der das Siegel um den Hals getragen wurde. Es war eindeutig zu erkennen, wem sie gehörte.und den Stab38,18 Stab, Hirtenstab: Langer Stab mit Metallhaken am Ende. Er dient dazu, eine Schafherde zusammenzuhalten und wilde Tiere abzuwehren. Mehr …, den du in der Hand hast.«Er gab ihr das Geforderte und schlief mit ihr.Dabei wurde sie von ihm schwanger.19Dann stand sie auf und ging fort.Sie legte das Tuch abund zog ihre Witwenkleider wieder an.

20Juda schickte das Ziegenböckchendurch seinen Freund, den Adullamiter, zu ihr.Der sollte ihm auch das Pfand zurückbringen,das er der Frau gegeben hatte.Doch er konnte sie nicht finden.21Er fragte die Leute in ihrem Ort:»Wo ist die Hure,die in Enajim an der Straße saß?«Sie antworteten: »Es ist keine hier gewesen.«22Er kehrte zu Juda zurück und sagte:»Ich habe sie nicht gefunden.Die Leute aus dem Ort sagten sogar,dass dort keine Hure war.«23Juda erwiderte: »Soll sie’s doch behalten.Es soll nur nicht über uns geredet werden!Ich habe das Böckchen geschickt,aber du hast sie nicht gefunden.«

24Ungefähr drei Monate später wurde Juda berichtet:»Deine Schwiegertochter Tamar ist zur Hure geworden.Sie ist schwanger.«Da sagte Juda: »Bringt sie her!Sie soll verbrannt werden.«25Als man sie herbrachte,ließ sie ihrem Schwiegervater ausrichten:»Ich bin schwanger von dem Mann,dem diese Dinge gehören.«Sie fuhr fort: »Erkennst du sie wieder?Wem gehören das Siegel38,25 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr …, die Schnur38,25 Schnur: Vermutlich die Schnur, an der das Siegel um den Hals getragen wurde. Es war eindeutig zu erkennen, wem sie gehörte. und der Stab38,25 Stab, Hirtenstab: Langer Stab mit Metallhaken am Ende. Er dient dazu, eine Schafherde zusammenzuhalten und wilde Tiere abzuwehren. Mehr …26Juda erkannte die Sachen wieder und sagte:»Sie ist im Recht, und ich bin es nicht.Denn ich habe sie nichtmit meinem Sohn Schela verheiratet.«Danach schlief Juda nie wieder mit Tamar.

Tamar bekommt Zwillinge

27Bei ihrer Entbindung zeigte sich,dass Zwillinge in Tamars Bauch waren.28Während der Geburtstreckte eines der Kinder sein Händchen heraus.Die Hebamme38,28 Hebamme: Frau, die Schwangeren bei der Geburt eines Kindes beisteht. ergriff das Händchen,band einen roten Faden darum und sagte:»Dieses Kind ist als erstes herausgekommen.«29Doch dann zog es sein Händchen wieder zurück.Auf einmal war es sein Bruder,der zuerst herauskam.Da sagte die Hebamme: »Mit einem Dammriss38,29 Dammriss: Verletzung im Genitalbereich, der bei der Geburt entstehen kann.hast du dir den Vortritt erzwungen!«Juda nannte ihn Perez, das heißt: Riss.30Danach kam auch sein Bruder heraus,an dessen Hand der rote Faden war.Er wurde Serach genannt, das heißt: Morgenrot.
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Vom Gefangenen zum königlichen Beamten

