BasisBibel (BB)
23

Samaria und Jerusalem werden mit Huren verglichen

231Das Wort des Herrn kam23,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch23,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.!Zwei Töchter hatten dieselbe Mutter.3In ihrer Jugend trieben sie Hurerei23,3 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. in Ägypten23,3 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….Dort wurden ihre Brüste begrapschtund ihre jungfräulichen Brustwarzen angefasst.4Die ältere hieß Ohola, und ihre Schwester Oholiba.Die beiden wurden meine Ehefrauen23,4 Ehefrauen: Samaria und Jerusalem sind die Hauptstädte von Israel und Juda. Das sind die beiden Teile des Landes, das Gott den Israeliten versprochen hat.und bekamen Söhne und Töchter.Ohola steht für Samaria23,4 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. und Oholiba für Jerusalem23,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….

5Ohola23,5 Ohola: Steht für Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. wurde mir untreu, denn sie trieb weiter Hurerei.Sie war gierig nach ihren Liebhabern aus Assyrien23,5 Assyrien: Herkunftsgebiet der Assyrer, die als militärische Großmacht das politische Geschehen im Alten Orient bestimmten. Die Könige des Nordreichs Israel schlossen Bündnisse mit ihnen.:6Offiziere, in Purpur23,6 Purpur: Intensiver rot-violetter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurden. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten. Mehr … gekleidet, Provinzverwalterund andere einflussreiche Männer –alle begehrenswert und jung, Reiter hoch zu Ross.7Sie bot sich prächtigen Assyrern23,7 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … als Hure an.Durch ihre Gier machte sie sich unrein23,7 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..Sogar mit den Götzen23,7 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Assyrer gab sie sich ab.8Sie hörte auch nicht auf, mit den Ägyptern23,8 Ägypter: Militärische Großmacht und politischer Gegenspieler der Assyrer. Die Könige des Nordreichs Israel versuchten mit ihrer Bündnispolitik, beide Großmächte gegeneinander auszuspielen. Hurerei zu treiben.Denn dort hatte man in ihrer Jugend mit ihr geschlafenund ihre jungfräulichen Brustwarzen begrapscht.Ja, die Männer trieben Hurerei mit ihr.9Darum gab ich Ohola in die Gewalt ihrer Liebhaber.Ich gab sie in die Gewalt der Assyrer,nach denen sie gierig war.10Die stellten sie nackt zur Schau23,10 nackt zur Schau stellen: Eine Form der Demütigung, die als Strafe für sexuelle Vergehen verhängt wurde..Sie nahmen ihr die Söhne und Töchter wegund töteten sie selbst mit dem Schwert.So wurde sie zum schlechten Beispiel für Frauen.Man vollstreckte ein Urteil an ihr.

Jerusalem ist schlimmer als ihre Schwester

11Weiter sagte Gott:Oholiba23,11 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. sah alles, was ihre Schwester Ohola23,11 Ohola: Steht für Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. tat.Aber ihre Gier war noch größer.Sie trieb noch schlimmere Hurerei23,11 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. als ihre Schwester.12Auch sie war gierig nach Assyrern23,12 Assyrer: Militärische Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. Die Könige des Südreichs Juda schlossen Bündnisse mit ihnen.,Provinzverwaltern, anderen einflussreichen Männern,nach bestens gekleideten Offizieren und Reitern.Alle waren begehrenswerte junge Männer.13Ich sah, dass sie sich unrein23,13 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. machte.Beide Schwestern gingen denselben Lebensweg.

14Doch Oholibas23,14 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. Hurerei23,14 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. wurde immer schlimmer.Sie sah Bilder von Männern aus Babylonien23,14 Babylonien: Herkunftsgebiet der Babylonier, die als militärische Großmacht das politische Geschehen im Alten Orient bestimmten. Die Könige des Südreichs Juda schlossen Bündnisse mit ihnen.,die in leuchtendem Rot in eine Wand geritzt waren.15Um die Hüfte trug jeder von ihneneinen Schurz23,15 Schurz: Ein Stück Stoff, das um die Hüfte gebunden wurde und den Unterkörper bedeckte. mit Gürtelund auf dem Kopf ausladenden Kopfschmuck.Alle waren wie hohe Offiziere aus Babylonien gekleidet.Sie kamen ja auch aus dem Land Babylonien23,15 Babylonien: Wörtlich »Chaldäa«. Im Alten Testament wird das Gebiet der militärischen Großmacht, die wir als Babylonier kennen, häufig Chaldäa genannt..16Oholiba wurde gierig nach ihnenund wollte sie mit eigenen Augen sehen.Darum schickte sie Boten zu ihnen nach Babylonien.17Die Babylonier kamen zu ihr, um mit ihr zu schlafen.Sie trieben Hurerei mit ihr und machten sie so unrein23,17 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..Nachdem sie durch die Männer unrein geworden war,wandte sie sich sofort von ihnen ab.

