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Jakob trennt sich von Laban

311Eines Tages erfuhr Jakob31,1 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka.,wie Labans31,1 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. Söhne über ihn redeten.Sie sagten: »Jakob hat sich alles genommen,was unserem Vater gehört.Seinen ganzen Reichtumverdankt er dem Besitz unseres Vaters.«2Jakob sah Laban an,dass er ihm nicht mehr so zugetan war wie früher.3Da sagte der Herr zu Jakob:»Kehre zurück in das Land deiner Vorfahrenund zu deiner Verwandtschaft!Ich werde mit dir sein.«

4Jakob31,4 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … ließ Rahel und Lea rufen.Sie sollten zu ihm auf die Weide kommen.5Er sagte zu ihnen: »Ich sehe eurem Vater an,dass er mir nicht mehr so zugetan ist wie früher.Doch der Gott meines Vaters stand mir bei.6Ihr wisst ja selbst, dass ich eurem Vatermit meiner ganzen Kraft gedient habe.7Er aber hat mich hintergangenund meinen Lohn immer wieder verändert.Doch Gott ließ nicht zu,dass er mir Schaden zufügte.8Mal sagte euer Vater:›Die gefleckten Tiere sind dein Lohn.‹Dann wurden nur gefleckte Tiere geboren.Mal sagte er: ›Die Gestreiften sind dein Lohn.‹Dann wurden nur gestreifte Tiere geboren.

9Gott hat eurem Vater die Tiere weggenommenund sie mir gegeben.10Zu der Zeit, als die Tiere sich paarten,hatte ich einen Traum:Die Böcke paarten sich mit den Muttertieren,und die Böcke waren gestreift, gefleckt oder scheckig.11Ein Engel31,11 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … Gottes sagte im Traum zu mir: ›Jakob!‹Ich antwortete: ›Hier bin ich.‹12Er sagte: ›Sieh genau hin!Alle Böcke, die sich mit den Muttertieren paaren,sind gestreift, gefleckt oder scheckig.Ich habe gesehen, was Laban31,12 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. dir angetan hat.13Ich bin der Gott, der dir in Bet-El erschienen31,13 in Bet-El erschienen: 1. Mose/Genesis 28,10-22 erzählt, dass Jakob auf der Flucht vor seinem Bruder Esau in Bet-El übernachtete. ist.Dort hast du einen Kultstein31,13 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. mit Öl eingerieben31,13 mit Öl einreiben: Dadurch wird der Kultstein Gott geweiht.und mir ein feierliches Versprechen gegeben.Mach dich jetzt aufund zieh weg aus diesem Land!Kehre zurück in das Land,in dem deine Verwandtschaft lebt!‹«

14Rahel und Lea antworteten Jakob31,14 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr …:»Wir haben ja keinen Anteil mehram Erbe unseres Vaters.15Hält er uns nicht für Fremde?Er hat uns verkauftund selbst das Geld verbraucht, das uns zustand.16Uns und unseren Kindern steht der ganze Reichtum zu,den Gott unserem Vater genommen hat.Darum tu nun alles, was Gott dir gesagt hat!«

17Da brach Jakob31,17 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … auf.Er setzte seine Kinder und Frauen auf Kamele.18Alle Tiere und all sein Hab und Gut,das er sich erarbeitet hatte, nahm er mit –dazu auch die Tiere,die er selbst in Mesopotamien31,18 Mesopotamien: Der Name bedeutet »Zweistromland« und bezeichnet eine Region im heutigen Irak, die durch die beiden großen Flüsse Eufrat und Tigris geprägt ist. gekauft hatte.Das alles nahm er mit,um zu seinem Vater Isaak31,18 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Mehr … in das Land Kanaan31,18 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr … zu ziehen.19Rahel aber nahm die Götterfiguren31,19 Götterfiguren: Kleine Figuren von Schutzgöttern, die eng mit der Familie Labans verbunden waren. mit.Die hatte sie ihrem Vater Laban gestohlen,als er zum Scheren seiner Schafe weggegangen war.

