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König Hoschea und das Ende des Nordreichs Israel

2. Könige 17,1-41

Nordreich Israel: Der letzte König Hoschea

171Im 12. Regierungsjahr des Königs Ahas17,1 Ahas: König des Südreichs Juda (741–725 v. Chr.). von Judawurde Hoschea17,1 Hoschea: König des Nordreichs Israel (732–723 v. Chr.)., der Sohn des Ela, König von Israel.Neun Jahre regierte er in Samaria.2Er tat, was der Herr verurteilt,aber nicht in dem Maß wie seine Vorgänger.3Damals rückte König Salmanassar17,3 Salmanassar V.: König von Assyrien (726–722 v. Chr.). gegen ihn heran.Hoschea war vom assyrischen König abhängigund musste ihm Tribut zahlen.4Aber der König von Assyrien witterte Verrat:Hoschea hatte nämlich Boten nach Ägypten17,4 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … geschickt,um mit dem ägyptischen König So zu verhandeln.Außerdem hatte Hoschea seinen Tribut nicht gezahlt,den er jährlich dem König von Assyrien liefern musste.Deshalb ließ Salmanassar Hoschea festnehmenund ins Gefängnis werfen.5Dann verwüstete der König von Assyrien das Landund zog bis nach Samaria17,5 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..Er belagerte die Stadt drei Jahre lang.6Im 9. Regierungsjahr des Hoscheakonnte der König von Assyrien17,6 König von Assyrien: König Salmanassar V. starb kurz vor Ende der Belagerung, sodass sein Nachfolger Sargon II. die Stadt Samaria einnahm. Samaria erobern.Er nahm die Bevölkerung Israels17,6 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). gefangenund verschleppte sie nach Assyrien17,6 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak..In den Städten der Meder17,6 Städte der Meder: Gebiete östlich des Tigris im heutigen Irak. siedelte er sie neu anund in Halach17,6 Halach: Stadt nordöstlich der assyrischen Stadt Ninive, an der Grenze zur heutigen Türkei gelegen. am Habor, dem Fluss von Gosan.

