BasisBibel (BB)
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Die Israeliten am Berg Sinai

2. Mose/Exodus 19,1–24,18

Die Verkündigung der Zehn Gebote

2. Mose/Exodus 19,1–20,21

Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott

191Genau drei Monate nach dem Auszug aus Ägypten19,1 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.kamen die Israeliten in die Wüste Sinai19,1 Sinai: Wüstengebiet auf der gleichnamigen Halbinsel zwischen Kanaan und Ägypten..2Sie waren von Refidim19,2 Refidim: Ort auf der Wanderung Israels durch die Wüste. aufgebrochenund erreichten nun die Wüste Sinai.In der Wüste schlugen sie ihr Lager auf.Dort lagerte sich Israel am Fuß des Berges,3Mose19,3 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … aber stieg zu Gott hinauf.Da rief ihm der Herr vom Berg aus zu:»Sag es dem Haus Jakob19,3 Haus Jakob: Andere Bezeichnung für die Israeliten. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt.! Verkünde es den Israeliten:4Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern19,4 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … angetan habe.Euch aber habe ich wie ein Adler19,4 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke. Mehr … auf Flügeln getragenund hierher zu mir gebracht.5Hört jetzt auf meine Stimme und haltet meinen Bund19,5 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr …!Dann sollt ihr mein Eigentum19,5 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. sein unter allen Völkern.Denn mir gehört die ganze Erde.6Ihr aber sollt für mich ein Volk von Priestern sein,ein heiliges19,6 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr … Volk.Diese Worte sollst du den Israeliten sagen.«

7Als Mose19,7 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … zurückkam,rief er die Ältesten19,7 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. des Volkes zusammen.Er sagte ihnen alle diese Worte,die der Herr ihm aufgetragen hatte.8Das ganze Volk stimmte zu:»Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.«Mose überbrachte dem Herrn die Antwort des Volkes.9Daraufhin sagte der Herr zu Mose:»Ich komme in einer dunklen Wolke19,9 Wolke: Damit zeigt Gott an, dass er bei seinem Volk ist. zu dir.So kann das Volk hören, wie ich mit dir rede.Dann wird es auch dir für alle Zeit vertrauen.«

Mose19,9 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … berichtete dem Herrn die Antwort des Volkes.10Da befahl der Herr dem Mose: »Geh zum Volk!Heute und morgen sollen sie sich reinigen19,10 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein.und ihre Kleider waschen,damit sie vor Gott heilig sind.11Am dritten Tag aber sollen sie bereit sein.Denn am dritten Tag wird der Herrauf den Berg Sinai19,11 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. Mehr … herabkommen –vor den Augen des ganzen Volkes.12Zieh eine Grenze für das Volk und warne sie:Hütet euch davor, auf den Berg zu steigen!Nicht einmal seine Ausläufer dürft ihr betreten!Wer den Berg auch nur berührt,wird mit dem Tod bestraft.13Niemand darf ihn mit der Hand berühren!Sonst wird er mit Steinen oder Pfeilen getötet.Das gilt für Mensch und Tier.Erst wenn das Widderhorn19,13 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … geblasen wird,dürfen sie auf den Berg steigen.«14Mose stieg wieder vom Berg zum Volk hinunter.Er befahl ihnen, vor Gott heilig zu sein.Da wuschen sie ihre Kleider.15Mose sagte zum Volk:»Macht euch für den dritten Tag bereit!So lange darf sich kein Mann einer Frau nähern!«

Gott kommt auf den Berg Sinai herab

16Am dritten Tag, als es Morgen wurde,begann es zu donnern und zu blitzen.Eine schwere Wolke bedeckte den Berg,und der kräftige Schall eines Widderhorns19,16 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … ertönte.Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war.17Mose führte das Volk aus dem Lager heraus –Gott entgegen.Am Fuß des Berges blieben sie stehen.18Der ganze Berg Sinai19,18 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. Mehr … aber rauchte,denn der Herr kam im Feuer auf ihn herab.Der Rauch stieg auf wie aus einem Schmelzofen19,18 Schmelzofen: Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt.,während der ganze Berg heftig bebte.19Der Schall des Widderhorns wurde immer lauter.Mose redete, und Gott antwortete im Donner.

