BasisBibel (BB)
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Abschaloms Rückkehr

2. Samuel 14,1-33

Joab hat einen Plan

141Joab14,1 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids., dem Sohn der Zeruja, blieb nicht verborgen,dass die Gedanken des Königs um Abschalom kreisten.2Deshalb schickte Joab jemanden nach Tekoa14,2 Tekoa: Ortschaft etwa 20 km südlich von Jerusalem.und ließ von dort eine kluge Frau14,2 kluge Frau: Eine mit Weisheit und diplomatischem Geschick begabte Frau, die auch in der Politik die Funktion einer Ratgeberin wahrnehmen konnte. holen.Zu ihr sagte er:»Tu so, als ob du in Trauer bist!Zieh Trauerkleider14,2 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an, salbe dich nicht mit Öl14,2 nicht mit Öl salben: Das Unterlassen der Körperpflege gehört zu den Trauerbräuchen.!Spiel eine Frau,die schon lange um einen Verstorbenen trauert!3Dann geh zum König und rede mit ihm so und so!«Und die Worte, die sie sagen sollte,legte Joab ihr in den Mund.

Die kluge Frau aus Tekoa

4Die Frau aus Tekoa14,4 Tekoa: Ortschaft etwa 20 km südlich von Jerusalem. kam zum König,verneigte sich und warf sich mit dem Gesicht zur Erde.Dann rief sie: »Hilf mir, mein König!«5Der König fragte sie: »Was hast du denn?«Sie antwortete: »Ach, ich bin eine arme Witwe!Mein Mann ist tot.6Deine Magd aber hatte zwei Söhne.Die beiden waren draußen auf dem Feld,als sie miteinander in Streit gerieten.Da niemand da war, der dazwischengehen konnte,ging der eine auf den anderen los und schlug ihn tot.7Daraufhin stellten sich alle Verwandten gegen mich.Sie sagten zu deiner Magd14,7 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen.:›Gib den Mörder seines Bruders heraus!Wir wollen ihn töten für das Leben seines Bruders,den er umgebracht hat.So können wir auch noch den Erben beseitigen.‹Aber ich hab doch nur noch diese eine Kohle im Feuer!Wenn sie ihre Glut auslöschen,wird damit auch der Name14,7 Name: Nach biblischer Vorstellung lebt ein Verstorbener in der Erinnerung seiner Nachkommen fort. Die Auslöschung des Namens bedeutet seine endgültige Vernichtung. meines Mannes ausgelöscht.Er wird keinen Nachkommen mehr haben auf der Erde.«8Da sagte der König zu der Frau: »Geh heim!Ich selbst nehme die Sache in die Hand.«9Aber der Frau aus Tekoa war das noch nicht genug.Sie sagte zum König:»Doch die Schuld14,9 Schuld: Die Tat kann nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Das vergossene Blut bedeutet deshalb eine fortwährende Bedrohung. bleibt, mein Herr und König!Sie lastet auf mir und dem Haus meines Vaters.Der König aber und sein Thron bleiben davon frei.«10Da versicherte ihr der König:»Wenn dich jemand wegen dieser Sache angeht,dann schick ihn zu mir!Er wird dir nicht noch einmal zu schaffen machen.«11Daraufhin sagte sie:»Sei doch so gut, mein König,und bekräftige es beim Herrn, deinem Gott.So kann ich sicher sein,dass sie meinen zweiten Sohn nicht töten.Der Bluträcher14,11 Bluträcher: Der nächste männliche Verwandte eines getöteten Familienmitglieds, der die Pflicht hatte, den Mörder zu töten; vgl. 4. Mose/Numeri 35,19-27. würde sonst noch mehr Unheil anrichten.«Er antwortete: »Beim Leben des Herrn!Kein Haar soll deinem Sohn gekrümmt werden!«

