BasisBibel (BB)
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Nachträge zur Regierung Davids

2. Samuel 21,1–24,25

Das Ende der Familie Sauls und weitere Berichte

2. Samuel 21,1-22

Die Gibeoniter rächen sich an der Familie Sauls

211Während der Regierungszeit Davids21,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.kam es zu einer Hungersnot.Die herrschte drei Jahre hintereinander.Da ging David ins Heiligtum,um vor das Angesicht des Herrn21,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zu treten.Der Herr sagte:»Auf Saul21,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. und seiner Familie liegt eine Blutschuld21,1 Blutschuld: Schuld am gewaltsamen Tod eines Menschen, die dem Täter anhaftet.,weil er die Gibeoniter getötet hat.«2Da ließ der König die Bewohner von Gibeon21,2 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem. rufen,um mit ihnen die Sache zu besprechen. –Zu den Gibeonitern ist noch zu sagen,dass sie keine Israeliten waren.Sie gehörten zu den Amoritern21,2 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm.,von denen ein Rest im Land geblieben war.Die Israeliten hatten ihnen Schutz zugesichert21,2 zugesichert: Josua 9,15 erzählt von einem Friedensvertrag, den Josua mit den Bewohnern von Gibeon geschlossen hat..Doch Saul hatte versucht, sie zu vernichten.In seinem Einsatz für die Israeliten und Judäerwar er damit zu weit gegangen.

3David fragte also die Gibeoniter:»Was soll ich für euch tun?Wie kann ich das Unrecht wiedergutmachen,damit ihr dem Eigentum21,3 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. des Herrn Segen bringt?«4Die Gibeoniter antworteten ihm:»Es geht uns nicht um Silber oder Gold,das wir von Saul und seiner Familie bekommen könnten.Es steht uns auch nicht zu,irgendeinen Menschen in Israel zu töten.«David fragte weiter: »Was denn sonst?Sagt, was ich für euch tun soll!«5Da sagten sie zum König:»Die Verantwortung liegt bei dem Mann,der uns fertigmachen, der uns vernichten wollte.Wir sollten keinen Platz mehr zum Leben habenim ganzen Gebiet von Israel.6Darum soll man uns sieben von seinen Söhnen geben!Wir wollen sie vor dem Herrn hinrichten,bei uns in Gibeon21,6 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem. auf dem Berg des Herrn21,6 Berg des Herrn: So der wahrscheinliche Text nach der griechischen Überlieferung. In Gibeon gab es einen Hügel, auf dem Opfer vor dem Herrn dargebracht wurden; vgl. 1. Könige 3,4.Der König sagte: »Ich gebe sie heraus.«7Doch Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans und Enkel Sauls,verschonte der König.Denn er hatte beim Herrn mit einem Schwur21,7 mit einem Schwur: 1. Samuel 20,14-17 erzählt vom Freundschaftsbund zwischen Jonatan und David. Deshalb schont David die Nachkommen von Jonatan. bekräftigt,dass die Freundschaft zwischen ihnen bestehen bleibt:zwischen David und Jonatan, dem Sohn Sauls.8Stattdessen nahm der König die beiden Söhne,die Rizpa, Ajas Tochter, dem Saul geboren hatte.Sie hießen Armoni und Mefi-Boschet21,8 Mefi-Boschet: Trotz Namensgleichheit mit dem in Vers 7 erwähnten Nachkommen handelt es sich um einen anderen Sohn Sauls..Dazu nahm er die fünf Söhne,die Michal21,8 Michal: Gemeint ist Merab, die ältere Schwester der Michal, die mit Adriel verheiratet war; vgl. 1. Samuel 18,17-19., Sauls Tochter, dem Adriel geboren hatte.Der war der Sohn des Barsillai und stammte aus Mehola.9Diese Söhne übergab er nun den Gibeonitern.Die richteten sie hin auf dem Berg vor dem Herrn.So starben alle sieben auf einmal.Sie wurden in den ersten Tagen der Erntezeit getötet,nämlich zu Beginn der Gerstenernte21,9 Beginn der Gerstenernte: Anfang April. Weizen wurde erst später geerntet. So konnte David hoffen, dass durch Beseitigung der Blutschuld die Hungersnot enden würde..

