BasisBibel (BB)
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Der König von Baschan wird besiegt

31Danach brachen wir wieder aufund nahmen den Weg nach Baschan3,1 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. hinauf.Aber Og3,1 Og: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,33-35., der König von Baschan, zog uns entgegen,er und seine ganze Streitmacht.Bei Edrei3,1 Edrei: Bedeutende Ortschaft auf der Hochebene Baschan. sollte die Schlacht stattfinden.2Da sprach der Herr3,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zu mir:»Hab keine Angst vor ihm!Denn in deine Hand habe ich ihn gegeben,ihn, seine ganze Streitmacht und sein ganzes Land.Mach es so mit ihm, wie du es mit Sihon3,2 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32. gemacht hast –dem König der Amoriter, der in Heschbon3,2 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien. regierte.«

3So gab der Herr, unser Gott, auch Og3,3 Og: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,33-35. in unsere Gewalt:den König des Baschan3,3 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. mit seinem ganzen Volk.Wir schlugen ihn und ließen niemanden am Leben.4Damals nahmen wir alle seine Städte ein.Es gab keinen Ort, den wir nicht eroberten:60 Städte, die Landschaft Argob3,4 Argob: Anderer Name für Baschan.,das gesamte Königreich des Og von Baschan.5Alle diese Städte waren befestigt.Sie hatten hohe Mauern und Tore,die verriegelt3,5 verriegelt: Türen und Tore wurden in der Antike mit Riegeln verschlossen. werden konnten.Dazu kamen noch viele nicht befestigte Städte.6Wir weihten sie dem Untergang.Wir töteten Männer, Frauen und Kinder.So hatten wir es schon mit Sihon3,6 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32.,dem König von Heschbon3,6 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien. gemacht.7Nur das Vieh behielten wir für unsund die Beute aus den Städten, die wir erobert hatten.

8So eroberten wir damals das Land,das jenseits des Jordan3,8 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. liegt –vom Flusstal des Arnon3,8 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet. bis zum Gebirge Hermon3,8 Hermon: Bis zu 2814 m hohes Bergmassiv etwa 60 km nördlich des See Gennesaret..Wir nahmen es den beiden Königen3,8 die beiden Könige: Vom Sieg Israels über die Könige Sihon und Og erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-35. der Amoriter weg.9– Die Phönizier3,9 Phönizien: Schmaler Landstreifen an der östlichen Mittelmeerküste vor allem auf dem Gebiet des heutigen Libanon. nennen den Hermon übrigens Sirjon,die Amoriter3,9 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm. nennen ihn Senir. –10Auch alle Städte auf der Hochebene nahmen wir ein,ganz Gilead3,10 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. und ganz Baschan3,10 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret..Bis nach Salcha und Edrei3,10 Edrei: Bedeutende Ortschaft auf der Hochebene Baschan. kamen wir.Die Städte des Königreiches von Og,dem König des Baschan3,10 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret., gehörten jetzt uns.11Übrigens war Og der Einzige,der von den hochgewachsenen Rafaitern3,11 Rafaiter: Bewohner des Landes, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Wegen ihrer überdurchschnittlichen Körpergröße wurden sie als Riesen bezeichnet. übrig war.In Rabba, der Hauptstadt der Ammoniter3,11 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.,steht doch sein Bett aus Eisen – oder etwa nicht?Es ist viereinhalb Meter3,11 viereinhalb Meter: Wörtlich »neun Ellen«. Eine Elle entspricht etwa 45 cm und wird vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen gemessen. lang und zwei Meter3,11 zwei Meter: Wörtlich »vier Ellen«. Eine Elle entspricht etwa 45 cm und wird vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen gemessen. breit –nach üblichem Maß3,11 übliches Maß: Es gab damals keine einheitlichen Maßeinheiten. Man orientierte sich an der Länge der Gliedmaßen eines Menschen, sodass man einen ungefähren Standard hatte. gemessen.