Gott schützt Jakob vor Laban

20Jakob31,20 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … überlistete den Aramäer31,20 Aramäer: Volksgruppe, mit denen die Israeliten eng verbunden waren. Laban31,20 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete.,indem er seine Fluchtpläne vor ihm geheim hielt.21Er floh mit seinem ganzen Hab und Gutund überquerte den Eufrat31,21 Eufrat: Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak. Mehr ….Dann schlug er den Weg zum Gebirge von Gilead31,21 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. ein.22Erst drei Tage später erfuhr Laban,dass Jakob geflohen war.23Zusammen mit den Männern aus seiner Familienahm Laban die Verfolgung Jakobs auf.Nach sieben Tagen hatte er ihn fast eingeholt –im Gebirge von Gilead.24In der Nacht kam Gott zu dem Aramäer Labanund sagte im Traum zu ihm: »Hüte dich davor,Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen!«

25Als Laban31,25 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. auf Jakob31,25 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … traf,hatte der sein Zelt im Gebirge aufgeschlagen.Daher schlugen auch Laban und seine Männerihre Zelte im Gebirge von Gilead31,25 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. auf.26Laban sagte zu Jakob: »Was hast du getan?Warum hast du mich überlistetund meine Töchter wie Kriegsgefangene weggeschleppt?27Warum bist du heimlich geflohen,hast mich bestohlen und mir nichts gesagt?Es wäre mir eine Freude gewesen,dich mit Liedern, Pauken und Leiern31,27 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr … zu verabschieden.28So hast du mir keine Gelegenheit gegeben,meine Enkel und meine Töchter zum Abschied zu küssen.Das war wirklich dumm von dir.29Es steht in meiner Macht, euch übel mitzuspielen.Aber der Gott eures Vaters hat gestern Nachtzu mir gesagt: ›Hüte dich davor,Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen!‹30Wenn du aus Heimweh weggegangen bist,warum hast du mir dann meine Götterfiguren31,30 Götterfiguren: Kleine Figuren von Schutzgöttern, die eng mit der Familie Labans verbunden waren. gestohlen?«

31Jakob31,31 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … antwortete Laban31,31 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete.: »Ich hatte Angst.Ich dachte, dass du mir deine Töchter wegnimmst.32Die Person, bei der du deine Götterfiguren31,32 Götterfiguren: Kleine Figuren von Schutzgöttern, die eng mit der Familie Labans verbunden waren. findest,soll nicht am Leben bleiben.In Gegenwart der Männer aus unserer Familiekannst du durchsuchen, was ich habe.Nimm das, was dir gehört, zurück.«Denn Jakob wusste nicht,dass Rahel die Götterfiguren gestohlen hatte.

Rahels List

33Laban31,33 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. ging in die Zelte von Jakob31,33 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka.,von Lea und von den beiden Mägden.Aber er fand die Götterfiguren31,33 Götterfiguren: Kleine Figuren von Schutzgöttern, die eng mit der Familie Labans verbunden waren. nicht.Dann ging er aus Leas Zelt hinausund kam in das Zelt von Rahel.34Rahel hatte die Götterfiguren genommen,in die Satteltasche ihres Kamels gelegtund sich daraufgesetzt.Laban durchsuchte das ganze Zelt und fand nichts.35Rahel sagte zu ihrem Vater:»Sieh mich nicht so böse an.Ich kann nicht vor dir aufstehen,weil ich meine Tage habe.«So gründlich Laban auch suchte –er konnte die Götterfiguren nicht finden.

