BasisBibel (BB)
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Strafgericht über Ägypten

321Es war im zwölften Jahr32,1 zwölftes Jahr: Gerechnet wird von dem Tag an, an dem König Jojachin 597 v. Chr. aus Jerusalem in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. der Verbannung unseres Volkes,am ersten Tag des zwölften Monats.Da kam das Wort des Herrn32,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch32,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., stimm eine Totenklage32,2 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … anüber den Pharao32,2 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten., den König von Ägypten!Sag zu ihm:Du hältst dich für einen jungen Löwen32,2 Löwe: Gilt im Alten Orient als das stärkste Tier an Land. Daher verglichen sich Könige gern mit Löwen. bei den Völkern.Doch du bist wie ein Krokodil32,2 Krokodil: Gefährliches Raubtier im Wasser und an den Uferregionen, an Land jedoch nicht überlebensfähig. im Fluss.Plötzlich schnellst du aus ihm herausund wühlst mit deinen Füßen das Wasser auf.So trübst du jeden Fluss.3– Ausspruch von Gott, dem HerrnIch werfe mein Netz32,3 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. Mehr … über dich.Viele Völker werden sich versammelnund dich in meinem Fangnetz aus dem Wasser holen.4Dann werde ich dich an Land aussetzen.Aufs freie Feld werfe ich dich!Ich werfe dich den Vögeln des Himmels zum Fraß vor.Ich füttere mit dir alle Tiere der Erde.5Ich werfe dein Fleisch auf die Bergeund fülle die Täler mit deinen Überresten.6Ich tränke das Land mit deinem Blut.Es fließt bis zu den Bergen,so füllen sich die Schluchten mit dir.

7Wenn ich dich auslösche, bedecke ich den Himmelund verdunkle die Sterne.Ich verdecke die Sonne mit Wolkenund der Mond lässt sein Licht nicht mehr leuchten.8Ich lasse alle hellen Lichter über dir dunkel werdenund bringe Finsternis über dein Land.Ausspruch von Gott, dem Herrn32,8 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

9Ich beunruhige viele fremde Völker,indem ich ihnen von deinem Untergang erzähle.Ich bringe diese Nachricht in Länder,die dir unbekannt gewesen sind.10Viele Völker werden über dein Schicksal entsetzt sein.Deinetwegen werden ihre Könige zittern,wenn ich vor ihnen mein Schwert schwinge.Vom Tag deines Sturzes anhören sie nicht mehr auf, um ihr Leben zu fürchten.

11Denn so spricht Gott, der Herr32,11 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Das Schwert des Königs von Babylonien32,11 König von Babylonien: König Nebukadnezzar II. führte 568 v. Chr. einen Feldzug gegen Ägypten. kommt zu dir!12Durch die Schwerter der besten Soldatenlasse ich dein Gefolge aus dem Volk fallen.Grausame fremde Völker sind sie alle!Sie werden den Stolz von Ägypten32,12 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … brechenund seinen ganzen Reichtum zerstören.13Ich töte alle Tiere Ägyptens, die im Wasser leben.Weder der Fuß eines Menschen soll das Wasser trüben,noch der Huf eines Tieres.14Ich mache das Wasser wieder klar32,14 wieder klar: Umkehrung des Bildes aus Ezechiel 32,2. Dort wird Ägypten mit einem Krokodil verglichen, das das Wasser der Flüsse trüb macht.und lasse die Flüsse fließen wie Öl.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn32,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

15Ich mache Ägypten32,15 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … zu einer Wüste,ja, ich nehme dem Land die Fülle und verwüste es.Ich erschlage all seine Bewohner.Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin!16Das ist eine Totenklage32,16 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr …, die man anstimmen wird.Frauen aus fremden Völkern werden sie anstimmen.Sie werden über Ägypten und seinen Reichtum klagen.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn32,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Ägypten im Totenreich