20So stieg der Herr auf den Berg Sinai19,20 Sinai: Wüstengebiet auf der gleichnamigen Halbinsel zwischen Kanaan und Ägypten. herab,auf den Gipfel des Berges.Als er Mose19,20 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … zu sich rief,stieg Mose auf den Gipfel des Berges.21Da sprach der Herr zu Mose:»Steig hinunter! Warne das Volk nochmals!Auf keinen Fall dürfen sie bis zum Herrn vordringen,um ihn zu sehen.Sonst werden viele von ihnen umkommen.22Nur die Priester19,22 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … dürfen sich dem Herrn nähern.Doch sie müssen sich reinigen19,22 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein.,damit sie heilig19,22 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr … sind.Sonst wird der Herr eine Lücke in ihre Reihen reißen.«23Mose antwortete dem Herrn:»Das Volk wird nicht auf den Berg Sinai steigen.Denn du hast uns ja gewarnt und zu mir gesagt:Zieh eine Grenze um den Berg!Erkläre ihn zu einem heiligen Bezirk19,23 heiliger Bezirk: Ein vom Alltäglichen abgegrenzter Bereich, der zu Gott gehört und durch seine Anwesenheit heilig ist.24Da sagte der Herr zu ihm:»Geh! Steig hinunter!Dann komm mit Aaron19,24 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. Mehr … wieder herauf!Aber die Priester und das Volkdürfen nicht weiter vordringenund zum Herrn auf den Berg steigen.Sonst wird der Herr eine Lücke in ihre Reihen reißen.«25Daraufhin stieg Mose zum Volk hinunterund richtete es ihnen aus.
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Die Zehn Gebote

201Gott sprach alle diese Worte:2»Ich bin der Herr, dein Gott!Ich habe dich aus dem Land Ägypten herausgeführt20,2 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.aus dem Leben in der Sklaverei.3Du sollst neben mir20,3 neben mir: Für Israel darf es keine anderen Götter geben. Ihre Verehrung wäre ein Vergehen gegen den Gott Israels. keine anderen Götter haben!4Du sollst dir kein Bild von Gott20,4 Bild von Gott: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. machen!Nichts, was im Himmel und auf der Erde istund im Wasser unter der Erde, kann ihn darstellen.5Du sollst keine anderen Götter20,5 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … anbeten und verehren!Denn ich bin der Herr, dein Gott.Ich bin ein eifersüchtiger Gott20,5 eifersüchtiger Gott: Gott will nicht, dass sein Volk andere Götter anbetet und sich von ihnen Hilfe erhofft. Er will sein einziger Gott sein.:Die mir untreu werden, lasse ich nicht davonkommen.Wenn die Väter Schuld20,5 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … auf sich geladen haben,ziehe ich auch die Kinder zur Verantwortung –bis zur dritten und vierten Generation.6Doch die mich lieben und meine Gebote befolgen,erfahren meine Güte noch in tausend Generationen.

7Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes,nicht missbrauchen20,7 missbrauchen: Beim Schwören wurde der Name Gottes in der Schwurformel verwendet. Wer lügt, soll sich auf keinen Fall auf Gott berufen.!Denn wer das tut, den wird der Herr bestrafen.8Du sollst an den Sabbat20,8 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … denken!Er soll ein heiliger Tag sein!9Sechs Tage in der Woche darfst jede Arbeit tun.10Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag.Er gehört dem Herrn, deinem Gott.An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun:weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter,dein Sklave oder deine Sklavin20,10 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr …,auch nicht dein Vieh oder der Fremde20,10 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr … in deiner Stadt.11Denn in sechs Tagen hat der Herrden Himmel, die Erde und das Meer gemacht20,11 den Himmel, die Erde und das Meer gemacht: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4.mit allem, was dort lebt.Aber am siebten Tag ruhte er.Deswegen hat der Herr den Ruhetag gesegnetund ihn zu einem heiligen Tag gemacht.

12Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren20,12 ehren: Die Eltern mit Respekt und Würde behandeln und auch bei Krankheit oder im Alter für sie sorgen.und für sie sorgen!Dann wirst du lange leben in dem Land,das der Herr, dein Gott, dir geben wird.13Du sollst nicht töten!14Du sollst nicht ehebrechen20,14 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. Mehr …!15Du sollst nicht stehlen!16Du sollst nichts Falsches über deinen Nächsten sagen20,16 nichts Falsches sagen: Dieses Gebot bezieht sich ursprünglich auf die Falschaussage vor Gericht.!17Du sollst nichts begehren,was deinem Nächsten gehört:weder sein Haus noch seine Frau,seinen Sklaven oder seine Sklavin,sein Rind, seinen Esel oder irgendetwas anderes.«

Das Volk bittet Mose um Vermittlung

18Das ganze Volk sah, wie es donnerte und blitzte.Das Widderhorn20,18 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … erscholl, und der Berg rauchte.Da zitterten sie vor Angst und blieben in der Ferne.19Sie sagten zu Mose20,19 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr …:»Rede du mit uns! Auf dich wollen wir hören.Aber Gott soll nicht mit uns reden, sonst sterben wir.«20Mose sagte zum Volk: »Fürchtet euch nicht!Gott ist gekommen, weil er euch auf die Probe stellen will.Haltet euch vor Augen, dass er zu fürchten ist,damit ihr kein Unrecht tut.«21So blieb das Volk in der Ferne.Mose aber näherte sich dem Dunkel, in dem Gott war.

Das Bundesbuch

2. Mose/Exodus 20,22–23,33

Einleitung

22Der Herr sagte zu Mose20,22 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr …:So sollst du zu den Israeliten sagen:Ihr habt gesehen, wie ich vom Himmel her zu euch geredet habe.23Ihr sollt euch neben mir20,23 neben mir: Für Israel darf es keine anderen Götter geben. Ihre Verehrung wäre ein Vergehen gegen den Gott Israels. keine Götter machen.Weder Götter aus Silber20,23 Götter aus Silber: Standbild einer Gottheit, dessen Herstellung und Verehrung in Israel verboten war. noch Götter aus Golddürft ihr euch machen.

Anweisungen für den Bau eines Altars

24Einen Altar20,24 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … aus Erde sollst du mir errichten.Darauf schlachte deine Schafe, Ziegen und Rinder,um sie als Brandopfer20,24 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … und Dankopfer20,24 Dankopfer: Als Schlachtopfer dargebrachtes Tier, durch das der Dank für Gottes Hilfe zum Ausdruck gebracht wird. darzubringen.Überall, wo ich meinen Namen anrufen lasse,will ich zu dir kommen und dich segnen20,24 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr ….25Wenn du mir aber einen Altar aus Steinen bauen willst,darfst du keine behauenen Steine nehmen.Denn Steine, die du mit dem Meißel bearbeitet hast,sind entweiht.26Steig nicht auf Stufen zu meinem Altar empor,denn dabei könnte man unter dein Gewand sehen.
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Schutz der Sklaven und Sklavinnen

211Dies sind die Rechtsordnungen,die du dem Volk vorlegen sollst.