36Da wurde Jakob31,36 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … zornig.Er machte Laban31,36 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. Vorwürfe und fragte ihn:»Was für ein Verbrechen habe ich begangen?Was habe ich falsch gemacht, dass du mich so verfolgst?37Du hast alle meine Sachen durchsucht.Hast du dabei etwas gefunden, das dir gehört?Leg es doch hier den Männern aus unserer Familie vor.Sie sollen entscheiden, wer von uns im Recht ist.3820 Jahre lang bin ich bei dir gewesen.Keines deiner trächtigen Muttertierehat jemals sein Junges verloren.Nicht einen Widder31,38 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Mehr … habe ich von deiner Herde gegessen.39Wenn Raubtiere ein Herdentier gerissen hatten,habe ich es dir nicht gebracht, sondern es ersetzt31,39 ersetzen: Nach 2. Mose/Exodus 22,12 brauchte ein Hirte keinen Ersatz zu leisten, wenn ein Tier aus seiner Herde von wilden Tieren gerissen wurde..Du hast sogar Entschädigung verlangt,wenn ein Tier tagsüber oder nachts geraubt worden war.40Bei Tag kam ich um vor Hitze und in der Nacht vor Kälte.Oft fand ich keinen Schlaf.

4120 Jahre lang habe ich für dich gearbeitet:14 Jahre für deine beiden Töchterund sechs Jahre für deine Viehherden.Immer wieder hast du meinen Lohn verändert.42Aber Gott stand mir bei –der Gott meines Großvaters Abraham31,42 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr …und der Gott, vor dem mein Vater Isaak31,42 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara. erschrak.Sonst hättest du mich mit leeren Händen fortgeschickt.Gott hat meine Not gesehen.Er hat gesehen, wie hart ich gearbeitet habe.In der vergangenen Nacht hat er entschieden,dass ich im Recht bin.«

Jakob und Laban schließen einen Vertrag

43Laban31,43 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. sagte zu Jakob31,43 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr …:»Meine Töchter gehören mir,und ihre Kinder gehören mir.Auch die Tiere gehören mir.Alles, was du hier siehst, ist mein Eigentum.Was kann ich jetzt noch für meine Töchterund für ihre Kinder tun?44Komm, lass uns nun einen Vertrag miteinander schließen.Aber wir brauchen einen Zeugenfür den Vertrag zwischen uns.«45Da nahm Jakob einen Stein und stellte ihn als Kultstein31,45 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. auf.46Dann sagte er zu den Männern aus seiner Familie:»Sammelt Steine!«Sie hoben Steine aufund errichteten daraus einen Hügel.Dann aßen sie auf dem Steinhügel.47Laban nannte ihn auf Aramäisch Jegar-Sahaduta,das heißt: Zeugnishügel;und Jakob nannte ihn auf Hebräisch Galed,das heißt: Hügelzeuge.48Laban sagte: »Dieser Hügel ist der Zeugefür den Vertrag zwischen uns.«Darum gab er ihm den Namen Galed.49Aber er wird auch Mizpa genannt, das heißt: Wachturm.Denn Laban sagte noch:»Der Herr soll über uns wachen,wenn wir einander nicht sehen.50Du darfst meine Töchter nicht schlecht behandelnund dir keine weiteren Frauen nehmen.Auch wenn jetzt niemand bei uns ist:Gott ist unser Zeuge.«

51Weiter sagte Laban31,51 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. zu Jakob31,51 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr …:»Sieh diesen Steinhügel an und diesen Kultstein31,51 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung.,den ich zwischen uns aufgestellt habe.52Der Steinhügel und der Kultsteinsind Zeugen für unseren Vertrag:Ich werde diesen Steinhügel als Grenze zu dirniemals in feindlicher Absicht überschreiten.Auch du wirst diesen Steinhügel und diesen Kultsteinals Grenze zu mir nie in böser Absicht überschreiten.53Sonst bestrafe uns der Gott Abrahams31,53 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr …und der Gott Nahors31,53 Nahor: Bruder von Abraham.,der Gott ihres gemeinsamen Vaters.«Das schwor Jakob bei dem Gott,vor dem sein Vater Isaak31,53 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Mehr … erschrak.54Dann brachte Jakob auf dem Gebirge ein Schlachtopfer31,54 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … dar.Dabei lud er die Männer seiner Familie zum Essen ein.Sie aßen zusammen und übernachteten dort.
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Jakob versöhnt sich mit Esau

