BasisBibel (BB)
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Josef und seine Brüder

1. Mose/Genesis 37,1–50,26

Josefs Träume und die Folgen

1. Mose/Genesis 37,1-36

Josef wird vom Vater bevorzugt

371Jakob37,1 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … wohnte in demselben Land,in dem schon sein Vater als Fremder gelebt hatte:dem Land Kanaan37,1 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr ….2Das ist die Geschichte von Jakob und seiner Familie:Josef war 17 Jahre altund hütete mit seinen Brüdern die Schafe und Ziegen.Er half den Söhnen von Bilha37,2 Bilha: Magd von Jakobs Lieblingsfrau Rahel. Weil Rahel keine Kinder bekommen konnte, gab sie Jakob ihre Magd zur Frau. und Silpa37,2 Silpa: Magd von Jakobs Frau Lea und Mutter von Gad und Ascher. Nachdem Lea zunächst keine Kinder bekommen konnte, gab sie Jakob ihre Magd zur Frau.,den Nebenfrauen37,2 Nebenfrau: Ehefrau, die weniger Rechte als die Hauptfrau besitzt, aber höhergestellt ist als eine Sklavin. seines Vaters.Josef erzählte seinem Vater,dass man schlecht über seine Brüder redete.3Israel37,3 Israel: Anderer Name für Jakob, den er von Gott in 1. Mose/Genesis 32,23-33 erhält. Mehr … liebte Josef mehr als seine anderen Söhne,weil er ihn im hohen Alter bekommen hatte.Deshalb ließ er ihm ein prächtiges Gewand37,3 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen. machen.4Seine Brüder sahen,dass ihr Vater ihn lieber hatte als sie alle.Daher hassten sie Josefund konnten kein friedliches Wort mehr mit ihm reden.

Josef erzählt von seinen Träumen

5Einmal hatte Josef einen Traumund erzählte seinen Brüdern, was er geträumt hatte.Da hassten sie ihn noch mehr.6Er sagte zu ihnen:»Hört euch an, was ich geträumt habe!7Wir banden Garben37,7 Garben: Bei der Ernte gebündelte und zum Aufstellen zusammengebundene Getreidehalme. auf dem Feld.Plötzlich richtete sich meine Garbe aufund blieb stehen.Eure Garben stellten sich um meine Garbe herumund verneigten sich tief vor ihr.«8Da sagten seine Brüder zu ihm:»Willst du etwa unser König werdenund über uns herrschen?«Ihr Hass auf ihn wurde noch größer,weil er so etwas träumte und sagte.

9Josef hatte noch einen anderen Traumund erzählte seinen Brüdern davon.Er sagte: »Hört zu!Ich hatte noch einen Traum.Ich sah, wie sich Sonne, Mond und elf Sternetief vor mir verneigten.«10Als er seinem Vater und seinen Brüdern davon erzählte,fuhr sein Vater ihn an und sagte:»Was ist das für ein Traum?Sollen wir etwa kommen– ich, deine Mutter und deine Brüder –und uns tief vor dir verneigen?«11Seine Brüder wurden eifersüchtig auf ihn,und sein Vater behielt die Sache im Gedächtnis.

Josef wird nach Ägypten verkauft

12Josefs Brüder gingen nach Sichem37,12 Sichem: Stadt 60 km nördlich von Jerusalem, zwischen den Bergen Garizim und Ebal gelegen.,um dort die Schafe und Ziegen ihres Vaters zu hüten.13Da sagte Israel37,13 Israel: Anderer Name für Jakob, den er von Gott in 1. Mose/Genesis 32,23-33 erhält. Mehr … zu Josef:»Deine Brüder sind auf den Weiden bei Sichem.Nun geh! Ich sende dich zu ihnen.«Er antwortete: »Ja, ich bin bereit.«14Sein Vater sagte zu ihm:»Geh hin und sieh nach,ob es deinen Brüdern und dem Vieh gut geht.Dann gib mir Bescheid.«So schickte er ihn fort aus dem Tal von Hebron37,14 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem.,und Josef kam nach Sichem37,14 Sichem: Der Weg von Hebron nach Sichem beträgt zu Fuß mehrere Tagesreisen..15Als er in der Gegend umherirrte,begegnete ihm ein Mann.Der fragte ihn: »Was suchst du?«16Josef antwortete: »Ich suche meine Brüder.Sag mir doch, wo sie ihr Vieh hüten!«17Der Mann erwiderte: »Sie sind nicht mehr hier.Aber ich habe sie sagen hören:›Lasst uns nach Dotan37,17 Dotan: Ortschaft etwa 25 km nördlich von Sichem. gehen.‹«Da folgte Josef seinen Brüdern und fand sie in Dotan.

