BasisBibel (BB)
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Die Beschneidung als Zeichen des Bundes mit Gott

171Als Abram17,1 Abram: Erst in 1. Mose/Genesis 17,5 erhält Abram von Gott den Namen Abraham. 99 Jahre alt war,erschien ihm der Herr17,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. und sagte:»Ich bin der allmächtige Gott17,1 allmächtiger Gott: Hebräisch El Schaddai. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt..Du sollst vorbildlichund in enger Beziehung zu mir leben.2Ich will einen Bund17,2 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. mit dir schließenund deine Nachkommen sehr zahlreich machen.«3Abram warf sich zu Boden.Da sagte Gott zu ihm:4»Siehe, das ist mein Bund mit dir:Du wirst der Stammvater vieler Völker sein.5Darum sollst du nicht mehr Abram heißen,sondern dein Name soll Abraham17,5 Abraham: Der hebräische Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. sein.Denn ich habe dich dazu bestimmt,Stammvater vieler Völker zu sein.6Ich mache dich über alle Maßen fruchtbar.Ganze Völker werden aus dir hervorgehenund Könige von dir abstammen.7Ich schließe meinen Bund mit dirund mit den Generationen nach dir.Dieser Bund besteht für immer.So werde ich dein Gott seinund der Gott deiner Nachkommen.8Dir und deinen Nachkommen werde ich das Land geben,in dem du als Fremder lebst.Das ganze Land Kanaan17,8 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. soll für immer ihr Erbbesitz17,8 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. sein,und ich will ihr Gott sein.«

9Weiter sagte Gott zu Abraham17,9 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25.:»Du sollst meinen Bund17,9 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. bewahren –du selbst und deine Nachkommendurch alle Generationen hindurch.10Das ist das Zeichen meines Bundesmit dir und mit deinen Nachkommen,den ihr bewahren sollt:Alles Männliche bei euch soll beschnitten17,10 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. werden.11Eure Vorhaut sollt ihr beschneiden lassen.Das soll das Zeichen unseres Bundes sein.12Jeder Junge soll bei euchim Alter von acht Tagen beschnitten werden.Das gilt für jede Generation.Auch alle deine Sklaven sollen beschnitten werden –ganz gleich, ob sie in deinem Lager geborenoder anderswo gekauft wurden.13Ja, der in deinem Lager geboreneund auch der gekaufte Sklavemüssen beschnitten werden.Das soll an eurem Körperdas Zeichen meines Bundes sein,der für immer gilt.14Aber ein unbeschnittener Mann,dessen Vorhaut nicht entfernt worden ist,soll aus dem Volk ausgestoßen werden.Er hat meinen Bund gebrochen.«

15Weiter sagte Gott zu Abraham17,15 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25.:»Deine Frau soll nicht mehr Sarai heißen,sondern ihr Name soll Sara17,15 Sara: Beide Namensformen, Sara und Sarai, bedeuten »Fürstin«. sein.16Ich will sie segnen17,16 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen.und dir einen Sohn von ihr schenken.Ja, ich will sie segnen.Völker werden von ihr abstammenund Könige vieler Nationen aus ihr hervorgehen.«17Da warf sich Abraham zu Boden und lachte.Im Stillen dachte er:»Ich bin fast hundert Jahre alt.Kann mir da noch ein Sohn geboren werden?Sara ist schon neunzig.Soll sie da noch ein Kind bekommen?«18Abraham sagte zu Gott:»Erfüll doch deine Verheißung an meinem Sohn Ismael17,18 Ismael: Sohn Abrahams mit der Magd Hagar und Stammvater der Nomadengruppe der Ismaeliter.19Aber Gott erwiderte:»Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn schenken.Den sollst du Isaak17,19 Isaak: Der Name bedeutet »er (Gott) lacht (freundlich)«. nennen.Mit ihm und seinen Nachkommenwerde ich einen Bund17,19 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. schließen.Dieser Bund gilt für immer.20Auch deine Bitte für Ismael will ich erfüllen.Ich will ihn segnen17,20 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen.,sodass er fruchtbar istund sich über alle Maßen vermehrt.Er wird zwölf Stammesführer zeugen,und seine Nachkommen werden zu einem großen Volk.21Aber meinen Bund schließe ich mit Isaak.Nächstes Jahr um diese Zeitwird Sara ihn zur Welt bringen.«22Nachdem Gott das gesagt hatte,verließ er Abraham und fuhr zum Himmel17,22 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hinauf.

