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Festus nimmt den Prozess gegen Paulus wieder auf

251Drei Tage nach seinem Amtsantrittreiste Festus25,1 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. von Cäsarea25,1 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer in der nördlichen Scharonebene im heutigen Israel. Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. hinauf nach Jerusalem25,1 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .2Die führenden Priester25,2 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.und die angesehensten Männer des jüdischen25,2 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. Volkeserneuerten bei ihm ihre Anklage gegen Paulus25,2 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte..Sie baten den römischen Bevollmächtigten25,2 römischer Bevollmächtigter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Reiches oder des Kaisers.3um einen Beweis für sein Wohlwollen:Er sollte Paulus25,3 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. wieder nach Jerusalem25,3 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. verlegen lassen.Sie planten nämlich einen Anschlag gegen Paulus25,3 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.und wollten ihn unterwegs umbringen lassen.4Aber Festus25,4 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. antwortete:»Paulus25,4 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. bleibt in Cäsarea25,4 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer in der nördlichen Scharonebene im heutigen Israel. Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. in Gewahrsam.Ich selbst werde in Kürze dorthin zurückkehren.5Diejenigen von euch,die dafür zuständig sind«,fuhr er fort,»können ja mit mir mitkommen.Wenn der Mann tatsächlich etwas Unrechtes getan hat,sollen sie dort Anklage gegen ihn erheben.«

6Festus25,6 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. blieb nur acht oder zehn Tage in Jerusalem25,6 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .Dann zog er nach Cäsarea25,6 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer in der nördlichen Scharonebene im heutigen Israel. Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. hinab.Gleich am nächsten Tageröffnete er die Gerichtsverhandlung25,6 eröffnete er die Gerichtsverhandlung: Wörtlich heißt es in Vers 6: »Gleich am nächsten Tag setzte er sich auf den Richterstuhl«. Das Sitzen auf dem Richterstuhl war notwendige Formalität, damit eine gerichtlichte Entscheidung Rechtskraft erhielt.und ließ Paulus25,6 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. vorführen.7Als er vor Gericht erschien,umringten ihn die Juden25,7 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ,die aus Jerusalem25,7 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. herabgekommen waren.Sie brachten viele schwere Anschuldigungen gegen ihn vor,die sie aber nicht beweisen konnten.8Paulus25,8 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. verteidigte sich:»Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen –weder gegen das Gesetz25,8 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. der Juden25,8 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. noch gegen den Tempel25,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.noch gegen den Kaiser25,8 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich.

9Festus25,9 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. wollte den Juden25,9 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. aber einen Gefallen erweisen.Deshalb fragte er Paulus25,9 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.:»Willst du nach Jerusalem25,9 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. hinaufgehen?Dort könnte in meiner Gegenwartein Urteil in dieser Sache gefällt werden.«10Aber Paulus25,10 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. erwiderte:»Ich stehe hier vor dem kaiserlichen Gerichtund vor ihm muss mein Fall entschieden werden.Ich habe den Juden25,10 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. kein Unrecht getan,wie du sehr wohl weißt.11Wenn ich wirklich ein Unrechtoder ein todeswürdiges Verbrechen begangen habe,bin ich bereit zu sterben.Wenn aber ihre Anschuldigungen nicht haltbar sind,darf niemand mich ihnenaus reiner Gefälligkeit ausliefern.Ich verlange,dass mein Fall vor den Kaiser kommt25,11 vor den Kaiser: Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren bzw. bei ihm Berufung einzulegen.12Daraufhin besprach sich Festus25,12 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. mit seinen Beraternund antwortete:»Du wolltest,dass dein Fall vor den Kaiser kommt25,12 vor den Kaiser: Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren bzw. bei ihm Berufung einzulegen..Also sollst du zum Kaiser25,12 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. gebracht werden!«

