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Jesaja kündigt Hiskija die Rettung an

191Als König Hiskija19,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. das hörte, zerriss er seine Kleider19,1 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und zog ein Trauergewand19,1 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an.Dann ging er in den Tempel19,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr ….2Auch der Palastverwalter Eljakim,der Staatsschreiber19,2 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebna und die führenden Priesterzogen Trauergewänder an.So schickte Hiskija sie zum Propheten19,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja,dem Sohn des Amoz.3Sie sollten ihm ausrichten:»So spricht Hiskija:Heute ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schande.Es geht uns wie Kindern, die bei der Geburt feststecken.Doch den Frauen fehlt die Kraft, sie herauszupressen.4Vielleicht hört ja der Herr, dein Gott, alles,was der Rabschake19,4 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. gesagt hat,und bestraft ihn dafür.Denn er hat den lebendigen Gott verhöhntim Auftrag seines Herrn, des assyrischen Königs19,4 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte..Bete doch für den Rest der Leute,den man in Jerusalem19,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … noch finden kann.«

5So kamen die Berater des Königs Hiskija19,5 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. zu Jesaja.6Der gab ihnen folgende Nachricht für ihren Herrn mit:»So spricht der Herr:Fürchte dich nicht vor dieser Drohung.Die Boten des assyrischen Königs19,6 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.haben mich mit ihren Worten verspottet.7Deshalb werde ich ihn verwirren:Er wird eine Nachricht bekommen,sodass er in sein Land zurückkehrt.Dort werde ich ihn durch das Schwert umkommen lassen.«8Da kehrte der Rabschake19,8 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. zum assyrischen König zurück.Denn er hatte erfahren,dass der König von Lachisch19,8 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. abgezogen warund gegen Libna19,8 Libna: Stadt nordöstlich von Lachisch. kämpfte.

Ein Drohbrief des assyrischen Königs Sanherib

9Damals erhielt der König von Assyrien19,9 König von Assyrien: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte. die Nachricht:»Tirhaka, der König von Kusch19,9 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht.,ist zum Krieg gegen dich ausgezogen.«Daraufhin kehrte er umund schickte Boten zu Hiskija19,9 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. mit folgendem Auftrag:10»So sollt ihr zu König Hiskija von Juda sprechen:Lass dich von deinem Gott nicht betrügen.Du vertraust ihm und denkst:›Jerusalem wird dem assyrischen Könignicht in die Hände fallen.‹11Du hast doch gehört,was die Könige von Assyrienden anderen Ländern angetan haben.Sie haben alle vollständig verwüstet.Und ausgerechnet du solltest gerettet werden?12*19,12 Vers 12-13: Die in diesem Vers aufgezählten Städte wurden zur Zeit Jesajas von den Assyrern erobert. Sind denn die Völker,die meine Vorfahren vernichtet haben,von ihren Göttern gerettet worden?Was ist mit Gosan, Haran und Rezef geschehen?Wie steht es um die Nachkommen Edens,die in Telassar lebten?13Wo ist der König von Hamat geblieben?Wo ist der König von Arpad,wo der König der Stadt Sefarwajim?Wo sind die Könige von Hena und Awa?«14Das alles stand in einem Brief,den Hiskija von den Boten erhielt.Nachdem er ihn gelesen hatte,ging er zum Tempel19,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … hinauf und legte ihn dem Herrn vor.

Hiskijas Gebet

15Hiskija19,15 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. stand im Tempel19,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … vor dem Herrn und betete:»Herr, Gott Israels,der über den Kerubim19,15 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes. Mehr … thront!Du allein bist Gottund herrschst über alle Reiche der Erde.Du hast den Himmel und die Erde gemacht.16Herr, hab ein offenes Ohr für mich und höre!Herr, öffne deine Augen und sieh!Hör dir die Worte des Sanherib19,16 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. an.Er hat diesen Brief geschickt,um dich, den lebendigen Gott zu verhöhnen.17Es ist wahr, Herr:Die Könige von Assyrien19,17 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak.haben die Völker und ihre Länder verwüstet18und deren Götter ins Feuer geworfen.Es waren ja auch gar keine Götter,sondern Machwerke von Menschenhandaus Holz oder Stein.Deshalb konnten die Assyrer sie vernichten.19Nun bitte ich dich, Herr, unser Gott:Rette uns vor dem König von Assyrien!Dann werden alle Königreiche der Erde erkennen,dass du, Herr, allein Gott bist.«

