BasisBibel NT+Ps (BB)
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Werben um die Gemeinde – der Tränenbrief

Paulus verteidigt sich gegen Angriffe

101Ich selbst, Paulus10,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte., bitte euch eindringlichbei der Freundlichkeit und Güte von Christus10,1 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. .Angeblich wirke ich ja schwach,wenn ich bei euch bin.Aber aus der Ferne scheine ich stark.2Fordert mich bitte nicht heraus,tatsächlich Stärke zu zeigen,wenn ich zu euch komme.Ich bin nämlich fest entschlossen,gegen gewisse Leute vorzugehen.Sie werfen uns vor,dass menschliches Unvermögen10,2 menschliches Unvermögen: Wörtlich heißt es in Vers 2: »Sie werfen uns vor, dass das Fleisch unserer Lebensführung bestimmt.«unsere Lebensführung bestimmt.3Wir leben zwar als Mensch10,3 als Mensch: Wörtlich lautet der Vers 3: »Wir leben zwar im Fleisch, aber wir kämpfen nicht mit den Mitteln des Fleisches.«,aber wir kämpfen nicht nach Menschenart10,3 nach Menschenart: Wörtlich lautet der Vers 3: »Wir leben zwar im Fleisch, aber wir kämpfen nicht mit den Mitteln des Fleisches.«.4Denn wir kämpfen nichtmit schwachen menschlichen Waffen10,4 mit schwachen menschlichen Waffen: Wörtlich heißt es in Vers 4: »Denn wir kämpfen nicht mit fleischlichen Waffen«..Sondern wir kämpfen mit Waffen,denen Gott die Macht verliehen hat,ganze Bollwerke niederzureißen.Damit zerstören wir falsche Gedankengebäude5und jede Form von Überheblichkeit,die sich über die Erkenntnis Gottes stellt.Auch unterwerfen wir alles Denkendem Gehorsam gegenüber Christus10,5 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. .6Wir sind bereit,jede Art von Ungehorsam zu bestrafen –Wenn nur euer Gehorsam vollkommen wird.

Die Vollmacht des Paulus wird bestritten

7Seht doch den Tatsachen ins Auge!Wenn jemand den Anspruch erhebt,zu Christus10,7 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. zu gehören,sollte er bedenken:Das gilt auch für uns.Wir gehören genauso zu Christus10,7 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. wie er!8Wir könnten uns sogar noch mehr Stolz erlauben,ohne uns lächerlich zu machen.Schließlich hat Gott uns die Vollmacht verliehen,bei euch die Gemeinde aufzubauen –und nicht, sie zu zerstören.9Es soll aber nicht so aussehen,als wollte ich euch mit meinen Briefen Angst einjagen.10Man sagt:»Seine Briefe sind gewichtig und eindrucksvoll.Aber sein persönliches Auftreten ist kraftlosund seine Rede wenig überzeugend.«11Wer so denkt,dem gebe ich zu bedenken:Genau so wie ich aus der Fernein meinen Briefen schreibe,werde ich handeln,wenn ich da bin.

Worauf man stolz sein darf

12Eines bringen wir allerdings nicht fertig:Uns mit denen zu vergleichenoder auf eine Stufe zu stellen,die sich selbst empfehlen.Das sind Leute ohne Verstand.Sie messen sich nur an sich selbstund vergleichen sich nur untereinander.13Wir dagegen verlieren in unserem Stolznicht jedes Maß.Unser Maßstab ist das Arbeitsgebiet,das Gott für uns bestimmt hat.Demnach sollten wir bis zu euch gelangen.14Diese uns gesetzten Grenzen überschreiten wir nicht.Das wäre nur dann der Fall,wenn ihr nicht zu unserem Arbeitsgebietdazugehören würdet.Aber wir sind ja tatsächlich bestimmungsgemäß10,14 bestimmungsgemäß: »bestimmungsgemäß« ist erklärender Zusatz.mit der Guten Nachricht10,14 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. von Christus10,14 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. bis zu euch gelangt.15Wir verlieren also in unserem Stolz nicht jedes Maß,indem wir uns mit der Arbeit anderer schmücken.Aber wenn unter euch der Glaube10,15 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. wächst,können wir hoffen,dass sich unser Arbeitsgebiet noch wesentlich erweitert.Wir blieben so zwar immer nochinnerhalb der uns gesteckten Grenzen.16Aber wir könnten dann die Gute Nachricht10,16 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.noch weit über euch hinaus verkünden.Dabei wollen wir uns wirklich nicht auf fremdem Gebietmit der Arbeit anderer schmücken.17Denn es gilt10,17 es gilt: Das Zitat ist eine verkürzte Wiedergabe von Jeremia 9,22-23.:»Wer auf etwas stolz sein will,soll auf den Herrn10,17 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. stolz sein.«18Nicht wer sich selbst empfiehlt,gilt als bewährt,sondern wen der Herr10,18 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. empfiehlt.
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Die sogenannte Narrenrede