23Da nahm Abraham17,23 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. seinen Sohn Ismael17,23 Ismael: Sohn Abrahams mit der Magd Hagar und Stammvater der Nomadengruppe der Ismaeliter.und beschnitt17,23 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. die Vorhaut des Jungen.Er beschnitt auch alle seine Sklaven,die in seinem Lager geborenen und die gekauften.Abraham beschnitt alle männlichen Personen,die in seinem Lager lebten.Er tat es noch an demselben Tag,genau so, wie Gott es ihm befohlen hatte.24Abraham war 99 Jahre alt,als er seine Vorhaut beschneiden ließ.25Ismael war 13 Jahre alt,als er beschnitten wurde.26Abraham und sein Sohn Ismaelwurden an demselben Tag beschnitten.27Zusammen mit ihnen wurden alle Männer beschnitten,die bei Abraham lebten –die in seinem Lager geborenen Sklavenund die anderswo gekauften.
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Gott kündigt Isaaks Geburt an

181Der Herr18,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. erschien Abraham18,1 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25.bei den Eichen von Mamre.Abraham saß in der Mittagshitzeam Eingang seines Zeltes18,1 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen..2Er schaute auf –da standen drei Männer vor ihm.Als er sie erblickte,lief er ihnen vom Zelteingang entgegenund verneigte sich bis zum Boden.3Er sagte: »Mein Herr,wenn ich Gnade bei dir gefunden habe,geh nicht an deinem Knecht18,3 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. vorbei.4Man soll etwas Wasser bringen,damit ihr euch die Füße waschen18,4 die Füße waschen: Das Gehen in Sandalen auf heißen, staubigen Straßen machte das Waschen der Füße beim Betreten eines Hauses nötig. Der Gastgeber ließ dies in der Regel durch einen Diener erledigen. könnt.Bitte ruht euch unter dem Baum aus.5Ich will euch ein Stück Brot holen.Ihr sollt euch stärken, bevor ihr weiterzieht.Deshalb seid ihr ja bei eurem Knecht vorbeigekommen.«Die Männer antworteten: »Tu, was du gesagt hast.«

6Abraham18,6 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. eilte ins Zelt18,6 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. zu Sara18,6 Sara: Frau von Abraham und Mutter von Isaak, vgl. 1. Mose/Genesis 12–23. und sagte:»Schnell! Bereite eine große Menge Teig18,6 eine große Menge Teig: Das Hebräische nennt drei Sea Mehl, aus denen der Teig hergestellt werden soll. Ein Sea entspricht etwa 4 kg. zuund back Brotfladen daraus!«7Er selbst lief zur Rinderherde,nahm ein zartes, schönes Kalbund übergab es einem Knecht.Der bereitete es rasch zu.8Abraham nahm Butter, Milchund das fertig zubereitete Kalbund brachte es den Männern.Während sie aßen,blieb er bei ihnen unter dem Baum stehen.

9Sie fragten ihn: »Wo ist deine Frau Sara18,9 Sara: Frau von Abraham und Mutter von Isaak, vgl. 1. Mose/Genesis 12–23.Er antwortete: »Drinnen im Zelt18,9 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen.10Darauf sagte einer der Männer:»Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir.Dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.«Sara stand am Zelteingang hinter Abraham18,10 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25.und konnte alles hören.11Die beiden waren schon sehr alt,und Sara hatte längst nicht mehr ihre Tage.12Daher lachte sie in sich hinein und dachte:»Jetzt, wo ich schon so alt bin,soll ich da noch Lust bekommen?Auch mein Mann ist doch viel zu alt!«13Da fragte der Herr Abraham:»Warum lacht Sara und denkt,dass sie zu alt ist, um ein Kind zu bekommen?14Ist denn für den Herrn irgendetwas unmöglich?Zur genannten Zeit komme ich wieder zu dir.Dann wird Sara einen Sohn haben.«15Da leugnete Sara und sagte: »Ich habe nicht gelacht.«Denn sie fürchtete sich.Er aber entgegnete: »Doch, du hast gelacht.«

