BasisBibel (BB)
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Feuer über Jerusalem

101Als ich zu den Kerubim10,1 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Hier andere Bezeichnung für die Lebewesen, die den Thron Gottes tragen. hinsah,entdeckte ich über ihren Köpfen eine Platte10,1 Platte: Die Beschreibung der Platte erinnert an die Vorstellung des Himmels in 1. Mose/Genesis 1,6..Darauf schien etwas wie ein Thron zu stehen,der wie ein Saphir10,1 Saphir: Kostbarer, blauer Edelstein. glänzte.2Auf dem Thron saß eine Gestalt.Sie sagte zu dem Mann, der in Leinen gekleidet10,2 in Leinen gekleidet: Bekleidung eines Priesters oder eines besonderen göttlichen Boten. Die Figur tritt bereits in Ezechiel 9,2 auf. war:»Geh zwischen die Räder unter den Kerubim!Nimm zwei Hände mit glühenden Kohlen,die im Feuerbecken zwischen den Kerubim liegen.Dann streue sie über die Stadt.«Da ging er vor meinen Augen zwischen die Räder.3Als der Mann dorthin ging,standen die Kerubim rechts vom Tempel.Die Wolke10,3 Wolke: Zeichen der göttlichen Gegenwart. Beim Auszug aus Ägypten begleitete Gott sein Volk in einer Wolkensäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22. aber erfüllte den inneren Hof.4Da erhob sich die Herrlichkeit des Herrn10,4 Herrlichkeit des Herrn: Ausdruck von Macht und Ansehen Gottes. Hier Bezeichnung für die Erscheinung Gottes, die der Prophet sieht..Sie bewegte sich von den Kerubim vorwärtsbis zur Schwelle des Tempels.Die Wolke füllte den ganzen Tempel ausund die Herrlichkeit des Herrnerstrahlte im inneren Hof.5Das Rauschen vom Flügelschlag der Kerubimkonnte man sogar noch im äußeren Hof hören.Es klang wie die Stimme des allmächtigen Gottes10,5 allmächtiger Gott: Hebräisch El Schaddai. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt.,wenn er redet.

6Die Gestalt auf dem Thron befahl dem Mann,der in Leinen gekleidet10,6 in Leinen gekleidet: Bekleidung eines Priesters oder eines besonderen göttlichen Boten. war:»Nimm etwas von dem Feuer zwischen den Rädern,hol es aus dem Feuerbecken zwischen den Kerubim10,6 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Hier Bezeichnung für die Lebewesen, die den Thron Gottes tragen.Da ging er dorthinund stellte sich neben eines der Räder.7Einer der Kerubim streckte seine Hand ausnach dem Feuer, das zwischen den Kerubim brannte.Er nahm etwas davonund legte es in die Hände des Mannes,der in Leinen gekleidet war.Der nahm das Feuer und ging hinaus.

Ezechiel sieht noch einmal die Herrlichkeit des Herrn

Ezechiel 10,8–11,25

Die Kerubim und das Räderwerk

8Unter den Flügeln der Kerubim10,8 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Hier Bezeichnung für die Lebewesen, die den Thron Gottes tragen. war etwas,das aussah wie eine Menschenhand.9Ich sah auch vier Räder10,9 vier Räder: Der Text nimmt hier Bezug auf die Vision in Ezechiel 1,15-21. neben den Kerubim.Neben jedem Kerub war ein Rad –ja, genau ein Rad war neben jedem Kerub.Die Räder sahen aus,als wären sie aus Topas10,9 Topas: Durchsichtiger, farbloser Edelstein, der häufig als Schmuckstein verwendet wird. gemacht.10Alle vier waren gleich.Die Räder waren so verarbeitet,als wäre ein Rad mitten im anderen.11Sie bewegten sich in alle vier Richtungen,ohne ihre Laufrichtung ändern zu müssen.Sie bewegten sich einfach in die Richtung,in die das vorderste Rad sich drehte.Dazu mussten sie ihre Laufrichtung nicht ändern.12Die Kerubim hatten Augen am ganzen Körper,am Rücken, an den Händen und an den Flügeln.Auch die vier Räder waren voller Augen.13Ich hörte, dass die Räderals »das Räderwerk« bezeichnet wurden.