12Die Frau sagte weiter:»Erlaubst du deiner Magd14,12 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen., dass sie weiterredet?Ich möchte meinem Herrn und König noch etwas sagen.«Er antwortete: »Ja, sprich!«13Da sagte die Frau:»Warum hast du im Sinn,dem Volk Gottes ein ähnliches Unrecht anzutun?Mit dem Urteil, das der König gerade gefällt hat,spricht er sich selbst schuldig.Denn der König hat seinen eigenen Sohn verstoßenund ist nicht bereit, ihn zurückkehren zu lassen.14Wir alle müssen ja eines Tages sterben.Wir sind wie Wasser, das auf die Erde gegossen wird.Man kann es nicht wieder zurücknehmen.Gott aber nimmt keinem das Leben,der sich über diese Frage Gedanken macht:Soll einer, den man verstoßen hat,für immer verstoßen bleiben?15Ich bin heute hierhergekommen,um diese Sache meinem Herrn und König vorzutragen.Denn die Leute haben mir Angst gemacht.Und so dachte sich deine Magd:Ich will darüber mit dem König reden.Vielleicht kann der König etwas tun in der Sache,die seiner Dienerin am Herzen liegt.16Denn der König wird mir zustimmenund seine ergebene Dienerin beschützen.Dann wird es keiner mehr wagen,mich und meinen Sohn zu vernichtenund aus der Gemeinschaft mit Gott zu drängen.17Und auch das hat sich deine Magd überlegt:Wenn mein Herr und König die Sache entscheidet,komme ich endlich wieder zur Ruhe.Denn mein Herr, der König, ist wie der Engel Gottes.Er hört heraus, was gut ist und was böse.Der Herr, dein Gott, sei mit dir!«

18Der König antwortete und verlangte von der Frau:»Verheimliche mir nichts,wenn ich dich jetzt nach etwas frage!«»Nur zu, mein Herr und König!«, sagte die Frau.19Da fragte sie der König:»Hatte Joab14,19 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. bei der ganzen Sache seine Hand im Spiel?«Die Frau antwortete darauf:»Bei deinem Leben, mein Herr und König!Es ist unmöglich, deiner Frage auszuweichen,mein Herr und König, weder so noch so.Ja wirklich, dein Knecht Joab steckt dahinter.Er hat deiner Magd alle diese Worte in den Mund gelegt.20Er wollte der Sache ein anderes Gesicht geben.Deshalb hat dein Knecht14,20 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. Joab es so eingefädelt.Aber mein Herr ist klug,so klug wie der Engel Gottes.Er durchschaut alles, was auf der Erde geschieht.«

Abschalom darf nach Jerusalem kommen

21Nun wandte sich der König direkt an Joab14,21 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids.:»Also gut, ich bringe die Sache in Ordnung!Geh und hol den jungen Mann, hol Abschalom14,21 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. zurück!«22Joab warf sich mit dem Gesicht auf den Boden.Dann verneigte er sich vor dem König und segnete ihn.Joab sagte: »Heute habe ich erfahren,dass ich dir etwas bedeute, mein Herr und König.Der König hat die Sache in Ordnung gebracht,die seinem Knecht am Herzen lag.«23Dann stand Joab auf, ging nach Geschurund brachte Abschalom nach Jerusalem zurück.24Der König entschied:»Abschalom soll in sein Haus gehen.Er darf mir nicht unter die Augen treten!«So kehrte Abschalom in sein Haus zurück.Den König aber bekam er nicht zu Gesicht.

Nachrichten über Abschalom

25In ganz Israel gab es keinen wie Abschalom14,25 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.,der so schön war und so sehr bewundert wurde.Von Kopf bis Fuß war an ihm nichts auszusetzen.26Einmal im Jahr ließ er sich das Haar schneiden.Denn es war so schwer, dass er es abschneiden musste.Das abgeschnittene Haar wog über zwei Kilogramm14,26 über zwei Kilogramm: Wörtlich »200 Schekel«. Ein Schekel entspricht etwa 12 g..27Abschalom hatte drei Söhne und eine Tochter.Diese hieß Tamar und war ein sehr schönes Mädchen.

