BasisBibel NT+Ps (BB)
10101»Tote Fliegen im Öl des Salbenmischersverderben den Duft des Parfüms!«Ebenso schwer wiegt ein wenig Dummheit.Sie verdirbt den Wert der Weisheit.2»Der Verstand führt den Klugen auf den richtigen Weg,den Dummen aber auf den falschen Weg.«3Wohin der Dumme auch geht, es fehlt ihm an Verstand.Doch er selbst hält alle anderen für dumm.

4»Wenn ein Herrscher in Zorn über dich gerät,verlass auf keinen Fall deinen Platz!«Wenn du nämlich ruhig bleibst,verzeiht er dir auch große Fehler.5Es gibt einen schlimmen Fall,den ich unter der Sonne10,5 unter der Sonne: Typischer Ausdruck Kohelets, bezeichnet die Welt, die sich durch Beobachtung erforschen lässt. beobachtet habe –einen Missgriff, wie ihn auch Machthaber tun:6Ein Dummer wurde in höchste Würden eingesetzt,Vornehme und Reiche blieben in niedriger Stellung.7Ich sah Sklaven auf Pferden reiten,Fürsten aber mussten wie Sklaven zu Fuß gehen.

8»Wer eine Grube gräbt10,8 Wer eine Grube gräbt ...: Bekanntes Sprichwort, das auch in Sprichwörter 26,27 und Psalm 57,7 vorkommt., kann hineinfallen.Wer eine Mauer einreißt,kann von einer Schlange gebissen werden.«9Wer Steine bricht, kann sich dabei verletzen.Und wer Holz spaltet, bringt sich dadurch in Gefahr.10»Wenn die Axt stumpf geworden ist«und man die Schneide nicht geschärft hat,»muss man mehr Kraft aufwenden.«Weisheit aber ist ein Vorteil10,10 Vorteil: Im vorliegenden Fall hätte die Weisheit dem Handwerker viel Mühe erspart, wenn er seine Axt rechtzeitig geschärft hätte. für den,der sich auf sein Handwerk versteht.11Wenn die Schlange vor der Beschwörung beißt,verdient der Schlangenbeschwörer10,11 Schlangenbeschwörer: Schausteller auf Straßen und Märkten, der gegen Bezahlung seine Zauberkunst vorführt. kein Geld.

12»Worte, die der Kluge sagt,finden Beifall.Worte, die dem Dummen über die Lippen kommen,schaden ihm selbst.«13Am Anfang sagt er nur dummes Zeug,am Ende redet er sich um Kopf und Kragen.14Dumme Menschen reden viel.Aber kein Mensch kann wissen, was geschehen wird.Und niemand kann ihm sagen, wie es künftig weitergeht.15Dumme Menschen werden müde bei der Arbeit,sodass sie den Weg in die Stadt nicht finden10,15 nicht finden: Wahrscheinlich so zu verstehen, dass sie das Ziel, das sie durch ihre Arbeit erreichen wollen, aus den Augen verlieren..

16»Schlimm ist es für dich, Land,wenn dein König jung und unerfahren ist!Schon morgens sitzen deine Minister beim Essen.«17»Gut ist es für dich, Land,wenn dein König aus einer Herrscherfamilie stammt!Dann essen deine Minister zur richtigen Zeit10,17 zur richtigen Zeit: Das heißt, wenn sie ihre Arbeit getan haben.Sie essen, um sich zu stärken,und nicht, um sich zu betrinken.

18»Ist einer faul, senken sich die Balken des Dachs.Legt einer die Hände in den Schoß, regnet es ins Haus.«19»Man veranstaltet ein Essen, um fröhlich zu sein.Man reicht Wein10,19 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand. Mehr …, um sich des Lebens zu freuen.«Für Geld kann man wohl alles haben.

20»Verfluch nicht den König, nicht einmal in Gedanken!Nicht einmal im Schlafzimmer verfluche den Reichen!«Denn die Vögel des Himmels tragen deine Stimme fort.Mit einem Flügelschlag verbreiten sie dein Wort.
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Sprichwörter, die Mut zum Handeln machen

111»Schick dein Brot11,1 Schick dein Brot: Redensart, die dazu ermutigt, eine gute Tat zu tun. Denn die Erfahrung zeigt, dass sie sich irgendwann auszahlt. über die Wasserfläche!Denn nach vielen Tagen wirst du es wiederfinden.«2»Verteil dein Vermögen auf sieben oder acht Leute!«Du weißt ja nicht, welches Unglück über das Land kommt.3»Wenn die Wolken voll sind, fällt Regen aufs Land!«Und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden fällt,dann bleibt er dort liegen, wohin er fällt.4»Wer immer nur den Wind beobachtet,kommt nicht zum Säen.Und wer immer nur den Wolken nachschaut,kommt nicht zum Ernten.«5Du weißt ja nichts von dem Weg des Windesund vom Werden des Kindes im Leib der Schwangeren.Genauso wenig weißt du etwas über das Tun Gottes,der das alles bewirkt.6»Am Morgen beginne mit deiner Aussaat,und bis zum Abend lass deine Hand nicht ruhn!«Du weißt ja nicht,ob dir das eine oder das andere gelingtoder ob sogar beides zusammen Erfolg hat.