Rizpa schützt die Leichen der Hingerichteten

10Rizpa nahm ein Tuch aus Sackleinen21,10 Tuch aus Sackleinen: Grobes Gewebe, das zumeist aus Ziegenhaaren hergestellt wird und in der Regel schwarz ist. Aus diesem Stoff werden auch Trauerkleider genäht..Das spannte sie als Zeltdach für sich über den Felsen.Sie blieb dort bei den Leichenvom Beginn der Ernte bis zum ersten Regen im Herbst.Sie ließ es nicht zu,dass sich die Vögel bei Tag auf ihnen niederließen.Und in der Nacht verscheuchte sie die wilden Tiere.11Man berichtete David21,11 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. davon, was Rizpa getan hatte,die Tochter des Aja und Nebenfrau21,11 Nebenfrau: Ehefrau, die weniger Rechte als die Hauptfrau besitzt, aber höhergestellt ist als eine Sklavin. Sauls.12Da ging David zu den Herren der Stadt Jabesch-Gileadund holte von dort die Gebeine der Toten:von Saul21,12 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. und von dessen Sohn Jonatan.Diese hatten ja damals21,12 damals: 1. Samuel 31,8-13 erzählt von der Bestattung Sauls und seiner Söhne. die Leichnamevom Marktplatz in Bet-Schean21,12 Bet-Schean: Bedeutende Stadt südwestlich des See Gennesaret, in einem fruchtbaren Tal gelegen. Dort kreuzten sich zwei Handelsstraßen. heimlich weggeholt.Dort hatten die Philister sie an dem Tag21,12 an dem Tag: Was damals geschah, wird in 1. Samuel 31,8-13 erzählt. aufgehängt,als sie Saul auf dem Gebirge Gilboa erschlagen hatten.13David also brachte von dort die Gebeine von Saulund von dessen Sohn Jonatan.Dann sammelte man die Gebeine ein,die von den sieben Hingerichteten übrig geblieben waren.14Man begrub sie zusammen mit den Gebeinenvon Saul und von dessen Sohn Jonatan –und zwar in Zela, im Gebiet des Stammes Benjamin21,14 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.,im Grab von Kisch, dem Vater Sauls.Alles wurde so ausgeführt,wie es der König befohlen hatte.Danach ließ sich Gott gnädig stimmen,und die Hungersnot im Land hörte auf.

Begebenheiten aus den Philisterkriegen

15Außerdem geschah noch Folgendes,als die Philister21,15 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. gegen Israel Krieg führten:Damals zog David21,15 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. mit seinen Leuten hinabund kämpfte gegen die Philister.David war sehr erschöpft.16Da war ein Mann in Gob namens Jischbi,der zu den Nachkommen der Riesen21,16 Riesen: Die hier als Nachkommen des Rafa genannten Riesen gehörten zu den Bewohnern des Landes, bevor es von Israel in Besitz genommen wurde. Sie waren für ihre außergewöhnliche Körpergröße berühmt. gehörte.Der hatte eine Lanze mit einer bronzenen Spitze,die über drei Kilogramm21,16 über drei Kilogramm: Wörtlich »300 Schekel«. Ein Schekel ist eine Gewichtseinheit von etwa 12 g. wog.Auch steckte ein neues Schwert in seinem Gürtel.Er behauptete, dass er David töten werde.17Doch Abischai, der Sohn der Zeruja,kam David zu Hilfe und schlug den Philister tot.Daraufhin wurde David von seinen Leuten beschworen:»Du darfst nicht mehr mit uns in den Krieg ziehen,damit nicht die Leuchte Israels21,17 Leuchte: Bild für den Fortbestand des Königtums. Von der Sorge um das Leben Davids erzählt auch 2. Samuel 18,3. verlöscht!«

18Danach geschah noch Folgendes,als es in Gob mit den Philistern21,18 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. zum Kampf kam:Damals erschlug Sibbechai aus Huscha den Sippai,der zu den Nachkommen der Riesen gehörte.

19Und es geschah noch Folgendes,als es in Gob mit den Philistern21,19 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. zum Kampf kam:Elhanan, der Sohn des Jair aus Betlehem,erschlug den Goliat21,19 Goliat: Einzelkämpfer im Heer der Philister, der wegen seiner überdurchschnittlichen Körpergröße gefürchtet war. 1. Samuel 17 erzählt von Davids Sieg über Goliat. aus Gat.Das Holz seiner Lanze war so dickwie der Balken an einem Webstuhl21,19 Balken an einem Webstuhl: Die Querbalken an den beiden Enden des Webstuhls besaßen eine beträchtliche Dicke. Denn sie mussten die Spannung der zwischen ihnen befestigten Kettfäden aushalten..

