BasisBibel (BB)
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Prophetenerzählungen

2. Könige 1,1–8,29

Der Prophet Elija und sein Nachfolger Elischa

2. Könige 1,1–2,18

Nordreich Israel: Der Tod des Königs Ahasja

11Nachdem Ahab1,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). gestorben war,fielen die Moabiter1,1 Moabiter: König Ahab hatte das benachbarte Königreich Moab unterworfen. von Israel1,1 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). ab.2Ahasja1,2 Ahasja: König des Nordreichs Israel (852–851 v. Chr.). hatte damals einen Unfall in Samaria1,2 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört.:Er fiel durch ein Gitter im oberen Stock seines Palastesund verletzte sich schwer.Deshalb schickte er Boten los mit dem Auftrag:»Geht und befragt den Baal-Sebub1,2 Baal-Sebub: Wörtlich »Herr der Fliegen«. Spottname für »Baal-Sebul«, der von den Philistern in Ekron verehrt wurde. Sein Name bedeutet übersetzt »erhabener Herr«., den Gott von Ekron1,2 Ekron: Einflussreiche Stadt der Philister etwa 40 km westlich von Jerusalem.!Ich will wissen, ob ich diese Verletzung überlebe!«3Doch der Engel1,3 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … des Herrn sprach zu Elija1,3 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …,der aus Tischbe stammte:»Auf, geh den Boten des Königs von Samaria entgegen.Sag zu ihnen:Gibt es in Israel denn keinen Gott?Müsst ihr also fortgehen,um Baal-Sebub, den Gott von Ekron, zu befragen?4Deshalb spricht der Herr so1,4 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Von deinem Krankenbett wirst du nicht mehr aufstehen.Du wirst ganz sicher sterben!«Dann ging Elija fort.

5Die Boten kehrten daraufhin zu Ahasja1,5 Ahasja: König des Nordreichs Israel (852–851 v. Chr.). zurück.Der fragte sie: »Warum kommt ihr schon zurück?«6Sie antworteten ihm:»Ein Mann kam uns entgegen und forderte uns auf:Kehrt um zum König, der euch geschickt hat!Sagt ihm: So spricht der Herr1,6 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Gibt es denn keinen Gott in Israel?Musst du also Boten aussenden,um Baal-Sebub1,6 Baal-Sebub: Wörtlich »Herr der Fliegen«. Spottname für »Baal-Sebul«, der von den Philistern in Ekron verehrt wurde. Sein Name bedeutet übersetzt »erhabener Herr«., den Gott von Ekron1,6 Ekron: Einflussreiche Stadt der Philister etwa 40 km westlich von Jerusalem., zu befragen?Deshalb wirst du nicht mehr aufstehenvon deinem Krankenbett.Du wirst ganz sicher sterben!«7Er fragte sie: »Wie sah der Mann aus,der euch begegnet ist und so zu euch geredet hat?«8Sie antworteten ihm:»Er trug einen Mantel aus Ziegenhaarenund einen Ledergürtel um seine Hüften.«Da rief Ahasja: »Das war Elija1,8 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … aus Tischbe!«