17Es war im zwölften Jahr32,17 zwölftes Jahr: Gerechnet wird von dem Tag an, an dem König Jojachin 597 v. Chr. aus Jerusalem in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. der Verbannung unseres Volkes,am fünfzehnten Tag des Monats32,17 der Monat: Der Name des Monats ist nicht überliefert..Da kam das Wort des Herrn32,17 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:18Du Mensch32,18 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., klag über die Volksmassen Ägyptens!Lass sie in die Unterwelt32,18 Unterwelt, Grube: Andere Bezeichnungen für das Totenreich, den Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. hinabsteigen,zusammen mit denen, die in die Grube32,18 Grube: Bild für das Totenreich, den Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. sinken.Bring sie zu den Nachbarvölkern.19Sag zu Ägypten:»Wen übertriffst du mit deiner Schönheit?Steig hinab ins Totenreich32,19 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr …!Lass dich zu den Unbeschnittenen32,19 Unbeschnittene: Abwertende Bezeichnung für Menschen, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. legen!«20Du sollst mitten zwischen die fallen,die mit dem Schwert erschlagen32,20 mit dem Schwert erschlagen: Meint hier hingerichtete Verbrecher und Ermordete. wurden.Schon ist das Schwert auf dich gerichtet.Holt Ägypten und seine ganze Menge!21Dann werden die besten Soldaten mitten im Totenreichzu Ägypten und zu den Verbündeten sagen:»Die Unbeschnittenen sind hinabgestiegen.Sie wurden mit dem Schwert erschlagenund liegen jetzt hier.«

22Dort ist schon Assyrien32,22 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. mit seinen Truppen.Ihre Gräber liegen ringsum.Sie alle wurden erschlagen32,22 erschlagen: Meint hier hingerichtete Verbrecher und Ermordete.,sind gefallen durch das Schwert.23Ganz weit hinten in der Grube sind die Gräberder Assyrer und ihrer Truppen.Sie alle wurden erschlagen,sind gefallen durch das Schwert.Sie verbreiten keinen Schrecken mehrim Land der Lebenden.

24Dort sind die kriegerischen Horden von Elam32,24 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr ….Ihre Gräber liegen ringsum.Sie alle wurden erschlagen32,24 erschlagen: Meint hier hingerichtete Verbrecher und Ermordete.,sind gefallen durch das Schwert.Als Unbeschnittene32,24 Unbeschnittene: Abwertende Bezeichnung für Menschen, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. sind sie hinabgestiegenin die Unterwelt32,24 Unterwelt: Bild für das Totenreich, den Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..Einst verbreiteten sie Schrecken im Land der Lebenden.Nun müssen sie ihre Schande ertragenzusammen mit denen, die in die Grube32,24 Grube: Bild für das Totenreich, den Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. gesunken sind.25Mitten unter den Erschlagenenhat man Elam und seinen Horden ein Lager bereitet.So lagen ihre Gräber ringsumher.Sie alle sind unbeschnittenund wurden mit dem Schwert erschlagen.Einst verbreitete sich ihr Schreckenim Land der Lebenden.Nun müssen sie ihre Schande ertragenzusammen mit denen, die in die Grube gestiegen sind.Mitten zwischen Erschlagene hat man sie gelegt.

26Dort sind die kriegerischen Horden von Meschech-Tubal32,26 Meschech-Tubal: Nach 1. Mose/Genesis 10,2 sind Meschech und Tubal Söhne von Jafet. Volksgruppen mit diesen Namen sind aus der Region bekannt, in der heute die Türkei liegt..Ihre Gräber liegen ringsum.Sie alle sind unbeschnitten32,26 unbeschnitten: Abwertende Bezeichnung für Menschen, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten..Sie wurden vom Schwert durchbohrt,weil sie im Land der Lebenden Schrecken verbreiteten.27Die Unbeschnittenen, die gefallen sind,liegen nicht bei den besten Soldaten.Die Soldaten sind ins Totenreich32,27 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … hinabgestiegenmit all ihren Waffen.Ihre Schwerter legte man ihnen unter den Kopf32,27 unter den Kopf: Den Kopf über ein Schwert zu legen ist eine ehrenvolle Art der Bestattung für Gefallene.und die Schilde auf ihre Knochen.Denn die Soldaten verbreiteten einst Schreckenim Land der Lebenden.28Du aber wirst inmitten Unbeschnittener zerschmettertund bei den vom Schwert Erschlagenen32,28 vom Schwert Erschlagene: Meint hier hingerichtete Verbrecher und Ermordete. liegen.

