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Die Jüdin Ester wird persische Königin

Ester 1,1–2,23

Der König von Persien feiert ein Fest

11Es war in der Zeit, als Xerxes1,1 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. König von Persien war.Das war der Xerxes, der über 127 Provinzen herrschte,von Indien bis Kusch1,1 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht..2Sein Königsthron stand in der befestigten Stadt Susa1,2 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen..3Im dritten Jahr seiner Regierungszeit gab er ein Fest.Dazu kamen seine hohen Beamten und Diener,die Heerführer von Persien und Medien1,3 Persien und Medien: Bezeichnung für das Königreich von Xerxes I.,die Verwalter der Provinzenund andere vornehme Männer.4So zeigte Xerxes Pracht und Macht,Glanz und Größe seines Königtums.Es war ein langes Fest, es dauerte 180 Tage.

5Als diese Tage vergangen waren,feierte der König noch ein kleineres Fest.Dazu kamen die Bewohner der Festung Susa1,5 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen..Alle, Groß und Klein, fanden sich dazu ein.Sieben Tage lang feierten siein den Gärten des königlichen Palastes.6Dort waren weiße und violette Tücher1,6 violette Tücher: Mit Purpur gefärbter Stoff. Purpur ist ein sehr kostbarer Farbstoff und war in der Antike den Reichen und Mächtigen vorbehalten. aufgespannt.Sie waren an Säulen aus Alabaster befestigt,mit weißen und roten Schnüren oder silbernen Ringen.Liegen aus Gold und Silber standen auf dem Fußboden.Der war aus grünem Marmor und Alabaster,aus Perlmutt und schwarzen Edelsteinen.7Man trank aus goldenen Bechern.Kein Becher war wie der andere.Königlichen Wein gab es in Mengen,wie es sich bei einem König gehört.8Beim Trinken gab es keine Regeln.Der König hatte alle seine Bediensteten angewiesen,sich ganz nach den Wünschen der Gäste zu richten.

9Auch Waschti, die Königin, gab ein Fest.Dazu lud sie Frauen in den Palast von König Xerxes1,9 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. ein.

Königin Waschti missachtet einen Befehl des Königs

10König Xerxes1,10 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. hatte sieben Eunuchen1,10 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr …,die ihn persönlich bedienten.Sie hießen Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta,Abagta, Setar und Karkas.Am siebten Tag seines Festes,als Xerxes vom Wein berauscht war,gab er ihnen einen Befehl.11Sie sollten Königin Waschti zu ihm bringen,und sie sollte eine Krone tragen.Das Volk und die hohen Beamtensollten ihre Schönheit bewundern.Sie war wirklich eine schöne Frau.12Aber Königin Waschti weigerte sich.Sie kam nicht, obwohl es ein Befehl des Königs war,den die Eunuchen ihr überbracht hatten.Da wurde der König sehr zornig auf sie.Er kochte vor Wut.

13Sofort beriet sich der König mit seinen Ratgebern,die sich mit Recht und Gesetz auskannten.Solche Angelegenheiten des Königswurden stets mit denen besprochen,die sich auch mit der Geschichte auskannten.14Die sieben Verwalter der Provinzenaus Persien und Medien1,14 Persien und Medien: Bezeichnung für das Königreich von Xerxes I. standen dem König sehr nahe.Sie hießen Karschena, Schetar, Admata, Tarschisch,Meres, Marsena und Memuchan.Sie nahmen den ersten Rang im Königreich einund hatten das volle Vertrauen des Königs.15Er fragte sie: »Was soll nach Recht und Gesetznun mit Königin Waschti geschehen?Sie hat einen Befehl des Königs Xerxes1,15 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. missachtet,den ihr seine Eunuchen1,15 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr … überbracht haben.«16Memuchan antwortete dem Königund den hohen Beamten:»Die Verfehlung von Königin Waschtitrifft nicht nur den König allein.Sie trifft auch alle hohen Beamtenund das ganze Volk in den Provinzen von König Xerxes.17Denn der Vorfall mit der Königinwird sich bei allen Frauen herumsprechen.Dann werden sie ihre Männer verachten, weil sie sagen:König Xerxes hat der Königin Waschti befohlen,vor ihm zu erscheinen.Aber sie ist nicht gekommen!18Die Frauen der hohen Beamten von Persien und Medien1,18 Persien und Medien: Bezeichnung für das Königreich von Xerxes I.werden von dem Vorfall mit der Königin hören.Sie werden es ihren Männern immer vorhalten,obwohl die doch hohe Beamte des Königs sind.Es wird viel Ärger und böses Blut geben.19Wenn es dem König recht ist,soll ein königlicher Erlass verbreitet werden:›Waschti darf nicht mehr vor König Xerxes treten.Ihre königliche Würde gibt der König einer anderen,die besser ist als sie.‹Das sollte in Persien und Medien als Gesetz gelten,das nicht übertreten werden darf.20So wird diese Bestimmung des Königs überall bekannt,so groß das Königreich auch ist.Alle Frauen werden ihre Männer achten,bei den vornehmen wie bei den einfachen Leuten.«