18Die Brüder sahen ihn schon von Weitem kommen.Noch bevor er bei ihnen war,beschlossen sie, ihn zu töten.19Sie sagten zueinander:»Seht! Da kommt er ja, der Meisterträumer.20Auf, wir erschlagen ihn!Dann werfen wir ihn in eine Zisterne37,20 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr …und behaupten: ›Ein wildes Tier hat ihn gefressen.‹Dann werden wir ja sehen,was aus seinen Träumen wird.«21Als Ruben37,21 Ruben: Ältester Sohn von Jakob, vgl. 1. Mose/Genesis 35,23. das hörte,wollte er Josef vor ihnen retten.Er dachte: »Wir können ihn doch nicht umbringen!«22Zu seinen Brüdern sagte er:»Vergießt kein Blut!Werft ihn in die Zisterne da in der Steppe.Aber tastet sein Leben nicht an!«Das sagte er, um Josef vor ihnen zu rettenund ihn zum Vater zurückzubringen.23Als Josef bei seinen Brüdern ankam,rissen sie ihm sein prächtiges Gewand37,23 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen. vom Körper.24Sie packten ihn und warfen ihn in die Zisterne,die leer und trocken war.

25Danach setzten sie sich hin, um zu essen.Als sie aufblickten,sahen sie eine Karawane37,25 Karawane: Gruppe von Kaufleuten, die mit Lasttieren von Ort zu Ort zieht. von Ismaelitern37,25 Ismaeliter: Nomadengruppe, die als Kaufleute durch die arabische Wüste zogen..Die kamen aus Gilead37,25 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer..Ihre Kamele trugen kostbare Harze37,25 kostbare Harze: Werden zur Herstellung von Duftölen, Räucherwerk und zur Einbalsamierung von Toten verwendet.und sie waren auf dem Weg nach Ägypten37,25 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….26Da sagte Juda zu seinen Brüdern:»Was haben wir davon,wenn wir unseren Bruder erschlagenund den Mord verheimlichen?27Kommt, wir verkaufen ihn an die Ismaeliter,statt ihn umzubringen.Er ist doch unser Bruder – unser Fleisch und Blut.«Seine Brüder hörten auf Juda.

28Aber dann kamen Händler aus Midian37,28 Midianiter: Nomadenstamm, der durch die Wüsten nördlich und östlich des Roten Meers zog. Mehr … vorbei.Die Händler zogen Josef aus der Zisterne37,28 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr …und verkauften ihn an die Ismaeliter –für 20 Silberstücke.Die brachten Josef nach Ägypten37,28 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….29Als Ruben zur Zisterne zurückkehrte,war Josef nicht mehr darin.Da zerriss Ruben seine Kleider37,29 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung..30Dann ging er zu seinen Brüdern und sagte:»Der Junge ist nicht mehr da.Wo soll ich jetzt hingehen?37,30 Wo soll ich jetzt hingehen?: Als ältester Sohn trug Ruben die Verantwortung für seine jüngeren Brüder.«

31Sie nahmen Josefs Gewand37,31 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen.,schlachteten einen Ziegenbockund tauchten das Gewand in das Blut.32Dann brachten sie das prächtige Gewand zu ihrem Vaterund sagten zu ihm: »Das hier haben wir gefunden.Schau es dir an:Ist das nicht das Gewand deines Sohnes?«33Jakob37,33 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … erkannte es sofort und sagte:»Das ist das Gewand meines Sohnes!Ein wildes Tier hat ihn gefressen.Josef ist zerfleischt worden!«34Da zerriss Jakob seine Kleider37,34 sein Kleid zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und zog ein Trauergewand37,34 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an.Lange Zeit trauerte er um seinen Sohn.35Alle seine Söhne und Töchter kamen, um ihn zu trösten.Aber er wollte sich nicht trösten lassen,sondern sagte: »Ich will ungetröstetzu meinem Sohn in das Totenreich37,35 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … hinabsteigen.«Und sein Vater weinte sehr um ihn.