Nordreich Israel: Der Grund für den Untergang

7Die Israeliten17,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). traf diese Strafe,weil sie sich gegen den Herrn gestellt hatten.Dabei hatte ihr Gott sie doch aus Ägypten geführt17,7 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.!Er hatte sie aus der Hand des Pharao17,7 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. errettet,des Königs von Ägypten.Sie aber verehrten andere Götter.8Sie folgten dem schlechten Beispiel der Völker,die der Herr vor den Israeliten vertrieben17,8 vor den Israeliten vertrieben: Das Buch Josua erzählt davon, dass Gott den Israeliten half, das verheißene Land zu erobern. hatte.Sie übernahmen deren Gesetze,genauso wie es die Könige von Israel getan hatten.9Die Israeliten taten Dinge,die gar nicht zum Herrn, ihrem Gott, passten:Sie bauten sich Kultplätze17,9 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. in allen Städten,vom kleinsten Wachturm bis zur ausgebauten Festung.10Auch Kultsteine17,10 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. und Kultpfähle17,10 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. errichteten sie überall,auf jedem hohen Hügel und unter jedem grünen Baum17,10 grüner Baum: Besonders prächtige Bäume galten als Ort der Fruchtbarkeit. Dort wurden religiöse Bräuche durchgeführt..11Auf den Kultplätzen brachten sie Räucheropfer17,11 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dar.So machten sie es wie die Völker,die der Herr vor ihnen vertrieben hatte.Mit ihrem bösen Tun machten sie den Herrn zornig.12Obwohl der Herr es ihnen verboten hatte,verehrten die Israeliten scheußliche Götzen17,12 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild..13Dabei hatte der Herr Israel17,13 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda17,13 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … doch gewarnt!Durch alle Propheten17,13 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … und Seher17,13 Seher: Mensch, dem Gott die Gabe verliehen hat, verborgene Dinge und künftige Ereignisse vorherzusehen. ließ er ihnen sagen:»Kehrt um von euren bösen Lebenswegen!Haltet meine Gebote17,13 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … und Satzungen,wie ihr sie im Gesetzbuch17,13 Gesetzbuch: Hebräisch Tora. Bezeichnung für die Gebote und Gesetze Gottes, wie sie sich in den fünf Büchern Mose finden. findet.Das habe ich euren Vorfahren schon befohlenund durch meine Knechte17,13 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, die Propheten, mitgeteilt.«14Aber sie haben nicht gehört.Sie waren halsstarrig wie ihre Vorfahrenund vertrauten nicht auf den Herrn, ihren Gott.15Sie wiesen seine Gesetze und seinen Bund17,15 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … zurück,den er mit ihren Vorfahren geschlossen hatte.Auch wiesen sie seine Vorschriften zurück,die er ihnen zu halten geboten hatte.Stattdessen folgten sie einem Nichts17,15 Nichts: Ein Götterbild, das nutzlos und wertlos ist, weil es nicht helfen kann.und wurden so selbst zunichte.Sie machten es genau wie die anderen Völker,obwohl der Herr ihnen das verboten hatte.16Sie übertraten alle Gebote des Herrn, ihres Gottes.Sogar zwei goldene Kälber17,16 goldene Kälber: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32. machten sie sich,stellten einen Kultpfahl17,16 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. aufund beteten das ganze himmlische Heer17,16 himmlisches Heer: Hier Bezeichnung für Sonne, Mond und Sterne, die als Gottheiten verehrt wurden. an.Dazu verehrten sie auch noch Baal17,16 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr ….17Sie ließen ihre eigenen Kinder durchs Feuer gehen17,17 durchs Feuer gehen lassen: Meint das Opfern von Kindern in Notlagen. Das war in Israel verboten.,trieben Wahrsagerei17,17 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … und Zauberei17,17 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. Mehr ….Sie gaben sich all dem hin, was der Herr verurteilt,und so machten sie ihn zornig.18Da entbrannte der Zorn des Herrn17,18 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … über Israel,und er entfernte die Israeliten aus seiner Nähe.Der Stamm Juda17,18 Stamm Juda: Aus ihm stammten alle Könige auf dem Thron in Jerusalem. bleib als einziger übrig.19Doch auch Juda befolgte die Gebote17,19 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … nicht,die der Herr, ihr Gott, ihnen gegeben hatte.Auch sie folgten dem schlechten Beispiel Israels17,19 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).und übernahmen dessen Gesetze.20Also verstieß der Herr alle Nachkommen Israels17,20 Nachkommen Israels: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt..Er bestrafte sie alle und gab sie in die Gewalt von Räubern.Schließlich vertrieb er sie ganz aus seiner Nähe.

21Schon früher hatte er Israel17,21 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). vom Haus David17,21 Haus David: Bezeichnung für die Familie des Königs und seine Nachkommen. David war der erste König der Israeliten, der in Jerusalem regierte. getrennt.Damals hatten sie Jerobeam17,21 Jerobeam I.: Erster König des Nordreichs Israel (926–907 v. Chr.). zum König gemacht.Doch der Sohn des Nebat brachte Israel vom Herrn abund verführte es zu schwerer Sünde17,21 Sünde: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32..22Danach blieben die Israeliten bei diesem Verhalten.Sie folgten dem schlechten Vorbild Jerobeamsund ließen von dessen Sünde nicht ab.23Nun war es endlich so weit:Der Herr vertrieb Israel aus seiner Nähe,wie er es durch seine Knechte17,23 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … angekündigt hatte,die Propheten17,23 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….Israel musste in die Verbannung nach Assyrien17,23 Verbannung nach Assyrien: Ähnlich wie später bei der Verbannung nach Babylon die Menschen in einem fremden Land leben. Aus Babylon kamen die Verbannten zurück, aus Assyrien nicht. gehen.Bis heute sind sie nicht zurückgekehrt.

