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Jakob auf der Flucht

1. Mose/Genesis 28,1-22

Jakob macht sich auf den Weg

281Isaak28,1 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Mehr … rief Jakob28,1 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … zu sich und segnete28,1 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. Mehr … ihn.Dann sagte er zu ihm:»Du darfst keine Frau aus Kanaan28,1 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr … heiraten!2Mach dich auf und geh nach Mesopotamien28,2 Mesopotamien: Der Name bedeutet »Zweistromland« und bezeichnet eine Region im heutigen Irak, die durch die beiden großen Flüsse Eufrat und Tigris geprägt ist.,zum Haus von Betuel, dem Vater deiner Mutter.Dort sollst du eine von Labans Töchtern heiraten,dem Bruder deiner Mutter.3Der allmächtige Gott28,3 allmächtiger Gott: Hebräisch El Schaddai. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt. segne dich.Er mache dich fruchtbarund schenke dir viele Nachkommen.So werden viele Völker aus dir hervorgehen.4Er gebe dir und deinen Nachkommen den Segen28,4 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr …,den schon Abraham empfangen28,4 schon Abraham empfangen: Isaaks Vater Abraham ist von Gott in 1. Mose/Genesis 12,1-8 gesegnet worden und erhielt ein ähnliches Versprechen wie Isaak hier. hat.Du sollst das Land besitzen,in dem du jetzt noch als Fremder lebst.Denn es ist das Land,das Gott Abraham verheißen hat.«5Isaak schickte Jakob fort.Der zog nach Mesopotamien zu Laban,dem Sohn des Aramäers28,5 Aramäer: Volksgruppe, mit denen die Israeliten eng verbunden waren. Betuel.Laban war ein Bruder von Rebekka28,5 Rebekka: Frau von Isaak und Mutter von Jakob und Esau, vgl. 1. Mose/Genesis 24–27.,der Mutter von Jakob und Esau28,5 Esau: Zwillingsbruder von Jakob und Stammvater der Edomiter, vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–36,43..

6Esau28,6 Esau: Zwillingsbruder von Jakob und Stammvater der Edomiter, vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–36,43. erfuhr, was geschehen war:Isaak28,6 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Mehr … hatte Jakob28,6 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … gesegnetund ihn nach Mesopotamien28,6 Mesopotamien: Der Name bedeutet »Zweistromland« und bezeichnet eine Region im heutigen Irak, die durch die beiden großen Flüsse Eufrat und Tigris geprägt ist. geschickt,damit er sich dort eine Frau suchte.Denn als Isaak Jakob segnete, hatte er ihm verboten,eine Frau aus Kanaan zu heiraten.7Jakob hatte auf seine Eltern gehörtund war nach Mesopotamien gegangen.8Da erkannte Esau, dass seinem Vater Isaakdie Ehen mit den Frauen aus Kanaan28,8 Frauen aus Kanaan: Mit der Heirat fremder Frauen war die Sorge verbunden, dass die fremden Frauen fremde Götter verehren und ihre Männer zur Anbetung ihrer Götter verführen. missfielen.9Deshalb ging er zu Abrahams Sohn Ismael28,9 Ismael: Sohn Abrahams mit der Magd Hagar und Stammvater der Nomadengruppe der Ismaeliter. Mehr …und heiratete dessen Tochter Mahalat.Die war eine Schwester von Nebajotund wurde seine dritte Frau neben den beiden anderen.

Jakobs Traum von der Himmelsleiter in Bet-El

10Jakob28,10 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … zog von Beerscheba nach Haran28,10 Haran: Ortschaft im Norden Mesopotamiens. Sie liegt im Süden der heutigen Türkei, nahe der Grenze zu Syrien..11Unterwegs kam er an einen Ort,an dem er übernachtete.Denn die Sonne war schon untergegangen.Er nahm einen von den Steinen dortund legte ihn neben seinen Kopf.Dann schlief er ein.12Im Traum sah er eine Leiter,die von der Erde bis zum Himmel28,12 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Mehr … reichte.Auf ihr stiegen Engel28,12 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … Gottes hinauf und herunter.13Plötzlich stand der Herr vor ihm und sagte:»Ich bin der Herr,der Gott deines Vaters Abraham28,13 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr … und der Gott Isaaks28,13 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Mehr ….Das Land, auf dem du liegst,will ich dir und deinen Nachkommen geben.14Sie werden so zahlreich seinwie der Staub auf der Erde.Du wirst dich nach Westen und Osten,nach Norden und Süden ausbreiten.Durch dich und deine Nachkommensollen alle Völker der Erde gesegnet28,14 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … sein.15Siehe, ich bin bei dir und behüte dich überall,wohin du auch gehst.Ich bringe dich zurück in dieses Land.Ich werde dich nicht verlassen,bis ich vollbringe, was ich dir verheißen habe.«

