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Erzählungen über Daniel

Daniel 1,1–6,29

Daniel am Königshof in Babylon

Daniel 1,1-21

Daniel und seine drei Freunde kommen nach Babylon

11Es war im dritten Jahr der Herrschaft von Jojakim1,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.).,dem König von Juda.Da zog Nebukadnezzar1,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,nach Jerusalem1,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und belagerte es.2Gott gab Jojakim, den König von Juda,in die Gewalt Nebukadnezzars.Auch einen Teil der wertvollen Gefäße1,2 wertvolle Gefäße: Gegenstände, die im Gottesdienst verwendet wurden. aus dem Haus Gottes1,2 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.gab er Nebukadnezzar zur Beute.Der ließ sie in das Land Schinar1,2 Schinar: Bezeichnung für Babylonien. bringen,in den Tempel seines Gottes.Er brachte die Gefäße in das Schatzhaus seines Gottes.

3König Nebukadnezzar1,3 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. sagte zu Aschpenas,seinem Palastvorsteher:»Wähl von den Israeliten1,3 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … einige aus.Sie sollen aus dem Königshaus seinoder aus angesehenen Familien stammen.4Es sollen junge Männer sein,an denen es nichts auszusetzen gibt.Sie sollen schön sein, weise und klug,einsichtig und verständig –also geeignet, in den Dienst am Königshof einzutreten.Sie sollen unsere Schrift und unsere Sprache lernen1,4 unsere Schrift und unsere Sprache lernen: Beim Erlernen der Sprache wurden auch Kenntnisse in Zeichendeutung und Himmelskunde vermittelt, für die die Babylonier berühmt waren.,hier in Babylonien1,4 Babylonien: Wörtlich »Chaldäa«. Im Alten Testament wird Babylonien häufig Chaldäa genannt.!5Gib ihnen jeden Tagetwas von der königlichen Tafel zu essen.Sie sollen den Wein trinken,den auch ich trinke.Die Männer sollen drei Jahre lang ausgebildet werdenund dann in meinen Dienst eintreten.«6Unter den ausgesuchten Männern aus Judawaren Daniel, Hananja, Mischael und Asarja.7Der Palastvorsteher gab ihnen andere Namen:Daniel nannte er Beltschazzar,Hananja nannte er Schadrach,Mischael nannte er Meschachund Asarja nannte er Abed-Nego.

Daniel will sich nicht unrein machen

8Daniel war fest entschlossen,die königlichen Speisen und den Wein nicht anzurühren.Denn dadurch würde er sich unrein1,8 unrein: Bezeichnet einen Menschen, der nicht dafür vorbereitet ist, in der Nähe Gottes zu sein. Hier ist der Grund das Essen von Lebensmitteln, die nicht den religiösen Vorschriften entsprechen, die sich beispielsweise in den fünf Büchern Mose finden. machen.Er bat den Palastvorsteher,sich nicht unrein machen zu müssen.9Gott sorgte dafür, dass der PalastvorsteherDaniel gegenüber wohlgesinnt und verständnisvoll war.10Der Palastvorsteher sagte zu Daniel:»Ich fürchte meinen Herrn, den König.Er hat festgelegt, was ihr essen und trinken sollt.Er könnte der Ansicht sein, dass ihr schlechter aussehtals die anderen jungen Männer eures Alters.Ihr bringt mich beim König noch um Kopf und Kragen!«11Der Palastvorsteher hatte einen Aufseher eingesetztüber Daniel, Hananja, Mischael und Asarja.An den wandte sich Daniel und sagte:12»Mach mit uns zehn Tage lang einen Versuch:Gib deinen Knechten1,12 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. Gemüse.Das wollen wir essen und nur Wasser trinken.13Dann soll man uns mit den jungen Männern vergleichen,die von den Speisen des Königs essen.Je nachdem, was du dann als Ergebnis siehst,mach mit deinen Knechten weiter.«14Der Aufseher ließ sich darauf einund machte zehn Tage lang den Versuch mit ihnen.15Nach zehn Tagen sahen sie besser und kräftiger ausals alle Männer, die die königlichen Speisen aßen.16Da nahm der Aufseher Daniel und seinen Freundendie Speisen weg und den Wein, den sie trinken sollten.Stattdessen gab er ihnen Gemüse.17Gott schenkte den vier jungen Männernaußergewöhnliche Erkenntnis und Weisheit.Schon bald kannten sie sichin allen Wissensgebieten gut aus.Daniel verstand sich außerdem darauf,Visionen1,17 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … und Träume aller Art zu deuten.