1. Mose/Genesis 39,1–41,57

Josef wird als Sklave verkauft

391Josef39,1 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft worden war. war nach Ägypten39,1 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … gebracht worden.Dort kaufte ihn ein Ägypter den Ismaelitern39,1 Ismaeliter: Nomadengruppe, die als Kaufleute durch die arabische Wüste zogen. ab,die ihn nach Ägypten gebracht hatten.Der Mann hieß Potifar.Er war ein Hofbeamter des Pharao39,1 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.und Befehlshaber der königlichen Leibwache.2Der Herr war mit Josef, sodass ihm alles gelang.Josef blieb im Haus seines ägyptischen Herrn.3Der merkte, dass der Herr mit Josef war.Denn alles, was Josef tat,ließ der Herr ihm gelingen.4So fand Josef Gnade bei Potifar,und er durfte ihm dienen.Potifar setzte ihn zu seinem Hausverwalter ein.Alles, was ihm gehörte, gab er in Josefs Hand.5Nachdem Potifar Josef zum Verwalter gemachtund ihm alles anvertraut hatte,segnete39,5 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … der Herr sein Haus.Und wegen Josef lag der Segen des Herrn auf allem,was dem Ägypter gehörte –im Haus und auf dem Feld.6Potifar ließ Josef in allem freie Hand.Er selbst kümmerte sich um nichts,außer um sein Essen.Josef war ein gut aussehender Mannmit einem schönen Gesicht.

7Einige Zeit später warf Potifars Frauein Auge auf Josef und sagte zu ihm:»Schlaf mit mir!«8Aber Josef weigerte sich und entgegnete ihr:»Nein! Mein Herr muss sich um nichts mehr kümmern,seit ich hier bin.Er hat mir alles anvertrautund mich zu seiner rechten Hand gemacht.9Er ist in diesem Haus nicht wichtiger als ich.Nichts hat er mir vorenthalten –nur dich, weil du seine Frau bist.Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehenund mich gegen Gott stellen?«10Obwohl sie Josef Tag für Tag bedrängte,hörte er nicht auf sie.Er legte sich nicht zu ihrund war nicht mit ihr zusammen.

11Eines Tages kam Josef ins Haus,um seine Arbeit zu erledigen.Von den Bediensteten war sonst niemand im Haus.12Da hielt ihn Potifars Frau an seinem Gewand festund forderte ihn auf: »Schlaf mit mir!«Doch er ließ sein Gewand in ihrer Hand zurück,floh und rannte nach draußen.13Sie sah, dass er nach draußen geflohen warund sein Gewand in ihrer Hand zurückgelassen hatte.14Da rief sie die Bediensteten.Sie sagte zu ihnen: »Seht doch!Man hat uns einen Hebräer39,14 Hebräer: Andere Bezeichnung für einen Israeliten. ins Haus geholt,der seinen Spaß mit mir haben will.Er ist zu mir gekommen und wollte mit mir schlafen,aber ich habe laut geschrien.15Als er mich laut um Hilfe schreien hörte,ließ er sein Gewand bei mir zurück.Er floh und rannte nach draußen.«16Dann legte sie Josefs Gewand neben sich,bis sein Herr nach Hause kam.17Ihm erzählte sie dieselbe Geschichte:»Der hebräische Sklave, den du ins Haus gebracht hast,wollte seinen Spaß mit mir haben.18Als ich laut um Hilfe schrie,ließ er sein Gewand bei mir zurückund floh nach draußen.«19Josefs Herr hörte sich den Bericht seiner Frau an.Als sie sagte: »Das hat mir dein Sklave angetan!«,packte ihn der Zorn.20Er ließ Josef ergreifen und ins Gefängnis werfen –dorthin, wo die Gefangenen des Königs waren.

Josef im Gefängnis

Josef blieb im Gefängnis.21Aber der Herr war mit Josef.Er verschaffte ihm das Wohlwollenund die Gunst des Gefängnisaufsehers.22Der wiederum übertrug Josefdie Aufsicht über sämtliche Gefangenen.Josef erledigte alles, was im Gefängnis zu tun war.23Der Aufseher ließ Josef in allem freie Hand,weil der Herr mit ihm war.Was Josef auch tat, ließ der Herr ihm gelingen.
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Josef deutet die Träume der Hofbeamten

