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Nordreich Israel: Joram wird König

31Im 18. Regierungsjahr des Königs Joschafat3,1 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Judawurde Joram3,1 Joram: König des Nordreichs Israel (851–841 v. Chr.)., der Sohn des Ahab3,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). In 1. Könige 16,29-33 wird seine Regierungszeit besonders negativ bewertet., König über Israel.Zehn Jahre regierte er als König in Samaria3,1 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..2Er tat, was der Herr verurteilt –wenn auch nicht in dem Ausmaß,wie sein Vater und seine Mutter es getan hatten.Denn er entfernte den Kultstein3,2 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. für Baal3,2 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr …,den sein Vater gemacht hatte.3Aber an den Sünden Jerobeams3,3 Sünden Jerobeams: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32., des Sohnes Nebats,hielt er fest und ließ nicht davon ab.Jerobeam3,3 Jerobeam I.: Erster König des Nordreichs Israel (926–907 v. Chr.). hatte Israel zur Sünde verführt.

König Mescha von Moab wird besiegt

4König Mescha3,4 Mescha: König Ahab hatte das benachbarte Königreich Moab unterworfen. von Moab3,4 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … betrieb Viehzuchtund war vom König von Israel abhängig.Deshalb musste er ihm immer wieder abliefern:100.000 Lämmer und 100.000 Widder samt Wolle.5Doch nach dem Tod von Ahab3,5 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)., dem König von Israel,fiel der König von Moab von ihm ab.6Darauf zog König Joram3,6 Joram: König des Nordreichs Israel (851–841 v. Chr.). von Samaria3,6 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. aus durchs Landund musterte die Männer aus ganz Israel.7Dann schickte er Boten zu König Joschafat3,7 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Juda:»Der König von Moab ist von mir abgefallen.Ziehst du mit mir gegen Moab in den Krieg?«Der antwortete: »Ich ziehe mit dir.Du kannst dich auf mich verlassen.Mein Volk soll wie dein Volk seinund meine Pferde wie deine Pferde!«8Joram fragte weiter:»Auf welchem Weg wollen wir hinaufziehen?«Joschafat entschied:»Auf dem Weg durch die Wüste Edom3,8 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.

9So rückten drei Könige gemeinsam aus:der König von Israel3,9 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)., der König von Juda3,9 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …und der König von Edom3,9 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden..Sieben Tage waren sie nun miteinander unterwegs.Doch es gab kein Wasser für das Heer,auch nicht für die Tiere, die sie mitgenommen hatten.10Da sagte der König von Israel: »O weh!Hat der Herr uns drei Könige nur gerufen,um uns in die Gewalt Moabs3,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … zu geben?«11Joschafat3,11 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). aber fragte:»Gibt es hier einen Propheten3,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn,durch den wir den Herrn befragen können?«Einer der Soldaten des Königs von Israel3,11 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). antwortete:»Elischa3,11 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …, der Sohn des Schafat, ist hier,der im Dienst von Elija3,11 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … stand.Er war sein engster Vertrauter.«12Joschafat sagte:»Ja, er verkündet das Wort des HerrnAlso gingen die drei Könige zu ihm,der König von Israel, Joschafat und der König von Edom.