16Als Jakob28,16 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … aus dem Schlaf erwachte, sagte er:»Der Herr ist an diesem Ort anwesend,und ich wusste es nicht.«17Da fürchtete er sich und dachte:»Vor diesem Ort muss man Ehrfurcht28,17 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … haben!Hier ist gewiss ein Haus Gottesund ein Tor zum Himmel28,17 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Mehr …18Am Morgen stand Jakob früh auf und nahm den Stein,den er neben seinen Kopf gelegt hatte.Er stellte ihn als Kultstein28,18 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. aufund rieb seine Spitze mit Öl28,18 mit Öl einreiben: Dadurch wird der Kultstein Gott geweiht. ein.19Jakob nannte den Ort Bet-El28,19 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. Mehr …, das heißt: Haus Gottes.Zuvor hieß der Ort Lus.

20Dann gab Jakob28,20 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … ein feierliches Versprechen:»Gott stehe mir beiund behüte mich auf meiner Reise.Er gebe mir Brot zum Essenund Kleidung zum Anziehen.21Wenn er das tut und ich wohlbehaltenzum Haus meines Vaters zurückkehre,dann soll der Herr mein Gott sein.22Dann soll ein Gotteshaus an dem Ort entstehen,wo ich den Kultstein28,22 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. aufgestellt habe.Ich werde dir den zehnten Teil28,22 zehnter Teil: An anderer Stelle ist der zehnte Teil der Ernte die übliche Abgabe an den Tempel. von allem geben,was du mir schenkst.«
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Jakob bei seinem Onkel Laban

1. Mose/Genesis 29,1–31,54

Jakob heiratet Lea und Rahel

291Jakob29,1 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. machte sich auf den Wegund ging in das Land, das im Osten liegt29,1 das Land, das im Osten liegt: 1. Mose/Genesis 28,1-5 erzählt von Isaak, der seinen Sohn Jakob nach Mesopotamien schickt, um dort eine Frau zu finden..2Als er umherblickte, sah er auf freiem Feld einen Brunnen.Daneben lagerten drei Herden Schafe und Ziegen,denn aus diesem Brunnen tränkte man die Herden.Auf seiner Öffnung lag ein großer Stein.3Wenn alle Herden versammelt waren,wälzte man den Stein von der Brunnenöffnungund tränkte das Vieh.Dann schob man den Stein wieder zurückan seinen Platz über der Brunnenöffnung.4Jakob fragte die Hirten:»Meine Brüder, woher kommt ihr?«Sie antworteten: »Wir kommen aus Haran29,4 Haran: Ortschaft im Norden Mesopotamiens. Sie liegt im Süden der heutigen Türkei, nahe der Grenze zu Syrien.5Er fragte: »Kennt ihr Laban29,5 Laban: Onkel Jakobs und Bruder von Jakobs Mutter Rebekka., den Enkel von Nahor29,5 Nahor: Bruder von Jakobs Großvater Abraham.Sie erwiderten: »Wir kennen ihn.«6Dann fragte er sie: »Geht es ihm gut?«Sie sagten: »Ja, es geht ihm gut.Sieh, da kommt seine Tochter Rahel mit der Herde.«7Jakob sagte: »Es ist noch mitten am Tagund nicht die Zeit, das Vieh zusammenzutreiben.Tränkt doch die Tiere und lasst sie wieder weiden!«8Sie entgegneten: »Das können wir erst,wenn alle Herden eingetroffen sindund der Stein von der Brunnenöffnung gewälzt wird.Erst dann tränken wir das Vieh.«

9Während Jakob29,9 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … mit den Hirten redete,kam Rahel mit der Herde ihres Vaters an.Denn sie war die Hirtin.10Jakob sah Rahel mit der Herde ihres Vaters Laban.Der war ein Bruder seiner Mutter.Sofort wälzte er den Stein von der Brunnenöffnungund tränkte Labans Herde.11Dann küsste er Rahel und begann laut zu weinen.12Jakob erzählte Rahel:»Ich bin ein Neffe deines Vatersund ein Sohn von Rebekka29,12 Rebekka: Frau von Isaak und Mutter von Jakob und Esau, vgl. 1. Mose/Genesis 24–27.Da lief Rahel zu ihrem Vater und berichtete es ihm.13Als Laban die Nachricht von seinem Neffen hörte,eilte er Jakob entgegen, umarmte und küsste ihn.Dann brachte er ihn in sein Haus,und Jakob erzählte ihm alle Neuigkeiten.14Laban sagte zu ihm:»Du bist wirklich mein Fleisch und Blut.«