Das Land östlich des Jordan wird verteilt

12Dieses Land haben wir damals3,12 damals: Von der Landverteilung durch Mose erzählt 4. Mose/Numeri 32,20-42. in Besitz genommen.Den Stämmen Ruben3,12 Ruben: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, nordöstlich des Toten Meers. und Gad3,12 Gad: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, im heutigen Jordanien. gab ich folgenden Anteil:von Aroer aus, das im Flusstal des Arnon3,12 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet. liegt,die Hälfte des Gebirges von Gilead3,12 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. mit den Städten.13Den Rest von Gilead gab ich dem halben Stamm Manasse3,13 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland.,dazu den ganzen Baschan3,13 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret., das Königreich von Og3,13 Og: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,33-35..Die Landschaft Argob3,13 Argob: Anderer Name für Baschan. gehört also Manasse.Den gesamten Baschan nennt man Land der Rafaiter3,13 Rafaiter: Bewohner des Landes, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Wegen ihrer überdurchschnittlichen Körpergröße wurden sie als Riesen bezeichnet..14Jair war ein Mann aus dem Stamm Manasse.Er nahm sich die ganze Landschaft Argobbis an die Grenze zu den Geschuritern und Maachatitern.Dann nannte er die Region nach seinem eigenen Namen:Zeltdörfer des Jair.Und so heißt der Baschan heute noch.

15Machir, einem anderen Mann aus dem Stamm Manasse3,15 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland.,gab ich Gilead3,15 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer..16Den Stämmen Ruben3,16 Ruben: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, nordöstlich des Toten Meers. und Gad3,16 Gad: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, im heutigen Jordanien. gab ichden Teil von Gilead bis zum Fluss Arnon3,16 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet..In der Mitte des Flusses war die Grenze.Ihr Gebiet reichte von dort bis zum Jabbok3,16 Jabbok: Fluss im heutigen Jordanien, der nördlich des Toten Meeres in den Jordan mündet..Dieser Fluss war die Grenze zu den Ammonitern3,16 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..17Dazu bekamen sie die Araba3,17 Araba: Eine lang gezogene Senke östlich des Toten Meeres, die bis zum Roten Meer verläuft. Hier ist nur der nördliche Teil dieser Steinwüste gemeint. mit dem Jordan3,17 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. als Grenze.Der Jordan verläuft vom See Kinneret3,17 See Kinneret: Anderer Name für den See Gennesaret.bis zum Salzmeer, dem Toten Meer3,17 Totes Meer: Großer See, in den der Jordan mündet, mit ungewöhnlich hohem Salzgehalt..Es liegt unterhalb der östlichen Hänge des Pisga3,17 Pisga: Berg etwa 20 km östlich der Nordspitze des Toten Meers, im heutigen Jordanien gelegen..

18Damals habe ich euch befohlen:»Der Herr3,18 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., euer Gott, hat euch dieses Land gegeben,um es in Besitz zu nehmen.Zum Kampf gerüstet sollt ihr den Jordan3,18 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. überqueren,alle kriegstüchtigen Männer.Ihr zieht vor euren Brüdern her, den anderen Israeliten.19Nur eure Frauen, eure Kinder und euer Viehdürfen zu Hause bleiben –und ich weiß, dass ihr viele Tiere habt.Sie sollen in euren Städten bleiben,die ich euch gegeben habe.20Ihr aber zieht so lange mit den anderen,bis der Herr, euer Gott, alle versorgt hat.Wie ihr sollen auch eure Brüder Ruhe haben.Der Herr, euer Gott,gibt ihnen das Land westlich des Jordan.Erst wenn sie es in Besitz genommen haben,dürft ihr zurückkehren:jeder zu seinem Stück Land,das ich euch gegeben habe.«

21Zu der Zeit ermahnte ich Josua3,21 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land.:»Mit eigenen Augen hast du gesehen,was der Herr, euer Gott, alles getan hat –wie er die beiden Könige3,21 die beiden Könige: Vom Sieg Israels über die Könige Sihon und Og erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-35. besiegt hat.So wird er es auch mit allen Königreichen machen,zu denen du hinüberziehst.22Ihr sollt keine Angst vor ihnen haben!Denn der Herr, euer Gott, wird für euch kämpfen.«

Mose darf das Land nicht betreten

23Damals betete ich und bat den Herrn3,23 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:24»Herr, mein Gott, du hast damit begonnen,dich deinem Knecht3,24 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. zu zeigen.Deine Größe und deine starke Hand hast du mich sehen lassen.Wo ist ein solcher Gott im Himmel und auf Erden,der so Gewaltiges tut und solche Siege erringt wie du?25Lass mich über den Jordan3,25 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. ziehenund das herrliche Land dort drüben sehen:seine grünen Hügel und den Libanon3,25 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen.