Festus informiert König Agrippa über den Fall Paulus

13Einige Zeit später kamen Agrippa25,13 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.und seine Schwester Berenike25,13 Berenike: Tochter von Herodes Agrippa I. und Schwester von Herodes Agippa II. nach Cäsarea25,13 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer in der nördlichen Scharonebene im heutigen Israel. Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. ,um Festus25,13 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. einen Antrittsbesuch abzustatten.14Nachdem sie schon einige Tage dort verbracht hatten,legte Festus25,14 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. dem König25,14 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. den Fall des Paulus25,14 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. vor:»Felix25,14 Felix: Römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 52-60 n. Chr. hat hier einen Mann als Gefangenen zurückgelassen.15Als ich in Jerusalem25,15 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. war,erhoben die führenden Priester25,15 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.und die Ältesten25,15 Ältester: Bezeichnung für ein Amt, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde. der Juden25,15 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. Anklage gegen ihn.Sie drängten mich,ihn zu verurteilen.16Ich antwortete ihnen:›Es ist bei den Römern25,16 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. nicht üblich,einen Angeklagten einfachaus reiner Gefälligkeit auszuliefern.Der Angeklagte muss zuerst den Anklägernpersönlich gegenübergestellt werden.Dabei muss er Gelegenheit erhalten,sich gegen die Anklage zu verteidigen.‹17Daraufhin kamen einige von ihnen hierher.Ich habe dann unverzüglichfür den nächsten Tag eine Gerichtsverhandlung angesetztund ließ den Mann vorführen.18Bei der Gegenüberstellungbrachten die Ankläger aber keine Beschuldigungenwegen irgendwelcher schwerer Vergehen vor.Das hatte ich eigentlich erwartet.19Es ging lediglich um einige Streitfragen,die ihre eigene Religion betreffen.Und um einen gewissen Jesus25,19 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. ,der längst tot ist.Aber Paulus25,19 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. behauptet,dass er lebt.20In solchen Dingenkenne ich mich nicht genügend aus.Deshalb fragte ich Paulus25,20 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.:›Willst du nicht nach Jerusalem25,20 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. gehenund den Fall dort entscheiden lassen?‹21Aber Paulus25,21 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. legte dagegen Berufung ein.Er wollte bis zu einer Entscheidung Seiner kaiserlichen Majestät25,21 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich.in Haft bleiben.Also befahl ich,ihn weiter in Haft zu halten,bis ich ihn zum Kaiser25,21 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. schicken kann.«22Da sagte Agrippa25,22 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. zu Festus25,22 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr.:»Ich würde den Mann gern einmal selbst hören.«»Morgen sollst du dazu Gelegenheit haben«,antwortete Festus25,22 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr..

23Am folgenden Tag erschienen Agrippa25,23 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. und Berenike25,23 Berenike: Tochter von Herodes Agrippa I. und Schwester von Herodes Agippa II. festlich gekleidetund mit großem Gefolge.Begleitet von den Kommandanten25,23 Kommandanten: Die Kommandanten der fünf Kohorten, die in Cäsarea stationiert waren.und den angesehensten Männern der Stadt,betraten sie den Audienzsaal.Auf Befehl von Festus25,23 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr.wurde Paulus25,23 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. der Versammlung vorgeführt.24Dann ergriff Festus25,24 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr. das Wort:»König Agrippa25,24 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.!Meine Gäste!Hier seht ihr den Mann,dessentwegen mich die ganze jüdische25,24 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. Bevölkerungso sehr bedrängt hat.Sowohl in Jerusalem25,24 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. als auch hier in Cäsarea25,24 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer in der nördlichen Scharonebene im heutigen Israel. Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. haben sie lauthals gefordert:›Er darf nicht am Leben bleiben!‹25Ich habe jedoch festgestellt,dass er gar nichts getan hat,worauf die Todesstrafe steht.Er hat aber selbst verlangt,dass sein Fall vor Seine kaiserliche Majestät25,25 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. kommt.Deshalb habe ich beschlossen,ihn zum Kaiser25,25 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. zu schicken.26Ich weiß allerdings kaum etwas Stichhaltiges,was ich meinem Herrn25,26 meinem Herrn: D. h. dem römischen Kaiser. über ihn schreiben könnte.Deshalb habe ich ihn euch,und vor allem dir, König Agrippa25,26 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.,vorführen lassen.Nach der Vernehmung werde ich wohl in der Lage sein,einen Bericht zu verfassen.27Denn ich finde es unsinnig,einen Gefangenen nach Rom25,27 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. zu schicken,ohne die Gründe dafür anzugeben.«
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Paulus spricht zu König Agrippa

261Agrippa26,1 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. sagte zu Paulus26,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.:»Es ist dir erlaubt,in eigener Sache zu sprechen.«Da hob Paulus26,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. die Handund begann seine Verteidigungsrede:2»Die Juden26,2 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. bringen schwere Anschuldigungengegen mich vor.Deshalb schätze ich mich glücklich,König Agrippa26,2 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.,dass ich mich heute vor dir verteidigen kann.3Das gilt umso mehr,als du dich mit den Vorschriftenund Streitfragen der Juden26,3 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. hervorragend auskennst.Bitte, höre mich geduldig an!