9Sofort schickte er einen Hauptmann los,zusammen mit seinen 50 Männern.Er stieg auf den Berg hinauf und fand Elija1,9 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …,der auf dem Gipfel des Berges saß.Er forderte ihn auf: »Gottesmann1,9 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder.,der König befiehlt dir herunterzukommen!«10Doch Elija antwortete dem Hauptmann der 50 Männer:»Wenn ich ein Gottesmann bin,soll Feuer vom Himmel fallenund dich und deine 50 Männer vernichten!«Sofort fiel Feuer vom Himmelund vernichtete ihn und seine 50 Männer.11Also schickte Ahasja1,11 Ahasja: König des Nordreichs Israel (852–851 v. Chr.). einen anderen Hauptmann los,zusammen mit seinen 50 Männern.Der forderte Elija auf: »Gottesmann,der König befiehlt dir, sofort herunterzukommen!«12Doch Elija antwortete ihnen:»Wenn ich ein Gottesmann bin,soll Feuer vom Himmel fallenund dich und deine 50 Männer vernichten!«Sofort fiel Feuer vom Himmelund vernichtete ihn und seine 50 Männer.13Zum dritten Mal schickte Ahasja einen Hauptmann los,zusammen mit seinen 50 Männern.Der dritte Hauptmann stieg hinauf,kniete vor Elija nieder und flehte ihn an:»Gottesmann, schone unser Leben,mein Leben und das deiner 50 Knechte!Sind wir in deinen Augen denn nichts wert?14Es ist doch so: Feuer ist vom Himmel gefallen.Es hat die ersten beiden Truppen vernichtet,die beiden Hauptmänner mit ihren Männern.Bitte verschone mich, wenn ich es dir wert bin!«15Da sprach der Engel1,15 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … des Herrn zu Elija:»Geh mit ihm hinab und hab keine Angst vor ihm!«Da stand Elija auf und ging mit ihm zum König.16Zu diesem sagte er: »So spricht der Herr1,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du hast Boten losgeschickt,um Baal-Sebub1,16 Baal-Sebub: Wörtlich »Herr der Fliegen«. Spottname für »Baal-Sebul«, der von den Philistern in Ekron verehrt wurde. Sein Name bedeutet übersetzt »erhabener Herr«., den Gott von Ekron1,16 Ekron: Einflussreiche Stadt der Philister etwa 40 km westlich von Jerusalem., zu befragen.Gibt es denn keinen Gott in Israel,den man befragen kann?Deshalb wirst du nicht mehr aufstehenvon deinem Krankenbett.Du wirst ganz sicher sterben!«

17Daraufhin starb Ahasja1,17 Ahasja: König des Nordreichs Israel (852–851 v. Chr.)..So erfüllte sich das Wort des Herrn,das er durch Elija1,17 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … gesprochen hatte.Im zweiten Regierungsjahr des Königs Joschafat1,17 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Judawurde Joram1,17 Joram: König des Südreichs Juda (847–841 v. Chr.). König an seiner Stelle.Ahasja hatte nämlich keinen Sohn.18Die übrigen Berichte über Ahasja finden sichim Buch der Chronik der Könige von Israel1,18 Chronik der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind seine Taten aufgeschrieben.
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Gott holt Elija in den Himmel

21Es war an dem Tag,als der Herr Elija2,1 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … zu sich holen wollte.Im Sturm sollte er in den Himmel auffahren.Gerade ging Elija mit Elischa2,1 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … aus Gilgal2,1 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. fort.2Da sagte Elija zu Elischa:»Bleib hier, der Herr schickt mich nach Bet-El2,2 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. Mehr …Doch Elischa antwortete:»So gewiss der Herr lebt und so gewiss du lebst:Ich verlasse dich auf keinen Fall!«So gingen sie nach Bet-El.3Die Propheten aus der Gemeinschaft2,3 Gemeinschaft: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten. von Bet-Elkamen Elischa entgegen und fragten ihn:»Weißt du, was der Herr heute tun wird?Er wird deinen Herrn Elija zu sich holen,von dir weg, hinauf in den Himmel.«Er antwortete: »Ich weiß das auch, seid still!«4Erneut sagte Elija zu ihm: »Bleib hier, Elischa,der Herr schickt mich nach Jericho2,4 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. Mehr …Doch der antwortete wieder:»So gewiss der Herr lebt und so gewiss du lebst:Ich verlasse dich auf keinen Fall!«So kamen sie nach Jericho.5Die Propheten aus der Gemeinschaft von Jerichokamen Elischa entgegen und fragten ihn:»Weißt du, was der Herr heute tun wird?Er wird deinen Herrn Elija zu sich holen,von dir weg, hinauf in den Himmel.«Wieder antwortete er: »Ich weiß das auch. Seid still!«6Noch einmal sagte Elija zu ihm:»Bleib hier, der Herr schickt mich zum Jordan2,6 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr …Doch der antwortete wieder:»So gewiss der Herr lebt und so gewiss du lebst:Ich verlasse dich auf keinen Fall!«Also gingen die beiden gemeinsam weiter.