36Die Midianiter37,36 Midianiter: Nomadenstamm, der durch die Wüsten nördlich und östlich des Roten Meers zog. Mehr … verkauften Josef nach Ägypten37,36 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….Dort kam er zu Potifar, einem Hofbeamten des Pharao37,36 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..Potifar war der Befehlshaber der königlichen Leibwache.
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Die Familiengeschichte von Juda

1. Mose/Genesis 38,1-30

Juda und seine drei Söhne

381Zu derselben Zeit trennte sich Juda38,1 Juda: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Juda. Mehr … von seinen Brüdern.Er tat sich mit einem Mann aus Adullam38,1 Adullam: Ort am Rand des judäischen Berglands, etwa 20 km südlich von Jerusalem gelegen. zusammen,der Hira hieß.2Dort sah Juda die Tochter des Kanaaniters38,2 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr … Schua.Er heiratete sie und schlief mit ihr.3Sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt.Den nannte Juda »Er«.4Sie wurde wieder schwangerund bekam noch einen Sohn.Den nannte sie »Onan«.5Dann wurde sie erneut schwanger,bekam einen weiteren Sohnund nannte ihn »Schela«.Als er geboren wurde, war sein Vater in Kesib.

6Juda verheiratete seinen ältesten Sohn Ermit einer Frau namens Tamar38,6 Tamar: Eine der vier Frauen, die im Stammbaum von Jesus erwähnt werden; vgl. Matthäus 1,3..7Aber Judas erstgeborener Sohn missfiel dem Herrn.Darum ließ ihn der Herr sterben.8Da sagte Juda zu Onan:»Geh zu der Witwe deines Brudersund erfülle deine Pflicht als Schwager38,8 Pflicht als Schwager: Wenn ein Mann kinderlos starb, waren seine Brüder dazu verpflichtet, mit seiner Witwe Kinder zu zeugen; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 25,5-10. Diese galten rechtlich als Nachkommen des Verstorbenen, sodass seine Familie nicht ausstarb.!Du musst für deinen Bruder einen Nachkommen zeugen.«9Onan wusste aber,dass dieses Kind nicht als sein eigenes gelten würde.Wenn er mit seiner Schwägerin schlief,ließ er daher seinen Samen auf den Boden fallen.Er wollte keinen Nachkommen für seinen Bruder zeugen.10Doch was er tat, missfiel dem Herrn.So ließ er Onan ebenfalls sterben.11Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar:»Bleib als Witwe im Haus deines Vaters,bis mein Sohn Schela erwachsen ist.«Denn er dachte sich:»Sonst stirbt er auch noch,so wie seine Brüder!«Tamar ging zum Haus ihres Vaters und blieb dort.

Tamar kämpft um ihr Recht

12Viele Jahre vergingen, dann starb Judas Frau,die Tochter von Schua.Juda trauerte um sie.Danach ging er mit seinem Freund Hira, dem Adullamiter,zur Schafschur nach Timna.13Man berichtete Tamar:»Dein Schwiegervater geht nach Timna,um seine Schafe zu scheren.«14Da zog sie ihre Witwenkleider aus.Sie bedeckte ihr Gesicht mit einem Tuchund hüllte sich darin ein.Dann setzte sie sich vor das Stadttor38,14 Stadttor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. von Enajim,das auf dem Weg nach Timna liegt.Denn sie hatte gesehen, dass Schela nun erwachsen war.Trotzdem wurde sie nicht mit ihm verheiratet.