Warum Paulus sich zum Narren macht

111Ich wünschte,ihr würdet es euch gefallen lassen,dass ich mich einmal zum Narren mache!Bestimmt lasst ihr es euch gefallen!2Denn ich wache mit einer Eifersucht über euch,die von Gott kommt.Schließlich habe ich euch, bildlich gesprochen11,2 bildlich gesprochen: »bildlich gesprochen« ist erklärender Zusatz.,mit einem einzigen Mann verlobt:Ich will euch als unberührte JungfrauChristus11,2 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. zur Braut geben.3Ich fürchte aber,dass es euch so gehen wird wie Eva:Sie wurde auf hinterlistige Weisevon der Schlange verführt.Genauso könnten eure Gedanken abgelenkt werdenvon eurer aufrichtigenund ungeteilten Hingabe an Christus11,3 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. .4Da kommt zum Beispiel einerund verkündet euch einen anderen Jesus,als wir ihn verkündet haben.Oder ihr empfangt einen anderen Geist,als ihr ihn schon empfangen habt.Oder ihr nehmt eine andere Gute Nachricht an,als ihr sie schon angenommen habt.Das alles lasst ihr euch sehr wohl gefallen.

5Ich bin allerdings überzeugt,dass ich mich vor diesen »außergewöhnlichen« Aposteln11,5 »außergewöhnliche« Apostel: Menschen, die behaupten, von Christus gesandt zu sein. Sie fühlen sich Paulus überlegen und versuchen, ihn schlecht zu machen.nicht verstecken muss.6Ich bin vielleicht ein Stümper im Reden,aber nicht,was die Erkenntnis angeht.Das haben wir euch allen gegenüberdoch wohl hinlänglich bewiesen.7Oder habe ich etwas Unrechtes getan,als ich für mich selbst Verzicht geübt11,7 für mich selbst Verzicht geübt: Wörtlich heißt es in Vers 7: »als ich mich selbst erniedrigt habe?« habe?Es ging doch11,7 Es ging doch: Wörtlich heißt es in Vers 7: »Das sollte euch erhöhen.« um euer Wachstum11,7 Wachstum: Gemeint ist das Wachstum im Glauben..Das war der Grund,warum ich euch Gottes Gute Nachricht11,7 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. verkündet habe,ohne etwas dafür zu verlangen.8Andere Gemeinden habe ich direkt ausgeplündert.Für meinen Dienst an euchhabe ich mich von ihnen bezahlen lassen.9Dadurch bin ich während meines Aufenthalts bei euchniemandem zur Last gefallen –nicht einmal,als meine Mittel knapp wurden.Vielmehr haben die Brüder11,9 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. ,die aus Mazedonien11,9 Mazedonien: Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel; Hauptstadt: Thessalonich. kamen,für Abhilfe gesorgt.Ich habe immer darauf geachtet,euch nicht auf der Tasche zu liegen.Und ich werde auch künftig darauf achten.10Glaubt mir:Bei Christus11,10 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. , ich sage die Wahrheit11,10 wahr, Wahrheit: »Wahr« ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Jesus ist der Zeuge für diese Wahrheit. Mehr noch: weil er von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. :Darauf bin ich wirklich stolz,und niemand in der ganzen Achaia11,10 Achaia: Römische Provinz im südlichen Teil des heutigen Griechenland mit der Hauptstadt Korinth. kann mir das nehmen.11Warum verhalte ich mich so11,11 so: Dass Paulus kein Geld nimmt.?Etwa, weil ich euch nicht liebe?Gott weiß es besser!