13Doch Elischa3,13 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … sagte zum König von Israel3,13 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).:»Was habe ich mit dir zu schaffen?Geh doch zu den Propheten deines Vaters3,13 Propheten deines Vaters: Unter Jorams Vater Ahab und seiner Mutter Isebel gab es viele Propheten, die Baal dienten; vgl. 1. Könige 18,20-40.oder zu den Propheten deiner Mutter!«Darauf entgegnete der König von Israel:»Nicht doch! Es geht um den Herrn!Hat er uns drei Könige nur gerufen,um uns in die Gewalt Moabs zu geben?«14Elischa erwiderte:»So gewiss der Herr Zebaot3,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … lebt,in dessen Dienst ich stehe:Ich mache das nur für Joschafat3,14 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.)., den König von Juda.Du wärst mir das nicht wert!15Und nun holt mir jemand,der auf der Harfe3,15 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. spielen kann!«Als der Mann die Harfe erklingen ließ,kam die Hand des Herrn3,15 Hand des HERRN: Bild dafür, dass Gott seine Botschaft direkt an den Propheten übermittelt. über Elischa.16Da sagte Elischa:»So spricht der Herr3,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Grabt überall Gruben in diesem trockenen Flussbett!17Denn so spricht der Herr:Ihr werdet weder Wind noch Regen sehen.Aber dieses Flussbett wird voll Wasser laufen.Dann könnt ihr alle trinken,ihr, eure Leute und euer Vieh.18Doch dieses Wunder ist für den Herrn noch zu wenig:Er wird sogar die Moabiter3,18 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr … in eure Gewalt geben.19Ihr werdet alle Städte erobern,die befestigten und prächtigen Städte.Alle wertvollen Bäume werdet ihr fällen,alle Wasserquellen zuschütten,alle guten Äcker mit Steinen bedecken3,19 mit Steinen bedecken: Steine auf dem Acker erschweren die Bewirtschaftung und mindern den Ertrag.20Und wirklich: Am nächsten Morgen kam das Wasser.Es war genau die Zeit3,20 genau die Zeit: Am Tempel in Jerusalem wurden zu regelmäßigen Zeiten Opfer dargebracht. Das morgendliche Speiseopfer fand bei Sonnenaufgang statt.,zu der das Speiseopfer3,20 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … im Tempel3,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … dargebracht wird.Wasser kam von der Bergen Edoms3,20 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.und überflutete die ganze Gegend.

21Inzwischen verbreitete sich in ganz Moab3,21 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … die Nachricht:»Die Könige kommen heran, um gegen Moab kämpfen!«Da wurden alle zusammengerufen,die Waffen tragen konnten.Sie stellten sich an der Grenze auf.22Früh am Morgen ging die Sonne über dem Wasser auf.Da erschien ihnen das Wasser drüben rot wie Blut.23Die Moabiter meinten: »Das ist ja Blut!Die Könige haben sich wohl gegenseitig umgebracht,einer hat den anderen erschlagen.Wir wollen losziehen und Beute machen!«24Doch als sie zum Lager der Israeliten kamen,rückten diese aus und schlugen die Moabiter im Kampf.Die Moabiter versuchten zu fliehen,aber die Israeliten verfolgten sieund brachten ihnen eine vernichtende Niederlage bei.25Sie zerstörten alle Städte.Auf die guten Äcker warf jeder einen Stein3,25 jeder warf einen Stein: Steine auf dem Acker erschweren die Bewirtschaftung und mindern den Ertrag.,bis der Boden ganz davon bedeckt war.Alle Wasserquellen schütteten sie zuund alle wertvollen Bäume fällten sie.Allein die Mauern von Kir-Heres3,25 Kir-Heres: Hauptstadt der Moabiter. standen noch.Also umstellten sie die Stadtund beschossen sie mit Schleudern3,25 Schleuder: Lederband, in das ein Stein eingelegt und das geschwungen wurde. Durch die Freigabe eines der Enden konnte das Geschoss bis zu 200 m weit geschleudert werden..26Der König von Moab merkte,dass er dem Ansturm nicht länger standhalten konnte.Da nahm er 700 Schwertkämpfer mit sich,um die Belagerung zu durchbrechen.Beim König von Edom3,26 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. versuchte er es,doch es gelang ihm nicht.27Schließlich nahm der König seinen erstgeborenen Sohn,der nach ihm König werden sollte.Er brachte ihn auf der Stadtmauer als Brandopfer dar3,27 als Brandopfer darbringen: Indem das Kostbarste, der eigene Sohn, als Opfer dargebracht wird, sollte der Gott von Moab zum Eingreifen in das Geschehen bewegt werden..Daraufhin packte die Israeliten das Entsetzen.Sie zogen von Moab ab und kehrten in ihr Land zurück.
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Elischa hilft einer armen Witwe