Nordreich Israel: Die Ansiedlung fremder Völker im Gebiet Samaria

24Der König von Assyrien siedelte ganze Völker um17,24 ganze Völker umsiedeln: Neu eroberte Gebiete mit Menschen zu besiedeln, die aus anderen, ebenfalls eroberten Regionen stammten, war Teil der assyrischen Kriegs- und Verwaltungspolitik..Aus Babylonien, Kuta, Awa, Hamat und Sefarwajimbrachte er Menschen in die Städte Samarias17,24 Städte Samarias: Städte, die zum Nordreich Israel gehört hatten, dessen Hauptstadt Samaria gewesen war..Die sollten dort anstelle der Israeliten leben.So nahmen sie das Gebiet Samaria in Besitzund wohnten von nun an in seinen Städten.25Am Anfang hatten sie keine Ehrfurcht17,25 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn.Darum schickte der Herr Löwen in ihre Gegend,die viele Menschen töteten.26Das wurde dem König von Assyrien gemeldet:»Die Völker im Gebiet Samaria haben ein Problem.Du selbst hast doch diese Völker umgesiedelt,damit sie in den Städten Samarias wohnen.Aber sie wissen nicht,wie sie den Gott des Landes verehren sollen.Also schickte der Gott des Landes ihnen Löwen,die viele von ihnen töteten –und das nur, weil sie nicht wissen,wie sie den Gott des Landes verehren sollen!«27Da befahl der König von Assyrien:»Bringt einen von den Priestern17,27 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … zurück,die von dort als Gefangene weggeführt wurden.Er soll zu ihnen gehen und bei ihnen wohnen.Er soll sie darin unterrichten,wie man den Gott des Landes verehrt.«28So kam einer von den Priestern zurück,die aus Samaria weggeführt worden waren.Er ließ sich in Bet-El17,28 Bet-El: Staatsheiligtum an der Südgrenze Israels, 16 km nördlich von Jerusalem. nieder und lehrte die Völker,wie man den Herrn zu verehren hatte.

29Trotzdem machte sich jedes Volk seine Götterbilder17,29 Götterbilder: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Nicht alle der in den folgenden Versen genannten Gottheiten sind bekannt.und stellte sie auf den Kultplätzen17,29 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. in Tempeln auf.Das hatten die Leute aus Samaria17,29 Leute aus Samaria: Gemeint sind die ehemaligen Bewohner des Nordreiches Israel, die in der Hauptstadt Samaria einen Tempel errichtet hatten. auch schon getan.Und jetzt taten es die Völker in den Städten,in die sie umgesiedelt worden waren.Sie machten sich ihre eigenen Götterbilder:30die Leute aus Babylonien von der Göttin Sukkot-Benot17,30 Sukkot-Benot: Name einer babylonischen Göttin. Sie galt als Göttin der Weisheit und Frau des höchsten babylonischen Gottes.,die Leute aus Kuta vom Gott Nergal17,30 Nergal: Name des Gottes der Unterwelt und des Krieges, der in Babylonien und Assyrien verehrt wurde.,die Leute aus Hamat von der Göttin Aschima,31die Leute von Awa von den Göttern Nibhas und Tartak.Und dann gab es noch die Leute aus Sefarwajim.Die verbrannten sogar die eigenen Söhne,um ihre Götter Adrammelech und Anammelech zu verehren.32Doch die Völker hatten auch Ehrfurcht17,32 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn.Trotzdem setzten sie eigene Priester ein,die für sie auf den Kultplätzen Dienst taten.33So machten sie beides gleichzeitig:Sie verehrten den Herrn und ihre eigenen Götter.Dabei verehrten sie ihre eigenen Götter so,wie es in ihrer Heimat Brauch war.34Bis heute folgen sie ihren früheren Bräuchenund haben keine angemessene Ehrfurcht17,34 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn.Sie befolgen nicht, was der Herr geboten hat:die Gesetze und Bestimmungen,die Weisung17,34 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … und die Gebote,auf die er die Nachkommen Jakobs17,34 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. verpflichtet hatte –Jakob17,34 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. Mehr …, dem er den neuen Namen Israel gab.35Mit den Nachkommen Jakobsschloss der Herr nämlich einen Bund.Er befahl ihnen: »Verehrt keine anderen Götter,betet sie nicht an, dient ihnen nichtund bringt ihnen keine Opfer17,35 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … dar!36Nur für den Herrn dürft ihr das tun,Er hat euch aus dem Land Ägypten geführt17,36 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm.Ihn allein sollt ihr verehren, ihn anbetenund ihm Opfer darbringen.37Er hat für euch alles Wichtige aufgeschrieben,die Gesetze und Bestimmungen,die Weisung17,37 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … und das Gebot.Befolgt das alles und handelt jeden Tag danach!Verehrt keine anderen Götter!38Vergesst auch nicht den Bund,den ich mit euch geschlossen habe!Verehrt keine anderen Götter!39Allein den Herrn, euren Gott, sollt ihr verehren!Er wird euch aus der Gewalt aller eurer Feinde retten.«

