BasisBibel (BB)
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Die Gesetzgebung

5. Mose/Deuteronomium 12,1–26,19

Bestimmungen für die Alleinverehrung Gottes

5. Mose/Deuteronomium 12,1–16,17

Bestimmung über den einen heiligen Ort in Israel

121Und nun zu den Gesetzen und Bestimmungen,die ihr befolgen sollt.Handelt danach in dem Land,das der Herr12,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., der Gott eurer Väter12,1 Väter: Meint die drei Stammväter Israels: Abraham, Isaak und Jakob., euch gibt,um es in Besitz zu nehmen.Sie gelten Tag für Tag, solange ihr lebt.Und das sind die Gesetze und Bestimmungen:

2Zerstört alle Orte,wo die anderen Völker ihre Götter verehrt haben!Diese Völker werdet ihr ja vertreiben.Beseitigt ihre Götterbilder12,2 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. auf den hohen Bergen,auf den Hügeln und unter all den grünen Bäumen12,2 grüner Baum: Besonders prächtige Bäume galten als Ort der Fruchtbarkeit. Dort wurden religiöse Bräuche durchgeführt.!3Reißt ihre Altäre niederund zerschlagt ihre Kultsteine12,3 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung.!Verbrennt ihre Kultpfähle12,3 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. mit Feuerund werft die Standbilder ihrer Götter um!So sollt ihr ihre Namen12,3 Name: Der Name der Gottheit steht für sie selbst und ihre Anwesenheit an einem Ort. Wird der Name ausgelöscht, gibt es auch die Gottheit nicht mehr. an diesen Orten auslöschen.

4Ihr dürft den Herrn, euren Gott, nicht so verehren,wie diese Völker ihre Götter verehrt haben.5Der Herr, euer Gott, wird einen einzigen Ort auswählenauf dem Gebiet eines eurer Stämme12,5 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen..Dort wird er Wohnung nehmen.Dort will er in seinem Namen gegenwärtig sein12,5 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden..Dorthin sollt ihr kommen.6Nur an diesen Ort sollt ihr eure Opfer12,6 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. bringen:eure Brandopfer12,6 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Schlachtopfer12,6 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.,den zehnten Teil12,6 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott. und andere Abgaben,eure Dankopfer12,6 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. und was ihr noch freiwillig gebt,die Erstgeburt12,6 Erstgeburt: Bezeichnet den ersten Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, oder das erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. Sie ist für Gott bestimmt. eurer Rinder, Schafe und Ziegen.7Dort vor dem Herrn, eurem Gott,sollt ihr zusammen mit euren Familien essen12,7 essen: Wenn am Heiligtum geopfert wurde, gab es ein fröhliches Festmahl, bei dem Teile des Opfertieres gegessen wurden. Die gesamte Familie, alle Knechte und Mägde sowie die Leviten konnten sich satt essen..Freut euch, denn ihr habt viel geschafft –durch den Segen12,7 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. des Herrn, eures Gottes.

8Ihr dürft nicht weitermachen wie bisher:Jetzt macht jeder, was er für richtig hält.9Bisher habt ihr ja euer Ziel noch nicht erreichtund noch keine Ruhe gefunden.Euren Erbbesitz12,9 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. habt ihr noch nicht bekommen,den der Herr, euer Gott, euch bald geben wird.10Aber wenn ihr den Jordan12,10 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. überquert habtund im versprochenen Land lebt, soll es anders werden.Der Herr, euer Gott, gibt euch das Land als Erbbesitz12,10 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott..Er schenkt euch Ruhe vor allen euren Feinden ringsum,und ihr werdet in Sicherheit leben.11Dann wird der Herr den einen, einzigen Ort erwählen.Dort wird er in seinem Namen gegenwärtig12,11 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. sein.Dorthin sollt ihr alles bringen,wie ich es euch angeordnet habe:eure Brandopfer12,11 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Schlachtopfer12,11 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.,den zehnten Teil12,11 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott. und andere Abgaben.Auch alle anderen Dinge sollt ihr dorthin bringen,die ihr aus Dankbarkeit Gott versprochen habt.12Vor dem Herrn, eurem Gott,sollt ihr euch alle zusammen freuen12,12 freut euch: Damals gab es nur selten Fleisch zu essen. Wenn am Heiligtum geopfert wurde, gab es ein fröhliches Festmahl, bei dem Teile des Opfertieres gegessen wurden. Die gesamte Familie, alle Knechte und Mägde sowie die Leviten konnten sich satt essen.:ihr, eure Söhne und Töchter,eure Sklaven12,12 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. und Sklavinnen,auch die Leviten12,12 Leviten: Die Leviten haben wie die Priester bestimmte Aufgaben im Gottesdienst. Sie besitzen kein Land, sondern leben von dem, was sie von anderen Israeliten erhalten. aus eurem Wohnort.Denn sie haben keinen Anteil am Landund keinen Erbbesitz12,12 Erbbesitz: Anstelle von Land erhalten die Leviten den Dienst für Gott am Heiligtum. Ihr Lebensunterhalt wird durch Opfergaben an das Heiligtum gesichert. bekommen wie ihr.