4Seit meiner Jugend habe ichmitten unter meinem Volk in Jerusalem26,4 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. gelebt.Alle Juden26,4 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. wissen,wie ich mein Leben von klein auf geführt habe.5Sie kennen mich von früher.Und wenn sie wollen,können sie jederzeit bezeugen:Ich habe nach der Richtung unserer Religion gelebt,die es mit der Frömmigkeit am genauesten nimmt.Denn ich war Pharisäer26,5 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm..6Jetzt stehe ich vor Gericht,weil ich auf das hoffe,was Gott unseren Vorfahren versprochen hat26,6 was Gott unseren Vorfahren versprochen hat: Es geht um die Auferstehung der Toten, vgl. Apostelgeschichte 13,32-33 und Apostelgeschichte 24,14-15..7Die zwölf Stämme unseres Volkesdienen Gott ununterbrochenbei Tag und bei Nacht.Denn sie hoffen,dass sie die Erfüllung dieser Zusage erleben.Mein König26,7 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.!Und gerade wegen dieser Hoffnungwerde ich von den Juden26,7 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. angeklagt.8Warum haltet ihr es für unglaubwürdig,dass Gott Tote auferweckt26,8 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. ?

9Ich selbst hatte ja zunächst geglaubt,das Bekenntnis zu Jesus26,9 Bekenntnis zu Jesus: Wörtlich lautet der Vers 9: »Ich selbst hatte ja zunächst geglaubt, den Namen von Jesus, dem Nazoräer, mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen«., dem Nazoräer26,9 Nazoräer: Beschreibung der Herkunft von Jesus aus Nazaret; vielleicht auch eine alte Bezeichnung für Jesus als Messias (Christus),mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen.10Das habe ich auch in Jerusalem26,10 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. getan.Ausgestattet mit einer Vollmacht der führenden Priester26,10 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.brachte ich viele der Heiligen26,10 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. ins Gefängnis.Und wenn sie zum Tod verurteilt werden sollten,stimmte ich dafür26,10 stimmte ich dafür: Wörtlich heißt es in Vers 10: »Und wenn sie zum Tod verurteilt werden sollten, gab ich meinen Stein gegen sie ab.« Für die Abstimmung über ein Urteil wurden kleine Steinchen verwendet, in diesem Fall schwarze für die Verurteilung und weiße für Freispruch..11Ich suchte sie in sämtlichen Synagogen26,11 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden..Immer wieder versuchte ich,sie mithilfe von Strafen zu zwingen,ihrem Glauben abzuschwören26,11 ihrem Glauben abzuschwören: Wörtlich heißt es in Vers 11: »Immer wieder versuchte ich, sie durch Strafen zur Lästerung zu zwingen«..Mein Hass auf sie war grenzenlos.Deshalb verfolgte ich sie sogarbis in die Städte außerhalb des Landes.