26Aber der Herr war zornig auf mich – wegen euch3,26 wegen euch: Weil das Volk Israel Gott nicht vertraute, bestrafte Gott es mit einer 40-jährigen Wüstenwanderung. Eine ganze Generation durfte das verheißene Land nicht betreten, vgl. 4. Mose/Numeri 14,26-39..Er hörte nicht auf mich, sondern sagte zu mir:»Genug jetzt! Rede nie mehr davon!27Steig auf den Gipfel des Pisga3,27 Pisga: Berg etwa 20 km östlich der Nordspitze des Toten Meers, im heutigen Jordanien gelegen.!Schau nach Westen, Norden, Süden und Osten!Du sollst das Land mit deinen Augen sehen.Aber du wirst den Jordan3,27 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. nicht überqueren.28Beauftrage Josua3,28 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land., mach ihm Mut und stärke ihn!Er wird an der Spitze des Volks über den Jordan ziehen.Das Land, das du sehen wirst,wird er ihnen als Erbbesitz3,28 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. geben.«

29So blieben wir noch im Tal gegenüber von Bet-Pegor.
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Die Weisung Gottes ist Israels Schatz

41Und nun, Israel4,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:Höre auf die Gesetze und Bestimmungen,die ich euch lehre!Handelt danach, damit ihr am Leben bleibtund in das versprochene Land kommt!Dann werdet ihr das Land in Besitz nehmen,das der Herr4,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., der Gott eurer Väter4,1 Väter: Meint die drei Stammväter Israels: Abraham, Isaak und Jakob., euch gibt.2Ihr dürft den Wortlaut nicht verändern von dem,was ich euch jetzt gebiete.Ihr dürft nichts hinzufügen und nichts weglassen.Nein, beachtet die Gebote4,2 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. genau,auf die ich euch heute verpflichte!Es sind die Gebote des Herrn, eures Gottes.

3Mit eigenen Augen habt ihr gesehen,was der Herr bei Baal-Pegor4,3 Baal-Pegor: Dort hatten sich die Israeliten mit den Frauen der Moabiter eingelassen und an den Opferfesten für deren Götter teilgenommen, vgl. 4. Mose/Numeri 25,1-9. getan hat.Vernichtet hat der Herr alle,die dem Baal4,3 Baal: Name einer fremden Gottheit, der hier stellvertretend für die Verehrung fremder Götter steht. von Pegor nachgelaufen sind.Aus deiner Mitte hat er sie entfernt.4Ihr aber seid dem Herrn, eurem Gott, treu geblieben.Deshalb seid ihr alle heute noch am Leben.5Vergesst nicht:Ich habe euch die Gesetze und Bestimmungen gelehrt,wie es mir der Herr, mein Gott, befohlen hat.Handelt danach in dem Land, in das ihr kommt!Ihr sollt es in Besitz nehmen.6Befolgt die Gebote und handelt danach!Denn darin liegen eure Weisheit und euer Verstand,was den anderen Völker auffallen wird.Sie werden von allen diesen Gesetzen hörenund dann über euch sagen:»Wie weise und vernünftig ist doch dieses große Volk!«

7Urteilt selbst:Welches Volk ist ein so großes Volk und hat Götter,die ihm so nahe sind wie uns der Herr, unser Gott?Wir beten zu ihm und er hört uns.8Welches andere große Volk hat Gesetze und Bestimmungen,die so gerecht sind wie unsere?Nur wir haben diese ganze Weisung4,8 Weisung: Hebräisch Tora. Bezeichnet hier den Großteil von 5. Mose/Deuteronomium.,die ich euch heute verkünde.

