BasisBibel (BB)
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Gleichnisse über Schuld, Umkehr und Gericht

Ezechiel 17,1–19,14

Das Gleichnis von Adler, Zeder und Weinstock

171Das Wort des Herrn kam17,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch17,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., gib den Israeliten ein Rätsel aufund erzähl ihnen ein Gleichnis17,2 Gleichnis: Rede in Bildern und Vergleichen..3Sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr17,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ein großer Adler17,3 Adler: Meint den babylonischen König Nebukadnezzar II., der Jerusalem 597 v. Chr. zum ersten Mal eroberte. flog ins Libanongebirge17,3 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr ….Er hatte riesige Flügel mit großer Spannweiteund ein volles, farbenprächtiges Gefieder.Auf dem Libanon nahm der Adler den Wipfel17,3 Wipfel: Meint König Jojachin. Er wurde nach der Eroberung Jerusalems 597 v. Chr. von Nebukadnezzar II. nach Babylonien verschleppt. einer Zeder17,3 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. Mehr ….4Ihren obersten Zweig riss er ab.Er brachte ihn in das Land der Händler17,4 das Land der Händler: Meint die Handelsgroßmacht Babylonien.und setzte ihn in die Stadt der Kaufleute17,4 Stadt der Kaufleute: Meint Babylon, die Hauptstadt der Handelsgroßmacht Babylonien..5Dann nahm er einen Steckling17,5 Steckling: Zweig eines Weinstocks, der in den Boden gesteckt wird, damit daraus ein neuer Weinstock wachsen kann. aus dem Land Israels.Er pflanzte ihn in guten Boden mit reichlich Wasser.Direkt ans Wasser pflanzte der Adler den Steckling.6Er sollte zu einem üppigen Weinstock17,6 Weinstock: Meint Zidkija. Er wurde von Nebukadnezzar II. nach der Eroberung Jerusalems 597 v. Chr. als Nachfolger von König Jojachin eingesetzt. heranwachsenund doch keine große Höhe erreichen.Seine Ranken sollten sich zu dem Adler hinwendenund seine Wurzeln unter ihm bleiben.Und der Steckling wurde zu einem Weinstock,bildete Triebe und streckte Zweige aus.

7Doch es gab noch einen anderen großen Adler17,7 ein anderer großer Adler: Meint Psammetich II., den König von Ägypten und politischen Gegenspieler Nebukadnezzars II.,mit riesigen Flügeln und vollem Gefieder.Da streckte der Weinstock17,7 Weinstock: Meint Zidkija. Er wurde von Nebukadnezzar II. nach der Eroberung Jerusalems 597 v. Chr. als Nachfolger von König Jojachin eingesetzt. Er ging jedoch später ein Bündnis mit Nebukadnezzars Gegenspieler, dem König von Ägypten ein. seine Wurzeln zu diesem Adler hin.Auch seine Ranken wandte er ihm zu,um von ihm getränkt zu werden.Der Weinstock wandte sich weg von dem Boden,in den er gepflanzt war.8In guten Boden mit reichlich Wasserwar er gepflanzt worden.Er sollte Zweige bilden und Früchte tragen.Ein prächtiger Weinstock sollte er werden.

9Sag zu den Israeliten: So spricht Gott, der Herr17,9 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Kann das gut gehen?Wird nicht der erste Adler17,9 erster Adler: Meint den babylonischen König Nebukadnezzar II.die Wurzeln des Weinstocks17,9 Weinstock: Meint Zidkija. Er wurde von Nebukadnezzar II. nach der Eroberung Jerusalems 597 v. Chr. als Nachfolger von König Jojachin eingesetzt. herausreißenund seine Trauben abrupfen?Seine frischen Triebe werden alle verdorren.Um den Weinstock von seinen Wurzeln wegzureißenbraucht man weder große Kraft noch viele Leute.10Und selbst wenn er neu eingepflanzt wird,kann das gut gehen?Nein, wenn der glühend heiße Ostwind17,10 Ostwind: Bringt heiße und sehr trockene Wüstenluft, die schwer erträglich ist. Hier ist der Ostwind Sinnbild für König Nebukadnezzar II., der Jerusalem 586 v. Chr. erneut eroberte und zerstörte. weht,wird der Weinstock völlig verdorren.Auf dem guten Boden, auf dem er gewachsen war,wird er verdorren.