7Es folgten ihnen die 50 Propheten,die zur Gemeinschaft2,7 Gemeinschaft: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten. von Jericho2,7 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. Mehr … gehörten.Sie blieben in einiger Entfernung stehen.Nun traten die beiden an den Jordan2,7 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr ….8Elija2,8 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … nahm seinen Mantel, wickelte ihn zusammenund schlug damit aufs Wasser.Da teilte es sich,und die beiden schritten trockenen Fußes2,8 trockenen Fußes: 2. Mose/Exodus 14,21-22 erzählt, wie sich das Schilfmeer teilt und die Israeliten trockenen Fußes hindurchziehen können. hindurch.9Als sie drüben angekommen waren,sagte Elija zu Elischa2,9 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …:»Was kann ich noch für dich tun,bevor ich von dir weggenommen2,9 wegnehmen: Neben Henoch ist Elija die einzige Person im Alten Testament, die nicht stirbt; vgl. 1. Mose/Genesis 5,24. werde?Sprich eine Bitte aus!«Elischa antwortete: »Zwei Anteile2,9 zwei Anteile: Elischa bittet darum, Elijas Nachfolger zu werden. 5. Mose/Deuteronomium 21,17 zufolge erhält der erstgeborene Sohn als Haupterbe doppelt so viel wie die anderen, also zwei Anteile vom Erbe. von deinem Geistsollen auf mich übergehen!«10Elija entgegnete:»Diese Bitte ist schwer zu erfüllen.Doch wenn du siehst,wie ich von dir weggenommen werde,wirst du die beiden Anteile bekommen.Siehst du das nicht, bekommst du sie nicht.«11Während sie miteinander gingen und redeten,erschien plötzlich ein Wagen aus Feuermit Pferden aus Feuer.Die schoben sich zwischen die beiden und trennten sie.Und Elija fuhr im Sturm in den Himmel auf.12Elischa sah es und schrie laut:»Mein Vater, mein Vater!Du bist doch der Wagen Israels mit seinen Pferden2,12 Wagen Israels mit seinen Pferden: Das Bild des Streitwagens betont die politische und militärische Bedeutung Elijas. Sein Nachfolger Elischa erhält ebenfalls diesen Titel, vgl. 2. Könige 13,14.Als er nichts mehr sehen konnte,fasste er seine Kleider und zerriss sie2,12 zerriss die Kleider: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung. in zwei Teile.13Dann hob er den Mantel Elijas auf,der heruntergefallen war.So kehrte er an das Ufer des Jordan zurück.14Er nahm den Mantel Elijasund schlug damit aufs Wasser.Dabei rief er: »Wo ist der Herr, der Gott des Elija?«Da teilte es sich,und Elischa ging wieder ans andere Ufer.

Elischa ist dagegen, nach Elija zu suchen

15Das sahen die Prophetenaus der Gemeinschaft2,15 Gemeinschaft: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten. von Jericho2,15 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. Mehr …,die in der Nähe standen.Sie sagten: »Der Geist Elijas2,15 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … ruht nun auf Elischa2,15 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …Sie liefen ihm entgegen und fielen vor ihm auf die Knie.16Dann schlugen sie ihm vor:»Unter deinen Knechten2,16 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. gibt es 50 kräftige Männer.Die sollen losgehen und deinen Herrn suchen.Vielleicht hat ihn der Geist des Herrn fortgetragen.Und er hat ihn auf einen der Berge gesetztoder in eines der Täler.«Aber Elischa entgegnete: »Schickt sie nicht!«17Doch sie ließen nicht locker,bis er schließlich nachgab und sagte:»Dann schickt sie halt los!«Also schickten sie 50 Männer los.Die suchten Elija drei Tage lang, fanden ihn aber nicht.18Dann kehrten sie zu Elischa zurück.Der war noch in Jericho und sagte zu ihnen:»Habe ich euch nicht gesagt:Ihr braucht nicht zu gehen?«

Der Prophet Elischa tut Zeichen und Wunder

2. Könige 2,19–6,23

Elischa macht Wasser wieder genießbar

19Die Männer der Stadt Jericho sagten zu Elischa2,19 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …:»Wie du siehst, mein Herr,kann man in dieser Stadt gut wohnen.Nur das Wasser ist schlecht,sodass es in der Gegend zu Fehlgeburten kommt.«20Da befahl er:»Bringt mir eine neue Schale und tut Salz hinein.«Man brachte sie ihm.21Damit ging er zur Wasserquelle,schüttete das Salz hinein und sagte:»So spricht der Herr2,21 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Hiermit mache ich dieses Wasser trinkbar.Es wird weder Tod noch Fehlgeburt verursachen!«22So wurde das Wasser trinkbar bis zum heutigen Tag,und es erfüllte sich, was Elischa gesagt hatte.