21Der Vorschlag gefiel dem König und den hohen Beamten.Der König machte es so, wie Memuchan es vorgeschlagen hatte.22Er sandte Schreiben in alle seine Provinzen –in jede Provinz in ihrer eigenen Schriftund an jedes Volk in seiner eigenen Sprache:»Jeder Mann hat in seinem Haus das Sagen.Er soll dabei in seiner eigenen Sprache reden.«
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Eine neue Königin wird gesucht

21Nach einiger Zeit legte sich die Wut von König Xerxes2,1 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«..Er dachte an Waschti2,1 Waschti: Ehefrau von König Xerxes, die sich seinem Befehl widersetzte und deshalb als Königin abgesetzt wurde; vgl. Ester 1,10-22. und an das, was sie getan hatte.Er erinnerte sich auch an das,was dann über sie beschlossen worden war.2Die jungen Diener des Königs sagten:»Man sollte für den König junge Mädchen suchen –Jungfrauen, die gut aussehen.3In allen Provinzen seines Reicheskönnte der König Beauftragte einsetzen.Die sollen schöne Mädchen, die noch Jungfrauen sind,hierher in die befestigte Stadt Susa2,3 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen. bringen.Sie sollen dann in den Harem2,3 Harem: Abgetrenntes Wohnhaus für die Frauen des Königs, das nicht von fremden Männern betreten werden durfte. geführt werden,den der königliche Eunuch2,3 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr … Hegai beaufsichtigt.Man soll für ihre Schönheitspflege sorgen.4Das Mädchen, das dem König dann am besten gefällt,soll an Waschtis Stelle Königin werden.«Der König fand den Vorschlag gut und machte es so.

5Damals lebte ein Jude in der Festung Susa2,5 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen..Er hieß Mordechai und war ein Sohn des Jair.Er war Enkel von Schimi, Urenkel von Kischund stammte aus Benjamin2,5 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem..6Mordechai war einst aus Jerusalem verschleppt worden,zusammen mit dem König Jojachin2,6 Jojachin: König des Südreichs Juda (598–597 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird er von Nebukadnezzar II. in die Verbannung nach Babylon geführt. von Juda.König Nebukadnezzar2,6 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. von Babylonien war es gewesen,der sie verschleppt hatte.7Mordechai war der Pflegevater von Hadassa.Die wurde Ester2,7 Ester: Neben ihren hebräischen Namen trugen viele Juden im Ausland einen Namen in der Landessprache, der für die anderen Leute weniger fremd und leichter auszusprechen war. genannt und war seine Cousine.Sie hatte ihren Vater und ihre Mutter verloren.Nach dem Tod ihrer Elternhatte Mordechai sie wie eine Tochter aufgenommen.Das Mädchen hatte eine gute Figur und war sehr hübsch.

8Der Erlass des Königs wurde überall bekannt gegeben.Viele Mädchen wurden in die Festung Susa2,8 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen. gebrachtund unter Aufsicht von Hegai gestellt.Auch Ester wurde in den Königspalast geholtund Hegai, dem Aufseher der Frauen, unterstellt.9Das Mädchen gefiel ihm,und er entwickelte eine Vorliebe für sie.Er sorgte dafür, dass sie gutes Essenund eine besondere Schönheitspflege bekam.Außerdem stellte er ihr sieben Mädchen zur Seite,die er aus dem Haushalt des Königs auswählte.Er ließ sie alle zusammen im schönsten Raum wohnen,den es im Harem2,9 Harem: Abgetrenntes Wohnhaus für die Frauen des Königs, das nicht von fremden Männern betreten werden durfte. gab.

10Ester erzählte niemandem,zu welchem Volk sie gehörteund wo sie herkam.So hatte Mordechai es ihr geraten.11Mordechai aber ging Tag für Tag beim Harem vorbei.Er wollte wissen, ob es Ester gut gingund was man mit ihr machte.