Erklärung des Gleichnisses von Adler, Zeder und Weinstock

11Das Wort des Herrn kam17,11 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:12Frag doch die widerspenstigen Israeliten:Versteht ihr nicht, worum es in diesem Gleichnis17,12 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. Mehr … geht?Der König von Babylonien17,12 König von Babylonien: Meint Nebukadnezzar II., der Jerusalem 597 v. Chr. eroberte und König Jojachin zusammen mit der Führungsschicht in die Verbannung nach Babylonien führte. kam nach Jerusalem.Dort nahm er den König und dessen Obersteund brachte sie zu sich nach Babylon.13Dann nahm er einen aus der königlichen Familie17,13 einer aus der königlichen Familie: Meint Zidkija. Nach der Eroberung Jerusalems wurde er von Nebukadnezzar II. 597 v. Chr. als Nachfolger von König Jojachin eingesetzt. Einige Jahre später fiel Zidkija von Nebukadnezzar ab.und schloss mit ihm einen Vertrag.Auch ließ er ihn einen Eid schwören.Die einflussreichen Männer aber brachte er weg.14Der neue König sollte keine große Macht habenund keinen Aufstand anzetteln.Er sollte darauf achten,dass der Vertrag nicht gebrochen wird.15Aber er widersetzte sich dem König von Babylonienund sandte Boten nach Ägypten17,15 Ägypten: Meint Pharao Psammetich II., den politischen Gegenspieler Nebukadnezzar II..Die Ägypter sollten ihm Pferde schickenund ein großes Heer.Kann das gut gehen?Wie soll jemand davonkommen, der so etwas tut?Kann jemand einen Vertrag missachtenund trotzdem davonkommen?

16Bei meinem Leben, spricht Gott, der Herr.Der König von Babylonien setzte den neuen König ein.Doch der neue König hat seinen Eid gebrochen17,16 der neue König hat seinen Eid gebrochen: 597 v. Chr. setzte der babylonische König Nebukadnezzar II. Zidkija als König in Jerusalem ein. Einige Jahre später fiel Zidkija von Nebukadnezzar II. ab.und den Vertrag missachtet.Deshalb wird er in Babylonien sterben!17Der Pharao17,17 Pharao: Meint Pharao Psammetich II., der 594–588 v. Chr. über Ägypten herrschte. wird ihm in diesem Krieg nicht helfen.Er wird kein starkes Heer mit vielen Soldaten schicken.Die Feinde dagegen werden einen Wall17,17 Wall: Um eine Stadt herum errichteter Damm aus Erde. Er verhindert sowohl die Flucht aus der belagerten Stadt als auch die Versorgung der Stadt von außen. bauen,eine Belagerungsrampe17,17 Belagerungsrampe: Zum Sturm auf eine Stadt wurden riesige Rampen aus Erde aufgeschüttet, um die Truppen direkt auf die Stadtmauer zu bringen. aufschütten und viele töten.18Der neue König hatte einen Schwur geleistet.Doch er hat seinen Eid gebrochenund den Vertrag missachtet.Weil er das alles getan hat,wird er nicht davonkommen!

19Deshalb schwört Gott, der Herr: Bei meinem Leben!Meinen Eid hat er gebrochenund unser Bündnis missachtet.Das lasse ich jetzt auf ihn selbst zurückfallen17,19 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..20Ich werfe mein Netz über ihn,und darin wird er sich verfangen.Dann bringe ich ihn nach Babylon.Dort werde ich ihn richten,weil er mir die Treue gebrochen hat.21Die besten Soldaten seines Heeres werden getötet,die Überlebenden in alle Winde zerstreut.Dann wird man erkennen, dass ich der Herr bin,der das gesagt hat.