13Achte darauf, Israel12,13 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:Bring deine Brandopfer12,13 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. nicht irgendwo dar,an irgendeinem Ort, der dir gerade gefällt!14Bring deine Brandopfer vielmehr an dem Ort dar,den der Herr erwählen wird.Er wird auf dem Gebiet eines deiner Stämme12,14 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. liegen.Dort sollst du all das tun, was ich dir geboten habe!

Erlaubnis zum Schlachten und Essen an den Wohnorten

15Anders verhält es sich,wenn du Lust hast, Fleisch zu essen:Schlachte und iss in deinem Wohnort so viel,wie der Herr12,15 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., dein Gott, dir schenkt.Du hast es durch seinen Segen12,15 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. bekommen.Jeder darf davon essen,ohne Vorschriften zur Reinheit beachten zu müssen –so wie man beim Essen von Gazelle oder Hirsch12,15 Gazelle, Hirsch: Für die Zubereitung und das Essen von Wildtieren gab es keine besonderen Vorschriften. Sie konnten auch nicht geopfert werden.nicht darauf achten muss.16Nur das Blut12,16 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft und darf von Menschen nicht gegessen werden. darfst du nicht essen!Schütte es auf die Erde,dass es wie Wasser im Boden versickert!

17Folgendes darfst du an deinem Wohnort nicht essen:den zehnten Teil12,17 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Ein Teil davon soll dort gemeinsam verzehrt werden. von deinem Korn, Wein und Olivenöl,die Erstgeburt12,17 Erstgeburt: Bezeichnet den ersten Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, oder das erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. Sie ist für Gott bestimmt. von deinen Rindern, Schafen und Ziegen,alle Dankopfer12,17 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird., die du Gott versprochen hast,weitere freiwillige Opfer und andere heilige Abgaben.18Das alles sollst du am Heiligtum verzehren,vor dem Herrn, deinem Gott.Iss es an dem einen Ort,den der Herr, dein Gott, erwählen wird.Gemeinsam sollt ihr dort essen:du, deine Söhne und Töchter,deine Sklaven und Sklavinnenund der Levit12,18 Levit: Die Leviten haben wie die Priester bestimmte Aufgaben im Gottesdienst. Sie besitzen kein Land, sondern leben von dem, was sie von anderen Israeliten erhalten. aus deinem Wohnort.Sei fröhlich vor dem Herrn, deinem Gott,über alles, was du geschafft hast!19Pass auf, dass du die Leviten nicht im Stich lässt!Solange du im versprochenen Land lebst,ist es deine Pflicht, für sie zu sorgen.

