BasisBibel (BB)
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61Danach übernahm Darius6,1 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.)., der Meder6,1 Meder: Volk, das im Gebirge im Norden des heutigen Iran lebte. Gemeinsam mit den Persern eroberten sie 539 v. Chr. die Stadt Babylon., die Königsherrschaft.

Er war damals 62 Jahre alt.

Daniel in der Löwengrube

Daniel 6,2-29

Die Beamten des Königs stellen Daniel eine Falle

2Darius6,2 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.). beschloss,im ganzen Königreich 120 Statthalter6,2 120 Statthalter: Die hohe Zahl an Verwaltern soll zeigen, wie groß das Königreich von Darius I. war. einzusetzen.3Sie waren drei hohen Beamten unterstellt,von denen einer Daniel war.Die Statthalter sollten ihnen Rechenschaft ablegen,damit dem König kein Schaden entstand.4Daniel war außergewöhnlich begabt,er übertraf alle hohen Beamten und Statthalter.Daher hatte der König die Absicht,ihm die Verwaltung für das ganze Reich zu übertragen.5Da suchten die hohen Beamten und Statthaltereinen Vorwand, um Daniel anzuklagen.Daniel aber war zuverlässig,sie konnten nichts gegen ihn anführen.Sie konnten weder ein Vergehennoch einen Vorwand finden.Nicht eine Nachlässigkeit entdeckten sie –er hatte sich nichts zuschulden kommen lassen.6Daraufhin sagten die Männer:»Gegen diesen Daniel haben wir nichts in der Hand –es sei denn, wir finden etwas gegen ihnim Gesetz seines Gottes6,6 Gesetz seines Gottes: Meint Vorschriften, die wir heute in den fünf Büchern Mose finden.

7Die hohen Beamten und Statthaltereilten zum König und sagten zu ihm:»Lang lebe König Darius6,7 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.).!8Alle hohen Beamten des Königs, die Vorsteher,Statthalter, Minister und Verwalter haben sich beraten.Es soll eine königliche Verordnung erlassen werdenund ein Verbot in Kraft treten.Für die nächsten dreißig Tage soll gelten:Richtet jemand eine Bitte nicht an dich, König,sondern an irgendeinen Gott oder Menschen –dann soll er in die Löwengrube geworfen werden.9Nun, König, erlass dieses Verbotund unterschreib die Vorschrift.Nach dem unveränderlichen Gesetz der Meder und Perserkann es nicht wieder aufgehoben werden.«10So unterschrieb König Darius die Vorschrift,und das Verbot trat in Kraft.

11Als Daniel von der Vorschrift erfuhr, ging er in sein Haus.Im oberen Stockwerk hatte es offene Fenster,die in Richtung Jerusalem6,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zeigten.Dreimal am Tag kniete er dort nieder,um zu beten und Gott zu preisen.Das machte er schon immer so.12Plötzlich stürmten seine Gegner hereinund fanden Daniel.Er war gerade dabei, Gott anzuflehenund seine Bitten vorzubringen.13Daraufhin gingen die Männer zum Königund sprachen ihn auf das königliche Verbot an.Sie fragten: »Hast du nicht ein Verbot unterschrieben,das für dreißig Tage gilt?Jeder, der eine Bitte nicht an dich richtet, König,soll doch in die Löwengrube geworfen werden.«Der König antwortete: »So ist es,es ist ein Gesetz der Meder und Perser.Das aber kann nicht wieder aufgehoben werden.«14Daraufhin berichteten sie dem König:»Dann müssen wir dir etwas über Daniel sagen,der zu den Gefangenen aus Juda6,14 Gefangene aus Juda: Daniel 1,3-4 erzählt, dass Nebukadnezzar II. junge Männer aus Jerusalem nach Babylonien bringen ließ. gehört.Er achtet weder dich, König,noch das Verbot, das du unterschrieben hast.Dreimal täglich verrichtet er sein Gebet.«

