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Hiskijas Krankheit und das göttliche Zeichen

201Zu dieser Zeit wurde Hiskija20,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. todkrank.Da kam der Prophet20,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihmund sagte: »So spricht der Herr20,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Regle deine Angelegenheiten,denn du wirst nicht mehr gesund, sondern stirbst.«2Da drehte Hiskija das Gesicht zur Wandund betete zum Herrn:3»Ach Herr, denk doch daran,wie ich vor dir gelebt habe:Ich habe mich treu an dich gehalten.Mit ganzem Herzen bin ich dir gefolgtund habe getan, was dir gefällt.«Dabei brach Hiskija in Tränen aus und weinte laut.

4Jesaja war auf dem Heimweg.Er lief gerade durch den mittleren Hof des Palastes,als das Wort des Herrn zu ihm kam20,4 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben.:5»Kehre um und richte Hiskija20,5 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. aus,der als Hirte20,5 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr … über mein Volk wacht:So spricht der Herr20,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott deines Vorfahren David20,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …:Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen.Deshalb werde ich dich heilen.Am dritten Tag wirst du wieder gehen könnenund den Tempel des Herrn besuchen.6Um 15 Jahre will ich dein Leben verlängern.Auch vor dem assyrischen König20,6 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.will ich dich und diese Stadt retten.Ich werde Jerusalem20,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … beschützen.Das tue ich für mich und für meinen Knecht David20,6 Knecht David: Meint König David, dem von Gott versprochen wurde, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,16.7Dann ordnete Jesaja an: »Holt eine Paste aus Feigen.«Sie holten die Paste,strichen sie auf Hiskijas Geschwürund es begann zu heilen.8Da fragte Hiskija den Jesaja: »Woran kann ich erkennen,dass der Herr mich wirklich ganz gesund machen wird?Was ist das Zeichen,dass ich am dritten Tag wieder gehenund den Tempel des Herrn besuchen20,8 den Tempel des HERRN besuchen: Bei Hautkrankheiten musste ein Priester die Heilung bestätigen, bevor der Geheilte wieder am Gottesdienst teilnehmen konnte. kann?«9Jesaja antwortete:»Das soll das Zeichen für dich vom Herrn sein –daran sollst du sehen,dass der Herr tut, was er dir angekündigt hat:Achte auf die Sonnenuhr und entscheide dich:Soll der Schatten zehn Stufen vorgehenoder zehn Stufen zurückgehen?«10Hiskija meinte: »Es ist einfach,dass der Schatten zehn Stufen vorgeht.Nein, rückwärts soll er gehen!Der Schatten soll zehn Stufen zurückgehen.«11Da betete der Prophet20,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja zum Herrn.Und tatsächlich: Dieser ließ den Schatten zurückgehen.Zehn Stufen ging der Schatten wieder rückwärtsan der Sonnenuhr, die Ahas20,11 Ahas: König des Südreichs Juda (741–725 v. Chr.). gemacht hatte.