12In dieser Absicht reiste ich dann nach Damaskus26,12 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. .Ich hatte die Vollmachtund das Einverständnis der führenden Priester26,12 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte..13Unterwegs, mein König26,13 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.,um die Mittagszeit,sah ich plötzlich vom Himmel26,13 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herein Licht aufleuchten.Es war heller als der Glanz der Sonneund umstrahlte mich und meine Begleiter.14Wir stürzten alle zu Boden.Da hörte ich eine Stimme,die auf Hebräisch zu mir sagte:Saul26,14 Saulus: Jüdischer Name von Paulus, der in der Apostelgeschichte vor dessen Bekehrung gebraucht wird. Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus v. a. unter den Heiden bekannt machte., Saul26,14 Saulus: Jüdischer Name von Paulus, der in der Apostelgeschichte vor dessen Bekehrung gebraucht wird. Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus v. a. unter den Heiden bekannt machte., warum verfolgst du mich?Du wehrst dich vergeblich26,14 wehrst dich vergeblich: Wörtlich heißt es in Vers 14: »Du schlägst vergeblich gegen den Stachelstock aus.« Das Bild kommt aus der damals gängigen Praxis, Zugtiere mit einem Stachelstock anzutreiben. gegen den Stachelstock26,14 Stachelstock: Bis zu 2,50 m langer Stecken mit Metallspitze, der zum Antreiben von Rindern oder Ochsen verwendet wird.!‹15Da fragte ich:›Wer bist du, Herr26,15 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet.?‹Der Herr26,15 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. antwortete:›Ich bin Jesus26,15 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. ,den du verfolgst.16Doch jetzt steh auf!Stell dich auf deine Füße!Denn ich bin dir erschienen,um dich in meinen Dienst zu nehmen.Du sollst als Zeuge auftreten für das,was du heute gesehen hastund was du noch sehen wirst.17Ich schütze dich vor deinem Volkund vor den Heiden26,17 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben..Ich sende dich zu ihnen,18damit du ihnen die Augen öffnest.Sie sollen sich aus der Dunkelheitdem Licht26,18 Licht: Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten. zuwenden.Und von der Gewalt des Satans26,18 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen. wegsollen sie sich zu Gott bekehren.Durch den Glauben26,18 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. an michsoll ihnen ihre Schuld26,18 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. vergeben werden.Und sie sollen ihren Anteilam Erbe der Heiligen26,18 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. erhalten.‹

19Deshalb, König Agrippa26,19 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.,habe ich der himmlischen26,19 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Erscheinungwiderspruchslos gehorcht.20Ich war dann zuerst in Damaskus26,20 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. und Jerusalem26,20 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ,später in ganz Judäa26,20 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. und bei den Heiden26,20 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben..Überall habe ich die Menschen aufgefordert:›Ändert euer Lebenund bekehrt euch zu Gott!Handelt so,wie es eurem neuen Leben entspricht!‹21Nur deswegen haben die Juden26,21 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. mich im Tempel26,21 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. festgenommenund versucht,mich zu töten.

22Aber Gott kam mir bis heute zur Hilfe.Deshalb stehe ich hier als sein Zeugevor den einfachen Leuten wie vor den Mächtigen.Ich rede von nichts anderem als von dem,was die Propheten26,22 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. und Mose26,22 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. angekündigt haben:23Der Christus26,23 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. muss leiden26,23 leiden: Gemeint ist die ganze Geschichte vom Leiden und Tod von Jesus, wie sie in Lukas 22,1–23,56 erzählt wird. Vgl. auch Markus 14,1–15,47; Matthäus 26,1–27,66.und als Erster vom Tod auferstehen26,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. .Dann wird er meinem Volk und den Heiden26,23 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben.die Botschaft vom Licht26,23 Licht: Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten. verkünden.«

Die Reaktion von Festus und Agrippa auf die Rede von Paulus

24Als Paulus26,24 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. mit seiner Verteidigungan diesem Punkt angelangt war,rief Festus laut dazwischen:»Du bist verrückt, Paulus26,24 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.!Das viele Studieren treibt dich in den Wahnsinn.«25Paulus26,25 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. antwortete:»Ich bin nicht verrückt, verehrter Festus26,25 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr..Was ich sage,ist wahr und vernünftig.26Der König26,26 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. weiß über diese Dinge26,26 diese Dinge: Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Kreuzigung und Auferstehung von Jesus. Bescheid.Mit ihm kann ich auch ganz offen darüber reden.Denn ich bin überzeugt,dass ihm nichts davon entgangen ist.Schließlich hat das alles nichtin irgendeinem verborgenen Winkel stattgefunden.27König Agrippa26,27 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret.,glaubst du den Propheten26,27 glaubst du den Propheten: Gemeint ist: »Glaubst du, dass eintrifft, was die Propheten angekündigt haben?«?Ich weiß,dass du ihnen glaubst!«28Agrippa26,28 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. sagte zu Paulus26,28 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.:»Es fehlt nicht viel,und du überzeugst mich noch,als Christ26,28 Christen: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus, die zunächst nur von Außenstehenden gebraucht wurde. aufzutreten!«29Paulus26,29 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. entgegnete:»Ich bete26,29 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zu Gott,dass du wirst,was ich schon bin.Und nicht nur du!Nein, ich bete26,29 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,dass früher oder später alle,die mich heute hören,mir gleich werden –die Fesseln natürlich ausgenommen!«