Daniel wird in die Löwengrube geworfen

15Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt.Er fasste den Entschluss, Daniel zu helfen.Bis zum Sonnenuntergang wollte er ihn retten.16Da eilten die Männer zum König und sagten zu ihm:»König, denk an das Gesetz der Meder und Perser!Ein königliches Verbot oder eine Vorschriftdarf nicht wieder aufgehoben werden.«17Daraufhin befahl der König, Daniel zu holenund ihn in die Löwengrube zu werfen.Der König sagte zu Daniel:»Dein Gott, dem du unerschütterlich dienst,er soll dich retten.«18Dann holte man einen Steinund wälzte ihn auf die Öffnung der Grube.Der König versiegelte sie mit seinem Siegelring6,18 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr …und auch mit den Siegelringen wichtiger Amtsträger.Niemand konnte Daniel mehr herausholen.19Danach ging der König wieder in seinen Palast.Er fastete6,19 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr … die ganze Nacht und fand keinen Schlaf.20Früh am Morgen, noch in der Dämmerung,stand der König auf und eilte zur Löwengrube.21Als er sich der Grube näherte,rief er mit ängstlicher Stimme nach Daniel.Er fragte: »Daniel, Knecht6,21 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … des lebendigen Gottes!Hat dein Gott, dem du unerschütterlich dienst,dich vor den Löwen retten können?«22Daniel sagte zum König: »Lang lebe der König!23Mein Gott hat einen Engel6,23 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … geschickt,der hat den Löwen den Rachen verschlossen.So konnten sie mir nichts antun.Mein Gott weiß, dass ich unschuldig bin.Weder ihm noch dir gegenüberbin ich schuldig geworden.«24Der König freute sich sehr und befahl,Daniel aus der Löwengrube herauszuholen.Da holte man Daniel aus der Löwengrube.Er war völlig unverletzt,denn er hatte auf Gott vertraut.25Daraufhin ließ der König die Männer holen,die Daniel angeklagt hatten.Er ließ sie in die Löwengrube werfen,zusammen mit ihren Kindern und Frauen.Noch bevor sie den Boden der Grube erreichten,stürzten sich die Löwen auf sie.Sie zermalmten ihnen die Knochen.

Der König preist den Gott Daniels

26König Darius6,26 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.). schrieban die Menschen aller Völker, Nationen und Sprachen,die auf der Erde wohnten:»Euch soll reichlich Friede zuteilwerden!27Ich erlasse diesen Befehl:In meinem ganzen Königreichsoll man den Gott Daniels fürchtenund vor ihm zittern.Er ist der lebendige Gott, der für immer bleibt.Sein Königreich wird nie zugrunde gehenund seine Herrschaft hat kein Ende.28Er rettet und er befreit.Er tut Zeichen und Wunder6,28 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. Mehr … im Himmel und auf der Erde.Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.«

29Daniel hatte Macht und Einfluss –sowohl unter der Herrschaft von Darius6,29 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.).als auch unter der Herrschaft von Kyros6,29 Kyros II.: König von Persien (558–530 v. Chr.), der Persien durch seine Eroberungen zu einem Großreich machte. Die von ihm unterworfenen Völker durften ihre Religion beibehalten., dem Perser.
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Daniels Visionen

Daniel 7,1–12,13

Die Vision von den vier Weltreichen und vom Menschensohn

Daniel 7,1-28

Daniel hat eine Vision von vier Tieren

71Belschazzar7,1 Belschazzar: Herrschte 552–543 v. Chr. in Babylon. war der König von Babylonien7,1 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr ….In seinem ersten Regierungsjahrhatte Daniel einen Traum.Er hatte eine Vision7,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …, als er auf seinem Bett lag.Er schrieb auf, was er geträumt hatte.Das ist sein Bericht:2Ich, Daniel, hatte in der Nacht eine Vision.Ich sah vier Winde.Die kamen aus den vier Himmelsrichtungenund wühlten das große Meer auf.3Aus dem Meer stiegen vier große Tiere7,3 vier große Tiere: Die vier Tiere stehen für vier Königreiche, die in der Geschichte aufeinander folgen: die Babylonier, die Meder, die Perser und die Griechen. herauf,jedes anders als die anderen.

