BasisBibel (BB)
18

Jeder muss nur seine eigene Schuld verantworten

181Das Wort des Herrn kam18,1 das Wort des Herrn kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Was ist das für eine Redensart,die ihr bei euch im Land Israels verwendet?Ihr sagt: »Die Väter haben saure Trauben gegessen18,2 saure Trauben essen: Bild für das Tun von etwas Schlechtem..Deshalb sind die Zähne der Söhne18,2 Zähne der Söhne: Bild für die nachfolgende Generation, die unter den Folgen der Sünden ihrer Väter leidet. jetzt ruiniert!«3Bei meinem Leben, spricht Gott, der Herr18,3 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:Niemand in Israel wird diese Redensart noch verwenden!4Jedes Leben gehört mir,das Leben des Vaters genauso wie das Leben des Sohnes.Wer von den beiden eine Sünde18,4 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. begeht, der muss sterben.

5Wer gerecht18,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. ist, lebt nach Recht und Gerechtigkeit18,5 Recht und Gerechtigkeit: Im Folgenden wird auf eine Reihe von Geboten und Gesetzen Bezug genommen, die sich in den Büchern 2. Mose/Exodus und 3. Mose/Levitikus finden..6Er isst keine Opfermahlzeiten auf den Bergen18,6 Opfermahlzeiten auf den Bergen: Meint Götzendienst auf Kultplätzen in den Bergen. Der Gott Israels sollte nur im Tempel in Jerusalem verehrt werden.,die Götzen18,6 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Israeliten verehrt er nicht.Er schläft nicht mit der Frau seines Nächsten.Er rührt eine Frau nicht an,wenn sie ihre Monatsblutung hat.7Der Gerechte18,7 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. beutet andere nicht aus.Er gibt dem Schuldner sein Pfand zurückund begeht keinen Raub.Mit dem Hungrigen teilt er sein Brot,dem Nackten gibt er Kleider.8Wenn er Geld verleiht,nimmt er weder Zins noch Aufschlag.Er meidet das Unrechtund trifft im Rechtsstreit gute Entscheidungen.9Er beachtet meine Ordnungenund bewahrt meine Gebote18,9 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll., um aufrichtig zu leben.Wer so lebt, ist gerecht,er wird gewiss am Leben bleiben.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn18,9 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

10Was aber geschieht,wenn der Gerechte18,10 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. einen gewalttätigen Sohn18,10 gewalttätiger Sohn: Im Folgenden wird auf eine Reihe von Geboten und Gesetzen Bezug genommen, die sich in den Büchern 2. Mose/Exodus und 3. Mose/Levitikus finden. zeugt?Einen, der Blut vergießt und schlimme Dinge tut,11obwohl sein Vater nichts davon getan hat?Der Sohn isst Opfermahlzeiten auf den Bergen18,11 Opfermahlzeiten auf den Bergen: Meint Götzendienst auf Kultplätzen in den Bergen. Der Gott Israels sollte nur im Tempel in Jerusalem verehrt werden.und schläft mit der Frau seines Nächsten.12Er beutet Arme und Besitzlose ausund beteiligt sich an Raub.Dem Schuldner gibt er sein Pfand nicht zurück.Er verehrt die Götzen18,12 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Israelitenund begeht noch weitere Schandtaten.13Wenn er Geld verleiht, nimmt er Zins und Aufschlag.Sollte er am Leben bleiben?Nein, er wird nicht am Leben bleiben.Er hat all diese Schandtaten begangenund muss mit dem Tod dafür büßen.Für seinen Tod ist er selbst verantwortlich.

14Was geschieht nun,wenn der gewalttätige Sohn selbst einen Sohn zeugt?Dieser Sohn sieht alle Sünden18,14 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.,die sein Vater begangen hat.Er sieht sie, aber er selbst handelt anders.15Er isst keine Opfermahlzeiten auf den Bergen,die Götzen18,15 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Israeliten verehrt er nicht.Er schläft nicht mit der Frau seines Nächsten.16Er beutet niemanden aus.Er fordert kein Pfand und begeht keinen Raub.Mit dem Hungrigen teilt er sein Brot,dem Nackten gibt er Kleider.17Er verschont den Armenund nimmt weder Zins noch Aufschlag.Er lebt nach meinen Geboten18,17 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.und beachtet meine Ordnungen.Für die Schuld18,17 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. seines Vaters muss er nicht sterben,er wird gewiss am Leben bleiben.18Sein Vater aber muss wegen seiner Schuld sterben.Denn er hat andere erpresst und beraubt.Mitten unter seinen Verwandten hat er getan,was nicht gut ist.