18Dann machte Oholiba23,18 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. ihre Hurerei23,18 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. öffentlichund stellte sich selbst nackt zur Schau23,18 sich nackt zur Schau stellen: Eigentlich eine Form der Demütigung, die als Strafe für sexuelle Vergehen verhängt wurde..Da wandte ich mich von ihr ab,wie ich mich von ihrer Schwester abgewandt hatte.19Aber Oholiba trieb ihre Hurerei immer weiter.Sie erinnerte sich an die Zeit ihrer Jugend,als sie in Ägypten Hurerei getrieben23,19 Hurerei in Ägypten: Bild für untreues Verhalten. hatte.20Sie war gierig nach ihren Liebhabern.Deren Glied war so groß wie bei einem Esel.Sie bekamen einen Samenerguss wie ein Pferd.

Strafe für Jerusalem

21Weiter sagte Gott zu Oholiba:Du suchst das schamlose Treiben deiner Jugend.In Ägypten23,21 Ägypten: Militärische Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. Die Könige Israels und Judas schlossen immer wieder Bündnisse mit den Ägyptern. hat man deine Brustwarzen angefasst,als deine Brüste noch jung waren.22Darum, Oholiba23,22 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde., spricht Gott, der Herr23,22 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich stachle die Liebhaber gegen dich auf,von denen du dich abgewandt hast.Von überall her bringe ich sie zu dir:23die Bewohner von Babylon23,23 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. und alle Babylonier23,23 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.,Pekod, Schoa und Koa und mit ihnen auch alle Assyrer23,23 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr ….Alle sind begehrenswerte junge Männer,Provinzverwalter und einflussreiche Befehlshaber,ausgezeichnete Offiziere hoch zu Ross.24Sie greifen dich mit Waffen an,mit Wagen, Rädern und einem Heer aus vielen Völkern.Langschild, Rundschild23,24 Langschild, Rundschild: Abwehrwaffen eines Soldaten im Krieg. und Helmbringen sie gegen dich in Stellung.Ich gebe ihnen das Recht, ein Urteil zu sprechen.Sie werden dich nach ihrem Recht verurteilen.25Ich richte meine Eifersucht gegen dichund sie werden dich voller Wut behandeln:Sie werden dir Nase und Ohren abschneiden.Danach töten sie dich mit dem Schwert.Sie nehmen dir deine Söhne und Töchter23,25 deine Söhne und Töchter: Meint die Bewohner der Stadt Jerusalem. 586 v. Chr. wurden sie von den Babyloniern in die Verbannung verschleppt. weg.Was von dir übrig bleibt, wird vom Feuer gefressen.26Sie ziehen dir die Kleider ausund nehmen dir den Schmuck weg.27Ich beende dein schamloses Treiben und deine Hurerei23,27 Hurerei: Bild für untreues Verhalten.,mit der du in Ägypten angefangen hast.Du siehst deine Liebhaber nicht einmal mehr anund wirst nie wieder an Ägypten denken.

28Ja, so spricht Gott, der Herr23,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich gebe dich in die Gewalt von denen, die du hasst.Ich gebe dich in die Gewalt derjenigen,von denen du dich abgewandt hast.29Sie werden dir voll Hass begegnenund dir deinen Besitz wegnehmen.Sie lassen dich völlig nackt zurück.Dann kommt die Schamlosigkeit deiner Gier ans Lichtund die Abscheulichkeit deiner Hurerei23,29 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. Wie sich eine Hure verschiedenen Männern anbietet, so wirft sich Oholiba anderen Göttern an den Hals und vertrauen der Macht fremder Völker. wird öffentlich.30Das alles geschieht dir,weil du mit fremden Völkern Hurerei getrieben hast.Du hast dich durch ihre Götzen23,30 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. unrein23,30 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gemacht.31Du bist denselben Weg gegangen wie deine Schwester.Darum gebe ich dir den gleichen Becher23,31 Becher: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken. wie ihr,und du wirst dasselbe Schicksal erleiden wie sie.