Joab vermittelt zwischen Abschalom und David

28Abschalom14,28 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. wohnte schon zwei Jahre in Jerusalem14,28 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Den König aber hatte er nicht zu Gesicht bekommen.29Abschalom wollte nun Joab14,29 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. dazu bewegen,zum König zu gehen und zu vermitteln.Deshalb ließ er ihn zu sich rufen.Doch der wollte nicht zu ihm kommen.Da ließ er ihn nochmals rufen.Doch er wollte noch immer nicht kommen.30Da sagte Abschalom zu seinen Knechten:»Seht ihr das Feld, das Joab gehört?Es liegt gleich neben meinem.Er hat dort Gerste angebaut.Geht jetzt und steckt es in Brand!«Und so machten es die Knechte des Abschalom,sie steckten das Feld in Brand.31Da machte sich Joab auf den Weg,kam zu Abschalom ins Haus und stellte ihn zur Rede:»Warum haben deine Knechte das Feld angezündet?Es gehört doch mir!«32Abschalom sagte daraufhin zu Joab:»Ich habe jemanden zu dir geschickt mit der Bitte,dass du zu mir kommst.Ich wollte, dass du zum König gehstund ihn für mich fragst:›Warum bin ich eigentlich von Geschur zurückgekehrt?Es wäre besser für mich gewesen dortzubleiben.‹Jetzt aber möchte ich das Gesicht des Königs sehen.Und wenn noch immer eine Schuld bei mir liegt,soll er mich töten.«33So ging Joab zum König und berichtete ihm davon.Da rief der König den Abschalom zu sich.Und er kam, verneigte sich vor dem Königund warf sich mit dem Gesicht auf den Boden.Der König aber küsste Abschalom.
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Der Aufstand des Abschalom

2. Samuel 15,1–20,26

Abschaloms Verschwörung und Davids Flucht

2. Samuel 15,1–16,14

Abschalom trifft Vorbereitungen

151Danach geschah Folgendes:Abschalom15,1 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. besorgte sich einen prunkvollen Wagen,dazu Pferde und 50 Mann als Leibwache.2Er stellte sich jeden Morgen an den Torweg15,2 Torweg: Die Straße, die zum Stadttor hinaufführt. Hier kamen alle vorbei, die auf dem Weg zum König waren..Wenn dann einer auf dem Weg zum König war,um einen Rechtsstreit entscheiden zu lassen,sprach Abschalom ihn an: »Aus welcher Stadt bist du?«Er antwortete:»Dein Knecht15,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. gehört zu dem und dem Stamm15,2 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … in Israel.«3Dann sagte Abschalom zu ihm:»Dein Fall ist klar, du bist im Recht!Aber beim König wird dich keiner anhören.«4Und Abschalom setzte hinzu:»Würde man mich doch zum Richter im Land machen!Zu mir könnte jeder mit seinem Rechtsstreit kommenoder mit einer Angelegenheit, die zu entscheiden ist.Ich würde ihm schon zum Recht verhelfen.«5Wenn dann einer an ihn herantrat,um sich vor ihm zu verneigen,reichte er ihm die Hand.Er hielt ihn fest und küsste ihn.6So machte es Abschalom mit allen Israeliten,die in einer Rechtsangelegenheit zum König kamen.Dadurch stahl Abschalom das Herz der Israeliten.

Abschalom lässt sich als König ausrufen

7Nach vier Jahren sagte Abschalom15,7 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. zum König:»Ich will nach Hebron15,7 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem. gehen und mein Gelübde15,7 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … erfüllen,das ich dort dem Herrn versprochen habe.8Denn dein Knecht hat dieses Gelübde abgelegt,als er sich in Geschur15,8 Geschur: 2. Samuel 13,37-39 erzählt, dass Abschalom vor seinem Vater David nach Geschur flieht, weil er seinen Halbbruder Amnon umgebracht hat. aufhielt:Wenn mich der Herr nach Jerusalem zurückkehren lässt,will ich einen Gottesdienst für den Herrn feiern.«9Der König erlaubte es ihm: »Geh in Frieden!«So machte er sich auf den Weg und ging nach Hebron.

10Abschalom15,10 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. aber schickte Boten umher.Die sollten die Stämme in ganz Israel aufstacheln:»Wenn ihr den Schall des Widderhorns15,10 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … hört,dann ruft: Abschalom ist König in Hebron geworden!«11Abschalom begleiteten dabei 200 Mann aus Jerusalem,die er zum Opferfest eingeladen hatte.Sie waren in guter Absicht mitgekommenund wussten nichts von der Verschwörung.12Abschalom ließ auch Ahitofel aus Gilo holen,der ein Berater Davids15,12 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … war.Er kam aus seiner Heimatstadt Gilo hinzu,als Abschalom die Schlachtopfer15,12 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darbrachte.So gewann die Verschwörung weiter an Stärke.Immer mehr Leute schlossen sich Abschalom an.

