BasisBibel (BB)
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Die einleitenden Reden des Mose

5. Mose/Deuteronomium 1,1–11,32

Mose blickt zurück auf die Zeit in der Wüste

5. Mose/Deuteronomium 1,1–4,43

Die Ausgangssituation

11Dieses Buch enthält die Reden,die Mose1,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … vor ganz Israel1,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … gehalten hat.Er sprach zu dem Volk in der Wüste Araba1,1 Araba: Eine lang gezogene Senke östlich des Toten Meeres, die bis zum Roten Meer verläuft.,östlich des Jordan1,1 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr ….Sie waren damals gegenüber von Suf angekommen,in der Gegend zwischen Paran und Tofel,Laban, Hazerot und Di-Sahab.2Elf Tage braucht man für den Weg vom Horeb1,2 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20.bis zum Gebirge Seir1,2 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. und bis nach Kadesch-Barnea1,2 Kadesch: Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel, die nach der Oase Kadesch benannt ist. Mehr ….3Es war nun das 40. Jahr1,3 das 40. Jahr: Die 40-jährige Wüstenwanderung ist Gottes Strafe dafür, dass das Volk Israel Gott nicht vertraute; vgl. 4. Mose/Numeri 14,26-39. der Wanderung durch die Wüste1,3 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35.,der erste Tag des elften Monats1,3 erster Tag des elften Monats: Meint den Monat Schebet. Er fällt in den Januar/Februar unseres Kalenders..Da sagte Mose den Israeliten all das,was der Herr ihm aufgetragen hatte.4Zuvor hatte Mose zwei Könige1,4 zwei Könige: Vom Sieg Israels über die Könige Sihon und Og erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-35. besiegt:Sihon, den König der Amoriter,der in Heschbon1,4 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien. regierte,und Og, den König von Baschan1,4 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret.,der in Aschtarot und Edrei regierte.

Das Volk bekommt den Befehl zum Aufbruch vom Horeb

5Jenseits des Jordan1,5 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr …, also im Land Moab1,5 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …,gab Mose1,5 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … den Israeliten diese Weisung1,5 Weisung: Hebräisch Tora. Bezeichnet hier den Großteil von 5. Mose/Deuteronomium. weiter.Und so begann er:6Der Herr, unser Gott, hat zu uns gesprochen.Am Horeb1,6 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. sagte er:»Lange genug seid ihr hier an diesem Berg geblieben.7Brecht jetzt auf!Zieht hinauf in das Gebirge der Amoriter1,7 Gebirge der Amoriter: Bezeichnung für das gesamte Bergland im verheißenen Land. Die Bevölkerung, die dort vor den Israeliten lebte, wird »Amoriter« genannt.und zu allen ihren Nachbarn.Zieht in die Araba1,7 Araba: Eine lang gezogene Senke östlich des Toten Meeres, die bis zum Roten Meer verläuft., ins Bergland, ins Hügelland,in die Wüste im Süden und an die Küste des Meeres.Zieht in das Land der Kanaaniter1,7 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr …und ins Libanongebirge1,7 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr …bis zum großen Fluss Eufrat1,7 Eufrat: Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak. Mehr ….8Seht doch: Hiermit gebe ich euch das Land.Geht hinein und nehmt es in Besitz!Denn ich, der Herr, habe es euren Vätern zugesagt.Ich habe Abraham, Isaak und Jakob geschworen1,8 Abraham, Isaak und Jakob geschworen: Ein solches Versprechen an Abraham findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 15,18-21.,ihnen und ihren Nachkommen das Land zu geben.«