20Und es geschah noch Folgendes,als es in Gat21,20 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen. zu einem Kampf kam:Da war ein riesengroßer Mann.Der hatte Hände mit sechs Fingernund Füße mit sechs Zehen.Zusammengezählt sind es also 24.Auch er gehörte zu den Nachkommen der Riesen21,20 Riesen: Die sonst Rafaiter genannten Riesen gehörten zu den Bewohnern des Landes, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Sie waren für ihre außergewöhnliche Körpergröße berühmt..21Als er die Israeliten verspottete,tötete ihn Jonatan, der Sohn des Schima,der ein Bruder Davids war.

22Diese vier Riesen waren Nachkommen des Rafa aus Gat21,22 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen..Sie fielen durch die Hand Davids und seiner Leute.
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Poetische Stücke

2. Samuel 22,1–23,7

Das Danklied Davids

221David22,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. sang für den Herrn22,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. das folgende Lied.Damals, als der Herr ihn befreit hataus der Gewalt all seiner Feinde –und aus der Gewalt Sauls22,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr..2Es lautet:

Der Herr ist mein Fels22,2 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., meine Burg, mein Retter.

3Mein Gott ist die Festung, auf die ich vertraue,

mein Schild, meine Schutzmacht und meine Zuflucht.

Du bist mein Zufluchtsort22,3 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. und mein Retter,

du schützt mich vor Gewalt.

4»Gelobt sei der Herr!«, rufe ich aus.

Ich bin in Sicherheit vor meinen Feinden.

5Wellen, die den Tod bringen, brachen über mich herein.

Fluten, die Verderben bringen, erschreckten mich.

6Mit Stricken der Unterwelt22,6 Stricke der Unterwelt: Bild für die Nähe des Todes. Man stellte sich vor, dass die Menschen im Totenreich wie Gefangene gefesselt in einem Kerker sitzen. war ich gefesselt.

In Fangnetze22,6 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. des Todes war ich geraten.

7In meiner höchsten Not rief ich den Herrn.

Ja, ich schrie zu meinem Gott.

Er hörte mein Rufen in seinem Palast22,7 Palast: Meint den himmlischen Wohnsitz Gottes, der über den Wolken thront..

Mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.

8Da schwankte und wankte die Erde.

Es bebten die Fundamente22,8 Fundamente: Im Alten Orient gab es die Vorstellung, dass die Erde auf Pfeilern ruht, die im unterirdischen Meer verankert sind. des Himmels.

Sie schwankten, weil er so zornig war.

9Rauch drang aus seiner Nase hervor,

verzehrendes Feuer aus seinem Mund.

Hitze von glühenden Kohlen ging von ihm aus.

10Er bog den Himmel nieder und stieg herab,

dunkle Wolken waren unter seinen Füßen.

11Er ritt auf einem Kerub22,11 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes. und flog daher.

Er jagte auf Schwingen des Sturms dahin.

12Finsternis umgab ihn wie eine Hütte von dichtem Laub,

hinter Nebel und dunklen Wolken verbarg er sich.

13Im Gewitterleuchten zogen seine Wolken vorüber,

es fielen Feuerblitze.

14Donner ließ der Herr vom Himmel dröhnen,

der Höchste22,14 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. ließ seine Stimme ertönen.

15Er schoss Pfeile – so zerstreute er die Feinde.

Er schleuderte Blitze – so jagte er sie davon.

16Der Meeresgrund wurde sichtbar,

die Fundamente der Erde lagen frei.

Das Donnerwetter22,16 Donnerwetter: Gott erscheint im Gewittersturm, um seine Herrschaft in der Welt anzutreten. des Herrn hat es bewirkt.

So heftig tobte der Sturm seiner Entrüstung.

17Aus der Höhe streckte er mir die Hand entgegen.

Er packte mich und zog mich aus dem Wasser.

18Er rettete mich vor dem übermächtigen Feind,

vor denen, die mich mit Hass verfolgten.

Denn sie waren zu stark für mich!

19Sie überfielen mich an meinem Unglückstag.

Doch der Herr stand fest an meiner Seite.

20Er führte mich hinaus in die Weite,

befreite mich aus ihrer Umklammerung.

