BasisBibel (BB)
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David und Batseba

2. Samuel 11,1–12,31

David hat eine Affäre mit Batseba

111Es kam der Jahreswechsel und damit die Zeit,in der die Könige wieder Feldzüge unternahmen.David schickte Joab11,1 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. und seine Soldaten ins Feldzusammen mit dem ganzen Heer Israels.Sie verwüsteten das Land der Ammoniterund legten um Rabba11,1 Rabba: Hauptstadt der Ammoniter, nordöstlich vom Toten Meer. einen Belagerungsring.David selbst blieb in Jerusalem.

2Eines Abends erhob sich David von seinem Bettund ging auf dem Dach seines Palastes auf und ab.Da sah er vom Dach aus eine Frau, die badete.Die Frau war sehr schön.3David schickte jemanden,der sich nach der Frau erkundigen sollte.Der meldete: »Es ist Batseba11,3 Batseba: Eine von vier Frauen, die im Stammbaum von Jesus erwähnt werden; vgl. Matthäus 1,6., die Tochter des Eliam!Sie ist verheiratet mit dem Hetiter11,3 Hetiter: Verweist auf die Herkunft Urijas aus einer Bevölkerungsgruppe, die nicht zum Volk Israel gehörte. Die Hetiter galten als Elitesoldaten. Urija!«4David schickte Boten und ließ sie holen.Sie kam zu ihm und er schlief mit ihr.Ihre monatliche Blutung war da gerade vorbei.Dann kehrte sie in ihr Haus zurück.5Als die Frau merkte, dass sie schwanger war,schickte sie jemanden und ließ David sagen:»Ich bin schwanger!«

6Daraufhin sandte David11,6 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … eine Botschaft an Joab11,6 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids.:»Schick den Hetiter11,6 Hetiter: Verweist auf die Herkunft Urijas aus einer Bevölkerungsgruppe, die nicht zum Volk Israel gehörte. Die Hetiter galten als Elitesoldaten. Urija zu mir!«So schickte Joab Urija zu David11,6 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….7Urija kam zu ihm und David fragte:»Geht es Joab und dem Kriegsvolk gut?Wie ist die Lage an der Front?«8Danach sagte David zu Urija:»Geh hinab in dein Haus und erhole dich!«Da verließ Urija den Palast,und königliche Speisen wurden hinter ihm hergetragen.9Doch Urija legte sich am Palasteingang schlafen,wo auch die Soldaten seines Herrn11,9 seines Herrn: Gemeint ist Joab. Auch auf seinem Heimaturlaub ist Urija dem Heerführer treu ergeben. schliefen.Er ging nicht in sein Haus hinab!10Man meldete David:»Urija ist nicht in sein Haus hinabgegangen!«Da sagte David zu Urija:»Du bist doch von der Front heimgekehrt!Warum bist du nicht in dein Haus hinabgegangen?«11Urija antwortete David:»Die Lade11,11 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr …, Israel und Juda haben nur Laubhütten11,11 Laubhütten: Meint eine notdürftige Unterkunft für die Lade Gottes und die Soldaten im Krieg..Und Joab, mein Herr, und die Soldaten meines Herrnlagern auf dem offenen Feld!Wie sollte ich da in mein Haus hinabgehen,essen, trinken und mit meiner Frau schlafen?Bei deinem Leben, ja wirklich:Das mache ich auf keinen Fall!«12David befahl Urija:»Heute bleibst du noch hier!Morgen will ich dich zurück ins Feld schicken.«Und so blieb Urija auch an diesem Tag in Jerusalem11,12 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….13Am folgenden Tag aber lud ihn David zu sich ein.Dort musste er mit dem König essen und trinken,bis er ganz betrunken war.Als er jedoch am Abend den Palast verließ,legte er sich wieder an der Stelle schlafen,wo auch die Soldaten seines Herrn schliefen.Aber in sein Haus ging er nicht hinab.