Mose wird entlastet

9Zuvor1,9 zuvor: Die Ereignisse, auf die Mose sich bezieht, werden in 2. Mose/Exodus 18,13-27 erzählt. hatte ich zu euch gesagt:»Ich kann nicht längerallein die Verantwortung für euch tragen.10Der Herr, euer Gott,hat euch so zahlreich werden lassen.Seht nur, heute seid ihr schon so vielewie die Sterne am Himmel1,10 Sterne am Himmel: Gottes Verheißung, dass das Volk Israel so zahlreich sein wird wie die Sterne am Himmel, findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 15,5..11Der Herr, der Gott eurer Väter1,11 Väter: Meint die drei Stammväter Israels: Abraham, Isaak und Jakob.,mache euch noch zahlreicher,tausendmal mehr als heute.Er wird euch segnen1,11 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr …, so hat er es versprochen.12Wie soll ich das allein schaffen:Wenn ihr euch beschwert und beklagt,wenn ihr miteinander streitet, wer recht hat?13Beruft aus jedem eurer Stämme1,13 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … erfahrene Männer.Weise1,13 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird. Mehr … und vernünftig sollen sie sein.Diese Männer will ich damit beauftragen,bei euch die Führung zu übernehmen.«14Da habt ihr mir geantwortet:»Was du vorgeschlagen hast, ist gut!«15Also nahm ich die klugen und erfahrenen Männer,die ihr mit der Führung eurer Stämme betraut habt.Ich setzte sie über euch ein:jeweils einen über Tausend, über Hundert,über Fünfzig und über Zehn.Auch Schreiber1,15 Schreiber: Verwaltungsbeamte, die Verträge schrieben, den Besitz auf Listen festhielten und Befehle übermittelten. setzte ich für eure Stämme ein.16Euren Richtern1,16 Richter: Die Anführer waren gleichzeitig Richter und schlichteten einfache Streitfälle. gab ich damals die folgende Anweisung:»Hört eure Brüder1,16 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. an und fällt ein gerechtes Urteil!Es darf keine Rolle spielen,ob ein Mann mit seinem Bruderoder mit einem Fremden1,16 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr … im Streit liegt.17Wenn ihr Recht sprecht,darf es keine Rolle spielen, wen ihr vor euch habt.Ihr sollt die kleinen Leute genauso anhörenwie die, die Macht und Einfluss haben.Fürchtet euch vor niemandem –denn beim Richten seid ihr Gott verpflichtet!Ist euch ein Fall zu schwierig, legt ihn mir vor.Ich werde mir die Sache anhören.«

18So habe ich euch damals alle Anweisungen gegeben,die ihr befolgen sollt.

Mose schickt zwölf Kundschafter aus

19Danach brachen wir auf vom Horeb1,19 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20.und zogen durch die große und schreckliche Wüste1,19 die große und schreckliche Wüste: Von der Wanderung vom Horeb durch die Wüste bis zum verheißenen Land erzählt 4. Mose/Numeri 10,11–21,35..Ihr habt es ja erlebt:Wir waren auf dem Weg ins Gebirge der Amoriter1,19 Gebirge der Amoriter: Bezeichnung für das gesamte Bergland im Land Israel, in dem damals andere Völker gelebt haben, die zusammenfassend »Amoriter« genannt werden..So hatte es uns der Herr, unser Gott, befohlen.Wir kamen bis Kadesch-Barnea1,19 Kadesch-Barnea: Oase auf der Sinaihalbinsel. 4. Mose/Numeri 13–14 erzählt, dass das Volk Israel dort lagerte, während zwölf Männer das verheißene Land erkundeten..20Dort sagte ich zu euch:»Ihr seid jetzt bis zum Gebirge der Amoriter gekommen,das der Herr, unser Gott, uns gibt.21Sieh dir nun das Land an, Israel1,21 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …!Der Herr, dein Gott, hat es dir ja schon gegeben1,21 es dir ja schon gegeben: Gottes Versprechen, dem Stammvater Israels, Abraham, Land zu schenken, findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 15,18-21..Geh jetzt hinauf und nimm es in Besitz!So hat es der Herr zu dir gesagt,der Gott deiner Vorfahren.Hab keine Angst und fürchte dich nicht!«