1. Mose/Genesis 32,1–33,20

Jakob macht sich auf den Weg

321Am Morgen stand Laban32,1 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. früh auf.Er küsste seine Enkel und seine Töchterund segnete32,1 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. Mehr … sie.Dann kehrte er nach Hause zurück.2Auch Jakob32,2 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … brach auf.Unterwegs begegneten ihm Engel32,2 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … Gottes.3Als Jakob sie sah, sagte er: »Hier ist Gottes Lager.«Daher nannte er den Ort Mahanajim,das heißt: Doppellager.

4Jakob32,4 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … schickte Boten voraus zu seinem Bruder Esau32,4 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45..Der hielt sich im Land Seir auf,das auf dem Gebiet von Edom32,4 Edom: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. Es wohnte südlich des Toten Meers im Gebirge Seir. liegt.5Jakob trug ihnen auf:»Bringt meinem Herrn Esau diese Nachricht von mir!Dein Knecht32,5 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. Jakob lässt dir ausrichten:›Ich war bei Laban32,5 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete. in einem fremden Landund bin bis jetzt bei ihm geblieben.6Dort habe ich viel Besitz erworben:Rinder und Esel, Schafe und Ziegensowie Knechte und Mägde.Das lasse ich dir, meinem Herrn, mitteilen,damit ich Gnade bei dir finde.‹«

7Die Boten kehrten zu Jakob zurück und berichteten:»Wir sind bei deinem Bruder Esau gewesen.Er zieht dir schon entgegenund hat 400 Mann bei sich.«8Da erschrak Jakob32,8 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … und bekam große Angst.Er teilte seine Leute in zwei Lager auf,ebenso die Ziegen, Schafe, Rinder und Kamele.9Denn er dachte sich:»Wenn Esau32,9 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45. ein Lager angreift und niedermacht,kann wenigstens das andere entkommen.«10Jakob betete: »Gott meines Großvaters Abraham32,10 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr …und Gott meines Vaters Isaak32,10 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Mehr …,Herr, der du zu mir gesagt hast:›Kehre zurück in dein Landund zu deiner Verwandtschaft!Ich bin mit dir und lasse es dir gut gehen.‹11Ich verdiene all die Liebe und Treue nicht,die du deinem Knecht32,11 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … erwiesen hast.Ich hatte nur einen Wanderstab,als ich den Jordan32,11 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … überquerte.Jetzt komme ich mit zwei Lagern zurück.12Rette mich doch vor meinem Bruder,rette mich aus der Hand Esaus!Ich habe Angst, dass er kommt und mich erschlägt –und ebenso die Mutter mit ihren Kindern.13Du selbst hast mir doch gesagt32,13 hast mir doch gesagt: Ein solches Versprechen findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 28,10-15.:›Ich sorge ganz gewiss dafür, dass es dir gut geht.Ich lasse deine Nachkommen so unzählbar werdenwie die Sandkörner am Meeresstrand.‹«

Jakob schickt Geschenke voraus

14Jakob32,14 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. blieb in dieser Nacht in Mahanajim.Aus seinem Besitz stellte er ein Geschenk zusammenfür seinen Bruder Esau32,14 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45.:15200 Ziegen und 20 Ziegenböcke,200 Mutterschafe und 20 Widder.16Dazu 30 Kamelstuten mit ihren Fohlen,40 Kühe, 10 Jungstiere,20 Eselinnen und 10 Esel.17Jede Herde übergab er einem seiner Knechteund sagte zu ihnen:»Treibt die Herden vor mir herund lasst einen Abstand zwischen ihnen.«18Dem ersten Knecht gab er den Auftrag:»Wenn du auf meinen Bruder Esau triffst,wird er dich fragen:›Wem gehörst du? Wohin gehst du?Wem gehören die Tiere, die du vor dir hertreibst?‹19Dann sollst du ihm antworten:›Sie gehören deinem Knecht32,19 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. Jakob.Es ist ein Geschenk,das er seinem Herrn Esau schickt.Er selbst kommt gleich hinter uns.‹«

