BasisBibel (BB)
9

Daniels Nachdenken über die 70 Jahre der Verbannung

Daniel 9,1-27

Daniel erforscht die Schriften

91Es war im ersten Jahr,nachdem Darius9,1 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.). Nachdem sein Großvater Kyros II. 539 v. Chr. die Babylonier besiegt hatte, regierten die Perser auch über das babylonische Reich. König der Babylonier9,1 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. geworden war.Darius war ein Sohn des Xerxesund gehörte zum Volk der Meder9,1 Meder: Volk, das im Gebirge im Norden des heutigen Iran lebte. Gemeinsam mit den Persern eroberten sie 539 v. Chr. die Stadt Babylon..2In seinem ersten Regierungsjahrerforschte ich, Daniel, die Schriften9,2 Schriften: Meint vermutlich prophetische Schriften wie das Buch Jeremia, das heute Teil der Bibel ist..Einst war ein Wort des Herrnzum Propheten9,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia9,2 Jeremia: Prophet, der zur Zeit der letzten Könige des Südreichs Juda auftrat. Die folgenden Worte finden sich ähnlich in Jeremia 25,11-12. gekommen:»Jerusalem9,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … soll 70 Jahre lang verwüstet sein.«Ich versuchte herauszufinden,was es mit dieser Zahl auf sich hatte.3Ich wandte mich an Gott, den Herrn,um zu beten9,3 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … und zu bitten.Ich fastete, zog ein Trauergewand9,3 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. anund streute Asche auf meinen Kopf9,3 sich Asche auf den Kopf streuen: Das Bedecken von Kopf und Körper mit Asche gehört zu den Trauerbräuchen..

Daniel betet und bekennt die Sünden des Gottesvolkes

4Ich betete9,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … zu meinem Gott, dem Herrn,bekannte meine Schuld9,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … und sagte:

»Ach Herr, du großer und furchterregender Gott!Du stehst zu deinem Bund9,4 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … und schenkst denen Gnade9,4 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr …,die dich lieben und deine Gebote9,4 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … einhalten.5Wir haben Sünden9,5 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begangen und Unrecht getan,wir haben Schuld auf uns geladen und uns aufgelehnt.Von deinen Geboten und Vorschriften sind wir abgewichen.6Auf deine Knechte9,6 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen., die Propheten9,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …, haben wir nicht gehört.Dabei haben sie in deinem Namenzu unseren Königen, Herrschern und Vorfahren geredet.Sie haben zum ganzen Volk des Landes gesprochen.7Du bist gerecht, Herr,und wir müssen uns schämen.Das gilt für die Bewohner von Juda9,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem9,7 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …und für ganz Israel9,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr ….Du hast sie in nahe und ferne Länder zerstreut,weil sie dir untreu geworden sind.8Ja, Herr, wir schämen uns,wir, unsere Könige, Herrscher und Vorfahren.Denn wir haben uns gegen dich gestellt.9Der Herr, unser Gott, ist barmherzig und vergibt uns –obwohl wir uns gegen ihn aufgelehnt haben.10Auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes,haben wir nicht gehört.Wir haben seine Weisungen9,10 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … nicht befolgt,die er uns gegeben hatdurch seine Knechte, die Propheten9,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….11Ganz Israel hat deine Weisung missachtet.Wir sind davon abgewichenund haben nicht auf deine Stimme gehört.Darum trifft uns jetzt der Fluch9,11 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …,den Gott einst mit einem Schwur angedroht hat.Denn wir haben uns gegen Gott gestellt.Der Fluch steht geschrieben im Gesetzbuch des Mose9,11 Gesetzbuch des Mose: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den Gesetzen der fünf Bücher Mose aufgeschrieben ist. Fluchworte finden sich dort beispielsweise in 5. Mose/Deuteronomium 28,15-68.,der ein Knecht Gottes war.12Gott hat an seinen Worten festgehalten.Er hat sie gegen uns ausgesprochenund gegen die Männer, die über uns herrschen.Er hat großes Unheil über uns kommen lassen.Das, was jetzt in Jerusalem geschieht,hat es unter dem Himmel noch nie gegeben.13Dieses ganze Unheil ist über uns gekommen,wie es im Gesetzbuch des Mose geschrieben steht.Wir haben es nicht geschafft,den Herrn, unseren Gott, zu beruhigen.Wir hätten uns von unserer Schuld abwendenund auf seine Wahrheit achten können.14Daher sorgte der Herr für Unheil,er hat es über uns kommen lassen.Denn der Herr, unser Gott, ist gerecht bei allem, was er tut.Wir aber haben nicht auf seine Stimme gehört.

