BasisBibel (BB)
21

Die Ankündigung des Gerichts über Jerusalem wird bestätigt

Ezechiel 21,1–24,27

Jerusalem wird vernichtet

211Das Wort des Herrn kam21,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch21,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., sieh in südliche Richtung21,2 südliche Richtung: Für den Propheten liegen Jerusalem und der Tempel im Süden.!Schimpf mit dem Süden!Rede als Prophet21,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gegen den Wald im Süden!3Ja, sag zum Wald im Süden:»Hör das Wort des Herrn!So spricht Gott, der Herr21,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern..Ich zünde in dir ein Feuer an,das alle grünen und alle dürren Bäume frisst.Die lodernden Flammen werden nicht erlöschen.Sie werden allen schaden, die im Wald leben,vom Süden bis zum Norden.4Alle Lebewesen werden sehen,dass ich, der Herr, das Feuer entfacht habe.Es wird nicht erlöschen.«5Ich antwortete: »Ach, mein Herr und Gott!Sie werden von mir sagen:Der denkt sich doch bloß Rätsel aus.«

6Da kam das Wort des Herrn21,6 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:7Du Mensch, sieh in die Richtung,in der Jerusalem liegt!Schimpf über das so bedeutende Heiligtum21,7 Heiligtum: Meint den Tempel, in dem die Israeliten Gott nicht mehr auf die richtige Weise verehren, sondern Götzen anbeten.und rede als Prophet21,7 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gegen das Land Israels!8Sag zum Land Israels: »So spricht der Herr21,8 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ich selbst stelle mich gegen dich.Ich ziehe mein Schwert aus seiner Scheideund vernichte den Gerechten21,8 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. und den Frevler21,8 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … in dir.9Ja, ich vernichte jeden Gerechten und jeden Frevler,der in dir lebt.Darum wird mein Schwert aus seiner Scheide gezogengegen alle Lebewesen von Süden bis Norden.10Sie alle werden erkennen, dass ich, der Herr,mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe.Es wird nicht mehr dorthin zurückkehren.«

11Und du, Mensch, stöhne!Brich vor ihren Augen zusammenund stöhne verbittert!12Dann werden sie dich fragen: »Weshalb stöhnst du?«Du wirst antworten:»Bald wird eine schreckliche Nachricht kommen.Dann werden alle den Mut verlierenund die Hände in den Schoß legen.Ihnen fehlt der Antrieb und ihre Knie werden weich.Es kommt so, es wird geschehen.«– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn21,12 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Das Lied von Gottes tödlichem Schwert

13Das Wort des Herrn kam21,13 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:14Du Mensch21,14 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., rede als Prophet21,14 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …und sag: »So spricht der Herr!Ein Schwert, ja ein Schwert ist geschärftund auch poliert.15Es wurde geschärft, um eine Schlacht zu schlagen.Es wurde poliert, sodass es blitzt.Wir dürfen uns nicht freuen.Mein Sohn, Gottes Herrscherstab21,15 Gottes Herrscherstab: Wörtlich »Der Herrscherstab verachtet jeden Baum«. Das Bild greift auf den vorhergehenden Textabschnitt zurück, der die Israeliten mit einem Wald vergleicht, den Gott verbrennt; vgl. Ezechiel 21,1-12. vernichtet uns alle.16Das Schwert ist poliert, nun kann man es greifen.Ja, es ist geschärft und poliert,um es dem Henker zu geben.«17Schrei und jammere, du Mensch!Denn das Schwert wütet in meinem Volk,es wütet unter den Mächtigen Israels.Es trifft sie und mein Volk.Darum schlag dir an die Seite21,17 schlag dir an die Seite: Geste großer Trauer und Klage.!18Damit ist die Prüfung zu Ende.Was aber, wenn der Herrscherstab alles vernichtet?Das darf nicht geschehen.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn21,18 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

19Aber du, Mensch, rede noch einmal als Prophet21,19 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …und schlag wütend die Hände zusammen!Das Schwert verdoppelt seine Kraft, verdreifacht sie.Es ist ein Schwert zum Töten,ja, ein Schwert für ein großes Schlachten ist es.Es umkreist mein Volk, 20damit der Mut es verlässtund viele dadurch zu Fall kommen.An alle Stadttore schicke ich das tödliche Schwert.Ja, das Schwert ist gemacht um zu blitzen,es ist zum Schlachten geschärft.21»Schwert, sei schlau! Schlag nach rechts!Bleib stehen! Wend dich nach links!Folg deiner Schneide!«

22Auch ich, ich schlage meine Hände zusammen21,22 Hände zusammenschlagen: Ausdruck von Zorn und Wut.,aber ich lasse meine Wut ruhen.Ich, der Herr, habe gesprochen.

