BasisBibel (BB)
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Die Vision vom Widder und vom Ziegenbock

Daniel 8,1-27

Daniel hat eine weitere Vision

81Im dritten Regierungsjahr von König Belschazzar8,1 Belschazzar: Herrschte 552–543 v. Chr. in Babylon.hatte ich, Daniel, eine Vision8,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….Das war nach der Vision,die ich zuvor gesehen hatte.2In der neuen Vision sah ich,wie ich in die Festung Susa8,2 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen. versetzt wurde.Sie liegt in der Provinz Elam8,2 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr …,und ich fand mich am Kanal Ulai wieder.3Als ich aufschaute, sah ich,dass ein Widder8,3 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Es steht hier für das Königreich der Meder und Perser, das ab 539 v. Chr. unter Kyros II. das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. am Kanal stand.Er hatte zwei lange Hörner,ein Horn war länger als das andere.Das längere Horn war später gewachsen.4Der Widder wurde mächtig und tat, was ihm gefiel.Ich sah, dass der Widder mit seinen Hörnernin Richtung Norden, Süden und Westen stieß.Kein Tier blieb vor ihm stehen.Niemand konnte die Tiere aus seiner Gewalt retten.

5Während ich das beobachtete,kam von Westen her ein Ziegenbock8,5 Ziegenbock: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte und die Vorherrschaft der Perser beendete. über die ganze Erde –ohne den Boden zu berühren.Zwischen seinen Augen hatte er ein besonderes Horn.6Er rannte zu dem Widder8,6 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Es steht hier für das Königreich der Meder und Perser, das ab 539 v. Chr. unter Kyros II. das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. mit den beiden Hörnern,den ich am Kanal stehen sah.Voller Wut sprang er auf ihn zu.7Ich sah, wie er den Widder erreichteund ihn erbittert angriff.Er stieß nach dem Widderund zerbrach ihm beide Hörner.Der Widder hatte nicht die Kraft, ihm standzuhalten.Der Ziegenbock warf den Widder zu Boden und zertrat ihn.Es war keiner da,der den Widder aus seiner Gewalt befreien konnte.

8Der Ziegenbock8,8 Ziegenbock: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte. Nach dem Tod von Alexander zerfiel sein Reich unter seinen Nachfolgern in mehrere Teile. wurde sehr mächtig.Als er auf der Höhe seiner Macht war,wurde sein großes Horn zerbrochen8,8 großes Horn zerbrochen: Bild für den Tod Alexanders des Großen..An seiner Stelle wuchsen vier besondere Hörner8,8 vier besondere Hörner: Bild für die Nachfolger von Alexander dem Großen, unter denen das Reich Alexanders in vier Teile zerfiel.,in alle vier Himmelsrichtungen.9Aus dem kleinsten von ihnenging ein neues Horn8,9 neues Horn: Bild für Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten. hervor.Es wurde außerordentlich großin Richtung Süden, in Richtung Ostenund in Richtung des herrlichen Landes8,9 herrliches Land: Meint Israel..10Es wuchs bis zum Heer des Himmels8,10 Heer des Himmels: Bezeichnung für den himmlischen Hofstaat..Vom Heer und von den Sternenwarf es einige auf die Erde und zertrat sie.11Es erhob sich bis zum himmlischen Heerführer8,11 himmlischer Heerführer: Bezeichnung für Gott, der in der Bibel oft »Herr der himmlischen Heere« genannt wird.und nahm ihm das regelmäßige Opfer8,11 regelmäßiges Opfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag im Tempel dargebracht werden sollten. weg.Sein Heiligtum und sein Tempel8,11 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … wurden verwüstet.12An die Stelle des regelmäßigen Opferswurde ein unrechtmäßiges Opfer gesetzt.Das Horn warf die Wahrheit zu Boden8,12 die Wahrheit zu Boden werfen: Hier Bezeichnung für die Gesetze und Gebote Gottes, die Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) missachtete..Und was es tat, gelang ihm.