15Du, Herr, unser Gott, hast dein Volkmit starker Hand aus Ägypten geführt9,15 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Bis heute hast du dir damit einen Namen gemacht.Wir aber haben Sünden9,15 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begangen,wir haben Verbrechen verübt!16Herr, du bist gerecht,darum sei nicht mehr zornig9,16 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …!Sei nicht mehr wütend auf deine Stadt,auf Jerusalem9,16 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …, deinen heiligen Berg9,16 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht.!Wir haben Sünden begangenund unsere Väter haben Schuld auf sich geladen.So sind Jerusalem und dein Volk zum Gespött gewordenfür alle, die rings um uns wohnen.17Und nun, unser Gott,hör das Gebet deines Knechtes9,17 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … und seine Bitte.Lass dein Angesicht leuchten9,17 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen. Mehr … über deinem Heiligtum9,17 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem.,auch um deiner selbst willen, Herr.18Mein Gott, verschließe deine Ohren nicht!Öffne deine Augen und sieh auf die Trümmer Jerusalems!Sieh auf die Stadt, die dir gehört.Wir wenden uns mit unseren Bitten an dich –nicht, weil wir gerecht gehandelt hätten,sondern im Vertrauen auf dein großes Erbarmen.19Herr, hör hin! Herr, vergib!Hör aufmerksam zu, Herr, und handle!Zögere nicht, mein Gott,auch um deiner selbst willen!Denn die Stadt und das Volk gehören doch dir.«

Das Geheimnis der 70 Jahre wird gedeutet

20Ich redete, betete und bekannte meine Sünden9,20 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …und die Sünden des Volkes Israel.Ich brachte meine Bitte vor den Herrnund bat für Jerusalem9,20 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …, den heiligen Berg9,20 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht. meines Gottes.21Noch während ich mein Gebet9,21 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … sprach,kam der Engel Gabriel9,21 Gabriel: Einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. zu mir herangeflogen.Er sah aus wie ein Mann,wie schon in der Vision9,21 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …, die ich zuvor gesehen hatte.Das war zur Zeit des Abendopfers9,21 Abendopfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag zu bestimmten Zeiten im Tempel dargebracht werden mussten..22Er redete mit mir und erklärte:»Daniel, ich bin hergekommen,um dir Einsicht zu geben.23Schon als du mit deinem Gebet begonnen hast,kam ein Wort von Gott.Ich bin gekommen, um es dir zu erklären,denn du wirst geliebt.Achte auf das Wort und verstehe die Vision!