20Der Herr, dein Gott, wird dein Gebiet erweitern,wie er es dir versprochen hat.Vielleicht sagst du dann: »Ich möchte Fleisch essen!«Denn du hast Appetit auf Fleisch.Dann iss ruhig nach Herzenslust Fleisch!21Du darfst deine Tiere an deinem Wohnort schlachten,wenn der eine Ort zu weit entfernt ist.Das ist der Ort, den der Herr, dein Gott, auswählt,um dort in seinem Namen gegenwärtig12,21 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. zu sein.So wie ich dich angewiesen habe,sollst du deine Rinder, Schafe und Ziegen schlachten.Der Herr hat sie dir ja geschenkt.Iss davon in deinem Wohnort nach Herzenslust!22Jeder darf davon essen,ohne Vorschriften zur Reinheit beachten zu müssen –so wie man beim Essen von Gazelle oder Hirsch12,22 Gazelle, Hirsch: Für die Zubereitung und das Essen von Wildtieren gab es keine besonderen Vorschriften. Sie konnten auch nicht geopfert werden.nicht darauf achten muss.23Nur halte dich an diesen Grundsatz:Iss niemals das Blut! Denn das Blut12,23 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft und darf von Menschen nicht gegessen werden. ist das Leben.Iss das Leben nicht zusammen mit dem Fleisch!24Du darfst es auf keinen Fall essen,sondern schütte es auf die Erde!Wie Wasser soll es im Boden versickern.25Iss es nicht!Dann wird es dir und deinen Nachkommen gut gehen.Du tust, was richtig ist in den Augen des Herrn.

26Mit den Abgaben, zu denen du verpflichtet bist12,26 verpflichtet bist: Alle Arten von Opfern, die die Israeliten regelmäßig darbringen mussten: der zehnte Teil der Ernte, die Erstgeburt und weitere Abgaben.,sollst du es anders machen.Gleiches gilt auch für die freiwilligen Opfer:Nimm sie und bring sie an den einen Ort,den der Herr erwählen wird.27Bei deinen Brandopfern12,27 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. gehören Fleisch und Blutauf den Altar12,27 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. des Herrn, deines Gottes.Nicht so bei den Schlachtopfern12,27 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.:Da soll das Blut12,27 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. an den Altar gegossen werden,aber das Fleisch kannst du essen.28Beachte und befolge diese Opferregeln,die ich dir auftrage.Dir und deinen Nachkommenwird es dann für immer gut gehen.Denn so tust du, was gut und richtig istin den Augen des Herrn, deines Gottes.

Warnung, dem Vorbild der fremden Völker zu folgen

29Der Herr12,29 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., dein Gott, wird die fremden Völker ausrotten.Dann wirst du in ihr Land kommen,um es in Besitz zu nehmen.30Wenn das geschehen ist, pass auf:Mach nicht die gleichen Fehler wie die,die vor deinen Augen vernichtet wurden!Frag nicht nach ihren Göttern und sag nicht:»Wie haben diese fremden Völker ihre Götter verehrt?So will ich es auch machen!«31Niemals darfst du den Herrn, deinen Gott, so verehren!Denn alles, was der Herr verabscheut und hasst,haben sie für ihre Götter getan.Sogar ihre Söhne und Töchterhaben sie für ihre Götter verbrannt!
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Regeln für den Umgang mit Götzendienern

131Achtet auf jedes Wort, das ich euch weitergebe,und handelt danach!Fügt nichts hinzu und lasst nichts davon weg!