Die Rettung Lots, Abraham und Sara in Gerar

1. Mose/Genesis 18,16–20,18

Abraham bittet für Sodom

16Die Männer brachen auf, und Abraham18,16 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. begleitete sie.Als sie auf Sodom18,16 Sodom: Stadt am Südwestufer des Toten Meers, deren genaue Lage heute unbekannt ist. Abrahams Neffe Lot lebte in dieser Gegend. hinuntersahen,17dachte der Herr18,17 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:»Soll ich wirklich vor Abraham geheim halten,was ich vorhabe?18Er soll doch zum Stammvatereines großen und mächtigen Volkes werden.Alle Völker der Erdesollen durch ihn gesegnet sein.19Denn hierfür habe ich ihn ausgewählt:Er soll seine Söhne und seine Nachkommen dazu bringen,auf dem Weg des Herrn zu bleiben.Er soll sie lehren,sich an Recht und Gerechtigkeit18,19 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zu halten.Dann wird der Herr erfüllen,was er Abraham verheißen hat.«20Der Herr sagte:»Ja, die Klagen über Sodom und Gomorra18,20 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. sind groß,und ihre Vergehen wiegen schwer.21Ich will hinabsteigen und die Klagen prüfen,die vor mich gekommen sind:Haben sie wirklich so schlecht gehandelt oder nicht?Ich will es wissen.«22Zwei von den Männern machten sich auf nach Sodom.

Der Herr aber blieb bei Abraham18,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. zurück.23Abraham trat näher und fragte:»Willst du wirklich Gerechte18,23 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. und Frevler18,23 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.ohne Unterschied vernichten?24Vielleicht gibt es 50 Gerechte in der Stadt.Willst du sie trotzdem vernichten?Willst du den Ort nicht verschonenwegen der 50 Gerechten darin?25Das kannst du doch nicht tunund den Gerechten wie den Frevler töten!Dann würde es den Gerechten ergehen wie den Frevlern.Nein, das kannst du nicht tun.Der Richter18,25 Richter: Gottes Aufgabe als Richter ist die Wiederherstellung eines umfassenden Rechtszustandes, der ein gutes Miteinander der Völker ermöglicht. der ganzen Welt begeht doch kein Unrecht.«26Der Herr antwortete:»Wenn ich in der Stadt Sodom 50 Gerechte finde,verschone ich ihretwegen den ganzen Ort.«27Aber Abraham fuhr fort:»Ich bin nur Staub und Asche.Dennoch habe ich es gewagt, mit dem Herrn zu reden.28Vielleicht sind es 5 weniger als 50 Gerechte.Willst du wegen der 5 die ganze Stadt zerstören?«Da sagte er: »Nein, ich werde sie nicht zerstören,wenn ich dort 45 Gerechte finde.«29Abraham richtete noch einmal das Wort an ihn:»Vielleicht lassen sich dort nur 40 finden.«Er antwortete: »Wegen der 40 werde ich es nicht tun.«30Abraham sagte: »Mein Herr, sei mir nicht böse,wenn ich weiterspreche.Vielleicht lassen sich dort nur 30 finden.«Er entgegnete: »Wenn ich dort 30 finde,werde ich es nicht tun.«31Abraham fing wieder an:»Ich habe es nun einmal gewagt,mit dem Herrn zu verhandeln.Vielleicht sind es nur 20.«Er antwortete:»Wegen der 20 werde ich Sodom nicht zerstören.«32Abraham redete weiter:»Mein Herr, sei mir nicht böse,wenn ich noch ein letztes Mal das Wort ergreife.Vielleicht gibt es dort nur 10 Gerechte.«Er erwiderte:»Wegen der 10 werde ich die Stadt nicht zerstören.«33Der Herr ging fort,nachdem er das Gespräch mit Abraham beendet hatte.Daraufhin kehrte Abraham in sein Lager zurück.
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Sodom und Gomorra werden bestraft