Ein tödlicher Brief

14Am nächsten Morgen schrieb David11,14 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … einen Brief an Joab11,14 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids..Den ließ er durch Urija persönlich überbringen.15In dem Brief schrieb er Folgendes:»Stellt Urija an die vorderste Front,dorthin, wo der Kampf am härtesten ist!Dann zieht euch hinter ihm zurück,damit er getroffen wird und stirbt!«

Joab schickt Urija in den Tod

16Joab11,16 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. beobachtete das Geschehen bei der Stadt.Als er herausgefunden hatte,wo die besten gegnerischen Soldaten kämpften,stellte er Urija genau an diesen Platz.17Die Verteidiger der Stadt rückten ausund lieferten sich mit Joab ein Gefecht.Dabei fielen einige Leute aus Davids Heer.Auch der Hetiter11,17 Hetiter: Verweist auf die Herkunft Urijas aus einer Bevölkerungsgruppe, die nicht zum Volk Israel gehörte. Die Hetiter galten als Elitesoldaten. Urija fand den Tod.

18Daraufhin schickte Joab11,18 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. einen Boten.Der sollte David11,18 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … berichten,wie die ganze Schlacht verlaufen war.19Dem Boten gab er die Anweisung:»Erzähle dem König zunächst,wie die ganze Schlacht verlaufen ist!Wenn du damit zu Ende bist,20könnte der König in Zorn geraten.Dann wird er dich fragen:›Warum seid ihr so dicht an die Stadt herangerückt,als ihr sie angegriffen habt?Wusstet ihr nicht, dass sie von der Mauer schießen?21Wer hat denn damals Abimelech11,21 Abimelech: Anspielung auf die Erzählung vom Tod Abimelechs in Richter 9,50-55. erschlagen,den Sohn des Jerubbaal11,21 Jerubbaal: Anderer Name für Gideon, vgl. Richter 6,32.?War es nicht eine Frau, die oben auf der Mauer standund einen Mühlstein auf ihn hinabwarf?So war es doch, als er bei der Stadt Tebez starb!Warum seid ihr so dicht an die Mauer herangerückt?‹Wenn er das fragt, sollst zu sagen:Auch dein Soldat, der Hetiter Urija, ist tot!«

22So machte sich der Bote auf den Weg.Als er angekommen war, berichtete er David alles,was Joab11,22 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. ihm aufgetragen hatte.23Und so lautete der Bericht des Boten an David11,23 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …:»Die Verteidiger der Stadt waren stärker als wir.Sie rückten aus und kämpften gegen uns im freien Feld.Doch dann gewannen wir die Oberhandund drängten sie bis zum Stadttor zurück.24Da schossen die Bogenschützen von der Mauer ausauf deine Soldaten.Einige aus dem Heer des Königs starben.Auch dein Soldat, der Hetiter11,24 Hetiter: Verweist auf die Herkunft Urijas aus einer Bevölkerungsgruppe, die nicht unmittelbar zum Volk Israel gehörte. Die Hetiter galten als Elitesoldaten. Urija, ist tot!«25Daraufhin sagte David zu dem Boten,was er Joab ausrichten sollte:»Nimm die Sache nicht so schlimm!Das Schwert frisst mal hier und mal dort11,25 frisst mal hier und mal dort: Mit dieser Redewendung spielt David die Angelegenheit herunter..Kämpf noch härter gegen die Stadt und zerstöre sie!Nur Mut!«

26Die Frau des Urija hörte davon,dass ihr Mann Urija gestorben war.Und sie trauerte um ihren Ehemann.27Als aber die Trauerzeit vorüber war,ließ David11,27 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … sie holen und nahm sie in sein Haus.Sie wurde seine Frau und brachte einen Sohn zur Welt.Doch die Sache, die David getan hatte,war schlimm in den Augen des Herrn.
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Der Prophet Natan zieht David zur Rechenschaft