Gottes Wort über Sanherib

20Daraufhin schickte Jesaja, der Sohn des Amoz,eine Botschaft an Hiskija19,20 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.:»So spricht der Herr, der Gott Israels:Du hast zu mir gebetet,weil Sanherib19,20 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte., der König von Assyrien, dich bedroht.Und ich habe es gehört.21Dies ist das Wort, das der Herr ihm zu sagen hat:Die Jungfrau, die Tochter Zion19,21 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem.,verachtet und verspottet dich.Die Tochter Jerusalem schüttelt ihren Kopf über dich.22Wen hast du da verhöhnt und beschimpft?Gegen wen hast du deine Stimme erhoben?Auf wen hast du unverschämt herabgeblickt?Es war der Heilige Israels19,22 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.!23Durch deine Botenhast du den Herrn verhöhnt und geprahlt:›Mit meinen vielen Streitwagen19,23 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr …habe ich die höchsten Berge bezwungen.Bis in die hintersten Winkel des Libanon19,23 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr …bin ich vorgedrungen.Dort habe ich die höchsten Zedern19,23 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. Mehr … gefälltund die schönsten Zypressen19,23 Zypresse: Immergrüner Nadelbaum von säulenartiger Gestalt, der eine Höhe von 9–15 m erreicht. Mehr ….Bis zu den entlegensten Hütten bin ich gelangtund in die dichtesten Wälder.24Ich habe in der Fremde nach Wasser gegrabenund es weggetrunken.Mit meinen Füßen versperre ich alle Arme des Nil19,24 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte.und lasse Ägypten19,24 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … austrocknen.‹25Hast du es denn nicht gemerkt?Ich habe das von Anfang an geplantund schon längst in Angriff genommen.Jetzt habe ich es dazu kommen lassen,dass du befestigte Städte zerstört hast.Du hast sie dem Erdboden gleichgemacht.26Ihre Bewohner verließ der Mut,Angst und Verzweiflung packten sie.Sie verwelkten wie Kraut auf dem Feld.Es ging ihnen wie frischem Grünund dem Gras auf dem Dach,das im Ostwind verdorrt27Ich weiß, ob du zu Hause bleibstoder aufbrichst und losziehst.Ich weiß auch, dass du gegen mich wütest.28Ja, du wütest gegen mich,und ich habe von deiner Überheblichkeit gehört.Darum ziehe ich dir einen Ring durch die Naseund lege dir Zaumzeug ins Maul.So führe ich dich auf demselben Weg zurück,auf dem du gekommen bist.

29Ich will dir ein Zeichen geben, Hiskija19,29 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte..Daran sollst du erkennen, dass ich das tue:In diesem Jahr sollt ihr essen,was nach der Ernte von selbst nachwächst.Im nächsten Jahr müsst ihr euch von dem ernähren,was dann noch wild wächst.Aber im dritten Jahr könnt ihr wieder säen und ernten.Ihr könnt Weinberge19,29 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … bepflanzen und ihre Trauben genießen.30Die Judäer, die mit dem Leben davongekommen sind,werden gedeihen wie Pflanzen:Sie werden unten tiefe Wurzeln schlagenund oben reiche Frucht bringen.31Und die wenigen, die in Jerusalem19,31 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … überlebt haben,werden sich vom Berg Zion19,31 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … her wieder ausbreiten.Der Herr Zebaot19,31 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … bewirkt dasin seiner leidenschaftlichen Liebe.32Deshalb spricht der Herr über den König von Assyrien19,32 König von Assyrien: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.:Er wird nicht in diese Stadt eindringenund keinen Pfeil auf sie schießen.Er wird sie nicht mit Schilden umringenund keinen Belagerungswall19,32 Belagerungswall: Um eine Stadt herum errichteter Damm aus Erde. Er verhindert sowohl die Flucht aus der belagerten Stadt als auch die Versorgung der Stadt von außen. gegen sie aufschütten.33Auf demselben Weg, auf dem er gekommen ist,wird er wieder abziehen.Er wird nicht in diese Stadt eindringen.So lautet der Ausspruch des Herrn19,33 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..34Ich werde diese Stadt beschützen und retten.Das bin ich mir und meinem Knecht David19,34 Knecht David: Meint König David, dem von Gott versprochen wurde, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,16. schuldig.«