18Nebukadnezzar1,18 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. hatte befohlen,die Männer nach drei Jahren zu ihm zu bringen.Als diese Zeit vorbei war,brachte der Palastvorsteher sie zum König.19Der König unterhielt sich mit den Männern.Er fand unter ihnen niemanden,der so war wie Daniel, Hananja, Mischael und Asarja.So kamen sie in den Dienst des Königs.20Der König befragte sie zu vielen Dingen.Ganz egal, was es auch war:Er fand sie zehnmal klüger und verständigerals alle Zeichendeuter und Magier in seinem Königreich.21Daniel blieb im königlichen Dienstbis zum ersten Regierungsjahr von König Kyros1,21 Kyros II.: König von Persien (558–530 v. Chr.), der Persien durch seine Eroberungen zu einem Großreich machte. Die von ihm unterworfenen Völker durften ihre Religion beibehalten..
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Der Traum vom Standbild auf tönernen Füßen

Daniel 2,1-49

König Nebukadnezzar hat einen beunruhigenden Traum

21Im zweiten Jahr seiner Königsherrschafthatte Nebukadnezzar2,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. einen Traum.Der Traum beunruhigte ihn so sehr,dass er nicht mehr schlafen konnte.2Da gab der König den Befehl,Zeichendeuter, Magier, Zauberer und Sterndeuter2,2 Sterndeuter: Gelehrte Männer, die nach dem Stand der Sterne die Gegenwart deuteten und zukünftige Ereignisse vorhersagten. Mehr … zu rufen.Sie sollten ihm sagen, was er geträumt hatte.Die Männer kamen und traten vor den König.3Der König sagte zu ihnen: »Ich hatte einen Traum.Nun bin ich sehr beunruhigt,weil ich den Traum nicht verstehe.«

4Die Sterndeuter2,4 Sterndeuter: Gelehrte Männer, die nach dem Stand der Sterne die Gegenwart deuteten und zukünftige Ereignisse vorhersagten. Mehr … sagten auf Aramäisch2,4 Aramäisch: Eine der Sprachen, die im babylonischen Reich gesprochen wurden. zum König:»Lang lebe der König!Erzähl deinen Knechten2,4 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen., was du geträumt hast,und wir werden es deuten.«5Der König antwortete den Sterndeutern:»Mein Entschluss steht fest!Ihr sollt mir sagen, was ich geträumt habe,und es mir auch deuten.Wenn ihr das nicht könnt,dann soll man euch in Stücke reißen.Eure Häuser sollen zu Schutthaufen werden.6Wenn ihr mir aber sagen und deuten könnt,was ich geträumt habe,dann gebe ich euch Geschenke.Euch wird große Ehre zuteil.Daher sagt mir, was ich geträumt habe,und erklärt es mir!«7Da wiederholten sie, was sie zuvor gesagt hatten:»Der König möge seinen Knechten erzählen,was er geträumt hat.Dann werden wir ihm den Traum deuten.«8Der König erwiderte: »Ich weiß ganz genau,dass ihr nur Zeit gewinnen wollt.Denn ihr habt erkannt, dass mein Entschluss feststeht.9Wenn ihr mir nicht sagen könnt, was ich geträumt habe,ist das Urteil über euch gefällt.Jetzt wollt ihr euch etwas ausdenken.Ja, ihr möchtet mir etwas Falsches auftischen,um Zeit zu gewinnen.Nun sagt mir, was ich geträumt habe!Dann weiß ich, dass ihr meinen Traum deuten könnt.«10Die Sterndeuter antworteten dem König:»Auf der Erde gibt es nicht einen Menschen,der die Forderung des Königs erfüllen kann.Nie zuvor hat es einen König gegeben,der von Zeichendeutern, Magiern und Sterndeuternso etwas verlangt hat –ganz egal, wie groß und mächtig er war.11Was der König verlangt, ist zu schwer.Niemand kann ihm sagen, was er geträumt hat.Nur die Götter könnten es,doch die wohnen nicht bei den Menschen.«12Daraufhin wurde der König wütend und sehr zornig.Er befahl, alle Weisen Babyloniens umzubringen.