32So spricht Gott, der Herr23,32 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du, Jerusalem, wirst aus dem Becher23,32 Becher: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken. trinken,aus dem großen und tiefen Becher deiner Schwester.Man wird so sehr über dich lachen und spotten,dass es unerträglich wird.33Du selbst wirst betrunken seinund voller Kummer.Der Becher deiner Schwester Samaria23,33 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört.ist ein Becher voll mit Entsetzen und Zerstörung.34Du wirst aus ihm trinken und ihn leeren.Du wirst den Ton zerbrechenund dir die Brüste abtrennen.Ja, ich habe es gesagt!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn23,34 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

35Darum spricht Gott, der Herr23,35 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du hast mich verachtet und vergessen.Darum trägst du nun die Verantwortungfür dein schamloses Treiben und deine Hurerei!

Gericht über Ohola und Oholiba

36Der Herr sagte zu mir:Du Mensch23,36 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., klag Ohola und Oholiba23,36 Ohola, Oholiba: Stehen für die Städte Samaria und Jerusalem. Samaria wurde 722 v. Chr. von den Assyrern erobert, Jerusalem 586 v. Chr. von den Babyloniern. an!Leg ihnen all ihre Schandtaten vor.37Denn an ihren Händen klebt Blut,sie haben Ehebruch23,37 Ehebruch: Das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. begangen – und zwar mit Götzen23,37 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild..Die Kinder, die sie mir geboren hatten,warfen sie ihren Götzen zum Fraß23,37 zum Fraß: Der Vorwurf, dass die Israeliten fremden Göttern Kinder opfern würden, ist vermutlich überspitzt. Er soll die negative Beurteilung verstärken. vor.38Und sie haben mir noch mehr angetan:Sie haben damals mein Heiligtum23,38 mein Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. unrein23,38 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gemachtund sorgten sich nicht um den Sabbat23,38 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr ….39Sie schlachteten ihre Kinder für ihre Götzen.Dann kamen sie zu meinem Heiligtum.So entweihten sie es noch am selben Tag.In meinem eigenen Haus haben sie sich so verhalten!40Sie gingen sogar noch weiterund schickten einen Boten zu Männern in die Ferne.Die Männer sollten zu ihnen kommen,und sie kamen tatsächlich.

Du hast eigens für sie gebadet,deine Augen geschminkt und Schmuck angelegt.41Du hast dich auf ein prächtiges Bett gesetztund einen Tisch davor aufgestellt.Auf den hast du Weihrauch23,41 Weihrauch: Harz des Weihrauchbaums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen wohlriechenden Duft. Mehr … und Öl gestellt,die eigentlich für mich bestimmt waren!42*23,42 Vers 42-43: In den Versen 42-43 ist der hebräische Text an vielen Stellen nur schwer zu deuten. Dann waren die Stimmen einer sorglosen Mengebei ihr zu hören.Die Masse der Menschen trank.Man hatte Männer eigens aus der Wüste geholt.Sie hängten ihnen Armbänder umund setzten schöne Kronen auf ihre Köpfe.

43Ich dachte: Sie sind doch verbrauchte Huren.Aber man treibt schon wieder Hurerei23,43 Hurerei: Bild für das untreue Verhalten von Samaria und Jerusalem. mit ihnen!44Man ging zu ihnen, wie man zu Huren geht.So kam man zu Ohola und Oholiba23,44 Ohola, Oholiba: Stehen für die Städte Samaria und Jerusalem. Samaria wurde 722 v. Chr. von den Assyrern erobert, Jerusalem 586 v. Chr. von den Babyloniern.,den Frauen ohne jede Scham.45Gerechte Männer sollen sie nun richtennach den Gesetzen für Ehebrecherinnen und Mörderinnen.Denn sie haben Ehebruch begangen,und Blut klebt an ihren Händen.