4Das erste Tier7,4 erstes Tier: Steht für die Babylonier, die bis 539 v. Chr. als Großmacht das politische Geschehen im Alten Orient bestimmten. war einem Löwen ähnlichund hatte Flügel wie ein Adler.Ich sah, wie ihm seine Flügel ausgerissen wurden.Es wurde vom Boden aufgehobenund wie ein Mensch auf seine Füße gestellt.Ihm wurde menschlicher Verstand gegeben.5Dann sah ich ein zweites Tier7,5 zweites Tier: Steht für die Meder, ein Volk, das im Gebirge im Norden des heutigen Iran lebte. Gemeinsam mit den Persern eroberten sie 539 v. Chr. die Stadt Babylon und beendeten die Vorherrschaft der Babylonier im Alten Orient..Dieses Tier ähnelte einem Bären,und es stand an einer Seite aufrecht.In seinem Maul hatte es drei Rippen,sie waren zwischen seinen Zähnen.Man sagte zu ihm: »Steh auf, friss viel Fleisch!«6Dann sah ich ein anderes Tier7,6 anderes Tier: Steht für die Perser, die gemeinsam mit den Medern 539 v. Chr. die Stadt Babylon eroberten und die Vorherrschaft der Babylonier im Alten Orient beendeten.,das einem Panther ähnelte.Auf seinem Rücken hatte es vier Flügel,die aussahen wie die Flügel eines Vogels.Es hatte vier Köpfe,und ihm wurde Macht gegeben.7Dann sah ich in der nächtlichen Visionein viertes Tier7,7 viertes Tier: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte..Es war fürchterlich, schrecklich und sehr mächtig.Seine Zähne waren groß und aus Eisen.Es fraß und zermalmte alles,und was übrig blieb, zertrat es mit den Füßen.Es war ganz anders als die Tiere vor ihm,und es hatte zehn Hörner.8Ich betrachtete die Hörner.Plötzlich wuchs zwischen ihnenein anderes, kleines Horn7,8 anderes, kleines Horn: Steht für Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Er war einer der Nachfolger Alexanders des Großen in Syrien und griff Jerusalem an. hervor.Da wurden drei von den ersten Hörnern ausgerissen.Auf dem Horn waren Augen,die den Augen eines Menschen ähnelten.Es hatte einen Mund, der großspurig redete.

Daniel sieht, was im Himmel geschieht

9Ich sah, dass Throne aufgestellt wurdenund der Hochbetagte7,9 der Hochbetagte: Titel für Gott, der zum Ausdruck bringt, dass Gott ewig ist. sich setzte.Seine Kleidung war weiß wie Schnee,und sein Kopfhaar war wie reine Wolle.Sein Thron bestand aus lodernden Flammen,und dessen Räder waren aus Feuer.10Ein Strom aus Feuer floss von ihm weg.Tausendmal Tausend dienten ihm,eine unzählbare Menge stand vor ihm.Es wurde Gericht gehalten,und Bücher wurden geöffnet7,10 Bücher werden geöffnet: Man stellte sich vor, dass Gott eine Liste mit den Menschen führt, die beim Gericht am Ende der Zeit gerettet werden..11Ich sah hin, weil das Horn7,11 das Horn: Steht für Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Er war einer der Nachfolger Alexanders des Großen in Syrien und griff Jerusalem an. so großspurig redete.Da sah ich, dass das Tier getötet wurde.Sein Körper wurde vernichtetund dem brennenden Feuer übergeben.12Auch den übrigen Tieren wurde ihre Macht genommen.Denn die Länge ihres Lebenswar auf die Stunde genau festgesetzt.

13In der nächtlichen Vision7,13 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … sah ich einen,der mit den Wolken des Himmels kam.Er sah aus wie ein Menschensohn7,13 Menschensohn: Hier Bezeichnung für ein Engelwesen, dessen menschliche Herrschaft der Herrschaft der vier Tiere gegenübergestellt wird. Im Neuen Testament wird daraus ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt ist..Er kam bis zu dem Hochbetagten7,13 der Hochbetagte: Titel für Gott, der zum Ausdruck bringt, dass Gott ewig ist.und wurde vor ihn geführt.14Ihm wurden Macht, Ehre und Königsherrschaft gegeben.Die Menschen aller Völker,aller Nationen und aller Sprachen dienen ihm.Seine Macht ist eine ewige Macht,sein Königreich wird nicht zugrunde gehen.

Die Vision von den vier Tieren wird gedeutet

15Ich, Daniel, war ganz verwirrt.Die Vision7,15 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …, die ich hatte, erschreckte mich.16Ich ging zu einem von denen7,16 einer von denen: Bei Visionen und Träumen tritt häufig ein Engel hinzu, der das Geschaute erklärt., die dastanden,und bat ihn, all diese Dinge zu erklären.Er antwortete mir und ließ mich wissen,was sie bedeuten.