22Aber ihr seid alle zu mir gekommen und habt gesagt:»Wir können doch Männer vorausschicken.Sie sollen das Land für uns erkundenund uns sagen, welchen Weg wir nehmen sollen.Auch sollen sie uns berichten,zu welchen Städten wir kommen werden.«23Ich fand euren Vorschlag gut.So bestimmte ich zwölf Männer,einen aus jedem Stamm1,23 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr ….24Sie brachen auf und gingen hinauf ins Gebirgeund kamen bis ins Tal Eschkol1,24 Tal Eschkol: Wörtlich »Traubental«. Es wird so genannt, weil die Israeliten dort besonders große Trauben fanden; vgl. 4. Mose/Numeri 13,23-24..Dabei erkundeten sie das Land.25Einige Früchte des Landes nahmen sie mitund brachten sie zu uns.Dann berichteten sie alles und meinten schließlich:»Herrlich ist das Land,das der Herr, unser Gott, uns gibt!«

Das Volk erschrickt über den Bericht der Kundschafter

26Aber ihr wolltet nicht1,26 ihr wolltet nicht: Die Geschichte der Kundschafter wird ausführlich in 4. Mose/Numeri 13–14 erzählt. in das Land hinaufziehen.Ihr habt euch dem Befehl widersetzt,den euch der Herr, euer Gott, gegeben hat.27Ihr habt sogar in euren Zelten gejammert und geklagt:»Der Herr hasst uns wohl.Er hat uns nur aus Ägypten1,27 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … herausgeführt,um uns den Amoritern1,27 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm. auszuliefern.Die sollen uns bestimmt vernichten.28Wohin sollen wir nur gehen?Unser Mut ist weg, das Herz verängstigt.Denn unsere Leute haben uns erzählt:Das Volk dort ist größer. Sie sind mehr als wir.Groß sind die Städte, himmelhoch die Mauern!Sogar Anakiter1,28 Anakiter: Die aus Hebron und Umgebung stammenden Nachkommen des Anak. Sie waren für ihre außergewöhnliche Körpergröße bekannt. haben wird dort gesehen.«

29Aber ich sagte zu euch:»Habt keine Angstund fürchtet euch nicht vor ihnen!30Der Herr, euer Gott, zieht vor euch her.Er selbst wird für euch kämpfen.Er steht euch wieder zur Seite,genau so, wie ihr es in Ägypten erfahren1,30 in Ägypten erfahren: 2. Mose/Exodus 14,1-31 erzählt davon, wie Gott sein Volk vor dem Pharao und dessen Soldaten gerettet hat. habt.31Und dann in der Wüste1,31 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. hast du, Israel1,31 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …, erlebt,dass der Herr, dein Gott, dich getragen hat.Ja, den ganzen Weg bis hierher hat er dich getragen,wie ein Vater sein Kind trägt.32Trotzdem vertraut keiner von euch auf den Herrn,euren Gott.33Dabei ging Gott auf dem Weg vor euch her,um für euch einen sicheren Lagerplatz auszusuchen.Nachts zog er im Feuer1,33 Feuer: Beim Auszug aus Ägypten begleitete Gott sein Volk in einer Wolken- und Feuersäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22. voran,um euch den Weg zu zeigen,tagsüber in einer Wolke1,33 Wolke: Beim Auszug aus Ägypten begleitete Gott sein Volk in einer Wolken- und Feuersäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22.

Gott antwortet auf die Furcht des Volkes

34Der Herr hörte euer Gejammer.Er wurde zornig1,34 er wurde zornig: Die Geschichte der Kundschafter wird ausführlich in 4. Mose/Numeri 13–14 erzählt. und schwor:35»Was sind die da1,35 die da: Wörtlich »diese Generation«. Bezeichnung für die Israeliten im Erwachsenenalter. bloß für böse Menschen!Keiner dieser Männer soll das gute Land sehen,obwohl ich es ihren Vorfahren versprochen habe.36Nur Kaleb1,36 Kaleb, Josua: Kaleb und Josua waren die einzigen Kundschafter, die sich Gott nicht widersetzten; vgl. 4. Mose/Numeri 13–14., der Sohn des Jefunne, soll das Land sehen.Ihm und seinen Nachkommen werde ich das Land geben,das er schon betreten hat.Denn er hat dem Herrn vertrautund wollte dessen Auftrag befolgen.«