401Der königliche Mundschenk40,1 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. und der Hofbäckerverärgerten einige Zeit später ihren Herrn,den König von Ägypten.2Da wurde der Pharao40,2 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. zornig auf die beiden Hofbeamten,den königlichen Mundschenk und den Hofbäcker.3Er ließ sie in Haft nehmenim Haus des Befehlshabers seiner Leibwache.Es war derselbe Ort,an dem auch Josef gefangen war.4Der Befehlshaber der Leibwachemachte Josef zu ihrem Diener.Sie blieben einige Zeit im Gefängnis.5Dort hatten die beiden Männerin derselben Nacht einen Traum.Der hatte für sie eine besondere Bedeutung –sowohl für den königlichen Mundschenkals auch für den Hofbäcker, die im Gefängnis saßen.6Am nächsten Morgen kam Josef zu ihnen.Er merkte, dass sie bedrückt waren.7Da fragte er die Hofbeamten des Pharao,die mit ihm bei seinem Herrn im Gefängnis saßen:»Warum seht ihr heute so schlecht aus?«8Sie antworteten: »Wir hatten beide einen Traum.Aber hier ist niemand, der ihn deuten kann.«Josef entgegnete: »Sind Deutungen nicht Gottes Sache?Doch erzählt mir, was ihr geträumt habt!«

9Der königliche Mundschenk40,9 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. erzählte Josef,was er geträumt hatte, und sagte:»Im Traum sah ich einen Weinstock vor mir.10Er hatte drei Ranken, aus denen Triebe sprossen.Seine Blüten gingen auf,und sofort waren seine Trauben reif.11In meiner Hand hielt ich den Becher des Pharao40,11 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..Ich nahm die Traubenund presste ihren Saft in den Becher des Pharao.Den gab ich dem Pharao in die Hand.«12Josef sagte zu ihm: »Hier ist die Deutung:Die drei Ranken stehen für drei Tage.13In drei Tagen wirst du deinen Kopf wieder hoch tragen.Der Pharao wird dich wieder in dein Amt einsetzen.Dann wirst du ihm den Becher reichenund wie früher als Mundschenk für ihn arbeiten.14Bitte denk an mich,wenn es dir wieder gut geht!Tu mir den Gefallen und erwähne mich beim Pharao.Hol mich bitte aus diesem Gefängnis heraus!15Denn ich bin aus dem Land der Hebräer40,15 Land der Hebräer: Andere Bezeichnung für das Land Kanaan, in dem Josefs Familie lebt.nach Ägypten verschleppt worden.Auch hier habe ich nichts getan,wofür man mich in dieses Loch stecken darf.«

16Als der Hofbäcker die erfreuliche Deutung hörte,sagte er zu Josef: »Auch ich hatte einen Traum.Ich trug drei Körbe mit feinem Gebäckübereinander auf dem Kopf.17Im obersten Korb lagen Backwaren für den Pharao40,17 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..Doch die Vögel fraßen sie auf –aus dem Korb auf meinem Kopf heraus.«18Josef antwortete: »Hier ist die Deutung:Die drei Körbe stehen für drei Tage.19In drei Tagen wirst du den Kopf wieder hoch tragen –höher als dir lieb ist.Denn der Pharao wird dich an den Galgen hängen,und Vögel werden dein Fleisch fressen.«

20Drei Tage später hatte der Pharao40,20 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. Geburtstagund veranstaltete ein Festmahl für seine Leute.Bei dieser Gelegenheit ließ erden königlichen Mundschenk40,20 Mundschenk: Titel für hohe Beamte am Königshof. Der Mundschenk genoss das besondere Vertrauen des Königs und prüfte beispielsweise dessen Getränke auf Gift. und den Hofbäcker holen.Sie sollten ihren Kopf wieder hoch tragen –so wie es ihre Träume gesagt hatten.21Dem Mundschenk gab er sein früheres Amt zurück.Der gab dem Pharao den Becher wieder in die Hand.22Aber den Hofbäcker ließ er aufhängen.Alles geschah so, wie Josef ihre Träume gedeutet hatte.23Aber der oberste Mundschenkdachte nicht mehr an Josef, sondern vergaß ihn.