BasisBibel (BB)
15

Der Aufstand des Abschalom

2. Samuel 15,1–20,26

Abschaloms Verschwörung und Davids Flucht

2. Samuel 15,1–16,14

Abschalom trifft Vorbereitungen

151Danach geschah Folgendes:Abschalom15,1 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. besorgte sich einen prunkvollen Wagen,dazu Pferde und 50 Mann als Leibwache.2Er stellte sich jeden Morgen an den Torweg15,2 Torweg: Die Straße, die zum Stadttor hinaufführt. Hier kamen alle vorbei, die auf dem Weg zum König waren..Wenn dann einer auf dem Weg zum König war,um einen Rechtsstreit entscheiden zu lassen,sprach Abschalom ihn an: »Aus welcher Stadt bist du?«Er antwortete:»Dein Knecht15,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. gehört zu dem und dem Stamm15,2 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … in Israel.«3Dann sagte Abschalom zu ihm:»Dein Fall ist klar, du bist im Recht!Aber beim König wird dich keiner anhören.«4Und Abschalom setzte hinzu:»Würde man mich doch zum Richter im Land machen!Zu mir könnte jeder mit seinem Rechtsstreit kommenoder mit einer Angelegenheit, die zu entscheiden ist.Ich würde ihm schon zum Recht verhelfen.«5Wenn dann einer an ihn herantrat,um sich vor ihm zu verneigen,reichte er ihm die Hand.Er hielt ihn fest und küsste ihn.6So machte es Abschalom mit allen Israeliten,die in einer Rechtsangelegenheit zum König kamen.Dadurch stahl Abschalom das Herz der Israeliten.

Abschalom lässt sich als König ausrufen

7Nach vier Jahren sagte Abschalom15,7 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. zum König:»Ich will nach Hebron15,7 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem. gehen und mein Gelübde15,7 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … erfüllen,das ich dort dem Herrn versprochen habe.8Denn dein Knecht hat dieses Gelübde abgelegt,als er sich in Geschur15,8 Geschur: 2. Samuel 13,37-39 erzählt, dass Abschalom vor seinem Vater David nach Geschur flieht, weil er seinen Halbbruder Amnon umgebracht hat. aufhielt:Wenn mich der Herr nach Jerusalem zurückkehren lässt,will ich einen Gottesdienst für den Herrn feiern.«9Der König erlaubte es ihm: »Geh in Frieden!«So machte er sich auf den Weg und ging nach Hebron.

10Abschalom15,10 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. aber schickte Boten umher.Die sollten die Stämme in ganz Israel aufstacheln:»Wenn ihr den Schall des Widderhorns15,10 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … hört,dann ruft: Abschalom ist König in Hebron geworden!«11Abschalom begleiteten dabei 200 Mann aus Jerusalem,die er zum Opferfest eingeladen hatte.Sie waren in guter Absicht mitgekommenund wussten nichts von der Verschwörung.12Abschalom ließ auch Ahitofel aus Gilo holen,der ein Berater Davids15,12 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … war.Er kam aus seiner Heimatstadt Gilo hinzu,als Abschalom die Schlachtopfer15,12 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darbrachte.So gewann die Verschwörung weiter an Stärke.Immer mehr Leute schlossen sich Abschalom an.

David verlässt Jerusalem

13Ein Bote kam zu David15,13 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und meldete ihm:»Das Herz der Israeliten gehört Abschalom15,13 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.14Da befahl David allen seinen Leuten,die bei ihm in Jerusalem15,14 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … waren:»Macht euch fertig! Wir müssen fliehen!Sonst gibt es für uns keine Rettung vor Abschalom.Beeilt euch, von hier wegzukommen,damit er nicht schneller ist und uns hier erreicht!Sonst bringt er Unheil über unsund tötet die Bewohner der Stadt mit dem Schwert.«15Da antworteten seine Anhänger dem König:»Ganz wie unser Herr und König es will!Hier sind deine Knechte!«16Der König verließ also die Stadt.Und sein ganzer Königshof folgte ihm auf dem Fuß.Nur zehn Nebenfrauen ließ der König zurück.Die sollten auf das Haus aufpassen.