29Dort unten ist auch Edom32,29 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.,mitsamt seinen Königen und führenden Männern.Trotz ihrer Stärke wurden sie zu denen gelegt,die vom Schwert erschlagen32,29 vom Schwert erschlagen: Meint hier hingerichtete Verbrecher und Ermordete. worden sind.Sie liegen bei den Unbeschnittenen32,29 Unbeschnittene: Abwertende Bezeichnung für Menschen, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten.und bei denen, die in die Grube32,29 Grube: Bild für das Totenreich, den Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. gesunken sind.

30Dort unten sind alle Stadtfürsten aus dem Norden,gemeinsam mit den Phöniziern32,30 Phönizier: Bewohner von Phönizien..Trotz des Schreckens, den ihre Stärke ausgelöst hat,sind sie beschämt hinabgestiegen zu Erschlagenen32,30 Erschlagene: Meint hingerichtete Verbrecher und Ermordete..Unbeschnitten32,30 Unbeschnittene: Abwertende Bezeichnung für Menschen, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. liegen sie bei denen,die vom Schwert erschlagen worden sind.Nun müssen sie ihre Schande ertragenzusammen mit denen, die in die Grube32,30 in die Grube sinken: Meint Menschen, die sterben und in das Totenreich gehen. gesunken sind.

31Der Pharao32,31 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. wird sie alle sehen.Es wird ihn trösten,dass seine Horden dort unten nicht allein sind.Der Pharao und sein ganzes Heerwerden vom Schwert erschlagen32,31 vom Schwert erschlagen: Der Pharao erleidet einen unehrenhaften Tod..Ausspruch von Gott, dem Herrn32,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.32Ich verbreite meinen Schrecken im Land der Lebenden.Der Pharao wird zu den Unbeschnittenen32,32 Unbeschnittene: Abwertende Bezeichnung für Menschen, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. gelegt.Er wird mit seinen Volksmassen bei denen liegen,die vom Schwert erschlagen worden sind.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn.
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Rettung und Erneuerung von Israel

Ezechiel 33,1–39,29

Die erneute Berufung von Ezechiel

Ezechiel 33,1–37,28

Ezechiel wird nochmals als Wächter eingesetzt

331Das Wort des Herrn kam33,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch33,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., sprich zu deinen Landsleuten.Sie sollen sich Folgendes vorstellen:Ich bedrohe ein Land durch Feinde mit Schwertern.Dann wählen die Bewohner des Landes einen Wächter33,2 Wächter: Hat die Aufgabe, vor Gefahren zu warnen. In der Bibel sind es oft die Propheten, die Israel gegenüber als Wächter auftreten. aus,einen Mann aus ihren Reihen.3Der sieht, dass Feinde das Land bedrohen.Er bläst das Widderhorn33,3 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … und warnt so das Volk.4Jemand hört das Signal des Widderhorns,achtet aber nicht darauf.Er wird vom Feind erschlagen und stirbt.Dann ist er selbst für seinen Tod verantwortlich.5Er hat das Signal des Widderhorns gehört,aber nicht darauf geachtet.Deswegen ist er selbst für seinen Tod verantwortlich.Wenn er darauf geachtet hätte,hätte er sein Leben gerettet.6Anders ist es aber, wenn der Wächter das Volk nicht warnt.Er sieht zwar, dass Feinde das Land bedrohen.Doch er bläst das Widderhorn nicht.Der Feind kommt und tötet einen Menschen.Der Betroffene stirbt aus eigener Schuld33,6 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …ich aber ziehe den Wächter dafür zur Rechenschaft.