Gottes Schwert aus Babylonien bedroht Juda und Ammon

23Das Wort des Herrn kam21,23 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:24Du Mensch21,24 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., zeichne zwei Wege auf.Auf einem davon kann der König von Babylonien21,24 König von Babylonien: Meint Nebukadnezzar II., der Jerusalem 597 v. Chr. zum ersten Mal belagerte, bevor er es 586 v. Chr. endgültig eroberte und zerstörte.mit dem Schwert heranziehen.Beide Wege gehen von ein und demselben Ort aus.Stell einen Wegweiser an dem Ort auf,wo die Wege sich teilen.25Mach den Weg frei für das Schwert21,25 Schwert: Nebukadnezzar wird mit seiner Waffe gleichgesetzt., das kommt:Es kommt entweder nach Rabba21,25 Rabba: Hauptstadt der Ammoniter, nordöstlich vom Toten Meer.,der Hauptstadt der Ammoniter21,25 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.,oder zu den Judäern im befestigten Jerusalem21,25 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….

26Der König von Babylonien21,26 König von Babylonien: Meint Nebukadnezzar II., der Jerusalem 597 v. Chr. zum ersten Mal belagerte, bevor er es 586 v. Chr. endgültig eroberte und zerstörte. steht an der Weggabelung.Er hat am Anfang der beiden Wege haltgemacht,um Wahrsagerei21,26 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … zu betreiben.Er hat Lose gezogen21,26 Lose ziehen: Wörtlich »Pfeile schütteln«. Die Pfeile werden ähnlich wie unterschiedlich markierte Lossteine verwendet, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um beim Treffen von Entscheidungen zu helfen. Hier werden unterschiedlich markierte Pfeile aus dem Köcher gezogen., Götterfiguren21,26 Götterfiguren: Hebräisch Terafim. Aus Holz oder Ton hergestellte, kleine Statuen. befragtund die Leber betrachtet21,26 die Leber betrachten: Religiöse Handlung, bei der das Aussehen der inneren Organe eines Opfertiers dazu herangezogen wurde, Entscheidungen zu treffen..27Mit der rechten Hand zog er das Los für Jerusalem.Dort wird er Rammböcke21,27 Rammbock: Holzbalken oder Baumstamm, manchmal am Ende mit Metall verstärkt, der gegen Tore und Türen gestoßen wird, bis sie brechen. aufstellen,den Mund aufreißenund die Stimme zum Kriegsgeschrei erheben.Dann wird er die Rammböcke vor die Stadttore bringen,eine Belagerungsrampe21,27 Belagerungsrampe: Zum Sturm auf eine Stadt wurden riesige Rampen aus Erde aufgeschüttet, um die Truppen direkt auf die Stadtmauer zu bringen. aufschüttenund einen Wall21,27 Wall: Um eine Stadt herum errichteter Damm aus Erde. Er verhindert sowohl die Flucht aus der belagerten Stadt als auch die Versorgung der Stadt von außen. bauen.

28Das wird Jerusalems21,28 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … Bewohnernals nutzlose Vision erscheinen.Denn sie haben ja feierliche Schwüre geleistet.Trotzdem werden sie an ihre Schuld21,28 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … erinnertund gefangen genommen.29Deshalb spricht Gott, der Herr21,29 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Wenn eure Verbrechen aufgedeckt werden,werdet ihr euch an eure Schuld erinnern.Eure Sünden21,29 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … werden sichtbar bei allem, was ihr tut.So erinnere auch ich mich an eure Schuld,und darum werdet ihr von starker Hand ergriffen.