14Jeder Kerub10,14 Kerub: Himmlisches Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Hier Bezeichnung für die Lebewesen, die den Thron Gottes tragen. hatte vier Gesichter.Das erste Gesicht war das eines Kerubs,das zweite das eines Menschen.Das dritte Gesicht war das eines Löwen,das vierte das eines Adlers.

15Dann erhoben sich die Kerubim10,15 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Hier Bezeichnung für die Lebewesen, die den Thron Gottes tragen..Das waren dieselben Lebewesen,die ich am Kanal Kebar10,15 Kanal Kebar: Künstlich angelegter Fluss, der wichtige Städte Babyloniens mit dem Eufrat verband. gesehen hatte10,15 gesehen hatte: In Ezechiel 1,1-3 wird berichtet, dass der Prophet sich am Kanal Kebar aufhält..16Wenn die Kerubim sich vorwärtsbewegten,drehten sich die Räder mit ihnen.Wenn die Kerubim die Flügel ausbreiteten,um sich vom Boden zu erheben,blieben die Räder an ihrer Seite.17Wenn die Kerubim stehen blieben,standen auch die Räder still.Und wenn sie sich in die Luft schwangen,erhoben sich die Räder mit ihnen.Denn der Geist der Lebewesen wirkte in den Rädern.

Die Herrlichkeit des Herrn verlässt den Tempel

18Die Herrlichkeit des Herrn10,18 Herrlichkeit des HERRN: Ausdruck von Macht und Ansehen Gottes. Hier Bezeichnung für die Erscheinung Gottes, die der Prophet sieht. verließ die Tempelschwelleund setzte sich auf den Thron über den Kerubim10,18 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Hier Bezeichnung für die Lebewesen, die den Thron Gottes tragen..19Da breiteten die Kerubim ihre Flügel aus.Vor meinen Augen erhoben sie sich vom Boden.So zogen sie fort und die Räder liefen mit.Bei dem Tor im Osten des Tempelhofshielten sie noch einmal an.Der Gott Israels in seiner Herrlichkeitwar genau über ihnen.20Die Lebewesen aber, die den Gott Israels trugen,hatte ich schon10,20 schon: In Ezechiel 1,1-3 wird berichtet, dass der Prophet sich am Kanal Kebar aufhält. am Kanal Kebar10,20 Kanal Kebar: Künstlich angelegter Fluss, der wichtige Städte Babyloniens mit dem Eufrat verband. gesehen.Jetzt wusste ich, dass es Kerubim waren.21Jeder von ihnen hatte vier Gesichter und vier Flügel.Unter ihren Flügeln hatten sie menschliche Hände.22Ihre Gesichter glichen den Gesichtern,die ich am Kanal Kebar gesehen hatte.Sie bewegten sich in die Richtung,in die sie blickten.
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Strafgericht über die führenden Männer des Volkes

111Ein Wind hob mich hochund brachte mich zu dem Torim Osten des Tempelhofs.Am Eingang des Tors standen 25 Männer.Unter ihnen erkannte ich Jaasanja, den Sohn des Asur,und Pelatja, den Sohn des Benaja.Sie gehörten zu den Obersten des Volkes.2Gott sagte zu mir:Du Mensch11,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., das sind die Männer, die Unheil planenund diese Stadt schlecht beraten.3Sie sagen: »In nächster Zeitbraucht man keine Häuser zu bauen11,3 bauen: Wer 597 v. Chr. nicht mit König Jojachin in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde, nahm in Jerusalem die Häuser der Verbannten in Besitz..Die Stadt ist der Topf11,3 die Stadt ist der Topf: Die Männer gehen davon aus, dass Jerusalem dem Krieg zum Opfer fallen wird. Sie selbst vergleichen sich mit besonders guten Teilen von Opfertieren, die in den Topf kommen. Sie erwarten also, dass Gott mit ihnen einen Neuanfang in Jerusalem macht. und wir sind das Fleisch.«4Darum rede als Prophet11,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gegen sie,rede als Prophet, du Mensch!