22So spricht Gott, der Herr17,22 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich selbst nehme einen Trieb17,22 Trieb: Meint hier einen Nachkommen aus dem Königshaus Davids, mit dem Gott einen neuen Anfang machen wird. vom Wipfel der hohen Zeder17,22 Wipfel der hohen Zeder: Das Bild des Gleichnisses aus Ezechiel 17,1-10 wird hier wieder aufgenommen. Meint entweder König Jojachin selbst oder einer seiner Nachkommen.und pflanze ihn ein.Ich pflücke einen zarten Trieb aus ihrer Spitze.Ich selbst pflanze ihnauf einen hohen und herausragenden Berg.23Auf dem hohen Berg Israels17,23 der hohe Berg Israels: Meint den Berg Zion. werde ich ihn pflanzen.Er wird Zweige bilden, Früchte tragenund zu einer prächtigen Zeder heranwachsen.Viele verschiedene Vögel werden in ihr Nester bauenund im Schatten ihrer Zweige leben.24Dann werden alle Bäume des Feldes erkennen,dass ich der Herr bin.Ich mache den hohen Baum niedrigund lasse den niedrigen Baum hoch wachsen.Den grünen Baum lasse ich verdorren,aber den verdorrten Baum bringe ich zum Blühen.Ich, der Herr, habe es angekündigt und werde es tun.
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Jeder muss nur seine eigene Schuld verantworten

181Das Wort des Herrn kam18,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Was ist das für eine Redensart,die ihr bei euch im Land Israels verwendet?Ihr sagt: »Die Väter haben saure Trauben gegessen18,2 saure Trauben essen: Bild für das Tun von etwas Schlechtem..Deshalb sind die Zähne der Söhne18,2 Zähne der Söhne: Bild für die nachfolgende Generation, die unter den Folgen der Sünden ihrer Väter leidet. jetzt ruiniert!«3Bei meinem Leben, spricht Gott, der Herr:Niemand in Israel wird diese Redensart noch verwenden!4Jedes Leben gehört mir,das Leben des Vaters genauso wie das Leben des Sohnes.Wer von den beiden eine Sünde18,4 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begeht, der muss sterben.

5Wer gerecht18,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … ist, lebt nach Recht und Gerechtigkeit18,5 Recht und Gerechtigkeit: Im Folgenden wird auf eine Reihe von Geboten und Gesetzen Bezug genommen, die sich in den Büchern 2. Mose/Exodus und 3. Mose/Levitikus finden..6Er isst keine Opfermahlzeiten auf den Bergen18,6 Opfermahlzeiten auf den Bergen: Meint Götzendienst auf Kultplätzen in den Bergen. Der Gott Israels sollte nur im Tempel in Jerusalem verehrt werden.,die Götzen18,6 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Israeliten verehrt er nicht.Er schläft nicht mit der Frau seines Nächsten.Er rührt eine Frau nicht an,wenn sie ihre Monatsblutung hat.7Der Gerechte18,7 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. beutet andere nicht aus.Er gibt dem Schuldner sein Pfand zurückund begeht keinen Raub.Mit dem Hungrigen teilt er sein Brot,dem Nackten gibt er Kleider.8Wenn er Geld verleiht,nimmt er weder Zins noch Aufschlag.Er meidet das Unrechtund trifft im Rechtsstreit gute Entscheidungen.9Er beachtet meine Ordnungenund bewahrt meine Gebote18,9 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr …, um aufrichtig zu leben.Wer so lebt, ist gerecht,er wird gewiss am Leben bleiben.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn18,9 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

10Was aber geschieht,wenn der Gerechte18,10 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. einen gewalttätigen Sohn18,10 gewalttätiger Sohn: Im Folgenden wird auf eine Reihe von Geboten und Gesetzen Bezug genommen, die sich in den Büchern 2. Mose/Exodus und 3. Mose/Levitikus finden. zeugt?Einen, der Blut vergießt und schlimme Dinge tut,11obwohl sein Vater nichts davon getan hat?Der Sohn isst Opfermahlzeiten auf den Bergen18,11 Opfermahlzeiten auf den Bergen: Meint Götzendienst auf Kultplätzen in den Bergen. Der Gott Israels sollte nur im Tempel in Jerusalem verehrt werden.und schläft mit der Frau seines Nächsten.12Er beutet Arme und Besitzlose ausund beteiligt sich an Raub.Dem Schuldner gibt er sein Pfand nicht zurück.Er verehrt die Götzen18,12 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Israelitenund begeht noch weitere Schandtaten.13Wenn er Geld verleiht, nimmt er Zins und Aufschlag.Sollte er am Leben bleiben?Nein, er wird nicht am Leben bleiben.Er hat all diese Schandtaten begangenund muss mit dem Tod dafür büßen.Für seinen Tod ist er selbst verantwortlich.