Israel darf sich keine Götterbilder machen

9Pass auf, Israel4,9 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen., und achte gut auf dein Leben!Vergiss die Ereignisse ja nicht,die du mit eigenen Augen gesehen hast!Behalte sie ganz fest in deinem Herzendein ganzes Leben lang!Erzähl deinen Kindern und deinen Enkeln davon!10Vergiss nicht den Tag,an dem du vor dem Herrn4,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., deinem Gott, gestanden hast.Damals, am Horeb4,10 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20., gab er mir den Auftrag:»Hol mir das Volk zusammen!Sie sollen hören, was ich selbst ihnen sagen will.So lernen sie,mir jeden Tag mit Ehrfurcht4,10 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. zu begegnen,so lange sie auf der Erde leben.Das sollen sie auch ihren Kindern beibringen.«

11Also seid ihr näher gekommen,bis ihr am Fuß des Berges4,11 Fuß des Berges: Meint den auch »Sinai« genannten Gottesberg Horeb, auf dem Gott dem Volk Israel im Gewittersturm erscheint; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. versammelt wart.Der Berg stand in Flammen, bis zum Himmel loderten sie.Ringsum waren Dunkelheit, Wolken und Finsternis.12Da redete der Herr, euer Gott, zu euch,mitten aus dem Feuer hörtet ihr ihn sprechen.Ihr konntet den Klang seiner Stimme hören,aber eine Gestalt habt ihr nicht gesehen.Da war nur diese Stimme.13Er verkündete euch seinen Bund4,13 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.,den ihr halten sollt – die Zehn Worte4,13 Zehn Worte: Meint die Zehn Gebote, die Mose von Gott erhalten hat..Die schrieb er auf zwei Tafeln aus Stein.14Mir befahl der Herr damals,euch die Gesetze und Bestimmungen zu lehren.Die sollt ihr im versprochenen Land halten,in das ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen.15Passt gut auf, achtet auf euer Leben!Denn ihr habt keine Gestalt gesehen,als der Herr, euer Gott, zu euch sprach.Am Horeb4,15 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. sprach er mitten aus dem Feuer.16Es wäre verhängnisvoll,wenn ihr euch ein Bild von Gott macht:Macht euch keine Nachbildung,keine männliche oder weibliche Götterfigur4,16 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten.!17Macht euch kein Abbildeines Tieres, das auf der Erde lebt,oder eines Vogels, der am Himmel fliegt!18Macht euch auch kein Abbild eines Kriechtieresoder eines Fisches, der unten im Wasser lebt!

19Lass dich auch sonst nicht verführen:Du richtest die Augen Richtung Himmelund siehst Sonne, Mond und Sterne?Du siehst das ganze Heer des Himmels?Dann bete sie nicht an und verehre sie niemals!Denn der Herr, dein Gott, hat sie anderen gegeben4,19 anderen gegeben: Andere Völker beteten die Sonne und die Sterne als Gottheiten an.:Andere Völker unter dem Himmel mögen sie anbeten.20Aber der Herr hat euch genommenund aus Ägypten geführt4,20 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Dieses Land wirkte auf euch wie ein Schmelzofen4,20 Schmelzofen: Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt..So wurdet ihr Gottes eigenes Volk, sein Eigentum4,20 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk..Das seid ihr auch heute noch.

21Auch auf mich war der Herr zornig –wegen eures Gejammers4,21 Gejammer: Das Misstrauen der Israeliten gegenüber Gott wird an dieser Stelle Mose zur Last gelegt, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 1,37 und 5. Mose/Deuteronomium 3,23-28..Mit einem Eid kündigte er mir an,dass ich den Jordan4,21 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. nicht überqueren werdeund das herrliche Land nicht betreten darf.Dieses Land schenkt dir der Herr, dein Gott.Es soll dein Erbbesitz4,21 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. sein.22Ich aber werde den Jordan nicht mehr überqueren.Ich muss hier im Land bleiben und sterben.Aber ihr werdet hinüberziehenund das herrliche Land in Besitz nehmen.

23Nehmt euch in acht!Vergesst ja nicht den Bund4,23 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.,den der Herr, euer Gott, mit euch geschlossen hat!Macht euch bloß kein Götterbild4,23 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten.das hat dir der Herr, dein Gott, verboten!24Denn der Herr, dein Gott, ist ein eifersüchtiger Gott4,24 eifersüchtiger Gott: Gott will nicht, dass sein Volk andere Götter anbetet und sich von ihnen Hilfe erhofft. Er will sein einziger Gott sein.leidenschaftlich wie ein Feuer, das alles frisst.