2*21,2 Vers 2-11: Ähnliche Regelungen zum Umgang mit Sklaven finden sich auch in 5. Mose/Deuteronomium 15,12-18. Angenommen, du kaufst einen Menschen,der seine Arbeitskraft als Sklave verpfänden muss.Dieser Mensch soll sechs Jahre für dich arbeiten.Im siebten Jahr aber ist er ein freier Mann,denn seine Schuld ist abgegolten.3Ist er ohne Frau gekommen, soll er allein gehen.Hat er eine Frau, darf sie mit ihm gehen.4Anders, wenn sein Herr ihm die Frau gegeben hatund sie ihm Söhne oder Töchter geboren hat.Dann gehört die Frau mit ihren Kindern dem Herrn.Der Mensch muss allein gehen.5Der Sklave kann aber auch erklären:»Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder.Ich will nicht freigelassen werden.«6Dann soll sein Herr ihn zum Heiligtum bringenund an den Türflügel oder den Türpfosten stellen.Dort soll sein Herr ihm das Ohrmit einer dicken Nadel durchstechen.Dann ist der Mensch für immer sein Sklave21,6 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr ….

7Angenommen, dass jemand seine Tochterals Sklavin verkaufen muss:Anders als die männlichen Sklaven21,7 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr …darf sie nicht einfach freigelassen werden.8Hatte ihr Herr sie als Frau für sich selbst bestimmtund sie gefällt ihm nicht mehr,soll er sie freikaufen lassen.Denn er hat nicht eingehalten, was er ihr versprochen hatte.Keinesfalls darf er sie an ein fremdes Volk verkaufen.9Anders ist es, wenn ihr Herrsie als Frau für seinen Sohn bestimmt hatte.Dann wird sie nach dem gleichen Recht behandelt,das für Töchter gilt.10Nimmt der Herr noch eine weitere Frau,darf er die Sklavin nicht benachteiligen.Sie darf bei Nahrung, Kleidung und sexuell21,10 sexuell nicht schlechter stellen: Der Mann darf der Frau nicht die Möglichkeit der Mutterschaft vorenthalten.nicht schlechter gestellt werden.11Gewährt er ihr diese drei Dinge nicht,darf sie gehen, ohne dass sie freigekauft werden muss.

Verbrechen, die mit dem Tod bestraft werden

12Wer einen Menschen erschlägt,wird mit dem Tod bestraft.13Anders, wenn es kein Vorsatz war,sondern Gott es durch ihn geschehen ließ.Dann werde ich einen Ort für dich bestimmen21,13 einen Ort für dich bestimmen: Josua 20 erzählt, dass in jeder Region des Landes, das Gott den Israeliten gibt, eine Stadt als Zufluchtsort für Asylsuchende ausgewählt wird.,an den der Täter fliehen kann.14Wenn aber jemand vorsätzlich handeltund einen anderen heimtückisch umbringt,muss er sterben.Hat er sich an meinen Altar geflüchtet21,14 an den Altar flüchten: Wer sich zum Altar flüchtet, entzieht sich der Verfolgung und erbittet ein Gottesurteil.,sollst du ihn von dort wegholen.

15Wer Vater oder Mutter schlägt,wird mit dem Tod bestraft21,15 wird mit dem Tod bestraft: Die harte Strafe für körperliche Gewalt gegen die Eltern soll Würde und Lebensrecht der alten Eltern gegenüber ihren erwachsenen Kindern schützen. Diese waren zu ihrer Versorgung verpflichtet..16Wer einen Menschen entführt und zum Sklaven macht,wird mit dem Tod bestraft.Das gilt sowohl, wenn er ihn verkauft hat,als auch, wenn man ihn noch in seinem Besitz findet.17Wer Vater oder Mutter verflucht21,17 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …,wird mit dem Tod bestraft.

Körperverletzung

18Angenommen, einer schlägt einen andernmit einem Stein oder mit der Faust.Der andere stirbt nicht,muss aber im Bett liegen:19Falls der Verletzte wieder aufstehen kannund im Freien an einem Stock umhergeht,bleibt der, der ihn schlug, straffrei.Er muss aber für den Arbeitsausfall Ersatz leistenund für den Arzt aufkommen.