19Ihr aber fragt nun: »Warum muss der Sohndie Schuld18,19 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. seines Vaters nicht mitverantworten?«Der Sohn hat nach Recht und Gerechtigkeit18,19 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. gelebt.All meine Ordnungen hat er bewahrt und eingehalten.Er wird gewiss am Leben bleiben.20Der Mensch, der eine Sünde begeht18,20 eine Sünde begehen: Handeln, das Gottes Willen widerspricht und dadurch eine Trennung zwischen Gott und Mensch bewirkt., der wird sterben.Weder muss der Sohn die Schuld seines Vatersnoch der Vater die Schuld seines Sohnes verantworten.Der Gerechte18,20 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. erfährt die Folgen seiner Gerechtigkeit,der Frevler18,20 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. muss die Folgen seiner Bosheit tragen18,20 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..

Wer zu Gott umkehrt, wird gerettet

21Weiter sagte Gott: Was geschieht jedoch,wenn sich der Frevler18,21 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. von seinen Sünden18,21 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. abwendet?Wenn er meine Ordnungen achtetund nach Recht und Gerechtigkeit18,21 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. lebt?Dann wird er gewiss am Leben bleiben.Er muss nicht sterben.22Keines der Verbrechen, die er begangen hat,wird mehr berücksichtigt.Wegen seiner gerechten Taten wird er am Leben bleiben.23Ich habe gewiss keine Freude daran,wenn ein Frevler sterben muss.Ich freue mich aber,wenn er sein Verhalten ändert und am Leben bleibt.– Ausspruch von Gott, dem Herrn18,23 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

24Was aber geschieht,wenn ein Gerechter18,24 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. seine Gerechtigkeit aufgibtund Unrecht tut?Wenn er die ganzen Schandtaten begeht,die der Frevler18,24 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. verübt hat?Sollte er dann am Leben bleiben?Von seinen gerechten Tatenwird dann keine mehr berücksichtigt.Wegen seiner Vergehen und seiner Sünden18,24 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.wird er sterben.25Ihr aber sagt:»Das Vorgehen Gottes ist nicht in Ordnung!«Nun hört mir zu, ihr Israeliten!Mein Vorgehen soll nicht in Ordnung sein?Ist es nicht vielmehr so,dass euer Verhalten nicht in Ordnung ist?26Wenn ein Gerechter seine Gerechtigkeit aufgibtund Unrecht tut, muss er sterben.Ja, er stirbt wegen des Unrechts, das er getan hat.27Wenn ein Frevler dagegen sein boshaftes Leben aufgibt,Recht und Gerechtigkeit18,27 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. tut, dann rettet er sein Leben!28Wenn er einsichtig istund sich von seinen ganzen Verbrechen abwendet,bleibt er gewiss am Leben. Er wird nicht sterben.

29Doch die Israeliten sagen:»Das Vorgehen Gottes ist nicht in Ordnung!«Meine Vorgehensweise soll nicht in Ordnung sein,ihr Israeliten?Ist es nicht vielmehr so,dass euer Verhalten nicht in Ordnung ist?30Darum werde ich jeden von euchnach seinem Verhalten beurteilen, ihr Israeliten.– Ausspruch von Gott, dem Herrn18,30 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Kehrt um und wendet euch abvon euren Verbrechen!Dann wird es für euch nicht längereinen Anlass zur Schuld18,30 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. geben.31Trennt euch von all euren Verbrechen!Verschafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!Warum wollt ihr sterben, ihr Israeliten?32Ich freue mich nicht über den Tod von jemandem,der sterben muss.Aber ich freue mich darüber,wenn er umkehrt und am Leben bleibt!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn18,32 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..