13Als der Befehl kam, alle Weisen zu töten,suchte man Daniel und seine Freunde.Denn auch sie sollten getötet werden.14Da hatte Daniel einen klugen Einfall.Er wandte sich an Arioch,den Befehlshaber der königlichen Leibwache.Der war losgezogen, um die Weisen Babyloniens zu töten.15Daniel fragte Arioch, den königlichen Befehlshaber:»Warum hat der König einen so harten Befehl gegeben?«Arioch erklärte Daniel die Angelegenheit.16Daraufhin ging Daniel zum König.Er bat den König, ihm etwas Zeit zu geben,bis er ihm den Traum erklären könne.

Daniel und seine Freunde beten zu Gott

17Daniel ging nach Hauseund erzählte alles seinen FreundenHananja, Mischael und Asarja.18Er forderte sie auf:»Bittet den Gott des Himmels2,18 Gott des Himmels: Seit der persischen Zeit Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt zum Ausdruck, dass er der Gott der ganzen Welt ist. um Erbarmen!Vielleicht enthüllt er mir das Geheimnis des Traumesund wir werden nicht mit den anderen Weisen getötet.«

19In der folgenden Nacht hatte Daniel eine Vision2,19 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …und das Geheimnis wurde ihm enthüllt.Da pries Daniel den Gott des Himmels2,19 Gott des Himmels: Seit der persischen Zeit Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt zum Ausdruck, dass er der Gott der ganzen Welt ist.20und sagte: »Gepriesen sei der Name Gottes2,20 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr …,von Anfang an bis in alle Zukunft!Ihm gehören Weisheit und Kraft.21Er verändert das, was ist,und gibt allem seine Frist.Er setzt Könige ab und setzt Könige ein.Er gibt den Weisen die Weisheitund den Einsichtigen die Erkenntnis.22Er deckt auf, was tief und verborgen ist.Er weiß, was im Dunkeln ist,und bei ihm ist das Licht.23Dich, Gott meiner Vorfahren, lobe und preise ich.Du hast mir Weisheit und Kraft gegeben.Du hast mich jetzt erkennen lassen,worum wir dich gebeten haben:Die Sache des Königs hast du uns erklärt.«

24Daraufhin ging Daniel zu Arioch.Dem war vom König befohlen worden,die Weisen Babyloniens umzubringen.Daniel trat ein und sagte zu ihm:»Bring die Weisen Babyloniens nicht um!Lass mich vor den König treten.Ich werde seinen Traum deuten.«