30Der König26,30 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. und der römische Bevollmächtigte26,30 römischer Bevollmächtigter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Reiches oder des Kaisers. erhoben sichund mit ihnen auch Berenike und die anderen.31Während sie den Saal verließen,unterhielten sie sich:»Dieser Mann tut nichts,wofür er den Tod oder das Gefängnis verdient.«32Und Agrippa26,32 Herodes Agrippa II.: Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50–94 n. Chr. u. a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. sagte zu Festus26,32 Festus: Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr.:»Der Mann könnte freigelassen werden,wenn er nicht verlangt hätte,dass sein Fall vor den Kaiser26,32 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. kommt.«
27

Paulus auf dem Weg nach Rom

27,1–28,31

Die Schiffsreise nach Rom

27,1-44

Die Schiffsreise nach Rom: Mühevoller Beginn

271Unsere Abreise nach Italien27,1 Italien: Das römische Kernland; das Gebiet des heutigen italienischen Festlands. war also beschlossen.Man übergab Paulus27,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. und einige andere Gefangeneeinem Hauptmann27,1 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. der kaiserlichen Kohorte27,1 kaiserliche Kohorte: Im römischen Reich häufig Ehrentitel einer militärischen Einheit von Soldaten aus der jeweiligen Region. Eine Kohorte bestand aus etwa 500 bis 1000 Mann. namens Julius.2Wir gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttion27,2 Adramyttion: Hafenstadt an der Küste von Mysien im Westen der heutigen Türkei. .Es sollte die Häfen an der Küste der Provinz Asien27,2 Asia, Provinz Asien: Die römische Provinz Asien (griechisch Asia) umfasste den westlichen Teil von Kleinasien (heute Türkei) mit der Hauptstadt Ephesus. anlaufen.Dann legten wir ab.Der Mazedonier27,2 Mazedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel; Hauptstadt: Thessalonich. Aristarch27,2 Aristarch: Mitarbeiter und Begleiter von Paulus, der aus Thessalonich in Mazedonien stammte. aus Thessalonich27,2 Thessalonich: Hauptstadt der römischen Provinz Mazedonien am Ägäischen Meer. begleitete uns.

3Am nächsten Tag erreichten wir Sidon.Julius war Paulus27,3 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. gegenüber sehr entgegenkommend.Er erlaubte ihm,seine Freunde aufzusuchenund sich von ihnenmit allem Nötigen versorgen zu lassen.4Nachdem wir von dort wieder aufgebrochen waren,segelten wir im Schutz27,4 im Schutz: D. h. auf der Ostseite der Insel um Zypern herum. von Zypern27,4 Zypern: Insel im östlichen Mittelmeer. weiter.Denn der Wind stand gegen uns.5Wir durchquerten das Meer vor Zilizien27,5 Zilizien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus. und Pamphylien27,5 Pamphylien: Gebiet an der Südküste Kleinasiens.und erreichten schließlich Myra27,5 Myra: Stadt in Lyzien nahe der Küste im Südwesten Kleinasiens. in Lyzien27,5 Lyzien: Gebiet im Südwesten Kleinasiens..

6Dort fand der Hauptmann27,6 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. ein Schiff aus Alexandria27,6 Alexandria: Von Alexander dem Großen gegründete Stadt am Nil im Nordwesten Ägyptens. ,das nach Italien27,6 Italien: Das römische Kernland; das Gebiet des heutigen italienischen Festlands. fuhr,und brachte uns an Bord.7Viele Tage lang machten wir nur wenig Fahrtund kamen mit Mühe und Not bis vor Knidos27,7 Knidos: Küstenstadt im Südwesten Kleinasiens an der Küste von Karien..Dann zwang uns der Wind,den Kurs zu ändern.Deshalb segelten wir im Schutz von Kreta27,7 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres.an Kap Salmone27,7 Salmone: Vermutlich ein Kap an der östlichen Spitze Kretas. vorbei.8Wir fuhren unter widrigen Umständen an der Küste entlang.Schließlich erreichten wir die Bucht von Kaloi Limenes27,8 Kaloi Limenes: Hafenstadt an der Südküste von Kreta.,nicht weit von der Stadt Lasäa27,8 Lasäa: Stadt an der Südküste von Kreta..