20Denselben Auftrag erteilte Jakob32,20 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr …auch dem zweiten und dem dritten Knecht.Genauso sollten sich auch die anderen verhalten,die Herden vor sich hertrieben.Er schärfte ihnen ein:»Das sollt ihr Esau32,20 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45. sagen, wenn ihr ihn trefft!21Außerdem sollt ihr ihm ausrichten:›Dein Knecht Jakob kommt gleich hinter uns.‹«Denn Jakob dachte sich:»Mit dem Geschenk, das ich vorausschicke,will ich Esau um Versöhnung bitten.Erst danach will ich ihm unter die Augen treten.Vielleicht nimmt er mich dann freundlich auf.«22So zog Jakobs Geschenk an seinen Bruder voraus.Er selbst aber blieb in dieser Nacht im Lager.

Jakobs Kampf am Jabbok

23In derselben Nacht stand Jakob32,23 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … auf.Er weckte seine beiden Frauen, die beiden Mägdeund seine elf Söhne.Denn er wollte den Jabbok32,23 Jabbok: Fluss im heutigen Jordanien, der nördlich des Toten Meeres in den Jordan mündet.an einer flachen Stelle überqueren.24Zuerst ließ er die Frauen und Kinderden Fluss überqueren.Dann brachte er sein Hab und Gut hinüber.25Er selbst blieb allein zurück.Plötzlich war da jemand,der bis zum Morgengrauen mit ihm kämpfte.26Aber er sah, dass er Jakob nicht besiegen konnte.Da packte er Jakob am Hüftgelenk,sodass es beim Ringen ausgerenkt wurde.27Dabei sagte er: »Lass mich los!Denn der Tag bricht an.«Jakob entgegnete:»Ich lasse dich erst los, wenn du mich gesegnet32,27 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … hast.«28Der andere fragte Jakob: »Wie heißt du?«Er antwortete: »Jakob.«29Da sagte der andere:»Von nun an sollst du nicht mehr Jakob heißen,sondern Israel, ›Gotteskämpfer‹.Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpftund bist Sieger geblieben.«30Jakob bat: »Sag mir doch deinen Namen!«Er erwiderte: »Wozu fragst du noch nach meinem Namen?«Und er segnete ihn dort.

31Jakob32,31 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … nannte den Ort Penuel,das heißt: Angesicht Gottes.Denn er sagte:»Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehenund bin am Leben geblieben.«32Als Jakob Penuel verließ, ging gerade die Sonne auf.Er hinkte wegen seiner verrenkten Hüfte.33Deswegen dürfen die Israeliten32,33 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … bis heuteden Muskel über dem Hüftgelenk nicht essen.Denn dort wurde Jakob beim Ringkampf gepackt.
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Jakob versöhnt sich mit seinem Bruder Esau

331Als Jakob33,1 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … aufblickte, sah er Esau33,1 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45. kommen,zusammen mit seinen 400 Mann.Da verteilte er die Kinderauf Lea, Rahel33,1 Lea, Rahel: Ehefrauen Jakobs. Von ihren Kindern erzählt 1. Mose/Genesis 29,31–30,24. und die beiden Mägde.2Er ließ die Mägde mit ihren Kindern vorangehen.Dahinter kamen Lea und ihre Kinderund zum Schluss Rahel und Josef.3Er selbst zog vor ihnen her.Dabei verneigte er sich siebenmal bis zum Boden,bis er bei seinem Bruder angekommen war.4Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn,fiel ihm um den Hals und küsste ihn.Beide fingen an zu weinen.5Als Esau schließlich aufblickte,sah er die Frauen und Kinder und fragte:»Wer ist das da bei dir?«Jakob antwortete: »Das sind die Kinder,die Gott deinem Knecht33,5 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. geschenkt hat.«6Da kamen die Mägde und ihre Kinder näherund verneigten sich.7Auch Lea und ihre Kinder kamen dazuund verneigten sich.Zuletzt kamen Josef und Rahel hinzuund verneigten sich.