Letzter Aufruf zur Freude

7Man sagt: »Süß ist das Licht und gut für die Augen,wenn sie die Sonne11,7 Sonne: Licht und Sonne sind hier Sinnbilder für das Lebensglück. sehen dürfen.«8Wenn also ein Mensch viele Jahre lebt,soll er in dieser ganzen Zeit fröhlich sein.Er soll aber auch an die dunklen Tage11,8 dunkle Tage: Damit kann die Zeit des Alters gemeint sein oder der Aufenthalt in der Unterwelt, der auf den Tod folgt. denken.Denn es werden viele sein.Alles, was kommt, ist Windhauch11,8 Windhauch: Bild für etwas Flüchtiges, Vergängliches, Leeres und Sinnloses.!9Freu dich, junger Mann, in deiner Jugendund sei guter Dinge in deinen jungen Jahren!Folge den Wegen, die du gehen willst,und geh dahin, wohin dich deine Augen locken!Aber sei dir auch bewusst,dass du dich für alles vor Gott verantworten musst.10Halte dir den Ärger von der Seele fernund die Krankheit vom Leib!Denn Jugend und Morgenröte11,10 Morgenröte: Sinnbild für die Blüte der Jugendzeit. sind schnell vorbei!
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121Denk an deinen Gott, der dich geschaffen hat!

Denk an ihn in deiner Jugend,bevor die Tage kommen, die so beschwerlich sind!Denn wenn du alt geworden bist, kommen die Jahre,die dir gar nicht gefallen werden.2Dann wird sich die Sonne verfinstern,das Licht von Mond und Sternen schwinden.Dann werden die dunklen Wolken aufziehen,wie sie nach jedem Regen wiederkehren.

Die Gebrechlichkeit im Alter

3Wenn der Mensch alt geworden ist,zittern die Wächter des Hauses12,3 Wächter des Hauses: Hier Bild für die Arme.und krümmen sich die starken Männer12,3 starke Männer: Hier Bild für die Beine..Die Müllerinnen12,3 Müllerinnen: Hier Bild für die Zähne. stellen die Arbeit ein,weil nur noch wenige übrig geblieben sind.Die Frauen12,3 Frauen: Hier Bild für die Augen., die durch die Fenster schauen,erkennen nur noch dunkle Schatten.4Die beiden Türen12,4 beide Türen: Hier Bild für die Ohren., die zur Straße führen,werden auch schon geschlossen.Und das Geräusch der Mühle12,4 Geräusch der Mühle: Hier Bild für die menschliche Stimme, die sich im Alter in Tonlage und Ausdruck ändert. wird leiser,bis es in Vogelgezwitscher übergehtund der Gesang bald ganz verstummt.5Wenn der Weg ansteigt, fürchtet man sich.Jedes Hindernis unterwegs bereitet Schrecken.Wenn schließlich der Mandelbaum12,5 Mandelbaum: Hier Bild für weißes Haar. Am Ende des Winters blüht der Mandelbaum schneeweiß. blüht,die Heuschrecke sich hinschlepptund die Frucht der Kaper aufplatzt:Dann geht der Mensch in sein ewiges Haus12,5 ewiges Haus: Ägyptischer Ausdruck für das Grab.,und auf der Straße stimmt man die Totenklage an.

Das Ende des Menschen ist der Tod

6Denk12,6 denk: Der Satzbau knüpft an die Aussage von Kohelet/Prediger 12,1 an, die hier wiederholt wird. an deinen Gott, der dich geschaffen hat,bevor die silberne Schnur12,6 silberne Schnur: Sinnbild für den Lebensfaden. zerreißtund die goldene Schale zerbricht –bevor der Krug am Brunnen zerschelltund das Schöpfrad in den Schacht stürzt.7Dann kehrt der Staub zur Erde zurück,aus dem der Mensch gemacht ist.Und der Lebensatem12,7 Lebensatem: Gott haucht dem Menschen Atem ein und macht ihn dadurch lebendig, vgl. 1. Mose/Genesis 2,7. Mehr … kehrt zu Gott zurück,der ihn gegeben hat.

Das Lebensmotto des Kohelet

8Windhauch12,8 Windhauch: Bild für etwas Flüchtiges, Vergängliches, Leeres und Sinnloses. um Windhauch, sagte Kohelet,alles vergeht und verweht.

Nachworte der Herausgeber

9Kohelet war ein kluger Lehrer.Immer gab er sein Wissen an das Volk weiter.Er hörte und dichtete viele Sprichwörterund stellte sie zusammen.10Kohelet bemühte sich, kostbare Sprüche zu finden.Und hier sind diese denkwürdigen Worte aufgeschrieben.11Man sagt ja: »Worte von Klugen sind wie Ochsenstacheln12,11 Ochsenstachel: Ein mit einer Eisenspitze besetzter Stab, mit dem man die Zugtiere beim Pflügen lenkt.,die das Vieh in die richtige Richtung lenken.«Sie sind wie Pflöcke, die fest eingeschlagen sindvon den Leitern der Versammlungen12,11 Leiter der Versammlungen: Wahrscheinlich Anspielung auf den Namen »Kohelet«, der sich mit »Versammlungsleiter« übersetzen lässt..Sie sind gegeben von dem einen Hirten12,11 Hirte: Bild für den König. Wahrscheinlich ist damit König Salomo gemeint, vgl. Kohelet/Prediger 1,1..

12Außerdem, mein Sohn12,12 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., lass dich warnen:Es werden viel zu viele Bücher geschrieben.Und ständiges Lernen macht den Leib müde.13Darum lautet nach allem das Schlusswort:Nimm Gott ernst und befolge seine Gebote!Denn das gilt für jeden Menschen.14Gott wird Gericht haltenund über alle Taten sein Urteil fällen.Nichts kann der Mensch vor ihm verbergen,ob es gut war oder schlecht.