Hiskija und die babylonische Gesandschaft

12Zu dieser Zeit war Marduk-Baladan20,12 Marduk-Baladan: König von Babylonien (722–709 v. Chr.). Im Kampf gegen die Assyrer war er zunächst erfolgreich, bevor er 709 v. Chr. endgültig geschlagen wurde.,der Sohn des Baladan, König von Babylonien.Der schickte Boten zu Hiskija20,12 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.,um ihm einen Brief und Geschenke zu überbringen.Denn er hatte gehört, dass Hiskija krank geworden war.13Hiskija hörte sich die Botschaft an.Dann zeigte er den Boten sein ganzes Schatzhaus:das Silber und Gold, die Duftstoffe und kostbaren Öle.Sie sahen auch sein ganzes Waffenlagerund alles, was sich in seinen Vorratskammern befand.Es gab nichts in seinem Palast und seinem Reich,was Hiskija ihnen nicht zeigte.14Da kam der Prophet20,14 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja zu König Hiskijaund fragte ihn:»Was wollten diese Männer denn von dir?Und woher sind sie gekommen?«Hiskija antwortete:»Sie sind aus einem fernen Land zu mir gekommen,aus Babylonien20,14 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr …15Jesaja fragte:»Und was haben sie in deinem Palast gesehen?«Hiskija antwortete:»Sie haben alles gesehen, was ich besitze.Es gibt nichts in meinen Vorratskammern,was ich ihnen nicht gezeigt habe.«16Da sagte Jesaja zu Hiskija:»Höre, was der Herr dazu sagt:17Es kommt eine Zeit20,17 es kommt eine Zeit: Anspielung auf die Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezzar 586 v. Chr. Nach seinem Sieg wurden die Schätze Jerusalems und viele Bewohner nach Babylonien verschleppt.,da wird alles, was in deinem Palast ist,nach Babylonien gebracht werden.Es wird nichts von dem übrig bleiben,was deine Vorfahren angesammelt haben.Das sagt der Herr.18Auch deine Nachkommen wird es treffen:Einige deiner Nachfolger wird man fortbringen.Sie werden Hofbeamte seinam Palast des Königs von Babylonien.«19Da sagte Hiskija zu Jesaja:»Das ist eine gute Botschaft des Herrndie du mir übermittelt hast.«Denn er dachte sich: »Solange ich lebe,werden Frieden und Sicherheit sein.«

20Die übrigen Berichte über Hiskija20,20 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. finden sichim Buch der Chronik der Könige von Juda20,20 Chronik der Könige von Juda: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind auch seine Erfolge beschriebenund wie er den Teich und die Wasserleitung baute.So regelte er die Wasserversorgung der Stadt20,20 Wasserversorgung der Stadt: In Hiskijas Regierungszeit wurde ein Tunnel in den Felsen gehauen, der das Wasser der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Gihonquelle in die Stadt zum Teich von Schiloach leitete. So war die Wasserversorgung auch während einer Belagerung sichergestellt..21Dann starb Hiskija.Sein Sohn Manasse20,21 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.
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König Manasse und König Amon

2. Könige 21,1-26

König Manasse

211Manasse21,1 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). war zwölf Jahre alt,als er König wurde.55 Jahre regierte er in Jerusalem21,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter hieß Hefzi-Bah.2Er tat, was der Herr verurteilt.Er tat Abscheuliches genau wie die anderen Völker,die der Herr vor den Israeliten vertrieben21,2 vertrieben: Das Buch Josua erzählt davon, dass Gott den Israeliten half, das verheißene Land zu erobern. hatte.3Manasse baute die Kultplätze21,3 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. wieder auf,die sein Vater Hiskija21,3 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. zerstört hatte.Er errichtete Altäre für Baal21,3 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr ….Und er ließ einen Kultpfahl21,3 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. anfertigen,wie es schon König Ahab21,3 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.), der die Anbetung fremder Götter erlaubte; vgl. 1. Könige 16,29-33. von Israel getan hatte.Dazu verehrte er das himmlische Heer21,3 himmlisches Heer: Hier Bezeichnung für Sonne, Mond und Sterne, die als Gottheiten verehrt wurden.und betete die Gestirne an.4Auch baute er Altäre21,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … im Tempel21,4 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrn.Dabei hatte der Herr doch gesagt:»In Jerusalem bin ich in meinem Namen gegenwärtig21,4 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. Mehr …5Für das ganze himmlische Heer baute er Altärein den beiden Höfen des Tempels21,5 Höfe des Tempels: Der Tempel in Jerusalem war von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben..6Außerdem ließ er seinen Sohn durchs Feuer gehen21,6 durchs Feuer gehen lassen: Meint das Opfern von Kindern in Notlagen. Das war in Israel verboten.,betrieb Wahrsagerei21,6 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … und Zauberei21,6 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. Mehr …,ließ Tote und Geister befragen.Er tat so viele Dinge, die der Herr verurteilt,dass er ihn sehr zornig machte.7Der Kultpfahl21,7 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung., den Manasse hatte anfertigen lassen,war der Göttin Aschera21,7 Aschera: Kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin, die als Partnerin des Gottes Baal verehrt wurde. geweiht.Auch ihn brachte er in den Tempel.Dabei hatte der Herr doch Folgendes21,7 Folgendes: Die Antwort Gottes an König Salomo wird auch in 1. Könige 9,3-9 erzählt. gesagt,als er zu David21,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und dessen Sohn Salomo21,7 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … sprach:»Jerusalem habe ich aus allen Stämmen Israels21,7 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … erwählt.Denn an diesem Ort und in diesem Tempelwill ich für immer in meinem Namen gegenwärtig sein.8Ich will Israel nicht mehr heimatlos machen.Sie werden ihren Fuß nicht mehr von dem Boden nehmen,den ich ihren Vorfahren gegeben habe.Nur müssen sie eines tun:Alles beachten und tun, was ich ihnen geboten habe.Die ganze Weisung21,8 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … müssen sie befolgen,die ich meinem Knecht21,8 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … Mose21,8 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … gegeben habe.«