121Der Herr schickte Natan12,1 Natan: Prophet am Hof von König David. zu David.Als er zu ihm kam,erzählte er ihm eine Geschichte:»Zwei Männer lebten in einer Stadt.Der eine war reich, der andere arm.2Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder.3Der Arme aber hatte nichts als ein kleines Lamm.Das hatte er sich gekauft und aufgezogen.Es wuchs bei ihm heran, zusammen mit seinen Kindern.Es aß von seinem bisschen Brot, trank aus seinem Becherund schlief in seinem Schoß.Es war für ihn wie eine Tochter.4Eines Tages kam ein Reisender zu dem reichen Mann.Und es war üblich, ein Essen für den Gast zuzubereiten,der zu ihm gekommen war.Doch der reiche Mann wollte seinen Besitz schonenund keines von seinen Schafen und Rindern nehmen.Deshalb nahm er das Lamm des armen Mannes.Das bereitete er zu und setzte es dem Gast vor,der zu ihm gekommen war.«

5David12,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … wurde sehr zornig über den Mannund sagte zu Natan12,5 Natan: Prophet am Hof von König David.:»So gewiss der Herr lebt!Ein Kind des Todes ist der Mann, der das getan hat!6Und das Lamm muss er vierfach12,6 vierfach: So nach der Vorschrift in 2. Mose/Exodus 21,37. ersetzen –zur Strafe dafür, dass er das getan hatund das Lamm des Armen nicht verschonte.«7Doch Natan entgegnete David:»Du bist der Mann!So spricht der Herr12,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:Ich habe dich zum König über Israel gesalbt12,7 zum König über Israel gesalbt: 1. Samuel 16,1-13 erzählt, dass David durch den Propheten Samuel zum König gesalbt wurde.und dich aus der Hand Sauls gerettet.8Den Besitz deines Herrn12,8 deines Herrn: Gemeint ist Saul, dessen Erbe nach dem Tod seines Sohnes Isch-Boschet an David ging. habe ich dir gegebenund die Frauen deines Herrn dir in den Schoß gelegt.Ich habe dir das Haus Israel und Juda12,8 Israel und Juda: David wurde zuerst König nur über den Stamm Juda und danach über alle Stämme Israels, vgl. 2. Samuel 2,4 und 2. Samuel 5,3. gegeben.Und wenn das zu wenig gewesen ist,dann will ich dir noch dies und das dazugeben!9Warum hast du das Wort des Herrn verachtet?Warum hast du getan, was er verurteilt:Den Hetiter12,9 Hetiter: Verweist auf die Herkunft Urijas aus einer Bevölkerungsgruppe, die nicht zum Volk Israel gehörte. Die Hetiter galten als Elitesoldaten. Urija hast du mit dem Schwert getötetund dann seine Frau geheiratet.Ja, du hast ihn durch das Schwert der Ammoniter12,9 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.aus dem Weg geräumt.10So soll jetzt das Schwert für alle Zeitgegen dein Haus gerichtet sein –zur Strafe dafür, dass du mich verachtet hast:Du hast dir die Frau des Hetiters Urija genommenund sie zu deiner Frau gemacht.11So spricht der Herr12,11 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Ich werde dafür sorgen,dass aus deinem eigenen Haus Unheil über dich kommt.Vor deinen Augen nehme ich dir die Frauen wegund gebe sie einem, der dir nahesteht.Der wird mit deinen Frauen schlafenim hellen Licht der Sonne.12Du hast es im Geheimen getan.Ich aber lasse es im hellen Licht der Sonne geschehen,sodass ganz Israel zuschauen kann.«

13Da bekannte David12,13 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … vor Natan12,13 Natan: Prophet am Hof von König David.:»Ich habe Unrecht getan gegenüber dem HerrnUnd Natan antwortete David:»Der Herr sieht über deine Schuld hinweg,sodass du nicht sterben musst.14Doch der Sohn, der dir geboren ist, muss sterben.Denn du hast den Herrn dadurch verhöhnt,dass du ein solches Unrecht begangen hast.«15Und Natan ging nach Hause.

