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Der König von Assyrien überfällt das Land Juda

321Hiskija32,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. hatte seine Treue durch Taten bewiesen.Dann aber rückte der assyrische König Sanherib32,1 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. heran.Er fiel in Juda32,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … ein und belagerte die befestigten Städte,um sie zu erobern.2Hiskija erkannte, dass Sanherib kam,weil er gegen Jerusalem32,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … kämpfen wollte.3Er fasste den Plan, die Wasserquellendraußen vor der Stadt zu verstopfen.Er beriet sich mit seinen Beamten und Heerführern,und sie unterstützten sein Vorhaben.4Nun kamen viele Leute zusammen.Sie verstopften die Quellen und den Bach,der mitten durch das Land strömte.Sie sagten sich:»Warum sollten die Könige von Assyrien32,4 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. ankommenund gleich das Wasser finden?«

5Hiskija32,5 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. machte sich tatkräftig ans Werk.Er baute die eingerissene Stadtmauer wieder aufund führte sie bis an die Mauertürme weiter.Er errichtete noch eine zweite Maueraußerhalb der Stadt.Er verstärkte den Millo32,5 Millo: Große Terrassenanlage an einem Hügel im Norden der Stadt Davids. Das Gelände wurde aufgeschüttet, um dort Wohnhäuser bauen zu können. der Stadt Davids32,5 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9.und stellte massenhaft Geschosse und Schilde32,5 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz. Mehr … her.6Schließlich setzte er Truppenführer über das Volk ein.Die versammelte er auf dem Platz am Stadttor um sichund redete eindringlich mit ihnen:7»Seid mutig und stark! Habt keine Angst!Fürchtet euch nicht vor dem König von Assyrien32,7 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak.und vor der Menge, die mit ihm kommt.Mit uns ist ja ein Größerer als mit ihm.8Er hat nur Arme aus Fleisch und Blut.Mit uns aber ist der Herr, unser Gott.Er will uns helfen und für uns kämpfen.«Das Volk verließ sich auf die Worte von Hiskija,dem König von Juda.

9Dann lagerte Sanherib32,9 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte., der König von Assyrien,mit seiner Streitmacht vor Lachisch32,9 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt..Er schickte Boten zu König Hiskija von Judaund zu den Judäern nach Jerusalem32,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Er ließ ihnen sagen:10»So spricht Sanherib, der König von Assyrien!Worauf vertraut ihr,dass ihr trotz der Belagerung in Jerusalem bleibt?11Hiskija führt euch in die Irre.Ihr werdet vor Hunger und Durst sterben.Lasst euch bloß nicht erzählen:›Der Herr, unser Gott,wird uns aus der Gewalt des Königs von Assyrien retten!‹12Das ist doch derselbe Hiskija,der Kultplätze32,12 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. und Altäre32,12 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … in seinem Land beseitigt hat.Er war es doch, der zu Juda und Jerusalem gesagt hat:›Allein vor diesem einen Altar in Jerusalemsollt ihr Gott anbeten und Räucheropfer32,12 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … darbringen!‹13Wisst ihr etwa nicht, was ich mit vielen Völkernin anderen Ländern gemacht habe –ich und meine Vorfahren?Haben etwa die Götter32,13 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … der anderen Völkerihre Länder vor mir gerettet?14Meine Vorfahren hatten beschlossen,sie dem Untergang zu weihen32,14 dem Untergang weihen: Kriegsbeute und Gefangene werden dem Volk durch Vernichtung entzogen..Diese anderen Völker hatten ihre Götter.Aber welcher von diesen Götternhat sein Volk vor mir gerettet?Und da sollte euch euer Gott vor mir retten können?15Jetzt lasst euch doch nicht von Hiskija täuschen!Lasst euch nicht auf diese Weise verführen.Glaubt ihm nicht!Denn kein Gott von irgendeinem Volk oder Königreichkann sein Volk aus meiner Gewalt retten.Das galt auch schon für meine Vorfahren.Genauso wenig wird euch euer Gott aus meiner Gewalt retten!«16Sanheribs Boten redeten immer weitergegen Gott, den Herrn,und gegen seinen Knecht32,16 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. Hiskija.