Ester wird Königin

12Ein junges Mädchen nach dem anderen war an der Reihe,zu König Xerxes2,12 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. hineinzugehen.Ein Jahr dauerte die Vorbereitung für jede Frau.So war es für ihre Schönheitspflege vorgeschrieben:sechs Monate eine Behandlung mit Myrrhenöl2,12 Myrrhenöl: Myrrhe ist ein öliges Harz, das an Stämmen und Ästen des Myrrhenbaums austritt und an ihnen herabfließt. Es gehört zu den ältesten Kosmetikprodukten.und weitere sechs Monate mit Balsam2,12 Balsam: Harz des Balsambaums und Hauptzutat für kostbare Duftöle..Dazu kamen noch weitere Schönheitsmittel für Frauen.13Dann erst durften die Mädchen zum König hineingehen.Ihnen wurde mitgegeben, was sie dabeihaben wollten.So konnten sie eigene Sachen in den Palast mitnehmen,wenn sie aus dem Harem2,13 Harem: Abgetrenntes Wohnhaus für die Frauen des Königs, das nicht von fremden Männern betreten werden durfte. kamen.

14Jeden Abend ging immer ein Mädchen zum König,und am Morgen kam es wieder heraus.Danach ging es in den zweiten Harem,der unter Aufsicht von Schaaschgas stand.Als Eunuch2,14 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr … des Königs beaufsichtigte er die Nebenfrauen2,14 Nebenfrau: Ehefrau, die weniger Rechte als die Hauptfrau besitzt, aber höhergestellt ist als eine Sklavin..Kein Mädchen durfte zwei Mal zum König gehen –es sei denn, sie gefiel ihmund sie wurde ausdrücklich mit ihrem Namen gerufen.

15Schließlich war Ester an der Reihe, zum König zu gehen.Die Tochter des Abihajil wollte nichts mitnehmenaußer dem, wozu Hegai ihr geraten hatte.Der war Eunuch2,15 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr … des Königs und Aufseher im Harem2,15 Harem: Abgetrenntes Wohnhaus für die Frauen des Königs, das nicht von fremden Männern betreten werden durfte..– Mordechai war der Neffe von Abihajilund hatte Ester damals wie eine Tochter angenommen. –Nun gewann Ester die Zuneigung aller, die sie sahen.16Als Ester zu Xerxes2,16 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. in den Palast geholt wurde,war der schon sieben Jahre lang König.Es war der zehnte Monat, der Tebet2,16 Tebet: Name des zehnten Monats im biblischen Kalender. Er fällt in den Dezember/Januar unseres Kalenders. heißt.

17Der König entwickelte eine Vorliebe für Ester.Er liebte sie mehr als alle anderen Jungfrauen,und sie gewann seine Zuneigung.Daher setzte er Ester die Krone aufund machte sie so zur Königin anstelle von Waschti.18Der König gab ein großes Fest zu Ehren von Esterfür seine hohen Beamten und Diener.Für die Provinzen gewährte er einen Steuererlass.Und er verteilte Geschenke,wie es für einen König üblich war.

Mordechai rettet dem König das Leben

19Mordechai saß gerade am Königstor,als die Mädchen ein zweites Mal versammelt wurden.20– Ester hatte nicht erzählt,zu welchem Volk sie gehörte und wo sie herkam.Sie befolgte die Anweisung von Mordechai,als ob er immer noch ihr Pflegevater wäre. –21Als Mordechai also am Königstor saß,gerieten zwei Eunuchen2,21 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr … des Königs in Zorn.Bigtan und Teresch waren Torwächter,aber jetzt wollten sie König Xerxes2,21 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. umbringen.22Mordechai bekam das mit und sagte es Königin Ester.Ester berichtete es in Mordechais Namen dem König.23Die Sache wurde untersucht und aufgedecktund man erhängte die beiden Eunuchen am Galgen.Der Vorfall wurde für den Königin der »Chronik des Königs«2,23 »Chronik des Königs«: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof enthielt. festgehalten.
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Ein Plan zur Vernichtung der Juden

Ester 3,1-15

Mordechai verweigert einen Befehl

31Nach diesen Vorfällen gab König Xerxes3,1 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«.dem Agagiter3,1 Agagiter: Andere Bezeichnung für die Amalekiter. Sie sind in den biblischen Texten zum Sinnbild für die Feinde der Israeliten und Juden geworden. Haman, dem Sohn des Hammedata,eine besondere Machtposition.Er beförderte ihnund setzte ihn über alle hohen Beamten.Die waren ihm zuvor gleichgestellt.2Alle königlichen Beamten, die am Königstor waren,mussten sich vor Haman verneigen und niederknien.So hatte es der König ihm zu Ehren befohlen.Mordechai aber kniete nicht nieder und verneigte sich nicht.3Die königlichen Beamten, die am Königstor waren,fragten Mordechai:»Warum befolgst du den Befehl des Königs nicht?«4Er antwortete ihnen: »Ich bin Jude.«3,4 »Ich bin Jude.«: Als Jude wollte Mordechai nicht den Anschein erwecken, jemand anderen als Gott zu verehren.Jeden Tag redeten sie auf ihn ein.Doch er hörte nicht auf sie,und sie berichteten es Haman.Sie wollten sehen,ob Mordechai mit seiner Begründung durchkommen würde.