2Folgender Fall:In deiner Mitte, Israel, tritt einer als Prophet13,2 Prophet: Hier jemand, der nur dem Anschein nach verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. aufoder einer, der in seinen Träumen Visionen13,2 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. hat.Er kündigt dir Zeichen oder Wunder13,2 Zeichen, Wunder: Besondere Ereignisse, die sich Menschen nicht erklären können, und für die sie Gott verantwortlich machen. an.3Die Zeichen und Wunder passieren wirklich.Doch nun fordert er dich auf:»Lasst uns anderen Göttern13,3 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. nachfolgen,die du noch gar nicht kennst!Wir wollen sie verehren!«4Dann darfst du nicht auf die Worte hören,die so einer spricht –ob er sich Prophet nennt oder Visionen hat.Denn der Herr13,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., euer Gott, prüft jeden von euch.Er will erfahren, wie sehr ihr ihn liebt –ob mit ganzem Herzen13,4 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. und mit ganzer Seele13,4 mit ganzer Seele: Israel soll sich mit seiner ganzen Lebenskraft für Gott einsetzen..5Ihr sollt nur dem Herrn, eurem Gott, nachfolgenund ihm mit Ehrfurcht13,5 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnen!Seine Gebote13,5 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. sollt ihr befolgen und auf ihn hören!Ihn sollt ihr verehren und euch an ihn halten!6Aber ein solcher Prophet oder so einer mit Visionenist des Todes schuldig.Denn er hat euch dazu angestiftet,euch vom Herrn, eurem Gott, abzuwenden.Dabei ist es der Herr,der euch aus dem Land Ägypten geführt13,6 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat!Er hat euch aus dem Leben in der Sklaverei befreit!Doch dieser Mensch wollte euch vom Weg abbringen13,6 vom Weg abbringen: Bild für ein Leben gegen den Willen und gegen die Gebote Gottes.,den der Herr, euer Gott, euch vorgeschrieben hat.Entfernt das Böse aus eurer Mitte!

7Ein ähnlicher Fall:Da ist einer, der dir nahesteht.Es kann dein Bruder sein, also der Sohn deiner Mutter,dein Sohn oder deine Tochter.Es kann auch die Frau in deinen Armen seinoder der Freund, den du lieb hast wie dich selbst.Man will dich heimlich überreden:»Lass uns gehen und andere Götter verehren,die du noch gar nicht kennst!«Auch deine Vorfahren kannten sie nicht.8Es können Götter von Völkern sein,die um dich herum leben und deine Nachbarn sind.Oder es können Götter von Völkern sein,die weit entfernt von dir irgendwo13,8 irgendwo: Wörtlich »zwischen dem einen und dem anderen Ende der Erde«. auf der Erde leben.9Wenn das passiert,darfst du nicht nachgeben und nicht darauf hören.Du sollst keine Nachsicht kennenund darfst mit diesem Menschen kein Mitleid haben.Du darfst den Vorfall nicht vertuschen.10Du musst diesen Menschen töten.Dabei soll deine Hand die erste sein,die sich gegen ihn erhebt, um ihn zu töten.Danach soll das übrige Volk weitermachen.11Man soll ihn steinigen13,11 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird., weil er versucht hat,dich von dem Herrn, deinem Gott, abzubringen.Dabei war es doch der Herr,der dich aus dem Land Ägypten geführt13,11 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat.Er hat dich aus dem Leben in der Sklaverei befreit.12Alle Leute in Israel13,12 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. sollen davon erfahren,damit sie sich fürchten.Keiner soll es mehr wagen,unter euch so etwas Böses zu tun.

13Ein weiterer Fall:Du hörst ein Gerücht aus einer deiner Städte,die der Herr, dein Gott, dir als Wohnorte gibt.Man erzählt sich:14»Ganz üble Kerle sind da aufgetreten.Sie haben die Bewohner der Stadt verführt und gesagt:Lasst uns gehen und andere Götter verehren,die ihr noch gar nicht kennt!«15Dann sollst du dem Gerücht nachgehenund Nachforschungen anstellen.Erkundige dich genau,ob so etwas Abscheuliches in Israel13,15 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. geschehen ist.Wenn es wahr ist und unzweifelhaft feststeht,16erschlage die Bewohner dieser Stadt mit dem Schwert!Weihe die Stadt dem Untergangund alles, was sich in ihr befindet!Auch das Vieh erschlage mit dem Schwert!17Die ganze Beute sollst du auf dem Marktplatz sammeln!Dann verbrenne die Stadt mit Feuer samt der Beute!Sie muss vollständig als Opfer dargebracht werdenfür den Herrn, deinen Gott.Die Stadt soll für immer ein Trümmerhaufen bleibenund nie wieder aufgebaut werden.18Nichts von dem, was dem Untergang geweiht ist,darfst du in deinen Händen zurückbehalten.Nur dann bleibst du vom Zorn des Herrn13,18 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. verschont.Nur dann schenkt er dir Barmherzigkeitund wird sich über dich erbarmen.Nur dann wird er dich zu einem großen Volk machen,wie er es deinen Vorfahren geschworen hat.