12Ich werde mich auch weiter so verhaltenwie bisher.Diese Leute warten doch nur auf eineGelegenheit,sich mit uns auf eine Stufe zu stellen.Sie wollen das,worauf sie selbst so stolz sind,auch uns nachweisen.Aber eine solche Gelegenheitwerde ich ihnen nicht liefern.13Denn diese Leute sind falsche Apostel.Es sind Betrüger,die sich nur für Apostel11,13 Apostel: Wörtlich »Ausgesandter«. Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird. von Christus11,13 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. ausgeben.14Das ist nicht einmal verwunderlich.Denn selbst der Satan11,14 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen.gibt sich für einen Engel des Lichts11,14 Engel des Lichts: D. h. für einen guten Engel Gottes. Nach Paulus hat auch der Satan eigene Engel, vgl. 2. Korinther 12,7. aus.15Es ist also nichts Besonderes,wenn seine Diener sichfür Diener der Gerechtigkeit11,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. ausgeben.Aber am Ende wird es ihnen genauso ergehen,wie es ihren Taten entspricht.

Paulus gibt mit den Gefahren an, die er überstanden hat

16Ich sage es noch einmal:Niemand soll meinen,ich sei ein Narr.Falls ihr das doch tut,müsst ihr es auch ertragen,dass ich mich wie ein Narr aufführe.Dann kann ich wenigstens auch einmalein bisschen angeben!17Was ich jetzt sage,ist nicht im Sinne des Herrn.Ich rede wie ein Narr.Aber das liegt in der Natur der Angeberei.18Weil so viele mit ihren eigenen Vorzügen11,18 mit ihren eigenen Vorzügen: Wörtlich heißt es in Vers 18: »Weil so viele gemäß dem Fleisch angeben«. angeben,will auch ich es einmal tun.19So klug wie ihr seid,lasst ihr euch doch die Narren gerne gefallen.20Denn ihr lasst euch ja so einiges gefallen:Dass man euch wie Diener11,20 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. behandelt,euch ausnutzt und hereinlegt.Ihr ertragt sogar anmaßendes Auftretenund lasst euch förmlich ins Gesicht schlagen.21Zu meiner Schande muss ich sagen,dass wir dazu nun wirklich zu schwach waren.

Was auch immer jemand in seiner Anmaßung vorbringt –ich rede jetzt als Narr:Das kann ich genauso gut vorbringen.22Diese Leute sind Hebräer11,22 Hebräer: Andere Bezeichnung für das jüdische Volk in neutestamentlicher Zeit.?Ich auch.Sie sind Israeliten11,22 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. ?Ich auch.Sie sind Nachkommen Abrahams11,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. ?Ich auch.23Sie dienen Christus11,23 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. ?Ich rede wirklich wie ein Wahnsinniger:Ich noch viel mehr.Ich habe mich weit mehr abgemüht.Ich war öfter im Gefängnis.Ich habe viel mehr Schläge bekommen.Ich war wieder und wieder in Lebensgefahr.

24Von den Juden11,24 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. habe ich fünfmaldie »vierzig weniger einen« Peitschenhiebe11,24 »vierzig weniger einen« Peitschenhiebe: Das Auspeitschen war die schwerste Strafe, die von der Synagoge verhängt wurde. Nach 5. Mose/Deuteronomium 25,3 durften einem Verurteilten höchstens 40 Peitschenhiebe gegeben werden. Um sicher zu sein, dass man durch ein versehentliches Verzählen nicht das Gesetz übertrat, zog man einen Peitschenhieb ab. bekommen.25Dreimal wurde ich von den Römern11,25 von den Römern: »von den Römern« ist erklärender Zusatz. Das griechische Wort bezeichnet die römische Prügelstrafe.mit Ruten11,25 Rute: Ein dünnes Bündel Birkenzweige als Schlaginstrument. geschlagen,einmal gesteinigt.Dreimal habe ich Schiffbruch erlitten.Einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem offenen Meer.26Ich war oft auf Reisen.Dabei drohten mir Gefahrendurch reißende Flüsse und Räuber.Meine Landsleute wurden mir ebenso gefährlichwie die Heiden11,26 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben..Gefahr drohte in der Stadt,in der Wüste11,26 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. und auf dem Meer.Und schließlich stellten auch falsche Brüdereine Gefahr dar.27Ich nahm Mühe und Anstrengung auf mich.Oft musste ich ohne Schlaf auskommen.Ich litt Hunger und Durstund hatte häufig nichts zu essen.Ohne angemessene Kleidungwar ich der Kälte schutzlos ausgesetzt.