20Wenn jemand seinen Sklaven21,20 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr … mit einem Stock schlägt,sodass er stirbt, muss das bestraft werden.Das gilt ebenso bei einer Sklavin.21Falls der Sklave aber ein oder zwei Tage übersteht,wird der Besitzer nicht bestraft.Es geht ja um sein eigenes Geld.

22Angenommen, dass Männer sich prügeln.Sie prallen dabei gegen eine schwangere Frau,sodass sie eine Fehlgeburt hat:Dann muss der Schuldige eine Geldstrafe zahlen.Über die Höhe entscheidet der Mann der Frau.Die Zahlung ist vor Gewährsleuten zu leisten.Das gilt, wenn kein weiterer Schaden entstanden ist.23Falls aber Schaden entsteht, gilt: Leben für Leben,24Auge für Auge21,24 Auge für Auge: Dieses Prinzip besagt, dass das Ausmaß der Strafe das Vergehen nicht übersteigen darf. Die Strafe muss der Schuld entsprechen., Zahn für Zahn,Hand für Hand, Fuß für Fuß,25Brandmal für Brandmal,Wunde für Wunde, Beule für Beule.

26Angenommen, dass jemand seinem Sklaven21,26 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr …ein Auge ausschlägt:Für den Verlust des Auges soll er ihn freilassen.Das gilt ebenso bei einer Sklavin.27Und für den Fall,dass jemand seinem Sklaven einen Zahn ausschlägt, gilt:Für den Verlust des Zahns soll er ihn freilassen.Das gilt ebenso bei einer Sklavin.

28Angenommen, ein Rind stößt einen Mann oder eine Frau,sodass er oder sie stirbt:Dann muss das Rind gesteinigt21,28 steinigen: Hinrichtungsart für Menschen, die auch an Tieren vollstreckt wurde. Ein Verurteilter wird öffentlich mit Steinen beworfen, bis er tot ist. werden,und sein Fleisch darf nicht gegessen werden.Aber der Besitzer des Rindes bleibt straffrei.29Das gilt nicht, wenn das Rindschon früher Menschen gestoßen hat.Sein Besitzer war gewarnt,hat es aber nicht bewacht.Wenn es dann einen Mann oder eine Frau tötet,muss das Rind gesteinigt werden.Auch sein Besitzer wird dann getötet.30Falls man vom Besitzer eine Geldsumme fordert,gibt er für sein Leben so viel wie verlangt wird.

31Tötet das Rind jemandes Sohn oder Tochter,wird nach demselben Recht verfahren.32Falls das Rind einen Sklaven21,32 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr … oder eine Sklavin tötet,zahlt der Besitzer dessen Herrn 30 Silbermünzen21,32 30 Silbermünzen: Wörtlich »30 Silber-Schekel«. Ein Silber-Schekel ist eine Münze im Wert von etwa 12 g Silber..Das Rind muss gesteinigt werden.

Haftung für Schäden am Vieh

33Angenommen, jemand lässt eine Zisterne21,33 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr … offenoder gräbt eine Zisterne und deckt sie nicht ab:Wenn ein Rind oder ein Esel hineinfällt,34muss der Besitzer der Zisterne Ersatz leisten.Er soll dem Besitzer des Tieres Geld geben.Das tote Tier aber gehört ihm.35Wenn jemand ein Rind besitzt,das ein anderes Rind so stößt,sodass es stirbt, gilt:Man soll das lebende Rind verkaufenund das Geld teilen.Auch das tote Tier soll man teilen.36Das gilt nicht,wenn das Rind schon früher gestoßen hat.Wenn sein Besitzer es dann nicht bewacht hat,muss er vollen Ersatz leisten: Rind für Rind.Das tote Tier aber gehört ihm.

Vergehen am Eigentum

37Wer ein Rind oder ein Schaf stiehltund es schlachtet oder verkauft, muss Ersatz leisten:fünf Rinder für ein Rindund vier Schafe für ein Schaf.