15Als Juda sie erblickte, hielt er sie für eine Hure,denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt.16Er ging zu ihr an den Straßenrand und sagte:»Komm her, ich will mit dir schlafen!«Er wusste ja nicht,dass es seine Schwiegertochter war.Sie erwiderte: »Was gibst du mir,wenn du mit mir schläfst?«17Er sagte: »Ich werde dir von meiner Herdeein Ziegenböckchen bringen lassen.«Sie entgegnete: »Gib mir etwas als Pfand,bis du es schickst.«18Er fragte: »Was soll ich dir als Pfand geben?«Sie antwortete: »Dein Siegel38,18 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr …, deine Schnur38,18 Schnur: Vermutlich die Schnur, an der das Siegel um den Hals getragen wurde. Es war eindeutig zu erkennen, wem sie gehörte.und den Stab38,18 Stab, Hirtenstab: Langer Stab mit Metallhaken am Ende. Er dient dazu, eine Schafherde zusammenzuhalten und wilde Tiere abzuwehren. Mehr …, den du in der Hand hast.«Er gab ihr das Geforderte und schlief mit ihr.Dabei wurde sie von ihm schwanger.19Dann stand sie auf und ging fort.Sie legte das Tuch abund zog ihre Witwenkleider wieder an.

20Juda schickte das Ziegenböckchendurch seinen Freund, den Adullamiter, zu ihr.Der sollte ihm auch das Pfand zurückbringen,das er der Frau gegeben hatte.Doch er konnte sie nicht finden.21Er fragte die Leute in ihrem Ort:»Wo ist die Hure,die in Enajim an der Straße saß?«Sie antworteten: »Es ist keine hier gewesen.«22Er kehrte zu Juda zurück und sagte:»Ich habe sie nicht gefunden.Die Leute aus dem Ort sagten sogar,dass dort keine Hure war.«23Juda erwiderte: »Soll sie’s doch behalten.Es soll nur nicht über uns geredet werden!Ich habe das Böckchen geschickt,aber du hast sie nicht gefunden.«

24Ungefähr drei Monate später wurde Juda berichtet:»Deine Schwiegertochter Tamar ist zur Hure geworden.Sie ist schwanger.«Da sagte Juda: »Bringt sie her!Sie soll verbrannt werden.«25Als man sie herbrachte,ließ sie ihrem Schwiegervater ausrichten:»Ich bin schwanger von dem Mann,dem diese Dinge gehören.«Sie fuhr fort: »Erkennst du sie wieder?Wem gehören das Siegel38,25 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr …, die Schnur38,25 Schnur: Vermutlich die Schnur, an der das Siegel um den Hals getragen wurde. Es war eindeutig zu erkennen, wem sie gehörte. und der Stab38,25 Stab, Hirtenstab: Langer Stab mit Metallhaken am Ende. Er dient dazu, eine Schafherde zusammenzuhalten und wilde Tiere abzuwehren. Mehr …26Juda erkannte die Sachen wieder und sagte:»Sie ist im Recht, und ich bin es nicht.Denn ich habe sie nichtmit meinem Sohn Schela verheiratet.«Danach schlief Juda nie wieder mit Tamar.

Tamar bekommt Zwillinge

27Bei ihrer Entbindung zeigte sich,dass Zwillinge in Tamars Bauch waren.28Während der Geburtstreckte eines der Kinder sein Händchen heraus.Die Hebamme38,28 Hebamme: Frau, die Schwangeren bei der Geburt eines Kindes beisteht. ergriff das Händchen,band einen roten Faden darum und sagte:»Dieses Kind ist als erstes herausgekommen.«29Doch dann zog es sein Händchen wieder zurück.Auf einmal war es sein Bruder,der zuerst herauskam.Da sagte die Hebamme: »Mit einem Dammriss38,29 Dammriss: Verletzung im Genitalbereich, der bei der Geburt entstehen kann.hast du dir den Vortritt erzwungen!«Juda nannte ihn Perez, das heißt: Riss.30Danach kam auch sein Bruder heraus,an dessen Hand der rote Faden war.Er wurde Serach genannt, das heißt: Morgenrot.
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Vom Gefangenen zum königlichen Beamten