14Was geschieht nun,wenn der gewalttätige Sohn selbst einen Sohn zeugt?Dieser Sohn sieht alle Sünden18,14 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,die sein Vater begangen hat.Er sieht sie, aber er selbst handelt anders.15Er isst keine Opfermahlzeiten auf den Bergen,die Götzen18,15 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Israeliten verehrt er nicht.Er schläft nicht mit der Frau seines Nächsten.16Er beutet niemanden aus.Er fordert kein Pfand und begeht keinen Raub.Mit dem Hungrigen teilt er sein Brot,dem Nackten gibt er Kleider.17Er verschont den Armenund nimmt weder Zins noch Aufschlag.Er lebt nach meinen Geboten18,17 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr …und beachtet meine Ordnungen.Für die Schuld18,17 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … seines Vaters muss er nicht sterben,er wird gewiss am Leben bleiben.18Sein Vater aber muss wegen seiner Schuld sterben.Denn er hat andere erpresst und beraubt.Mitten unter seinen Verwandten hat er getan,was nicht gut ist.

19Ihr aber fragt nun: »Warum muss der Sohndie Schuld18,19 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … seines Vaters nicht mitverantworten?«Der Sohn hat nach Recht und Gerechtigkeit18,19 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … gelebt.All meine Ordnungen hat er bewahrt und eingehalten.Er wird gewiss am Leben bleiben.20Der Mensch, der eine Sünde begeht18,20 eine Sünde begehen: Handeln, das Gottes Willen widerspricht und dadurch eine Trennung zwischen Gott und Mensch bewirkt., der wird sterben.Weder muss der Sohn die Schuld seines Vatersnoch der Vater die Schuld seines Sohnes verantworten.Der Gerechte18,20 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. erfährt die Folgen seiner Gerechtigkeit,der Frevler18,20 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … muss die Folgen seiner Bosheit tragen18,20 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..

Wer zu Gott umkehrt, wird gerettet

21Weiter sagte Gott: Was geschieht jedoch,wenn sich der Frevler18,21 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … von seinen Sünden18,21 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … abwendet?Wenn er meine Ordnungen achtetund nach Recht und Gerechtigkeit18,21 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … lebt?Dann wird er gewiss am Leben bleiben.Er muss nicht sterben.22Keines der Verbrechen, die er begangen hat,wird mehr berücksichtigt.Wegen seiner gerechten Taten wird er am Leben bleiben.23Ich habe gewiss keine Freude daran,wenn ein Frevler sterben muss.Ich freue mich aber,wenn er sein Verhalten ändert und am Leben bleibt.Ausspruch von Gott, dem Herrn18,23 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

24Was aber geschieht,wenn ein Gerechter18,24 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. seine Gerechtigkeit aufgibtund Unrecht tut?Wenn er die ganzen Schandtaten begeht,die der Frevler18,24 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … verübt hat?Sollte er dann am Leben bleiben?Von seinen gerechten Tatenwird dann keine mehr berücksichtigt.Wegen seiner Vergehen und seiner Sünden18,24 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …wird er sterben.25Ihr aber sagt:»Das Vorgehen Gottes ist nicht in Ordnung!«Nun hört mir zu, ihr Israeliten!Mein Vorgehen soll nicht in Ordnung sein?Ist es nicht vielmehr so,dass euer Verhalten nicht in Ordnung ist?26Wenn ein Gerechter seine Gerechtigkeit aufgibtund Unrecht tut, muss er sterben.Ja, er stirbt wegen des Unrechts, das er getan hat.27Wenn ein Frevler dagegen sein boshaftes Leben aufgibt,Recht und Gerechtigkeit18,27 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … tut, dann rettet er sein Leben!28Wenn er einsichtig istund sich von seinen ganzen Verbrechen abwendet,bleibt er gewiss am Leben. Er wird nicht sterben.