7Und dich, du Mensch,habe ich für das Haus Israel33,7 Haus Israel: Ausdruck für das Zusammengehören Israels als Gottes Volk. Mehr … als Wächter33,7 Wächter: Von der Berufung Ezechiels zum Wächter für Israel wird zum ersten Mal in Ezechiel 3,16-27 erzählt. Seine Aufgabe ist es, Israel vor dem drohenden Gericht Gottes zu warnen. eingesetzt.Wenn du eine Botschaft von mir hörst,musst du die Israeliten vor mir warnen.8Wenn ich zu einem Frevler33,8 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … sage:»Frevler, du musst sterben!«,und du warnst ihn nicht vor seinem gottlosen Leben,wird er wegen seiner Schuld33,8 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … sterben.Für seinen Tod werde ich dich zur Rechenschaft ziehen.9Wenn du den Frevler aber gewarnt hast,sein gottloses Leben aufzugeben,kann er sich davon abwenden.Tut er das nicht, muss er wegen seiner Schuld sterben.Du aber hast dein Leben gerettet.

Wer zu Gott umkehrt, wird gerettet

10Weiter sagte Gott: Du Mensch33,10 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.,sag zu den Israeliten: »Ihr habt gesagt:›Ja, unsere Verbrechen und unsere Sünden33,10 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … belasten uns.Durch sie gehen wir zu Grunde.Wie sollen wir da am Leben bleiben?‹«11Sag zu ihnen: »Bei meinem Leben!Ausspruch von Gott, dem Herrn33,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich freue mich nicht über den Tod eines Frevlers33,11 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr ….Stattdessen freue ich mich,wenn der Frevler sein Verhalten ändertund am Leben bleibt.Also kehrt um, ändert euer böses Verhalten!Warum wollt ihr sterben, Israeliten?«

12Du Mensch, sag zu deinen Landsleuten:»Den Gerechten33,12 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. wird seine Gerechtigkeit nicht retten,wenn er ein Verbrechen begeht.Ja, wenn der Gerechte eine Sünde33,12 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begeht,hält ihn seine Gerechtigkeit allein nicht am Leben.Wenn der Frevler33,12 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … sich ändert und nicht mehr böse ist,wird er wegen seiner Bosheit nicht stürzen.«

13Angenommen, ich sage zu einem Gerechten33,13 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.:»Du wirst gewiss am Leben bleiben.«Der Gerechte vertraut nun auf seine Gerechtigkeitund tut Unrecht.Dann wird ihm von seinen gerechten Tatenkeine mehr angerechnet.Er wird wegen seiner Vergehen sterben.14Angenommen, ich sage zu einem Frevler33,14 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr …:»Du wirst gewiss sterben.«Nun wendet er sich aber ab von seinen Sünden33,14 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …und lebt nach Recht und Gerechtigkeit.15Der Frevler ersetzt das, was er geraubt hatund gibt dem Schuldner sein Pfand zurück.Er beachtet die Ordnungen,durch die er am Leben bleibt,um nichts Unrechtes zu tun.Dann wird er gewiss am Leben bleiben.Er muss nicht sterben.16Keine der Sünden, die er begangen hat,wird ihm mehr angerechnet.Wenn er nach Recht und Gerechtigkeit handelt,bleibt er gewiss am Leben.

17Deine Landsleute werden sagen:»Das Vorgehen Gottes ist nicht in Ordnung!«Dabei ist vielmehr ihr Verhalten nicht in Ordnung.18Wenn ein Gerechter33,18 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. seine Gerechtigkeit aufgibtund Unrecht tut, dann muss er sterben.19Wenn ein Frevler33,19 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … dagegen sein boshaftes Leben aufgibt,Recht und Gerechtigkeit tut,rettet er dadurch sein Leben.20Ihr werdet sagen:»Das Vorgehen Gottes ist nicht in Ordnung!«Ich aber werde jeden von euchnach seinem Verhalten beurteilen, ihr Israeliten.