24Für dein Volk und deine heilige Stadt9,24 heilige Stadt: Bezeichnung für Jerusalem.sind 70 Wochen9,24 70 Wochen: Eine Woche entspricht hier 7 Jahren. Nach diesen 490 Jahren (70 × 7) kommt das Ende der Zeit, und Gott wird als Richter über die Welt urteilen. festgesetzt.Nach dieser Zeit soll das Übel enden:Sünden9,24 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … werden vergeben,und für Schuld gibt es Versöhnung.Von da an wird immer Gerechtigkeit9,24 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … herrschen.Die Vision9,24 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … und die Weissagung werden bestätigt.Das Allerheiligste9,24 Allerheiligstes: Ort der Gegenwart Gottes im hinteren Teil der Haupthalle des Jerusalemer Tempels. Mehr … wird wieder eingeweiht werden9,24 wieder eingeweiht werden: Während der Regierungszeit von Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) wurde der Tempel in Jerusalem für etwa dreieinhalb Jahre entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten..25Du sollst verstehen und du wirst erkennen:Von dem Moment an, in dem das Wort Gottes ergangen ist,vergehen sieben Wochen9,25 sieben Wochen: Eine Woche entspricht hier 7 Jahren..Erst danach wird wiederein gesalbter Herrscher9,25 gesalbter Herrscher: Hier Bezeichnung für den Hohepriester, der nach der Rückkehr aus der Verbannung nach Babylonien eingesetzt wurde, damit im Tempel in Jerusalem wieder Gottesdienst gefeiert werden konnte. eingesetzt.Während dieser Zeit wird das Volk zurückkehrenund die Stadt Jerusalem9,25 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … wieder aufbauen.Es wird 62 Wochen9,25 62 Wochen: Eine Woche entspricht hier 7 Jahren. dauern,bis alle Straßen und Plätze wieder aufgebaut sind.Es wird eine Zeit großer Bedrängnis sein.26Nach den 62 Wochen wird einer der Gesalbten9,26 einer der Gesalbten: Wahrscheinlich Anspielung auf Onias III., der zu Beginn der Regierungszeit von Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) Hohepriester in Jerusalem war und von Antiochus entmachtet wurde. umgebracht,und niemand wird ihm helfen.Dann wird das Heer eines Herrschers9,26 Herrscher: Meint Antiochus IV. (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht, sodass Gott keine Opfer dargebracht werden konnten. kommen.Es wird die Stadt und das Heiligtum zerstören.Er selbst kommt durch eine Flut ums Leben.– Es wird Verwüstungen geben,bis dieser lang beschlossene Krieg zu Ende ist. –27Der Herrscher wird ein starkes Bündnis schließen,das eine Woche hält und viele Mitglieder hat.In der Mitte der Woche wird erSchlachtopfer9,27 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und Speiseopfer9,27 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … verbieten.Im Heiligtum9,27 im Heiligtum: Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. wird ein Götzenbild9,27 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. stehen.Es bedeutet Verwüstung,bis das, was beschlossen ist,über den Verwüster kommen wird.«
10

Die Vision von der Geschichte und der Zukunft des Gottesvolkes

Daniel 10,1–12,13

Daniel wird eine Vision angekündigt

101Es war das dritte Regierungsjahrvon Kyros10,1 Kyros II.: König von Persien (558–530 v. Chr.), der Persien durch seine Eroberungen zu einem Großreich machte. Die von ihm unterworfenen Völker durften ihre Religion beibehalten., dem König von Persien.Da wurde Daniel, der auch Beltschazzar heißt,etwas offenbart.Das Offenbarte ist wahrund bedeutet große Not.Daniel gab acht auf das Offenbarteund verstand die Vision10,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….

2Zu der Zeit hatte ich, Daniel,schon drei Wochen lang getrauert.3Ich hatte nichts Gutes mehr gegessen,kein Fleisch und keinen Wein zu mir genommen.Ich hatte mich auch nicht mehr gesalbt10,3 nicht mehr gesalbt: Das Unterlassen der Körperpflege gehört zu den Trauerbräuchen.,die ganzen drei Wochen lang.4Am 24. Tag des ersten Monats10,4 erster Monat: Festmonat, in dessen Verlauf das Passafest gefeiert wurde.stand ich am Ufer des großen Flusses Tigris10,4 Tigris: Neben dem Eufrat einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak..5Da schaute ich auf und sah einen Mann.Er war in Leinen gekleidet10,5 in Leinen gekleidet: Bekleidung eines Priesters oder eines besonderen göttlichen Boten.und hatte einen Gürtel aus reinem Gold um seine Hüften.6Sein Körper sah aus wie Chrysolith10,6 Chrysolith: Durchsichtiger, hellgrüner Edelstein.und sein Gesicht leuchtete wie ein Blitz.Seine Augen funkelten wie Feuer,seine Arme und Füße sahen aus wie glänzende Bronze10,6 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet..Und seine Stimme war so lautwie das Getöse einer Menschenmenge.7Nur ich allein, Daniel, hatte diese Vision10,7 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr ….Die Männer, die bei mir waren, sahen sie nicht.Aber sie erschraken sehr,liefen schnell weg und versteckten sich.8Ich blieb allein zurück mit dieser großen Vision.Ich wurde ganz schwach und blass,meine Kraft verließ mich.9Ich hörte den Klang seiner Stimme.Während ich ihn reden hörte,fiel ich ohnmächtig zu Boden.Ich blieb mit meinem Gesicht auf der Erde liegen.