Daniel beschreibt den Traum des Königs

25Arioch beeilte sich, Daniel vor den König zu bringen.Er sagte zum König:»Ich habe einen Mann gefunden,der dem König den Traum deuten kann.Der Mann ist einer von den Gefangenen aus Juda2,25 Gefangene aus Juda: Daniel 1,3-4 erzählt, dass Nebukadnezzar II. junge Männer aus Jerusalem nach Babylonien bringen ließ.26Da wandte sich der König an Daniel,den man auch Beltschazzar nannte.Er fragte ihn: »Kannst du mir wirklich sagen,was ich geträumt habe und was mein Traum bedeutet?«27Daniel antwortete dem König:»Das Geheimnis, nach dem der König fragt,können ihm weder Weise oder Magiernoch Zeichendeuter oder Wahrsager kundtun.28Aber es gibt einen Gott im Himmel,der Geheimnisse enthüllt.Er hat König Nebukadnezzar2,28 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. wissen lassen,was am Ende der Tage geschehen wird.Mit dem Traum und deiner nächtlichen Vision war es so:29Als du im Bett warst, König,hast du darüber nachgedacht,was in Zukunft geschehen wird.Da hat der, der Geheimnisse enthüllt,dich wissen lassen, was geschehen wird.30Ich bin nicht weiser als andere Lebende.Das Geheimnis wurde mir nur enthüllt,damit der König die Deutung des Traums erfährt.Du sollst deine Gedanken verstehen.

31Du, König, hattest eine Vision2,31 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …:Du hast ein großes Standbild gesehen.Es war sehr hoch, von außergewöhnlichem Glanz,und es stand direkt vor dir.Es war furchtbar anzusehen.32Der Kopf des Standbildes war aus purem Gold,seine Brust und seine Arme waren aus Silber.Sein Bauch und seine Hüften waren aus Bronze2,32 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet..33Seine Beine waren aus Eisen.Seine Füße waren zum Teil aus Eisenund zum Teil nur aus Ton.34Dann hast du gesehen, wie sich ein Stein gelöst hat –ohne dass ein Mensch seine Hand im Spiel hatte.Er traf die eisernen und tönernen Füße des Bildesund zerbrach sie.35Eisen, Ton, Bronze, Silber und Goldwurden auf einen Schlag zerstört.Der Wind wehte den Staub davonwie Spreu2,35 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr … auf dem Dreschplatz2,35 Dreschplatz: Ebener Platz außerhalb einer Siedlung, auf dem das Getreide gedroschen und die Spreu vom Weizen getrennt wird. Mehr … im Sommer.Keine Spur war von ihnen mehr zu finden.Der Stein aber, der das Standbild getroffen hatte,wurde zu einem großen Berg.Er füllte die ganze Welt aus.«

Daniel deutet den Traum des Königs

36Daniel sagte weiter:»Das war der Traum.Nun wollen wir dem König erklären,was er bedeutet.37Du, König, bist der König der Könige2,37 König der Könige: Ehrentitel von Nebukadnezzar II., der als Großkönig über viele Königreiche herrschte..Dir hat der Gott des Himmels2,37 Gott des Himmels: Seit der persischen Zeit Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt zum Ausdruck, dass er der Gott der ganzen Welt ist.Königreich, Kraft, Stärke und Würde gegeben.38Alle Orte, an denen Menschen wohnen,hat er in deine Hand gegeben.Das gilt auch für die Tiere des Feldesund die Vögel des Himmels.Daher bist du der goldene Kopf2,38 goldener Kopf: Bezieht sich auf das Standbild, das in den Versen 31-35 beschrieben wird..39Nach dir wird ein anderes Königreich2,39 anderes Königreich: Meint die Meder, die gemeinsam mit den Persern 539 v. Chr. die Stadt Babylon eroberten. kommen.Es wird nicht so mächtig sein wie deins.Dann kommt ein drittes Königreich2,39 drittes Königreich: Meint die Perser, die gemeinsam mit den Medern 539 v. Chr. die Stadt Babylon eroberten., aus Bronze2,39 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet..Es wird über die ganze Erde herrschen.40Danach wird ein viertes Königreich2,40 viertes Königreich: Meint das Reich Alexanders des Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte. Nach seinem Tod zerfiel das Reich in mehrere Teile. kommen,das wird so hart sein wie Eisen.Eisen zermalmt und zertrümmert alles.Dieses Königreich wird so hart sein wie Eisen,das alles zerschmettert.Es wird die anderen zermalmen und zerschmettern.41Du hast gesehen,dass die Füße und die Zehen zum Teil aus Eisen waren.Der andere Teil war aus Ton, wie ein Töpfer ihn benutzt.Das bedeutet, dass das Königreich geteilt sein wird.Es wird etwas von der Härte des Eisens haben.Darum hast du Eisen mit Tonerde vermischt gesehen.42Die Zehen waren teils aus Eisen und teils aus Ton.Das bedeutet, dass das Königreichzugleich stark und zerbrechlich sein wird.43Du hast gesehen,dass das Eisen mit Tonerde vermischt war.Das bedeutet, dass sich die Königreiche vermischen:Ihre Herrscher werden untereinander heiraten.Doch Eisen und Ton verbinden sich nicht fest.Die Reiche werden nicht verbunden bleiben.