David verlässt Jerusalem

13Ein Bote kam zu David15,13 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und meldete ihm:»Das Herz der Israeliten gehört Abschalom15,13 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.14Da befahl David allen seinen Leuten,die bei ihm in Jerusalem15,14 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … waren:»Macht euch fertig! Wir müssen fliehen!Sonst gibt es für uns keine Rettung vor Abschalom.Beeilt euch, von hier wegzukommen,damit er nicht schneller ist und uns hier erreicht!Sonst bringt er Unheil über unsund tötet die Bewohner der Stadt mit dem Schwert.«15Da antworteten seine Anhänger dem König:»Ganz wie unser Herr und König es will!Hier sind deine Knechte!«16Der König verließ also die Stadt.Und sein ganzer Königshof folgte ihm auf dem Fuß.Nur zehn Nebenfrauen ließ der König zurück.Die sollten auf das Haus aufpassen.

17Als der König mit allen seinen Leuten abrückte,blieb man am letzten Haus stehen:18Dann marschierten alle seine Anhänger vorbei,dahinter seine ganze Leibwache, die Kreter und Pleter15,18 Kreter und Pleter: Eine Söldnertruppe von Nicht-Israeliten, die Davids Leibgarde bildete. Es handelt sich wahrscheinlich um Philister und Leute aus Kreta.,dahinter alle Männer aus der Stadt Gat15,18 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen.,600 Mann, die mit David aus Gat gekommen waren.Sie alle zogen am König vorbei.19Der König aber sagte zu Ittai aus Gat:»Warum willst auch du mit uns ziehen?Kehr um und bleib beim neuen König!Du bist ja Ausländer und aus deiner Heimat fortgezogen.20Gestern erst bist du hierhergekommen.Und heute soll ich dir schon wieder die Heimat nehmen,wenn du mit uns weiterziehst?Ich gehe, wohin ich gehe.Du aber kehr um und bring deine Landsleute zurück!Liebe und Treue werden mit dir sein!«21Doch Ittai antwortete dem König feierlich:»Beim Leben des Herrnund beim Leben meines Herrn und Königs!Wo du auch immer sein wirst, mein Herr und König,dort wird auch dein Knecht15,21 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. sein!Ganz gleich, ob ich sterben muss oder lebe.«22»Gut«, sagte David zu Ittai: »Dann zieh vorbei!«Da zog Ittai aus Gat mit allen seinen Leuten vorbei.Auch die Frauen und Kinder gingen mit.23Und das ganze Land weinte laut,als der König den Bach Kidron15,23 Bach Kidron: Kennzeichnet im Osten Jerusalems die Stadtgrenze. überschritt.So zog das ganze Volk hinausund weiter auf der Straße in die Wüste.

Die Priester kehren in die Stadt zurück

24Auch Zadok15,24 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. war da mit allen Leviten15,24 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr ….Die hatten die Bundeslade15,24 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes getragen.Jetzt stellten sie die Lade Gottes ab.Dann brachte Abjatar15,24 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden. Opfer dar,bis alle Leute aus der Stadt vorbeimarschiert waren.25Der König aber sagte zu Zadok:»Bring die Lade Gottes wieder in die Stadt zurück!Wenn ich Gnade gefunden habe vor den Augen des Herrn,lässt er mich eines Tages zurückkehren.Dann werde ich die Lade wiedersehen und den Platz,an dem sie steht.26Es könnte aber auch sein, dass er zu mir sagt:›Ich habe kein Gefallen mehr an dir!‹Dann soll er mit mir tun, was er für richtig hält.«

27Danach sagte der König zum Priester Zadok15,27 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem.:»Verstehst du, was ich sagen will?Kehre ruhig in die Stadt zurück,mit deinem Sohn Ahimaaz und mit Abjatars Sohn Jonatan.Eure beiden Söhne sollen mit euch zurückkehren.28Dann aber haltet die Augen offen!Ich warte an den Übergängen über den Jordan,wo es in die Wüste geht.Dorthin sollt ihr mir eine Nachricht schickenund mir berichten, was sich in der Stadt getan hat.«29Zadok und Abjatar15,29 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden. brachten also die Lade Gottesnach Jerusalem zurück und blieben dort.