17Als der König mit allen seinen Leuten abrückte,blieb man am letzten Haus stehen:18Dann marschierten alle seine Anhänger vorbei,dahinter seine ganze Leibwache, die Kreter und Pleter15,18 Kreter und Pleter: Eine Söldnertruppe von Nicht-Israeliten, die Davids Leibgarde bildete. Es handelt sich wahrscheinlich um Philister und Leute aus Kreta.,dahinter alle Männer aus der Stadt Gat15,18 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen.,600 Mann, die mit David aus Gat gekommen waren.Sie alle zogen am König vorbei.19Der König aber sagte zu Ittai aus Gat:»Warum willst auch du mit uns ziehen?Kehr um und bleib beim neuen König!Du bist ja Ausländer und aus deiner Heimat fortgezogen.20Gestern erst bist du hierhergekommen.Und heute soll ich dir schon wieder die Heimat nehmen,wenn du mit uns weiterziehst?Ich gehe, wohin ich gehe.Du aber kehr um und bring deine Landsleute zurück!Liebe und Treue werden mit dir sein!«21Doch Ittai antwortete dem König feierlich:»Beim Leben des Herrnund beim Leben meines Herrn und Königs!Wo du auch immer sein wirst, mein Herr und König,dort wird auch dein Knecht15,21 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. sein!Ganz gleich, ob ich sterben muss oder lebe.«22»Gut«, sagte David zu Ittai: »Dann zieh vorbei!«Da zog Ittai aus Gat mit allen seinen Leuten vorbei.Auch die Frauen und Kinder gingen mit.23Und das ganze Land weinte laut,als der König den Bach Kidron15,23 Bach Kidron: Kennzeichnet im Osten Jerusalems die Stadtgrenze. überschritt.So zog das ganze Volk hinausund weiter auf der Straße in die Wüste.

Die Priester kehren in die Stadt zurück

24Auch Zadok15,24 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. war da mit allen Leviten15,24 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr ….Die hatten die Bundeslade15,24 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes getragen.Jetzt stellten sie die Lade Gottes ab.Dann brachte Abjatar15,24 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden. Opfer dar,bis alle Leute aus der Stadt vorbeimarschiert waren.25Der König aber sagte zu Zadok:»Bring die Lade Gottes wieder in die Stadt zurück!Wenn ich Gnade gefunden habe vor den Augen des Herrn,lässt er mich eines Tages zurückkehren.Dann werde ich die Lade wiedersehen und den Platz,an dem sie steht.26Es könnte aber auch sein, dass er zu mir sagt:›Ich habe kein Gefallen mehr an dir!‹Dann soll er mit mir tun, was er für richtig hält.«

27Danach sagte der König zum Priester Zadok15,27 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem.:»Verstehst du, was ich sagen will?Kehre ruhig in die Stadt zurück,mit deinem Sohn Ahimaaz und mit Abjatars Sohn Jonatan.Eure beiden Söhne sollen mit euch zurückkehren.28Dann aber haltet die Augen offen!Ich warte an den Übergängen über den Jordan,wo es in die Wüste geht.Dorthin sollt ihr mir eine Nachricht schickenund mir berichten, was sich in der Stadt getan hat.«29Zadok und Abjatar15,29 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden. brachten also die Lade Gottesnach Jerusalem zurück und blieben dort.