Ein Engel erklärt Daniel die Vision

10Eine Hand berührte michund half mir auf meine Knie und Hände.11Der Mann sagte zu mir: »Daniel, geliebter Mensch,achte auf die Worte, die ich dir zu sagen habe!Stell dich aufrecht hin,denn ich bin jetzt zu dir gesandt.«Während er mit mir redete,stellte ich mich hin und zitterte.12Er sagte zu mir: »Fürchte dich nicht, Daniel!Du hast dich darum bemüht,die Offenbarung zu verstehen.Du hast dich vor deinem Gott erniedrigt.Schon vom ersten Tag an, als du dich bemüht hast,bist du erhört worden.Deswegen bin ich zu dir gekommen.13Der Schutzengel des persischen Reicheshatte sich 21 Tage lang gegen mich gestellt.Dann kam mir Michael10,13 Michael: Schutzengel des Volkes Israel und einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. zur Hilfe,einer der obersten unter den Schutzengeln.So wurde ich dort nicht mehr gebrauchtund konnte die persischen Könige verlassen.14Jetzt bin ich gekommen, um dir zu erklären,was am Ende der Tage10,14 Ende der Tage: Am Ende der Zeit wird Gott als Richter auftreten und ein Urteil über die Welt fällen. mit deinem Volk geschehen wird.Denn die Vision bezieht sich auf eine ferne Zeit.«

15Während er diese Worte zu mir sagte, schaute ich zu Boden.Vor Schreck war ich ganz stumm.16Da berührte einer meine Lippen,der aussah wie ein Mensch.Ich öffnete meinen Mundund sagte zu dem, der mir gegenüberstand:»Mein Herr, als ich die Vision10,16 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … sah,hatte ich große Schmerzen und verlor all meine Kraft.17Wie kann ich, der Knecht10,17 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. meines Herrn,mit meinem Herrn reden?Ich habe seitdem keine Kraft mehr,und mir fehlt der Atem.«18Da berührte mich wieder der,der aussah wie ein Mensch.Er stärkte mich 19und sagte:»Fürchte dich nicht, geliebter Mensch!Friede sei mit dir.Sei stark! Ja, sei stark!«Während er mit mir redete,wurde ich wieder stark und sagte:»Mein Herr, rede nun,denn du hast mich gestärkt.«20Er fragte: »Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin?Jetzt muss ich wieder zurückkehrenund gegen den Schutzengel des persischen Reiches kämpfen.Wenn ich von dort wieder weggegangen bin,wird der Schutzengel des griechischen Reiches kommen.21Aber vorher teile ich dir noch mit,was im Buch der Wahrheit10,21 Buch der Wahrheit: Man stellte sich vor, dass es bei Gott ein Buch gab, in dem der Lauf der Geschichte bis zu ihrem Ende bereits aufgezeichnet war. aufgeschrieben ist.Niemand hilft mir gegen die fremden Schutzengel.Nur Michael10,21 Michael: Schutzengel des Volkes Israel und einer der obersten Engel in der himmlischen Ratsversammlung. Hier tritt er gegen den himmlischen Vertreter der Perser auf., euer Schutzengel, steht mir bei.
11

111Ihm stand ich zur Seite und unterstützte ihn,

noch im ersten Regierungsjahrvon König Darius11,1 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.)., dem Meder11,1 Meder: Volk, das im Gebirge im Norden des heutigen Iran lebte. Gemeinsam mit den Persern eroberten sie 539 v. Chr. die Stadt Babylon.

Der Engel Gabriel spricht von der Herrschaft Alexanders des Großen

2Jetzt werde ich dir, Daniel, etwas sagen, das wahr ist:In Persien11,2 Persien: Gebirgslandschaft östlich des Persischen Golfs im heutigen Iran. Mehr … werden noch drei Könige herrschen.Dann kommt ein vierter König,der großen Reichtum erwerben wird.Er wird reicher sein als alle anderen.Durch seinen Reichtum wird er sehr mächtig werdenund sich gegen das Königreich Griechenland auflehnen.3Dann wird noch ein starker König11,3 starker König: Meint Alexander den Großen, der nach seinem Regierungsantritt 336 v. Chr. von Griechenland aus weite Teile des Alten Orients eroberte und die Vorherrschaft der Perser beendete. Nach seinem Tod zerfiel das Reich in mehrere Teile. auftretenund mit großer Macht herrschen.Er macht, was immer er will.4Aber kurz nachdem er aufgetreten ist,wird sein Königreich zerbrechen.Es wird unter den vier Himmelsrichtungen aufgeteilt.Seine Nachkommen werden nichts davon haben.Sie werden nicht mit der gleichen Macht herrschen,die er gehabt hat.Denn sein Königreich wird zerstörtund anderen, nicht seinen Nachkommen, zugeteilt.