Ein Blick in Israels Zukunft: Götterbilder, Strafe und Umkehr

25Eines Tages wirst du Kinder und Enkelkinder haben,und ihr habt euch längst im dem Land eingelebt.Wenn ihr euch dann Götterbilder4,25 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. macht,egal in welcher Form,dann lauft ihr in euer Verderben.Böse ist das in den Augen des Herrn4,25 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., eures Gottes,und es macht ihn zornig.26Für diesen Fall bestimme ich heute Zeugen:Himmel und Erde sollen gegen euch aussagen.Dann werdet ihr bald wieder aus dem Land verschwinden,das ihr in Besitz nehmen wollt.Auch wenn ihr jetzt über den Jordan4,26 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. zieht,werdet ihr dort nicht lange leben.Es wird mit euch schon bald ein Ende haben.27Der Herr wird euch unter die Völker zerstreuen.Nur wenige von euch werden übrig bleibenund in fremden Ländern leben müssen.Dorthin wird der Herr euch verbannen4,27 verbannen: Von einer solchen Verbannung nach Babylonien und der Zerstörung Jerusalems berichtet 2. Könige 24–25..28Ihr werdet dort Götter4,28 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. verehren müssen,die von Menschen aus Holz und Stein gemacht sind.Sie können weder sehen noch hören,weder schmecken noch riechen.

29In der Verbannung4,29 Verbannung: Von einer solchen Verbannung nach Babylonien und der Zerstörung Jerusalems berichtet 2. Könige 24–25. Grund dafür war, dass die Israeliten Götterbilder anbeteten und Gottes Gebote missachteten. wirst du, Israel4,29 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,den Herrn, deinen Gott, suchen.Und du wirst ihn finden,wenn du ihn wirklich suchst –mit deinem ganzen Herzen4,29 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. und mit deiner ganzen Seele4,29 deine ganze Seele: Israel soll sich mit seiner ganzen Lebenskraft für Gott einsetzen..30Wenn alle diese Worte eintreffen,wirst du in ferner Zukunft in deiner Not umkehren.Du wirst zu dem Herrn, deinem Gott, zurückkehrenund auf das hören, was er sagt.31Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott.Er lässt dich nicht im Stichund wird dich nicht zerstören.Er wird auch den Bund4,31 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. nicht vergessen,den er mit deinen Vorfahren geschlossen hat.Mit einem Schwur hat er ihn bekräftigt.

32Geh in Gedanken zurück: Beginne bei dem Tag,an dem Gott den Menschen auf der Erde erschaffen4,32 erschaffen: Von der Erschaffung des Menschen durch Gott erzählt 1. Mose/Genesis 1,26-27. hat!Erforsche die weite Welt:Geh von einem Ende des Himmels bis zum anderen!Ist schon einmal so etwas Großes geschehen?Hat man schon einmal so etwas gehört?33Hat schon einmal ein Volk die Stimme Gottes gehört?Zu wem sonst hat er aus dem Feuer geredet4,33 aus dem Feuer geredet: Gott erschien dem Volk Israel am Gottesberg in einem Gewittersturm und verkündete die Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 19–20.,so wie du es erlebt hast?Du bist dabei sogar am Leben geblieben.34Hat jemals ein Gott dies versucht:Hat er sich aufgemacht,ein Volk aus einem anderen herauszuholen4,34 herausholen: Gott hat sein Volk Israel aus Ägypten herausgeholt, es aus der Sklaverei befreit.und es zu seinem Volk zu machen?Das alles hat der Herr, euer Gott, für euch getan –mit Plagen, Zeichen und Wundern4,34 Plagen, Zeichen, Wunder: Um seine Macht gegenüber dem Pharao zu zeigen, ließ Gott zehn schlimme Plagen über die Ägypter kommen, vgl. 2. Mose/Exodus 7,14–12,33. Diese Plagen gelten als Wunder und Zeichen Gottes.,mit Krieg, starker Hand und ausgestrecktem Arm,mit großen und schrecklichen Taten.In Ägypten hat er es vor euren Augen vollbracht.