Jakob blieb einen Monat lang bei Laban.15Dann sagte Laban zu ihm:»Auch wenn du mit mir verwandt bist,brauchst du nicht umsonst für mich zu arbeiten.Sag mir, welchen Lohn du haben möchtest!«16Laban hatte zwei Töchter:Die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel.17Leas Augen waren sanft.Rahel war eine gut aussehende Frauund auffallend schön.18Jakob29,18 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. hatte sich in Rahel verliebt,daher sagte er zu Laban:»Ich will sieben Jahre lang für dich arbeiten.Gib mir dafür deine jüngere Tochter Rahel zur Frau.«19Laban antwortete:»Es ist besser, ich gebe sie dir zur Frauals einem anderen Mann.Bleib also bei mir!«20So arbeitete Jakob sieben Jahre lang,um Rahel heiraten zu können.Er liebte Rahel so sehr,dass ihm die Jahre vorkamen wie ein paar Tage.21Danach sagte Jakob zu Laban: »Die Zeit ist um.Gib mir nun meine Frau, ich will sie heiraten.«22Da lud Laban alle Leute im Ort zu einem Festessen ein.

23Am Abend aber brachte Laban29,23 Laban: Onkel Jakobs und Bruder von Jakobs Mutter Rebekka. seine Tochter Lea zu Jakob29,23 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka.,und der schlief mit ihr.24Laban gab seiner Tochter Leaseine Dienerin Silpa als Magd.25Am nächsten Morgen sah Jakob, dass Lea bei ihm lag.Da sagte er zu Laban: »Was hast du mir da angetan?Habe ich bei dir nicht für Rahel gearbeitet?Warum hast du mich hintergangen?«26Laban erwiderte: »Bei uns ist es nicht üblich,die Jüngere vor der Älteren zu verheiraten.27Bleib die sieben Tage bei der Älteren,die das Hochzeitsfest dauert.Wenn du noch weitere sieben Jahre für mich arbeitest,gebe ich dir auch die Jüngere.«28So machte es Jakob.Er verbrachte die Festwoche mit Lea.Dann gab ihm Laban seine Tochter Rahel zur Frau.29Laban gab seiner Tochter Rahelseine Dienerin Bilha als Magd.30Jakob schlief auch mit Rahel.Er liebte Rahel mehr als Lea.So arbeitete er noch weitere sieben Jahre für Laban.

Jakobs Söhne und seine Tochter

31Der Herr sah, dass Lea zurückgesetzt wurde.Deshalb ließ er sie Kinder bekommen,Rahel aber bekam keine Kinder.32Lea wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt.Sie nannte ihn Ruben29,32 Ruben: Ältester Sohn Jakobs und Stammvater des Stammes Ruben., das heißt: Seht, ein Sohn.Denn sie sagte: »Ja, der Herr hat meine Not gesehen.Nun wird mich mein Mann lieben.«33Sie wurde wieder schwangerund brachte noch einen Sohn zur Welt.Sie sagte: »Der Herr hat gehört,dass ich zurückgesetzt werde.Darum hat er mir auch diesen Sohn geschenkt.«Sie nannte ihn Simeon29,33 Simeon: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Simeon., das heißt: Erhörung.34Sie wurde erneut schwangerund brachte wieder einen Sohn zu Welt.Sie sagte: »Jetzt wird mein Mannendlich an mir hängen.Denn ich habe ihm drei Söhne geboren.«Deshalb nannte sie ihn Levi29,34 Levi: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Levi., das heißt: Anhänglicher.35Sie wurde noch einmal schwangerund brachte einen weiteren Sohn zur Welt.Sie sagte: »Diesmal will ich dem Herrn danken.«Deshalb nannte sie ihn Juda29,35 Juda: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Juda., das heißt: Dank.Danach bekam sie zunächst keine Kinder mehr.
30301Weil Rahel keine Kinder von Jakob30,1 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … bekam,wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester.Sie sagte zu Jakob:»Sorg dafür, dass ich Kinder bekomme!Falls nicht, sterbe ich.«2Da wurde Jakob zornig auf Rahel und sagte:»Bin ich etwa Gott? Er ist es doch,der dich nicht schwanger werden lässt.«3Sie sagte: »Hier ist meine Magd Bilha. Schlaf mit ihr!Sie soll ihr Kind auf meinem Schoß zur Welt bringen30,3 Kind auf meinem Schoß zur Welt bringen: Im Alten Orient üblicher Brauch, mit dem eine Frau ein Kind adoptiert..Dann gilt es als mein eigenes.«4Da gab sie ihm ihre Magd Bilha zur Frau,und Jakob schlief mit ihr.5Bilha wurde schwanger und bekam einen Sohn von Jakob.6Rahel sagte: »Gott hat mir zu meinem Recht verholfen.Er hat meine Bitte erhörtund mir einen Sohn geschenkt.«Deshalb nannte sie ihn Dan30,6 Dan: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Dan., das heißt: Richter.7Ihre Magd Bilha wurde wieder schwangerund bekam noch einen Sohn von Jakob.8Rahel sagte: »Ich habe mit meiner Schwester gekämpft,als würde ich mit Gott kämpfen,und ich habe gewonnen.«Darum nannte sie ihn Naftali30,8 Naftali: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Naftali., das heißt: Kämpfer.