Die Nachfolger Alexanders des Großen und ihre Kriege

5*11,5 Vers 5-20: In den Versen 5-20 steht der Konflikt zwischen dem Königshaus der Seleukiden in Syrien und dem Königshaus der Ptolemäer in Ägypten im Hintergrund. Es finden sich viele Anspielungen auf konkrete Ereignisse aus den Jahren 323–175 v. Chr., in denen die beiden Herrscherhäuser immer wieder um die Vorherrschaft in Israel kämpften. Dann wird ein König des Südens11,5 König des Südens: Meint Ptolemäus I. von Ägypten (323–283 v. Chr.). Sein Befehlshaber wurde als Seleukus I. von Syrien (312–280 v. Chr.) später zum Gründer des Königshauses der Seleukiden im Norden. stark werden.Doch einer seiner Befehlshaberwird noch stärker sein als er.Der wird an die Macht kommenund seine Herrschaft wird groß sein.6Aber dann, nach vielen Jahren,werden sie Freundschaft schließen.Die Tochter des Königs, der über den Süden herrscht,wird zum König des Nordens11,6 König des Nordens: Meint Antiochus II. von Syrien (261–246 v. Chr.). Um 250 v. Chr. heiratete er Berenike, eine Prinzessin aus dem Königshaus der Ptolemäer in Ägypten. Nach der Geburt eines gemeinsamen Sohnes wurden Berenike und ihr Sohn ermordet. kommen.So wird das Bündnis bekräftigt.Doch sie wird ihren Einfluss nicht behalten,und ihr Sohn wird nicht überleben.Dann wird sie dem Untergang überlassen,zusammen mit ihrem Vater, ihrem Mannund allen, die sie begleiteten.7Ihr Bruder wird an den Platz ihres Sohnes treten11,7 an den Platz ihres Sohnes treten: Ptolemäus III. von Ägypten (246–221 v. Chr.) rächte den Tod seiner Schwester und eroberte 246–241 v. Chr. einen Großteil des Reichs der Seleukiden..Er wird das Heer angreifen und die Festung überfallen,die dem König des Nordens gehört.Er wird mit ihnen umgehen, wie es ein Sieger tut.8Ihre Götter mitsamt den Götterbildern11,8 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr …wird er als Beute nach Ägypten11,8 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … mitnehmen,außerdem Schätze, Silber und Gold.Danach wird er den König des Nordensfür einige Zeit in Ruhe lassen.9Dann wird der König des Nordens11,9 König des Nordens: Meint Seleukus II. von Syrien (246–226 v. Chr.), der sein Reich von den Ptolemäern zurückeroberte, jedoch selbst keine Gebiete im Reich der Ptolemäer erobern konnte.den König des Südens angreifen.Doch er muss unverrichteter Dingewieder in sein Land zurückkehren.10Seine Söhne11,10 seine Söhne: Seleukus III. (226–223 v. Chr.) und Antiochus III. (223–187 v. Chr.) setzten die Politik ihres Vaters Seleukus II. von Syrien gegenüber den Ptolemäern fort. Antiochus eroberte sogar weite Teiles des Reichs der Ptolemäer. werden sich rüstenund viele Kriegsheere versammeln.Sie werden alles überschwemmen –wie eine Flut, die ständig ansteigt.Dann werden sie sich wieder zurückziehenund sich auf den Sturm der Festung vorbereiten.

11Der König des Südens11,11 König des Südens: Meint Ptolemäus IV. von Ägypten (221–204 v. Chr.), der sich gegen Antiochus III. von Syrien (223–187 v. Chr.), den König des Nordens, erfolgreich zur Wehr setzt. 217 v. Chr. nahm er sogar einen großen Teil des Reichs der Seleukiden ein. wird zornig werden.Er wird gegen den König des Nordens vorrückenund gegen ihn kämpfen.Der König des Nordens wird ein großes Heer aufstellen.Doch das Heer wird in die Gewalt des anderen gegeben.12Es wird vernichtet werden.Daraufhin wird der König des Südens überheblichund bringt Zehntausende zu Fall.Aber er wird nicht mächtig bleiben.