Gottes Strafgericht an den Assyrern

35In jener Nacht zog der Engel19,35 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … des Herrn ausund erschlug im Lager der Assyrer19,35 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … 185.000 Mann.Als man am Morgen aufstand, lag alles voller Leichen.36Der assyrische König Sanherib19,36 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. brach auf und zog ab.Er kehrte nach Ninive19,36 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. zurück und blieb dort.37Einmal betete er im Tempel seines Gottes Nisroch.Als er vor ihm auf die Knie fiel,ermordeten ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer.Sie erschlugen ihn mit dem Schwert.Dann flohen sie in das Land Ararat.Asarhaddon19,37 Asarhaddon: König von Assyrien (680–669 v. Chr.). Er führte Kriege im östlichen Mittelmeerraum und siedelte die besiegte Bevölkerung in anderen Teilen seines Reiches an., der Sohn des Sanherib,wurde König an seiner Stelle.
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Hiskijas Krankheit und das göttliche Zeichen

201Zu dieser Zeit wurde Hiskija20,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. todkrank.Da kam der Prophet20,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihmund sagte: »So spricht der Herr20,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Regle deine Angelegenheiten,denn du wirst nicht mehr gesund, sondern stirbst.«2Da drehte Hiskija das Gesicht zur Wandund betete zum Herrn:3»Ach Herr, denk doch daran,wie ich vor dir gelebt habe:Ich habe mich treu an dich gehalten.Mit ganzem Herzen bin ich dir gefolgtund habe getan, was dir gefällt.«Dabei brach Hiskija in Tränen aus und weinte laut.

4Jesaja war auf dem Heimweg.Er lief gerade durch den mittleren Hof des Palastes,als das Wort des Herrn zu ihm kam20,4 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben.:5»Kehre um und richte Hiskija20,5 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. aus,der als Hirte20,5 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr … über mein Volk wacht:So spricht der Herr20,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott deines Vorfahren David20,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …:Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen.Deshalb werde ich dich heilen.Am dritten Tag wirst du wieder gehen könnenund den Tempel des Herrn besuchen.6Um 15 Jahre will ich dein Leben verlängern.Auch vor dem assyrischen König20,6 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.will ich dich und diese Stadt retten.Ich werde Jerusalem20,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … beschützen.Das tue ich für mich und für meinen Knecht David20,6 Knecht David: Meint König David, dem von Gott versprochen wurde, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,16.7Dann ordnete Jesaja an: »Holt eine Paste aus Feigen.«Sie holten die Paste,strichen sie auf Hiskijas Geschwürund es begann zu heilen.8Da fragte Hiskija den Jesaja: »Woran kann ich erkennen,dass der Herr mich wirklich ganz gesund machen wird?Was ist das Zeichen,dass ich am dritten Tag wieder gehenund den Tempel des Herrn besuchen20,8 den Tempel des HERRN besuchen: Bei Hautkrankheiten musste ein Priester die Heilung bestätigen, bevor der Geheilte wieder am Gottesdienst teilnehmen konnte. kann?«9Jesaja antwortete:»Das soll das Zeichen für dich vom Herrn sein –daran sollst du sehen,dass der Herr tut, was er dir angekündigt hat:Achte auf die Sonnenuhr und entscheide dich:Soll der Schatten zehn Stufen vorgehenoder zehn Stufen zurückgehen?«10Hiskija meinte: »Es ist einfach,dass der Schatten zehn Stufen vorgeht.Nein, rückwärts soll er gehen!Der Schatten soll zehn Stufen zurückgehen.«11Da betete der Prophet20,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja zum Herrn.Und tatsächlich: Dieser ließ den Schatten zurückgehen.Zehn Stufen ging der Schatten wieder rückwärtsan der Sonnenuhr, die Ahas20,11 Ahas: König des Südreichs Juda (741–725 v. Chr.). gemacht hatte.

