BasisBibel (BB)
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Regeln für die Kriegsführung

201Du ziehst in den Krieg gegen deine Feindeund siehst dann:Sie haben Pferde und Streitwagen20,1 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … und sind mehr als wir.Dann fürchte dich nicht vor ihnen!Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir,er hat dich aus Ägypten geführt20,1 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..2Bevor ihr in den Kampf zieht,soll der Priester20,2 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … vortreten und zum Heer sprechen.3Er soll ihnen sagen: »Höre, Israel20,3 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …:Heute zieht ihr in den Kampf gegen eure Feinde.Euer Herz soll nicht den Mut verlieren!Fürchtet euch nicht und habt keine Angst!Weicht nicht zurück!4Denn der Herr, euer Gott, zieht mit euch in den Kampf.Er wird für euch gegen eure Feinde kämpfenund euch retten.«5Danach sollen die Beamten,die die Listen der kriegsfähigen Männer führen,das Heer fragen:»Hat jemand ein Haus neu gebautund es noch nicht eingeweiht?Der soll wegtreten und nach Hause zurückkehren!Sonst stirbt er im Kampf und ein anderer weiht es ein!6Hat jemand einen Weinberg20,6 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … angelegtund noch nicht die ersten Trauben geerntet?Der soll wegtreten und nach Hause zurückkehren!Sonst stirbt er im Kampf und ein anderer erntet.7Ist jemand mit einer Frau verlobtund hat sie noch nicht geheiratet?Der soll wegtreten und nach Hause zurückkehren!Sonst stirbt er im Kampf und ein anderer heiratet sie!«8Außerdem sollen die Beamten das Heer fragen:»Fürchtet sich jemand und hat keinen Mut?Der soll wegtreten und nach Hause zurückkehren!Sonst steckt er seine Brüder20,8 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. mit seiner Mutlosigkeit an!«9Wenn die Beamten ihre Ansprache beendet haben,sollen sie Heerführer ernennenund ihnen den Befehl übertragen.

10Wenn du vor eine Stadt ziehst,um gegen sie zu kämpfen,sollst du ihr ein Friedensangebot machen.11Nimmt sie das Friedensangebot anund öffnet sie dir ihre Tore,soll ihre Bevölkerung dir dienen.Du sollst sie zur Arbeit verpflichten.12Nimmt die Stadt das Friedensangebot nicht anund will gegen dich kämpfen,dann belagere sie.13Der Herr, dein Gott, wird sie in deine Hand geben.Töte alle männlichen Einwohner mit dem Schwert!14Aber die Frauen, Kinder und Tieredarfst du als Beute für dich nehmen.Auch was sich sonst alles in der Stadt befindet,darfst du plündern und für dich nehmen.Iss, was du von deinen Feinden erbeutet hast!Der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt.15So sollst du es mit allen Städten halten,die sehr weit entfernt von dir liegen.Das gilt jedoch nicht für die Städte in der Nähe,in denen fremde Völker wohnen.16Diese Städte sollen dir als Erbbesitz20,16 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. gehören,den der Herr, dein Gott, dir gibt.Deshalb sollst du nichts und niemanden am Leben lassenin den Städten dieser Völker.17Du musst sie alle dem Untergang weihen20,17 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.:die Hetiter20,17 Hetiter: Volksgruppe im südlichen Kanaan, bevor das Land durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde., Amoriter20,17 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm., Kanaaniter20,17 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr …, Perisiter,Hiwiter und Jebusiter20,17 Jebusiter: Bevölkerungsgruppe, die vor den Israeliten in Jerusalem und dem umliegenden Gebiet lebte..So hat es der Herr, dein Gott, dir befohlen.18Damit soll verhindert werden,dass sie euch alles Abscheuliche beibringen,was sie für ihre Götter getan haben.Denn dann würdet ihr Sünden20,18 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begehenund euch gegen den Herrn, euren Gott, stellen!

19Folgender Fall:Du belagerst eine Stadt eine lange Zeit,um gegen sie zu kämpfen und sie zu erobern.Dann zerstöre nicht die Bäume,indem du sie mit der Axt umhaust!Denn du kannst von ihnen essen.Fälle nicht die Bäume, die Früchte tragen!Diese Bäume sind doch keine Menschen,die du bekämpfen müsstest!20Du kannst nur das Holz der Bäume nutzen,von denen du weißt, dass sie keine Früchte tragen.Fälle sie und verwende sie für die Belagerung.Baue damit eine Blockade gegen die Stadt,die mit dir kämpft – bis sie fällt.
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Verfahren bei unklarer Beweislage