37Der Herr war auch auf mich zornig – wegen euch.Er sagte: »Auch du wirst nicht in das Land kommen.38Aber Josua1,38 Josua, Kaleb: Kaleb und Josua waren die einzigen Kundschafter, die sich Gott nicht widersetzten; vgl. 4. Mose/Numeri 13–14., der Sohn Nuns, wird hineinkommen.Er hilft dir ja schon.Mach ihm also Mut!Denn er wird das Land an die Israeliten verteilen1,38 das Land an die Israeliten verteilen: Von der Eroberung und Verteilung des Landes erzählt das Buch Josua.es soll ihr Erbbesitz1,38 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. sein.39Hineinkommen werden eure Säuglinge,von denen ihr gesagt habt:Sie werden den Feinden in die Hände fallen.Mitkommen werden auch eure Kleinkinder,die noch nicht Gut und Böse unterscheiden können.Ihnen werde ich das Land geben,und sie werden es in Besitz nehmen.40Ihr aber müsst umdrehenund zurück in die Wüste ziehen.Macht euch auf den Weg zurück zum Schilfmeer1,40 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte; vgl. 2. Mose/Exodus 13,17–15,21. Mehr …

Die Einsicht kommt zu spät

Darauf habt ihr mir1,40 ihr mir: Als das Volk Mose mitteilt, dass es doch in das verheißene Land einziehen will, scheitert es; vgl. 4. Mose/Numeri 14,40-45. geantwortet:41»Wir haben uns gegen den Herrn gestellt.Aber jetzt wollen wir doch hinaufziehen und kämpfen,wie es uns der Herr, unser Gott, befohlen hat!«Und alle Männer griffen zu den Waffen.Ihr hieltet es für ein Kinderspiel,hinauf ins Gebirge zu marschieren.

42Aber der Herr befahl mir, euch zu warnen:»Geht nicht hinauf und kämpft nicht!Denn ich werde euch nicht helfen.Eure Feinde sollen euch doch nicht besiegen!«43Das habe ich zu euch gesagt,aber ihr habt nicht auf mich gehört.Ihr habt euch dem Befehl des Herrn widersetzt.Ihr habt euch überschätztund seid hinauf ins Bergland marschiert.44Da kamen euch die Amoriter1,44 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm. entgegen,die dort im Bergland wohnten.Sie verfolgten euch wie ein wütender Bienenschwarm.Sie trieben euch im Gebirge Seir1,44 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. auseinander,bis nach Horma1,44 Horma: Der hebräische Ortsname klingt wie das hebräische Wort für »Vernichtung«. Israel wird dort von seinen Gegnern vernichtend geschlagen. seid ihr geflohen.

45Und dann seid ihr umgekehrt1,45 umkehren: Umkehr meint nicht nur eine Richtungsänderung, sondern auch eine Gesinnungsänderung.und habt vor dem Herrn geweint.Aber der Herr hat nicht auf euch gehört.Euer Geplärr interessierte ihn nicht.46So bliebt ihr lange Zeit in Kadesch1,46 Kadesch: Oase auf der Sinaihalbinsel. 4. Mose/Numeri 13–14 erzählt, dass das Volk Israel dort lagerte, während zwölf Männer das verheißene Land erkundeten..
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Israel zieht durch Edom, Moab und Ammon