Die Schiffsreise nach Rom: Paulus warnt vor der Weiterfahrt

9Inzwischen war viel Zeit verstrichenund die Schifffahrt bereits unsicher geworden.Auch das Herbstfasten27,9 Herbstfasten: Gemeint ist das Fasten am jüdischen Versöhnungstag, der im September/Oktober gefeiert wird und ungefähr mit dem Beginn der für die Seefahrt ungeeigneten Jahreszeit zusammenfällt. war schon vorüber.Deshalb warnte Paulus27,9 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. die Besatzung:10»Männer!Ich sehe voraus,dass eine Weiterfahrt sehr riskant ist.Wir setzen damit nicht nur die Ladungund das Schiff aufs Spiel,sondern auch unser Leben.«

11Aber der Hauptmann27,11 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. schenkte dem Steuermannund dem Schiffseigentümer27,11 Schiffseigentümer: Der Eigentümer des Schiffes oder ein Vertreter der Reederei, der auf dem Schiff mitfuhr und als Kapitän oder Steuermann die Route des Schiffes bestimmen konnte. mehr Vertrauenals den Worten des Paulus27,11 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte..12Außerdem war der Hafen zum Überwintern ungeeignet.Deshalb beschloss die Mehrheit der Besatzung,wieder in See zu stechen.Man wollte versuchen,Phönix27,12 Phönix: Hafen an der Südküste von Kreta. zu erreichen,um dort zu überwintern.Das ist ein Hafen auf Kreta27,12 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres.,der nur nach Südwesten und Nordwesten hin offen27,12 nach Südwesten und Nordwesten hin offen: Dadurch war er vor den gefürchteten Winterstürmen aus Nordost und Ost geschützt. ist.

Die Schiffsreise nach Rom: Irrfahrt im Sturm

13Als ein leichter Südwind aufkam,hielten die Seeleute ihr Vorhabenschon fast für geglückt.Sie lichteten den Anker27,13 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. und fuhren so dicht wie möglichan der Küste Kretas27,13 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. entlang.14Aber schon bald brach von der Insel herein schwerer Sturm los,der gefürchtete Nordost.15Das Schiff wurde mitgerissen.Und weil wir nicht gegen den Wind ankamen,gaben wir das Schiff dem Sturm preisund ließen uns treiben.

16Eine Zeit lang befanden wir unsim Schutz einer kleinen Insel namens Kauda27,16 Kauda: Kleine Insel südlich von Kreta..Hier gelang es uns mit Mühe und Not,das Beiboot27,16 Beiboot: Kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. einzuholen27,16 einholen: Normalerweise wurde das Beiboot damals im Schlepptau mitgeführt..17Die Seeleute zogen es an Bord.Anschließend spannten sie Taue um den Rumpf,um das Schiff zu sichern.Und weil sie fürchteten,in die Große Syrte27,17 Große Syrte: Einbuchtung der nordafrikanischen Mittelmeerküste vor der Gegend um Zyrene, die wegen ihrer Untiefen gefürchtet war. zu geraten,brachten sie den Treibanker27,17 Treibanker: Ein an einem Seil befestigter größerer Gegenstand, z. B. ein Sack, der das Abdriften oder die Vorwärtsbewegung eines Schiffes verhindern soll. aus.So ließen sie das Schiff treiben.

18Der Sturm setzte uns hart zu.Deshalb warfen die Seeleute am folgenden Tagdie Ladung über Bord.19Und am dritten Tagbeförderten sie eigenhändigdie Schiffsausrüstung ins Meer.20Tagelang zeigten sich weder Sonne noch Sterne.Der Sturm tobte unvermindert weiter.Am Ende verloren wir jede Hoffnung auf Rettung.