41Eines Tages wandte sich eine Frau an Elischa.Ihr Mann gehörte zu einer Gruppe junger Propheten4,1 Gruppe junger Propheten: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten.und war kürzlich gestorben.Jetzt fleht sie Elischa an:»Mein Mann, dein Knecht, ist gestorben.Du weißt, dass er Ehrfurcht4,1 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn hatte.Nun kommt der Mann, der uns Geld geliehen hat.Er will meine beiden Söhne holenund sie zu seinen Sklaven machen4,1 zu Sklaven machen: Konnte jemand seine Schulden nicht bezahlen, durfte der Geldgeber ihn oder seine Kinder zu Sklaven machen; vgl. 2. Mose/Exodus 21,2-11.2Elischa fragte sie:»Was kann ich für dich tun?Sag mir: Was hast du im Haus?«Sie antwortete:»Deine Magd4,2 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. hat nur einen kleinen Krug Öl,sonst ist nichts im ganzen Haus.«3Darauf sagte er:»Auf, bitte deine Nachbarn um weitere leere Gefäße,besorge aber nicht zu wenig!4Dann komm wieder zurückund verschließ die Tür hinter dir und deinen Söhnen.Gieß Öl aus deinem kleinen Krug in alle Gefäße!Was voll ist, stell beiseite!«5Da ging sie von ihm weg und besorgte die Gefäße.Dann schloss sie die Tür hinter sich und ihren Söhnen.Sie reichten ihr die Gefäße, und sie goss das Öl hinein.6Als alle Gefäße voll waren, fragte sie einen ihrer Söhne:»Gibt es noch ein Gefäß?«Er antwortete ihr: »Es gibt keins mehr.«Da hörte das Öl auf zu fließen.7Nun ging sie zum Gottesmann4,7 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. Hier ein Titel für Elischa., zu Elischa,und berichtete es ihm.Der sprach: »Geh und verkaufe das Öl!Bezahle davon deine Schulden!Vom Rest könnt ihr dann leben, du und deine Söhne.«

Elischa kündigt die Geburt eines Kindes an

8Eines Tages kam Elischa4,8 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … wieder nach Schunem4,8 Schunem: Stadt am Rand der Jesreel-Ebene, etwa 40 km südöstlich des heutigen Haifa..Dort lebte eine reiche Frau,die unbedingt wollte, dass er bei ihr aß.Immer wenn er durch Schunem kam,führte ihn sein Weg zu ihr, um dort zu essen.9Die Frau hatte zu ihrem Mann gesagt:»Eins weiß ich ganz genau:Der Gottesmann4,9 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder., der immer zu uns kommt, ist heilig4,9 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr ….10Lass uns doch ein kleines Zimmer4,10 Zimmer: Normalerweise wurden Gäste auf dem Dach eines Hauses in Hütten aus Reisig untergebracht. Für Elischa sollte das Zimmer aufwendig hergerichtet werden. für ihn herrichten.Dort stellen wir für ihn ein Bett auf,einen Tisch mit einem Stuhl und eine Lampe4,10 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle. Mehr ….Wenn er zu uns kommt, kann er sich dort zurückziehen.«

11Eines Tages kam Elischa4,11 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … wieder nach in den Ort.Er ging in das Zimmer und übernachtete dort.12Dann befahl er seinem Diener Gehasi:»Ruf die Frau aus Schunem.«Er rief sie, und sie ging zu ihm.13Elischa ließ sie durch Gehasi fragen:»Wegen uns hast du dir all diese Mühe gemacht.Was kann ich für dich tun?Soll ich beim König ein Wort für dich einlegenoder beim Hauptmann des Heeres?«Sie antwortete: »Mir geht es gut.Ich bin von Menschen umgeben,die es gut mit mir meinen.«14Später fragte Elischa seinen Diener Gehasi:»Was könnte ich sonst für sie tun?«Gehasi antwortete: »Ach, sie hat keinen Sohn,und ihr Mann ist schon alt.«15Da sprach Elischa: »Ruf sie!«Gehasi rief sie, und sie trat in den Eingang.16Dann wandte sich Elischa an sie:»In einem Jahr um diese Zeitliegt ein Sohn in deinen Armen.«Sie antwortete: »O nein, mein Herr, du Gottesmann4,16 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. Hier ein Titel für Elischa.!Mach deiner Magd4,16 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. keine falschen Hoffnungen!«17Die Frau wurde tatsächlich schwanger.Sie bekam einen Sohn genau zu der Zeit im Jahr,die Elischa4,17 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … ihr angekündigt hatte.