Auf der Flucht: Beim Ölberg

30David15,30 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … stieg den Weg zum Ölberg15,30 Ölberg: Unmittelbar östlich von Jerusalem gelegen. Eine der Straßen von Jerusalem zum Jordan führte über den Ölberg. hinauf.Und während er hinaufstieg, weinte er.Er verhüllte sein Gesicht und ging barfuß.Auch alle Leute, die mit ihm zogen,verhüllten ihr Gesicht.So stiegen sie hinauf und weinten dabei.31Inzwischen erreichte David die Nachricht:»Ahitofel ist unter den Verschwörern bei Abschalom15,31 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.Da sprach David ein Stoßgebet:»Ach Herr, durchkreuze den Plan des Ahitofel!«32Und so geschah es,als David den Gipfel des Ölbergs erreichte.Genau an der Stelle,an der man sonst Gott anbetete,kam ihm der Arkiter Huschai entgegen.Er hatte sein Gewand zerrissen und Erde auf dem Kopf15,32 Erde auf dem Kopf: Das Bedecken von Kopf und Körper mit Erde gehört zu den Trauerbräuchen..33David sprach ihn an:»Wenn du mit mir kommst, fällst du mir nur zur Last.34Wenn du aber in die Stadt zurückkehrst,kannst du für mich den Plan Ahitofels durchkreuzen.Sag einfach zu Abschalom:›Hier ist dein Knecht, o König!Früher stand ich im Dienst deines Vaters.Jetzt aber will ich dir als Ratgeber dienen.‹So kannst du den Plan des Ahitofel hintertreiben.35Übrigens sind die Priester Zadok15,35 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. und Abjatar15,35 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden.mit dir in der Stadt.Jedes Wort, das du im Haus des neuen Königs hörst,sollst du den Priestern Zadok und Abjatar berichten.36Denn sie haben dort ihre beiden Söhne bei sich,Zadok den Ahimaaz und Abjatar den Jonatan.Durch sie könnt ihr mir eine Nachricht schickenund alles berichten, was ihr hört.«37So kam Huschai, der Freund Davids, in die Stadt.Und zur gleichen Zeit traf Abschalom in Jerusalem ein.
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Auf der Flucht: Ein weiteres Wegstück

161Als David16,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … die Bergkuppe überschritten hatte,kam ihm Ziba, der Diener des Mefi-Boschet16,1 Mefi-Boschet: Enkel von König Saul, dem ersten König Israels. Saul wurde von Gott verworfen., entgegen.Er hatte ein Paar Esel mit Satteltaschen bei sich,beladen mit 200 Laib Brot, 100 Rosinenkuchen,100 Sommerfrüchten und einem Krug Wein.2Der König fragte Ziba: »Was willst du damit?«Ziba antwortete:»Die Esel sind zum Reiten für die Familie des Königs.Brot und Obst dienen der Verpflegung seiner Leute.Und von dem Wein soll jeder trinken,wenn er in der Wüste müde geworden ist.«3Der König fragte weiter:»Und wo ist der Sohn deines Herrn16,3 Sohn deines Herrn: David fragt nach Mefi-Boschet, dem Sohn von Jonatan und Enkel von Saul.Ziba antwortete dem König: »Ach der!Der ist in Jerusalem16,3 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … geblieben.Er meinte, dass ihm die Israeliten heutedas Königtum Sauls, seines Großvaters, zurückgeben.«4Da entschied der König zugunsten von Ziba:»Dir soll alles gehören, was Mefi-Boschet gehört hat.«Und Ziba sagte:»Ich verbeuge mich tief vor meinem Herrn und König,habe ich doch Gnade gefunden in deinen Augen.«