44Zur Zeit dieser Königreichewird der Gott des Himmels2,44 Gott des Himmels: Seit der persischen Zeit Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt zum Ausdruck, dass er der Gott der ganzen Welt ist.selbst ein Königreich errichten.Es wird für immer bestehen und nicht untergehen.Das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen.Es wird alle anderen Königreiche zermalmenund ihnen ein Ende bereiten.Es wird in Ewigkeit bestehen.45Du hast gesehen,wie sich ein Stein von einem Berg gelöst hat –ohne dass ein Mensch seine Hand im Spiel hatte.Er hat Eisen, Bronze2,45 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet., Ton, Silber und Gold zermalmt.Der große Gott hat den König wissen lassen,was in Zukunft geschehen wird.Der Traum ist sicher und seine Deutung zuverlässig.«

König Nebukadnezzar dankt Daniel

46Nebukadnezzar2,46 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. fiel auf die Knieund verneigte sich vor Daniel.Er befahl, Daniel Speise-2,46 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … und Räucheropfer2,46 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … darzubringen.47Der König sagte zu Daniel:»Es ist wahr: Euer Gott ist der Gott der Götterund der Herr der Könige.Er enthüllt Geheimnisse.Deshalb konntest du dieses Geheimnis offenbaren.«48Dann verlieh der König Daniel einen hohen Rangund gab ihm viele große Geschenke.Er machte ihn zum Herrscher der Provinz Babylonien2,48 Provinz Babylonien: Verwaltungsbezirk im Königreich Babylonien, deren Zentrum die Stadt Babylon war.und zum obersten Vorsteher aller Weisen Babyloniens.49Auf Daniels Bitte hin beauftragte der KönigSchadrach, Meschach und Abed-Negomit der Verwaltung der Provinz Babylonien.Daniel aber blieb am Hof des Königs.
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Die drei Männer im Feuerofen