Elischa macht das Kind wieder lebendig

18Das Kind wurde groß.Eines Tages ging es hinaus zu seinem Vater,der mit den Arbeitern bei der Ernte war.19Plötzlich sagte es zu seinem Vater:»Mein Kopf, mein Kopf!«Der Vater befahl einem seiner Arbeiter:»Bring den Jungen heim zu seiner Mutter!«20Der nahm ihn und brachte ihn zu seiner Mutter.Bis zum Mittag saß er auf ihrem Schoß.Dann starb er.21Sie ging hoch,legte ihn auf das Bett des Gottesmannes4,21 Gottesmann: Meint den Propheten Elischa, für den die Familie sogar ein Gästezimmer hergerichtet hatte.,ging hinaus und schloss hinter sich ab.22Dann rief sie ihren Mann und bat ihn:»Schick mir einen der Diener und einen Esel!Ich will zum Gottesmann gehenund bald wieder zurück sein.«23Der fragte: »Warum willst du heute zu ihm gehen?Es ist doch weder Neumond noch Sabbat4,23 Neumond, Sabbat: Tage, die als religiöse Feste gefeiert wurden. Es war üblich, Propheten an diesen Tagen zu befragen.Sie antwortete nur: »Bis später, Friede sei mit dir!«24Schon sattelte sie den Esel und befahl ihrem Diener:»Treib den Esel immer wieder an!Hör mit dem Antreiben nicht auf,bis ich es dir sage!«

25So ritt sie losund kam zum Gottesmann4,25 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. Hier ein Titel für Elischa. auf dem Berg Karmel4,25 Berg Karmel: 20 km von Schunem entfernte Erhebung im gleichnamigen Gebirge, das südlich des heutigen Haifa liegt..Als er sie von Weitem sah,sagte er zu seinem Diener Gehasi:»Da kommt die Frau aus Schunem4,25 Frau aus Schunem: Reiche Frau, bei der Elischa ein eigenes Zimmer hat, wenn er in Schunem ist.!26Los, lauf ihr entgegen und frag sie:Geht es dir, deinem Mann und dem Kind gut?«Zunächst antwortete sie: »Es geht uns gut.«27Als sie aber zum Gottesmann auf den Berg kam,umfasste sie seine Füße.Gehasi trat sofort hinzu, um sie wegzustoßen.Aber der Gottesmann sagte:»Lass sie in Ruhe! Sie ist ja ganz verzweifelt.Doch der Herr hat den Grund vor mir verborgenund hat ihn mir nicht mitgeteilt.«28Sie fragte verbittert:»Habe ich dich, mein Herr, etwa um einen Sohn gebeten?Sagte ich nicht: Mach mir keine falschen Hoffnungen?«29Darauf sagte Elischa4,29 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … zu Gehasi:»Lauf sofort los!Nimm meinen Stab4,29 Stab: Persönlicher Gegenstand des Elischa, der Gehasi zu einem Wunder ermächtigen soll. in deine Hand und geh!Wenn du jemandem begegnest, grüß ihn nicht.Und wenn dich jemand grüßt, grüß ihn nicht zurück.Leg meinen Stab auf das Gesicht des Jungen!«30Aber die Mutter des Jungen sagte:»So gewiss der Herr lebt und so gewiss du lebst:Ohne dich gehe ich nicht von hier weg!«Da stand Elischa auf und folgte ihr.