21Danach brachen wir2,1 wir: Mose fasst im Folgenden die Wanderung der Israeliten durch die Wüste zusammen, vgl. 4. Mose/Numeri 21 und 4. Mose/Numeri 32. aufund gingen zurück in die Wüste.Wir nahmen den Weg zum Schilfmeer2,1 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte; vgl. 2. Mose/Exodus 13,17–15,21. Mehr …,wie der Herr mir befohlen hatte.Viele Tage lang wanderten wir um das Gebirge Seir2,1 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. herum.2Da sagte der Herr zu mir:3»Lange genug seit ihr um dieses Gebirge herumgewandert.Wendet euch jetzt nach Norden!4Gib dem Volk die Anweisung:Ihr werdet jetzt durch das Gebiet eurer Brüder2,4 eure Brüder: Die Edomiter werden als »Brudervolk« bezeichnet, weil ihr Stammvater Esau der Bruder von Israels Stammvater Jakob ist. ziehen.Es sind die Nachkommen Esaus2,4 Nachkommen Esaus: Meint die Edomiter. Ihr Stammvater Esau ist der Zwillingsbruder von Jakob, dem Stammvater Israels; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19-34., die auf dem Seir leben.Sie fürchten sich zwar vor euch, aber seid vorsichtig:5Lasst euch bloß nicht auf Kämpfe mit ihnen ein!Keinen Fußbreit ihres Landes werde ich euch überlassen,weil ich Esau den Seir zum Besitz gegeben habe.6Was ihr zum Essen braucht, sollt ihr von ihnen kaufen2,6 kaufen: Wenn ein Volk in das Gebiet eines anderen Volkes einfiel, nahm es, was es brauchte. Doch Israel soll Lebensmittel und Wasser rechtmäßig erwerben..Auch Wasser zum Trinken sollt ihr bezahlen.«

7Der Herr, dein Gott, hat dich ja reich gesegnetbei allem, was du getan hast.Er hat auf dich aufgepasst,als du durch die große Wüste2,7 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. gewandert bist.40 Jahre2,7 40 Jahre: Die 40-jährige Wüstenwanderung ist Gottes Strafe dafür, dass das Volk Israel Gott nicht vertraute; vgl. 4. Mose/Numeri 14,26-39. Trotzdem beschützte Gott sein Volk in dieser Zeit. lang war der Herr, dein Gott, bei dir.In dieser Zeit hat es dir an nichts gefehlt.

8Also mieden wir das Gebiet unserer Brüder2,8 unsere Brüder: Die Edomiter werden als »Brudervolk« bezeichnet, weil ihr Stammvater Esau der Bruder von Israels Stammvater Jakob ist..Wir zogen weg von den Nachkommen Esaus2,8 Nachkommen Esaus: Meint die Edomiter. Ihr Stammvater Esau ist der Zwillingsbruder von Jakob, dem Stammvater Israels; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19-34.,die auf dem Gebirge Seir2,8 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. leben.Dafür nahmen wir den Weg durch die Wüste Araba2,8 Araba: Eine lang gezogene Senke östlich des Toten Meeres, die bis zum Roten Meer verläuft..Elat und Ezjon-Geber ließen wir hinter uns.Wir wandten uns nach Nordenund nahmen den Weg entlang der Steppe Moab.9Da sprach der Herr zu mir:»Fordert die Moabiter2,9 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr … nicht heraus,fangt keinen Krieg mit ihnen an!Auch von ihrem Land bekommt ihr nichts zum Besitz.Das Gebiet Ar gehört den Nachkommen Lots2,9 Nachkommen Lots: Die Moabiter und Ammoniter gelten als Nachkommen Lots, vgl. 1. Mose/Genesis 19,30-38. Lot war ein Neffe Abrahams, auf den sich das Volk Israel zurückführt..Ich habe es ihnen als Besitz gegeben.«

10Früher haben dort die Emiter gelebt.Genau wie die Anakiter2,10 Anakiter: Die aus Hebron und Umgebung stammenden Nachkommen des Anak. Sie waren für ihre außergewöhnliche Körpergröße bekannt. waren sie ein großes Volk,sie waren viele und riesengroß.11Wie diese zählen auch sie zu den Rafaitern2,11 Rafaiter: Bewohner des Landes, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Wegen ihrer überdurchschnittlichen Körpergröße wurden sie als Riesen bezeichnet..Die Moabiter2,11 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr … nennen sie Emiter.12Im Gebirge Seir2,12 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. lebten früher die Horiter,bevor die Nachkommen Esaus2,12 Nachkommen Esaus: Meint die Edomiter. Ihr Stammvater Esau ist der Zwillingsbruder von Jakob, dem Stammvater Israels; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19-34. es in Besitz nahmen.Diese drangen vor, vernichteten die Horiterund ließen sich an deren Stelle nieder.Genauso hat es Israel2,12 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … gemacht.Sie nahmen das Land ein,das der Herr ihnen gegeben hat,um es in Besitz zu nehmen.