40Aber die Völker im Gebiet Samaria hörten nicht,sondern folgten ihren alten Bräuchen.41Sie hatten zwar Ehrfurcht17,41 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn,aber verehrten zugleich ihre Götterbilder17,41 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr ….Ihre Kinder und Enkel machten es genauso,und das ist bis heute so geblieben.
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Die weitere Geschichte des Königreichs Juda

2. Könige 18,1–25,30

Die Regierung von König Hiskija

2. Könige 18,1–20,21

Hiskija wird König

181König Hoschea18,1 Hoschea: König des Nordreichs Israel (732–723 v. Chr.). Er war abhängig von den assyrischen Königen. von Israel war ein Sohn des Ela.In seinem dritten Regierungsjahrwurde Hiskija18,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte., der Sohn des Ahas, König über Juda.2Er war 25 Jahre alt, als er König wurde,und regierte 29 Jahre in Jerusalem18,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter hieß Abi und war eine Tochter des Secharja18,2 Secharja: König des Nordreichs Israel (747 v. Chr.)..3Hiskija tat, was dem Herrn gefiel,und handelte wie sein Vorfahre David18,3 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….4Er schaffte die Kultplätze18,4 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. ab,zerschlug die Kultsteine18,4 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung. und fällte den Kultpfahl18,4 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung..Er zerstörte auch die Schlange aus Bronze,die Mose gemacht hatte18,4 die Mose gemacht hatte: 4. Mose/Numeri 21,4-9 erzählt von der Anfertigung einer Schlange aus Bronze, die Schlangenbisse heilte..Denn bis zu dieser Zeit wurde sie verehrt,die Israeliten brachten Räucheropfer18,4 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … für sie dar.Man nannte sie Nehuschtan,das heißt: Schlange aus Bronze.5Hiskija vertraute dem Herrn, dem Gott Israels.Unter allen Königen Judas gab es keinen wie ihn,weder vor ihm noch nach ihm.6Hiskija hielt am Herrn fest und ließ nicht von ihm ab.Er befolgte die Gebote18,6 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr …,die der Herr Mose18,6 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … gegeben hatte.7Daher war der Herr mit ihm.Bei allen seinen Unternehmungen hatte er Erfolg.So lehnte er sich gegen den König von Assyrien18,7 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. aufund blieb nicht länger von ihm abhängig.8Er schlug auch die Philister18,8 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … bis nach Gaza18,8 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen..Im Gebiet um Gaza zerstörte er alles,vom kleinen Wachturm bis zur ausgebauten Festung.