Daniel 3,1-30

König Nebukadnezzar lässt ein Standbild aufstellen

31König Nebukadnezzar3,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr.ließ ein goldenes Standbild machen.Es war 30 Meter3,1 30 Meter: Wörtlich »60 Ellen«. Eine Elle entspricht etwa 45 cm und wird vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen gemessen. hoch und 3 Meter3,1 3 Meter: Wörtlich »6 Ellen«. Eine Elle entspricht etwa 45 cm und wird vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen gemessen. breit.Er ließ es in der Ebene Dura aufstellen,in der Provinz Babylonien3,1 Provinz Babylonien: Verwaltungsbezirk im Königreich Babylonien, deren Zentrum die Stadt Babylon war..2Dann ließ König Nebukadnezzar die Würdenträger holen:die Statthalter und Provinzverwalter,die hohen und einfachen Beamten,die Ratgeber, Schatzmeister und Richterund die Befehlshaber der Provinzen.Sie sollten zur Einweihung des Standbildes kommen,das der König hatte aufstellen lassen.3Da versammelten sichdie Statthalter und Provinzverwalter,die hohen und einfachen Beamten,die Ratgeber, Schatzmeister und Richterund die Befehlshaber der Provinzen.Sie alle kamen zur Einweihung des Standbildes,das König Nebukadnezzar aufstellen ließ.Sie sammelten sich um dieses Standbild,das der König hatte errichten lassen.4Dann rief ein Ausrufer mit lauter Stimme:»Euch wird etwas befohlen,euch Menschen aller Völker, Nationen und Sprachen:5Ihr sollt niederfallen,sobald die Instrumente zusammen erklingen:die Hörner, Pfeifen und Zithern, die Leiern3,5 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr … und Harfen3,5 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden..Dann sollt ihr das goldene Standbild anbeten,das König Nebukadnezzar hat aufstellen lassen.6Wer nicht niederfällt, um es anzubeten,wird noch im selben Augenblickin einen brennenden Ofen geworfen.«7Die Völker fielen nieder,sobald sie den Klang der Instrumente hörten:der Hörner, Pfeifen, Zithern, Leiern und Harfen.Und die Menschen aller Völker, Nationen und Sprachenbeteten das goldene Standbild an,das König Nebukadnezzar hatte aufstellen lassen.

Schadrach, Meschach und Abed-Nego werden verurteilt

8Einige babylonische Männer gingen zum Königund erhoben schwere Vorwürfe gegen die Juden.9Sie sagten zu Nebukadnezzar3,9 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr.:»Lang lebe der König!10Du, König, hast diesen Befehl erteilt:Die Menschen sollen niederfallen,sobald die Instrumente zusammen erklingen:die Hörner, Pfeifen und Zithern, die Leiern3,10 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr … und Harfen3,10 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden..Sie sollen das goldene Standbild anbeten.11Wer nicht niederfällt, um es anzubeten,soll im selben Augenblickin den brennenden Ofen geworfen werden.12Nun sind da diese jüdischen Männer,die du beauftragt hast,die Provinz Babylonien3,12 Provinz Babylonien: Verwaltungsbezirk im Königreich Babylonien, deren Zentrum die Stadt Babylon war. zu verwalten:Schadrach, Meschach und Abed-Nego3,12 Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Diese drei Männer wurden gemeinsam mit Daniel aus Jerusalem nach Babylonien gebracht, vgl. Daniel 1,7..Diese Männer achten dich nicht, König.Sie verehren deinen Gott nichtund beten das goldene Standbild nicht an,das du hast aufstellen lassen.«

13Da wurde Nebukadnezzar3,13 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. zornig und wütend und befahl,Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu ihm zu bringen.Man brachte die Männer vor den König.14Nebukadnezzar sagte zu ihnen:»Stimmt es, Schadrach, Meschach und Abed-Nego,dass ihr meinen Gott nicht verehrt?Ist es wahr,dass ihr das goldene Standbild nicht anbetet,das ich aufstellen ließ?15Und nun:Macht euch bereit und fallt nieder,sobald die Instrumente zusammen erklingen:die Hörner, Pfeifen und Zithern, die Leiern3,15 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr … und Harfen3,15 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden..Und ihr sollt das Standbild anbeten,das ich machen ließ.Wenn ihr es aber nicht anbetet,werdet ihr noch im selben Augenblickin den brennenden Ofen geworfen.Wer ist der Gott,der euch aus meiner Gewalt retten könnte?«16Schadrach, Meschach und Abed-Negosagten zu König Nebukadnezzar:»Wir haben es nicht nötig,dir in dieser Sache zu antworten.17Unser Gott, den wir verehren,kann uns aus dem brennenden Ofen retten.Er wird uns auch aus deiner Gewalt retten, König.18Und falls nicht, sollst du wissen, König,dass wir deine Götter nicht verehren werden.Auch das goldene Standbild werden wir nicht anbeten,das du hast aufstellen lassen.«