13»Macht euch jetzt auf und überquert den Bach Sered2,13 Bach Sered: Grenze zwischen Edom und Moab, zwei Nachbarländern im Osten von Kanaan.!«,forderte der Herr uns weiter auf.Und wir überquerten den Bach Sered.14Die Zeit unserer Wüstenwanderung betrug 38 Jahre.So lange dauerte es vom Aufbruch in Kadesch-Barnea2,14 Kadesch-Barnea: Oase auf der Sinaihalbinsel. 4. Mose/Numeri 13–14 erzählt, dass das Volk Israel dort lagerte, während zwölf Männer das verheißene Land erkundeten.bis zur Überquerung des Baches Sered.Dann war eine ganze Generation gestorben.Die ganzen kriegstüchtigen Männer von einst waren tot.Niemand von ihnen lebte mehr in unserem Lager.So hatte der Herr es ihnen geschworen2,14 geschworen: Von Gottes Schwur erzählt 5. Mose/Deuteronomium 1,34-35..15Denn die Hand des Herrn lastete auf ihnen2,15 auf ihnen lasten: Sinnbild für die Strafe Gottes. Sie besteht darin, dass keiner der kriegstüchtigen Männer das verheißene Land in Besitz nehmen wird; vgl. 4. Mose/Numeri 14,26-39..Nach und nach gingen sie alle zugrunde,bis keiner mehr in unserem Lager zu finden war.16Alle diese Kämpfer waren totund gehörten nicht mehr zum Volk.17Da sagte der Herr zu mir:18»Heute ziehst du2,18 du: Meint das Volk Israel, nicht nur Mose. durch das Gebiet Moab2,18 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …,also durch das Gebiet Ar.19Dabei wirst du in die Nähe der Ammoniter2,19 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. kommen.Fang keinen Streit und keinen Krieg mit ihnen an!Denn ich werde dir auch von ihrem Land nichts geben.Es soll im Besitz der Ammoniter bleiben,weil ich es den Nachkommen Lots2,19 Nachkommen Lots: Die Moabiter und Ammoniter gelten als Nachkommen Lots, vgl. 1. Mose/Genesis 19,30-38. Lot selbst war ein Neffe Abrahams und gehörte damit zur Verwandtschaft Jakobs, dem Stammvater des Volks Israel. gegeben habe.«

20Auch dieses Gebiet wird zum Land der Rafaiter2,20 Rafaiter: Bewohner des Landes, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Wegen ihrer überdurchschnittlichen Körpergröße wurden sie als Riesen bezeichnet. gezählt.Früher lebten die Rafaiter dort –die Ammoniter2,20 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. nennen sie Samsummiter.21Genau wie die Anakiter2,21 Anakiter: Die aus Hebron und Umgebung stammenden Nachkommen des Anak. Sie waren für ihre außergewöhnliche Körpergröße bekannt. waren sie ein großes Volk,sie waren viele und riesengroß.Aber der Herr vernichtete sie,als die Ammoniter kamen.Diese nahmen das Land in Besitzund ließen sich statt der Rafaiter dort nieder.22Genau so hat er es für die Nachkommen Esaus2,22 Nachkommen Esaus: Meint die Edomiter. Ihr Stammvater Esau ist der Zwillingsbruder von Jakob, dem Stammvater Israels; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19-34. getan,die auf dem Seir2,22 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. leben.Als die Edomiter kamen, vernichtete er die Horiter.So konnten sie das Land in Besitz nehmenund ließen sich an ihrer Stelle dort nieder.Dort wohnen sie bis heute.23Dasselbe geschah mit den Awitern,die in den Dörfern bis nach Gaza2,23 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen. lebten:Die Kaftoriter2,23 Kaftoriter: Andere Bezeichnung für das Volk der Philister, das in Gaza lebte., die aus Kaftor ausgewandert waren,vernichteten sieund ließen sich an ihrer Stelle dort nieder.