30Und du, Herrscher von Israel,bist ein Verbrecher und ein Frevler21,30 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr …!Deine Zeit ist abgelaufen,die endgültige Bestrafung ist nahe.31So spricht Gott, der Herr21,31 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Nimm den Kopfschmuck ab! Setz die Krone ab!Nichts soll bleiben, wie es ist:Die Geringen werden mächtig,und die Machthaber werden gering.

32Trümmer, Trümmer, zu Trümmern schlage ich Jerusalem21,32 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …!Aber das wird nicht geschehen,bevor der kommt21,32 der kommt: Gemeint ist der babylonische König Nebukadnezzar II., der in Gottes Namen das Gericht vollstrecken soll., den ich ein Urteil sprechen lasse.

33Und du, Mensch, rede als Prophet21,33 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … und sag:»So spricht Gott, der Herr21,33 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.,über die Ammoniter und ihre Schadenfreude:Schwert, Schwert, du bist gezogen!Du bist poliert, um zu schlachten,um zu zerstören wie ein Blitz.34Visionen21,34 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … sind nutzlos und Orakel21,34 Orakel: Befragung einer Gottheit, um ihren Willen zu erfahren. Hilfsmittel sind beispielsweise Lossteine. trügerisch,wenn sie über dich gemacht werden, Schwert.Du bedrohst das Leben der Frevler21,34 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr …,denn sie sind Verbrecher.Ihre Zeit ist abgelaufen, ihre Bestrafung ist nahe.«

Das Schwert Gottes kehrt nach Babylonien zurück

35Weiter sagte Gott:Lass das Schwert in seine Scheide zurückkehren21,35 zurückkehren: Doppeldeutige Aufforderung an Nebukadnezzar II., der selbst als »Schwert« bezeichnet wird: Er soll den Krieg beenden und nach Babylonien zurückkehren.,König von Babylonien21,35 König von Babylonien: Meint Nebukadnezzar II., der Jerusalem 586 v. Chr. endgültig eroberte und zerstörte.!Ich werde dich im Land deiner Herkunft richten –dem Ort, an dem das Schwert geschmiedet wurde.36Ich gieße meinen Ärger über dich ausund lasse dich das Feuer meines Zorns spüren.Ich gebe dich in die Gewalt grausamer Menschen,die Meister der Zerstörung sind.37Du wirst zum Fraß für das Feuer,dein Blut fließt auf die Erde.Man wird sich nicht an dich erinnern,denn ich, der Herr, habe gesprochen.
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Jerusalem als Stadt blutiger Verbrechen

221Das Wort des Herrn kam22,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Klag sie an, du Mensch22,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.!Klag die Stadt22,2 die Stadt: Meint Jerusalem. an, in der Blut vergossen wird.Zeig ihr all ihre Schandtaten.3Sag zu ihr: So spricht Gott, der Herr22,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Die Zeit ist abgelaufen für die Stadt,in der Blut vergossen wird.Sie hat sich Götzen22,3 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. gemachtund ist dadurch unrein22,3 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. geworden.

4Stadt, du bist schuldig gewordendurch das Blut, das du vergossen hast.Durch die Götzen22,4 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild., die du gemacht hast,bist du unrein22,4 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. geworden.Darum mache ich dich zum Hohn für die Völkerund zum Gespött für alle Länder.5Ob sie dir nah sind oder fern,sie werden dich verspotten:»Dein Name ist unreinund die Aufregung ist groß!«

6Die Herrscher Israels, die in dir wohnen,wollen unbedingt Blut vergießen.7Deine Bewohner verachten Vater und Mutter22,7 Vater und Mutter verachten: Verstoß gegen eines der Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 20,12..Sie beuten Fremde aus22,7 Fremde ausbeuten: Das Gebot zum Schutz gesellschaftlich benachteiligter Gruppen findet sich beispielsweise in 2. Mose/Exodus 22,20-23., die in dir wohnen,und unterdrücken Waisen und Witwen.8Das, was mir heilig ist, hast du verachtet,den Sabbat22,8 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … hältst du nicht ein.9In dir halten sich Leute auf,die andere verleumden22,9 andere verleumden: Das Gebot, nichts Falsches über seinen Nächsten zu sagen, findet sich beispielsweise in den Zehn Geboten; vgl. 2. Mose/Exodus 20,16. um Blut zu vergießen.Sie essen Opfermahlzeiten auf deinen Bergen22,9 Opfermahlzeiten auf deinen Bergen: Meint Götzendienst auf Kultplätzen in den Bergen. Der Gott Israels sollte nur im Tempel in Jerusalem verehrt werden..