Auf der Flucht: Bei Bahurim

5Als König David16,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … bis Bahurim gekommen war,kam von dort ein Mann aus der Verwandtschaft Sauls.Er hieß Schimi und war der Sohn des Gera.Wie er so daherkam, fluchte er laut.6Ja, er warf sogar mit Steinen nach Davidund nach allen Leuten, die bei König David waren.Das ganze Volk aber und die besten Soldatenstanden David rechts und links zur Seite.7Und das waren die Flüche16,7 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …, die Schimi ausstieß:»Fort, fort mit dir, du Verbrecher, du übler Mörder!8Der Herr bringt alles Blut zu dir zurück,das du von der königlichen Familie Sauls vergossen hast.An seiner Stelle bist du König geworden.Doch der Herr hat dir das Königtum weggenommenund deinem Sohn Abschalom gegeben.Jetzt steckst du selber im Unglück.Ein verdammter Verbrecher bist du!«9Da sagte Abischai16,9 Abischai: Bruder von Joab und einer der Anführer im Heer Davids., der Sohn der Zeruja, zum König:»Wie kommt dieser tote Hund dazu,Flüche gegen meinen Herrn und König auszustoßen?Lass mich hinübergehenund ihm den Kopf abschlagen!«10Der König antwortete darauf:»Was habe ich mit euch zu tun, ihr Söhne der Zeruja16,10 Söhne der Zeruja: Joab und Abischai. Als Befehlshaber des Heeres hatten sie eine starke Machtstellung im Königreich Davids.?Wenn er flucht, dann tut er das,weil der Herr zu ihm gesagt hat:›Du sollst Flüche gegen David ausstoßen!‹Wer könnte ihm da vorwerfen, dass er das tut?«11Dann sagte er zu Abischai und allen seinen Leuten:»Wenn schon mein leiblicher Sohn mich umbringen will,um wie viel mehr dann dieser Benjaminiter!Lasst ihn, soll er doch fluchen!Denn der Herr hat es ihm gesagt.12Vielleicht sieht der Herr mein Unglückund lässt noch heute Gutes zu mir zurückkehren.Dann ist sein Fluchen umsonst.«13So zogen David und seine Männer ihres Wegs.Schimi aber ging an der Seite des Hügels entlang,immer auf gleicher Höhe mit ihm.Während er ging, fluchte er und warf mit Steinen,immer auf gleicher Höhe mit ihm.Er bewarf ihn auch mit Erdbrocken.14Endlich kam der König müde zum Jordan,zusammen mit dem ganzen Volk, das ihn begleitete.Dort konnte er durchatmen.

Abschalom und seine Ratgeber

2. Samuel 16,15–17,23

Ahitofel erteilt Abschalom einen Rat

15Inzwischen war Abschalom16,15 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. mit dem ganzen Volk,den Männern Israels, in Jerusalem eingetroffen.Ahitofel war mit ihm gekommen.16Zur gleichen Zeit kam der Arkiter Huschai,der Freund Davids, zu Abschalom.Huschai rief Abschalom zu:»Lang lebe der König, lang lebe der König!«17Abschalom erwiderte Huschai:»So viel ist also deine Treue wert,die deinem Freund David16,17 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … gilt!Besser, du wärst mit deinem Freund gegangen!«18»Nein!«, sagte Huschai zu Abschalom.»Meine Treue gilt dem, den der Herr erwählt hat,den das Volk, den alle Israeliten erwählt haben.Zu ihm gehöre ich und bei ihm bleibe ich!19Außerdem diene ich doch keinem anderenals seinem eigenen Sohn.So wie ich bei deinem Vater im Dienst stand,will ich auch bei dir Ratgeber sein.«

20Danach sagte Abschalom16,20 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. zu Ahitofel:»Gebt einen Rat!Was sollen wir eurer Meinung nach tun?«21Ahitofel antwortete Abschalom:»Geh und schlaf mit den Nebenfrauen deines Vaters16,21 Nebenfrauen deines Vaters: David hatte sie in Jerusalem zurückgelassen, vgl. 2. Samuel 15,16.!Er hat sie hiergelassen, damit sie auf das Haus aufpassen.Sobald ganz Israel davon hört, wird es begreifen:Du hast dir deinen Vater zum Feind gemacht.Das wird allen deinen Anhängern Mut machen.«22Man errichtete also für Abschalom ein Hochzeitszeltauf dem Dach des Palastes.Dann ging Abschalom vor den Augen ganz Israels hineinund schlief mit den Nebenfrauen seines Vaters.23Wenn Ahitofel einen Rat erteilte,dann bedeutete das in dieser Zeit so viel,als hätte man Gott selbst befragt.So viel also galt jeder Rat des Ahitofelbei David16,23 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und bei Abschalom.
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Huschai durchkreuzt den Plan des Ahitofel