Der König von Heschbon wird besiegt

24Und weiter sprach der Herr:»Brecht auf und überquert den Fluss Arnon2,24 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet.!Du sollst sehen:Ich gebe Sihon2,24 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32., den König von Heschbon2,24 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien., in deine Hand.Der König der Amoriter und sein Land gehören dir.Beginne, das Land in Besitz zu nehmen,und fang einen Krieg mit Sihon an!25Von heute an lege ich Furcht und Schreckenauf alle Völker unter dem Himmel.Vor dir werden sie sich fürchten.Wenn sie von dir nur hören, werden sie zittern,und bei deinem Kommen in Panik verfallen.«

26Als wir in der Wüste Kedemot lagerten,sandte ich Boten zu Sihon2,26 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32., dem König von Heschbon2,26 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien..Ich schlug ihm dieses Friedensabkommen vor:27»Lass mich durch dein Land ziehen!Nur auf Straßen2,27 Straßen: Mose macht deutlich, dass die Israeliten nicht heimlich durch das Land ziehen, sondern für alle gut sichtbar. will ich marschierenund weder rechts noch links davon abweichen.28Lebensmittel will ich von dir kaufen,damit ich etwas zu essen habe.Auch für Wasser bekommst du gutes Geld von mir,damit ich etwas zu trinken habe.Ich will nur zu Fuß durch dein Land ziehen.29Auch die Nachkommen Esaus2,29 Nachkommen Esaus: Meint die Edomiter. Ihr Stammvater Esau ist der Zwillingsbruder von Jakob, dem Stammvater Israels; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19-34. haben mir das gestattet,die auf dem Gebirge Seir2,29 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. leben.So taten es auch die Moabiter2,29 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr …,die im Gebiet Ar leben.Das soll gelten, bis ich den Jordan2,29 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … überquert habe.Dann werde ich in das Land kommen,das der Herr, unser Gott, uns gibt.«

30Aber Sihon2,30 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32., der König von Heschbon2,30 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien.,wollte uns nicht durch sein Land ziehen lassen.Denn der Herr, dein Gott,machte Sihon stur und starrsinnig.Er wollte ihn in deine Hand geben.Genau so ist es inzwischen gekommen.31Der Herr sprach zu mir:»Du siehst, ich habe angefangen,Sihon und sein Land in deine Hand zu geben.Jetzt fang du an und nimm sein Land in Besitz!«

32Da zog uns Sihon2,32 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32. entgegen mit all seinen Kämpfern.Bei Jahaz sollte die Schlacht stattfinden.33Der Herr, unser Gott, lieferte ihn uns aus:Wir schlugen ihn, seine Söhne und alle seine Kämpfer.34Alle seine Städte nahmen wir damals ein,und weihten sie dem Untergang.Männer, Frauen und Kinder töteten wir,niemanden ließen wir am Leben.35Nur das Vieh behielten wirund die Beute aus den Städten, die wir erobert hatten.36Im ganzen Gebiet gab es keinen Ort,den wir nicht hätten einnehmen können –von Aroer, das am Rand des Arnontals2,36 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet. liegt,und von der Stadt, die im Flusstal liegt,bis hinauf nach Gilead2,36 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer..Alles hat der Herr, unser Gott, uns ausgeliefert.37Nur dem Land der Ammoniter2,37 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. kamst du nicht zu nahe.Von den Hängen am Flusstal des Jabbok2,37 Jabbok: Fluss im heutigen Jordanien, der nördlich des Toten Meeres in den Jordan mündet.und den Städten im Gebirge hielten wir uns fern.So hatte es uns der Herr, unser Gott, befohlen.