Auf der Flucht: Beim Ölberg

30David15,30 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … stieg den Weg zum Ölberg15,30 Ölberg: Unmittelbar östlich von Jerusalem gelegen. Eine der Straßen von Jerusalem zum Jordan führte über den Ölberg. hinauf.Und während er hinaufstieg, weinte er.Er verhüllte sein Gesicht und ging barfuß.Auch alle Leute, die mit ihm zogen,verhüllten ihr Gesicht.So stiegen sie hinauf und weinten dabei.31Inzwischen erreichte David die Nachricht:»Ahitofel ist unter den Verschwörern bei Abschalom15,31 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9.Da sprach David ein Stoßgebet:»Ach Herr, durchkreuze den Plan des Ahitofel!«32Und so geschah es,als David den Gipfel des Ölbergs erreichte.Genau an der Stelle,an der man sonst Gott anbetete,kam ihm der Arkiter Huschai entgegen.Er hatte sein Gewand zerrissen und Erde auf dem Kopf15,32 Erde auf dem Kopf: Das Bedecken von Kopf und Körper mit Erde gehört zu den Trauerbräuchen..33David sprach ihn an:»Wenn du mit mir kommst, fällst du mir nur zur Last.34Wenn du aber in die Stadt zurückkehrst,kannst du für mich den Plan Ahitofels durchkreuzen.Sag einfach zu Abschalom:›Hier ist dein Knecht, o König!Früher stand ich im Dienst deines Vaters.Jetzt aber will ich dir als Ratgeber dienen.‹So kannst du den Plan des Ahitofel hintertreiben.35Übrigens sind die Priester Zadok15,35 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. und Abjatar15,35 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden.mit dir in der Stadt.Jedes Wort, das du im Haus des neuen Königs hörst,sollst du den Priestern Zadok und Abjatar berichten.36Denn sie haben dort ihre beiden Söhne bei sich,Zadok den Ahimaaz und Abjatar den Jonatan.Durch sie könnt ihr mir eine Nachricht schickenund alles berichten, was ihr hört.«37So kam Huschai, der Freund Davids, in die Stadt.Und zur gleichen Zeit traf Abschalom in Jerusalem ein.
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Auf der Flucht: Ein weiteres Wegstück

161Als David16,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … die Bergkuppe überschritten hatte,kam ihm Ziba, der Diener des Mefi-Boschet16,1 Mefi-Boschet: Enkel von König Saul, dem ersten König Israels. Saul wurde von Gott verworfen., entgegen.Er hatte ein Paar Esel mit Satteltaschen bei sich,beladen mit 200 Laib Brot, 100 Rosinenkuchen,100 Sommerfrüchten und einem Krug Wein.2Der König fragte Ziba: »Was willst du damit?«Ziba antwortete:»Die Esel sind zum Reiten für die Familie des Königs.Brot und Obst dienen der Verpflegung seiner Leute.Und von dem Wein soll jeder trinken,wenn er in der Wüste müde geworden ist.«3Der König fragte weiter:»Und wo ist der Sohn deines Herrn16,3 Sohn deines Herrn: David fragt nach Mefi-Boschet, dem Sohn von Jonatan und Enkel von Saul.Ziba antwortete dem König: »Ach der!Der ist in Jerusalem16,3 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … geblieben.Er meinte, dass ihm die Israeliten heutedas Königtum Sauls, seines Großvaters, zurückgeben.«4Da entschied der König zugunsten von Ziba:»Dir soll alles gehören, was Mefi-Boschet gehört hat.«Und Ziba sagte:»Ich verbeuge mich tief vor meinem Herrn und König,habe ich doch Gnade gefunden in deinen Augen.«