13Dann hörte ich einen Engel8,13 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … reden,und ein anderer Engel fragte den, der redete:»Wie lange gilt das,was in der Vision8,13 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … vom regelmäßigen Opfer8,13 regelmäßiges Opfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag im Tempel dargebracht werden sollten. zu sehen war?Wie lange bleibt es bei diesem Verbrechen,dieser Verwüstung?Wie lange trampelt man auf dem Heiligtum8,13 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem. herumund missachtet den Opferdienst?«14Und er sagte zu mir:»2300 Abend- und Morgenopfer8,14 2300 Abend- und Morgenopfer: Das bedeutet, dass es an 1150 Tagen kein Opfer für Gott im Tempel geben wird. werden nicht dargebracht,bis das Heiligtum wiederhergestellt ist.«

Die Vision vom Widder und vom Ziegenbock wird gedeutet

15Während ich, Daniel, diese Vision8,15 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … hatte,versuchte ich, sie zu verstehen.Da stand plötzlich einer vor mir,der aussah wie ein Mann.16Ich hörte eine menschliche Stimme vom Kanal Ulai her.Sie rief: »Gabriel8,16 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung.,erklär diesem da die Vision!«17Als Gabriel zu mir kam, erschrak ichund warf mich nieder, mit dem Gesicht zum Boden.Er sagte zu mir: »Menschensohn, verstehe:Die Vision handelt von der Zeit des Endes.«18Während er mit mir redete,lag ich ohnmächtig auf dem Boden.Da berührte er michund stellte mich wieder auf die Beine.

19Er sagte zu mir: »Ich lasse dich wissen,was geschieht, wenn der Zorn8,19 Zorn: Meint hier die Zeit, in der Gott sich von seinem Volk abgewandt hat. vorbei ist.Denn die Vision8,19 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … handelt von der Zeit des Endes.20Du hast einen Widder8,20 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Mehr … mit zwei Hörnern gesehen.Er steht für die Könige von Medien8,20 Medien: Gebiet im Gebirge, im Nordwesten des heutigen Iran gelegen. Mehr … und Persien8,20 Persien: Gebirgslandschaft östlich des Persischen Golfs im heutigen Iran. Mehr ….21Der Ziegenbock steht für den König von Griechenland8,21 König von Griechenland: Bezeichnung für Alexander den Großen (336–323 v. Chr.), der weite Teile des Alten Orients eroberte..Das große Horn zwischen seinen Augensteht für den ersten König.22Das Horn zerbrach,und an seiner Stelle wuchsen vier Hörner8,22 vier Hörner: Bild für die Nachfolger von Alexander dem Großen, unter denen das Reich Alexanders in vier Teile zerfiel..Das bedeutet, dass vier Königreiche auftreten werden.Sie kommen alle aus einem Volk,werden aber nicht so mächtig sein wie der erste König.23Am Ende ihrer Herrschaft,wenn sie genug Verbrechen begangen haben,wird ein anderer König8,23 anderer König: Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten. kommen.Er wird hartherzig sein und ein erfahrener Betrüger.24Er wird stark sein, ungeheures Unheil anrichtenund Erfolg haben bei dem, was er tut.Mächtige Herrscher wird er vernichtenund auch das Volk der Heiligen8,24 Volk der Heiligen: Meint das Volk Israel..25Dank seiner Klugheit wird ihm sein Betrug gelingen.Er wird überheblich werden und viele vernichten,wenn sie sich sicher fühlen.Er wird sich gegen den Herrscher der Herrscher8,25 Herrscher der Herrscher: Bezeichnung für Gott. erheben.Aber er wird besiegt werden,ohne dass ein Mensch eingreift.26Die Vision von den Abend- und den Morgenopfern,die dir erzählt worden ist, ist wahr.Du aber, halte die Vision geheim,denn sie bezieht sich auf eine ferne Zeit.«

