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27

Paulus auf dem Weg nach Rom

27,1–28,31

Die Schiffsreise nach Rom

27,1-44

Die Schiffsreise nach Rom: Mühevoller Beginn

271Unsere Abreise nach Italien27,1 Italien: Das römische Kernland; das Gebiet des heutigen italienischen Festlands. war also beschlossen.Man übergab Paulus27,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. und einige andere Gefangeneeinem Hauptmann27,1 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. der kaiserlichen Kohorte27,1 kaiserliche Kohorte: Im römischen Reich häufig Ehrentitel einer militärischen Einheit von Soldaten aus der jeweiligen Region. Eine Kohorte bestand aus etwa 500 bis 1000 Mann. namens Julius.2Wir gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttion27,2 Adramyttion: Hafenstadt an der Küste von Mysien im Westen der heutigen Türkei. .Es sollte die Häfen an der Küste der Provinz Asien27,2 Asia, Provinz Asien: Die römische Provinz Asien (griechisch Asia) umfasste den westlichen Teil von Kleinasien (heute Türkei) mit der Hauptstadt Ephesus. anlaufen.Dann legten wir ab.Der Mazedonier27,2 Mazedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel; Hauptstadt: Thessalonich. Aristarch27,2 Aristarch: Mitarbeiter und Begleiter von Paulus, der aus Thessalonich in Mazedonien stammte. aus Thessalonich27,2 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Mazedonien am Ägäischen Meer. begleitete uns.

3Am nächsten Tag erreichten wir Sidon.Julius war Paulus27,3 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. gegenüber sehr entgegenkommend.Er erlaubte ihm,seine Freunde aufzusuchenund sich von ihnenmit allem Nötigen versorgen zu lassen.4Nachdem wir von dort wieder aufgebrochen waren,segelten wir im Schutz27,4 im Schutz: D. h. auf der Ostseite der Insel um Zypern herum. von Zypern27,4 Zypern: Insel im östlichen Mittelmeer. weiter.Denn der Wind stand gegen uns.5Wir durchquerten das Meer vor Zilizien27,5 Zilizien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus. und Pamphylien27,5 Pamphylien: Gebiet an der Südküste Kleinasiens.und erreichten schließlich Myra27,5 Myra: Stadt in Lyzien nahe der Küste im Südwesten Kleinasiens. in Lyzien27,5 Lyzien: Gebiet im Südwesten Kleinasiens..

6Dort fand der Hauptmann27,6 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. ein Schiff aus Alexandria27,6 Alexandria: Von Alexander dem Großen gegründete Stadt am Nil im Nordwesten Ägyptens. ,das nach Italien27,6 Italien: Das römische Kernland; das Gebiet des heutigen italienischen Festlands. fuhr,und brachte uns an Bord.7Viele Tage lang machten wir nur wenig Fahrtund kamen mit Mühe und Not bis vor Knidos27,7 Knidos: Küstenstadt im Südwesten Kleinasiens an der Küste von Karien..Dann zwang uns der Wind,den Kurs zu ändern.Deshalb segelten wir im Schutz von Kreta27,7 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres.an Kap Salmone27,7 Salmone: Vermutlich ein Kap an der östlichen Spitze Kretas. vorbei.8Wir fuhren unter widrigen Umständen an der Küste entlang.Schließlich erreichten wir die Bucht von Kaloi Limenes27,8 Kaloi Limenes: Hafenstadt an der Südküste von Kreta.,nicht weit von der Stadt Lasäa27,8 Lasäa: Stadt an der Südküste von Kreta..

Die Schiffsreise nach Rom: Paulus warnt vor der Weiterfahrt

9Inzwischen war viel Zeit verstrichenund die Schifffahrt bereits unsicher geworden.Auch das Herbstfasten27,9 Herbstfasten: Gemeint ist das Fasten am jüdischen Versöhnungstag, der im September/Oktober gefeiert wird und ungefähr mit dem Beginn der für die Seefahrt ungeeigneten Jahreszeit zusammenfällt. war schon vorüber.Deshalb warnte Paulus27,9 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. die Besatzung:10»Männer!Ich sehe voraus,dass eine Weiterfahrt sehr riskant ist.Wir setzen damit nicht nur die Ladungund das Schiff aufs Spiel,sondern auch unser Leben.«

11Aber der Hauptmann27,11 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. schenkte dem Steuermannund dem Schiffseigentümer27,11 Schiffseigentümer: Der Eigentümer des Schiffes oder ein Vertreter der Reederei, der auf dem Schiff mitfuhr und als Kapitän oder Steuermann die Route des Schiffes bestimmen konnte. mehr Vertrauenals den Worten des Paulus27,11 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte..12Außerdem war der Hafen zum Überwintern ungeeignet.Deshalb beschloss die Mehrheit der Besatzung,wieder in See zu stechen.Man wollte versuchen,Phönix27,12 Phönix: Hafen an der Südküste von Kreta. zu erreichen,um dort zu überwintern.Das ist ein Hafen auf Kreta27,12 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres.,der nur nach Südwesten und Nordwesten hin offen27,12 nach Südwesten und Nordwesten hin offen: Dadurch war er vor den gefürchteten Winterstürmen aus Nordost und Ost geschützt. ist.