In dir herrscht schamloses Treiben:10Man schläft mit einer Frau seines Vaters22,10 Frau seines Vaters: Meint nicht die eigene Mutter, sondern eine andere Frau des Vaters. 3. Mose/Levitikus 18,6-18 zählt auf, welche sexuellen Beziehungen verboten sind.und missbraucht Frauen während ihrer Monatsblutung22,10 während ihrer Monatsblutung: Geschlechtsverkehr während der Monatsblutung wird in 3. Mose/Levitikus 18,19 verboten..11Der eine begeht Schandtatenmit der Frau seines Nächsten22,11 Nächster: In 2. Mose/Exodus 20,17 steht das Gebot, nichts zu verlangen, das jemand anderem gehört..Der andere macht seine Schwiegertochter unrein,indem er mit ihr schläft.Ein dritter vergewaltigt seine Schwester –die Tochter seines eigenen Vaters!12Man lässt sich bestechen22,12 bestechen: Bestechung in einem Gerichtsprozess wird in 3. Mose/Levitikus 19,15 verboten., um Blut zu vergießen.Man hat Zinsen und Aufschlag22,12 Zinsen und Aufschlag: Das Gebot, Zinsen nur maßvoll zu nehmen, findet sich in 2. Mose/Exodus 22,24-26. genommenund seinen Nächsten um unrechtmäßige Beute erpresst.Aber mich, mich hast du vergessen, du Stadt22,12 du Stadt: Meint Jerusalem.!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn22,12 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

13Jerusalem, ich schlage meine Hände zusammen22,13 Hände zusammenschlagen: Geste für Zorn und Ärger.wegen der unrechtmäßigen Beute, die du gemacht hast.Ich bin zornig22,13 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …, weil in dir Blut vergossen wurde.14Bist du mutig genug?Bist du stark genug für die schlimme Zeit,die ich dir bereiten werde?Ich, der Herr, habe es angekündigt und werde es tun.15Ich habe deine Bewohner zu fremden Völkern geschicktund in andere Länder zerstreut.Ich habe aus dir das entfernt, was dich unrein22,15 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. macht.16Du selbst wirst dichin den Augen der Völker unmöglich machen.Dann wirst du erkennen, dass ich der Herr bin!

Jerusalem als heißer Schmelzofen

17Das Wort des Herrn kam22,17 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir: 18Du Mensch22,18 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.,für mich sind die Israeliten wie wertlose Schlacke22,18 Schlacke: Abfallprodukt bei der Silbergewinnung..Sie alle sind wie Kupfer, Zinn, Eisen und Blei22,18 Kupfer, Zinn, Eisen, Blei: Im Schmelzofen werden diese weniger wertvollen Metalle von Silber getrennt. Das Silber wird so gereinigt.,die aus dem Schmelzofen22,18 Schmelzofen: Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt. kommen:Sie sind wie Abfall, der kein Silber mehr enthält.19Darum spricht Gott, der Herr22,19 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Weil ihr alle wie wertlose Schlacke seid,sammle ich euch mitten in Jerusalem22,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….