171Ahitofel machte Abschalom den Vorschlag:»Lass mich eine Truppe von 12.000 Mann zusammenstellen.Dann will ich mich auf den Weg machenund noch heute Nacht hinter David herjagen.2Er wird müde sein und völlig erschöpft.Ich überfalle ihn und verbreite Angst und Schrecken.Das ganze Volk, das bei ihm ist, wird davonlaufen.Dann werde ich den König allein erledigen.3So bringe ich das ganze Volk zu dir zurück.Alle werden zurückkehren,wenn der Mann tot ist, den du suchst.Und Friede wird wieder einkehren im ganzen Volk.«

4Abschalom und alle Ältesten17,4 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. Israels fanden,dass der Vorschlag gut war.5Trotzdem sagte Abschalom:»Ruft jetzt noch den Arkiter Huschai herbei!Wir wollen hören, was er dazu sagt!«6Als Huschai zu Abschalom kam,sagte Abschalom zu ihm:»Das und das hat Ahitofel gesagt.Sollen wir seinem Vorschlag folgen?Wenn nicht, dann gib du uns einen Rat!«7Huschai17,7 Huschai: Freund Davids. Als Berater beeinflusst er die Entscheidungen Abschaloms zugunsten Davids, vgl. 2. Samuel 15,30-37. antwortete Abschalom:»Diesmal17,7 diesmal: Taktisch klug weist Huschai nur diesen Ratschlag des Ahitofel zurück, stellt aber sein Ansehen nicht grundsätzlich infrage; vgl. oben 2. Samuel 16,23. ist der Rat nicht gut,den Ahitofel gegeben hat.«8Und weiter sagte Huschai:»Du kennst doch deinen Vater und seine Leute:Kriegshelden sind sie!Erbitterte Draufgänger sind sie!Sie kämpfen wie eine Bärin auf dem Feld,der man ihre Jungen geraubt hat.Dein Vater ist sehr erfahren im Krieg.Der gönnt seinen Leuten keine Pause über Nacht.9Gewiss hat er sich schon in einer der Höhlen verstecktoder sonst in einem Hinterhalt.Wenn deine Leute dann angreifen,werden schon zu Anfang einige von ihnen fallen.Dann wird sich die Nachricht schnell verbreiten:›Das Volk, das hinter Abschalom steht,hat eine schwere Niederlage erlitten!‹10Dann wird auch der Tapferste,der den Mut eines Löwen besitzt,vor Angst vergehen.Denn jedermann in Israel weiß:Dein Vater ist ein Kriegsheldund hat starke Männer bei sich.11Deshalb rate ich dir:Zieh alle Truppen aus Israel zusammen,von Dan bis Beerscheba17,11 von Dan bis Beerscheba: Die beiden Orte kennzeichnen die Nord- und Südgrenze von Davids Königreich.so zahlreich wie der Sand am Meer!Du selbst sollst in ihrer Mitte in den Krieg ziehen.12Treffen wir David dann an einem der Orte,wo er sich aufhält, fallen wir über ihn her –so wie der Tau auf den Erdboden fällt.Dann wird von ihm und allen seinen Männernkeiner übrig bleiben, kein einziger!13Wenn er sich aber in eine Stadt zurückzieht,soll ganz Israel Seile an die Stadtmauern legen.Dann schleifen wir diese Stadt hinab ins Tal,sodass kein Stein mehr auf dem andern bleibt.«14Da sagten Abschalom und alle Männer Israels:»Der Rat, den uns der Arkiter Huschai erteilt hat,ist besser als der Rat des Ahitofel.«Der Herr aber hatte es so bestimmt:Der Plan des Ahitofel, der in Wirklichkeit besser war,sollte durchkreuzt werden.Denn der Herr wollte Unheil über Abschalom bringen.