31Gehasi war ihnen schon vorausgeeiltund hatte den Stab auf das Gesicht des Jungen gelegt.Aber der hatte keinen Laut von sich gegebenund keine Regung gezeigt.Daher kehrte er wieder zurück, kam zu ihnen und sagte:»Der Junge ist nicht aufgewacht.«32Als Elischa4,32 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … in das Haus kam,lag der Junge immer noch tot auf seinem Bett.33Er ging hinein, schloss die Tür hinter ihnen zuund betete zum Herrn.34Dann stieg er aufs Bett und legte sich auf das Kind:Mund auf Mund, Augen auf Augen, Hände auf Hände.Während Elischa so auf dem Kind lag,wurde dessen Körper wieder warm.35Danach stand er auf und ging im Haus auf und ab.Schließlich stieg er wieder aufs Bettund legte sich auf den Jungen.Da musste der Junge siebenmal niesenund öffnete die Augen.36Elischa rief Gehasi und befahl ihm:»Ruf die Frau aus Schunem4,36 Frau aus Schunem: Reiche Frau, bei der Elischa ein eigenes Zimmer hat, wenn er in Schunem ist.Er rief sie, und sie kam herein.Elischa sagte: »Nimm deinen Sohn!«37Da kam sie zu ihm, verneigte sich tiefund fiel ihm zu Füßen.Dann nahm sie ihren Sohn und ging hinaus.

Elischa macht das Essen wieder genießbar

38Danach kehrte Elischa4,38 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … zurück nach Gilgal4,38 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20..Damals herrschte gerade eine Hungersnot im Land.Die Propheten, die zur dortigen Gemeinschaft4,38 Gemeinschaft: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten. gehörten,versammelten sich bei Elischa.Als sie vor ihm saßen, befahl er seinem Diener:»Setz einen großen Topf aufund koche für die Propheten hier etwas zu essen!«39Da ging einer von ihnen aufs Feld, um Gemüse4,39 Gemüse: Wörtlich »Malven«. Die fingerförmigen Malven sind essbar und schmecken leicht süß. zu holen.Dabei fand er etwas, das aussah wie ein wilder Kürbis4,39 wilder Kürbis: Schmeckt bitter und führt zu Brechreiz..Er sammelte die Früchte ein,so viele, wie er in seinem Mantel tragen konnte.Dann kam er zurück, schnitt alles kleinund warf das unbekannte Gemüse in den Topf.40Das bekamen die Männer zu essen.Doch als sie das Gemüse probierten,schrien sie entsetzt:»Der Tod ist im Topf, Gottesmann4,40 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. Hier ein Titel für Elischa.Sie konnten es nicht essen.41Da sagte er: »Bringt mir etwas Mehl!«Er tat das Mehl in den Topf und sagte dann:»Teil es den Leuten aus, damit sie davon essen!«Jetzt war das Essen im Topf genießbar.

42Ein anderes Mal kam ein Mann aus Baal-Schalischa.Der brachte dem Gottesmann4,42 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. 20 Brote,gebacken aus dem Mehl der ersten Gerste4,42 erstes Getreide: Wie bei der Erstgeburt ist der erste Teil der Ernte für Gott bestimmt.,die er geerntet hatte.Dazu gab er ihm noch einen Beutel mit frischem Korn.Wieder befahl Elischa4,42 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … seinem Diener:»Gib es den Leuten zu essen!«43Doch sein Diener erwiderte:»Wie soll ich das bisschen an 100 Männer verteilen?«Elischa antwortete: »Gib es den Leuten zu essen!Denn so spricht der Herr4,43 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Esst und es wird noch davon übrig bleiben!«44Da teilte er es ihnen aus und sie aßen.Am Ende war noch einiges übrig.So erfüllte sich das Wort des Herrn.
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Elischa heilt den Aramäer Naaman

51Naaman war der Heerführer des Königs von Aram5,1 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien..Sein König schätzte ihn sehrund hielt große Stücke auf ihn.Denn der Herr hatte bewirkt,dass er für Aram siegreich war.Er war ein Kriegsheld, litt aber an Aussatz5,1 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Mehr ….2Die Aramäer überfielen das Land Israel5,2 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). immer wieder.