Die drei Männer werden gerettet

19Da wurde Nebukadnezzar3,19 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. zornigauf Schadrach, Meschach und Abed-Nego.Sein Gesichtsausdruck veränderte sich.Er befahl, den Ofen anzuheizen.Man sollte ihn siebenmal heißer machen,als man es für gewöhnlich tat.20Dann befahl er den kräftigsten Männern seiner Armee,Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu fesseln.Sie sollten die drei Männerin den brennenden Ofen werfen.21Die Männer wurden so, wie sie waren, gefesselt:in ihren Mänteln, Hosen, Mützen und Kleidern.Dann wurden sie in den brennenden Ofen geworfen.22Weil der Befehl des Königs sehr streng war,war der Ofen ungewöhnlich heiß.Die Flammen töteten die Männer,die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hinaufbrachten.23Die drei Männer Schadrach, Meschach und Abed-Negofielen gefesselt in den brennenden Ofen hinab.

24König Nebukadnezzar3,24 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. erschrak.Er stand hastig auf und sagte zu seinen Ministern:»Haben wir nicht drei Männer gefesseltund mitten ins Feuer geworfen?«Sie antworteten und sagten zum König: »Gewiss, König.«25Er sagte: »Ich sehe aber vier Männer,die mitten im Feuer frei herumlaufen.Sie sind nicht verwundet.Der vierte sieht aus, als wäre er ein Gottessohn3,25 Gottessohn: Nebukadnezzar II. sieht in dem vierten Mann einen Boten Gottes.26Nebukadnezzar trat an die Tür des brennenden Ofensund sagte: »Schadrach, Meschach und Abed-Nego,ihr Knechte3,26 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … des Höchsten Gottes3,26 Höchster Gott: Titel für Gott, der oft in den Psalmen verwendet wird.,geht heraus und kommt hierher!«Und Schadrach, Meschach und Abed-Negogingen aus dem Feuer heraus.27Da versammelten sichdie Statthalter und Provinzverwalter,die Beamten und die Minister des Königs.Sie sahen, dass das Feuerden Männern nichts getan hatte.Ihre Körper und ihr Kopfhaar waren nicht verbrannt,und ihre Mäntel waren unverändert.Sie rochen auch nicht nach Feuer.

28Nebukadnezzar3,28 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. sagte:»Gepriesen sei der Gottvon Schadrach, Meschach und Abed-Nego!Er hat einen Engel3,28 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … gesandtund seine Diener gerettet.Sie haben ihm vertrautund sich nicht an den Befehl des Königs gehalten.Sie haben ihre Körper aufgegeben,damit sie nicht irgendeinen Gott verehren müssen.Sie beten nur ihren Gott an.29Darum erteile ich diesen Befehlfür die Menschen aller Völker, Nationen und Sprachen:Jeder, der über den Gott lästert,den Schadrach, Meschach und Abed-Nego anbeten,soll in Stücke gerissen werden.Sein Haus soll zu einem Schutthaufen werden.Denn es gibt keinen anderen Gott,der auf solche Weise retten kann.«30Der König sorgte dafür,dass es Schadrach, Meschach und Abed-Nego gut gingin der Provinz Babylonien3,30 Provinz Babylonien: Verwaltungsbezirk im Königreich Babylonien, deren Zentrum die Stadt Babylon war..

König Nebukadnezzars Wahnsinn

Daniel 3,31–4,31

Der Brief König Nebukadnezzars an alle Völker

31König Nebukadnezzar3,31 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. schrieban die Menschen aller Völker, Nationen und Sprachenauf der ganzen Erde:Euch soll reichlich Frieden zuteilwerden!32Der Höchste Gott hat an mir Zeichen und Wunder getan.Ich freue mich, euch davon zu erzählen.33Wie groß sind seine Zeichenund wie mächtig seine Wunder!Sein Königreich wird ewig bestehen,und er herrscht von Generation zu Generation.