17Die vier großen Tiere stehen für vier Königreiche7,17 vier Königreiche: Die vier Königreiche, die in der Geschichte aufeinander folgen, sind hier die Babylonier, die Meder, die Perser und die Griechen. Am Ende wird das letzte Königreich durch die Königsherrschaft Gottes abgelöst.,die sich auf der Erde erheben werden.18Die Herrschaft aber bekommen die Heiligen des Höchsten7,18 die Heiligen des Höchsten: Himmlische Wesen, die zu Gott gehören. Von ihm ist hier mit dem Titel »der Höchste« die Rede..Sie werden sie für immer und ewig behalten.19Ich wollte wissen,was es mit dem vierten Tier7,19 viertes Tier: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte. Die Hörner stehen für die Teile, in die das Reich nach dem Tod Alexanders zerfiel. auf sich hat.Es war ganz anders als die anderen.Es war außerordentlich fürchterlich,seine Zähne waren aus Eisenund seine Krallen waren aus Bronze7,19 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet..Es fraß und zermalmte alles,und was übrig blieb, zertrat es mit den Füßen.20Ich wollte etwas wissenüber die zehn Hörner auf seinem Kopf.Ich wollte etwas erfahren über das Horn,das neu gewachsen war –und über die drei Hörner, die ausgefallen waren.Das neue Horn7,20 neues Horn: Steht für Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Er war einer der Nachfolger Alexanders des Großen und wichtig für die Geschichte Jerusalems. hatte Augenund einen Mund, der großspurig redete.Es sah größer aus als die anderen Hörner.21Ich sah dieses Horn gegen die Heiligen kämpfen.Es überwältige sie.22Dann kam der Hochbetagte7,22 der Hochbetagte: Titel für Gott, der zum Ausdruck bringt, dass Gott ewig ist.und übertrug den Heiligen des Höchsten das Gericht.Es kam die Stunde,in der die Heiligen das Königreich erhielten.

23Der, der dastand, sagte: »Das vierte Tiersteht für das vierte Königreich7,23 viertes Königreich: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte. auf der Erde.Es wird ganz anders sein als die anderen Königreiche.Es wird die Erde fressen,sie mit Füßen treten und sie zermalmen.24Die zehn Hörner7,24 zehn Hörner: Stehen für die Teile, in die das Reich Alexanders des Großen nach dessen Tod zerfiel. bedeuten:Aus diesem Königreich werden zehn Könige hervorgehen.Nach ihnen wird ein anderer König7,24 ein anderer König: Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) war einer der Nachfolger Alexanders des Großen und wichtig für die Geschichte Jerusalems. kommen.Er wird ganz anders sein als die vorherigen,und er wird drei Könige stürzen.25Er wird über den Höchsten lästernund sich gegen die Heiligen des Höchsten7,25 die Heiligen des Höchsten: Himmlische Wesen, die zu Gott gehören. Von ihm ist hier mit dem Titel »der Höchste« die Rede. wenden.Er hat vor, Festzeiten7,25 Festzeiten: Religiöse Feierlichkeiten, die zu bestimmten Anlässen im Laufe eines Jahres gefeiert wurden. In 3. Mose/Levitikus 23 finden sich die Anordnungen für die Feste, die das Volk Israel feiern soll. und das Gesetz Gottes7,25 Gesetz Gottes: Meint Vorschriften, die wir heute in den fünf Büchern Mose finden. zu ändern.Für dreieinhalb Zeiten7,25 dreieinhalb Zeiten: Die Zeit der Unterdrückung durch Antiochus IV. ist begrenzt. Möglicherweise ist die Angabe eine Anspielung auf den Makkabäeraufstand, der dreieinhalb Jahre dauerte. Eine Gruppe von Juden hatte sich zusammengeschlossen, um Antiochus IV. bewaffneten Widerstand zu leisten.werden die Heiligen in seine Gewalt gegeben.26Dann wird Gericht7,26 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. Mehr … gehalten werden.Dem König wird seine Macht weggenommen,er wird endgültig zerstört und vernichtet.27Das heilige Volk des Höchsten7,27 heiliges Volk des Höchsten: Der Ausdruck kann sich sowohl auf »die Heiligen des Höchsten« beziehen, als auch eine Bezeichnung für das Volk Israel sein.erhält Herrlichkeit, Herrschaftund Macht über die Königreiche unter dem Himmel.Sein Königreich ist ein ewiges Königreich,ihm werden alle dienen und gehorchen.«28Das war der Bericht.Meine eigenen Gedanken erschreckten mich sehr,und ich, Daniel, wurde ganz blass.Die Worte aber bewahrte ich in meinem Herzen.
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Die Vision vom Widder und vom Ziegenbock