46Ja, so spricht Gott, der Herr23,46 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Man soll eine Versammlung gegen sie aufhetzen,um ihnen Angst einzujagen und sie auszurauben.47Die Versammlung soll sie steinigen23,47 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. Mehr …und mit ihren Schwertern niederstechen.Sie soll ihre Söhne und Töchter23,47 ihre Söhne und Töchter: Meint die Bewohner der Städte Jerusalem und Samaria. tötenund ihre Häuser im Feuer verbrennen.48Ich werde das Land von dem schamlosen Treiben befreien.So werden alle Frauen gewarntund sie werden eurem schamlosen Treiben nicht folgen.49Euch aber wird man das schamlose Treiben heimzahlen.Ihr müsst die Verantwortung tragen für die Sünden23,49 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,die ihr durch euren Götzendienst23,49 Götzendienst: Verehrung einer fremden Gottheit, die in Israel verboten war. begangen habt.Dann werdet ihr erkennen,dass ich Gott, der Herr bin!
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Der rostige Kochtopf

241Es war das neunte Jahr24,1 neuntes Jahr: Gerechnet wird von dem Tag an, an dem König Jojachin 597 v. Chr. aus Jerusalem in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. der Verbannung unseres Volkes.Am zehnten Tag des zehnten Monatskam das Wort des Herrn24,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch24,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., schreib das Datum von heute auf,ja, das Datum des heutigen Tages.Genau an diesem Tagbedrängte der König von Babylonien24,2 König von Babylonien: Meint Nebukadnezzar II., der Jerusalem 597 v. Chr. zum ersten Mal belagerte. 588 v. Chr. begann die zweite Belagerung, die 586 v. Chr. mit der Eroberung und Zerstörung endete. Jerusalem24,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….3Jerusalems Bewohner waren schon immer widerspenstig.Darum gib ihnen ein Rätsel auf und sag zu ihnen:»So spricht Gott, der Herr24,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Stell einen Kochtopf auf!Ja, stell einen Kochtopf aufund gieß Wasser hinein.4Leg Fleischstücke dazu.Es müssen gute Stücke sein, von Hüfte und Schulter.Füll ihn mit den besten Knochen,5nimm sie vom besten Vieh.Schichte Holz darunter auf und bring alles zum Kochen!Koch auch die Knochen darin aus.«

6Darum spricht Gott, der Herr24,6 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Wehe der Stadt24,6 Stadt: Meint Jerusalem., in der Blut24,6 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. Mehr … vergossen wird!Sie ist wie ein rostiger Topf24,6 rostiger Topf: Rost und getrocknetes Blut haben eine ähnliche Farbe..Der Rost lässt sich nicht mehr entfernen.Nimm das Fleisch Stück für Stück aus dem Topf!Lose nicht aus, welches du zuerst nimmst.7Denn Blut ist mitten in der Stadt vergossen worden,auf nackten Felsen ist es geflossen.Es ist nicht auf die Erde geschüttet worden,und der Staub hat es nicht zudecken können.8Ich habe das Blut auf nackten Felsen fließen lassen,damit es nicht zugedeckt werden kann.Es soll Wut erregen und für Rache24,8 Rache: Wenn das Blut Unschuldiger auf den Boden fließt und nicht bedeckt wird, schreit es zu Gott nach Gerechtigkeit. sorgen.9Darum spricht Gott, der Herr:Wehe der Stadt, in der Blut vergossen wird!Ich mache ihren Scheiterhaufen groß.10Sammle viel Holz, zünd das Feuer an!Koch das Fleisch gar und lass die Brühe verkochen.Die Knochen24,10 Knochen: Das Verbrennen der Knochen steht für das Schicksal der Bewohner Jerusalems. sollen verbrennen.11Stell den leeren Topf auf glühende Kohlen,damit er so heiß wird, dass sein Metall glüht.Dann wird das, was daran unrein24,11 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. ist, schmelzenund der Rost wird sich lösen.12Doch die Mühe ist vergeblich!Von dem Rost geht nicht mehr viel ab,auch nicht durch das Feuer.