9Aber die Israeliten gehorchten nicht.Im Gegenteil: Manasse21,9 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). verführte sie dazu,noch schlimmere Dinge zu tun als die Völker,die der Herr vernichtet hatte.10Da drohte der Herr ihnen die folgende Strafe anund ließ durch seine Knechte21,10 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, die Propheten21,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …, sagen:11»König Manasse von Juda tut scheußliche Dinge.Es ist noch viel schlimmer als alles,was die Amoriter21,11 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich des Jordan lebte, bevor die Israeliten das Land in Besitz nahmen. Sie verehrten einen anderen Gott als die Israeliten. vor ihm getan haben.Dazu hat er Juda21,11 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … zur Sünde verführt,auch sie beten jetzt seine Götzen21,11 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. an.12Deshalb spricht der Herr21,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:Unheil will ich über Jerusalem21,12 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und Juda bringen.Davon werden allen, die es hören, die Ohren wehtun!13Die Strafe, die ich Jerusalem zumesse,gleicht dem Schicksal Samarias21,13 Samaria: Die Hauptstadt des Nordreiches steht hier stellvertretend für das Nordreich Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. und des Hauses Ahab21,13 Haus Ahab: Das Königshaus aus dem Nordreich Israel wurde bei einem Putsch vollständig ausgelöscht, vgl. 2. Könige 10,1-14..Ich werde Jerusalem auswischen wie eine Schüssel:erst auswischen und dann auf den Kopf stellen.14Dabei ist Jerusalem der letzte Rest meines Eigentums21,14 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk.!Doch ich werde sie in die Gewalt ihrer Feinde geben.All ihre Feinde sollen sie ausrauben und plündern.15Denn sie haben getan, was ich verurteile.Sie haben mich seit damals zum Zorn gereizt21,15 zum Zorn gereizt: Beim Auszug aus Ägypten lehnt sich das Volk immer wieder gegen Gott auf, vgl. beispielsweise 4. Mose/Numeri 11.,als ihre Vorfahren aus Ägypten gezogen21,15 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. sind.Das hat sich bis heute nicht geändert.16Ja, noch viel mehr:Manasse hat so viel unschuldiges Blut vergossen,dass es in Strömen durch Jerusalem floss!Dazu kam noch, dass er Juda zur Sünde verführte:Die Judäer taten, was der Herr verurteilt.«

17Die übrigen Berichte über Manasse21,17 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). finden sichim Buch der Chronik der Könige von Juda21,17 Chronik der Könige von Juda: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind alle seine Taten beschrieben,auch die Sünden, die er begangen hat.18Dann starb Manasse und wurde begrabenim Garten seines Palastes, dem Garten von Usa.Sein Sohn Amon21,18 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.