211Folgender Fall:Du findest einen Erschlagenen in dem Land,das der Herr, dein Gott, dir gibt,um es in Besitz zu nehmen.Er liegt auf dem freien Feldund niemand weiß, wer ihn erschlagen hat.2Dann sollen die Ältesten21,2 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. und Richter hinausgehen.Sie sollen die Entfernung ausmessenvom Fundort bis zu den umliegenden Städten.3In der Stadt, die am nächsten beim Fundort liegt,sollen die Ältesten der Stadt eine junge Kuh nehmen.Diese Kuh darf noch nie als Zugtier gearbeitet haben,sie darf also kein Joch21,3 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Mehr … getragen haben.4Die Ältesten dieser Stadt sollen die Kuh nehmenund in ein trockenes Bachbett führen.Dort, wo keine Äcker sind und nicht gesät wird,sollen sie der Kuh das Genick brechen.5Dann sollen die Priester21,5 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … dazukommen,die Nachkommen Levis.Denn der Herr, dein Gott, hat sie erwählt.Sie sollen ihm dienenund im Namen21,5 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. Mehr … des Herrn den Segen21,5 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. Mehr … sprechen.Ihre Entscheidung ist in allen Streitfällen maßgeblich,bei einem Rechtsstreit oder bei Körperverletzung.6Alle Ältesten dieser Stadt,die am nächsten beim Fundort des Erschlagenen liegt,sollen stellvertretend eine Erklärung abgeben.Sie sollen ihre Hände über der Kuh waschen,der am Bach das Genick gebrochen wurde.7Dann sollen sie feierlich erklären:»Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen,und unsere Augen haben nichts gesehen.8Schenk deinem Volk Israel21,8 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … Vergebung!Du, Herr, hast es ja erlöst.Entferne das Blut des Erschlagenen aus seiner Mitte.Dann trifft dein Volk Israel keine Schuld daran,dass das Blut eines Unschuldigen vergossen wurde!«

9Du hast damit unschuldig vergossenes Blutaus deiner Mitte beseitigt.Denn du hast getan, was dem Herrn gefällt.

Regeln zur Ehe mit einer Kriegsgefangenen

10Folgender Fall:Du ziehst in den Krieg gegen deine Feinde,und der Herr, dein Gott, gibt sie in deine Hand.Du machst bei ihnen Gefangene.11Unter diesen Gefangenen siehst du eine schöne Frauund verliebst dich in sie.Du willst sie heiraten.12Dann bring sie in dein Haus!Dort soll sie sich die Haare scheren21,12 die Haare scheren: Gehört wie das Schneiden der Nägel zu den Trauerbräuchen.und die Nägel schneiden.13Die Kleider, die sie als Gefangene anhatte,soll sie ablegen.In deinem Haus soll sie wohnen.Einen Monat lang soll sie trauern könnenum ihren Vater und um ihre Mutter.Danach darfst du mit ihr schlafen und sie heiraten.Du bist nun ihr Mann und sie wird deine Frau sein.14Gefällt sie dir irgendwann nicht mehr,darfst du sie freigeben.Sie darf gehen, wohin sie will.Du darfst sie aber nicht für Geld verkaufen.Du darfst sie nicht wie eine Sklavin21,14 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr … behandeln.Denn du hast ihr die Unschuld genommen.

Das Recht des Erstgeborenen

15Folgender Fall:Ein Mann hat zwei Frauen,eine davon liebt er sehr, die andere nicht.Beide bekommen Kinder von ihm,sowohl die geliebte als auch die ungeliebte Frau.Der erstgeborene Sohn21,15 erstgeborener Sohn: Ältester Sohn in der Familie und damit Nachfolger des Vaters als Haupterbe. aber ist von der ungeliebten Frau.16Wenn dann der Mann das Erbe verteilt,darf er das Kind der geliebten Frau nicht bevorzugen.Er darf diesen Sohn nicht als Erstgeborenen behandeln.Der Sohn der ungeliebten Frau ist der Erstgeboreneund bleibt das auch!17Der Mann soll den Sohn der ungeliebten Frau annehmenund ihn als Erstgeborenen anerkennen:Er soll ihm den doppelten Anteil am Erbe geben,von allem, was er besitzt.Ihn hat er als ersten gezeugt.Damit steht ihm das Recht des Erstgeborenen21,17 Recht des Erstgeborenen: Anspruch des ältesten Sohnes, Nachfolger des Vaters und Haupterbe zu sein. zu.

Verfahren bei andauerndem Ungehorsam

18Folgender Fall:Jemand hat einen aufsässigen und rebellischen Sohn.Der lässt sich nichts sagen,weder von seinem Vater noch von seiner Mutter.Sie versuchen es mit Strafen,aber er hört trotzdem nicht auf sie.19Dann sollen sein Vater und seine Mutter ihn packenund zu den Ältesten21,19 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. der Stadt bringen.Im Tor21,19 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. des Ortes soll der Fall behandelt werden.20Sie sollen zu den Ältesten der Stadt sagen:»Das ist unser Sohn, er ist aufsässig und rebellisch.Nie hört er auf uns.Er verschwendet alles und ist ein Säufer.«21Dann sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen21,21 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. Mehr …,und er soll sterben.So sollst du das Böse aus deiner Mitte entfernen.Alle Menschen in Israel21,21 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … sollen davon erfahren,damit sie es sich zu Herzen nehmen.