Sanherib verhöhnt Gott

17Sanherib32,17 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. hatte Briefe geschrieben,um den Herrn, den Gott Israels, zu verhöhnen.Er redete schlecht über ihn und schrieb:»Die Götter32,17 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … der anderen Länderhaben ihre Völker nicht aus meiner Gewalt gerettet.Genauso wenig wird der Gott von Hiskija32,17 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.sein Volk aus meiner Gewalt retten.«18Das Volk von Jerusalem32,18 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … stand auf den Mauern.Sanheribs Boten riefen zu ihnen mit lauter Stimme.Sie benutzten die Sprache der Judäer.Sie wollten sie in Angst und Schrecken versetzen,um die Stadt einnehmen zu können.19Sie redeten von dem Gott Jerusalems sowie von den Göttern der anderen Völker auf der Erde:»Sie sind von Menschenhand gemacht32,19 von Menschenhand gemacht: Sanherib behauptet, dass der Herr nur ein Götterbild ist und keine Macht hat.20Daraufhin beteten König Hiskijaund der Prophet32,20 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja32,20 Jesaja: Die Worte des Propheten Jesaja finden sich im Buch Jesaja., der Sohn des Amoz.Sie schrien zum Himmel.21Da schickte der Herr einen Engel32,21 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr ….Der vernichtete alle Kriegshelden, Heerführerund Offiziere im Lager des Königs von Assyrien32,21 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak..Gedemütigt und beschämtkehrte der in sein Land zurück.Dort suchte er den Tempel32,21 Tempel: Gebäude, in dem Gottesdienste gefeiert und Opfer für eine bestimmte Gottheit dargebracht wurden. seines Gottes auf.Da erschlugen ihn einige seiner Söhne mit dem Schwert.

22So half der Herr Hiskija32,22 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. und den Einwohnern von Jerusalem32,22 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Er rettete sie aus der Gewalt von Sanherib32,22 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte.,dem König von Assyrien,und der Gewalt aller anderen Feinde.Er sorgte dafür, dass das Land Ruhe vor dem Krieg hatte.23Viele Menschen brachten Opfergaben32,23 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott. Mehr … für den Herrnnach Jerusalem.Sie hatten auch kostbare Geschenkefür Hiskija, den König von Juda.Von da an war Hiskija sehr angesehen bei allen Völkern.

Die Krankheit und die Erfolge von Hiskija

24Es kam eine Zeit, da wurde Hiskija32,24 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. todkrank.Er betete zum Herrn, und der antwortete ihm.Er wirkte ein Wunder als Zeichen seiner Rettung.25Hiskija aber war hochmütig gewordenund bedankte sich nicht.Da kam der Zorn Gottes32,25 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … über ihn,über Juda32,25 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem32,25 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….26Hiskija kam zur Einsicht und bereute seinen Hochmut.Auch die Einwohner von Jerusalem zeigten Reue.Daher traf sie der Zorn des Herrn nicht mehr,solange Hiskija lebte.

27Hiskija32,27 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. war sehr reich und genoss hohes Ansehen.Er legte sich Schatzkammern für Silber und Gold an,für Edelsteine und Balsam-Öle,für alle Schätze und kostbare Geräte.28Er baute Vorratslager für Korn, neuen Wein und Oliven,Ställe für jede Art von Vieh und Ställe für Herden.29Auch Städte legte er für sich an.Er besaß eine Menge Rinder, Schafe und Ziegen.Denn Gott hatte ihm ein bedeutendes Vermögen gegeben.30Es war Hiskija, der die obere Gihonquelle32,30 Gihonquelle: Hauptquelle für die Wasserversorgung Jerusalems, in der Nähe des Tempels gelegen. abdeckte.Er leitete das Wasser unterirdisch um in die Stadt Davids32,30 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9.,nach Westen.Bei allen seinen Unternehmungen hatte Hiskija Erfolg.

31So war es auch,als die Obersten von Babylonien32,31 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. Unterhändler zu ihm sandten.Sie sollten sich nach dem Wunder32,31 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. Mehr … erkundigen,das im Land geschehen war.Damals hatte Gott Hiskija verlassen,um ihn auf die Probe zu stellen.Er wollte sein Herz ganz genau prüfen.