5Da kam der Geist des Herrn über mich.Gott sagte zu mir:Sprich: »So spricht der Herr11,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Das ist es, was ihr Israeliten redet.Ich kenne sogar eure Gedanken.6Ihr habt in dieser Stadt11,6 diese Stadt: Meint Jerusalem, das 597 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde. Mit König Jojachin wurde ein Teil der Bevölkerung in die Verbannung nach Babylonien verschleppt. viele Leute erschlagenund ihre Straßen mit den Leichen bedeckt.7Darum spricht Gott, der Herr:Diejenigen, die ihr in der Stadt erschlagen habt,sie sind das Fleisch11,7 sie sind das Fleisch: Gott wendet die Aussage der Männer aus Ezechiel 11,3 gegen sie. Die besonders guten Teile der Opfertiere sind nicht sie, sondern die Toten der Stadt. Durch ihren Tod wird Jerusalem wieder rein und ein Neuanfang möglich. und die Stadt ist der Topf.Euch aber führe ich aus ihr hinaus.8Ihr fürchtet das Schwert –doch das Schwert lasse ich über euch kommen.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn11,8 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..9Ich führe euch aus der Stadt hinaus.Dann gebe ich euch in die Hand von Fremdenund vollziehe an euch das Gericht.10Durch das Schwert werdet ihr fallen.An der Grenze Israels werde ich euch richten.Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.11Die Stadt wird nicht euer Topf sein,ihr werdet nicht das Fleisch darin sein.An der Grenze Israels werde ich euch richten.12Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.Meine Anordnungen habt ihr mit Füßen getretenund meine Gebote11,12 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … nicht befolgt.Aber die Gebote der Völker, die um euch herum wohnen,die habt ihr befolgt!«

13Während ich als Prophet11,13 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … redete,starb Pelatja, der Sohn des Benaja.Da warf ich mich nieder, mit dem Gesicht zum Boden,und schrie mit lauter Stimme: »Ach Herr, Gott!Wirst du den ganzen Rest Israels11,13 Rest Israels: Gruppe von Menschen, die Gottes Gericht überleben. Gott sammelt sie und schenkt ihnen eine neue Zukunft. vernichten?«

Hoffnung für die Judäer in der Verbannung

14Das Wort des Herrn kam11,14 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:15Du Mensch11,15 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., die Bewohner Jerusalemsreden über die in der Verbannung11,15 die in der Verbannung: Meint die mit König Jojachin 597 v. Chr. aus Jerusalem in die Verbannung nach Babylonien geführten Judäer..Sie sagen über deine Brüder,deine Verwandten und über alle Israeliten:»Sie sind fern vom Herrn.Uns aber wurde das Land als Besitz gegeben.«16Darum sag: So spricht der Herr11,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ja, ich habe sie in die Ferne geführt,zu fremden Völkern.Ich habe sie in fremde Länder zerstreut.Doch auch in diesen Ländern bin ich für sie da,ähnlich wie in meinem Tempel11,16 wie in meinem Tempel: Im Alten Orient war die Gegenwart Gottes immer mit seinem Tempel verbunden. Die Vorstellung von Gottes Gegenwart jenseits des Tempels ist für diese Zeit etwas völlig Neues..

17Darum sag: So spricht Gott, der Herr!Ich werde euch aus den Völkern sammeln.Auch werde ich euch zusammenbringen aus den Ländern,in die ihr zerstreut wurdet.Euch werde ich das Land Israels geben.18Dorthin werden sie kommen.Dann werden sie alle abscheulichen Götzen11,18 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. im Landund alle Schandtaten beseitigen.19Ich gebe ihnen ein ungeteiltes Herz11,19 ungeteiltes Herz: Meint das Herz als Sitz des Willens und des Verstandes. Ein verändertes Herz führt zu einer grundsätzlichen Änderung der Person.und lege einen neuen Geist11,19 Geist: Lebenskraft, die den Menschen von Gott gegeben wird. in sie.Ich entferne das steinerne Herz aus ihrem Körperund gebe ihnen ein lebendiges Herz.20Das geschieht, damit sie meine Anordnungen beachtenund meine Gebote11,20 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … bewahren und befolgen.Sie werden mein Volk seinund ich werde ihr Gott sein.21Aber noch hängt ihr Herz an ihren abscheulichen Götzenund an ihren Schandtaten.Ich lasse sie die Folgen ihres Verhaltens spüren.– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn11,21 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Die Herrlichkeit des Herrn verlässt die Stadt