27Da war ich, Daniel, erschöpftund lag tagelang krank im Bett.Dann stand ich wieder aufund ging meinem Dienst beim König nach.Ich wunderte mich über die Vision8,27 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …,aber ich verstand sie nicht.
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Daniels Nachdenken über die 70 Jahre der Verbannung

Daniel 9,1-27

Daniel erforscht die Schriften

91Es war im ersten Jahr,nachdem Darius9,1 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.). Nachdem sein Großvater Kyros II. 539 v. Chr. die Babylonier besiegt hatte, regierten die Perser auch über das babylonische Reich. König der Babylonier9,1 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. geworden war.Darius war ein Sohn des Xerxesund gehörte zum Volk der Meder9,1 Meder: Volk, das im Gebirge im Norden des heutigen Iran lebte. Gemeinsam mit den Persern eroberten sie 539 v. Chr. die Stadt Babylon..2In seinem ersten Regierungsjahrerforschte ich, Daniel, die Schriften9,2 Schriften: Meint vermutlich prophetische Schriften wie das Buch Jeremia, das heute Teil der Bibel ist..Einst war ein Wort des Herrnzum Propheten9,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia9,2 Jeremia: Prophet, der zur Zeit der letzten Könige des Südreichs Juda auftrat. Die folgenden Worte finden sich ähnlich in Jeremia 25,11-12. gekommen:»Jerusalem9,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … soll 70 Jahre lang verwüstet sein.«Ich versuchte herauszufinden,was es mit dieser Zahl auf sich hatte.3Ich wandte mich an Gott, den Herrn,um zu beten9,3 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … und zu bitten.Ich fastete, zog ein Trauergewand9,3 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. anund streute Asche auf meinen Kopf9,3 sich Asche auf den Kopf streuen: Das Bedecken von Kopf und Körper mit Asche gehört zu den Trauerbräuchen..

Daniel betet und bekennt die Sünden des Gottesvolkes

4Ich betete9,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … zu meinem Gott, dem Herrn,bekannte meine Schuld9,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … und sagte:

»Ach Herr, du großer und furchterregender Gott!Du stehst zu deinem Bund9,4 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … und schenkst denen Gnade9,4 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr …,die dich lieben und deine Gebote9,4 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … einhalten.5Wir haben Sünden9,5 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begangen und Unrecht getan,wir haben Schuld auf uns geladen und uns aufgelehnt.Von deinen Geboten und Vorschriften sind wir abgewichen.6Auf deine Knechte9,6 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen., die Propheten9,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …, haben wir nicht gehört.Dabei haben sie in deinem Namenzu unseren Königen, Herrschern und Vorfahren geredet.Sie haben zum ganzen Volk des Landes gesprochen.7Du bist gerecht, Herr,und wir müssen uns schämen.Das gilt für die Bewohner von Juda9,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem9,7 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …und für ganz Israel9,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr ….Du hast sie in nahe und ferne Länder zerstreut,weil sie dir untreu geworden sind.8Ja, Herr, wir schämen uns,wir, unsere Könige, Herrscher und Vorfahren.Denn wir haben uns gegen dich gestellt.9Der Herr, unser Gott, ist barmherzig und vergibt uns –obwohl wir uns gegen ihn aufgelehnt haben.10Auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes,haben wir nicht gehört.Wir haben seine Weisungen9,10 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … nicht befolgt,die er uns gegeben hatdurch seine Knechte, die Propheten9,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….11Ganz Israel hat deine Weisung missachtet.Wir sind davon abgewichenund haben nicht auf deine Stimme gehört.Darum trifft uns jetzt der Fluch9,11 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …,den Gott einst mit einem Schwur angedroht hat.Denn wir haben uns gegen Gott gestellt.Der Fluch steht geschrieben im Gesetzbuch des Mose9,11 Gesetzbuch des Mose: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den Gesetzen der fünf Bücher Mose aufgeschrieben ist. Fluchworte finden sich dort beispielsweise in 5. Mose/Deuteronomium 28,15-68.,der ein Knecht Gottes war.12Gott hat an seinen Worten festgehalten.Er hat sie gegen uns ausgesprochenund gegen die Männer, die über uns herrschen.Er hat großes Unheil über uns kommen lassen.Das, was jetzt in Jerusalem geschieht,hat es unter dem Himmel noch nie gegeben.13Dieses ganze Unheil ist über uns gekommen,wie es im Gesetzbuch des Mose geschrieben steht.Wir haben es nicht geschafft,den Herrn, unseren Gott, zu beruhigen.Wir hätten uns von unserer Schuld abwendenund auf seine Wahrheit achten können.14Daher sorgte der Herr für Unheil,er hat es über uns kommen lassen.Denn der Herr, unser Gott, ist gerecht bei allem, was er tut.Wir aber haben nicht auf seine Stimme gehört.