Ezechiel ist nicht mehr stumm

21Es war im zwölften Jahr33,21 zwölftes Jahr: Gerechnet wird von dem Tag an, an dem König Jojachin 597 v. Chr. aus Jerusalem in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. der Verbannung unseres Volkes,am fünften Tag des zehnten Monats.Da kam ein Überlebender33,21 ein Überlebender: Ezechiel 14,21-23 erzählt, dass einige Bewohner Jerusalems das Gericht Gottes überleben werden. aus Jerusalem33,21 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zu mirund sagte: »Die Stadt ist zerstört.«22Am Abend, bevor der Überlebende ankam,hatte mich die Hand des Herrn ergriffen.Er öffnete mir den Mund,noch bevor der Überlebende am Morgen zu mir kam.Ja, er öffnete mir den Mund,und ich war nicht mehr stumm33,22 stumm: Gott lässt Ezechiel bei seiner ersten Berufung zum Wächter für Israel verstummen, vgl. Ezechiel 3,24-27. So kann er Israel nicht mehr vor dem Gericht Gottes warnen..

Die Israeliten werden für ihre Gier bestraft

23Das Wort des Herrn kam33,23 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:24Du Mensch33,24 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.,wer in den Trümmern auf dem Land Israels wohnt, sagt:»Abraham33,24 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr … war ein einzelner Mensch,und das Land33,24 Land: Meint das Land, das Gott Abraham, dem Stammvater der Israeliten, versprochen hat; vgl. beispielsweise 1. Mose/Genesis 15,7-21. gehörte ihm.Wir sind zahlreich,und auch uns wurde das Land zum Besitz gegeben.«25Darum sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr33,25 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ihr esst Fleisch mitsamt dem Blut33,25 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. Deshalb ist der Verzehr von Blut verboten, vgl. 3. Mose/Levitikus 17,10-14., ihr vergießt Blutund verehrt eure Götzen33,25 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild..Und ihr wollt das Land besitzen?26Ihr habt euch auf eure Schwerter verlassenund Schandtaten begangen.Jeder bricht die Ehe mit der Frau seines Nächsten33,26 Nächster: Damit ist auch eines der Zehn Gebote verletzt, vgl. 2. Mose/Exodus 20,14..Und ihr wollt das Land besitzen?«27Ja, das sollst du ihnen sagen:»So spricht Gott, der Herr: Bei meinem Leben!Wer in den Trümmerstätten wohnt,soll durch das Schwert fallen.Und wer auf dem freien Feld ist,den werfe ich den Tieren zum Fraß33,27 den Tieren zum Fraß: Die Verweigerung eines Begräbnisses gilt als Strafe, da der unbestattete Leichnam von Tieren gefressen wird. vor.Wer sich in Festungen und Höhlen aufhält,soll an der Pest sterben.28Ich mache das Land zur Wüste und zur Einöde,seinen großen Stolz werde ich brechen.Ich werde die Berge Israels33,28 Berge Israels: Bezeichnung für das Wohngebiet des Volkes Israel, zu dem das Bergland westlich des Jordan gehörte. zur Wüste machen,niemand wird sie mehr durchqueren.«29Daran werden sie erkennen, dass ich der Herr bin:Ich mache das Land zur Wüste und Einödewegen all der Schandtaten, die sie begangen haben.

30Und über dich, du Mensch,tuscheln deine Landsleute an Mauern und Hauseingängen.Einer sagt zum anderen, jeder zu seinem Nachbarn:»Komm, lass uns hören, was da vom Herrn gesagt wird!«31Dann kommt das ganze Volk zu dir.Mein Volk setzt sich vor dich hin,und es hört deinen Worten zu.Aber es beachtet sie nicht!Es handelt nur aus Gierund strebt nach unrechtmäßigem Gewinn.32Für das Volk bist du wie einer, der Liebeslieder singt.Du hast eine schöne Stimme und spielst gut.Es hört deine Worte, aber es verhält sich nicht danach.33Das alles wird sicher geschehen.Wenn es aber geschieht, werden sie erkennen,dass ein Prophet33,33 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … unter ihnen war.
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Die schlechten Hirten