Einmal hatten sie ein junges Mädchen verschleppt,das jetzt im Dienst von Naamans Frau stand.3Dieses Mädchen sprach zu ihrer Herrin:»Ach, wäre mein Herr doch beim Propheten5,3 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Hier ein Titel für Elischa. in Samaria5,3 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört.!Der könnte ihn von seinem Aussatz heilen.«4Da ging Naaman zu seinem Herrn und Königund berichtete ihm:»Das und das hat das Mädchen aus Israel gesagt.«5Darauf sagte der König von Aram: »Geh dorthin!Ich werde dir ein Schreiben mitgeben.Es ist für den König von Israel bestimmt.«Naaman ging los und nahm Geschenke mit:340 Kilogramm5,5 340 Kilogramm: Wörtlich »10 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Silber, 6000 Goldmünzenund zehn kostbare Kleider.

6So kam er zum König von Israel5,6 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).und übergab ihm das Schreiben.Darin stand:»Wenn du dieses Schreiben erhältst, weißt du:Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir geschickt,damit du ihn von seinem Aussatz5,6 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Mehr … heilst.«7Als der König von Israel das Schreiben gelesen hatte,zerriss er seine Kleider5,7 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung..Er sagte: »Bin ich denn Gott?Kann ich töten oder lebendig machen?Da schickt dieser mir einen Mann,den ich vom Aussatz heilen soll!Merkt ihr es? Er sucht nur einen Anlass für Krieg!«

8Elischa5,8 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …, der Gottesmann5,8 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder., hörte davon,dass der König von Israel5,8 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). seine Kleider zerrissen hatte.Deshalb schickte er eine Botschaft zum König:»Warum hast du deine Kleider zerrissen?Naaman soll zu mir kommen.Dann wird er erkennen,dass es in Israel einen Propheten5,8 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gibt!«9So kam Naaman mit Pferden und Wagen zu Elischaund hielt vor der Tür seines Hauses.10Elischa schickte einen Boten zu ihm hinaus:»Geh und wasch dich siebenmal im Jordan5,10 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr …!Dann wird deine Haut gesundund du giltst wieder als rein5,10 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Mehr …11Doch Naaman wurde zornig.Er wollte weggehen und sagte:»Ich dachte, er selbst kommt zu mir herausund stellt sich vor mich hin.Dann ruft er den Namen des Herrn an, seines Gottes,erhebt seine Händeund betet in Richtung des heiligen Ortes5,11 heiliger Ort: Meint den Tempel in Jerusalem..Und so heilt er mich vom Aussatz5,11 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Mehr ….12Abana und Parpar, die Flüsse von Damaskus5,12 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr …,sind die nicht viel besser als alle Gewässer Israels?Dann hätte ich mich gleich dort waschen können,um wieder gesund zu werden!«Voller Zorn drehte er sich weg und wollte gehen.13Da traten seine Diener an ihn heran und sagten zu ihm:»Herr5,13 Herr: Wörtlich »mein Vater«. Die Diener sprechen ihren Herrn ungewöhnlich respektvoll und liebevoll an., was wäre gewesen,wenn der Prophet etwas Großes von dir verlangt hätte?Hättest du es dann nicht getan?Doch er sagte nur: ›Wasch dich und du wirst gesund.‹Warum tust du das dann nicht?«14Also stieg er doch zum Jordan hinabund tauchte siebenmal unter,wie es der Gottesmann gesagt hatte.Da wurde seine Haut gesund wie die Haut eines Kindes,und er galt wieder als rein.