Elischa wird verspottet

23Von Jericho2,23 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. Mehr … aus ging Elischa nach Bet-El2,23 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. Mehr ….Während er nun den Weg hinaufstieg,kam aus der Stadt eine Horde Kinder.Sie machten sich über ihn lustig und riefen:»Komm rauf, Glatzkopf, komm rauf, Glatzkopf!«24Er drehte sich zu ihnen um, sah sie anund verfluchte2,24 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … sie im Namen des Herrn.Da kamen zwei Bärinnen aus dem Waldund rissen 42 von den Kindern in Stücke.25Elischa2,25 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … aber ging von dort weiter zum Berg Karmel2,25 Berg Karmel: Höchste Erhebung im gleichnamigen Gebirge, das südlich des heutigen Haifa liegt..Dann kehrte er nach Samaria2,25 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. zurück.
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Nordreich Israel: Joram wird König

31Im 18. Regierungsjahr des Königs Joschafat3,1 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Judawurde Joram3,1 Joram: König des Nordreichs Israel (851–841 v. Chr.)., der Sohn des Ahab3,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). In 1. Könige 16,29-33 wird seine Regierungszeit besonders negativ bewertet., König über Israel.Zehn Jahre regierte er als König in Samaria3,1 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..2Er tat, was der Herr verurteilt –wenn auch nicht in dem Ausmaß,wie sein Vater und seine Mutter es getan hatten.Denn er entfernte den Kultstein3,2 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. für Baal3,2 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr …,den sein Vater gemacht hatte.3Aber an den Sünden Jerobeams3,3 Sünden Jerobeams: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32., des Sohnes Nebats,hielt er fest und ließ nicht davon ab.Jerobeam3,3 Jerobeam I.: Erster König des Nordreichs Israel (926–907 v. Chr.). hatte Israel zur Sünde verführt.

König Mescha von Moab wird besiegt

4König Mescha3,4 Mescha: König Ahab hatte das benachbarte Königreich Moab unterworfen. von Moab3,4 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … betrieb Viehzuchtund war vom König von Israel abhängig.Deshalb musste er ihm immer wieder abliefern:100.000 Lämmer und 100.000 Widder samt Wolle.5Doch nach dem Tod von Ahab3,5 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)., dem König von Israel,fiel der König von Moab von ihm ab.6Darauf zog König Joram3,6 Joram: König des Nordreichs Israel (851–841 v. Chr.). von Samaria3,6 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. aus durchs Landund musterte die Männer aus ganz Israel.7Dann schickte er Boten zu König Joschafat3,7 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Juda:»Der König von Moab ist von mir abgefallen.Ziehst du mit mir gegen Moab in den Krieg?«Der antwortete: »Ich ziehe mit dir.Du kannst dich auf mich verlassen.Mein Volk soll wie dein Volk seinund meine Pferde wie deine Pferde!«8Joram fragte weiter:»Auf welchem Weg wollen wir hinaufziehen?«Joschafat entschied:»Auf dem Weg durch die Wüste Edom3,8 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.

9So rückten drei Könige gemeinsam aus:der König von Israel3,9 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)., der König von Juda3,9 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …und der König von Edom3,9 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden..Sieben Tage waren sie nun miteinander unterwegs.Doch es gab kein Wasser für das Heer,auch nicht für die Tiere, die sie mitgenommen hatten.10Da sagte der König von Israel: »O weh!Hat der Herr uns drei Könige nur gerufen,um uns in die Gewalt Moabs3,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … zu geben?«11Joschafat3,11 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). aber fragte:»Gibt es hier einen Propheten3,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn,durch den wir den Herrn befragen können?«Einer der Soldaten des Königs von Israel3,11 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). antwortete:»Elischa3,11 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …, der Sohn des Schafat, ist hier,der im Dienst von Elija3,11 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … stand.Er war sein engster Vertrauter.«12Joschafat sagte:»Ja, er verkündet das Wort des HerrnAlso gingen die drei Könige zu ihm,der König von Israel, Joschafat und der König von Edom.