22Danach breiteten die Kerubim11,22 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes. Mehr … ihre Flügel aus.Die Räder waren neben ihnenund der Gott Israels in seiner Herrlichkeit11,22 Herrlichkeit: Ausdruck von Macht und Ansehen Gottes. Hier Bezeichnung für die Erscheinung Gottes, die der Prophet sieht.war genau über ihnen.23Die Herrlichkeit des Herrn erhob sich mitten aus der Stadt.Auf dem Berg im Osten der Stadt blieb sie stehen.24Da hob mich ein Wind hoch.Er brachte mich zu den Judäern,die in Babylonien11,24 Babylonien: Wörtlich »Chaldäa«. Im Alten Testament wird Babylonien häufig Chaldäa genannt. in der Verbannung lebten11,24 in der Verbannung leben: Meint die mit König Jojachin 597 v. Chr. aus Jerusalem in die Verbannung nach Babylonien verschleppten Judäer..Das alles geschah in einer Vision11,24 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … durch Gottes Geist.So endete die Vision, die ich gesehen hatte.25Alles, was der Herr mir gezeigt hatte,berichtete ich den Verbannten.
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Weitere Gerichtsworte über Jerusalem

Ezechiel 12,1–24,27

Ezechiel kündigt das Gericht Gottes an

Ezechiel 12,1–15,8

Ankündigung der Verbannung für Jerusalem

121Das Wort des Herrn kam12,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2Du Mensch12,2 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., du wohnst mitten unter denen,die schon immer widerspenstig12,2 schon immer widerspenstig: In Ezechiel 20,1-38 wird das Fehlverhalten Israels gegenüber seinem Gott zusammengefasst. waren.Sie haben Augen, um zu sehen, aber sie sehen nicht.Sie haben Ohren, um zu hören, aber sie hören nicht.Ja, sie waren schon immer widerspenstig.3Du aber, Mensch, pack deine Sachen zusammen,wie man es für die Verbannung tut.Dann zieh vor ihren Augen weg, mitten am Tag.Ja, zieh vor ihren Augen weg von deinem Wohnortan einen anderen Ort.Vielleicht werden sie verstehen, was du tust –obwohl sie schon immer widerspenstig waren.4Bring deine Sachen für die Verbannung hinaus,mitten am Tag und vor ihren Augen.Du selbst aber geh am Abend vor ihren Augen hinaus,wie einer, der in die Verbannung geführt wird.5Durchbrich die Mauer12,5 durchbrich die Mauer: In der Zeichenhandlung durchbricht Ezechiel die Mauer seines Hauses. Das steht sinnbildlich für die Zerstörung der Stadtmauer. vor ihren Augenund bring deine Sachen hinaus.6Nimm sie vor ihren Augen auf deine Schulterund bring sie im Dunkeln hinaus.Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht siehst12,6 damit du das Land nicht siehst: Das Verhüllen des Gesichts zeigt die Schande und das Leid der Besiegten..So zeige ich den Israeliten durch dich,was kommen wird.

7Ich tat, wie mir befohlen wurde.Mitten am Tag brachte ich meine Sachen hinaus,wie für die Verbannung.Am Abend durchbrach ich die Mauer mit der Hand.Im Dunkeln brachte ich meine Sachen weg,vor ihren Augen nahm ich sie auf die Schulter.