Naaman möchte sich bei Gott bedanken

15Darauf kehrte er wieder zum Gottesmann5,15 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. zurück,zusammen mit seinem ganzen Gefolge.Er trat vor ihn hin und sagte: »Nun weiß ich,dass es nirgendwo einen Gott gibt außer in Israel.Er ist der einzige Gott auf der ganzen Welt.Nimm doch ein Geschenk von deinem Knecht5,15 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. an!«16Elischa5,16 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … aber antwortete:»So gewiss der Herr lebt, in dessen Dienst ich stehe:Ich werde nichts annehmen!«Naaman versuchte ihn zu überreden,aber Elischa weigerte sich.17Schließlich sagte Naaman: »Wenn du das nicht willst,dann soll man mir, deinem Knecht, Erde5,17 Erde: Erde vom Boden des heiligen Landes. Damit sollen die Opfer des Naaman in seiner Heimat mit dem Gott Israels in Verbindung gebracht werden. mitgeben –so viel wie zwei Maultiere5,17 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt. tragen können.Denn ich will keine anderen Götter5,17 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … mehr anbeten.Nur noch dem Herrn will ich Opfer5,17 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … darbringen,Brandopfer5,17 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … und Schlachtopfer5,17 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … sollen es sein.18Nur das eine soll der Herr deinem Knecht verzeihen:Mein Herr, der König, besucht den Tempel des Rimmon5,18 Rimmon: Beiname des Gottes Hadad, des Hauptgottes der Aramäer, die in Damaskus lebten.,um dort zu beten.Dabei stützt er sich auf meinen Arm.Also muss auch ich dort auf die Knie fallenund mit ihm Rimmon anbeten.Der Herr soll es deinem Knecht verzeihen!«19Elischa antwortete: »Geh hin in Frieden!«

Gehasi sucht den eigenen Vorteil und wird dafür bestraft

Als Naaman schon ein Stück Weg zurückgelegt hatte,20dachte sich Gehasi, der Diener des Elischa5,20 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …:»Mein Herr hat diesen Aramäer Naaman geschont.Er hat nichts von dem angenommen,was dieser mitgebracht hatte.So gewiss der Herr lebt:Ich will ihm nachlaufen und mir etwas von ihm holen.«21Also rannte Gehasi dem Naaman hinterher.Als Naaman ihn kommen sah,sprang er sofort von seinem Wagen,lief ihm entgegen und fragte: »Ist alles in Ordnung?«22Gehasi antwortete: »Ja!Mein Herr schickt mich mit einer Bitte zu dir:Gerade sind zwei junge Propheten gekommen,von der Gemeinschaft5,22 Gemeinschaft: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten. auf dem Gebirge Efraim5,22 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte..Gib mir doch etwas für sie:einen Barren5,22 ein Barren: Wörtlich »ein Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Silber und zwei kostbare Kleider.«23Naaman antwortete:»Sei so gut: Nimm das Doppelte an Silber!«Er drängte es ihm regelrecht aufund tat die doppelte Menge Silber in zwei Beutel.Dazu legte er noch zwei kostbare Kleiderund übergab alles an seine beiden Diener.Die trugen es vor Gehasi her.

24Als Gehasi den Hügel Ofel5,24 Hügel Ofel: Südlich des Tempelbergs in Jerusalem gelegener, künstlich aufgeschütteter Hügel. am Stadtrand erreichte,nahm er ihnen die Geschenke ab.Er schickte die Männer wegund brachte alles heimlich ins Haus.Als die Männer fort waren,25ging er zu seinem Herrn ins Haus und trat vor ihn hin.Elischa5,25 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … fragte ihn: »Gehasi, woher kommst du?«Er antwortete: »Dein Knecht5,25 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. ist nirgends gewesen.«26Aber Elischa sagte: »Ich war im Geist dabei,als Naaman vom Wagen sprang und dir entgegenlief.Es war falsch, Silber und Kleider von ihm anzunehmen.Du willst dir davon Olivenbäume5,26 Olivenbaum: Im östlichen Mittelmeerraum weitverbreiteter Baum, aus dessen Früchten Öl hergestellt wird. Es gehörte in der Antike zu den Grundnahrungsmitteln. Mehr … und Weinberge5,26 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … kaufen.Du willst Rinder, Schafe, Knechte und Mägde haben.27Dafür soll der Aussatz5,27 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Mehr … des Naaman auf dich übergehen.Du und deine Nachkommen sollen für immer daran leiden.«Da bekam Gehasi Aussatz und wurde weiß wie Schnee.So verließ er Elischa.