Davids Kind wird krank und stirbt

Der Herr ließ das Kind krank werden,das die Frau des Urija dem David12,15 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … geboren hatte.Es stand sehr schlecht um das Kind.16Da suchte David die Nähe zu Gott.Er fastete12,16 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr … streng wegen des Jungen.Und wenn er nach Hause kam,legte er sich zum Schlafen auf die Erdeund verbrachte dort die ganze Nacht.17Die Ältesten12,17 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. am Königshof bemühten sich um ihnund drängten ihn dazu, von der Erde aufzustehen.Aber er weigerte sichund wollte auch nicht mit ihnen essen.

18Am siebten Tag starb das Kind.Da wollte keiner ihm melden, dass das Kind tot sei.Denn die Diener Davids12,18 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … hatten Angst davorund sagten untereinander:»Als das Kind noch lebte, haben wir ihm zugeredet.Er aber hat nicht auf uns gehört.Wie können wir ihm jetzt sagen: Das Kind ist tot!Das wird böse ausgehen.«19David sah, wie seine Diener miteinander flüsterten.Da wurde ihm klar, dass das Kind gestorben war.David fragte seine Diener: »Ist das Kind tot?«Sie antworteten: »Es ist tot!«20Nun erhob sich David von der Erde,wusch sich, salbte sich und zog frische Kleider an.Dann ging er ins Haus des Herrn12,20 Haus des HERRN: Die Erzählung setzt hier bereits einen Tempel in Jerusalem voraus, der aber erst später von Salomo erbaut wird. und fiel dort nieder.Als er zurückkam, ließ er sich den Tisch decken und aß.21Da fragten ihn seine Diener verwundert:»Was bedeutet das, dass du dich so verhältst?Als das Kind noch lebte, hast du gefastet und geweint.Jetzt, wo das Kind tot ist, stehst du auf und isst.«22Er antwortete:»Solange das Kind noch lebte,habe ich gefastet und geweint.Denn ich dachte mir: Wer weiß?Vielleicht hat der Herr Erbarmen mit mir,und das Kind bleibt am Leben.23Jetzt aber ist es tot.Warum soll ich da noch weiter fasten?Kann ich es denn zurückholen?Eines Tages werde ich zu ihm ins Totenreich12,23 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … gehen.Aber zu mir zurückkehren, das wird es nicht!«

24Danach tröstete David seine Frau Batseba12,24 Batseba: Die frühere Frau des Urija, die David nach dessen Tod geheiratet hatte..Er ging zu ihr und schlief mit ihr.Sie brachte einen Sohn zur Welt und nannte ihn Salomo12,24 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr ….Den liebte der Herr.25Und so ließ er durch den Propheten Natan ausrichten,dass man ihm den Namen Jedidja12,25 Jedidja: Der Name bedeutet »Liebling des Herrn«. geben soll.So wollte es der Herr.