191Die beiden Engel19,1 beide Engel: Meint zwei der Männer, die bei Abraham zu Gast sind; vgl. 1. Mose/Genesis 18,22. kamen am Abend in Sodom19,1 Sodom: Stadt am Südwestufer des Toten Meers, deren genaue Lage heute unbekannt ist. an.Lot19,1 Lot: Neffe von Abraham. saß dort gerade im Stadttor19,1 Stadttor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen..Als er sie sah,erhob er sich und ging ihnen entgegen.Er verneigte sich bis zum Boden2und sagte: »Bitte, meine Herren,kommt in das Haus eures Knechtes19,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen.!Bleibt über Nacht und wascht euch die Füße19,2 die Füße waschen: Das Gehen in Sandalen auf heißen, staubigen Straßen machte das Waschen der Füße beim Betreten eines Hauses nötig. Der Gastgeber ließ dies in der Regel durch einen Diener erledigen..Morgen früh könnt ihr auf eurem Weg weiterziehen.«Sie erwiderten:»Nein, wir möchten die Nacht hier im Freien bleiben.«3Aber Lot drängte sie so sehr,dass sie mit ihm gingen und in sein Haus kamen.Er bereitete ein Festessen für sie zu,backte Brotfladen, und sie aßen.

4Noch bevor sie sich schlafen legten,kamen die Männer von Sodom19,4 Sodom: Stadt am Südwestufer des Toten Meers, deren Lage heute unbekannt ist., die alten wie die jungen.Aus allen Ecken kam das Volk herbeiund umstellte Lots19,4 Lot: Neffe von Abraham. Haus.5Sie riefen nach ihm und sagten:»Wo sind die Männer,die heute Nacht zu dir gekommen sind?Bring sie heraus! Wir wollen mit ihnen schlafen.«6Da ging Lot zu ihnen hinausund schloss die Tür hinter sich zu.7Dann sagte er:»Meine Brüder, macht euch doch nicht schuldig!8Seht, ich habe zwei Töchter,mit denen noch kein Mann geschlafen hat.Die will ich zu euch hinausbringen.Macht mit ihnen, was euch gefällt!Doch diesen Männern dürft ihr nichts antun.Sie sind meine Gäste und stehen unter meinem Schutz.«9Aber die Männer von Sodom riefen:»Verschwinde! Ausgerechnet du als Fremderspielst dich hier zum Richter auf!Mit dir werden wir noch ganz anders umspringenals mit denen.«Sie stürzten sich auf Lotund wollten die Tür aufbrechen.10Da streckten die Engel19,10 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. ihre Hände hinausund holten Lot zu sich ins Haus.Dann verschlossen sie die Tür11und ließen die Männer draußen erblinden,die jungen wie die alten.Die versuchten nun vergeblich, den Eingang zu finden.

12Die Engel19,12 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. sagten zu Lot19,12 Lot: Neffe von Abraham.:»Wer von deinen Angehörigen ist noch in der Stadt?Schwiegersöhne, Söhne und Töchter –bring alle, die zu dir gehören, weg von hier!13Denn wir werden diese Stadt zerstören.Die Klagen über sie sind groß,und ihre Vergehen wiegen schwer vor dem Herrn19,13 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..Deshalb hat er uns geschickt,um die Stadt zu zerstören.«14Lot ging hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen,die seine Töchter geheiratet hatten.Er sagte: »Auf! Zieht weg von diesem Ort!Denn der Herr ist dabei, die Stadt zu zerstören.«Doch seine Schwiegersöhne hielten das für einen Scherz.

15Als der Morgen dämmerte,drängten die Engel19,15 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Lot19,15 Lot: Neffe von Abraham. zur Eile.Sie sagten: »Brich auf! Nimm deine Frauund deine beiden Töchter, die bei dir sind!Sonst kommst du um, wenn die Stadt bestraft wird.«16Als er noch zögerte, ergriffen sie ihn,seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand.Denn der Herr wollte ihn verschonen.Sie führten Lot und seine Familie hinausund ließen sie erst draußen vor der Stadt wieder los.17Als sie im Freien waren, sagte der eine:»Rette dein Leben!Schau nicht zurück und bleib nirgendwo stehen!Rette dich ins Gebirge, sonst kommst du um!«