35Du hast das alles erfahren, damit du begreifst:Der Herr ist wirklich Gott, kein anderer, nur er.36Vom Himmel her ließ er dich seine Stimme hören,um dich zu unterweisen.Auf der Erde ließ er dich sein großes Feuer sehen.Seine Worte hast du aus diesem Feuer heraus gehört4,36 aus diesem Feuer heraus gehört: Gott erschien dem Volk Israel am Gottesberg Horeb in einem Gewittersturm und verkündete die Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 19–20..37Deine Vorfahren hat er geliebt, ihre Nachkommen erwählt.Darum hat er dich aus Ägypten geführt4,37 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. mit großer Kraft.

38Wenn du angreifst, vertreibt er Völker,die größer und mächtiger sind als du.Er wird dich in ihr Land bringenund es dir als Erbbesitz4,38 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. geben.Dies alles geschieht jetzt.39Heute sollst du es begreifen und dir zu Herzen nehmen:Der Herr allein ist Gott,oben im Himmel und unten auf der Erde.Außer ihm gibt es keinen anderen.40Befolge seine Gesetze und Bestimmungen,auf die ich dich heute verpflichte!Dann wird es dir gut gehenund später auch deinen Nachkommen.Du wirst ein langes Leben haben in dem Land,das der Herr, dein Gott, dir für immer gibt.

Verordnung über die Asylstädte im Ostjordanland

41Damals bestimmte Mose4,41 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. drei Asylstädte4,41 Asylstadt: Stadt, in die jemand fliehen kann, wenn er zu Unrecht des Mordes beschuldigt wird; vgl. 4. Mose/Numeri 35,9-15.,die im Land östlich des Jordan4,41 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. lagen.42In diese Städte kann jeder fliehen,der einen anderen unabsichtlich getötet hat –wenn er vorher mit dem Opfer nicht verfeindet war.Flieht er in eine dieser Städte,so wird er am Leben bleiben4,42 am Leben bleiben: Wer einen anderen Menschen tötete, sollte als Strafe selbst getötet werden; vgl. 2. Mose/Exodus 21,12..43Das sind die drei Asylstädte:Bezer in der Steppe auf der Hochebene –für die Israeliten aus dem Stamm Ruben4,43 Ruben: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, nordöstlich des Toten Meers.;Ramot in Gilead4,43 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. – für die aus dem Stamm Gad4,43 Gad: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, im heutigen Jordanien.;Golan im Baschan4,43 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. – für die aus dem Stamm Manasse4,43 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland..

Die Zehn Gebote und das Bekenntnis Israels

5. Mose/Deuteronomium 4,44–6,25

Einleitung zur Verkündigung der Zehn Gebote

44Es folgt jetzt die Weisung4,44 Weisung: Hebräisch Tora. Bezeichnet hier den Großteil von 5. Mose/Deuteronomium.,die Mose4,44 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. den Israeliten damals verkündet hat.45Es sind die Vorschriften, Gesetze und Bestimmungen,die Mose den Israeliten weitergab.Er teilte sie ihnen mit,als sie aus Ägypten4,45 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. ausgezogen waren.46Sie lagerten damals auf der anderen Seite des Jordan4,46 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.,im Tal gegenüber von Bet-Pegor.Dieses Land hatte Sihon gehört,dem König der Amoriter aus Heschbon4,46 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien..Aber Mose und die Israeliten hatten ihn besiegt,nachdem sie aus Ägypten ausgezogen waren.47Sie hatten sein Land in Besitz genommen,ebenso das Land von Og, dem König des Baschan4,47 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret..Sihon und Og4,47 Sihon, Og: Vom Sieg Israels über die beiden Könige erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-35. waren die beiden Könige der Amoriter,die östlich des Jordan geherrscht hatten.48Ihr Gebiet reichte vom Flusstal des Arnon4,48 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet. bei Aroerbis zum Gebirge Sion, das auch Hermongebirge4,48 Hermon: Bis zu 2814 m hohes Bergmassiv etwa 60 km nördlich des See Gennesaret. heißt.49Auch die ganze Araba4,49 Araba: Eine lang gezogene Senke östlich des Toten Meeres, die bis zum Roten Meer verläuft. Hier ist nur der nördliche Teil dieser Steinwüste gemeint. östlich des Jordanbis zum Toten Meer4,49 Totes Meer: Großer See, in den der Jordan mündet, mit ungewöhnlich hohem Salzgehalt. unterhalb der Hänge des Pisga4,49 Pisga: Berg etwa 20 km östlich der Nordspitze des Toten Meers, im heutigen Jordanien gelegen.gehörte zu diesem Gebiet.
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Die Zehn Gebote