13Doch Elischa3,13 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr … sagte zum König von Israel3,13 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).:»Was habe ich mit dir zu schaffen?Geh doch zu den Propheten deines Vaters3,13 Propheten deines Vaters: Unter Jorams Vater Ahab und seiner Mutter Isebel gab es viele Propheten, die Baal dienten; vgl. 1. Könige 18,20-40.oder zu den Propheten deiner Mutter!«Darauf entgegnete der König von Israel:»Nicht doch! Es geht um den Herrn!Hat er uns drei Könige nur gerufen,um uns in die Gewalt Moabs zu geben?«14Elischa erwiderte:»So gewiss der Herr Zebaot3,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … lebt,in dessen Dienst ich stehe:Ich mache das nur für Joschafat3,14 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.)., den König von Juda.Du wärst mir das nicht wert!15Und nun holt mir jemand,der auf der Harfe3,15 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. spielen kann!«Als der Mann die Harfe erklingen ließ,kam die Hand des Herrn3,15 Hand des HERRN: Bild dafür, dass Gott seine Botschaft direkt an den Propheten übermittelt. über Elischa.16Da sagte Elischa:»So spricht der Herr3,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Grabt überall Gruben in diesem trockenen Flussbett!17Denn so spricht der Herr:Ihr werdet weder Wind noch Regen sehen.Aber dieses Flussbett wird voll Wasser laufen.Dann könnt ihr alle trinken,ihr, eure Leute und euer Vieh.18Doch dieses Wunder ist für den Herrn noch zu wenig:Er wird sogar die Moabiter3,18 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr … in eure Gewalt geben.19Ihr werdet alle Städte erobern,die befestigten und prächtigen Städte.Alle wertvollen Bäume werdet ihr fällen,alle Wasserquellen zuschütten,alle guten Äcker mit Steinen bedecken3,19 mit Steinen bedecken: Steine auf dem Acker erschweren die Bewirtschaftung und mindern den Ertrag.20Und wirklich: Am nächsten Morgen kam das Wasser.Es war genau die Zeit3,20 genau die Zeit: Am Tempel in Jerusalem wurden zu regelmäßigen Zeiten Opfer dargebracht. Das morgendliche Speiseopfer fand bei Sonnenaufgang statt.,zu der das Speiseopfer3,20 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … im Tempel3,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … dargebracht wird.Wasser kam von der Bergen Edoms3,20 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.und überflutete die ganze Gegend.

21Inzwischen verbreitete sich in ganz Moab3,21 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … die Nachricht:»Die Könige kommen heran, um gegen Moab kämpfen!«Da wurden alle zusammengerufen,die Waffen tragen konnten.Sie stellten sich an der Grenze auf.22Früh am Morgen ging die Sonne über dem Wasser auf.Da erschien ihnen das Wasser drüben rot wie Blut.23Die Moabiter meinten: »Das ist ja Blut!Die Könige haben sich wohl gegenseitig umgebracht,einer hat den anderen erschlagen.Wir wollen losziehen und Beute machen!«24Doch als sie zum Lager der Israeliten kamen,rückten diese aus und schlugen die Moabiter im Kampf.Die Moabiter versuchten zu fliehen,aber die Israeliten verfolgten sieund brachten ihnen eine vernichtende Niederlage bei.25Sie zerstörten alle Städte.Auf die guten Äcker warf jeder einen Stein3,25 jeder warf einen Stein: Steine auf dem Acker erschweren die Bewirtschaftung und mindern den Ertrag.,bis der Boden ganz davon bedeckt war.Alle Wasserquellen schütteten sie zuund alle wertvollen Bäume fällten sie.Allein die Mauern von Kir-Heres3,25 Kir-Heres: Hauptstadt der Moabiter. standen noch.Also umstellten sie die Stadtund beschossen sie mit Schleudern3,25 Schleuder: Lederband, in das ein Stein eingelegt und das geschwungen wurde. Durch die Freigabe eines der Enden konnte das Geschoss bis zu 200 m weit geschleudert werden..26Der König von Moab merkte,dass er dem Ansturm nicht länger standhalten konnte.Da nahm er 700 Schwertkämpfer mit sich,um die Belagerung zu durchbrechen.Beim König von Edom3,26 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. versuchte er es,doch es gelang ihm nicht.27Schließlich nahm der König seinen erstgeborenen Sohn,der nach ihm König werden sollte.Er brachte ihn auf der Stadtmauer als Brandopfer dar3,27 als Brandopfer darbringen: Indem das Kostbarste, der eigene Sohn, als Opfer dargebracht wird, sollte der Gott von Moab zum Eingreifen in das Geschehen bewegt werden..Daraufhin packte die Israeliten das Entsetzen.Sie zogen von Moab ab und kehrten in ihr Land zurück.