15Du, Herr, unser Gott, hast dein Volkmit starker Hand aus Ägypten geführt9,15 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Bis heute hast du dir damit einen Namen gemacht.Wir aber haben Sünden9,15 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begangen,wir haben Verbrechen verübt!16Herr, du bist gerecht,darum sei nicht mehr zornig9,16 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …!Sei nicht mehr wütend auf deine Stadt,auf Jerusalem9,16 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …, deinen heiligen Berg9,16 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht.!Wir haben Sünden begangenund unsere Väter haben Schuld auf sich geladen.So sind Jerusalem und dein Volk zum Gespött gewordenfür alle, die rings um uns wohnen.17Und nun, unser Gott,hör das Gebet deines Knechtes9,17 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … und seine Bitte.Lass dein Angesicht leuchten9,17 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen. Mehr … über deinem Heiligtum9,17 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem.,auch um deiner selbst willen, Herr.18Mein Gott, verschließe deine Ohren nicht!Öffne deine Augen und sieh auf die Trümmer Jerusalems!Sieh auf die Stadt, die dir gehört.Wir wenden uns mit unseren Bitten an dich –nicht, weil wir gerecht gehandelt hätten,sondern im Vertrauen auf dein großes Erbarmen.19Herr, hör hin! Herr, vergib!Hör aufmerksam zu, Herr, und handle!Zögere nicht, mein Gott,auch um deiner selbst willen!Denn die Stadt und das Volk gehören doch dir.«

Das Geheimnis der 70 Jahre wird gedeutet

20Ich redete, betete und bekannte meine Sünden9,20 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …und die Sünden des Volkes Israel.Ich brachte meine Bitte vor den Herrnund bat für Jerusalem9,20 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …, den heiligen Berg9,20 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht. meines Gottes.21Noch während ich mein Gebet9,21 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … sprach,kam der Engel Gabriel9,21 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. zu mir herangeflogen.Er sah aus wie ein Mann,wie schon in der Vision9,21 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …, die ich zuvor gesehen hatte.Das war zur Zeit des Abendopfers9,21 Abendopfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag zu bestimmten Zeiten im Tempel dargebracht werden mussten..22Er redete mit mir und erklärte:»Daniel, ich bin hergekommen,um dir Einsicht zu geben.23Schon als du mit deinem Gebet begonnen hast,kam ein Wort von Gott.Ich bin gekommen, um es dir zu erklären,denn du wirst geliebt.Achte auf das Wort und verstehe die Vision!