51Mose5,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. rief ganz Israel5,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. zusammenund sagte zu ihnen:Höre, Israel, auf die Gesetze und Bestimmungen,die ich euch heute verkünde!Lernt sie, beachtet sie und handelt danach!2Der Herr5,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., unser Gott, schloss mit uns einen Bund5,2 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.,als wir am Horeb5,2 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. waren.3Nicht mit unseren Vorfahrenhat der Herr diesen Bund geschlossen.Er hat ihn mit uns geschlossen,die wir hier und heute leben.4Auf dem Berg sprach der Herr mitten aus dem Feuer.Von Angesicht zu Angesicht5,4 von Angesicht zu Angesicht: Dieser direkte Kontakt zwischen Gott und dem gesamten Volk Israel ist etwas Besonderes. In der Regel braucht es dafür eine vermittelnde Person wie einen Propheten. sprach er zu euch.5Ich stellte mich damals zwischen den Herrn und euchund habe euch seine Worte5,5 seine Worte: In den Versen 6-21 folgen die sogenannten Zehn Gebote, die auch in 2. Mose/Exodus 20,2-17 überliefert sind. weitergegeben.Denn ihr habt euch vor dem Feuer gefürchtetund seid nicht auf den Berg gestiegen.

Das aber sagte er:6»Ich bin der Herr, dein Gott!Ich habe dich aus dem Land Ägypten geführt5,6 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.aus dem Leben in der Sklaverei.7Du sollst neben mir5,7 neben mir: Für Israel darf es keine anderen Götter geben. Ihre Verehrung wäre ein Vergehen gegen den Gott Israels. keine anderen Götter haben!8Du sollst dir kein Bild von Gott5,8 Bild von Gott: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. machen!Nichts, was im Himmel und auf der Erde istund im Wasser unter der Erde, kann ihn darstellen.9Du sollst keine anderen Götter5,9 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. anbeten und verehren!Denn ich bin der Herr, dein Gott.Ich bin ein eifersüchtiger Gott5,9 eifersüchtiger Gott: Gott will nicht, dass sein Volk andere Götter anbetet und sich von ihnen Hilfe erhofft. Er will sein einziger Gott sein.:Die mir untreu werden, lasse ich nicht davonkommen.Wenn die Väter Schuld5,9 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladen haben,ziehe ich auch die Kinder zur Verantwortung –bis zur dritten und vierten Generation.10Doch die mich lieben und meine Gebote befolgen,erfahren meine Güte noch in tausend Generationen.

11Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes,nicht missbrauchen5,11 missbrauchen: Beim Schwören wurde der Name Gottes in der Schwurformel verwendet. Wer lügt, soll sich auf keinen Fall auf Gott berufen..Denn wer das tut, den wird der Herr bestrafen.12Du sollst den Sabbat5,12 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. einhalten!Er soll ein heiliger Tag sein!So hat es der Herr, dein Gott, dir befohlen.13Sechs Tage in der Woche darfst du arbeitenund alle deine Tätigkeiten verrichten.14Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag.Er gehört dem Herrn, deinem Gott.An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun:weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter,dein Sklave oder deine Sklavin5,14 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden.,dein Rind oder dein Esel,auch nicht dein Vieh oder der Fremde5,14 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. in deiner Stadt.Dein Sklave und deine Sklavinsollen genauso wie du ausruhen können.15Denk daran:Auch du warst einmal ein Sklave im Land Ägypten5,15 ein Sklave im Land Ägypten: 2. Mose/Exodus 1 erzählt von der Zeit, als die Israeliten als Sklaven in Ägypten lebten..Aber der Herr, dein Gott,hat dich von dort herausgeführt5,15 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.mit starker Hand und machtvoll ausgestrecktem Arm.Deshalb hat der Herr, dein Gott, dir befohlen,den Sabbat als Ruhetag zu gestalten.

16Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren5,16 ehren: Die Eltern mit Respekt und Würde behandeln und auch bei Krankheit oder im Alter für sie sorgen.und für sie sorgen!So hat es der Herr, dein Gott, dir befohlen.Dann wirst du lange und gut leben in dem Land,das der Herr, dein Gott, dir geben wird.17Du sollst nicht töten!18Du sollst nicht ehebrechen5,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.!19Du sollst nicht stehlen!20Du sollst nichts Falsches über deinen Nächsten sagen5,20 nichts Falsches sagen: Dieses Gebot bezieht sich ursprünglich auf die Falschaussage vor Gericht.!21Du sollst nicht die Frau eines anderen begehren!Du sollst nichts für dich haben wollen,was deinem Nächsten gehört:weder sein Haus noch sein Feld,seinen Sklaven oder seine Sklavin,sein Rind, seinen Esel oder irgendetwas anderes.«

22Diese Worte hat der Herr gesprochen,als ihr am Berg5,22 Berg: Meint den auch »Sinai« genannten Gottesberg Horeb, auf dem Gott dem Volk Israel im Gewittersturm erscheint; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. versammelt wart.Er hat mit lauter Stimme gesprochen –mitten aus dem Feuer, der Wolke und dem Dunkel.Nur diese Worte hat er gesagt – sonst nichts weiter.Dann hat er sie auf zwei Tafeln aus Stein5,22 Tafeln mit den Geboten: Meint die Steintafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 34,27-28. Sie stehen sinnbildlich für alle Gebote, die Gott seinem Volk gegeben hat. geschriebenund mir gegeben.

Mose wird zum Mittelsmann zwischen Gott und dem Volk

23Als ihr die Stimme aus dem Dunkel gehört habtund der Berg5,23 Berg: Meint den auch »Sinai« genannten Gottesberg Horeb, auf dem Gott dem Volk Israel im Gewittersturm erscheint; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. in Flammen stand, kamt ihr zu mir.Alle führenden Männer eurer Stämme5,23 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. und eure Ältesten5,23 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde.traten an mich heran.24Sie sagten: »Der Herr5,24 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., unser Gott, hat uns gezeigt,wie herrlich und mächtig er ist.Seine Stimme haben wir mitten aus dem Feuer gehört.Heute haben wir es erlebt:Der Herr kann mit Menschen redenund sie bleiben doch am Leben!25Und nun – warum sollen wir jetzt sterben?Denn dieses mächtige Feuer wird uns verbrennen.Wenn wir noch länger diese Stimme hören,die Stimme des Herrn, unseres Gottes,werden wir bald tot sein.26Denn welches sterbliche Wesenhat das jemals überlebt:die Stimme des lebendigen Gottes zu hören,wenn er mitten aus dem Feuer spricht?Aber wir haben das erlebt.27Geh du doch näher hin, Mose!Höre alles, was der Herr, unser Gott,uns zu sagen hat!Und dann teilst du uns mit,was der Herr, unser Gott, dir sagen wird.Wir wollen es hören und befolgen.«

28Der Herr hörte eure Worte,als ihr so auf mich eingeredet habt.Darauf sagte der Herr zu mir:»Ich habe gehört, was das Volk zu dir gesagt hat.Was sie gesagt haben, ist gut.29Ach wenn sie doch in ihren Herzen dabei blieben,Ehrfurcht5,29 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. vor mir zu haben und meine Gebote5,29 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. zu halten!Dann würde es ihnen und ihren Kindern immer gut gehen.30Mose5,30 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., geh jetzt und sag ihnen,dass sie zu ihren Zelten zurückkehren sollen!31Du aber, stell dich hierher zu mir.Ich will dir alles Weitere mitteilen,alle Gebote, Gesetze und Vorschriften.Darin sollst du sie unterweisen.Sie sollen danach handeln in dem Land,das ich ihnen gebe, damit sie es in Besitz nehmen.«

32Also, ihr Israeliten:Befolgt sie und handelt danach!Macht es genau so,wie der Herr, euer Gott, es euch befohlen hat!Weicht nicht davon ab,weder nach rechts noch nach links.33Ihr sollt genau auf dem Weg5,33 Weg: Bild für ein Leben, das sich nach Gottes Willen und Geboten richtet. gehen,den der Herr, euer Gott, euch gewiesen hat.Dann werdet ihr am Leben bleiben,und es wird euch gut gehen.Ihr werdet lange in dem Land leben,das ihr in Besitz nehmen werdet.