28Davon abgesehen,ist da auch noch die tägliche Belastung,die dauernde Sorge um alle Gemeinden.29Gibt es hier jemanden,der schwach ist,ohne dass ich seine Schwäche mitempfinde?Gibt es jemanden,der vom Glauben11,29 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. abfällt,ohne dass es mich wie Feuer brennt?30Wenn man schon angeben muss,dann will ich mit den Zeichen meiner Schwäche angeben.31Der Gott und Vater des Herrn11,31 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. Jesus11,31 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. – er sei in Ewigkeit gelobt –weiß, dass ich nicht lüge.

32In Damaskus11,32 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. ließ der Bevollmächtigte des Königs Aretas11,32 Aretas: Schwiegervater von Herodes Antipas (8/9 v. Chr.–40/41 n. Chr.). Die Stadt Damaskus gehörte zur Zeit von Paulus zu seinem Herrschaftsbereich. sogar die Stadt der Damaszener bewachen,um mich festzunehmen.33Ich wurde in einem Korbdurch ein Fenster11,33 Fenster: Wohl das Fenster eines in die Stadtmauer hinein gebauten Hauses.außen an der Stadtmauer hinuntergelassen.So entkam ich seinem Zugriff.
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Paulus ist stolz auf seine Schwäche

121Man muss wohl angeben,auch wenn es nichts bringt.Dann will ich jetzt auf Erscheinungenund Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen.2Ich weiß von einem Menschen12,2 Menschen: Paulus spricht hier von sich selbst.,der zu Christus12,2 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. gehört. –Der wurde vor vierzehn Jahrenbis in den dritten Himmel12,2 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. emporgehoben.Ich weiß nicht,ob er sich dabei in seinem Körper befand.Genauso wenig weiß ich,ob er außerhalb seines Körpers12,2 außerhalb seines Körpers: Gemeint ist: ob dies auch eine körperliche oder nur eine geistige Erfahrung war. war.Gott allein weiß es!3Ich weiß,was mit diesem Menschen geschah.Wie gesagt:Ob es mitsamt seinem Körper geschahoder ohne seinen Körper12,3 ohne seinen Körper: Gemeint ist: ob dies auch eine körperliche oder nur eine geistige Erfahrung war.,weiß ich nicht.Das weiß nur Gott allein.4Ich weiß aber,dass er in das Paradies12,4 Paradies: Garten Gottes (Eden), in dem die ersten Menschen lebten und aus dem sie nach dem Sündenfall vertrieben wurden. emporgehoben wurde.Dort hörte er unsagbare Worte,die kein Mensch aussprechen darf.5Im Hinblick auf diesen Menschen will ichangeben.Aber im Hinblick auf mich selbstkann ich nur mit meiner Schwäche angeben.

6Wenn ich allerdings tatsächlich angeben wollte,würde ich mich damitnoch nicht einmal zum Narren machen.Ich würde einfach nur die Wahrheit sagen.Ich verzichte aber darauf.Denn man soll mich nur nach dem beurteilen,was man direkt von mir sieht oder hört –7auch wenn diese Offenbarungenwirklich außergewöhnlich sind.Aber damit ich mir nichts darauf einbilde,ließ Gott meinen Körper mit einem Stachel12,7 Stachel: Paulus spielt wahrscheinlich auf eine nicht näher bezeichnete schmerzhafte chronische Erkrankung an. durchbohren.Ein Engel des Satans12,7 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen.darf mich mit Fäusten schlagen,damit ich wirklich nicht überheblich werde.8Dreimal habe ich deswegen zum Herrn12,8 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. gebetet,ihn wegzunehmen.9Aber der Herr12,9 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. hat zu mir gesagt:»Du brauchst nicht mehr als meine Gnade12,9 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu..Denn meine Kraftkommt gerade in der Schwäche voll zur Geltung.«

Ich gebe also gerne mit meiner Schwäche an.Denn dann kann die Kraft von Christus12,9 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. bei mir einziehen.10Deshalb freue ich mich über meine Schwäche –über Misshandlung, Not,Verfolgung und Verzweiflung.Ich erleide das alles für diese Kraft12,10 für diese Kraft: »für diese Kraft« ist erklärender Zusatz aus dem vorangehenden Vers. von Christus12,10 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. .Denn nur wenn ich schwach bin,bin ich wirklich stark.