Auf der Flucht: Bei Bahurim

5Als König David16,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … bis Bahurim gekommen war,kam von dort ein Mann aus der Verwandtschaft Sauls.Er hieß Schimi und war der Sohn des Gera.Wie er so daherkam, fluchte er laut.6Ja, er warf sogar mit Steinen nach Davidund nach allen Leuten, die bei König David waren.Das ganze Volk aber und die besten Soldatenstanden David rechts und links zur Seite.7Und das waren die Flüche16,7 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …, die Schimi ausstieß:»Fort, fort mit dir, du Verbrecher, du übler Mörder!8Der Herr bringt alles Blut zu dir zurück,das du von der königlichen Familie Sauls vergossen hast.An seiner Stelle bist du König geworden.Doch der Herr hat dir das Königtum weggenommenund deinem Sohn Abschalom gegeben.Jetzt steckst du selber im Unglück.Ein verdammter Verbrecher bist du!«9Da sagte Abischai16,9 Abischai: Bruder von Joab und einer der Anführer im Heer Davids., der Sohn der Zeruja, zum König:»Wie kommt dieser tote Hund dazu,Flüche gegen meinen Herrn und König auszustoßen?Lass mich hinübergehenund ihm den Kopf abschlagen!«10Der König antwortete darauf:»Was habe ich mit euch zu tun, ihr Söhne der Zeruja16,10 Söhne der Zeruja: Joab und Abischai. Als Befehlshaber des Heeres hatten sie eine starke Machtstellung im Königreich Davids.?Wenn er flucht, dann tut er das,weil der Herr zu ihm gesagt hat:›Du sollst Flüche gegen David ausstoßen!‹Wer könnte ihm da vorwerfen, dass er das tut?«11Dann sagte er zu Abischai und allen seinen Leuten:»Wenn schon mein leiblicher Sohn mich umbringen will,um wie viel mehr dann dieser Benjaminiter!Lasst ihn, soll er doch fluchen!Denn der Herr hat es ihm gesagt.12Vielleicht sieht der Herr mein Unglückund lässt noch heute Gutes zu mir zurückkehren.Dann ist sein Fluchen umsonst.«13So zogen David und seine Männer ihres Wegs.Schimi aber ging an der Seite des Hügels entlang,immer auf gleicher Höhe mit ihm.Während er ging, fluchte er und warf mit Steinen,immer auf gleicher Höhe mit ihm.Er bewarf ihn auch mit Erdbrocken.14Endlich kam der König müde zum Jordan,zusammen mit dem ganzen Volk, das ihn begleitete.Dort konnte er durchatmen.

Abschalom und seine Ratgeber

2. Samuel 16,15–17,23

Ahitofel erteilt Abschalom einen Rat

15Inzwischen war Abschalom16,15 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. mit dem ganzen Volk,den Männern Israels, in Jerusalem eingetroffen.Ahitofel war mit ihm gekommen.16Zur gleichen Zeit kam der Arkiter Huschai,der Freund Davids, zu Abschalom.Huschai rief Abschalom zu:»Lang lebe der König, lang lebe der König!«17Abschalom erwiderte Huschai:»So viel ist also deine Treue wert,die deinem Freund David16,17 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … gilt!Besser, du wärst mit deinem Freund gegangen!«18»Nein!«, sagte Huschai zu Abschalom.»Meine Treue gilt dem, den der Herr erwählt hat,den das Volk, den alle Israeliten erwählt haben.Zu ihm gehöre ich und bei ihm bleibe ich!19Außerdem diene ich doch keinem anderenals seinem eigenen Sohn.So wie ich bei deinem Vater im Dienst stand,will ich auch bei dir Ratgeber sein.«

20Danach sagte Abschalom16,20 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. zu Ahitofel:»Gebt einen Rat!Was sollen wir eurer Meinung nach tun?«21Ahitofel antwortete Abschalom:»Geh und schlaf mit den Nebenfrauen deines Vaters16,21 Nebenfrauen deines Vaters: David hatte sie in Jerusalem zurückgelassen, vgl. 2. Samuel 15,16.!Er hat sie hiergelassen, damit sie auf das Haus aufpassen.Sobald ganz Israel davon hört, wird es begreifen:Du hast dir deinen Vater zum Feind gemacht.Das wird allen deinen Anhängern Mut machen.«22Man errichtete also für Abschalom ein Hochzeitszeltauf dem Dach des Palastes.Dann ging Abschalom vor den Augen ganz Israels hineinund schlief mit den Nebenfrauen seines Vaters.23Wenn Ahitofel einen Rat erteilte,dann bedeutete das in dieser Zeit so viel,als hätte man Gott selbst befragt.So viel also galt jeder Rat des Ahitofelbei David16,23 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und bei Abschalom.