Hiskija und die babylonische Gesandschaft

12Zu dieser Zeit war Marduk-Baladan20,12 Marduk-Baladan: König von Babylonien (722–709 v. Chr.). Im Kampf gegen die Assyrer war er zunächst erfolgreich, bevor er 709 v. Chr. endgültig geschlagen wurde.,der Sohn des Baladan, König von Babylonien.Der schickte Boten zu Hiskija20,12 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.,um ihm einen Brief und Geschenke zu überbringen.Denn er hatte gehört, dass Hiskija krank geworden war.13Hiskija hörte sich die Botschaft an.Dann zeigte er den Boten sein ganzes Schatzhaus:das Silber und Gold, die Duftstoffe und kostbaren Öle.Sie sahen auch sein ganzes Waffenlagerund alles, was sich in seinen Vorratskammern befand.Es gab nichts in seinem Palast und seinem Reich,was Hiskija ihnen nicht zeigte.14Da kam der Prophet20,14 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja zu König Hiskijaund fragte ihn:»Was wollten diese Männer denn von dir?Und woher sind sie gekommen?«Hiskija antwortete:»Sie sind aus einem fernen Land zu mir gekommen,aus Babylonien20,14 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr …15Jesaja fragte:»Und was haben sie in deinem Palast gesehen?«Hiskija antwortete:»Sie haben alles gesehen, was ich besitze.Es gibt nichts in meinen Vorratskammern,was ich ihnen nicht gezeigt habe.«16Da sagte Jesaja zu Hiskija:»Höre, was der Herr dazu sagt:17Es kommt eine Zeit20,17 es kommt eine Zeit: Anspielung auf die Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezzar 586 v. Chr. Nach seinem Sieg wurden die Schätze Jerusalems und viele Bewohner nach Babylonien verschleppt.,da wird alles, was in deinem Palast ist,nach Babylonien gebracht werden.Es wird nichts von dem übrig bleiben,was deine Vorfahren angesammelt haben.Das sagt der Herr.18Auch deine Nachkommen wird es treffen:Einige deiner Nachfolger wird man fortbringen.Sie werden Hofbeamte seinam Palast des Königs von Babylonien.«19Da sagte Hiskija zu Jesaja:»Das ist eine gute Botschaft des Herrndie du mir übermittelt hast.«Denn er dachte sich: »Solange ich lebe,werden Frieden und Sicherheit sein.«

20Die übrigen Berichte über Hiskija20,20 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. finden sichim Buch der Chronik der Könige von Juda20,20 Chronik der Könige von Juda: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind auch seine Erfolge beschriebenund wie er den Teich und die Wasserleitung baute.So regelte er die Wasserversorgung der Stadt20,20 Wasserversorgung der Stadt: In Hiskijas Regierungszeit wurde ein Tunnel in den Felsen gehauen, der das Wasser der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Gihonquelle in die Stadt zum Teich von Schiloach leitete. So war die Wasserversorgung auch während einer Belagerung sichergestellt..21Dann starb Hiskija.Sein Sohn Manasse20,21 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.
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König Manasse und König Amon

2. Könige 21,1-26

König Manasse

211Manasse21,1 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). war zwölf Jahre alt,als er König wurde.55 Jahre regierte er in Jerusalem21,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter hieß Hefzi-Bah.2Er tat, was der Herr verurteilt.Er tat Abscheuliches genau wie die anderen Völker,die der Herr vor den Israeliten vertrieben21,2 vertrieben: Das Buch Josua erzählt davon, dass Gott den Israeliten half, das verheißene Land zu erobern. hatte.3Manasse baute die Kultplätze21,3 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. wieder auf,die sein Vater Hiskija21,3 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. zerstört hatte.Er errichtete Altäre für Baal21,3 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr ….Und er ließ einen Kultpfahl21,3 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. anfertigen,wie es schon König Ahab21,3 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.), der die Anbetung fremder Götter erlaubte; vgl. 1. Könige 16,29-33. von Israel getan hatte.Dazu verehrte er das himmlische Heer21,3 himmlisches Heer: Hier Bezeichnung für Sonne, Mond und Sterne, die als Gottheiten verehrt wurden.und betete die Gestirne an.4Auch baute er Altäre21,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … im Tempel21,4 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrn.Dabei hatte der Herr doch gesagt:»In Jerusalem bin ich in meinem Namen gegenwärtig21,4 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. Mehr …5Für das ganze himmlische Heer baute er Altärein den beiden Höfen des Tempels21,5 Höfe des Tempels: Der Tempel in Jerusalem war von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben..6Außerdem ließ er seinen Sohn durchs Feuer gehen21,6 durchs Feuer gehen lassen: Meint das Opfern von Kindern in Notlagen. Das war in Israel verboten.,betrieb Wahrsagerei21,6 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … und Zauberei21,6 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. Mehr …,ließ Tote und Geister befragen.Er tat so viele Dinge, die der Herr verurteilt,dass er ihn sehr zornig machte.7Der Kultpfahl21,7 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung., den Manasse hatte anfertigen lassen,war der Göttin Aschera21,7 Aschera: Kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin, die als Partnerin des Gottes Baal verehrt wurde. geweiht.Auch ihn brachte er in den Tempel.Dabei hatte der Herr doch Folgendes21,7 Folgendes: Die Antwort Gottes an König Salomo wird auch in 1. Könige 9,3-9 erzählt. gesagt,als er zu David21,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und dessen Sohn Salomo21,7 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … sprach:»Jerusalem habe ich aus allen Stämmen Israels21,7 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … erwählt.Denn an diesem Ort und in diesem Tempelwill ich für immer in meinem Namen gegenwärtig sein.8Ich will Israel nicht mehr heimatlos machen.Sie werden ihren Fuß nicht mehr von dem Boden nehmen,den ich ihren Vorfahren gegeben habe.Nur müssen sie eines tun:Alles beachten und tun, was ich ihnen geboten habe.Die ganze Weisung21,8 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … müssen sie befolgen,die ich meinem Knecht21,8 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … Mose21,8 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … gegeben habe.«