20Silber, Kupfer, Eisen, Blei und Zinnwerden im Schmelzofen22,20 Schmelzofen: Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt. angehäuft.Das Feuer darunter wird angeblasen,sodass alles schmilzt.Genauso häufe ich euch anin meinem Zorn und in meiner Wut22,20 Wut: Ausdruck der Leidenschaft, mit der Gott handelt..Ich werfe euch auf einen Haufen und schmelze euch.21Ich sammle euch einund blase das Feuer meines Zorns über euch.Ihr werdet darin schmelzen.22Wie Silber22,22 Silber: Im Schmelzofen wird Silber von anderen Metallen und Schmutz getrennt. Es wird »gereinigt«. Was übrig bleibt, ist unreiner, »schmutziger« Abfall. im Ofen geschmolzen wird,so werdet ihr im Feuer meines Zorns geschmolzen.Wenn ich meinen Zorn22,22 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … über euch ausgieße,werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Das böse Land

23Das Wort des Herrn kam22,23 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:24Du Mensch22,24 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., sag zum Land Israels:Du bist ein Land, das nicht rein22,24 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Mehr … gemacht wurde.Es fiel kein Regen22,24 kein Regen: Gott hat bereits durch Mose eine Dürrekatastrophe angedroht, wenn Israel fremde Götter anbetet; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 11,16-17. mehr auf dich,als mein Zorn22,24 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … dich traf.

25Die Herrscher des Landes verhalten sich wie Löwen:Sie brüllen und reißen Beute.Sie haben Menschen gefressen,Schätze und Reichtümer genommenund viele Frauen im Land zu Witwen gemacht.26Die Priester des Landeshaben meine Weisung22,26 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … willkürlich ausgelegt.Sie verachteten das, was mir heilig22,26 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr … ist.Sie machten keinen Unterschied mehrzwischen Heiligem und Alltag.Sie haben nicht mehr gelehrt,was rein22,26 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Mehr … ist und was unrein22,26 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..Sie sorgten sich nicht um den Sabbat22,26 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr ….So wurde ich in diesem Land in den Dreck gezogen.27Die Herrscher des Landes reißen Beute wie Wölfe:Sie vergießen Blut und töten Leben,um sich unrechtmäßig mit Beute vollzustopfen.28Die Propheten verschleiern das für sie:Ihre Visionen sind nutzlosund die Orakel22,28 Orakel: Befragung einer Gottheit, um ihren Willen zu erfahren. Hilfsmittel sind beispielsweise Lossteine. für das Land sind trügerisch.Sie sagen: »So spricht Gott, der HerrAber der Herr hat überhaupt nicht gesprochen.

29Das Volk des Landes hat Erpressung und Raub begangen.Es hat Arme und Besitzlose ausgebeutet,Fremde22,29 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr … ungerecht behandelt und mit Gewalt unterdrückt.30Ich habe unter ihnen jemanden gesucht,der die Schutzmauer des Landes ausbessert.Ich wollte jemanden finden, der mich aufhält,damit ich das Land nicht zerstöre.Doch ich habe niemanden gefunden.31Da goss ich meinen Ärger über sie aus.Im Feuer meines Zorns22,31 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … machte ich ihnen ein Ende.Ich ließ sie die Folgen ihres Verhaltens spüren.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn22,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Samaria und Jerusalem werden mit Huren verglichen

231Das Wort des Herrn kam23,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch23,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.!Zwei Töchter hatten dieselbe Mutter.3In ihrer Jugend trieben sie Hurerei23,3 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. in Ägypten23,3 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….Dort wurden ihre Brüste begrapschtund ihre jungfräulichen Brustwarzen angefasst.4Die ältere hieß Ohola, und ihre Schwester Oholiba.Die beiden wurden meine Ehefrauen23,4 Ehefrauen: Samaria und Jerusalem sind die Hauptstädte von Israel und Juda. Das sind die beiden Teile des Landes, das Gott den Israeliten versprochen hat.und bekamen Söhne und Töchter.Ohola steht für Samaria23,4 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. und Oholiba für Jerusalem23,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….