Regel zur Bestattung eines Hingerichteten

22Folgender Fall:Jemand hat ein Verbrechen begangen,auf das die Todesstrafe steht.Er wird hingerichtet,und du hängst ihn an einem Holzbalken auf.23Dann soll die Leiche nicht über Nacht am Balken hängen,sondern du sollst ihn am selben Tag noch begraben.Denn wer so aufgehängt wird,gilt als von Gott verflucht21,23 verflucht: Meint hier, dass die betreffende Person von Gott verlassen ist..Du darfst das Land nicht unrein21,23 unrein: Dahinter steht die Vorstellung, dass sich der Fluch vom Gehängten auf das Land übertragen und ausbreiten kann. Ist das Land verflucht, gilt es als unrein. werden lassen.Der Herr, dein Gott, hat es dir ja gegeben.Es soll dein Erbbesitz21,23 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. sein.
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Pflichten gegenüber den Mitmenschen

221Folgender Fall:Du bemerkst ein verirrtes Tier.Das Rind oder Schaf eines anderen hat sich verlaufen.Dann darfst du nicht so tun,als ginge dich das nichts an.Er ist doch dein Bruder22,1 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört..Bring es wieder zu ihm zurück!2Eine Ausnahme gibt es:Der andere wohnt nicht in deiner Nähe,du kennst ihn nicht einmal.Dann nimm das Tier mit zu dir.Behalte es in deinem Stall, bis er es sucht.Dann gib es ihm zurück!3So sollst du es auch mit allen anderen Dingen machen:seinem Esel, seinen Kleidern und mit allem,was ein anderer verliert und von dir gefunden wird.Du darfst nicht so tun, als ginge dich das nichts an!Er ist doch dein Bruder!

4Du darfst nicht tatenlos zusehen,wie das Tier deines Bruders22,4 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. stürzt.Sein Esel oder Rind fällt auf dem Weg hin.Dann darfst du nicht so tun,als ginge das Tier dich nichts an.Hilf ihm, es wieder aufzurichten!

5Eine Frau soll keine Männersachen tragenund ein Mann keine Frauenkleider!Denn der Herr, dein Gott, verabscheut jeden,der so etwas tut!

6Folgender Fall:Du bist unterwegs und findest ein Vogelnest,sei es auf einem Baum oder in einem Erdloch.In diesem Nest liegen Küken oder Eierund die Vogelmutter sitzt auf den Küken oder den Eiern.Dann darfst du nicht beide zusammen herausnehmen22,6 herausnehmen: Vögel wurden damals gefangen, gebraten und gegessen.,die Mutter und die Küken!7Lass die Vogelmutter unbedingt fliegen!Nur ihre Jungen kannst du dir nehmen.Dann wird es dir gut gehenund du wirst ein langes Leben haben.

8Wenn du ein neues Haus baust,sollst du ein Geländer rund um dein Dach22,8 Dach: Dächer waren flach, bestanden aus mehreren Lagen Reisig und Putz und wurden als eine Art Terrasse genutzt. anbringen.Tust du es nicht, ist es deine Schuld,wenn jemand vom Dach herunterfällt.Sein Blut22,8 sein Blut: Dahinter steht die Vorstellung von Blutschuld: Die Schuld am Tod des Menschen haftet dem Verursacher an, der das Dach nicht ausreichend gesichert hat. lastet dann auf deinem Haus.

9Pflanze in deinem Weinberg22,9 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … außer Weinrebennicht noch andere Pflanzen an!Tust du es doch,gehört das Ganze dem Heiligtum22,9 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem.sowohl die Pflanzen, die du gesät hast,als auch der Ertrag des Weinbergs.10Du sollst ein Rind und einen Eselnicht zusammen in ein Joch22,10 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Mehr … spannenund mit ihnen pflügen.11Du sollst keine Kleider tragen,die aus verschiedenen Stoffen gemacht sind,also nicht Wolle und Leinen vermischt.12Du sollst dir Quasten22,12 Quaste: Fäden, die zu einem Bündel zusammengebunden wurden und als Schmuck für ein Kleidungsstück dienen konnten. Mehr … machenund an die vier Zipfel deines Mantels22,12 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. Mehr … nähen,den du dir überziehst.