Joab erobert die Hauptstadt der Ammoniter

26Joab12,26 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. kämpfte gegen das ammonitische Rabba12,26 Rabba: Hauptstadt der Ammoniter, nordöstlich vom Toten Meer.und eroberte die Königsstadt.27Joab schickte nun Boten zu David12,27 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und ließ ihm sagen:»Ich habe gegen Rabba gekämpftund die Stadt von der Wasserversorgung abgeschnitten.28Ruf jetzt das übrige Heer zusammen und komm!Belagere die Stadt und erobere sie!Ich will es nicht selber tun,damit die Stadt nicht in meinen Besitz übergeht12,28 in meinen Besitz übergeht: Wörtlich »seinen Namen über etwas ausrufen«. Die hebräische Wendung bedeutet, dass etwas erworben, in Besitz genommen oder erobert wird.29Da rief David das ganze Heer zusammenund zog gegen Rabba ins Feld.Er kämpfte gegen die Stadt und eroberte sie.30Dann nahm er ihrem König die Krone vom Kopf.Die goldene Krone war sehr schwer12,30 war sehr schwer: Wörtlich »wog ein Kikkar«. Ein Kikkar ist eine Gewichtseinheit und entspricht etwa 34 kg.und mit einem kostbaren Edelstein besetzt.Sie wurde nun die Krone Davids.Und die Beute, die er aus der Stadt herausholte,war ungeheuer groß.31Die Bevölkerung der Stadt ließ er wegführenund für sich arbeiten.Er setzte sie ein bei den Stein- und Eisensägen.Sie mussten Steine behauen und Ziegel herstellen.So machte er es mit allen Städten der Ammoniter12,31 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..Dann kehrte David mit dem ganzen Heernach Jerusalem12,31 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zurück.
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Abschalom und Amnon

2. Samuel 13,1-39

Die Schwester Abschaloms wird vergewaltigt

131Danach geschah Folgendes:Abschalom, der Sohn Davids, hatte eine Schwester,die Tamar hieß und sehr schön war.In sie verliebte sich Amnon, ein weiterer Sohn Davids13,1 ein weiterer Sohn Davids: Damit war Amnon der Halbbruder von Abschalom und Tamar..2Amnon war krank vor Liebe zu seiner Schwester Tamar,und das bedrückte ihn sehr.Denn sie war eine noch unverheiratete junge Frau13,2 unverheiratete junge Frau: Wörtlich »Jungfrau«. Als unverheiratete Frau lebte Tamar bei ihrer Mutter und damit in einem Haus des Königspalastes, zu dem der Prinz keinen Zutritt hatte..Und Amnon sah keine Möglichkeit,wie er an sie herankommen könnte.

3Nun hatte Amnon einen Freund, der Jonadab hieß.Er war der Sohn von Davids13,3 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … Bruder Schima.Dieser Jonadab war ein schlauer Kopf.4Und so fragte er Amnon:»Warum bist du, Sohn des Königs, so bedrückt,Morgen für Morgen?Willst du es mir nicht erzählen?«Da antwortete ihm Amnon:»Es ist wegen Tamar,der Schwester meines Bruders Abschalom13,4 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9..Ich bin in sie verliebt!«5Daraufhin gab ihm Jonadab den Rat:»Leg dich ins Bett und stell dich krank!Wenn dann dein Vater kommt, um nach dir zu schauen,sollst du zu ihm sagen:Lass doch meine Schwester Tamar kommenund mir etwas für einen Kranken zu essen bringen!Vor meinen Augen soll sie es zubereiten.Ich will ihr dabei zusehenund von ihrer Hand etwas essen.«6Amnon legte sich also hin und stellte sich krank.Der König kam auch, um nach ihm zu schauen.Da bat Amnon den König:»Lass doch meine Schwester Tamar kommen!Sie soll vor meinen Augen ein paar Herzkuchen13,6 Herzkuchen: Gebäck, mit dem eine besondere Zuwendung für kranke oder schwache Menschen zum Ausdruck gebracht wurde. backen.Von ihrer Hand will ich etwas davon essen.«