9Aber die Israeliten gehorchten nicht.Im Gegenteil: Manasse21,9 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). verführte sie dazu,noch schlimmere Dinge zu tun als die Völker,die der Herr vernichtet hatte.10Da drohte der Herr ihnen die folgende Strafe anund ließ durch seine Knechte21,10 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, die Propheten21,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …, sagen:11»König Manasse von Juda tut scheußliche Dinge.Es ist noch viel schlimmer als alles,was die Amoriter21,11 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich des Jordan lebte, bevor die Israeliten das Land in Besitz nahmen. Sie verehrten einen anderen Gott als die Israeliten. vor ihm getan haben.Dazu hat er Juda21,11 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … zur Sünde verführt,auch sie beten jetzt seine Götzen21,11 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. an.12Deshalb spricht der Herr21,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:Unheil will ich über Jerusalem21,12 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und Juda bringen.Davon werden allen, die es hören, die Ohren wehtun!13Die Strafe, die ich Jerusalem zumesse,gleicht dem Schicksal Samarias21,13 Samaria: Die Hauptstadt des Nordreiches steht hier stellvertretend für das Nordreich Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. und des Hauses Ahab21,13 Haus Ahab: Das Königshaus aus dem Nordreich Israel wurde bei einem Putsch vollständig ausgelöscht, vgl. 2. Könige 10,1-14..Ich werde Jerusalem auswischen wie eine Schüssel:erst auswischen und dann auf den Kopf stellen.14Dabei ist Jerusalem der letzte Rest meines Eigentums21,14 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk.!Doch ich werde sie in die Gewalt ihrer Feinde geben.All ihre Feinde sollen sie ausrauben und plündern.15Denn sie haben getan, was ich verurteile.Sie haben mich seit damals zum Zorn gereizt21,15 zum Zorn gereizt: Beim Auszug aus Ägypten lehnt sich das Volk immer wieder gegen Gott auf, vgl. beispielsweise 4. Mose/Numeri 11.,als ihre Vorfahren aus Ägypten gezogen21,15 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. sind.Das hat sich bis heute nicht geändert.16Ja, noch viel mehr:Manasse hat so viel unschuldiges Blut vergossen,dass es in Strömen durch Jerusalem floss!Dazu kam noch, dass er Juda zur Sünde verführte:Die Judäer taten, was der Herr verurteilt.«

17Die übrigen Berichte über Manasse21,17 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). finden sichim Buch der Chronik der Könige von Juda21,17 Chronik der Könige von Juda: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind alle seine Taten beschrieben,auch die Sünden, die er begangen hat.18Dann starb Manasse und wurde begrabenim Garten seines Palastes, dem Garten von Usa.Sein Sohn Amon21,18 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.

König Amon

19Amon21,19 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.). war 22 Jahre alt, als er König wurde.Zwei Jahre regierte er in Jerusalem21,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter hieß Meschullemetund war eine Tochter von Haruz aus Jotba.20Er tat, was der Herr verurteilt,so wie sein Vater Manasse21,20 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). Von seiner Regierungszeit erzählt 2. Könige 21,1-18. es getan hatte.21In allem folgte er seinem schlechten Beispiel:Er verehrte die Götzen21,21 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild., die sein Vater verehrt hatte,und betete sie an.22Aber den Herrn, den Gott seiner Väter, verließ er.In keiner Weise richtete er sein Leben nach ihm aus.

23Eines Tages gab es eine Verschwörung gegen Amon21,23 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.)..Seine eigenen Leute töteten ihn in seinem Palast.24Doch die angesehenen Männer vom Land21,24 Männer vom Land: Meint die mächtigen und einflussreichen Personen, die nicht zum Königshof in Jerusalem gehörten und auf dem Land lebten. erschlugen alle,die sich gegen König Amon verschworen hatten.Dann machten sie seinen Sohn Joschija21,24 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. zum König.Er regierte an seiner Stelle.25Die übrigen Berichte über Amon finden sichim Buch der Chronik der Könige von Juda21,25Chronik der Könige von Juda: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind auch seine Taten beschrieben.26Man begrub ihn in seinem Grab im Garten von Usa.Sein Sohn Joschija wurde König an seiner Stelle.