Eine Notiz über den Untergang des Nordreichs

9Es war im vierten Regierungsjahr des Königs Hiskija18,9 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte..Das war zugleich das siebte Regierungsjahrvon König Hoschea18,9 Hoschea: König des Nordreichs Israel (732–723 v. Chr.). Er war abhängig von den assyrischen Königen. von Israel, dem Sohn des Ela.Da rückte Salmanassar18,9 Salmanassar V.: König von Assyrien (726–722 v. Chr.)., der König von Assyrien, heran,kam nach Samaria18,9 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. und belagerte die Stadt.10Nach drei Jahren Belagerung nahm er sie ein.Im sechsten Regierungsjahr des Hiskija fiel Samaria.Das war zugleich das neunte Regierungsjahr des Hoschea,des Königs von Israel.11Der König von Assyrien nahm die Bevölkerung gefangenund verschleppte die Israeliten nach Assyrien.In den Städten der Meder18,11 Städte der Meder: Gebiete östlich des Tigris im heutigen Irak. siedelte er sie neu anund in Halach18,11 Halach: Stadt nordöstlich der assyrischen Stadt Ninive, an der Grenze zur heutigen Türkei gelegen. am Habor, dem Fluss von Gosan18,11 Gosan: Bedeutende Stadt im nordöstlichen Mesopotamien, wird mit dem Siedlungshügel Tel Halaf identifiziert..12Das war die Strafe dafür, dass sie nicht gehört hattenauf die Stimme des Herrn, ihres Gottes.Sie hatten seinen Bund18,12 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … gebrochen.Ja, sie hatten nicht gehorchtund nichts von dem getan,was Mose18,12 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr …, der Knecht18,12 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … des Herrn, geboten hatte.

Sanherib zieht gegen Jerusalem

13Im 14. Regierungsjahr des Königs Hiskija18,13 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.rückte der assyrische König Sanherib18,13 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. heran.Er griff Juda18,13 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … an und eroberte alle befestigten Städte.14Da schickte König Hiskija von Juda eine Botschaftzum König von Assyrien nach Lachisch18,14 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. und bat ihn:»Ich habe einen schweren Fehler18,14 schwerer Fehler: Hiskija hatte sich gegen den assyrischen König aufgelehnt und ihm keinen Tribut mehr gezahlt. gemacht.Kämpfe nicht länger gegen mich!Ich werde alles zahlen, was du von mir forderst.«Also legte der König von Assyrien einen Tribut18,14 Tribut: Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss. Mehr … fest,den König Hiskija von Juda zu zahlen hatte:zehn Tonnen18,14 zehn Tonnen: Wörtlich »300 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Silber und eine Tonne18,14 eine Tonne: Wörtlich »30 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Gold.15Und Hiskija lieferte alles Silber ab,das im Tempel18,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrn vorhanden warund in den Schatzkammern des Palastes.16Er ließ sogar alles Gold entfernen,mit dem der Tempel des Herrn verziert war:das Gold an den Türen und Pfosten der Tempelhalle,das er selbst hatte anbringen lassen.Das alles brachte Hiskija dem König von Assyrien.