5Ohola23,5 Ohola: Steht für Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. wurde mir untreu, denn sie trieb weiter Hurerei.Sie war gierig nach ihren Liebhabern aus Assyrien23,5 Assyrien: Herkunftsgebiet der Assyrer, die als militärische Großmacht das politische Geschehen im Alten Orient bestimmten. Die Könige des Nordreichs Israel schlossen Bündnisse mit ihnen.:6Offiziere, in Purpur23,6 Purpur: Intensiver rot-violetter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurden. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten. Mehr … gekleidet, Provinzverwalterund andere einflussreiche Männer –alle begehrenswert und jung, Reiter hoch zu Ross.7Sie bot sich prächtigen Assyrern23,7 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … als Hure an.Durch ihre Gier machte sie sich unrein23,7 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..Sogar mit den Götzen23,7 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Assyrer gab sie sich ab.8Sie hörte auch nicht auf, mit den Ägyptern23,8 Ägypter: Militärische Großmacht und politischer Gegenspieler der Assyrer. Die Könige des Nordreichs Israel versuchten mit ihrer Bündnispolitik, beide Großmächte gegeneinander auszuspielen. Hurerei zu treiben.Denn dort hatte man in ihrer Jugend mit ihr geschlafenund ihre jungfräulichen Brustwarzen begrapscht.Ja, die Männer trieben Hurerei mit ihr.9Darum gab ich Ohola in die Gewalt ihrer Liebhaber.Ich gab sie in die Gewalt der Assyrer,nach denen sie gierig war.10Die stellten sie nackt zur Schau23,10 nackt zur Schau stellen: Eine Form der Demütigung, die als Strafe für sexuelle Vergehen verhängt wurde..Sie nahmen ihr die Söhne und Töchter wegund töteten sie selbst mit dem Schwert.So wurde sie zum schlechten Beispiel für Frauen.Man vollstreckte ein Urteil an ihr.

Jerusalem ist schlimmer als ihre Schwester

11Weiter sagte Gott:Oholiba23,11 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. sah alles, was ihre Schwester Ohola23,11 Ohola: Steht für Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. tat.Aber ihre Gier war noch größer.Sie trieb noch schlimmere Hurerei23,11 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. als ihre Schwester.12Auch sie war gierig nach Assyrern23,12 Assyrer: Militärische Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. Die Könige des Südreichs Juda schlossen Bündnisse mit ihnen.,Provinzverwaltern, anderen einflussreichen Männern,nach bestens gekleideten Offizieren und Reitern.Alle waren begehrenswerte junge Männer.13Ich sah, dass sie sich unrein23,13 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. machte.Beide Schwestern gingen denselben Lebensweg.

14Doch Oholibas23,14 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. Hurerei23,14 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. wurde immer schlimmer.Sie sah Bilder von Männern aus Babylonien23,14 Babylonien: Herkunftsgebiet der Babylonier, die als militärische Großmacht das politische Geschehen im Alten Orient bestimmten. Die Könige des Südreichs Juda schlossen Bündnisse mit ihnen.,die in leuchtendem Rot in eine Wand geritzt waren.15Um die Hüfte trug jeder von ihneneinen Schurz23,15 Schurz: Ein Stück Stoff, das um die Hüfte gebunden wurde und den Unterkörper bedeckte. mit Gürtelund auf dem Kopf ausladenden Kopfschmuck.Alle waren wie hohe Offiziere aus Babylonien gekleidet.Sie kamen ja auch aus dem Land Babylonien23,15 Babylonien: Wörtlich »Chaldäa«. Im Alten Testament wird das Gebiet der militärischen Großmacht, die wir als Babylonier kennen, häufig Chaldäa genannt..16Oholiba wurde gierig nach ihnenund wollte sie mit eigenen Augen sehen.Darum schickte sie Boten zu ihnen nach Babylonien.17Die Babylonier kamen zu ihr, um mit ihr zu schlafen.Sie trieben Hurerei mit ihr und machten sie so unrein23,17 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..Nachdem sie durch die Männer unrein geworden war,wandte sie sich sofort von ihnen ab.

18Dann machte Oholiba23,18 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. ihre Hurerei23,18 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. öffentlichund stellte sich selbst nackt zur Schau23,18 sich nackt zur Schau stellen: Eigentlich eine Form der Demütigung, die als Strafe für sexuelle Vergehen verhängt wurde..Da wandte ich mich von ihr ab,wie ich mich von ihrer Schwester abgewandt hatte.19Aber Oholiba trieb ihre Hurerei immer weiter.Sie erinnerte sich an die Zeit ihrer Jugend,als sie in Ägypten Hurerei getrieben23,19 Hurerei in Ägypten: Bild für untreues Verhalten. hatte.20Sie war gierig nach ihren Liebhabern.Deren Glied war so groß wie bei einem Esel.Sie bekamen einen Samenerguss wie ein Pferd.