Paulus sorgt sich um die Korinther

11Jetzt habe ich mich wie ein Narr aufgeführt.So weit habt ihr mich gebracht!Eigentlich müsste ich ja von euch empfohlen werden.Denn auch wenn ich ein Nichts bin –vor diesen »außergewöhnlichen« Aposteln12,11 »außergewöhnliche« Apostel: Menschen, die behaupten, von Christus gesandt zu sein. Sie fühlen sich Paulus überlegen und versuchen, ihn schlecht zu machen.muss ich mich nicht verstecken.12Jedenfalls habe ich bei euch mit großer AusdauerZeichen12,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. gewirkt,an denen man einen Apostel12,12 Apostel: Wörtlich »Ausgesandter«. Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird. erkennt –genauer: Zeichen12,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. , Wunder12,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. und machtvolle Taten.13Gibt es irgendetwas,worin ihr den anderen Gemeinden gegenüberzu kurz gekommen seid?Doch höchstens darin,dass ich euch nicht zur Last gefallen bin.Verzeiht mir dieses Unrecht!

14Seht doch!Ich bin bereit,ein drittes Mal zu euch zu kommen.Und ich werde euch auch diesmal nicht zur Last fallen.Ich will nämlich nicht euren Besitz,ich will euch selbst.Schließlich sollen nicht die Kinderfür ihre Eltern Vorsorge treffen,sondern die Eltern für ihre Kinder.15Am liebsten würde ich alles hergeben.Ja, ich würde für euch12,15 für euch: Wörtlich heißt es in Vers 15: »ich würde für euer Leben sogar mein Leben geben.« sogar mein Leben geben.Kann es denn sein,dass ihr mich umso weniger liebt,je mehr ich euch liebe?16Wie dem auch sei:Ich habe euch jedenfalls nicht ausgenutzt.Habe ich euch dann einfach überlistet –schlau, wie ich bin?17Habe ich etwa jemand zu euch geschickt,um mich durch ihn auf eure Kosten zu bereichern?18Ich habe Titus12,18 Titus: Mitarbeiter und Begleiter des Paulus aus Antiochien am Orontes. Später Gemeindeleiter auf Kreta. darum gebetenund zusammen mit dem Bruder zu euch geschickt.Hat sich Titus12,18 Titus: Mitarbeiter und Begleiter des Paulus aus Antiochien am Orontes. Später Gemeindeleiter auf Kreta. etwaauf eure Kosten bereichert?Bestimmt nicht derselbe Geist12,18 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. unser Leben?Folgten wir in unserem Lebennicht immer denselben Fußstapfen?

Vorschau auf den Besuch des Paulus

19Wahrscheinlich denkt ihr schon die ganze Zeit,dass wir uns nur vor euch rechtfertigen wollen.Aber weil wir zu Christus12,19 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. gehören,legen wir allein vor Gott Rechenschaft ab.Meine Lieben,alles, was wir sagen,dient doch dazu,euch als Gemeinde aufzubauen.

20Ich fürchte allerdings,dass ich euch bei meinem Besuch nicht so antreffe,wie ich es mir wünsche.Und ihr werdet mich dann so erleben,wie ihr euch das nicht wünscht.Ich fürchte,es kommt zu Streit und Eifersucht,zu Wutausbrüchen und selbstsüchtigem Verhalten,zu Verleumdungen und übler Nachrede,zu Überheblichkeit und Aufruhr.21Und ich fürchte,mein Gott wird mich bei meinem Besuchwieder vor euch demütigen.Und ich werde traurig sein.Denn so viele haben sichin der Vergangenheit schuldig12,21 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. gemacht.Und sie haben sich immer noch nicht abgewandtvon ihrem unreinen12,21 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen., unzüchtigenund unmoralischen Lebenswandel.