Bestimmungen zum Schutz für eine zu Unrecht Angeklagte

13Folgender Fall:Ein Mann heiratet eine Frau und schläft mit ihr.Doch irgendwann liebt er sie nicht mehr.14Er will ihr etwas anhängenund bringt ihren guten Namen in Verruf.Er behauptet:»Diese Frau da habe ich zwar geheiratet.Doch als ich das erste Mal mit ihr geschlafen habe,merkte ich, dass sie nicht mehr Jungfrau war!«15Dann sollen Vater und Mutter der Frau zum Tor22,15 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. gehen,hin zu den Ältesten22,15 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. der Stadt.Sie sollen das Tuch22,15das Tuch: Beim ersten Geschlechtsverkehr kann das Jungfernhäutchen einreißen. Dann ist ein Blutfleck auf dem Tuch zu sehen, auf dem der Geschlechtsverkehr stattfand. mitnehmen,das beweist, das ihre Tochter Jungfrau war.16Der Vater der Frau soll zu den Ältesten sagen:»Meine Tochter habe ich diesem Mann zur Frau gegeben.Aber jetzt liebt er sie nicht mehr.17Glaubt mir doch:Er will ihr etwas anhängen und behauptet deshalb:›Sie war keine Jungfrau mehr!‹Aber das hier ist der Beweis, dass sie es doch war!«Dann soll er das Tuch vor den Ältesten ausbreiten.18Daraufhin sollen die Ältesten der Stadt handeln.Sie sollen den Mann abführen lassen und bestrafen.19Sie sollen ihm eine Geldbuße auferlegenin Höhe von 100 Silberstücken22,19 Silberstücke: Wörtlich »100 Silber«. Gemeint sind vermutlich 100 Schekel Silber, also eine Münze mit einem Gewicht von etwa 12 g..Das Geld soll der Vater der Frau bekommen.Denn der Mann hat ihren Namen in Verruf gebracht –den Namen einer ehrbaren Jungfrau aus Israel22,19 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …!Er soll sie wieder als Ehefrau bei sich aufnehmen.Sein Leben lang darf er sie nicht verstoßen.

20Anders ist es, wenn der Vorwurf wahr ist,dass die Frau bei der Hochzeit nicht mehr Jungfrau war.21Dann soll man die Frau bestrafenund vor die Tür ihres Vaterhauses führen.Dort sollen die Männer der Stadt sie steinigen22,21 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. Mehr …und sie töten.Denn es war eine Schande für Israel22,21 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …, was sie getan hat.Wie eine Hure hat sie sich benommen.In ihrem Vaterhaus hat sie es getrieben.So wirst du das Böse aus deiner Mitte entfernen.

Regeln zum Umgang mit Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe

22Folgender Fall:Ein Mann schläft mit der Ehefrau eines anderen,und sie werden dabei erwischt.Dann sollen beide sterben –sowohl der Mann, der mit der Frau geschlafen hat,als auch die Frau.So wirst du das Böse aus Israel22,22 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … entfernen.

23Ein ähnlicher Fall:Eine junge Frau, die noch Jungfrau ist,ist mit einem Mann verlobt22,23 Verlobung: Macht die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig, ohne dass diese bereits zusammenleben. Mehr ….Mitten in der Stadt begegnet ihr ein anderer Mannund der schläft mit ihr.24Dann sollst du die beiden zum Tor22,24 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. hinausbringenund sie zu Tode steinigen.Denn die junge Frau hat nicht um Hilfe geschrien,mitten in der Stadt.Und der Mann hat eine Frau verführt,die eigentlich einem anderen versprochen war.So wirst du das Böse aus deiner Mitte entfernen.

25Anders liegt dieser Fall:Draußen auf dem Feld trifft ein Mann eine junge Frau,die mit einem anderen verlobt22,25 Verlobung: Macht die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig, ohne dass diese bereits zusammenleben. Mehr … ist.Der Mann nimmt sie mit Gewalt und schläft mit ihr.Dann soll nur der Mann sterben,der die Frau vergewaltigt hat.26Die junge Frau darf nicht bestraft werden.Sie trifft keine Schuld und hat den Tod nicht verdient.Würde man sie doch töten, dann wäre das so,als ob jemand einen anderen überfällt und tötet.27Denn der Mann traf die verlobte Frau auf dem Feld.Dort schrie sie, aber niemand konnte ihr helfen.

28Ein weiterer Fall:Ein Mann trifft eine junge Frau,die noch Jungfrau ist, aber noch nicht verlobt.Er nimmt sie mit Gewalt und schläft mit ihr,und es wird entdeckt.29Dann soll der Mann, der mit der Frau geschlafen hat,ihrem Vater 50 Silberstücke22,29 Silberstücke: Wörtlich »50 Silber«. Gemeint sind vermutlich 50 Schekel Silber, also Münzen mit einem Gewicht von etwa 12 g. geben.Sie soll seine Frau werden, weil er ihr Gewalt angetan hat.Niemals darf er sie verstoßen!