18Aber Lot19,18 Lot: Neffe von Abraham. sagte: »Ich habe eine Bitte, mein Herr!19Ich habe doch Gnade19,19 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. bei dir gefunden.Dein Knecht hat deine Güte erfahren,denn du hast sein Leben bewahrt.Ich kann mich nicht rechtzeitig ins Gebirge retten,bevor das Verderben mich einholt und ich sterbe.20Aber siehst du die kleine Stadt hier in der Nähe?Dort kann ich mich in Sicherheit bringen.Lass mich doch dorthin fliehen!Es ist nur ein kleiner Ort.Aber da bleibe ich am Leben.«21Darauf antwortete er Lot:»Gut, ich erfülle dir auch diese Bitte.Ich werde die Stadt nicht vernichten,von der du sprichst.22Beeil dich und rette dich dorthin!Denn ich kann nichts tun,bevor du dort angekommen bist.«Deswegen nennt man die Stadt Zoar19,22 Zoar: Ortschaft am südöstlichen Ufer des Toten Meers.,das heißt: kleiner Ort.

23Als die Sonne über dem Land aufging,kam Lot19,23 Lot: Neffe von Abraham. in Zoar19,23 Zoar: Ortschaft am südöstlichen Ufer des Toten Meers. an.24Da ließ der Herr Schwefel und Feuerauf Sodom und Gomorra19,24 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. regnen.Der Herr schickte es vom Himmel19,24 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab.25So vernichtete er diese Städte, die ganze Gegend,all ihre Bewohner und alles, was dort wuchs.26Aber Lots Frau schaute zurückund erstarrte zu einer Salzsäule.

27Am Morgen begab sich Abraham19,27 Abraham: Onkel von Lot. Abraham hatte Gott um die Verschonung Sodoms gebeten. zu der Stelle19,27 zu der Stelle: Meint die Stelle, an der Abraham Gott um Gnade für Sodom und Gomorra gebeten hatte; vgl. 1. Mose/Genesis 18,16-32.,wo er vor dem Herrn gestanden hatte.28Er schaute hinunterauf das Gebiet von Sodom und Gomorra19,28 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19.und auf das ganze Land ringsum.Als er hinsah, stieg Qualm von dem Land aufwie der Qualm eines Schmelzofens19,28 Schmelzofen: Wird bei der Metallgewinnung zum Schmelzen von Metallen verwendet. Das Schmelzen erfordert eine große Menge Brennmaterial, wobei viel Qualm entsteht..29Als Gott die Städte jener Gegend zerstörte,hatte er an Abraham gedacht.Darum brachte er Lot in Sicherheit.Dann erst vernichtete er die Städte,in denen dieser wohnte.

Lot und seine Töchter

30Lot hatte Angst, in Zoar19,30 Zoar: Ortschaft am südöstlichen Ufer des Toten Meers. zu bleiben.Deshalb verließ er den Ort und zog hinauf ins Gebirge.Dort ließ er sich mit seinen beiden Töchtern niederund lebte mit ihnen in einer Höhle.31Da sagte die ältere zu ihrer jüngeren Schwester:»Unser Vater ist alt.Weit und breit gibt es keinen Mann,der uns heiraten könnte –so wie es überall üblich ist.32Komm, wir wollen unserem VaterWein zu trinken geben!Dann legen wir uns zu ihmund bekommen Nachkommen von unserem Vater.«33Noch in derselben Nachtmachten sie ihren Vater mit Wein betrunken.Dann kam die Ältere und legte sich zu ihrem Vater.Er merkte weder, dass sie sich zu ihm legte,noch, dass sie wieder aufstand.

34Am nächsten Tag sagte die Ältere zur Jüngeren:»Gestern habe ich bei meinem Vater gelegen.Wir wollen ihm heute Nachtwieder Wein zu trinken geben.Dann gehst du hin und legst dich zu ihm!So bekommen wir Nachkommen von unserem Vater.«35Also machten sie ihren Vaterauch in dieser Nacht mit Wein betrunken.Die Jüngere stand auf und legte sich zu ihm.Er merkte weder, dass sie sich zu ihm legte,noch, dass sie wieder aufstand.

36So wurden die beiden Töchter Lotsschwanger von ihrem Vater.37Die Ältere brachte einen Sohn zur Weltund gab ihm den Namen Moab,das heißt: vom Vater.Er gilt bis heute als Stammvater der Moabiter19,37 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..38Auch die Jüngere bekam einen Sohn,den sie Ben-Ammi nannte,das heißt: Sohn meines Verwandten.Er gilt bis heute als Stammvater der Ammoniter19,38 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..