Angaben zur Regierungszeit von König Hiskija

32Die übrige Geschichte von Hiskija32,32 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.und seiner Treue zu Gottist in diesen Büchern aufgeschrieben:in der Vision des Propheten Jesaja32,32 Vision des Propheten Jesaja: Die Worte des Propheten Jesaja finden sich im Buch Jesaja, das in Jesaja 1,1 als »Vision« bezeichnet wird., dem Sohn des Amoz,und im Buch der Könige von Juda und Israel32,32 Buch der Könige von Juda und Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..33Dann starb Hiskija32,33 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte..Man begrub ihnbeim Aufgang zu den Gräbern der Nachkommen Davids32,33 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….Ganz Juda32,33 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und die Einwohner von Jerusalem32,33 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …erwiesen ihm bei seinem Tod die Ehre.Sein Sohn Manasse32,33 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.
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König Manasse und König Amon

2. Chronik 33,1-25

Manasse führt den Götzendienst ein

331Manasse33,1 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). war zwölf Jahre alt, als er König wurde.55 Jahre regierte er in Jerusalem33,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….2Er tat, was der Herr verurteilt.Er tat Abscheuliches genau wie die anderen Völker,die der Herr vor den Israeliten vertrieben33,2 vertrieben: Josua 6–12 berichtet davon, wie Gott den Israeliten half, das verheißene Land zu erobern. hatte.3Manasse baute die Kultplätze33,3 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. wieder auf,die sein Vater Hiskija abgerissen hatte.Er errichtete Altäre für die Baale33,3 Baal: Der palästinisch-syrische Wettergott Baal ist hier zum Sinnbild für alle fremden Götter geworden, deren Verehrung in Israel verboten war..Und er ließ Kultpfähle33,3 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. anfertigen.Dazu verehrte er das himmlische Heer33,3 himmlisches Heer: Bezeichnung für Sonne, Mond und Sterne, die als Gottheiten verehrt wurden.und betete die Gestirne an.4Er baute auch Altäre33,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … im Tempel des Herrn33,4 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr ….Dabei hatte der Herr doch gesagt:»In Jerusalem bin ich in meinem Namenfür immer gegenwärtig.«5Für das ganze himmlische Heer baute er Altärein den beiden Höfen33,5 Höfe: Der Tempel in Jerusalem war von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben. des Tempels.6Er ließ seinen Sohn im Ben-Hinnom-Tal33,6 Ben-Hinnom-Tal: Tal, in dem die Opferstätte Tofet liegt, an der fremden Göttern Opfer dargebracht werden.durchs Feuer gehen33,6 durchs Feuer gehen lassen: Meint das Opfern von Kindern in Notlagen. Das war in Israel verboten..Er betrieb Wahrsagerei33,6 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr …, Zauberei33,6 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. Mehr … und Zeichendeutung,ließ Tote und Geister befragen33,6 Tote und Geister befragen: Die Befragung von Totengeistern war in Israel verboten, vgl. die Erzählung von Saul bei der Totenbeschwörerin in En-Dor 1. Samuel 28,3-25..Er tat so viele Dinge, die der Herr verurteilt,dass er ihn sehr zornig33,6 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … machte.7Er ließ ein Götzenbild33,7 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. anfertigen.Auch das brachte er in den Tempel Gottes.Dabei hatte Gott doch Folgendes33,7 Folgendes: Ein ähnliches Versprechen findet sich in 2. Chronik 7,12-16. gesagt,als er zu David33,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und seinem Sohn Salomo33,7 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … sprach:»Jerusalem habe ich aus allen Stämmen Israels erwählt.Denn an diesem Ort und in diesem Tempelwill ich für immer in meinem Namen gegenwärtig sein33,7 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. Mehr ….8Ich habe euren Vorfahren Land zugewiesen.Ich werde es nicht noch einmal zulassen,dass die Füße der Israeliten diesen Boden verlassen.Nur müssen sie darauf achten, alles zu tun,was ich ihnen befohlen habe:Sie müssen nach der ganzen Weisung33,8 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr …, den Satzungenund den Rechtsbestimmungen des Mose33,8 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … leben.«9Trotzdem verführte Manasse die Judäerund die Einwohner von Jerusalem.Sie taten noch schlimmere Dinge als die Völker,die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte.

10Der Herr redete mit Manasse33,10 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.).und mit seinem ganzen Volk.Aber die hörten nicht zu.11Da ließ der Herrdie Heerführer des Königs von Assyrien33,11 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. angreifen.Die nahmen Manasse mit Haken gefangen,legten ihn in Ketten aus Bronze33,11 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet.und führten ihn nach Babylon33,11 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt..