8Esau33,8 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45. fragte: »Was hast du mit all dem Vieh vor,das mir unterwegs entgegenkam?«Jakob33,8 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … antwortete: »Mein Herr,damit wollte ich bei dir Gnade finden.«9Doch Esau erwiderte:»Ich habe genug, mein Bruder.Behalte, was dir gehört.«10Jakob sagte: »Wenn ich Gnade bei dir gefunden habe,nimm mein Geschenk an.Ich sah dein Gesicht, und es war,als würde ich Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.So freundlich hast du mich aufgenommen.11So nimm meine Gabe doch an,die dir überbracht worden ist!Denn Gott ist gütig zu mir gewesen.Deshalb habe ich alles, was ich brauche.«Jakob drängte Esau so lange,bis er das Geschenk annahm.

12Danach sagte Esau33,12 Esau: Älterer Bruder Jakobs. Jakob betrog ihn und musste deshalb vor ihm ins Ausland fliehen, vgl. 1. Mose/Genesis 27,5-45.:»Lass uns aufbrechen und weiterziehen!Ich will dich begleiten.«13Aber Jakob33,13 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … entgegnete:»Mein Herr, du weißt ja,dass die Kinder noch klein sind.Außerdem habe ich bei den Schafen, Ziegen und RindernMuttertiere dabei, die noch säugen.Wenn man sie nur einen Tag lang zu heftig antreibt,kommt die ganze Herde um.14Mein Herr soll seinem Knecht33,14 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. vorausziehen.Ich selbst komme langsam nach,so schnell, wie die Tiere und Kinder vorwärts kommen.In Seir33,14 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. werde ich dann wieder zu meinem Herrn stoßen.«15Esau sagte: »Dann will ich wenigstenseinige von meinen Leuten bei dir lassen.«Aber Jakob erwiderte: »Warum das denn?Mir genügt es, wenn ich Gnade bei dir gefunden habe.«16Da machte sich Esau noch am gleichen Tagwieder auf den Rückweg nach Seir.

Jakob in Sukkot und Sichem

17Jakob33,17 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … zog weiter nach Sukkot33,17 Sukkot: Ort im heutigen Jordanien, an der Mündung des Jabbok in den Jordan..Dort baute er sich ein Hausund errichtete Schutzhütten für das Vieh.Deshalb nennt man den Ort Sukkot, das heißt: Hütten.18Dann zog Jakob weiter und erreichte wohlbehaltendie Stadt Sichem33,18 Sichem: Stadt 60 km nördlich von Jerusalem, zwischen den Bergen Garizim und Ebal gelegen. im Land Kanaan33,18 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr ….Dorthin war er von Mesopotamien33,18 Mesopotamien: Der Name bedeutet »Zweistromland« und bezeichnet eine Region im heutigen Irak, die durch die beiden großen Flüsse Eufrat und Tigris geprägt ist. aus aufgebrochen.Nun schlug er sein Lager vor der Stadt auf.19Das Grundstück, auf dem seine Zelte standen,kaufte Jakob von den Söhnen des Hamor.Hamor war der Gründer der Stadt Sichem.Jakob bezahlte 100 Geldstücke33,19 Geldstücke: Wörtlich »100 Kesita«. Kesita ist eine Münzeinheit. Aus welchem Metall das Geldstück bestand und welchen Wert es hatte, ist nicht bekannt..20Auf dem Grundstück errichtete Jakob einen Altar33,20 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …und nannte ihn »Gott ist der Gott Israels«.