9Lea merkte, dass sie keine Kinder mehr bekam.Da gab sie Jakob ihre Magd Silpa zur Frau.10Ihre Magd Silpa bekam einen Sohn von ihm.11Lea sagte: »Was für ein Glück!«Deswegen nannte sie ihn Gad30,11 Gad: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Gad., das heißt: Glück.12Danach bekam Leas Magd Silpa noch einen Sohn von Jakob.13Lea sagte: »Ich Glückliche!Alle Frauen werden mich glücklich preisen.«Daher nannte sie ihn Ascher30,13 Ascher: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Ascher., das heißt: Glücklicher.

14Zur Zeit der Weizenernte30,14 Weizenernte: Die Weizenernte fand in den Monaten Mai und Juni statt. ging Ruben aufs Feld.Dort fand er Liebesäpfel30,14 Liebesäpfel: Kleine gelbe Früchte der Alraune. Der Pflanze wurden magische Fähigkeiten zugesprochen. Ihre Früchte sollten die Fruchtbarkeit steigern.und brachte sie seiner Mutter Lea.Da sagte Rahel zu ihr: »Gib mir dochein paar von den Liebesäpfeln deines Sohnes!«15Lea entgegnete ihr: »Genügt es dir nicht,dass du mir den Mann wegnimmst?Willst du mir auch noch die Liebesäpfel wegnehmen,die ich von meinem Sohn bekommen habe?«Rahel sagte: »Wenn du sie mir gibst,soll Jakob heute Nacht bei dir schlafen.«16Als Jakob am Abend vom Feld kam,ging Lea ihm entgegen und sagte:»Komm heute Nacht zu mir!Dafür habe ich mit Liebesäpfeln bezahlt,die mein Sohn mir gegeben hat.«Und so schlief Jakob in jener Nacht mit ihr.17Gott erhörte Leas Bitte.Sie wurde schwangerund bekam einen fünften Sohn von Jakob.18Sie sagte: »Gott hat mich belohnt,weil ich meine Magd meinem Mann gegeben habe.«Deshalb nannte sie ihren Sohn Issachar30,18 Issachar: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Issachar.,das heißt: Mann des Lohnes.19Lea wurde noch einmal schwangerund bekam einen sechsten Sohn von Jakob.20Sie sagte: »Gott hat mir etwas Großartiges geschenkt.Nun endlich wird mein Mann mich ehren,denn ich habe sechs Söhne von ihm bekommen.«Daher gab sie ihm den Namen Sebulon30,20 Sebulon: Einer der zwölf Söhne Jakobs und Stammvater des Stammes Sebulon.,das heißt: Ehrung.21Danach brachte Lea noch eine Tochter zur Welt,die nannte sie Dina.