Strafe für Jerusalem

21Weiter sagte Gott zu Oholiba:Du suchst das schamlose Treiben deiner Jugend.In Ägypten23,21 Ägypten: Militärische Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. Die Könige Israels und Judas schlossen immer wieder Bündnisse mit den Ägyptern. hat man deine Brustwarzen angefasst,als deine Brüste noch jung waren.22Darum, Oholiba23,22 Oholiba: Steht für Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, das 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde., spricht Gott, der Herr23,22 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich stachle die Liebhaber gegen dich auf,von denen du dich abgewandt hast.Von überall her bringe ich sie zu dir:23die Bewohner von Babylon23,23 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. und alle Babylonier23,23 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.,Pekod, Schoa und Koa und mit ihnen auch alle Assyrer23,23 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr ….Alle sind begehrenswerte junge Männer,Provinzverwalter und einflussreiche Befehlshaber,ausgezeichnete Offiziere hoch zu Ross.24Sie greifen dich mit Waffen an,mit Wagen, Rädern und einem Heer aus vielen Völkern.Langschild, Rundschild23,24 Langschild, Rundschild: Abwehrwaffen eines Soldaten im Krieg. und Helmbringen sie gegen dich in Stellung.Ich gebe ihnen das Recht, ein Urteil zu sprechen.Sie werden dich nach ihrem Recht verurteilen.25Ich richte meine Eifersucht gegen dichund sie werden dich voller Wut behandeln:Sie werden dir Nase und Ohren abschneiden.Danach töten sie dich mit dem Schwert.Sie nehmen dir deine Söhne und Töchter23,25 deine Söhne und Töchter: Meint die Bewohner der Stadt Jerusalem. 586 v. Chr. wurden sie von den Babyloniern in die Verbannung verschleppt. weg.Was von dir übrig bleibt, wird vom Feuer gefressen.26Sie ziehen dir die Kleider ausund nehmen dir den Schmuck weg.27Ich beende dein schamloses Treiben und deine Hurerei23,27 Hurerei: Bild für untreues Verhalten.,mit der du in Ägypten angefangen hast.Du siehst deine Liebhaber nicht einmal mehr anund wirst nie wieder an Ägypten denken.

28Ja, so spricht Gott, der Herr23,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich gebe dich in die Gewalt von denen, die du hasst.Ich gebe dich in die Gewalt derjenigen,von denen du dich abgewandt hast.29Sie werden dir voll Hass begegnenund dir deinen Besitz wegnehmen.Sie lassen dich völlig nackt zurück.Dann kommt die Schamlosigkeit deiner Gier ans Lichtund die Abscheulichkeit deiner Hurerei23,29 Hurerei: Bild für untreues Verhalten. Wie sich eine Hure verschiedenen Männern anbietet, so wirft sich Oholiba anderen Göttern an den Hals und vertrauen der Macht fremder Völker. wird öffentlich.30Das alles geschieht dir,weil du mit fremden Völkern Hurerei getrieben hast.Du hast dich durch ihre Götzen23,30 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. unrein23,30 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gemacht.31Du bist denselben Weg gegangen wie deine Schwester.Darum gebe ich dir den gleichen Becher23,31 Becher: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken. wie ihr,und du wirst dasselbe Schicksal erleiden wie sie.

32So spricht Gott, der Herr23,32 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du, Jerusalem, wirst aus dem Becher23,32 Becher: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken. trinken,aus dem großen und tiefen Becher deiner Schwester.Man wird so sehr über dich lachen und spotten,dass es unerträglich wird.33Du selbst wirst betrunken seinund voller Kummer.Der Becher deiner Schwester Samaria23,33 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört.ist ein Becher voll mit Entsetzen und Zerstörung.34Du wirst aus ihm trinken und ihn leeren.Du wirst den Ton zerbrechenund dir die Brüste abtrennen.Ja, ich habe es gesagt!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn23,34 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

35Darum spricht Gott, der Herr23,35 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du hast mich verachtet und vergessen.Darum trägst du nun die Verantwortungfür dein schamloses Treiben und deine Hurerei!