13Der König des Nordens11,13 König des Nordens: Meint Antiochus III. von Syrien, der 202–198 v. Chr. erfolgreich gegen Ptolemäus V. von Ägypten, den neuen König des Südens, kämpft. Von dieser Zeit an bleibt Israel viele Jahre unter der Herrschaft der Seleukiden. wird zurückkehren.Er stellt ein Heer auf, das größer ist als das vorherige.Nach einigen Jahren rückt er immer wieder aus,mit einem großen und gut ausgerüsteten Heer.14Zu der Zeit werden sich viele auflehnengegen den König des Südens.Auch aus deinem Volk11,14 dein Volk: Hier wird Daniel angeredet. Mit dem Volk sind die Juden gemeint. Es gibt Gruppen, die im Konflikt zwischen den beiden Königreichen auf der Seite des Nordens stehen, andere auf der Seite des Südens. erheben sich gewalttätige Leute.So erfüllt sich eine Vision,aber sie werden zu Fall kommen.15Der König des Nordens wird kommen.Er wird eine Belagerungsrampe11,15 Belagerungsrampe: Zum Sturm auf eine Stadt wurden riesige Rampen aus Erde aufgeschüttet, um die Truppen direkt auf die Stadtmauer zu bringen. aufschüttenund eine befestigte Stadt einnehmen.Die Heere des Südens können ihm nicht standhalten.Selbst die besten Truppen sind nicht stark genug,um ihn aufzuhalten.16Der König des Nordens kann tun, was er will.Niemand wird ihm standhalten.Er wird in das herrliche Land11,16 herrliches Land: Meint Israel, das unter Antiochus III. von Syrien, dem König des Nordens, 200 v. Chr. wieder unter die Herrschaft der Seleukiden kam. Die Herrschaft dauerte über 100 Jahre lang an. eindringenund alles vollständig vernichten.

17Der König des Nordens11,17 König des Nordens: Meint Antiochus III. von Syrien (223–187 v. Chr.), der seine Tochter Kleopatra 197 v. Chr. mit Ptolemäus V. von Ägypten (204–181 v. Chr.) verheiratete. nimmt sich vor,den ganzen Süden in seine Gewalt zu bringen.Er wird eine Abmachung treffenmit dem König des Südens.Er wird ihm eine seiner Töchter zur Frau geben,um den Süden zu vernichten.Aber sein Plan wird nicht zustande kommen,es wird ihm nicht gelingen.18Dann wird sich der König des Nordensgegen die Inseln wendenund viele von ihnen einnehmen.Aber ein anderer Herrscherwird seinem Hochmut ein Ende machen.Er wird ihm seinen Hochmut heimzahlen.19Der König des Nordens wird sichgegen die Festungen seines eigenen Landes wenden.Deshalb wird er straucheln und zu Fall kommen.Er wird nicht mehr gesehen werden.

20Dem König des Nordens wird einer nachfolgen11,20 einer nachfolgen: Meint Seleukus IV. von Syrien (187–175 v. Chr.), der wegen Tributzahlungen an das Römische Reich hohe Steuern erhob.,der einen Steuereintreiber ins herrliche Land11,20 herrliches Land: Meint Israel, das unter Antiochus III. von Syrien, dem König des Nordens, 200 v. Chr. wieder unter die Herrschaft der Seleukiden kam. Die Herrschaft dauerte über 100 Jahre lang an. schickt.Nach einiger Zeit wird er unschädlich gemacht,aber nicht im Zorn und nicht im Kampf.

Der Engel Gabriel spricht von der Herrschaft des Antiochus IV.