1. Mose/Genesis 39,1–41,57

Josef wird als Sklave verkauft

391Josef39,1 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft worden war. war nach Ägypten39,1 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … gebracht worden.Dort kaufte ihn ein Ägypter den Ismaelitern39,1 Ismaeliter: Nomadengruppe, die als Kaufleute durch die arabische Wüste zogen. ab,die ihn nach Ägypten gebracht hatten.Der Mann hieß Potifar.Er war ein Hofbeamter des Pharao39,1 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.und Befehlshaber der königlichen Leibwache.2Der Herr war mit Josef, sodass ihm alles gelang.Josef blieb im Haus seines ägyptischen Herrn.3Der merkte, dass der Herr mit Josef war.Denn alles, was Josef tat,ließ der Herr ihm gelingen.4So fand Josef Gnade bei Potifar,und er durfte ihm dienen.Potifar setzte ihn zu seinem Hausverwalter ein.Alles, was ihm gehörte, gab er in Josefs Hand.5Nachdem Potifar Josef zum Verwalter gemachtund ihm alles anvertraut hatte,segnete39,5 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … der Herr sein Haus.Und wegen Josef lag der Segen des Herrn auf allem,was dem Ägypter gehörte –im Haus und auf dem Feld.6Potifar ließ Josef in allem freie Hand.Er selbst kümmerte sich um nichts,außer um sein Essen.Josef war ein gut aussehender Mannmit einem schönen Gesicht.

7Einige Zeit später warf Potifars Frauein Auge auf Josef und sagte zu ihm:»Schlaf mit mir!«8Aber Josef weigerte sich und entgegnete ihr:»Nein! Mein Herr muss sich um nichts mehr kümmern,seit ich hier bin.Er hat mir alles anvertrautund mich zu seiner rechten Hand gemacht.9Er ist in diesem Haus nicht wichtiger als ich.Nichts hat er mir vorenthalten –nur dich, weil du seine Frau bist.Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehenund mich gegen Gott stellen?«10Obwohl sie Josef Tag für Tag bedrängte,hörte er nicht auf sie.Er legte sich nicht zu ihrund war nicht mit ihr zusammen.

11Eines Tages kam Josef ins Haus,um seine Arbeit zu erledigen.Von den Bediensteten war sonst niemand im Haus.12Da hielt ihn Potifars Frau an seinem Gewand festund forderte ihn auf: »Schlaf mit mir!«Doch er ließ sein Gewand in ihrer Hand zurück,floh und rannte nach draußen.13Sie sah, dass er nach draußen geflohen warund sein Gewand in ihrer Hand zurückgelassen hatte.14Da rief sie die Bediensteten.Sie sagte zu ihnen: »Seht doch!Man hat uns einen Hebräer39,14 Hebräer: Andere Bezeichnung für einen Israeliten. ins Haus geholt,der seinen Spaß mit mir haben will.Er ist zu mir gekommen und wollte mit mir schlafen,aber ich habe laut geschrien.15Als er mich laut um Hilfe schreien hörte,ließ er sein Gewand bei mir zurück.Er floh und rannte nach draußen.«16Dann legte sie Josefs Gewand neben sich,bis sein Herr nach Hause kam.17Ihm erzählte sie dieselbe Geschichte:»Der hebräische Sklave, den du ins Haus gebracht hast,wollte seinen Spaß mit mir haben.18Als ich laut um Hilfe schrie,ließ er sein Gewand bei mir zurückund floh nach draußen.«19Josefs Herr hörte sich den Bericht seiner Frau an.Als sie sagte: »Das hat mir dein Sklave angetan!«,packte ihn der Zorn.20Er ließ Josef ergreifen und ins Gefängnis werfen –dorthin, wo die Gefangenen des Königs waren.

Josef im Gefängnis

Josef blieb im Gefängnis.21Aber der Herr war mit Josef.Er verschaffte ihm das Wohlwollenund die Gunst des Gefängnisaufsehers.22Der wiederum übertrug Josefdie Aufsicht über sämtliche Gefangenen.Josef erledigte alles, was im Gefängnis zu tun war.23Der Aufseher ließ Josef in allem freie Hand,weil der Herr mit ihm war.Was Josef auch tat, ließ der Herr ihm gelingen.