König Amon

19Amon21,19 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.). war 22 Jahre alt, als er König wurde.Zwei Jahre regierte er in Jerusalem21,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter hieß Meschullemetund war eine Tochter von Haruz aus Jotba.20Er tat, was der Herr verurteilt,so wie sein Vater Manasse21,20 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). Von seiner Regierungszeit erzählt 2. Könige 21,1-18. es getan hatte.21In allem folgte er seinem schlechten Beispiel:Er verehrte die Götzen21,21 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild., die sein Vater verehrt hatte,und betete sie an.22Aber den Herrn, den Gott seiner Väter, verließ er.In keiner Weise richtete er sein Leben nach ihm aus.

23Eines Tages gab es eine Verschwörung gegen Amon21,23 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.)..Seine eigenen Leute töteten ihn in seinem Palast.24Doch die angesehenen Männer vom Land21,24 Männer vom Land: Meint die mächtigen und einflussreichen Personen, die nicht zum Königshof in Jerusalem gehörten und auf dem Land lebten. erschlugen alle,die sich gegen König Amon verschworen hatten.Dann machten sie seinen Sohn Joschija21,24 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. zum König.Er regierte an seiner Stelle.25Die übrigen Berichte über Amon finden sichim Buch der Chronik der Könige von Juda21,25Chronik der Könige von Juda: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind auch seine Taten beschrieben.26Man begrub ihn in seinem Grab im Garten von Usa.Sein Sohn Joschija wurde König an seiner Stelle.
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Die Regierung von König Joschija

2. Könige 22,1–23,30

König Joschija findet das Gesetzbuch

221Joschija22,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. war acht Jahre alt, als er König wurde.31 Jahre regierte er in Jerusalem22,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter hieß Jedidaund war eine Tochter von Adaja aus Bozkat.2Er tat, was dem Herrn gefiel,und handelte wie sein Vorfahre David22,2 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….Niemals wich er von diesem guten Weg ab,weder nach rechts noch nach links.

3In seinem 18. Regierungsjahrbeschloss König Joschija22,3 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30., den Tempel22,3 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … zu renovieren.Also schickte er seinen Schreiber22,3 Schreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben am königlichen Hof. zum Haus des Herrn22,3 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..Schafan, der Sohn des Azalja und Enkel von Meschullam,erhielt von ihm folgenden Auftrag:4»Geh zum Hohepriester22,4 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. Mehr … Hilkija.Er soll das Geld zählen,das zum Tempel des Herrn gebracht wird.Die Priester, die Hüter des Tempeltores22,4 Hüter des Tempeltores: Ranghohe Priester, die Besucher kontrollierten und die Abgaben an den Tempel überwachten. sind,sammeln es ja vom Volk am Eingang ein.5Dieses Geld soll man den Handwerkern geben,die die Arbeiten am Tempel des Herrn beaufsichtigen.Diese sollen davon die anderen Handwerker bezahlen,die die Schäden am Tempel ausbessern.6Sie sollen alles bezahlen:die Zimmerleute22,6 Zimmerleute: Handwerker, die auf die Bearbeitung von Holz spezialisiert sind., Bauarbeiter und Maurer,das nötige Material, Holz und behauene Steine.7Rechnungen brauchen sie dafür nicht zu bringen.Sie bekommen das Geld in die Handund handeln auf Treu und Glauben.«

8Der Schreiber22,8 Schreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben am königlichen Hof. Schafan überbrachte diese Anweisung.Da sagte der Hohepriester22,8 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. Mehr … Hilkija zu ihm:»Im Tempel22,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrnhabe ich dieses Gesetzbuch22,8 Gesetzbuch: Wörtlich »Buch der Weisung«. Heute eine Bezeichnung für die fünf Bücher Mose. Im vorliegenden Text ist vermutlich nur eine frühe Fassung des 5. Buch Mose/Deuteronomium gemeint. gefunden.«Hilkija übergab Schafan das Buch,der nahm es zur Hand und las darin.