Daniel 8,1-27

Daniel hat eine weitere Vision

81Im dritten Regierungsjahr von König Belschazzar8,1 Belschazzar: Herrschte 552–543 v. Chr. in Babylon.hatte ich, Daniel, eine Vision8,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….Das war nach der Vision,die ich zuvor gesehen hatte.2In der neuen Vision sah ich,wie ich in die Festung Susa8,2 Susa: Hauptstadt des Perserreichs, an der südwestlichen Grenze des heutigen Iran gelegen. versetzt wurde.Sie liegt in der Provinz Elam8,2 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr …,und ich fand mich am Kanal Ulai wieder.3Als ich aufschaute, sah ich,dass ein Widder8,3 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Es steht hier für das Königreich der Meder und Perser, das ab 539 v. Chr. unter Kyros II. das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. am Kanal stand.Er hatte zwei lange Hörner,ein Horn war länger als das andere.Das längere Horn war später gewachsen.4Der Widder wurde mächtig und tat, was ihm gefiel.Ich sah, dass der Widder mit seinen Hörnernin Richtung Norden, Süden und Westen stieß.Kein Tier blieb vor ihm stehen.Niemand konnte die Tiere aus seiner Gewalt retten.

5Während ich das beobachtete,kam von Westen her ein Ziegenbock8,5 Ziegenbock: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte und die Vorherrschaft der Perser beendete. über die ganze Erde –ohne den Boden zu berühren.Zwischen seinen Augen hatte er ein besonderes Horn.6Er rannte zu dem Widder8,6 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Es steht hier für das Königreich der Meder und Perser, das ab 539 v. Chr. unter Kyros II. das politische Geschehen im Alten Orient bestimmte. mit den beiden Hörnern,den ich am Kanal stehen sah.Voller Wut sprang er auf ihn zu.7Ich sah, wie er den Widder erreichteund ihn erbittert angriff.Er stieß nach dem Widderund zerbrach ihm beide Hörner.Der Widder hatte nicht die Kraft, ihm standzuhalten.Der Ziegenbock warf den Widder zu Boden und zertrat ihn.Es war keiner da,der den Widder aus seiner Gewalt befreien konnte.

8Der Ziegenbock8,8 Ziegenbock: Steht für das Königreich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte. Nach dem Tod von Alexander zerfiel sein Reich unter seinen Nachfolgern in mehrere Teile. wurde sehr mächtig.Als er auf der Höhe seiner Macht war,wurde sein großes Horn zerbrochen8,8 großes Horn zerbrochen: Bild für den Tod Alexanders des Großen..An seiner Stelle wuchsen vier besondere Hörner8,8 vier besondere Hörner: Bild für die Nachfolger von Alexander dem Großen, unter denen das Reich Alexanders in vier Teile zerfiel.,in alle vier Himmelsrichtungen.9Aus dem kleinsten von ihnenging ein neues Horn8,9 neues Horn: Bild für Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten. hervor.Es wurde außerordentlich großin Richtung Süden, in Richtung Ostenund in Richtung des herrlichen Landes8,9 herrliches Land: Meint Israel..10Es wuchs bis zum Heer des Himmels8,10 Heer des Himmels: Bezeichnung für den himmlischen Hofstaat..Vom Heer und von den Sternenwarf es einige auf die Erde und zertrat sie.11Es erhob sich bis zum himmlischen Heerführer8,11 himmlischer Heerführer: Bezeichnung für Gott, der in der Bibel oft »Herr der himmlischen Heere« genannt wird.und nahm ihm das regelmäßige Opfer8,11 regelmäßiges Opfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag im Tempel dargebracht werden sollten. weg.Sein Heiligtum und sein Tempel8,11 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … wurden verwüstet.12An die Stelle des regelmäßigen Opferswurde ein unrechtmäßiges Opfer gesetzt.Das Horn warf die Wahrheit zu Boden8,12 die Wahrheit zu Boden werfen: Hier Bezeichnung für die Gesetze und Gebote Gottes, die Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) missachtete..Und was es tat, gelang ihm.