24Für dein Volk und deine heilige Stadt9,24 heilige Stadt: Bezeichnung für Jerusalem.sind 70 Wochen9,24 70 Wochen: Eine Woche entspricht hier 7 Jahren. Nach diesen 490 Jahren (70 × 7) kommt das Ende der Zeit, und Gott wird als Richter über die Welt urteilen. festgesetzt.Nach dieser Zeit soll das Übel enden:Sünden9,24 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … werden vergeben,und für Schuld gibt es Versöhnung.Von da an wird immer Gerechtigkeit9,24 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … herrschen.Die Vision9,24 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … und die Weissagung werden bestätigt.Das Allerheiligste9,24 Allerheiligstes: Ort der Gegenwart Gottes im hinteren Teil der Haupthalle des Jerusalemer Tempels. Mehr … wird wieder eingeweiht werden9,24 wieder eingeweiht werden: Während der Regierungszeit von Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) wurde der Tempel in Jerusalem für etwa dreieinhalb Jahre entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten..25Du sollst verstehen und du wirst erkennen:Von dem Moment an, in dem das Wort Gottes ergangen ist,vergehen sieben Wochen9,25 sieben Wochen: Eine Woche entspricht hier 7 Jahren..Erst danach wird wiederein gesalbter Herrscher9,25 gesalbter Herrscher: Hier Bezeichnung für den Hohepriester, der nach der Rückkehr aus der Verbannung nach Babylonien eingesetzt wurde, damit im Tempel in Jerusalem wieder Gottesdienst gefeiert werden konnte. eingesetzt.Während dieser Zeit wird das Volk zurückkehrenund die Stadt Jerusalem9,25 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … wieder aufbauen.Es wird 62 Wochen9,25 62 Wochen: Eine Woche entspricht hier 7 Jahren. dauern,bis alle Straßen und Plätze wieder aufgebaut sind.Es wird eine Zeit großer Bedrängnis sein.26Nach den 62 Wochen wird einer der Gesalbten9,26 einer der Gesalbten: Wahrscheinlich Anspielung auf Onias III., der zu Beginn der Regierungszeit von Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) Hohepriester in Jerusalem war und von Antiochus entmachtet wurde. umgebracht,und niemand wird ihm helfen.Dann wird das Heer eines Herrschers9,26 Herrscher: Meint Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten. kommen.Es wird die Stadt und das Heiligtum zerstören.Er selbst kommt durch eine Flut ums Leben.– Es wird Verwüstungen geben,bis dieser lang beschlossene Krieg zu Ende ist. –27Der Herrscher wird ein starkes Bündnis schließen,das eine Woche hält und viele Mitglieder hat.In der Mitte der Woche wird erSchlachtopfer9,27 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und Speiseopfer9,27 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … verbieten.Im Heiligtum9,27 im Heiligtum: Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. wird ein Götzenbild9,27 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. stehen.Es bedeutet Verwüstung,bis das, was beschlossen ist,über den Verwüster kommen wird.«
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Die Vision von der Geschichte und der Zukunft des Gottesvolkes

Daniel 10,1–12,13

Daniel wird eine Vision angekündigt

101Es war das dritte Regierungsjahrvon Kyros10,1 Kyros II.: König von Persien (558–530 v. Chr.), der Persien durch seine Eroberungen zu einem Großreich machte. Die von ihm unterworfenen Völker durften ihre Religion beibehalten., dem König von Persien.Da wurde Daniel, der auch Beltschazzar heißt,etwas offenbart.Das Offenbarte ist wahrund bedeutet große Not.Daniel gab acht auf das Offenbarteund verstand die Vision10,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….

2Zu der Zeit hatte ich, Daniel,schon drei Wochen lang getrauert.3Ich hatte nichts Gutes mehr gegessen,kein Fleisch und keinen Wein zu mir genommen.Ich hatte mich auch nicht mehr gesalbt10,3 nicht mehr gesalbt: Das Unterlassen der Körperpflege gehört zu den Trauerbräuchen.,die ganzen drei Wochen lang.4Am 24. Tag des ersten Monats10,4 erster Monat: Festmonat, in dessen Verlauf das Passafest gefeiert wurde.stand ich am Ufer des großen Flusses Tigris10,4 Tigris: Neben dem Eufrat einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak..5Da schaute ich auf und sah einen Mann.Er war in Leinen gekleidet10,5 in Leinen gekleidet: Bekleidung eines Priesters oder eines besonderen göttlichen Boten.und hatte einen Gürtel aus reinem Gold um seine Hüften.6Sein Körper sah aus wie Chrysolith10,6 Chrysolith: Durchsichtiger, hellgrüner Edelstein.und sein Gesicht leuchtete wie ein Blitz.Seine Augen funkelten wie Feuer,seine Arme und Füße sahen aus wie glänzende Bronze10,6 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet..Und seine Stimme war so lautwie das Getöse einer Menschenmenge.7Nur ich allein, Daniel, hatte diese Vision10,7 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….Die Männer, die bei mir waren, sahen sie nicht.Aber sie erschraken sehr,liefen schnell weg und versteckten sich.8Ich blieb allein zurück mit dieser großen Vision.Ich wurde ganz schwach und blass,meine Kraft verließ mich.9Ich hörte den Klang seiner Stimme.Während ich ihn reden hörte,fiel ich ohnmächtig zu Boden.Ich blieb mit meinem Gesicht auf der Erde liegen.