22Nun dachte Gott an Rahel.Er erhörte ihre Bitteund ließ sie fruchtbar sein.23Sie wurde schwangerund brachte einen Sohn zur Welt.Rahel sagte: »Gott hat die Schande30,23 Schande: Kinderlosigkeit wurde als Schande angesehen, weil man dachte, Gott habe der Frau den Kindersegen vorenthalten. von mir genommen,kein Kind zu haben.«24Sie nannte ihn Josef30,24 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs. Er gilt als Stammvater der Stämme Efraim und Manasse., das heißt: Er soll hinzugeben.Sie sagte: »Der Herr gebe mir noch einen Sohn dazu!«

Jakob überlistet Laban

25Nachdem Rahel Josef geboren hatte,sagte Jakob30,25 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … zu Laban30,25 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitete.:»Erlaube mir, dass ich in meine Heimat zurückkehre30,25 zurückkehre: Jakob war von seinem Vater Isaak in die Heimat seines Onkels Laban geschickt worden, um dort eine Frau zu finden; vgl. 1. Mose/Genesis 28,1-5..26Gib mir meine Frauen und meine Kinder,für die ich bei dir gearbeitet habe.Dann kann ich gehen.Du weißt doch am besten,wie viel ich für dich gearbeitet habe.«27Laban erwiderte: »Lass mich doch Gnade bei dir finden!Es hat sich für mich gut gefügt,und der Herr hat mich deinetwegen gesegnet30,27 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr ….28Leg deinen Lohn selbst fest, ich werde ihn dir geben.«29Da sagte Jakob zu Laban:»Du weißt doch selbst am besten,wie viel ich bei dir gearbeitet habe.Du weißt ja auch,wie sich dein Vieh durch mich vermehrt hat.30Wie klein war dein Besitz, bevor ich kam!Nun ist er sehr groß geworden.Für jeden meiner Schritte hat der Herr dich gesegnet.Wann kann ich endlichetwas für meine eigene Familie tun?«31Laban fragte: »Was soll ich dir geben?«Jakob antwortete: »Du musst mir gar nichts geben.Unter einer Bedingung will ich mich auch weiterhinum dein Vieh kümmern:32Ich will noch heute durch deine Herden gehen.Dabei werde ich alle Schafe herausnehmen,die gefleckt, scheckig oder schwarz sind.Ebenso mache ich es mit den Ziegen,die scheckig oder gefleckt sind.Daraus soll sich mein Lohn ergeben.33In Zukunft siehst du auf einen Blick,dass ich dir gegenüber ehrlich bin.Du brauchst nur zu kommen,um meinen Lohn zu überprüfen.Dann findest du bei mirnur gefleckte oder scheckige Ziegenund auch nur schwarze Schafe.Sonst ist das Tier gestohlen.«34Laban stimmte zu:»Wir machen es so,wie du es vorgeschlagen hast.«

35Noch am selben Tag nahm Laban30,35 Laban: Onkel Jakobs, dessen Töchter Jakob heiratete und bei dem er arbeitet.alle Ziegenböcke aus der Herde heraus,die gefleckt oder scheckig waren.So machte er es auchmit allen gefleckten und scheckigen Ziegen:Jede Ziege mit einer weißen Stellenahm er aus der Herde heraus –und ebenso alle Schafe mit schwarzen Stellen.Laban vertraute seinen Söhnen Jakobs30,35 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … Herde an.36Außerdem legte er fest,dass zwischen seiner Herde und der von Jakobdrei Tagesreisen liegen sollten.Jakob aber hütete das übrige Vieh von Laban.

37Jakob30,37 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr … nahm frische Zweigevon Pappeln, Mandelbäumen und Platanen30,37 Platane: Bis zu 30 m hoher Laubbaum mit kurzem, dickem Stamm und weit ausladenden Ästen..Er schälte Streifen von ihrer Rinde ab,sodass weiß gestreifte Stäbe entstanden.38Dann steckte er die geschälten Stäbein die Wasserrinnen der Tränken.Wenn die Herde zum Trinken kam,hatte sie die Stäbe direkt vor sich.Denn die Tiere paarten sich, wenn sie zur Tränke kamen.39Wenn sich die Ziegen vor den Zweigen gepaart hatten,bekamen sie gesprenkelte,scheckige oder gefleckte Junge.40Jakob trennte die Schafe von den anderen Tieren.Zugleich ließ er siedie gestreiften und schwarzen Ziegenin Labans Herde anschauen.So baute sich Jakob eigene Herden auf,die er nicht zusammen mit Labans Vieh weiden ließ.41Immer wenn sich die kräftigen Tiere paarten,steckte Jakob die Stäbe in die Tränken.Denn nur sie sollten sich vor den Stäben paaren.42Bei den schwächlichen Tierensteckte er die Stäbe nicht hinein.So bekam Laban die schwächlichen Tiereund Jakob die kräftigen.43Auf diese Weise wurde Jakob sehr reich.Schließlich besaß er viele Schafe und Ziegen.Dazu kamen Mägde und Knechtesowie Kamele und Esel.