13Dann hörte ich einen Engel8,13 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … reden,und ein anderer Engel fragte den, der redete:»Wie lange gilt das,was in der Vision8,13 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … vom regelmäßigen Opfer8,13 regelmäßiges Opfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag im Tempel dargebracht werden sollten. zu sehen war?Wie lange bleibt es bei diesem Verbrechen,dieser Verwüstung?Wie lange trampelt man auf dem Heiligtum8,13 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem. herumund missachtet den Opferdienst?«14Und er sagte zu mir:»2300 Abend- und Morgenopfer8,14 2300 Abend- und Morgenopfer: Das bedeutet, dass es an 1150 Tagen kein Opfer für Gott im Tempel geben wird. werden nicht dargebracht,bis das Heiligtum wiederhergestellt ist.«

Die Vision vom Widder und vom Ziegenbock wird gedeutet

15Während ich, Daniel, diese Vision8,15 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … hatte,versuchte ich, sie zu verstehen.Da stand plötzlich einer vor mir,der aussah wie ein Mann.16Ich hörte eine menschliche Stimme vom Kanal Ulai her.Sie rief: »Gabriel8,16 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung.,erklär diesem da die Vision!«17Als Gabriel zu mir kam, erschrak ichund warf mich nieder, mit dem Gesicht zum Boden.Er sagte zu mir: »Menschensohn, verstehe:Die Vision handelt von der Zeit des Endes.«18Während er mit mir redete,lag ich ohnmächtig auf dem Boden.Da berührte er michund stellte mich wieder auf die Beine.

19Er sagte zu mir: »Ich lasse dich wissen,was geschieht, wenn der Zorn8,19 Zorn: Meint hier die Zeit, in der Gott sich von seinem Volk abgewandt hat. vorbei ist.Denn die Vision8,19 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … handelt von der Zeit des Endes.20Du hast einen Widder8,20 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Mehr … mit zwei Hörnern gesehen.Er steht für die Könige von Medien8,20 Medien: Gebiet im Gebirge, im Nordwesten des heutigen Iran gelegen. Mehr … und Persien8,20 Persien: Gebirgslandschaft östlich des Persischen Golfs im heutigen Iran. Mehr ….21Der Ziegenbock steht für den König von Griechenland8,21 König von Griechenland: Bezeichnung für Alexander den Großen (336–323 v. Chr.), der weite Teile des Alten Orients eroberte..Das große Horn zwischen seinen Augensteht für den ersten König.22Das Horn zerbrach,und an seiner Stelle wuchsen vier Hörner8,22 vier Hörner: Bild für die Nachfolger von Alexander dem Großen, unter denen das Reich Alexanders in vier Teile zerfiel..Das bedeutet, dass vier Königreiche auftreten werden.Sie kommen alle aus einem Volk,werden aber nicht so mächtig sein wie der erste König.23Am Ende ihrer Herrschaft,wenn sie genug Verbrechen begangen haben,wird ein anderer König8,23 anderer König: Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten. kommen.Er wird hartherzig sein und ein erfahrener Betrüger.24Er wird stark sein, ungeheures Unheil anrichtenund Erfolg haben bei dem, was er tut.Mächtige Herrscher wird er vernichtenund auch das Volk der Heiligen8,24 Volk der Heiligen: Meint das Volk Israel..25Dank seiner Klugheit wird ihm sein Betrug gelingen.Er wird überheblich werden und viele vernichten,wenn sie sich sicher fühlen.Er wird sich gegen den Herrscher der Herrscher8,25 Herrscher der Herrscher: Bezeichnung für Gott. erheben.Aber er wird besiegt werden,ohne dass ein Mensch eingreift.26Die Vision von den Abend- und den Morgenopfern,die dir erzählt worden ist, ist wahr.Du aber, halte die Vision geheim,denn sie bezieht sich auf eine ferne Zeit.«

27Da war ich, Daniel, erschöpftund lag tagelang krank im Bett.Dann stand ich wieder aufund ging meinem Dienst beim König nach.Ich wunderte mich über die Vision8,27 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …,aber ich verstand sie nicht.