David erhält eine Geheimbotschaft

15Huschai sagte zu den Priestern Zadok17,15 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. und Abjatar17,15 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden.:»Das und das hat Ahitofel dem Abschalom17,15 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.und den Ältesten17,15 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. Israels geraten.Ich selbst habe das und das vorgeschlagen.16Schnell, schickt jetzt David17,16 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … die folgende Botschaft:Bleib auf keinen Fall über Nacht an den Übergängen,wo es in die Wüste geht!Geh sofort auf die andere Seite!Sonst ist der König verloren und das ganze Volk,das bei ihm ist.«

17Jonatan und Ahimaaz warteten bei der Rogelquelle.Sie selbst konnten ja nicht in die Stadt hineingehen,sonst hätte man sie erkannt.Von Zeit zu Zeit aber kam eine Magdund versorgte sie mit Nachrichten.Dann gingen sie losund überbrachten die Botschaft dem König David17,17 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….18Ein junger Mann aber beobachtete sieund meldete es Abschalom17,18 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9..Da mussten sich die beiden beeilenund kamen zum Haus eines Mannes in Bahurim.Der hatte in seinem Hof einen Brunnen,dort stiegen sie hinunter.19Die Frau des Hauses nahm eine Decke,legte sie über der Brunnenöffnungund streute Gerstenkörner darauf.So merkte man nichts.20Als Abschaloms Männer zu dem Haus kamen,fragten sie die Frau:»Wo sind Jonatan und Ahimaaz?«Da antwortete ihnen die Frau:»Sie sind schon weitergegangen zum Wasserbecken.«Dort suchten sie nach ihnen,fanden sie aber nicht.Und so kehrten sie nach Jerusalem zurück.

21Gleich nachdem sie weggegangen waren,stiegen die beiden aus dem Brunnen heraus.Sie machten sich auf den Wegund überbrachten König David17,21 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … ihre Botschaft.Sie sagten zu David:»Auf, geht so rasch wie möglich über den Fluss!Denn so und so lautet der Rat des Ahitofel,der euch gefährlich werden könnte.«22Da ging David los mit dem ganzen Volk,das er bei sich hatte, und überquerte den Jordan.Als schließlich der Tag anbrach,hatte auch der Letzte den Jordan überquert.

Ahitofel nimmt sich das Leben

23Als Ahitofel merkte,dass sein Plan nicht ausgeführt wurde,sattelte er seinen Esel.Er machte sich auf den Wegund ging nach Hause in seine Stadt.Dort regelte er sein Erbe und erhängte sich.So starb erund wurde im Grab seiner Väter bestattet.

Abschaloms Tod und Davids Trauer

2. Samuel 17,24–19,9

David zieht sich nach Mahanajim zurück

24David17,24 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … hatte die Stadt Mahanajim17,24 Mahanajim: Stadt im heutigen Jordanien, am Fluss Jabbok gelegen. erreicht,als Abschalom17,24 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. zusammen mit allen Männern Israelsden Jordan17,24 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … überquerte.25Abschalom aber hatte Amasa zum Heerführer gemachtund damit Joab17,25 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. ersetzt.Amasa17,25 Amasa: Neffe von König David und damit ein Cousin von Abschalom. war der Sohn eines Mannes,der Jeter hieß und ein Ismaeliter war.Dieser war eine Verbindung mit Abigal eingegangen.Abigal war die Tochter des Isai17,25 Isai: Im hebräischen Text steht Nahasch. Wahrscheinlich muss es wie in 1. Chronik 2,13-16 Isai heißen. und Schwester der Zeruja,die Joabs Mutter war.

26Die Israeliten errichteten mit Abschalom17,26 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.ihr Heerlager im Land Gilead17,26 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer..27David17,27 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … aber war in Mahanajim eingetroffen.Dort erwarteten ihn Schobi, der Sohn des Nahasch,aus Rabba, der Hauptstadt der Ammoniter17,27 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.,und Machir, der Sohn des Ammiel, aus Lo-Dabarund Barsillai aus Roglim in Gilead.28Diese hatten folgende Güter herbeigeschafft,um David und seine Leute damit zu versorgen:Liegematten, Schalen und Tongefäße,Weizen, Gerste, Mehl, geröstetes Korn17,28 geröstetes Korn: Reifer Weizen, den man am Feuer röstete, war neben Brot ein beliebtes Nahrungsmittel., Bohnen, Linsen,29Honig, Schafskäse und Kuhmilch.Denn sie dachten sich:»Das Volk, das in der Wüste gewesen ist,wird hungrig, durstig und erschöpft sein!«