Die Schiffsreise nach Rom: Irrfahrt im Sturm

13Als ein leichter Südwind aufkam,hielten die Seeleute ihr Vorhabenschon fast für geglückt.Sie lichteten den Anker27,13 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. und fuhren so dicht wie möglichan der Küste Kretas27,13 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. entlang.14Aber schon bald brach von der Insel herein schwerer Sturm los,der gefürchtete Nordost.15Das Schiff wurde mitgerissen.Und weil wir nicht gegen den Wind ankamen,gaben wir das Schiff dem Sturm preisund ließen uns treiben.

16Eine Zeit lang befanden wir unsim Schutz einer kleinen Insel namens Kauda27,16 Kauda: Kleine Insel südlich von Kreta..Hier gelang es uns mit Mühe und Not,das Beiboot27,16 Beiboot: Kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. einzuholen27,16 einholen: Normalerweise wurde das Beiboot damals im Schlepptau mitgeführt..17Die Seeleute zogen es an Bord.Anschließend spannten sie Taue um den Rumpf,um das Schiff zu sichern.Und weil sie fürchteten,in die Große Syrte27,17 Große Syrte: Einbuchtung der nordafrikanischen Mittelmeerküste vor der Gegend um Zyrene, die wegen ihrer Untiefen gefürchtet war. zu geraten,brachten sie den Treibanker27,17 Treibanker: Ein an einem Seil befestigter größerer Gegenstand, z. B. ein Sack, der das Abdriften oder die Vorwärtsbewegung eines Schiffes verhindern soll. aus.So ließen sie das Schiff treiben.

18Der Sturm setzte uns hart zu.Deshalb warfen die Seeleute am folgenden Tagdie Ladung über Bord.19Und am dritten Tagbeförderten sie eigenhändigdie Schiffsausrüstung ins Meer.20Tagelang zeigten sich weder Sonne noch Sterne.Der Sturm tobte unvermindert weiter.Am Ende verloren wir jede Hoffnung auf Rettung.

Die Schiffsreise nach Rom: Paulus ermutigt die Besatzung

21Niemand war mehr in der Lage,etwas zu essen.Schließlich trat Paulus27,21 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. in ihre Mitteund sagte:»Ihr hättet besser auf mich gehört, Männer,und wärt nicht von Kreta27,21 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. losgefahren.Dann wären uns solche Gefahrenund alle Verluste erspart geblieben.22Doch jetzt rate ich euch:Lasst den Mut nicht sinken!Keiner von euch wird umkommen,nur das Schiff geht verloren.23Denn heute Nacht stand plötzlichein Engel27,23 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. vor mir –ein Engel27,23 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. des Gottes,dem ich gehöreund dem ich diene.24Er sagte:›Hab keine Angst, Paulus27,24 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.!Du musst noch vor den Kaiser27,24 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. treten.Sieh doch!Deinetwegen schenkt Gott auch all denen das Leben,die mit dir auf dem Schiff sind.‹25Fasst also Mut, Männer!Ich vertraue Gott,dass alles genau so kommen wird,wie er es mir gesagt hat.26Wir müssen allerdings an einer Insel stranden.«

Die Schiffsreise nach Rom: Schiffbruch vor Malta

27Wir trieben nun schon die vierzehnte Nachtauf dem Adriatischen Meer27,27 Adriatisches Meer: Zur Zeit des Neuen Testaments der Teil des Mittelmeeres zwischen Italien, Griechenland und Nordafrika. umher.Gegen Mitternacht vermuteten die SeeleuteLand in der Nähe.28Sie warfen das Lot27,28 Lot, Senkblei: Bleigewicht an einem langen Faden zur Bestimmung der Wassertiefe. ausund maßen eine Tiefe von 20 Faden27,28 20 Faden: Maß für die Wassertiefe. Ein Faden entspricht etwa 1,85 Meter. Bei 20 Faden sind das also ca. 37 Meter Wassertiefe..Kurz darauf warfen sie erneut das Lot27,28 Lot, Senkblei: Bleigewicht an einem langen Faden zur Bestimmung der Wassertiefe. ausund maßen 15 Faden27,28 15 Faden: Maß für die Wassertiefe. Ein Faden entspricht etwa 1,85 Meter. Bei 15 Faden sind das also ca. 28 Meter Wassertiefe..29Sie fürchteten,wir könnten auf ein Riff auflaufen.Deshalb warfen sie vom Heck vier Anker27,29 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. ausund wünschten sehnlichst den Tag herbei.30Die Seeleute versuchten sogar,vom Schiff zu fliehen.Unter dem Vorwand,auch vom Bug aus Anker27,30 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. werfen zu wollen,ließen sie das Beiboot27,30 Beiboot: Kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. zu Wasser.31Doch Paulus27,31 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. warnte den Hauptmann27,31 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. und die Soldaten:»Wenn die Seeleute nicht an Bord bleiben,habt ihr keine Aussicht auf Rettung!«32Da kappten die Soldaten die Taueund ließen das Beiboot27,32 Beiboot: Kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. davontreiben.

33Bis in die Morgendämmerung hineinredete Paulus27,33 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. allen zu,etwas zu essen.Er sagte:»Ihr harrt nun schon vierzehn Tage aus.Die ganze Zeit überhabt ihr keine richtige Mahlzeit zu euch genommen.34Deshalb bitte ich euch:Esst etwas.Das habt ihr nötig,wenn ihr gerettet werden wollt.Keinem von euch wird auch nur ein Haar gekrümmt.«35Nachdem er das gesagt hatte,nahm er Brot27,35 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel und sprach vor aller Augen das Dankgebet27,35 Dankgebet: In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott. .Dann brach27,35 Brotbrechen: Frühchristliche Bezeichnung für die Feier des Abendmahls. er das Brot27,35 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel in Stückeund fing an zu essen.36Da fassten alle wieder Mutund aßen ebenfalls.37Wir waren insgesamt 276 Leuteauf dem Schiff.38Alle aßen sich satt.Dann machten sie das Schiff noch einmal leichter,indem sie die Getreidevorräte27,38 Getreide: Getreide (vor allem Weizen) diente als Grundnahrungsmittel zum Backen von Brot und wurde überall in den fruchtbaren Regionen vom Land der Bibel angebaut. ins Meer schütteten.

39Endlich wurde es Tag.Die Seeleute sahen eine Küste,die ihnen unbekannt war.Sie entdeckten aber eine Bucht mit einem flachen Strand.Sie wollten versuchen,das Schiff dort auf Grund zu setzen.40Sie kappten die Ankertaueund ließen die Anker27,40 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. im Meer zurück.Zugleich lösten sie die Haltetaue der Steuerruder.Dann setzten sie das Vorsegelund hielten mit dem Wind auf den Strand zu.41Doch sie gerieten auf eine Sandbankund das Schiff lief auf Grund.Der Bug bohrte sich so tief in den Sand,dass sie festsaßen.Unter der Gewalt der Wellenbegann das Heck auseinanderzubrechen.

42Da beschlossen die Soldaten,die Gefangenen zu töten,damit keiner schwimmend entkommen konnte.43Aber der Hauptmann27,43 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. wollte Paulus27,43 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. rettenund hinderte sie an ihrem Vorhaben.Er ließ zuerst alle, die es konnten,von Bord springenund an Land schwimmen.44Die Übrigen folgten teils auf Planken,teils auf anderen Schiffstrümmern.So gelang es allen,sich an Land zu retten.
28

Auf der Insel Malta

28,1-10

Auf der Insel Malta: Paulus wird vom Schlangenbiss gerettet

281Nach unserer Rettung erfuhren wir,dass die Insel Malta28,1 Malta: Mittelmeerinsel südlich von Sizilien. hieß.2Die Einheimischen28,2 Einheimischen: Wörtlich heißt es in Vers 2: »Die Barbaren waren überaus freundlich zu uns.« Der Begriff »Barbar« ist nicht abwertend gemeint. Er bezeichnet einfach Menschen, die kein Griechisch sprechen. waren überaus freundlich zu uns.Sie zündeten ein Feuer anund holten uns alle dazu.Denn es hatte angefangen zu regnenund es war kalt.3Paulus28,3 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. sammelte einen Arm voll trockenes Holzund warf es auf das Feuer.Da schoss eine Schlange28,3 Schlange: Schlangen kommen im Land der Bibel sehr häufig vor, da das Klima und der Boden für sie besonders geeignet sind. daraus hervorund biss sich an seiner Hand fest.Sie war von der Hitze aufgescheucht worden.4Als die Einheimischen28,4 Einheimischen: Wörtlich heißt es in Vers 2: »Die Barbaren waren überaus freundlich zu uns.« Der Begriff »Barbar« ist nicht abwertend gemeint. Er bezeichnet einfach Menschen, die kein Griechisch sprechen. das Tieran seiner Hand hängen sahen,sagten sie zueinander:»Dieser Mensch muss ein Mörder sein.Aus dem Meer konnte er sich retten.Aber seiner gerechten Strafekann er nicht entkommen!«5Doch Paulus28,5 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. schüttelte das Tier ins Feuerund nahm keinen Schaden.6Die Einheimischen28,6 Einheimischen: Wörtlich heißt es in Vers 2: »Die Barbaren waren überaus freundlich zu uns.« Der Begriff »Barbar« ist nicht abwertend gemeint. Er bezeichnet einfach Menschen, die kein Griechisch sprechen. warteten darauf,dass sein Körper anschwellenoder dass Paulus28,6 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. plötzlich tot umfallen würde.Sie beobachteten ihn noch längere Zeit.Als dann aber weiter nichts Besonderes geschah,änderten sie ihre Meinung.Jetzt sagten sie:»Er ist ein Gott!«

Auf der Insel Malta: Paulus heilt den Vater des Publius

7In der Nähe unseres Lagers lagen die Landgüter,die dem Patron der Insel28,7 Patron der Insel Malta: Angesehener Bewohner Maltas, der eine führende Stellung auf der Insel einnahm., Publius, gehörten.Der nahm uns freundlich auf,und wir waren drei Tage lang seine Gäste.8Damals lag der Vater des Publiusmit Fieber und Durchfall im Bett.Paulus28,8 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. ging zu ihm hinein,betete28,8 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,legte ihm die Hände aufund machte ihn so gesund.9Daraufhin kamen auchalle anderen Kranken der Insel herbeiund wurden geheilt.10Sie überschütteten uns mit Ehrungen aller Art.Und als wir abreisten,rüsteten sie uns mit allem aus,was wir für die Reise benötigten.

Paulus in Rom

28,11-31

Von Malta nach Rom

11Nach drei Monaten fuhren wir mit einem Schiff weiter,das auf der Insel überwintert hatte.Es kam aus Alexandria28,11 Alexandria: Von Alexander dem Großen gegründete Stadt am Nil im Nordwesten Ägyptens. und trug den Namen »Die Dioskuren28,11 Dioskuren: Die Zwillinge Castor und Pollux. Sie wurden in der griechisch-römischen Antike als Schutzgötter der Seefahrt verehrt. Deshalb trugen viele Schiffe ihr Bild auf dem Bug. «.12Wir liefen Syrakus28,12 Syrakus: Hafenstadt im Südosten von Sizilien. an,wo wir drei Tage blieben.13Dann lichteten wir die Anker28,13 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. und fuhren nach Rhegion28,13 Rhegion: Hafen an der Südspitze von Italien, gegenüber von Sizilien..Am nächsten Tag kam Südwind auf,und in nur zwei Tagen gelangten wir nach Puteoli28,13 Puteoli: Hafenstadt am Golf von Neapel im Westen Italiens..14Dort trafen wir auf Brüder28,14 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. .Sie luden uns ein,sieben Tage bei ihnen zu bleiben.

Und so erreichten wir schließlich Rom28,14 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft.:15Die Brüder28,15 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. dort hatten schonvon unserer Ankunft gehört.Einige kamen uns bis zum Markt von Appius28,15 Appiusmarkt: Marktplatz an der Appiusstraße 65 km südlich von Rom. entgegen,andere bis zu den Drei Tavernen28,15 Drei Tavernen: Ort südlich von Rom..Als Paulus28,15 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. sie sah,dankte er Gottund gewann neue Zuversicht.16Als wir dann in Rom28,16 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. waren,erhielt Paulus28,16 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. die Erlaubnis,sich eine eigene Wohnung zu nehmen.Nur ein Soldat28,16 Soldat: Die Bewachung durch einen Soldaten war im römischen Recht eine mögliche Form der Gefangenschaft. Paulus trug dabei wohl leichte Handfesseln. Normalerweise bestand die Bewachung aus zwei Soldaten. blieb als Wache28,16 Soldat: Die Bewachung durch einen Soldaten war im römischen Recht eine mögliche Form der Gefangenschaft. Paulus trug dabei wohl leichte Handfesseln. Normalerweise bestand die Bewachung aus zwei Soldaten. bei ihm.

Paulus in Rom: Begegnung mit den Juden der Stadt

17Dann, drei Tage später,lud Paulus28,17 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. die angesehensten Juden28,17 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. zu sich ein.Als sie alle versammelt waren,sagte er zu ihnen:»Ihr Brüder!Ich habe nichts getan,was sich gegen unser Volk richtetoder gegen die Vorschriften unserer Vorfahren verstößt.Trotzdem wurde ich in Jerusalem28,17 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. festgenommenund an die Römer28,17 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. ausgeliefert.18Die Römer28,18 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. haben mich verhörtund wollten mich wieder freilassen.Denn es lag nichts gegen mich vor,wofür ich den Tod verdient hätte.19Doch weil die Juden28,19 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. dagegen Einspruch28,19 Einspruch: Vgl. den Bericht vom Prozess gegen Paulus in Apostelgeschichte 25,1-12. erhoben,musste ich verlangen,dass mein Fall vor den Kaiser kommt28,19 vor den Kaiser: Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren bzw. bei ihm Berufung einzulegen..Ich hatte dabei aber nicht die Absicht,mein eigenes Volk zu verklagen.20Das ist der Grund,weshalb ich euch zu mir gebeten habe:Ich wollte mit euch reden.Denn ich trage diese Ketten nur deshalb,weil ich die Hoffnung Israels28,20 Hoffnung Israels: Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten, die sich in Jesus schon erfüllt hat. teile.«21Die Juden28,21 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. erwiderten:»Wir haben aus Judäa28,21 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. keinen Brief erhalten,in dem von dir die Rede gewesen wäre.Es ist auch kein Bruder gekommen,der einen Bericht mitgebrachtoder schlecht über dich geredet hätte.22Wir halten es aber für angebracht,von dir zu hören,was für Ansichten du vertrittst.Denn von dieser Glaubensrichtung28,22 diese Glaubensrichtung: Die junge christliche Gemeinde. ist uns nur bekannt,dass sie überall auf Widerspruch stößt.«

23Sie vereinbarten ein weiteres Treffenund kamen erneut zu ihm in die Wohnung.Es waren noch mehr Leute als beim ersten Malund sie blieben von frühmorgens bis abends.Paulus28,23 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. setzte sich mit ihnen auseinanderund legte vor ihnen Zeugnis abüber das Reich Gottes28,23 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«..Er wies sie auf die Ankündigungenim Gesetz des Mose und bei den Propheten28,23 Gesetz und Propheten: Zur Zeit von Paulus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. hin,um sie für Jesus28,23 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu gewinnen.24Ein Teil von ihnen ließ sich durch seine Worte überzeugen.Aber die anderen schenkten ihm keinen Glauben.25Sie gingen auseinander,ohne sich einig geworden zu sein.Paulus schloss mit dem einen Wort:»Zu Recht hat der Heilige Geist28,25 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt.durch den Propheten28,25 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Jesaja28,25 Jesaja: Er wirkte um 700 v. Chr. als Prophet und verkündete den Menschen den Willen Gottes. zu euren Vorfahren gesagt28,25 gesagt: Das Zitat stammt aus Jesaja 6,9-10.:26›Geh zu diesem Volkund verkünde ihm:Ihr sollt mit offenen Ohren hören,aber nichts verstehen.Ihr sollt mit offenen Augen sehen,aber nichts erkennen.27Das Herz28,27 Herz: Das Herz gilt als Sitz des Verstandes und des Willens und damit auch als Ort der Entscheidung über richtiges und falsches Handeln. dieses Volkes ist verschlossen.Sie halten sich die Ohren zuund schließen ihre Augen.Denn ihre Augen sollen nichts sehenund ihre Ohren sollen nichts hörenund ihr Herz28,27 Herz: Das Herz gilt als Sitz des Verstandes und des Willens und damit auch als Ort der Entscheidung über richtiges und falsches Handeln. soll nichts verstehen –damit sie nicht zu Gott umkehrenund ich, ihr Gott, sie heile.‹28Darum sollt ihr wissen:Das Heil, das Gott uns schenkt,wurde zu den Heiden28,28 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben. gesandt.Und die werden es annehmen!«29[…]28,29 […]: Zahlreiche Handschriften fügen hinzu: »Als Paulus das gesagt hatte, gingen die Juden weg und stritten heftig miteinander.«

Paulus in Rom: Paulus verkündet ungehindert Gottes Botschaft

30Paulus28,30 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. blieb volle zwei Jahre in seiner Mietwohnung.Er hieß alle willkommen,die zu ihm kamen.31Er verkündete ihnen das Reich Gottes28,31 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.und lehrte sie alles über Jesus28,31 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. Christus28,31 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. , den Herrn28,31 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet.mutig und offenund völlig ungehindert.