8Am Morgen kam das Wort des Herrn12,8 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:9Du Mensch,die Israeliten waren schon immer widerspenstig12,9 schon immer widerspenstig: In Ezechiel 20,1-38 wird das Fehlverhalten Israels gegenüber seinem Gott zusammengefasst..Jetzt haben sie zu dir gesagt: »Was tust du da?«10Sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr12,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Dieses Wort richtet sich an den Herrscher in Jerusalem12,10 Herrscher in Jerusalem: Meint Zidkija, der von Nebukadnezzar II. nach der Einnahme Jerusalems 597 v. Chr. als König eingesetzt wurde. Als Zidkija einige Jahre später von Nebukadnezzar II. abfiel, belagerte dieser Jerusalem erneut.und an alle Israeliten in dieser Stadt.«11Sag zu ihnen: »Ich12,11 ich (Vers 11): Hier spricht der Prophet Ezechiel. bin ein Zeichen für euch.Was ich getan habe,das wird auch mit den Judäern geschehen.In die Verbannung12,11 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr …, ja, in die Gefangenschaftwerden sie ziehen.12Ihr Herrscher12,12 ihr Herrscher: Der Abschnitt spielt auf die Flucht Zidkijas aus dem von Nebukadnezzar II. belagerten Jerusalem an, wie sie in 2. Könige 25,3-7 erzählt wird. wird seine Sachen schulternund sie im Dunkeln hinausbringen.Sie werden die Stadtmauer durchbrechen,um ihre Sachen hinauszubringen.Der Herrscher wird sein Gesicht verhüllen,denn er wird das Land nicht mehr zu Gesicht bekommen.«13Ich12,13 ich (Vers 13): Ab hier spricht wieder Gott. aber werfe mein Netz12,13 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. Mehr … über ihnund er wird sich darin verfangen.Dann bringe ich ihn nach Babylon12,13 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt.,in das Land der Babylonier12,13 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt..Doch er wird das Land nicht sehen12,13 nicht sehen: Zidkija wurden die Augen ausgestochen, vgl. 2. Könige 25,7. können.Dort wird er sterben.14Sein ganzes Gefolge, seine Helfer und seine Truppen,werde ich in alle Winde zerstreuen.Mit gezücktem Schwert werde ich hinter ihnen her sein.15Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.Sie werden es erkennen,wenn ich sie unter fremde Völker zerstreueund in ferne Länder vertreibe.16Ich werde nur wenige von ihnen übrig lassen.Sie werden dem Schwert, der Hungersnotund der Pest entkommen.Sie sollen den Völkern, zu denen sie kommen,von ihren ganzen Schandtaten erzählen.Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.

17Das Wort des Herrn kam12,17 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:18Du Mensch, iss dein Brot mit zitternden Händenund trink dein Wasser bebend und voller Sorge.19Sag zu den Menschen im Land:»So spricht Gott, der Herr12,19 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.,zu den Bewohnern Jerusalems im Land Israels.«Sie werden ihr Brot mit Sorgen essenund ihr Wasser mit Grauen trinken.Der ganze Reichtum des Landes wird verwüstet werden,weil seine Bewohner so gewalttätig sind.20Die bewohnten Städte werden in Trümmern liegenund das Land wird menschenleer sein.Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Gottes Ankündigungen treffen ein

21Das Wort des Herrn kam12,21 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:22Du Mensch12,22 du Mensch: Anrede Gottes für den Propheten, die nur im Buch Ezechiel verwendet wird., was ist das für ein Geredebei euch im Land Israels?Ihr sagt: »Die Zeit zieht sich hinund die Visionen12,22 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … der Propheten12,22 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … treffen nicht ein.«23Darum sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr12,23 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Ich werde diesem Gerede ein Ende machenund man wird in Israel nicht mehr so reden.«Sag zu ihnen: »Die Zeit ist nahe und jede Vision trifft ein.24Künftig wird keine Vision mehr nutzlosoder nur ein trügerisches Orakel12,24 Orakel: Befragung einer Gottheit, um ihren Willen zu erfahren. Hilfsmittel sind beispielsweise Lossteine. sein.Das gilt für ganz Israel.25Ja, ich, der Herr, rede.Was ich sage, wird geschehen –es wird sich nicht länger verzögern.Ihr wart ja schon immer widerspenstig12,25 schon immer widerspenstig: In Ezechiel 20,1-38 wird das Fehlverhalten Israels gegenüber seinem Gott zusammengefasst..Noch zu euren Lebzeiten kündige ich eine Sache anund werde sie auch tun.«– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn.

26Das Wort des Herrn kam12,26 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:27Du Mensch, die Israeliten sagen über dich:»Seine Visionen12,27 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … treffen erst nach langer Zeit ein.Er redet als Prophet12,27 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … nur über die ferne Zukunft.«28Darum sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr12,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Meine Worte werden sich nicht länger verzögern.Was ich sage, wird geschehen.«– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn12,28 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..