21An seine Stelle wird jemand11,21 jemand: Meint Antiochus IV. von Syrien (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem geplündert und entweiht. treten,den man verachtet.Man gibt ihm nicht die Würde der Königsherrschaft.Er wird unerwartet kommenund die Herrschaft durch List an sich reißen.22Heere, die wie Wasser heranfluten,schwemmt er weg und vernichtet sie.Selbst einen der Anführer des heiligen Bundes11,22 Anführer des heiligen Bundes: Meint den Hohepriester Onias III., der zu Beginn der Regierungszeit von Antiochus IV. (175–164 v. Chr.) Hohepriester in Jerusalem war und von Antiochus entmachtet wurde.fegt er hinweg.23Nachdem er sich mit diesem angefreundet hat,wird er ihn betrügen.Er wird aufsteigen und mächtig werden,obwohl er nur wenige Anhänger hat.24Unerwartet kommt er in fruchtbare Gebiete der Provinz.Er macht etwas,das weder seine Väter noch seine Vorfahren taten:Raub, Beute und Besitz verteilt er an seine Leute.Er wird Pläne gegen Festungen schmieden –aber nur für kurze Zeit.25Mit viel Kraft und Mut stellt er ein großes Heer auf,um den König des Südens anzugreifen11,25 den König des Südens angreifen: Antiochus IV. von Syrien zog 170 v. Chr. gegen das Reich der Ptolemäer in den Krieg..Auch der König des Südens rüstet zum Krieg.Sein Heer ist ebenfalls sehr groß und sehr stark.Doch er kann dem Angriff nicht standhalten,weil er verraten wird.26Diejenigen, die mit ihm an einem Tisch gegessen haben,werden ihn entmachten.Sein Heer wird weggeschwemmt.Viele werden erschlagen.27Beide Könige wollen einander unbedingt Böses tun.Sie sitzen an einem Tisch und belügen sich gegenseitig.Aber sie erreichen nichts,weil die Zeit für das Ende noch nicht gekommen11,27 noch nicht gekommen: Man stellte sich vor, dass Gott für alle Ereignisse einen Zeitpunkt festgelegt hat. ist.28Mit großer Beute wird der König des Nordens11,28 König des Nordens: Meint Antiochus IV. von Syrien (175–164 v. Chr.), der von seinem Feldzug gegen das Reich der Ptolemäer zurückkehrt.wieder in sein Land zurückkehren.Er wendet sich gegen den heiligen Bund11,28 der heilige Bund: Bezeichnung für den Bund, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat und dessen zentrales Heiligtum der Tempel in Jerusalem war. Auf dem Rückweg in sein Land 169 v. Chr. plünderte Antiochus IV. den Tempel..Er wird sein Vorhaben ausführenund in sein Land zurückkehren.

29Zur vorherbestimmten Zeitkommt der König des Nordens11,29 König des Nordens: Meint Antiochus IV. von Syrien, der 168 v. Chr. erneut in den Krieg gegen das Reich der Ptolemäer zog. wiederund greift den Süden an.Aber dieses Mal wird es nicht so seinwie beim ersten Mal.30Schiffe aus Rom11,30 Schiffe aus Rom: Bild für Vertreter des Römischen Reichs, die den Ptolemäern in Ägypten im Krieg gegen Antiochus IV. halfen. werden heranziehen,und er wird den Mut verlieren.Er muss umkehren und verflucht den heiligen Bund11,30 verflucht den heiligen Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Nachdem sich eine Gruppe von Juden im Krieg gegen Antiochus IV. gestellt hat, wendet er sich erneut gegen den Tempel in Jerusalem..Er kehrt zurück und verbündet sich mit denen,die den heiligen Bund verlassen11,30 den heiligen Bund verlassen: Gruppe von Juden, die auf der Seite von Antiochus IV. stand..31Sein Heer wird sich aufstellenund das Heiligtum, die Festung, entweihen11,31 das Heiligtum entweihen: 167 v. Chr. ließ Antiochus IV. im Tempel einen Altar aufstellen, auf dem fremden Göttern Opfer dargebracht wurden. Vermutlich ließ er dort auch die Statue eines griechischen Gottes aufstellen..Sie werden das regelmäßige Opfer11,31 regelmäßiges Opfer: In 2. Mose/Exodus 29,38-43 finden sich Anweisungen für die Opfer, die jeden Tag im Tempel dargebracht werden sollten. abschaffenund ein Götzenbild aufstellen, das Verwüstung bedeutet.32Durch Lügen wird er viele dazu bringen,gegen den Bund mit Gott zu verstoßen11,32 gegen den Bund mit Gott verstoßen: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk Israel geschlossen hat. Die Verehrung anderer Götter war verboten..Aber das Volk, das seinen Gott kennt,wird stark sein und am Bund festhalten.33Die Lehrer des Volkes bringen viele zur Einsicht.Sie werden eine Zeit lang unterdrücktdurch Schwert, Feuer, Gefangenschaft und Plünderung.34Während ihrer Unterdrückung erhalten sie nur wenig Hilfe11,34 wenig Hilfe: Anspielung auf den Makkabäeraufstand, von dem in den Büchern 1. und 2. Makkabäer erzählt wird. Eine Gruppe von Juden hatte sich zusammengeschlossen, um Antiochus IV. bewaffneten Widerstand zu leisten..Viele schließen sich ihnen an –aber nur zum Schein.35Von den Lehrern werden einige fallen.Sie werden bis zur Zeit des Endesgeprüft, geläutert11,35 Läuterung, läutern: Verfahren zur Reinigung von Edelmetallen, vor allem von Gold, durch das Verbrennen oder Ausschmelzen von unerwünschten Fremdstoffen. Mehr … und gereinigt.Denn bis zur vorherbestimmten Zeitdauert es noch eine wenig.