5So erfuhr Haman, dass Mordechai nicht niederknieteund sich nicht vor ihm verneigte.Da packte ihn der Zorn.6Es war ihm zu wenig, nur Mordechai umzubringen.Man hatte Haman gesagt,zu welchem Volk Mordechai gehörte.Nun wollte Haman alle Juden vernichten,die irgendwo im Reich von König Xerxes3,6 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«. wohnten.Denn sie waren das Volk, zu dem Mordechai gehörte.

Haman will das jüdische Volk vernichten

7*3,7 Vers 7: Der hebräische Text ist nur schwer zu deuten. Die Übersetzung orientiert sich an der griechischen Überlieferung. Es kam das zwölfte Regierungsjahr von König Xerxes3,7 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«..Gleich im ersten Monat, im Nisan3,7 Nisan: Name des ersten Monats im biblischen Kalender. Er fällt in den März/April unseres Kalenders.,warf man für Haman Lose3,7 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. Mehr …, die »Pur« hießen.So wollte er Tag und Monat feststellen,an dem er Mordechai und sein Volk vernichten könnte.Das Los fiel auf den 13. Tag im 12. Monat, dem Adar3,7 Adar: Name des zwölften Monats im biblischen Kalender. Er fällt in den Februar/März unseres Kalenders..8Da sagte Haman zu König Xerxes3,8 Xerxes I.: König von Persien 485–465 v. Chr. In anderen Übersetzungen trägt er den Namen »Ahasveros«.:»Es gibt da ein ganz bestimmtes Volk.Das lebt verstreut unter den anderen Völkernund über alle Provinzen in deinem Königreich verteilt.Seine Gesetze weichen von anderen Völkern ab,und sie halten sich nicht an die Gesetze des Königs.Es ist für den König nicht in Ordnung,wenn er dieses Volk einfach in Ruhe lässt!9Wenn es dem König gefällt, soll es einen Erlass geben.Darin soll geschrieben stehen, dass das Volk vernichtet wird.Gerne will ich 340 Tonnen3,9 340 Tonnen: Wörtlich »10.000 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Silber abwiegenund sie den zuständigen Leuten aushändigen.Sie sollen es in die königlichen Schatzhäuser bringen.«10Der König zog seinen Siegelring3,10 Siegelring: Persönlicher Stempel, der als Ring getragen wurde. Er diente dazu, Urkunden oder Verträge zu beglaubigen, und war daher von hohem Wert. von der Handund reichte ihn Haman, dem Feind der Juden.– Er war Agagiter3,10 Agagiter: Andere Bezeichnung für die Amalekiter. Sie sind in den biblischen Texten zum Sinnbild für die Feinde der Israeliten und Juden geworden. und Sohn des Hammedata. –11Der König sagte zu Haman:»Ich überlasse dir das Silber und auch das Volk.Mach mit ihm, was du für richtig hältst.«

12Noch am selben Tag, dem 13. im ersten Monat,wurden die Schreiber des Königs gerufen.Alles, was Haman angeordnet hatte, wurde festgehalten.Man schrieb an die Statthalter des Königs3,12 Statthalter des Königs: Verwalter einer Region im Auftrag des persischen Reiches oder des Königs.,an die oberen Verwalter der Provinzenund an die Vornehmen aus dem Volk.Jede Provinz bekam den Erlass in der eigenen Schriftund jedes Volk in seiner eigenen Sprache.Er wurde mit den Namen des Königs unterschriebenund mit dem königlichen Siegel versiegelt.13In allen Provinzen des Königssollten schnelle Boten diesen Erlass verteilen:»Alle Juden, ob jung oder alt, auch Frauen und Kinder,sollen an einem einzigen Tag getötet werden!Sie sollen ausgerottet und vernichtet werden.Das soll am 13. Tag im zwölften Monat, dem Adar3,13 Adar: Name des zwölften Monats im biblischen Kalender. Er fällt in den Februar/März unseres Kalenders., sein.Ihr Besitz darf geplündert werden.«14Von dem Erlass fertigte man Abschriften an,um die Anordnung in jeder Provinz bekannt zu machen.Alle Leute sollten davon wissen,damit sie am festgesetzten Tag bereit waren.15Auf Befehl des Königs gingen die schnellen Boten los.So wurde der Erlass auch in der Festung Susa3,15 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen. bekannt.Der König und Haman ließen sich zum Trinken nieder,während die Stadt in heller Aufregung war.