Die Schiffsreise nach Rom: Paulus ermutigt die Besatzung

21Niemand war mehr in der Lage,etwas zu essen.Schließlich trat Paulus27,21 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. in ihre Mitteund sagte:»Ihr hättet besser auf mich gehört, Männer,und wärt nicht von Kreta27,21 Kreta: Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. losgefahren.Dann wären uns solche Gefahrenund alle Verluste erspart geblieben.22Doch jetzt rate ich euch:Lasst den Mut nicht sinken!Keiner von euch wird umkommen,nur das Schiff geht verloren.23Denn heute Nacht stand plötzlichein Engel27,23 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. vor mir –ein Engel27,23 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. des Gottes,dem ich gehöreund dem ich diene.24Er sagte:›Hab keine Angst, Paulus27,24 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.!Du musst noch vor den Kaiser27,24 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. treten.Sieh doch!Deinetwegen schenkt Gott auch all denen das Leben,die mit dir auf dem Schiff sind.‹25Fasst also Mut, Männer!Ich vertraue Gott,dass alles genau so kommen wird,wie er es mir gesagt hat.26Wir müssen allerdings an einer Insel stranden.«

Die Schiffsreise nach Rom: Schiffbruch vor Malta

27Wir trieben nun schon die vierzehnte Nachtauf dem Adriatischen Meer27,27 Adriatisches Meer: Zur Zeit des Neuen Testaments der Teil des Mittelmeeres zwischen Italien, Griechenland und Nordafrika. umher.Gegen Mitternacht vermuteten die SeeleuteLand in der Nähe.28Sie warfen das Lot27,28 Lot, Senkblei: Bleigewicht an einem langen Faden zur Bestimmung der Wassertiefe. ausund maßen eine Tiefe von 20 Faden27,28 20 Faden: Maß für die Wassertiefe. Ein Faden entspricht etwa 1,85 Meter. Bei 20 Faden sind das also ca. 37 Meter Wassertiefe..Kurz darauf warfen sie erneut das Lot27,28 Lot, Senkblei: Bleigewicht an einem langen Faden zur Bestimmung der Wassertiefe. ausund maßen 15 Faden27,28 15 Faden: Maß für die Wassertiefe. Ein Faden entspricht etwa 1,85 Meter. Bei 15 Faden sind das also ca. 28 Meter Wassertiefe..29Sie fürchteten,wir könnten auf ein Riff auflaufen.Deshalb warfen sie vom Heck vier Anker27,29 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. ausund wünschten sehnlichst den Tag herbei.30Die Seeleute versuchten sogar,vom Schiff zu fliehen.Unter dem Vorwand,auch vom Bug aus Anker27,30 Anker: Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. werfen zu wollen,ließen sie das Beiboot27,30 Beiboot: Kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. zu Wasser.31Doch Paulus27,31 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. warnte den Hauptmann27,31 Hauptmann: Lateinisch: »Centurio«. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. und die Soldaten:»Wenn die Seeleute nicht an Bord bleiben,habt ihr keine Aussicht auf Rettung!«32Da kappten die Soldaten die Taueund ließen das Beiboot27,32 Beiboot: Kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen. davontreiben.

33Bis in die Morgendämmerung hineinredete Paulus27,33 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. allen zu,etwas zu essen.Er sagte:»Ihr harrt nun schon vierzehn Tage aus.Die ganze Zeit überhabt ihr keine richtige Mahlzeit zu euch genommen.34Deshalb bitte ich euch:Esst etwas.Das habt ihr nötig,wenn ihr gerettet werden wollt.Keinem von euch wird auch nur ein Haar gekrümmt.«35Nachdem er das gesagt hatte,nahm er Brot27,35 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel und sprach vor aller Augen das Dankgebet27,35 Dankgebet: In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott. .Dann brach27,35 Brotbrechen: Frühchristliche Bezeichnung für die Feier des Abendmahls. er das Brot27,35 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel in Stückeund fing an zu essen.36Da fassten alle wieder Mutund aßen ebenfalls.37Wir waren insgesamt 276 Leuteauf dem Schiff.38Alle aßen sich satt.Dann machten sie das Schiff noch einmal leichter,indem sie die Getreidevorräte