9Dann machte sich der Schreiber auf den Weg zum Königund berichtete ihm:»Die Priester, die deine ergebenen Diener sind,haben das Geld gezählt, das sich im Tempel befand.Sie gaben es weiter an die Handwerker,die die Arbeiten am Tempel des Herrn beaufsichtigen.«10Doch damit war der Bericht noch nicht zu Ende.Der Schreiber Schafan sagte noch zum König:»Der Priester Hilkija hat mir ein Buch mitgegeben.«Dann las Schafan dem König daraus vor.11Als der König die Worte dieses Gesetzbuches hörte,zerriss er seine Kleider22,11 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung..

Joschija befragt die Prophetin Hulda

12Der König wollte den Herrn befragen, was er tun sollte.Deshalb gab er fünf Beamten einen Auftrag:dem Priester22,12 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … Hilkija, Ahikam, dem Sohn von Schafan,Achbor, dem Sohn von Michaja, dem Schreiber22,12 Schreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben am königlichen Hof. Schafanund Asaja, seinem engsten Vertrauten.13Er sagte: »Geht und befragt den Herrn für mich,für das Volk und für ganz Juda22,13 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …!Was bedeuten die Worte dieses Buches für uns,das da gefunden wurde?Denn der Zorn des Herrn22,13 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … ist gewaltig,der gegen uns entbrannt ist.Denn unsere Vorfahren haben nicht auf das gehört,was in diesem Buch22,13 dieses Buch: Gemeint ist das Gesetzbuch, das in Vers 8 im Tempel gefunden wird. steht.Sie haben seine Worte nicht befolgt.«

14Da gingen die fünf Männer zur Prophetin22,14 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Hulda,zur Frau von Schallum, dem Verwalter der Kleiderkammer.Schallum war ein Sohn des Harhas und Enkel von Tikwa.Hulda war gerade in der Neustadt22,14 Neustadt: Bezirk nördlich und westlich der Stadt Davids, dem ältesten Teil Jerusalems. von Jerusalem22,14 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Der Priester Hilkija, Ahikam, Achbor, Schafan und Asajaredeten mit ihr.15Sie antwortete ihnen:»Im Namen des Herrn, des Gottes Israels,sagt dem Mann, der euch zu mir geschickt hat:16So spricht der Herr22,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich werde Unheil über diesen Ort bringenund über seine Bewohner.Alles wird so geschehen,wie es der König von Juda in diesem Buch22,16 dieses Buch: Gemeint ist das Gesetzbuch, das in Vers 8 im Tempel gefunden wird. gelesen hat.17Denn die Israeliten haben mich verlassen.Sie haben anderen Göttern Räucheropfer22,17 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dargebracht.Sie haben mich zornig gemacht mit allem,was ihre Hände geschaffen haben.Mein Zorn ist gegen diesen Ort entbranntund wird nicht verlöschen.‹

18Doch ich habe noch eine andere Botschaftfür den König von Juda, der euch geschickt hat.Er wollte ja den Herrn befragen.Richtet ihm also aus: ›So spricht der Herr, der Gott Israels:Du hast die Worte gehört19und sie dir zu Herzen genommen.Du hast dich demütig vor dem Herrn gebeugt,als du gehört hast, welches Unheil ich angekündigt habe:Dieser Ort und seine Bewohner sollen zum Gespött werdenund zum Fluch für alle Völker.Da hast du deine Kleider zerrissen22,19 deine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung. und vor mir geweint.Deshalb habe ich auch dein Gebet erhörtAusspruch des Herrn22,19 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.. –20Ich will dich mit deinen Vorfahren vereinen22,20 mit deinen Vorfahren vereinen: Biblischer Ausdruck für einen friedlichen Tod.,in Frieden sollst du in deinem Grab beigesetzt werden.Deine Augen müssen das ganze Unheil nicht mit ansehen,das ich über diesen Ort bringen werde.‹«Das alles berichteten die fünf Männer dem König.