17Damals sandte der assyrische Königseine höchsten Beamten von Lachisch18,17 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. auszu König Hiskija18,17 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. nach Jerusalem18,17 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Sie trugen die Titel Tartan, Rabsaris18,17 Tartan, Rabsaris: Titel für hohe Beamte mit militärischen Aufgaben, die hier wie ein Eigenname verwendet werden. und Rabschake18,17 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte..Mit einem großen Heerbezogen sie Stellung an der Walkerfeldstraße18,17 Walkerfeld: Liegt im Südosten Jerusalems und führt zu dem Ort, an dem die Weber ihre Stoffe im Wasser reinigten und durch »Walken«, das heißt durch Kneten und Schlagen, geschmeidig machten.,bei der Wasserleitung zum oberen Teich.18Dann wollten sie den König sprechen.Da kam Eljakim, der Sohn des Hilkija, zu ihnen heraus.Er verwaltete den Königshof.In seiner Begleitung waren der Staatsschreiber18,18 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebnaund der Staatssekretär18,18 Staatssekretär: Überwacht die Ausführung der Befehle des Königs und unterrichtet den König über Vorgänge im Volk. Joach, der Sohn des Asaf.19Der Rabschake sagte zu ihnen:»Richtet Hiskija18,19 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. aus:So spricht der assyrische Großkönig18,19 Großkönig: Titel des assyrischen Königs. Hier ist von Sanherib die Rede.:Worauf setzt du eigentlich dein Vertrauen?20Du meinst wohl, bloße Versprechungen können helfenund ersetzen Planung und Stärke im Krieg!Auf wen vertraust du so sehr,dass du einen Aufstand gegen mich anzettelst?21Vertraust du etwa auf Ägypten18,21 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr …?Ägypten ist doch nur ein zerbrochenes Schilfrohr18,21 Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um..Wer sich darauf stützt,dem fährt es in die Hand und durchbohrt sie.So geht es allen,die auf den Pharao, den König von Ägypten, vertrauen.22Oder wollt ihr mir sagen:›Wir vertrauen auf den Herrn, unseren Gott?‹Waren es denn nicht seine Kultplätze und Altäre18,22 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …,die Hiskija beseitigt18,22 beseitigt: Von König Hiskijas Reformen berichtet 2. Könige 18,3-5. hat?Er hat doch in Juda18,22 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem18,22 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … angeordnet:›Allein vor diesem Altar in Jerusalemsollt ihr Gott anbeten.‹23Mein Herr, der König von Assyrien,bietet dir nun folgende Wette an:›Ich gebe dir 2000 Pferde,wenn du die Reiter dazu stellen kannst.‹24Du kannst ja nicht einmal einen einzigen zurückschlagen,einen unbedeutenden Hauptmann, der meinem Herrn dient.Vielmehr musst du auf Ägypten vertrauen,das so viele Streitwagen und Reiter hat.25Nun frage ich dich:Bin ich etwa ohne Erlaubnis des Herrn gekommen,um diesen Ort hier zu verwüsten?Nein, der Herr selbst hat zu mir gesagt:›Zieh gegen dieses Land und verwüste es!‹«

26Eljakim, der Sohn des Hilkija, Schebna und Joachbaten daraufhin den Rabschake18,26 Rabschake: Titel für hohe zivile oder militärische Beamte in Assyrien. Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«.:»Sprich doch bitte Aramäisch18,26 Aramäisch: Diese Sprache diente der Verständigung im assyrischen Reich und in den Nachbarländern. Auch in Jerusalem konnten die hohen Beamten Aramäisch sprechen. mit deinen Knechten!Denn das verstehen wir.Sprich nicht Hebräisch mit uns!Denn die Leute auf der Stadtmauer hören zu.«27Der Rabschake antwortete ihnen:»Hat mich mein Herr mit seiner Botschaftdenn nur zu euch und zu eurem Herrn gesandt?Nein, er hat mich auch zu den Leuten gesandt,die auf der Mauer sitzen.Sie müssen bald ihren eigenen Kot essenund ihren eigenen Urin mit euch trinken.«

28Dann trat der Rabschake18,28 Rabschake: Titel für hohe zivile oder militärische Beamte in Assyrien. Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. noch weiter vorund rief laut auf Hebräisch:»Hört, was euch der assyrische Großkönig18,28 Großkönig: Titel des assyrischen Königs. Hier ist von Sanherib die Rede. zu sagen hat!29So spricht der König:Lasst euch von Hiskija18,29 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. nicht täuschen!Er kann euch nicht retten.30Lasst euch von Hiskija nicht dazu verleiten,auf den Herrn zu vertrauen.Hört nicht auf ihn, wenn er sagt:›Der Herr wird uns bestimmt retten.Diese Stadt wird dem König von Assyriennicht in die Hände fallen.‹31Hört nicht auf Hiskija!So spricht der König von Assyrien:Kommt heraus und schließt Frieden mit mir!Dann kann jeder von seinem Weinstock essenund von seinem Feigenbaum.Jeder kann Wasser aus seiner eigenen Zisterne18,31 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr … trinken.32Später komme ich und bringe euch in ein Land,das eurem ähnlich ist.Dort gibt es Getreide18,32 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde. Mehr … und Most18,32 Most: Vorstufe von Wein. Der Prozess, der den im Fruchtsaft enthaltenen Zucker in Alkohol umwandelt, hat begonnen.,Brot und Wein, Olivenbäume und Honig.Ihr werdet am Leben bleiben und nicht sterben.Deshalb lasst euch von Hiskija nichts vormachen,wenn er sagt: ›Der Herr wird uns retten.‹33Haben etwa die Götter18,33 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … der anderen Völkerihre Länder vor dem König von Assyrien retten können?34*18,34 Vers 34: Die in diesem Vers aufgezählten Städte wurden zur Zeit Jesajas von den Assyrern erobert. Wo sind denn die Götter von Hamat und Arpad?Wo sind die Götter von Sefarwajim, Hena oder Awa?Haben sie Samaria vor mir gerettet?35Gibt es denn einen unter den Göttern aller Länder,der sein Land vor mir gerettet hat?Wieso sollte ausgerechnet der Herr das könnenund Jerusalem18,35 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … vor mir retten?«