19Auf die Stimme des Herrn, deines Gottes,sollst du hören:Befolge alle Gebote13,19 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll., die ich dir heute verkünde,und handle danach!So tust du, was richtig istin den Augen des Herrn, deines Gottes.
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Verbot bestimmter Trauerbräuche

141Ihr seid Kinder des Herrn14,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., eures Gottes!Deshalb dürft ihr euch nicht die Haut ritzen14,1 ritzen: Ein Trauerbrauch der Nachbarvölker Israels, der mit magischen Vorstellungen verbunden war.,wenn jemand gestorben ist.Ihr dürft euch auch keine Glatze scheren14,1 Glatze scheren: Ein Trauerbrauch der Nachbarvölker Israels. lassen,sodass ihr über der Stirn kahl seid.2Denn du, Israel, bist ein heiliges14,2 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Volkfür den Herrn, deinen Gott.Dich hat der Herr ausgewählt unter allen Völkern,die auf der Erde leben.Du sollst das Volk sein, das ihm allein gehört.

Regeln für erlaubte und verbotene Speisen

3Du darfst nichts essen, was Gott verabscheut.4Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft:Rind, Schaf und Ziege,5Hirsch, Gazelle14,5 Gazelle: Scheues Herdentier, das sich anmutig bewegt. Seine Schnelligkeit und Sprungkraft sind in der Bibel sprichwörtlich., Damhirsch, Steinbock,wildes Rind, Antilope und Wildschaf.6Auch dürft ihr jedes Tier essen,das sowohl Paarhufer14,6 Paarhufer: Tragen ihren Namen, weil ihre Füße entweder ein oder zwei Paar Zehen haben. ist– das muss deutlich zu erkennen sein –als auch Wiederkäuer14,6 Wiederkäuer: Pflanzenfressende Tiere, die ihre Nahrung zur besseren Verdauung mehrfach kauen..

7Aber es gibt Ausnahmen.Diese Tiere dürft ihr nicht essen:Kamel, Hase14,7 Hase: Hasen sind keine Wiederkäuer. Sie scheiden jedoch zwei Arten von Kot aus. Eine davon enthält wertvolle Nährstoffe und wird von den Tieren erneut gefressen und verdaut. und Klippdachs14,7 Klippdachs: Mit einem gelbbraunen Pelz bedecktes kleines Säugetier, das in felsigem Gelände lebt..Denn sie sind zwar Wiederkäuer14,7 Wiederkäuer: Pflanzenfressende Tiere, die ihre Nahrung zur besseren Verdauung mehrfach kauen.,haben aber keine ganz gespaltenen Klauen.Deshalb sind sie unrein14,7 unrein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge nicht gegessen werden dürfen. für euch.8Eine andere Ausnahme ist das Wildschwein.Denn es hat zwar ganz gespaltene Klauen,ist aber kein Wiederkäuer.Deshalb ist es unrein für euch.Ihr dürft diese Tiere nicht essen.Ihr dürft sie nicht einmal anfassen,wenn sie verendet sind!

9Von den Wassertieren dürft ihr alle essen,die Flossen und Schuppen haben.10Was keine Flossen und Schuppen hat,dürft ihr nicht essen.Sie sind unrein14,10 unrein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge nicht gegessen werden dürfen. für euch.11Alle reinen14,11 rein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge gegessen werden dürfen. Vögel dürft ihr essen.12Aber diese Vögel dürft ihr nicht essen:Gänsegeier, Bartgeier und Mönchsgeier,13Rotmilan, alle Arten von Falken,14alle Arten von Raben,15Strauß, Nachteule, Möwe und alle Arten von Habichten,16Kauz, Uhu und Schleiereule,17Ohreule, Aasgeier, Kormoran,18Storch, alle Arten von Reihern,Wiedehopf und Fledermaus14,18 Fledermaus: Sie ist ein Säugetier und kein Vogel, bewegt sich aber fliegend fort..19Auch alle geflügelten Insekten sind für euch unrein.Sie dürfen nicht gegessen werden!20Alle reinen Vögel dürft ihr essen.