341Das Wort des Herrn kam34,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch34,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., rede als Prophet34,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … zu den Hirten von Israel34,2 Hirten von Israel: Bild für die Herrscher, die sich um ihr Volk kümmern sollen wie ein Hirte um seine Herde..Ja, rede als Prophet und sag zu ihnen, den Hirten:So spricht Gott, der Herr34,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ihr Hirten von Israel, ihr weidet euch ja selbst.Weiden Hirten sonst nicht die Schafe34,2 Schafe: Bild für die Bevölkerung, die auf ihre Herrscher angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten.?3Ihr aber esst das Fett34,3 Fett essen: Fett galt als kostbarer Teil eines Tieres und war daher Gott als Opfergabe vorbehalten.und macht euch Kleider aus der Wolle.Doch ihr weidet die Schafe nicht!4Die Schwachen habt ihr nicht gestärktund die Kranken nicht geheilt.Verletzte habt ihr nicht verbundenund verirrte Schafe nicht eingefangen.Schafe, die sich verlaufen haben,habt ihr nicht gesucht.Mit Stärke und Gewalt wolltet ihr sie beherrschen.5Sie haben sich zerstreut34,5 zerstreut: Anspielung auf die Verbannung nach Babylonien., weil kein Hirte da war,und wurden zum Fraß für alle Raubtiere.Ja, so haben sie sich zerstreut.6Meine Schafe verirrten sich in den Bergenund zwischen den hohen Hügeln.Über das ganze Land sind meine Schafe verstreut.Doch niemand fragt nach ihnenund niemand sucht sie.

7Darum, ihr Hirten34,7 Hirten: Bild für die Herrscher, die sich um ihr Volk kümmern sollen wie ein Hirte um seine Herde., hört das Wort des Herrn:8Bei meinem Leben!Ausspruch von Gott, dem Herrn34,8 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Meine Schafe34,8 Schafe: Bild für die Bevölkerung, die auf ihre Herrscher angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. sind zu Beute gewordenund meine Herde zum Fraß für die Raubtiere.Es war ja kein Hirte da!Meine Hirten kümmerten sich nicht um meine Schafe,sondern weideten sich lieber selbst.Nein, meine Schafe weideten sie nicht.9Darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn:10So spricht Gott, der Herr34,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ich gehe gegen die Hirten vorund fordere meine Schafe von ihnen zurück.Ich sorge dafür, dass sie nie wieder Schafe weiden.Auch sich selbst werden die Hirten nicht mehr weiden.Ich befreie meine Schafe aus ihrem Rachen.Sie werden ihnen nicht mehr als Nahrung dienen.

Gott sorgt selbst für seine Schafe

11Ja, so spricht Gott, der Herr34,11 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Seht her, ich werde meine Schafe34,11 Schafe: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. suchenund mich selbst um sie kümmern.12Ich mache es genauso wie ein guter Hirte34,12 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr …,wenn seine Schafe sich eines Tages zerstreuen.Ja, so werde ich mich um meine Schafe kümmern.Ich rette sie von allen Orten,an die sie zerstreut waren –an dem Tag34,12 der Tag: Meint den Tag des Herrn, den von Gott festgelegten Gerichtstag, an dem er gegen seine Feinde vorgehen wird., der voll finsterer Wolken sein wird.13Ich führe sie weg von den Völkernund sammle sie aus den Ländern34,13 sammle sie aus den Ländern: Nach der Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr., wurde ein großer Teil der Bewohner nach Babylonien verschleppt. Andere flohen in die benachbarten Gebiete. Sie alle wird Gott wieder in ihrem Land zusammenführen..Ich bringe sie zurück in ihr eigenes Land.Ich werde sie auf den Bergen und Tälern Israels weiden,an allen Weideplätzen des Landes.14Ihr Weideland wird auf den hohen Bergen Israels liegen.Ja, ich lasse sie dort auf gutem Weideland lagern.Auf den Bergen Israels finden sie eine grüne Weide.15Ich weide meine Schafe und ich lasse sie lagern.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn34,15 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

16Verirrte suche ichund Verstreute sammle ich wieder ein.Verletzte verbinde ichund Kranke mache ich stark.Fette und Starke aber vernichte ich.Ich weide sie nach Recht und Gesetz.