36Das Volk schwieg und gab keine Antwort.Denn König Hiskija18,36 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. hatte befohlen:»Gebt ihm keine Antwort!«37Da kehrten die drei Beamten zu Hiskija zurück:der Palastverwalter Eljakim, der Sohn des Hilkija,der Staatsschreiber18,37 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebnaund der Staatssekretär18,37 Staatssekretär: Überwacht die Ausführung der Befehle des Königs und unterrichtet den König über Vorgänge im Volk. Joach, der Sohn des Asaf.Mit zerrissenen Kleidern18,37 Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung. traten sie vor den Königund berichteten ihm, was der Rabschake18,37 Rabschake: Titel für hohe zivile oder militärische Beamte in Assyrien. Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. gesagt hatte.
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Jesaja kündigt Hiskija die Rettung an

191Als König Hiskija19,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. das hörte, zerriss er seine Kleider19,1 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und zog ein Trauergewand19,1 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an.Dann ging er in den Tempel19,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr ….2Auch der Palastverwalter Eljakim,der Staatsschreiber19,2 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebna und die führenden Priesterzogen Trauergewänder an.So schickte Hiskija sie zum Propheten19,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja,dem Sohn des Amoz.3Sie sollten ihm ausrichten:»So spricht Hiskija:Heute ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schande.Es geht uns wie Kindern, die bei der Geburt feststecken.Doch den Frauen fehlt die Kraft, sie herauszupressen.4Vielleicht hört ja der Herr, dein Gott, alles,was der Rabschake19,4 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. gesagt hat,und bestraft ihn dafür.Denn er hat den lebendigen Gott verhöhntim Auftrag seines Herrn, des assyrischen Königs19,4 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte..Bete doch für den Rest der Leute,den man in Jerusalem19,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … noch finden kann.«

5So kamen die Berater des Königs Hiskija19,5 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. zu Jesaja.6Der gab ihnen folgende Nachricht für ihren Herrn mit:»So spricht der Herr:Fürchte dich nicht vor dieser Drohung.Die Boten des assyrischen Königs19,6 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.haben mich mit ihren Worten verspottet.7Deshalb werde ich ihn verwirren:Er wird eine Nachricht bekommen,sodass er in sein Land zurückkehrt.Dort werde ich ihn durch das Schwert umkommen lassen.«8Da kehrte der Rabschake19,8 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. zum assyrischen König zurück.Denn er hatte erfahren,dass der König von Lachisch19,8 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. abgezogen warund gegen Libna19,8 Libna: Stadt nordöstlich von Lachisch. kämpfte.