7David13,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … schickte jemand zu Tamar nach Hauseund ließ ihr sagen:»Geh doch ins Haus deines Bruders Amnonund mach ihm etwas zu essen!«8So ging Tamar ins Haus ihres Bruders Amnon.Der lag im Bett.Da nahm sie den vorbereiteten Teig, knetete ihnund formte ihn vor seinen Augen.Als sie mit dem Backen fertig war,9nahm sie die Herzkuchen aus der Backform.Sie stellte die Kuchen vor ihn hin.Amnon aber weigerte sich zu essen und sagte:»Alle hier sollen hinausgehen!«Da gingen alle Leute von ihm weg.10Dann verlangte Amnon von Tamar:»Bring mir die Kuchen ins Schlafzimmer!Von deiner Hand will ich sie essen.«Da nahm Tamar die Herzkuchen, die sie gebacken hatte,und brachte sie ihrem Bruder Amnon ans Bett.11Als sie das Essen reichte, kam sie ihm ganz nahe.Da packte er sie am Arm und sagte zu ihr:»Komm, schlaf mit mir, meine Schwester!«12Sie wehrte sich:»Nein, mein Bruder! Vergewaltige mich nicht!Denn so etwas tut man nicht in Israel!Tu nicht so etwas Schlimmes!13Denk doch an mich:Wo soll ich denn hin mit dieser Schande?Und denk an dich:Du wärst in Israel verschrien als ein gemeiner Kerl!Sprich doch mit dem König!Der wird es erlauben, dass ich deine Frau werde.«14Amnon aber wollte nicht auf sie hören.Er packte sie, vergewaltigte sie und schlief mit ihr.

15Hinterher begann Amnon sie unbändig zu hassen.Ja, der Hass, mit dem er sie hasste, war stärkerals die Liebe, die er für sie empfunden hatte.»Steh auf und hau ab!«, rief Amnon ihr zu.16Darauf sagte sie: »Nein, mein Bruder!Schick mich jetzt nicht fort!Das wäre noch schlimmer als das Unrecht,das du mir angetan hast.«Aber er wollte nicht auf sie hören.17Vielmehr rief er seinen Hausdiener und befahl:»Weg mit dieser Frau!Werft sie aus dem Haus!Und du, schließ die Tür hinter ihr zu!«18Tamar hatte an diesem Tag ein langes Kleid an.Damals trugen Prinzessinnen solche Obergewänder,solange sie noch unverheiratet waren.Der Diener warf sie also aus dem Hausund schloss die Tür hinter ihr zu.19Da streute sich Tamar Staub auf den Kopf13,19 Staub auf den Kopf: Das Bedecken von Kopf und Körper mit Staub gehört wie das Zerreißen der Kleider zu den Trauerbräuchen.und zerriss das lange Kleid13,19 zerriss das lange Kleid: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung., das sie am Leib trug.Dann schlug sie die Hände über dem Kopf zusammenund ging laut schreiend davon.20Ihr Bruder Abschalom aber fragte sie:»Hatte dein Brüderchen Amnon etwas mit dir?Dann schweig jetzt darüber, meine Schwester!Er ist ja schließlich dein Bruder.Nimm dir diese Sache nicht so zu Herzen!«Tamar aber war am Boden zerstört.So blieb sie im Haus ihres Bruders Abschalom.

21Als König David erfuhr, was da vorgefallen war,wurde er sehr zornig.22Abschalom jedoch redete kein Wort mehr mit Amnon,weder im Bösen noch im Guten.So sehr hasste Abschalom seinen Bruder Amnon,weil er seine Schwester Tamar vergewaltigt hatte.

Abschalom sinnt auf Rache

23Zwei Jahre waren seitdem vergangen.Abschalom13,23 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. war gerade beim Scheren der Schafein Baal-Hazor, das bei dem Ort Efraim liegt.Dazu wollte er alle Königssöhne einladen.24So ging Abschalom zum König und sagte:»Dein Knecht feiert ein Fest zur Schafschur.Der König soll mit seinen Vertrauten kommenund mit deinem Knecht dorthin gehen.«25Aber der König entgegnete Abschalom: »Nein, mein Sohn!Wir können doch nicht alle mitkommen.Sonst fallen wir dir nur zur Last.«Abschalom versuchte alles.Doch der König ließ sich nicht umstimmenund segnete ihn zum Abschied.26Zuletzt sagte Abschalom zu ihm:»Wenn du schon nicht mitkommst,dann soll wenigstens mein Bruder Amnon13,26 Amnon: Halbbruder von Abschalom. Er vergewaltigte Tamar, die Schwester von Abschalom; vgl. 2. Samuel 13,1-22. mit uns gehen.«Der König fragte ihn: »Warum soll er mit dir kommen?«27Und Abschalom versuchte alles, bis der König nachgab:Er ließ Amnon und alle Königssöhne mit ihm ziehen.