13Durch dein schamloses Treiben24,13 schamloses Treiben: In Ezechiel 23 wird Jerusalem mit dem Bild der Hurerei vorgeworfen, sich den falschen Partnern an den Hals geworfen zu haben. Als Ehefrau Gottes hätte die Stadt auf Gott vertrauen müssen. bist du unrein24,13 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. geworden.Ich wollte dich reinigen,aber du bist nicht rein24,13 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Mehr … geworden.Jetzt wirst du die Unreinheit erst wieder los,wenn ich nicht mehr wütend auf dich bin.14Ich, der Herr, habe es angekündigt und werde es tun –es wird geschehen.Ich werde keine Ruhe geben,ich werde dich nicht verschonen und kein Mitleid haben.Ja, nach deinem Lebenswegund nach deinem Verhalten wird man dich richten.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn24,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Ezechiels Frau stirbt

15Das Wort des Herrn kam24,15 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:16»Du Mensch24,16 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., ich nehme dir auf einen Schlag das weg,was dir lieb und teuer ist.Doch du darfst nicht klagenund nicht trauern,und dir dürfen keine Tränen kommen.17Stöhne, aber bleib still und halte keine Totenklage24,17 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr ….Bind dir deinen Kopfschmuck umund zieh deine Sandalen an24,17 zieh deine Sandalen an: Barfußlaufen gehört zu den Trauerbräuchen, die Ezechiel verboten werden..Verhülle deinen Bart24,17 den Bart verhüllen: Gehört zu den Trauerbräuchen, die Ezechiel verboten werden. nichtund lass keine Trauerfeier ausrichten.«18Morgens unterhielt ich mich noch mit dem Volk,und abends starb meine Frau.Am nächsten Morgen verhielt ich mich so,wie es mir befohlen worden war.19Das Volk fragte mich:»Willst du uns nicht erklären, was du da tust?Was bedeutet das für uns?«20Ich antwortete ihnen:»Das Wort des Herrn ist zu mir gekommen24,20 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben..21Ich sollte zum Haus Israel24,21 Haus Israel: Ausdruck für das Zusammengehören Israels als Gottes Volk. Mehr … sagen:So spricht Gott, der Herr24,21 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ich werde mein Heiligtum24,21 mein Heiligtum: Andere Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem. entweihen,auf das ihr stolz seid und das euch Macht verleiht.Es ist euch lieb und teuerund es ist das Ziel eurer Sehnsucht.Eure Söhne und Töchter, die ihr zurückgelassen habt24,21 die ihr zurückgelassen habt: Ezechiel spricht die Leute an, die 597 v. Chr. in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurden und die ihre Kinder in Jerusalem lassen mussten.,werden durch das Schwert fallen.

22Ihr Israeliten müsst euch jetzt so verhalten,wie ich24,22 ich: Hier spricht Ezechiel wieder selbst. mich verhalten habe:Ihr dürft eure Bärte nicht verhüllen24,22 Bärte verhüllen: Gehört zu den Trauerbräuchen, die den Bewohnern Jerusalems verboten werden.und keine Trauerfeiern ausrichten.23Ihr sollt euren Kopfschmuck anlegenund eure Sandalen anziehen24,23 Sandalen anziehen: Barfußlaufen gehört zu den Trauerbräuchen, die den Bewohnern Jerusalems verboten werden..Ihr dürft weder klagen noch trauern,aber ihr werdet euch gegenseitig anschreien.Ihr werdet an eurer Schuld zu Grunde gehen.«

24Ezechiel24,24 Ezechiel: Der Name des Propheten wird nur hier und in Ezechiel 1,3 genannt. wird ein Zeichen für euch sein.Ihr werdet euch so verhalten, wie er es getan hat.Wenn das geschieht,werdet ihr erkennen, dass ich Gott, der Herr bin!

25Du Mensch24,25 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., eines Tages nehme ich ihnen den Tempel weg.Er ist ihre Zuflucht24,25 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. Mehr … und schmückt die Stadt,über ihn freuen sie sich.Er ist ihnen lieb und teuer und Ziel ihrer Sehnsucht.Ich nehme ihnen auch ihre Söhne und Töchter weg.26An dem Tag wird ein Überlebender24,26 ein Überlebender: Ezechiel 33,21-22 erzählt von seiner Ankunft in Babylonien. zu dir kommen,damit du mit eigenen Ohren davon hörst.27An dem Tag wird er deinen Mund wieder öffnen.Du wirst wieder reden können24,27 du wirst wieder reden können: Ezechiel 3,24-27 erzählt, dass Gott Ezechiel verstummen lässt. Ezechiel 33,21-22 erzählt, dass er wieder sprechen kann. und nicht mehr stumm sein.Du wirst ein Zeichen für sie seinund sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.
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Gottes Gericht über die benachbarten Völker