Manasse schafft den Götzendienst ab

12Die Lage von Manasse33,12 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). war aussichtslos geworden.Da wollte er den Herrn, seinen Gott, milde stimmen.Er verbeugte sich ganz tiefvor dem Gott seiner Vorfahren 13und betete zu ihm.Der ließ sich von ihm erweichenund erhörte sein Flehen.Er ließ ihn als König nach Jerusalem33,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zurückkehren.Da erkannte Manasse: »Der Herr ist Gott.«

14Danach baute Manasse33,14 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). eine äußere Mauer für die Stadt Davids33,14 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9.im Tal westlich der Gihonquelle33,14 Gihonquelle: Hauptquelle für die Wasserversorgung Jerusalems, in der Nähe des Tempels gelegen..Sie ging rings um den Hügel Ofel33,14 Hügel Ofel: Südlich des Tempelbergs in Jerusalem gelegener, künstlich aufgeschütteter Hügel.bis zum Eingang am Fischtor.Er ließ sie sehr hoch bauen.In allen befestigten Städten in Juda33,14 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …ernannte er Kommandanten.15Er beseitigte die fremden Götter33,15 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr …und das Götterbild33,15 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … aus dem Haus des Herrn33,15 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..Er entfernte alle Altäre33,15 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …,die er auf dem Berg beim Haus des Herrnund sonst in Jerusalem33,15 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … gebaut hatte.Er warf das alles aus der Stadt hinaus.16Den Altar des Herrn stellte er wieder herund brachte auf ihm Schlacht-33,16 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und Dankopfer33,16 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. Mehr … dar.Schließlich befahl er den Bewohnern von Juda,dem Herrn, dem Gott Israels, zu dienen.17Das Volk brachte auf den Kultplätzen33,17 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden.zwar nach wie vor Opfer33,17 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … dar.Aber jetzt taten sie es für den Herrn, ihren Gott.

Angaben zur Regierungszeit von König Manasse

18Die übrige Geschichte von Manasse33,18 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.).steht in der Chronik der Könige von Israel33,18 Chronik der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Sie enthält auch das Gebet33,18 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … zu seinem Gottund die Worte der Seher33,18 Seher: Mensch, dem Gott die Gabe verliehen hat, verborgene Dinge und künftige Ereignisse vorherzusehen., die zu ihm sprachenim Namen des Herrn, des Gottes Israels.19Das Gebet Manasses und wie es erhört wurdeist aufgeschrieben in der Geschichte des Hosai33,19 Geschichte des Hosai: Eine uns unbekannte Schrift, die vermutlich Aufzeichnungen des ebenfalls unbekannten Hosai enthielt..Sie berichtet auch von Manasses Sünden33,19 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …, seiner Untreue,von den Orten, an denen er Kultplätze33,19 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. angelegtund Kultpfähle33,19 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. und Götterbilder33,19 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … errichtet hatte.Sie reicht bis zu dem Punkt,an dem er sich schließlich beugte.20Als Manasse33,20 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). starb, begrub man ihn bei seinem Haus.Sein Sohn Amon33,20 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.

Angaben zur Regierungszeit von König Amon

21Amon33,21 Amon: König des Südreichs Juda (641–640 v. Chr.). war 22 Jahre alt, als er König wurde.Zwei Jahre regierte er in Jerusalem33,21 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….22Er tat, was der Herr verurteilt,so wie sein Vater Manasse es getan hatte.Amon brachte Opfer33,22 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … dar vor allen Götterbildern33,22 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr …,die sein Vater Manasse hergestellt hatte,und verehrte sie.23Er verbeugte sich nicht vor dem Herrn,wie sich sein Vater Manasse unterworfen hatte.Nein, Amon machte die Schuld33,23 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … noch größer.24Da verschworen sich seine Beamten gegen ihnund töteten ihn in seinem Palast.25Daraufhin erschlug das Volk des Landes alle,die sich gegen König Amon verschworen hatten.Und so machten sie seinen Sohn Joschija33,25 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. zum König.Er regierte an seiner Stelle.
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Die Regierung von König Joschija

2. Chronik 34,1–35,27

König Joschija räumt mit dem Götzendienst auf

341Joschija34,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. war acht Jahre alt, als er König wurde.31 Jahre regierte er in Jerusalem34,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….2Er tat, was dem Herrn gefiel,und folgte ganz dem Vorbild seines Vorfahren David34,2 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….Niemals wich er von diesem guten Weg ab,weder nach rechts noch nach links.