28Danach befahl Abschalom seinen Knechten:»Passt auf! Sobald Amnon13,28 Amnon: Halbbruder von Abschalom. Er vergewaltigte Tamar, die Schwester von Abschalom; vgl. 2. Samuel 13,1-22. vom Wein berauscht ist,sage ich zu euch: ›Schlagt Amnon tot!‹Dann tötet ihn, habt keine Angst!Ich selbst habe es euch befohlen.Seid stark und mutig!«29Die Knechte Abschaloms machten es mit Amnon so,wie es Abschalom verlangt hatte.Da sprangen alle anderen Söhne des Königs auf.Sie schwangen sich auf ihre Maultiere13,29 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt. und flohen.

Die Schreckensnachricht erreicht Jerusalem

30Während sie noch unterwegs waren,verbreitete sich am Königshof Davids das Gerücht:»Abschalom hat alle Königssöhne erschlagen!Kein einziger von ihnen hat überlebt.«31Da stand der König auf, zerriss seine Kleider13,31 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und warf sich auf den Boden.Auch alle seine Knechte, die um ihn standen,zerrissen sich die Kleider.32Nur Jonadab, der Sohn von Davids Bruder Schima,trat dem Gerücht entgegen und sagte:»Mein Herr muss nicht glauben, dass alle jungen Leute,alle Söhne des Königs, umgebracht wurden.Nur Amnon ist tot!Denn was da auf den Befehl Abschaloms geschehen ist,war so von langer Hand geplant.Es stand fest seit dem Tag,als Amnon seine Schwester Tamar vergewaltigt hatte.33Doch jetzt, mein Herr und König,nimm dir die Sache nicht so zu Herzen!Denk nicht, dass alle Königssöhne tot sind!Nur Amnon13,33 Amnon: Halbbruder von Abschalom. Er vergewaltigte Tamar, die Schwester von Abschalom; vgl. 2. Samuel 13,1-22. ist tot.«

34Abschalom13,34 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. war entkommen. –Auf der Mauer stand ein Wächter und hielt Ausschau.Plötzlich entdeckte er einen Haufen Menschen.Die kamen auf dem Weg,der westlich von ihm am Abhang entlangführte.35Da sagte Jonadab zum König:»Siehst du! Die Söhne des Königs sind gekommen!Es ist genau so, wie dein Knecht es vorausgesagt hat.«36Kaum hatte er ausgeredet,da kamen auch schon die Söhne des Königsund brachen in lautes Weinen aus.Auch der König und alle seine Hofleute weinten heftig.

Abschalom flieht nach Geschur zu seinem Großvater

37Abschalom13,37 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. war entkommen und zu Talmai13,37 Talmai: Großvater von Abschalom, vgl. 2. Samuel 3,3.. geflohen,dem Sohn des Ammihud, dem König von Geschur. –David aber trauerte um seinen Sohn sehr lange Zeit.

38Abschalom13,38 Abschalom: Einer der Söhne von König David. Er versuchte seinen Vater gewaltsam vom Thron zu stoßen, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9. war also entkommen und nach Geschur13,38 Geschur: Land der Geschuriter in der Wüste südlich von Juda. gegangen.Dort blieb er drei Jahre. –39David wollte gegen Abschalom ins Feld ziehen,doch der Zorn des Königs legte sich mit der Zeit.Er hatte sich mit dem Tod Amnons13,39 Amnon: Halbbruder von Abschalom, der dessen Schwester Tamar vergewaltigte; vgl. 2. Samuel 13,1-22. abgefunden.