21Ihr dürft kein verendetes Tier essen!Du kannst es dem Fremden14,21 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. geben, der bei dir lebt.Der kann es essen.Oder du kannst es einem Ausländer verkaufen,der auf der Durchreise ist.Denn du, Israel14,21 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen., bist ein heiliges Volkfür den Herrn14,21 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., deinen Gott.

Wenn du ein Jungtier für ein Mahl zubereitest,darfst du es nicht in der Milch seiner Mutter kochen!

Verpflichtung zur Abgabe des zehnten Teils

22Du sollst jedes Jahr den zehnten Teil14,22 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Ein Teil davon soll dort gemeinsam verzehrt werden. sammelnvon allem, was auf dem Feld wächst.23Iss ihn vor dem Herrn14,23 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., deinem Gott!Komm an den Ort, den er erwählen wird,um dort in seinem Namen gegenwärtig14,23 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. zu sein!Genieße dort das alles:den zehnten Teil von deinem Korn, Wein und Olivenöl,die Erstgeburt14,23 Erstgeburt: Bezeichnet das erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. Es ist für Gott bestimmt. von deinen Rindern, Schafen und Ziegen.So wirst du für dein ganzes Leben lernen,Ehrfurcht zu haben vor dem Herrn, deinem Gott.

24Folgende zwei Ausnahmen gibt es:Entweder ist der Weg für dich zu weit.Du kannst den zehnten Teil14,24 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Ein Teil davon soll dort gemeinsam verzehrt werden. nicht hinbringen.Denn der heilige Ort ist für dich zu weit entfernt.Es ist der Ort,den der Herr, dein Gott, erwählen wird,um dort in seinem Namen gegenwärtig14,24 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. zu sein.Oder es hat dich der Herr, dein Gott, reich gesegnet14,24 reich gesegnet: Gott hat eine so große Ernte geschenkt, dass bereits der zehnte Teil davon zu viel ist, um transportiert werden zu können..25Für beide Fälle gilt:Verkaufe den zehnten Teil und nimm das Geld mit!Geh an den Ort, den der Herr, dein Gott, erwählt!26Kauf dort mit dem Geld alles, worauf du Lust hast:Rinder, Schafe und Ziegen, Wein und Bier14,26 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber.einfach alles, worauf du Appetit hast.Iss14,26 essen: Wenn am Heiligtum geopfert wurde, gab es ein fröhliches Festmahl, bei dem Teile des Opfertieres gegessen wurden. Die gesamte Familie, alle Knechte und Mägde sowie die Leviten konnten sich satt essen. es dort vor dem Herrn, deinem Gott!Freu dich darüber mit allen, die zu dir gehören!

27Den Levit14,27 Levit: Die Leviten haben wie die Priester bestimmte Aufgaben im Gottesdienst. Sie besitzen kein Land, sondern leben von dem, was sie von anderen Israeliten erhalten., der in deinem Heimatort wohnt,darfst du nicht vergessen!Denn im Gegensatz zu dirhat er keinen Anteil am Land, keinen Erbbesitz14,27 Erbbesitz: Anstelle von Land erhalten die Leviten den Dienst für Gott am Heiligtum. Ihr Lebensunterhalt wird durch Opfergaben an das Heiligtum gesichert..28Am Ende jedes dritten Jahres sollst duden zehnten Teil14,28 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott. deiner Jahresernte holen.Bring alles zu den Stadttoren14,28 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. und lass es dort!29Dann sollen die Bedürftigen kommen,sie sollen essen und satt werden:der Levit, der im Gegensatz zu dirkeinen Anteil am Land hat, keinen Erbbesitz,der Fremde14,29 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt., die Waise14,29 Waise: Kind, dessen Eltern gestorben sind und dessen Versorgung dadurch nicht mehr sicher ist. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Waisen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. und die Witwe14,29 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt.,die bei dir leben.Dann wird der Herr, dein Gott, dich segnen14,29 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen.bei allem, was du tust.