Denn er hatte mich lieb!

21Der Herr hat mir Gutes getan,

wie es meinem gerechten Handeln entspricht.

Meine Hände waren frei von Schuld22,21 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.,

das hat er zu meinen Gunsten angerechnet.

22Ja, ich bin den Wegen des Herrn gefolgt

und nicht im Bösen von meinem Gott gewichen.

23Ja, ich hatte alle seine Gebote22,23 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. vor Augen

und ließ keines seiner Gesetze beiseite.

24Ich richtete mich ganz nach seinem Willen

und habe keine Schuld auf mich geladen.

25Der Herr hat mich belohnt,

wie es meinem gerechten Handeln entspricht.

Ich war frei von Schuld,

das hat er sich vor Augen gehalten.

26Dem Treuen zeigst du dich treu.

Dem Aufrichtigen begegnest du aufrichtig.

27Dem Makellosen zeigst du dich makellos.

Wer aber krumme Wege geht,

den lässt du verkehrt gehen.

28Ja, du selbst hilfst dem bedrückten Volk.

Aber die Augen, die sich stolz erheben,

lässt du in den Staub blicken.

29Ja, du selbst, Herr, bringst Licht in mein Leben.

Der Herr macht alles Dunkle um mich hell.

30Ja, mit dir kann ich Festungen erstürmen.

Mit meinem Gott springe ich über Mauern.

31So ist Gott: Sein Weg ist vollkommen!

Das Wort des Herrn ist klar und rein22,31 klar und rein: Wie Metall, das durch Schmelzen von seinen unreinen Bestandteilen gereinigt worden ist. Ein ähnliches Bild findet sich in Psalm 12,7..

Er ist ein Schild22,31 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., der alle schützt,

die bei ihm Zuflucht22,31 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. suchen.

32Ja, wer ist Gott, wenn nicht der Herr?

Und wer ist ein Fels22,32 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., wenn nicht unser Gott?

33So ist Gott: Er schenkt mir Kraft

und lässt meinen Weg vollkommen sein.

34Meine Füße macht er flink wie Hirsche

und meine Tritte sicher auf Bergeshöhen.

35Meine Hände lehrt er, wie man kämpft,

und meine Arme, wie man den Bogen spannt.

36Du gibst mir den Schild22,36 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz. zum Zeichen deiner Hilfe.

Dein Zuspruch wird mich stärken.

37Weiten Raum verschaffst du meinen Schritten,

sodass ich mir die Knöchel nicht verstauche.

38Meinen Feinden jage ich nach und lösche sie aus.

Ich kehre nicht um, bis sie vernichtet sind.

39Ich schlage sie nieder, sie stehen nicht mehr auf.

Schon stürzen sie zu Boden vor meine Füße.

40So gabst du mir Kraft, den Kampf zu bestehen.

Meine Gegner hast du in die Knie gezwungen.

41Mit dem Rücken zu mir liefen meine Feinde davon.

Und alle, die mich hassen, konnte ich vernichten.

42Sie schrien, doch es kam ihnen keiner zu Hilfe.

Sie schrien zum Herrn, er antwortete nicht.

43Ich zerrieb sie zu Staub auf der Erde.

Wie Dreck zertrat ich sie auf der Straße.

44Vor Streitigkeiten meines Volkes bewahrst du mich.

Du behandelst mich als Herrscher über Völker.

Völker, die ich nicht kenne, dienen mir.

45Wildfremde Leute heucheln vor mir Ergebenheit.

Wenn sie mich hören, gehorchen sie.

46Fremde, von drückender Not getrieben,

kommen aus ihren Schlupfwinkeln hervor.

47Der Herr lebt! Mein Fels22,47 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., ihn will ich preisen!

Meinen Gott, der mir hilft, will ich hoch loben!

48So ist Gott: Er lässt mich Vergeltung üben.

Völker hat er unter meine Herrschaft gezwungen.

49Von meinen Feinden hat er mich befreit.

Du lässt mich über meine Widersacher triumphieren,

rettest mich vor der Gewalt grausamer Menschen.

50Darum will ich dir danken, Herr, unter den Völkern.

Deinen Namen22,50 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. will ich preisen mit einem Lied.

51Seinem König22,51 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. verschafft er Sieg um Sieg

und seinem Gesalbten22,51 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. hält er die Treue:

David22,51 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. und seinen Nachkommen für alle Zeit.