Ein Engel erklärt Daniel die Vision

10Eine Hand berührte michund half mir auf meine Knie und Hände.11Der Mann sagte zu mir: »Daniel, geliebter Mensch,achte auf die Worte, die ich dir zu sagen habe!Stell dich aufrecht hin,denn ich bin jetzt zu dir gesandt.«Während er mit mir redete,stellte ich mich hin und zitterte.12Er sagte zu mir: »Fürchte dich nicht, Daniel!Du hast dich darum bemüht,die Offenbarung zu verstehen.Du hast dich vor deinem Gott erniedrigt.Schon vom ersten Tag an, als du dich bemüht hast,bist du erhört worden.Deswegen bin ich zu dir gekommen.13Der Schutzengel des persischen Reicheshatte sich 21 Tage lang gegen mich gestellt.Dann kam mir Michael10,13 Michael: Schutzengel des Volkes Israel und einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. zur Hilfe,einer der obersten unter den Schutzengeln.So wurde ich dort nicht mehr gebrauchtund konnte die persischen Könige verlassen.14Jetzt bin ich gekommen, um dir zu erklären,was am Ende der Tage10,14 Ende der Tage: Am Ende der Zeit wird Gott als Richter auftreten und ein Urteil über die Welt fällen. mit deinem Volk geschehen wird.Denn die Vision bezieht sich auf eine ferne Zeit.«

15Während er diese Worte zu mir sagte, schaute ich zu Boden.Vor Schreck war ich ganz stumm.16Da berührte einer meine Lippen,der aussah wie ein Mensch.Ich öffnete meinen Mundund sagte zu dem, der mir gegenüberstand:»Mein Herr, als ich die Vision10,16 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … sah,hatte ich große Schmerzen und verlor all meine Kraft.17Wie kann ich, der Knecht10,17 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. meines Herrn,mit meinem Herrn reden?Ich habe seitdem keine Kraft mehr,und mir fehlt der Atem.«18Da berührte mich wieder der,der aussah wie ein Mensch.Er stärkte mich 19und sagte:»Fürchte dich nicht, geliebter Mensch!Friede sei mit dir.Sei stark! Ja, sei stark!«Während er mit mir redete,wurde ich wieder stark und sagte:»Mein Herr, rede nun,denn du hast mich gestärkt.«20Er fragte: »Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin?Jetzt muss ich wieder zurückkehrenund gegen den Schutzengel des persischen Reiches kämpfen.Wenn ich von dort wieder weggegangen bin,wird der Schutzengel des griechischen Reiches kommen.21Aber vorher teile ich dir noch mit,was im Buch der Wahrheit10,21 Buch der Wahrheit: Man stellte sich vor, dass es bei Gott ein Buch gab, in dem der Lauf der Geschichte bis zu ihrem Ende bereits aufgezeichnet war. aufgeschrieben ist.Niemand hilft mir gegen die fremden Schutzengel.Nur Michael10,21 Michael: Schutzengel des Volkes Israel und einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. Hier tritt er gegen den himmlischen Vertreter der Perser auf., euer Schutzengel, steht mir bei.