Gericht über Ohola und Oholiba

36Der Herr sagte zu mir:Du Mensch23,36 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., klag Ohola und Oholiba23,36 Ohola, Oholiba: Stehen für die Städte Samaria und Jerusalem. Samaria wurde 722 v. Chr. von den Assyrern erobert, Jerusalem 586 v. Chr. von den Babyloniern. an!Leg ihnen all ihre Schandtaten vor.37Denn an ihren Händen klebt Blut,sie haben Ehebruch23,37 Ehebruch: Das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. begangen – und zwar mit Götzen23,37 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild..Die Kinder, die sie mir geboren hatten,warfen sie ihren Götzen zum Fraß23,37 zum Fraß: Der Vorwurf, dass die Israeliten fremden Göttern Kinder opfern würden, ist vermutlich überspitzt. Er soll die negative Beurteilung verstärken. vor.38Und sie haben mir noch mehr angetan:Sie haben damals mein Heiligtum23,38 mein Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. unrein23,38 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gemachtund sorgten sich nicht um den Sabbat23,38 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr ….39Sie schlachteten ihre Kinder für ihre Götzen.Dann kamen sie zu meinem Heiligtum.So entweihten sie es noch am selben Tag.In meinem eigenen Haus haben sie sich so verhalten!40Sie gingen sogar noch weiterund schickten einen Boten zu Männern in die Ferne.Die Männer sollten zu ihnen kommen,und sie kamen tatsächlich.

Du hast eigens für sie gebadet,deine Augen geschminkt und Schmuck angelegt.41Du hast dich auf ein prächtiges Bett gesetztund einen Tisch davor aufgestellt.Auf den hast du Weihrauch23,41 Weihrauch: Harz des Weihrauchbaums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen wohlriechenden Duft. Mehr … und Öl gestellt,die eigentlich für mich bestimmt waren!42*23,42 Vers 42-43: In den Versen 42-43 ist der hebräische Text an vielen Stellen nur schwer zu deuten. Dann waren die Stimmen einer sorglosen Mengebei ihr zu hören.Die Masse der Menschen trank.Man hatte Männer eigens aus der Wüste geholt.Sie hängten ihnen Armbänder umund setzten schöne Kronen auf ihre Köpfe.

43Ich dachte: Sie sind doch verbrauchte Huren.Aber man treibt schon wieder Hurerei23,43 Hurerei: Bild für das untreue Verhalten von Samaria und Jerusalem. mit ihnen!44Man ging zu ihnen, wie man zu Huren geht.So kam man zu Ohola und Oholiba23,44 Ohola, Oholiba: Stehen für die Städte Samaria und Jerusalem. Samaria wurde 722 v. Chr. von den Assyrern erobert, Jerusalem 586 v. Chr. von den Babyloniern.,den Frauen ohne jede Scham.45Gerechte Männer sollen sie nun richtennach den Gesetzen für Ehebrecherinnen und Mörderinnen.Denn sie haben Ehebruch begangen,und Blut klebt an ihren Händen.

46Ja, so spricht Gott, der Herr23,46 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Man soll eine Versammlung gegen sie aufhetzen,um ihnen Angst einzujagen und sie auszurauben.47Die Versammlung soll sie steinigen23,47 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. Mehr …und mit ihren Schwertern niederstechen.Sie soll ihre Söhne und Töchter23,47 ihre Söhne und Töchter: Meint die Bewohner der Städte Jerusalem und Samaria. tötenund ihre Häuser im Feuer verbrennen.48Ich werde das Land von dem schamlosen Treiben befreien.So werden alle Frauen gewarntund sie werden eurem schamlosen Treiben nicht folgen.49Euch aber wird man das schamlose Treiben heimzahlen.Ihr müsst die Verantwortung tragen für die Sünden23,49 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,die ihr durch euren Götzendienst23,49 Götzendienst: Verehrung einer fremden Gottheit, die in Israel verboten war. begangen habt.Dann werdet ihr erkennen,dass ich Gott, der Herr bin!