Ezechiel 25,1–32,32

Drohungen gegen die Nachbarvölker von Juda

Ezechiel 25,1–25,17

Gott besiegt Ammon

251Das Wort des Herrn kam25,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch25,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., wende dich gegen die Ammoniter25,2 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.und rede als Prophet25,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … zu ihnen.3Sag zu ihnen: »Hört das Wort Gottes, des Herrn!So spricht Gott, der Herr25,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Als mein Heiligtum25,3 mein Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem, der 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört wurde. entweiht worden ist,habt ihr spöttisch ›Haha!‹ gesagt.Als das Land Israels verwüstet wurde,habt ihr euch darüber lustig gemacht.Ihr habt über das Haus Juda25,3 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem. gelacht,als es in die Verbannung25,3 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr … ging.4Darum gebe ich Ammon denen zum Besitz,die im Osten wohnen.Sie werden Siedlungen bei euch anlegenund Wohnungen in Ammon errichten.Sie werden eure Früchte essen und eure Milch trinken.5Ich mache Rabba25,5 Rabba: Hauptstadt der Ammoniter, nordöstlich vom Toten Meer. zum Weideland für Kamele,die anderen Städte in Ammon zum Lagerplatz für Schafe.Dann werdet ihr erkennen, dass ich Gott, der Herr, bin.«

6Ja, so spricht Gott, der Herr25,6 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du hast in die Hände geklatscht, Ammon25,6 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.,und mit den Füßen gestampft.So hast du das Land Israels lächerlich gemacht.7Deswegen strecke ich meine Hand gegen dich aus.Fremde Völker werden dich ausrauben.Ich werde dich unter den Völkern ausrottenund aus den Ländern verschwinden lassen.Ich werde dich zerstören.Dann wirst du erkennen, dass ich der Herr bin.

Gott verurteilt Moab

8So spricht Gott, der Herr25,8 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Moab25,8 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … und Seir haben gespottet:»Seht, das Haus Juda25,8 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem. ist nur wie alle anderen Völker!«9Darum fege ich die Berghänge von Moab leerund beseitige die Städte dort.Ja, alle Städte in den Grenzen des Landes zerstöre ich.Sie waren der Schmuck des Landes:Bet-Jeschimot, Baal-Meon und Kirjatajim25,9 Kirjatajim: Ort im Ostjordanland, etwa 30 km südlich der heutigen jordanischen Hauptstadt Amman..10Ich gebe das Gebiet denen zum Besitz,die im Osten wohnen und über die Ammoniter25,10 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. herrschen.Bei den fremden Völkernwird man die Ammoniter vergessen.11Ja, ich vollstrecke mein Urteil an Moab.Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.

Gott schlägt Edom

12So spricht Gott, der Herr25,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Edom25,12 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. hat am Haus Juda25,12 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem. Rache genommen.Die Edomiter haben immer mehr Schuld angehäuft,weil sie sich immer wieder an Juda gerächt haben.13Darum spricht Gott, der Herr:Ich strecke meine Hand gegen Edom ausund rotte dort Mensch und Tier aus.Von Teman aus lege ich Edom in Trümmer,bis Dedan fallen alle durch das Schwert.14Meine Rache an Edom lege ichin die Hände meines Volkes Israel.Sie werden mit Edom verfahren,wie es meinem Zorn25,14 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … und meiner Wut25,14 Wut: Ausdruck der Leidenschaft, mit der Gott handelt. entspricht.Die Edomiter werden meine Rache kennenlernen!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn25,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Gott vernichtet die Philister

15So spricht Gott, der Herr25,15 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Die Philister25,15 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … haben Rache genommenund das Haus Juda aus Rache lächerlich gemacht.Sie wollten es aus uralter Feindschaft zerstören.16Darum spricht Gott, der Herr:Ich strecke meine Hand aus gegen die Philisterund rotte die Küstenbewohner aus.Ich vernichte selbst die Überlebenden,die zur Meeresküste geflohen sind.17Ich werde mich fürchterlich an ihnen rächenund sie wütend bestrafen.Wenn ich mich an ihnen räche,werden sie erkennen, dass ich der Herr bin!