29Doch die Israeliten sagen:»Das Vorgehen Gottes ist nicht in Ordnung!«Meine Vorgehensweise soll nicht in Ordnung sein,ihr Israeliten?Ist es nicht vielmehr so,dass euer Verhalten nicht in Ordnung ist?30Darum werde ich jeden von euchnach seinem Verhalten beurteilen, ihr Israeliten.Ausspruch von Gott, dem Herrn18,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Kehrt um und wendet euch abvon euren Verbrechen!Dann wird es für euch nicht längereinen Anlass zur Schuld18,30 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … geben.31Trennt euch von all euren Verbrechen!Verschafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!Warum wollt ihr sterben, ihr Israeliten?32Ich freue mich nicht über den Tod von jemandem,der sterben muss.Aber ich freue mich darüber,wenn er umkehrt und am Leben bleibt!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn.
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Totenklage über die Herrscher Israels

191Gott sagte zu mir: Und du, Mensch19,1 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird.,stimm eine Totenklage19,1 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … an über die Herrscher Israels!2Sag: Was war deine Mutter19,2 Mutter: Sinnbild für das Königshaus Davids. für eine Löwinunter den Löwen!Sie hatte ihr Lager bei jungen Löwenund zog ihren Nachwuchs groß.3Um eines ihrer Jungen19,3 eines ihrer Jungen: Meint König Joahas, der von Pharao Necho II. nach Ägypten verschleppt wurde; vgl. 2. Könige 23,33-34. kümmerte sie sich besonders,es wurde ein junger Löwe.Er lernte Beute zu reißen und Menschen zu fressen.4Völker hörten von ihm.Sie fingen ihn in einer Grubeund schleppten ihn an Haken nach Ägypten19,4 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….

5Die Mutter19,5 Mutter: Sinnbild für das Königshaus Davids. sah,dass sie vergeblich auf seine Rückkehr wartete.Ihre Hoffnung war zunichtegeworden.Deshalb nahm sie ein anderes ihrer Jungen19,5 ein anderes ihrer Jungen: Meint König Jojachin, der 597 v. Chr. von König Nebukadnezzar II. nach Babylonien verschleppt wurde; vgl. 2. Könige 24,8-16.und machte es zu einem jungen Löwen.6Der lebte mitten unter Löwen,ja, ein junger Löwe war er.Er lernte Beute zu reißen und Menschen zu fressen.7In ihren Palästen richtete er Unheil anund legte ihre Städte in Trümmer.Das Land und seine Bewohner waren entsetzt,wenn sie sein Brüllen hörten.8Da setzte man Völker auf ihn an,die kamen aus den umliegenden Provinzen.Sie spannten ein Fangnetz19,8 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. Mehr … für ihn ausund fingen ihn in einer Grube.9Sie legten seinen Hals in einen Block19,9 Block: Meint eine Art Fessel aus Holz, die um den Hals gelegt wurde und die Bewegungsfreiheit einschränkte.und schleppten ihn an Haken zum König von Babylonien19,9 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr ….Dort hielt man ihn gefangen,damit man sein Brüllen nicht mehr hörtauf den Bergen Israels.

10Deine Mutter19,10 Mutter: Sinnbild für das Königshaus Davids. war wie ein Weinstock im Weinberg,der am Wasser eingepflanzt war.Vom vielen Wasser war er fruchtbarund reich an Zweigen19,10 Zweige: Sinnbild für die Könige aus dem Königshaus Davids..11Die Zweige wurden kräftig wie das Holz,aus dem man Herrscherstäbe19,11 Herrscherstab: Bild für königliche Macht, ursprünglich ein Hirtenstab. Mehr … anfertigt.Der Weinstock wuchs hoch bis zu den Wolken.Seine Größe und die Fülle seiner Zweigewaren gut zu sehen.12Aber im Zorn19,12 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … wurde er ausgerissenund auf den Boden geworfen.Der Ostwind19,12 Ostwind: Bringt heiße und sehr trockene Wüstenluft, die schwer erträglich ist. Hier Bild für König Nebukadnezzar II., der Jerusalem 586 v. Chr. erneut eroberte und zerstörte. ließ seine Früchte verdorren.Sie wurden abgerissen und verdorrten.Selbst sein stärkster Ast wurde von Flammen verzehrt.13Dann wurde der Weinstock wieder eingepflanzt.Jetzt aber steht er in der Wüste,in einem trockenen und wasserlosen Land.14Von einem seiner Zweige ging Feuer aus.Es verzehrte seine Triebe und seine Früchte.Jetzt gibt es an ihm keinen starken Zweig mehr,der zu einem Herrscherstab taugt.

Ein Klagelied ist das, bestimmt für die Totenklage19,14 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr ….