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Paulus verteidigt sich vor König Agrippa

261Agrippa26,1 Agrippa: Herodes Agrippa II. herrschte ab 50 n. Chr. im Namen des römischen Kaisers unter anderem über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret und hatte die Aufsicht über den Tempel in Jerusalem. sagte zu Paulus26,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr …:»Es ist dir erlaubt, in eigener Sache zu sprechen.«Da hob Paulus die Handund begann seine Verteidigungsrede:2»Die Juden26,2 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. Mehr … bringen schwere Anschuldigungengegen mich vor.Deshalb schätze ich mich glücklich, König Agrippa,dass ich mich heute vor dir verteidigen kann.3Das gilt umso mehr,als du dich mit den Vorschriftenund Streitfragen der Juden hervorragend auskennst.Bitte, höre mich geduldig an!

4Seit meiner Jugend habe ichbei meinem Volk in Jerusalem26,4 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. Mehr … gelebt.Alle Juden26,4 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. Mehr … wissen,wie ich mein Leben von klein auf geführt habe.5Sie kennen mich von früher.Wenn sie wollen, können sie es bezeugen:Ich habe zu der Gruppe gehört,die unseren Glauben am strengsten ausübt.Denn ich war Pharisäer26,5 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. Mehr ….6Jetzt stehe ich vor Gericht, weil ich auf das hoffe,was Gott unseren Vorfahren versprochen hat26,6 was Gott unseren Vorfahren versprochen hat: Versprechen Gottes, die sich im Alten Testament finden. Christen lesen gerade diese Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12..7Die zwölf Stämme unseres Volkes26,7 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr …dienen Gott ununterbrochen bei Tag und bei Nacht.Denn sie hoffen,dass sie die Erfüllung dieser Zusage erleben.Und gerade wegen dieser Hoffnung,mein König, werde ich von den Juden nun angeklagt.8Warum haltet ihr es für unglaubwürdig,dass Gott Tote auferweckt26,8 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.?

9Ich selbst hatte ja zunächst geglaubt26,9 zunächst geglaubt: Apostelgeschichte 7,54–8,3 erzählt, dass Paulus die Hinrichtung von Stephanus, einem Mitglied der Gemeinde von Jerusalem, befürwortet.,gegen das Bekenntnis zu Jesus26,9 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. Mehr …, dem Nazoräer26,9 Nazoräer: Bezeichnung für die Herkunft von Jesus aus der Stadt Nazaret.,hart vorgehen zu müssen.10Das habe ich in Jerusalem26,10 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. Mehr … dann auch getan.Ausgestattet mit einer Vollmacht der führenden Priester26,10 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. Mehr …brachte ich viele der Heiligen26,10 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. ins Gefängnis.Und wenn sie zum Tod verurteilt werden sollten,stimmte ich dafür.11Ich suchte sie in sämtlichen Synagogen26,11 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. Mehr ….Immer wieder versuchte ich,sie mithilfe von Strafen zu zwingen,ihrem Glauben abzuschwören.Mein Hass auf sie war grenzenlos.Deshalb verfolgte ich sie sogarbis in die Städte außerhalb des Landes.

12In dieser Absicht reiste ich nach Damaskus26,12 reiste ich nach Damaskus: Von der Reise des Paulus nach Damaskus und seiner Begegnung mit Jesus erzählt Apostelgeschichte 9,1-25..Ich hatte die Vollmachtund das Einverständnis der führenden Priester26,12 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. Mehr ….13Unterwegs, mein König, um die Mittagszeit,sah ich plötzlich vom Himmel26,13 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Mehr … her ein Licht aufleuchten.Es war heller als der Glanz der Sonneund umstrahlte mich und meine Begleiter.14Wir stürzten alle zu Boden.Da hörte ich eine Stimme,die auf Hebräisch zu mir sagte:Saul26,14 Saul: Kurzform von Saulus, dem hebräischen Namen von Paulus., Saul, warum verfolgst du mich?Du wehrst dich vergeblich gegen den Stock,der dich antreibt.‹15Da fragte ich: ›Wer bist du, Herr?‹Der Herr antwortete: ›Ich bin Jesus26,15 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. Mehr …, den du verfolgst.16Doch jetzt steh auf!Stell dich auf die Füße!Denn ich bin dir erschienen,um dich in meinen Dienst zu nehmen.Du sollst als Zeuge auftreten für das,was du heute gesehen hast –und das, was ich dir noch zeigen werde.17Ich schütze dich vor deinem Volkund vor den Menschen aus den anderen Völkern.Ich sende dich zu ihnen,18damit du ihnen die Augen öffnest.Sie sollen sich aus der Finsternis zum Licht26,18 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. Mehr … hinwendenund aus der Gewalt des Satans26,18 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. Mehr … zu Gott.Durch den Glauben an michsollen ihnen ihre Sünden26,18 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … vergeben werden.Und sie sollen ihren Anteilam Erbe26,18 Erbe: Ursprünglich der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Im Neuen Testament bedeutet es ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm. der Heiligen26,18 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. erhalten.‹

19Deshalb, König Agrippa26,19 Agrippa: Herodes Agrippa II. herrschte ab 50 n. Chr. im Namen des römischen Kaisers unter anderem über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret und hatte die Aufsicht über den Tempel in Jerusalem.,habe ich der himmlischen Erscheinungwiderspruchslos gehorcht.20Ich war dann zuerst in Damaskus26,20 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr … und Jerusalem26,20 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. Mehr …,später in ganz Judäa26,20 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. und bei den anderen Völkern.Überall habe ich die Menschen aufgefordert:›Ändert euer Leben und wendet euch hin zu Gott!Handelt so, wie es eurem neuen Leben entspricht!‹21Nur deswegen haben die Juden26,21 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. Mehr …mich im Tempel26,21 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … festgenommenund versucht, mich zu töten.22Aber Gott hat mir bis heute geholfen.Deshalb stehe ich hier als sein Zeugevor den einfachen Leuten wie vor den Mächtigen.Ich rede von nichts anderem als von dem,was die Propheten und Mose angekündigt26,22 die Propheten und Mose angekündigt: Im Neuen Testament eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12. haben:23Der Christus26,23 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. Mehr … muss leidenund als Erster von den Toten auferstehen26,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. Mehr ….Dann wird er meinem Volkund den Menschen aus den anderen Völkerndie Botschaft vom Licht26,23 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. Mehr … verkünden.«

Die Reaktion von Festus und Agrippa auf die Rede des Paulus

24Als Paulus26,24 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … mit seiner Verteidigungan diesem Punkt angelangt war,rief Festus26,24 Festus: Römischer Statthalter in der Provinz Judäa 60 n. Chr. laut dazwischen: »Du bist verrückt, Paulus!Das viele Lesen in der Schrifthat dich in den Wahnsinn getrieben.«25Paulus antwortete: »Ich bin nicht verrückt, verehrter Festus.Was ich sage, ist wahr und vernünftig.26Der König weiß darüber Bescheid.Mit ihm kann ich auch ganz offen darüber reden.Denn ich bin überzeugt,dass ihm nichts davon entgangen ist.Schließlich hat das alles nichtin irgendeinem abgelegenen Winkel stattgefunden.27König Agrippa, glaubst du den Propheten26,27 glaubst du den Propheten: Die Frage von Paulus zielt darauf ab zu erfahren, ob König Agrippa Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus liest, wie Christen es tun.?Ich weiß, dass du ihnen glaubst!«28Agrippa sagte zu Paulus: »Es fehlt nicht vielund du überzeugst mich noch, Christ26,28 Christen: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus, die zunächst nur von Außenstehenden gebraucht wurde. Mehr … zu werden!«29Paulus entgegnete: »Ich bete zu Gott,dass du wirst, was ich schon bin.Und nicht nur du!Nein, ich bete, dass früher oder später alle,die mich heute hören, mir gleich werden –natürlich bis auf diese Fesseln.«

30Der König und der römische Statthalter26,30 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers. Mehr … erhoben sichund mit ihnen auch Berenike und die anderen.31Während sie den Saal verließen, unterhielten sie sich:»Dieser Mann tut nichts,wofür er den Tod oder das Gefängnis verdient.«32Und Agrippa sagte zu Festus26,32 Festus: Römischer Statthalter in der Provinz Judäa 60 n. Chr.:»Der Mann könnte freigelassen werden,wenn er nicht verlangt hätte,dass sein Fall vor den Kaiser kommt26,32 vor den Kaiser kommen: Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren oder bei ihm Berufung einzulegen.
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Paulus auf dem Weg nach Rom

Apostelgeschichte 27,1–28,31

Der Beginn der Schiffsreise nach Rom

271Unsere Abreise nach Italien war also beschlossen.Man übergab Paulus27,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … und einige andere Gefangenedem Hauptmann27,1 Hauptmann: Lateinisch Centurio. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. Julius,der in der »kaiserlichen Kohorte27,1 Kaiserliche Kohorte: Im Römischen Reich häufig Ehrentitel einer militärischen Einheit von Soldaten aus der jeweiligen Region. Eine Kohorte bestand aus etwa 500 bis 1000 Mann.« diente.2Wir27,2 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttion27,2 Adramyttion: Hafenstadt an der Küste von Mysien im Westen der heutigen Türkei..Es sollte die Häfenan der Küste der Provinz Asia27,2 Provinz Asia: Römische Provinz im Westen der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Ephesus. Mehr … anlaufen.Dann legten wir ab.Wir wurden begleitet von Aristarch,einem Makedonier27,2 Makedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel mit der Hauptstadt Thessalonich. aus Thessalonich27,2 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Makedonien im Nordosten des heutigen Griechenland..3Am nächsten Tag erreichten wir Sidon.Julius war Paulus gegenüber sehr entgegenkommend.Er erlaubte ihm, seine Freunde aufzusuchenund sich von ihnen versorgen zu lassen.4Als wir von dort aufbrachen, stand der Wind gegen uns.Darum segelten wir im Schutz27,4 im Schutz: Wegen der ungünstigen Winde umsegelte das Schiff Zypern auf der Ostseite der Insel. von Zypern27,4 Zypern: Insel im östlichen Mittelmeer. Mehr … weiter.5Wir durchquerten das Meer vor Kilikien27,5 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen. und Pamphylien27,5 Pamphylien: Gebiet an der Südküste der heutigen Türkei.und erreichten schließlich Myra27,5 Myra: Stadt in Lykien nahe der Küste im Südwesten Kleinasiens, in der heutigen Türkei gelegen. in Lykien.

6Dort fand der Hauptmann ein Schiff aus Alexandria27,6 Alexandria: Von Alexander dem Großen gegründete Stadt am Nil im Norden Ägyptens.,das nach Italien fuhr.Damit setzten wir unsere Reise fort.7Viele Tage lang machten wir27,7 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. nur wenig Fahrtund kamen mit Mühe und Not bis vor Knidos27,7 Knidos: Küstenstadt im Südwesten Kleinasiens, in der heutigen Türkei gelegen..Dann zwang uns der Wind, den Kurs zu ändern.Deshalb segelten wir im Schutz27,7 im Schutz: Wegen der ungünstigen Winde umsegelte das Schiff Kreta auf der Ostseite der Insel. von Kreta27,7 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres.an Kap Salmone vorbei.8Mühsam fuhren wir die Südküste entlang.Schließlich erreichten wir die Bucht von Kaloi Limenes,nicht weit von der Stadt Lasäa27,8 Lasäa: Stadt an der Südküste von Kreta..

Paulus warnt vor der Weiterfahrt

9Inzwischen war viel Zeit vergangen.Das Herbstfasten27,9 Herbstfasten: Meint das Fasten im Zusammenhang mit dem jüdischen Fest des Versöhnungstages, das im September/Oktober gefeiert wird. war schon vorüberund die Schifffahrt unsicher geworden.Deshalb warnte Paulus27,9 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr …:10»Männer! Ich sehe voraus,dass eine Weiterfahrt sehr gefährlich ist.Wir setzen damit nicht nur die Ladungund das Schiff aufs Spiel, sondern auch unser Leben.«

11Aber der Hauptmann27,11 Hauptmann: Lateinisch Centurio. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. schenkte dem Steuermannund dem Schiffseigentümer mehr Vertrauenals den Worten des Paulus27,11 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr ….12Außerdem war der Hafen zum Überwintern ungeeignet.Deshalb beschloss die Mehrheit der Besatzung,wieder in See zu stechen.Man wollte versuchen, die Stadt Phönix27,12 Phönix: Hafen an der Südküste von Kreta. zu erreichen,um dort zu überwintern.Das ist ein Hafen auf Kreta27,12 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres.,der nur nach Südwesten und Nordwesten hin offen27,12 nach Südwesten und Nordwesten hin offen: Dadurch war er vor den Winterstürmen aus Nordost und Ost geschützt. ist.

Eine Irrfahrt im Sturm

13Als ein leichter Südwind aufkam,hielten die Seeleute ihr Vorhabenschon fast für geglückt.Sie lichteten den Ankerund fuhren so dicht wie möglichan der Küste Kretas27,13 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. entlang.14Aber schon bald brach von der Insel herein schwerer Sturm los: der gefürchtete Nordost.15Das Schiff wurde von ihm mitgerissen.Weil wir27,15 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. nicht gegen den Wind ankamen,gaben wir auf und ließen uns treiben.16Eine Zeit lang befanden wir unsim Schutz einer kleinen Insel namens Kauda27,16 Kauda: Kleine Insel südlich von Kreta..Hier gelang es uns mit Mühe und Not,das Beiboot27,16 Beiboot: Kleines Boot, das im Schlepptau mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. einzuholen.17Die Seeleute zogen es an Bord.Anschließend spannten sie Taue um den Rumpf,um das Schiff zu sichern.Weil sie fürchteten, in die Große Syrte27,17 Große Syrte: Einbuchtung der nordafrikanischen Mittelmeerküste vor der Gegend um Kyrene, die wegen ihrer Untiefen gefürchtet war. zu geraten,warfen sie den Treibanker27,17 Treibanker: Ein an einem Seil befestigter größerer Gegenstand, der die Fahrt eines Schiffes nicht stoppte, sondern nur verlangsamte. aus.So ließen sie das Schiff treiben.

18Der Sturm setzte uns27,18 uns: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. hart zu.Deshalb warfen die Seeleute am folgenden Tageinen Teil der Ladung über Bord.19Am dritten Tag beförderten sie eigenhändigTeile der Schiffsausrüstung ins Meer.20Tagelang zeigten sich weder Sonne noch Sterne.Der Sturm tobte unvermindert weiter.Am Ende verloren wir jede Hoffnung auf Rettung.

Paulus ermutigt die Besatzung

21Niemand wollte mehr etwas essen.Da trat Paulus27,21 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … in ihre Mitte und sagte:»Ihr hättet besser auf mich gehört, Männer,und wärt nicht von Kreta27,21 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. losgefahren.Dann wären uns solche Gefahrenund alle Verluste erspart geblieben.22Doch jetzt bitte ich euch:Lasst den Mut nicht sinken!Keiner von euch wird umkommen –nur das Schiff wird verloren gehen.23Denn letzte Nacht stand plötzlich ein Engel27,23 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … vor mir –ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene.24Er sagte: ›Hab keine Angst, Paulus!Du musst noch vor den Kaiser treten27,24 vor den Kaiser treten: Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren oder bei ihm Berufung einzulegen, wenn er vor Gericht angeklagt wurde..Deinetwegen schenkt Gott auch all denen das Leben,die mit dir auf dem Schiff sind.‹25Fasst also Mut, Männer!Ich glaube Gott, dass alles genau so kommen wird,wie er es mir gesagt hat.26Wir müssen allerdings vor einer Insel stranden.«

Der Schiffbruch vor der Insel Malta

27Wir27,27 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. trieben nun schon die vierzehnte Nachtauf dem Adriatischen Meer27,27 Adriatisches Meer: Der Teil des Mittelmeeres zwischen Italien, Griechenland und Nordafrika. umher.Gegen Mitternacht vermuteten die SeeleuteLand in der Nähe.28Sie warfen das Lot27,28 Lot: Bleigewicht an einem langen Seil zur Bestimmung der Wassertiefe. ausund maßen eine Tiefe von 36 Metern27,28 36 Meter: Wörtlich »20 Faden«. Ein Faden ist ein Maß zum Messen der Wassertiefe und entspricht etwa 1,80 m..Kurz darauf warfen sie erneut das Lot ausund maßen 27 Meter27,28 27 Meter: Wörtlich »15 Faden«. Ein Faden ist ein Maß zum Messen der Wassertiefe und entspricht etwa 1,80 m..29Sie fürchteten, wir könnten auf ein Riff auflaufen.Deshalb warfen sie vom Heck vier Anker ausund wünschten sehnlichst den Tag herbei.30Die Seeleute versuchten sogar, vom Schiff zu fliehen.Unter dem Vorwand,auch vom Bug aus Anker werfen zu wollen,ließen sie das Beiboot zu Wasser.31Doch Paulus27,31 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … warnte den Hauptmann27,31 Hauptmann: Lateinisch Centurio. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. und die Soldaten:»Wenn die Seeleute nicht an Bord bleiben,habt ihr keine Aussicht auf Rettung!«32Da kappten die Soldaten die Taueund ließen das Beiboot davontreiben.

33Bis in die Morgendämmerung hineinredete Paulus27,33 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … allen zu, etwas zu essen.Er sagte: »Ihr harrt nun schon vierzehn Tage aus.Die ganze Zeit überhabt ihr keine richtige Mahlzeit zu euch genommen.34Deshalb bitte ich euch: Esst etwas!Das braucht ihr, wenn ihr gerettet werden wollt.Keinem von euch wird auch nur ein Haar gekrümmt.«35Nachdem er das gesagt hatte, nahm er ein Brot.Vor aller Augen dankte er Gott,brach das Brot27,35 brach das Brot: Der Wortlaut erinnert an die Feier des Abendmahls. in Stücke und fing an zu essen.36Da fassten alle wieder Mutund fingen ebenfalls an zu essen.37Wir waren insgesamt 276 Leute auf dem Schiff.38Alle aßen sich satt.Dann machten sie das Schiff noch einmal leichter,indem sie die Getreidevorräte ins Meer schütteten.

39Endlich wurde es Tag.Die Seeleute sahen eine Küste, die ihnen unbekannt war.Sie entdeckten aber eine Bucht mit einem flachen Strand.Dort wollten sie versuchen,das Schiff auf Grund zu setzen.40Sie kappten die Ankertaueund ließen die Anker im Meer zurück.Zugleich lösten sie die Haltetaue der Steuerruder.Dann setzten sie das Vorsegelund hielten mit dem Wind auf den Strand zu.41Doch sie gerieten auf eine Sandbank,wo das Schiff auf Grund lief.Der Bug bohrte sich so tief in den Sand,dass sie festsaßen.Unter der Gewalt der Wellen brach das Heck auseinander.

42Da beschlossen die Soldaten, die Gefangenen zu töten,damit keiner schwimmend entkommen konnte.43Aber der Hauptmann wollte Paulus27,43 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … rettenund hinderte sie an ihrem Vorhaben.Er ließ zuerst alle, die schwimmen konnten,von Bord springen, um so das Ufer zu erreichen.44Die Übrigen folgten teils auf Planken,teils auf anderen Schiffstrümmern.So gelang es allen, sich an Land zu retten.
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Auf Malta: Paulus überlebt einen Schlangenbiss

281Nach unserer28,1 unserer: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. Rettung erfuhren wir,dass die Insel Malta hieß.2Die Einheimischen waren überaus freundlich zu uns.Sie zündeten ein Feuer an und holten uns alle dazu.Denn es hatte angefangen zu regnen und war kalt.3Paulus28,3 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … sammelte einen Arm voll trockenes Holzund warf es auf das Feuer.Da schoss eine Schlange daraus hervorund biss sich an seiner Hand fest.Sie war von der Hitze aufgescheucht worden.

4Als die Einheimischen das Tieran seiner Hand hängen sahen,sagten sie zueinander:»Dieser Mensch muss ein Mörder sein.Aus dem Meer konnte er sich retten.Aber seiner gerechten Strafe kann er nicht entkommen!28,4 Aber seiner gerechten Strafe kann er nicht entkommen!: Wörtlich »Die Rachegöttin lässt ihn nicht am Leben«. Die einheimische Bevölkerung der Insel Malta verehrte eine Vielzahl von Göttern, wie es im gesamten Mittelmeerraum üblich war.«5Doch Paulus schüttelte das Tier ins Feuer,ohne einen Schaden davonzutragen.6Die Einheimischen warteten darauf,dass sein Körper anschwellenoder Paulus plötzlich tot umfallen würde.Sie beobachteten ihn noch längere Zeit.Als aber weiter nichts Besonderes geschah,änderten sie ihre Meinung.Jetzt sagten sie: »Er ist ein Gott!«

Auf Malta: Paulus heilt den Vater des Publius

7Ganz in der Nähe waren die Landgüter,die dem Patron der Insel28,7 Patron der Insel: Angesehener Bewohner Maltas, der eine führende Stellung in Politik und Verwaltung auf der Insel einnahm., Publius, gehörten.Der nahm uns28,7 uns: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. freundlich auf,und wir waren drei Tage lang seine Gäste.8Als wir dort waren,lag der Vater des Publiusmit Fieber und Durchfall im Bett.Paulus28,8 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … ging zu ihm hinein.Er betete28,8 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr …, legte ihm die Hände aufund machte ihn so gesund.9Daraufhin kamen auchalle anderen Kranken der Insel herbeiund wurden geheilt.10Sie überschütteten uns mit Ehrungen aller Art.Als wir abreisten, rüsteten sie uns mit allem aus,was wir für die Reise benötigten.

Die Weiterreise von Malta nach Rom

11Nach drei Monaten fuhren wir28,11 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. mit einem Schiff weiter,das auf der Insel überwintert hatte.Es kam aus Alexandria28,11 Alexandria: Von Alexander dem Großen gegründete Stadt am Nil im Norden Ägyptens.und trug als Gallionsfigur das Bild der Dioskuren28,11 Dioskuren: Name für das Zwillingspaar Castor und Pollux. Sie wurden in der griechisch-römischen Antike als Schutzgötter der Seefahrt verehrt. Deshalb trugen viele Schiffe ihr Bild auf dem Bug..12Wir liefen Syrakus28,12 Syrakus: Hafenstadt im Südosten von Sizilien. an,wo wir drei Tage blieben.13Dann lichteten wir die Anker und fuhren nach Rhegion28,13 Rhegion: Hafen an der Südspitze von Italien, gegenüber von Sizilien..Am nächsten Tag kam Südwind auf,und in nur zwei Tagen gelangten wir nach Puteoli28,13 Puteoli: Hafenstadt am Golf von Neapel im Westen Italiens..14Dort trafen wir auf eine Gemeinde,die uns einlud, sieben Tage bei ihnen zu bleiben.

Schließlich erreichten wir28,14 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. Rom28,14 Rom: Hauptstadt des Römischen Reiches, im heutigen Italien gelegen..15Die Gemeinde dort hatte schonvon unserer Ankunft gehört.Einige kamen uns bis zum Markt von Appius28,15 Markt von Appius: Wörtlich »Forum Appii«. Marktplatz an der Appiusstraße, 65 km südlich von Rom. entgegen,andere bis zur Ortschaft Tres-Tabernae28,15 Tres-Tabernae: Ortschaft südlich von Rom, deren Name übersetzt »Drei Tavernen« bedeutet..Als Paulus28,15 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … sie sah,dankte er Gott und gewann neue Zuversicht.16Als wir dann in Rom waren,erhielt Paulus die Erlaubnis,sich eine eigene Wohnung zu nehmen.Nur ein Soldat28,16 ein Soldat: Die Bewachung durch einen Soldaten war im römischen Recht eine mögliche Form der Gefangenschaft. Normalerweise bestand die Bewachung aus zwei Soldaten. blieb als Wache bei ihm.

In Rom: Paulus spricht mit den Juden der Stadt

17Drei Tage nach seiner Ankunftlud Paulus28,17 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … die angesehensten Juden28,17 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. Mehr … zu sich ein.Als sie alle versammelt waren, sagte er zu ihnen:»Ihr Brüder! Ich habe nichts getan,was sich gegen unser Volk richtetoder gegen die Vorschriften unserer Vorfahren.Trotzdem wurde ich in Jerusalem28,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. Mehr … festgenommenund an die Römer28,17 Rom: Zur Zeit des Neuen Testaments beherrschte das Römische Reich den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Mehr … ausgeliefert.18Die Römer haben mich verhört28,18 mich verhört: Die Erzählung über den Prozess gegen Paulus findet sich in Apostelgeschichte 25.und wollten mich wieder freilassen.Denn es lag nichts gegen mich vor,wofür ich den Tod verdient hätte.19Doch die Juden erhoben Einspruch dagegen.Daher sah ich mich gezwungen zu verlangen,dass mein Fall vor den Kaiser kommt28,19 vor den Kaiser kommen: Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren oder bei ihm Berufung einzulegen..Ich hatte aber nicht die Absicht,mein eigenes Volk zu verklagen.20Das ist der Grund,weshalb ich euch zu mir gebeten habe:Ich wollte mit euch reden.Denn ich trage diese Fesseln nur deshalb,weil ich die Hoffnung Israels28,20 Hoffnung Israels: Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten, die sich für Paulus in Jesus erfüllt hat. teile.«21Die Juden erwiderten:»Wir haben aus Judäa28,21 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. keinen Brief erhalten,in dem von dir die Rede gewesen wäre.Es ist von dort auch niemand gekommen,der einen Bericht mitgebrachtoder schlecht über dich geredet hätte.22Wir halten es aber für angebracht,von dir zu hören, was für Ansichten du vertrittst.Denn von dieser Glaubensrichtung28,22 diese Glaubensrichtung: Meint die Anhänger von Jesus Christus, die bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus lesen und in ihm erfüllt sehen. ist uns nur bekannt,dass sie überall auf Widerspruch stößt.«

23Sie vereinbarten ein weiteres Treffen.Als die dann erneut zu ihm in die Wohnung kamen,waren es noch mehr Leute als beim ersten Mal.Vom frühen Morgen bis zum Abend blieben sie bei ihm.Paulus28,23 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … setzte sich mit ihnen auseinanderund legte vor ihnen Zeugnis ab über das Reich Gottes28,23 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. Mehr ….Er wies sie auf die Ankündigungenim Gesetz des Mose und bei den Propheten28,23 Gesetz und Propheten: Im Neuen Testament eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. hin.So versuchte er, sie für Jesus28,23 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. Mehr … zu gewinnen.

24Ein Teil von ihnenließ sich durch seine Worte überzeugen.Aber die anderen schenkten ihm keinen Glauben.25Sie gingen auseinander,ohne sich einig geworden zu sein.Zuletzt sagte Paulus zu ihnen:»Zu Recht hat der Heilige Geist28,25 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr …durch den Propheten Jesaja zu euren Vorfahren gesagt28,25 zu euren Vorfahren gesagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 6,9-10.:26›Geh zu diesem Volkund verkünde ihm:Ihr sollt mit offenen Ohren hören,aber nichts verstehen.Ihr sollt mit offenen Augen sehen,aber nichts erkennen.27Das Herz28,27 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. dieses Volkes ist verschlossen.Ihre Ohren haben sie verstopft,und ihre Augen haben sie geschlossen.Denn ihre Augen sollen nichts sehenund ihre Ohren sollen nichts hörenund ihr Herz soll nichts verstehen –damit sie nicht zu Gott umkehrenund ich, ihr Gott, sie heile.‹28Darum sollt ihr wissen:Diese Rettung, die Gott uns schenkt,wurde zu den anderen Völkern gesandt –und die werden sie annehmen!«29[...]28,29 [...]: Zahlreiche Handschriften fügen hinzu: »Als Paulus das gesagt hatte, gingen die Juden weg und stritten heftig miteinander.«

In Rom: Paulus verkündet ungehindert die Gute Nachricht

30Paulus28,30 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. Mehr … blieb volle zwei Jahre in seiner Mietwohnung.Er hieß alle willkommen, die zu ihm kamen.31Er verkündete ihnen das Reich Gottes28,31 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. Mehr …und lehrte sie alles über Jesus Christus28,31 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. Mehr …, den Herrn28,31 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. Mehr …mutig und offen und völlig ungehindert.