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Die letzten Worte Davids

231Dies sind die letzten Worte Davids23,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.:

Ausspruch Davids23,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., des Sohnes von Isai23,1 Isai: Vater von König David..

Ausspruch des Mannes, den Gott erhoben hat.

Gesalbt durch den Gott Jakobs23,1 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie steht für das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes.,

besungen in den Liedern Israels.

2Der Geist des Herrn23,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. hat durch mich geredet,

sein Wort hat er mir auf die Zunge gelegt.

3Der Gott Jakobs hat gesprochen,

der Fels23,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt. Israels hat zu mir gesagt:

Wer gerecht über Menschen herrscht,

der herrscht in Ehrfurcht vor Gott.

4Er ist wie die helle Morgensonne

an einem klaren Morgen ohne Wolken.

Sie sendet ihre Strahlen auf die Erde.

Da sprießt grünes Gras nach dem Regen.

5Ja, mein Königshaus hält es mit Gott!

Denn für immer schloss er einen Bund mit mir23,5 Bund mit mir: Gott hat David versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16..

Der gilt und wird in allem eingehalten.

Denn alles, was ich brauche und was ich wünsche,

lässt er sprießen wie grünes Gras.

6Die Gegner des Königs aber sind wie Dornbüsche,

die alle entwurzelt durch die Gegend wehen.

Mit der Hand fasst man sie nicht an.

7Wer mit ihnen zu tun hat,

nimmt dazu ein Eisen oder das Holz eines Speers.

Man wirft sie ins Feuer23,7 ins Feuer: Die damit angedeutete Vernichtung der Feinde ist im Alten Orient die rechtmäßige Aufgabe des Königs., verbrennt sie ganz und gar.

Die Kriegshelden Davids

2. Samuel 23,8-39

Die drei großen Kriegshelden

8Das sind die Namen der Kriegshelden Davids23,8 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.:Jisch-Boschet aus Hachmon,er war der Anführer der Drei23,8 die Drei: Gruppe von Elitesoldaten Davids, die in höchstem Rang und Ansehen stehen..Er schwang seine Streitaxt über 800 Feinde,die er in einer einzigen Schlacht erschlagen hatte.9An zweiter Stelle kam Eleasar,der Sohn des Dodo, aus Ahoach.Er war einer der drei Kriegshelden Davids.Damals hatte man die Philister23,9 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. verspottet.Als diese daraufhin zum Kampf antraten,zogen sich die Israeliten zurück.10Er aber hielt allein die Stellungund schlug so lange auf die Philister ein,bis seine Hand ganz lahm wurde.Trotzdem ließ seine Hand das Schwert nicht los.So schenkte der Herr23,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. einen großen Siegan diesem Tag.Dann kehrte das Kriegsvolk zu Eleasar zurück,aber nur noch, um zu plündern.11An dritter Stelle kam Schamma,der Sohn des Age, aus Harar.Damals sammelten sich die Philister bei Lehi,wo es ein Feld mit Linsen gab.Als nun das Kriegsvolk vor den Philistern floh,12stellte er sich hin mitten in das Feld.Er verteidigte es und schlug die Philister.So schenkte der Herr einen großen Sieg.

13Drei von den 30 Kriegshelden zogen los.Es waren die Anführer.Zur Erntezeit kamen sie zu der Höhle von Adullam23,13 Höhle von Adullam: Höhle in der Nähe der Ortschaft Adullam, etwa 16 km nordwestlich von Hebron im Bergland gelegen.,wo sich David aufhielt23,13 wo sich David aufhielt: Vom Aufenthalt Davids in der Höhle von Adullam erzählt 1. Samuel 22,1-5..Das Heer der Philister aberhatte sein Lager in der Ebene Refaim23,13 Ebene Refaim: Talebene südwestlich von Jerusalem. Dort besiegte David die Philister, vgl. 2. Samuel 5,17-25. aufgeschlagen.14David war zu dieser Zeit in der Bergfestung,während ein Wachposten der Philister in Betlehem23,14 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. lag.15Einmal bekam David23,15 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. großen Durst und sagte:»Wer bringt mir Wasser zum Trinken aus dem Brunnen,der in Betlehem beim Stadttor ist?«16Da bahnten sich die drei Kriegshelden einen Wegdurch das Lager der Philister hindurch.Dann schöpften sie Wasser aus dem Brunnen,der in Betlehem beim Stadttor ist,und brachten es David.Doch der wollte es nicht trinken.Er goss es aus als Trankopfer23,16 Trankopfer: Ausgießen von Wein, Wasser oder Öl an einem Altar. für den Herrn.17Und dazu sagte er:»Nie und nimmer, das schwöre ich beim Herrn,werde ich von diesem Wasser trinken!Es ist doch gerade so wie das Blut der Männer,die loszogen und damit ihr Leben aufs Spiel setzten.«Darum wollte er das Wasser nicht trinken.Solche Taten vollbrachten die drei Kriegshelden.