Ein Drohbrief des assyrischen Königs Sanherib

9Damals erhielt der König von Assyrien19,9 König von Assyrien: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte. die Nachricht:»Tirhaka, der König von Kusch19,9 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht.,ist zum Krieg gegen dich ausgezogen.«Daraufhin kehrte er umund schickte Boten zu Hiskija19,9 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. mit folgendem Auftrag:10»So sollt ihr zu König Hiskija von Juda sprechen:Lass dich von deinem Gott nicht betrügen.Du vertraust ihm und denkst:›Jerusalem wird dem assyrischen Könignicht in die Hände fallen.‹11Du hast doch gehört,was die Könige von Assyrienden anderen Ländern angetan haben.Sie haben alle vollständig verwüstet.Und ausgerechnet du solltest gerettet werden?12*19,12 Vers 12-13: Die in diesem Vers aufgezählten Städte wurden zur Zeit Jesajas von den Assyrern erobert. Sind denn die Völker,die meine Vorfahren vernichtet haben,von ihren Göttern gerettet worden?Was ist mit Gosan, Haran und Rezef geschehen?Wie steht es um die Nachkommen Edens,die in Telassar lebten?13Wo ist der König von Hamat geblieben?Wo ist der König von Arpad,wo der König der Stadt Sefarwajim?Wo sind die Könige von Hena und Awa?«14Das alles stand in einem Brief,den Hiskija von den Boten erhielt.Nachdem er ihn gelesen hatte,ging er zum Tempel19,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … hinauf und legte ihn dem Herrn vor.

Hiskijas Gebet

15Hiskija19,15 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. stand im Tempel19,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … vor dem Herrn und betete:»Herr, Gott Israels,der über den Kerubim19,15 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes. Mehr … thront!Du allein bist Gottund herrschst über alle Reiche der Erde.Du hast den Himmel und die Erde gemacht.16Herr, hab ein offenes Ohr für mich und höre!Herr, öffne deine Augen und sieh!Hör dir die Worte des Sanherib19,16 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. an.Er hat diesen Brief geschickt,um dich, den lebendigen Gott zu verhöhnen.17Es ist wahr, Herr:Die Könige von Assyrien19,17 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak.haben die Völker und ihre Länder verwüstet18und deren Götter ins Feuer geworfen.Es waren ja auch gar keine Götter,sondern Machwerke von Menschenhandaus Holz oder Stein.Deshalb konnten die Assyrer sie vernichten.19Nun bitte ich dich, Herr, unser Gott:Rette uns vor dem König von Assyrien!Dann werden alle Königreiche der Erde erkennen,dass du, Herr, allein Gott bist.«

Gottes Wort über Sanherib

20Daraufhin schickte Jesaja, der Sohn des Amoz,eine Botschaft an Hiskija19,20 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.:»So spricht der Herr, der Gott Israels:Du hast zu mir gebetet,weil Sanherib19,20 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte., der König von Assyrien, dich bedroht.Und ich habe es gehört.21Dies ist das Wort, das der Herr ihm zu sagen hat:Die Jungfrau, die Tochter Zion19,21 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem.,verachtet und verspottet dich.Die Tochter Jerusalem schüttelt ihren Kopf über dich.22Wen hast du da verhöhnt und beschimpft?Gegen wen hast du deine Stimme erhoben?Auf wen hast du unverschämt herabgeblickt?Es war der Heilige Israels19,22 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.!23Durch deine Botenhast du den Herrn verhöhnt und geprahlt:›Mit meinen vielen Streitwagen19,23 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr …habe ich die höchsten Berge bezwungen.Bis in die hintersten Winkel des Libanon19,23 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr …bin ich vorgedrungen.Dort habe ich die höchsten Zedern19,23 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. Mehr … gefälltund die schönsten Zypressen19,23 Zypresse: Immergrüner Nadelbaum von säulenartiger Gestalt, der eine Höhe von 9–15 m erreicht. Mehr ….Bis zu den entlegensten Hütten bin ich gelangtund in die dichtesten Wälder.24Ich habe in der Fremde nach Wasser gegrabenund es weggetrunken.Mit meinen Füßen versperre ich alle Arme des Nil19,24 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte.und lasse Ägypten19,24 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … austrocknen.‹25Hast du es denn nicht gemerkt?Ich habe das von Anfang an geplantund schon längst in Angriff genommen.Jetzt habe ich es dazu kommen lassen,dass du befestigte Städte zerstört hast.Du hast sie dem Erdboden gleichgemacht.26