36Der König des Nordens11,36 König des Nordens: Meint Antiochus IV. von Syrien (175–164 v. Chr.). Während seiner Regierungszeit wurde der Tempel in Jerusalem entweiht. wird tun, was er will.Er wird übermütig werdenund sich über alle Götter erheben.Auch über den Gott der Götter11,36 Gott der Götter: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt zum Ausdruck, dass der Gott Israels Macht über alles und alle hat.wird er verächtlich reden.Er wird so lange Erfolg haben,bis der Zorn Gottes vorüber ist.Denn es muss geschehen, was beschlossen ist.37Er wird weder die Götter seiner Vorfahren achtennoch den Lieblingsgott der Frauen11,37 Lieblingsgott der Frauen: Meint vermutlich den babylonischen Fruchtbarkeitsgott Tammus, der auch noch in späterer Zeit verehrt wurde.oder irgendeinen anderen Gott.Denn er wird sich über alles erheben.38Er wird den Gott der Festungen11,38 Gott der Festungen: Anspielung auf den griechischen Gott Zeus, dessen Statue Antiochus IV. vermutlich im Tempel in Jerusalem aufstellen ließ. verehren,einen Gott, den seine Vorfahren nicht gekannt haben.Er wird ihm Gold und Silber bringen,Edelsteine und andere Schätze.39Mit einem fremden Gottwird er gegen starke Festungen vorgehen.Denjenigen, die ihn anerkennen,lässt er große Ehre zuteilwerden.Er setzt sie als Herrscher über viele Menschen ein.Als Belohnung teilt er ihnen Land zu.

Der Engel Gabriel kündigt die Zeit des Endes an

40Zur Zeit des Endes wird der König des Südens11,40 König des Südens: Meint Antiochus IV. von Syrien (175–164 v. Chr.). Die in den Versen 40-45 geschilderten Ereignisse lassen sich keinen historischen Begebenheiten zuordnen. Sie geben einen Einblick darin, wie man sich zur Zeit von Antiochus IV. die erwartete Zeit des Endes vorstellte.gegen den König des Nordens vorstoßen.Der König des Nordens wird gegen ihn anstürmenmit Streitwagen11,40 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr …, Reitern und vielen Schiffen.Er wird die Länder überfallen,sie überschwemmen und überfluten.41Auch in das herrliche Land11,41 herrliches Land: Meint Israel. dringt er ein,und es werden viele Menschen fallen.Nur Edom11,41 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden., Moab11,41 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … und die führenden Ammoniter11,41 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.werden seiner Gewalt entkommen.42Er wird mit Gewalt gegen die Länder vorgehen,auch für Ägypten11,42 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … wird es keine Rettung geben.43Er wird über alle Gold- und Silberschätze verfügenund über die anderen Kostbarkeiten in Ägypten.Libyer11,43 Libyer: Bewohner des Gebietes Libyen in Nordafrika, westlich von Ägypten. und Kuschiter11,43 Kuschiter: Bewohner des Gebiets Kusch, das vom südlichen Ägypten bis in den heutigen Sudan reicht. werden ihm folgen müssen.44Aber Gerüchte aus dem Osten und dem Nordenwerden ihn erschrecken.Voller Wut wird er ausziehen,um viele zu zerstören und zu vernichten.45Er wird seine prächtigen Zelte aufschlagenzwischen dem Meer und dem herrlichen, heiligen Berg11,45 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht..Aber sein Ende wird kommen,und es wird keiner da sein, der ihm hilft.