Die Kriegshelden Abischai und Benaja

18Abischai, der Bruder Joabs23,18 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. und Sohn der Zeruja,war Anführer der 30 Kriegshelden.Er schwang seine Lanze über 300 erschlagene Feindeund war so berühmt wie einer der Drei23,18 die Drei: Gruppe von Elitesoldaten Davids, die in höchstem Rang und Ansehen stehen..19Und er war höher geachtet als die 30 Kriegshelden,sodass er ihr Truppenführer wurde.Aber an die Drei reichte er nicht heran.

20Benaja23,20 Benaja: Kommandant der Leibwache Davids., der Sohn des Jojada, aus Kabzeel,war ein kräftiger Mann und stammte aus reichem Haus.Er erschlug zwei Kriegshelden aus Moab.Auch stieg er einmal in eine Zisterne23,20 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. hinabund erschlug da unten einen Löwen.An diesem Tag war Schnee gefallen.21Auch erschlug er einmal einen Mann,einen Ägypter von beeindruckender Gestalt.Der hatte eine Lanze23,21 Lanze: Waffe eines Soldaten, die im Nahkampf eingesetzt wird. in der Hand.Er aber ging nur mit einem Stock auf ihn los.Er riss dem Ägypter die Lanze aus der Handund tötete ihn mit dessen eigener Waffe.22Solche Taten vollbrachte Benaja, der Sohn des Jojada.Er war so berühmt wie einer der Drei23,22 die Drei: Gruppe von Elitesoldaten Davids, die in höchstem Rang und Ansehen stehen..23Und er war höher geachtet als die 30 Kriegshelden,aber an die Drei reichte er nicht heran.David machte ihn zum Kommandanten seiner Leibwache.

Die Liste der Kriegshelden

24Zu den 30 Kriegshelden gehörten:Asael, der Bruder Joabs23,24 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids.;Elhanan, der Sohn des Dodo, aus Betlehem23,24 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem.;25Schamma aus Harod; Elika ebenfalls aus Harod;26Helez aus Pelet; Ira, der Sohn des Ikkesch, aus Tekoa23,26 Tekoa: Ortschaft etwa 20 km südlich von Jerusalem.;27Abieser aus Anatot; Sibbechai aus Huscha;28Zalmon aus Ahoach; Mahrai aus Netofa;29Heled, der Sohn des Baana, ebenfalls aus Netofa;Ittai, der Sohn des Ribai, aus Gibea in Benjamin;30Benaja aus Piraton; Hiddai aus Nahale-Gaasch;31Abialbon aus Araba; Asmawet aus Bahurim;32Eljachba aus Schaalbon, Jaschen aus Gun;33Jonatan, der Sohn des Schamma, aus Harar;Ahiam, der Sohn des Scharar, ebenfalls aus Harar;34Elifelet, der Sohn des Ahasbai, aus Maacha;Eliam, der Sohn des Ahitofel, aus Gilo;35Hezro aus Karmel; Paarai aus Arab;36Jigal, der Sohn des Natan, aus Zoba; Bani aus Gad;37Zelek, der Ammoniter23,37 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.; Nachrai aus Beerot,der Waffenträger23,37 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten. von Joab, dem Sohn der Zeruja;38Ira aus Jattir; Gareb ebenfalls aus Jattir;39Urija23,39 Urija: Ehemann der Batseba, der beim Angriff auf die Hauptstadt der Ammoniter starb; vgl. 2. Samuel 11,1-27., der Hetiter.Alle zusammengezählt sind es 37 Kriegshelden23,39 37 Kriegshelden: Die Liste umfasst 31 Namen. Mit den fünf Helden aus 2. Samuel 23,8-18 sind es 36. Vielleicht wurde Joab aus der Liste gestrichen..