17So spricht Gott, der Herr34,17 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. zu euch, meine Herde34,17 Herde: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten.:Ich ziehe euch zur Verantwortung, jedes einzelne Schaf.Ich wende mich gegen die Widder und Ziegenböcke34,17 Widder, Ziegenböcke: Meint rücksichtslose Menschen, die ihre Nächsten bedrängen und sich unrechtmäßig bereichern..18Ist euch Tieren die Weide zu klein,auf der ihr grast?Den Rest eurer Weide zertrampelt ihr mit den Hufen.Ihr trinkt klares Wasser.Das übrige Wasser macht ihr mit euren Hufen trüb.19Meine Herde muss an der Stelle grasen,die ihr mit den Hufen zertrampelt habt.Sie muss das Wasser trinken,das ihr mit euren Hufen trüb gemacht habt.

20Darum spricht Gott, der Herr34,20 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., zu euch:Ich urteile über die fetten und die mageren Schafe34,20 Schafe: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten..21Ihr stoßt die schwachen mit eurer Schulter zur Seiteund durchbohrt sie mit euren Hörnern.Weil ihr sie auf diese Weise weit verstreut habt,22werde ich meine Herde34,22 Herde: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. retten.Sie wird keine Beute mehr sein.Ich ziehe die Schafe zur Verantwortung.

Gottes Zusage an die Israeliten

23Weiter sagte Gott:Ich werde einen Hirten34,23 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr … für die Israeliten bestimmen,der sie hüten wird: meinen Knecht34,23 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. David34,23 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16..Ja, er wird sie hüten und ein Hirte für sie sein.24Ich, der Herr, werde ihr Gott sein,und mein Knecht David wird ihr Herrscher sein.Das habe ich, der Herr, gesagt.

25Ich schließe mit ihnen einen Bund des Friedens.Ich töte alle wilden Tiere im Land.Meine Schafe34,25 Schafe: Bild für das Volk Israel, das auf Gott angewiesen ist, wie Schafe auf einen Hirten. werden in den Wäldern schlafenund in der Wüste in Ruhe und Frieden leben.26Ich segne34,26 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … sie und das, was um meinen Hügel34,26 mein Hügel: Berg, auf dem der Tempel steht, den Ezechiel in seiner Vision sieht; vgl. Ezechiel 40,1–43,12. herum ist.Ich lasse zur richtigen Zeit Regen fallenund der Regen wird Segen bringen.27Ich schenke ihnen die Bäume auf dem Feld und deren Früchte.Das Land schenkt ihnen seinen Ertrag.Sie werden in ihrem Land in Ruhe und Frieden leben.Ich werde ihr Joch34,27 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für Unterdrückung. zerbrechen.Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.Ich werde sie befreien aus der Gewalt derer,die sie unterdrückt haben.28Sie werden keine Beute mehr für fremde Völker sein.Die Tiere des Landes werden sie nicht mehr fressen.Sie werden in Ruhe und Frieden leben,niemand wird sie mehr erschrecken.29Ich lege einen Garten an, um sie berühmt zu machen.Niemand im Land wird mehr dem Hunger zum Opfer fallen.Sie müssen es nicht mehr ertragen,dass andere Völker sie verschmähen.30Sie werden erkennen,dass ich, ihr Herr und Gott, bei ihnen bin!Und dass sie, das Haus Israel34,30 Haus Israel: Ausdruck für das Zusammengehören Israels als Gottes Volk. Mehr …, mein Volk sind.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn34,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

31Ihr seid meine Herde!Ihr Menschen, ihr seid die Herde auf meiner Weide,und ich bin euer Gott!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn34,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..