3Im achten Jahr seiner Königsherrschaftwar er immer noch ein junger Mann.Schon da fing er an,nach dem Gott seines Vorfahren David34,3 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … zu fragen.Im zwölften Jahr begann er,Juda34,3 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem34,3 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zu reinigen34,3 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein.:Kultplätze34,3 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. und Kultpfähle34,3 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. wurden beseitigt,ebenso geschnitzte und gegossene Götterbilder34,3 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr ….4Vor seinen Augen riss man die Altäre34,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … der Baale34,4 Baal: Der palästinisch-syrische Wettergott Baal ist hier zum Sinnbild für alle fremden Götter geworden, deren Verehrung in Israel verboten war. ein.Die Räucheraltäre34,4 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden. Mehr …, die darauf standen, zerschlug er.Er zerbrach und zermalmte die Kultpfähleund die geschnitzten und gegossenen Götterbilder.Den Staub verstreute er auf den Gräbern von denen,die ihnen Opfer34,4 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … dargebracht hatten.5Die Knochen der Priester34,5 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … dieser Götterverbrannte er auf ihren Altären.So reinigte er Juda und Jerusalem.6Er riss auch die Altäre niederin den Städten im Gebiet Manasse,in Efraim und Simeon und bis hin nach Naftaliund in den zertrümmerten Städten ringsum.7Die Kultpfähle und Götterbilderzertrümmerte und zermalmte er.Er zerschlug die Räucheraltäre in ganz Israel.Dann kehrte er nach Jerusalem zurück.

Joschija baut den Tempel aus und wird belohnt

8In seinem 18. Regierungsjahrwar Joschija34,8 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. immer noch dabei,das Land und das Haus zu reinigen34,8 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein..Er vergab einen Auftragan Schafan, den Sohn des Azalja,an den Stadtoberen Maasejaund an den Schreiber34,8 Schreiber: Verwaltungsbeamte, die Listen mit Namen führen und Befehle weitergeben. Joach, den Sohn des Joahas.Sie sollten das Haus des Herrn34,8 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.,seines Gottes, ausbessern.9Sie gingen zum Hohepriester34,9 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. Mehr … Hilkija,und übergaben Geld,das zum Tempel34,9 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … gebracht worden war.Die Leviten34,9 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …, die an den Eingängen Wache hielten,hatten es gesammeltvon Manasse und Efraim34,9 Manasse und Efraim: Die Siedlungsgebiete dieser Stämme lagen im Bereich des Nordreichs Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. – dem ganzen Rest Israels34,9 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). –,von ganz Juda und Benjamin34,9 Juda und Benjamin: Die Gebiete der Stämme Juda und Benjamin stellen das Herrschaftsgebiet von König Joschija und somit das Südreich Juda dar.und von den Einwohnern Jerusalems34,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….10Sie gaben es den Handwerkern,die die Arbeiten am Tempel des Herrn beaufsichtigten.Diese sollten davon die anderen Handwerker zahlen,die den Tempel ausbesserten und erneuerten.11Sie gaben es den Zimmerleuten34,11 Zimmerleute: Handwerker, die auf die Bearbeitung von Holz spezialisiert sind. und Bauarbeitern.Die sollten damit behauene Steineund Holz für die Verbindungsbalken kaufen.Mit den Balken sollten die Häuser erneuert werden,die die Könige von Juda hatten herunterkommen lassen.12Die Männer waren gewissenhaft bei der Arbeit.Die Aufsicht hatten die LevitenJahat und Obadja von den Merariternund Secharja und Meschullam von den Kehatitern.Die Leviten, die mit Musikinstrumenten umgehen konnten,13hatten die Aufsicht über die Lastträger.Sie beaufsichtigten auch alle Handwerkerbei ihren verschiedenen Tätigkeiten.Andere Leviten waren Schreiber34,13 Schreiber: Verwaltungsbeamte, die Listen mit Namen führen und Befehle weitergeben.,Schriftführer oder Torwächter34,13 Torwächter: Leviten, die den Zugang zum Tempel und die Abgaben an den Tempel überwachten..

14Als sie das Geld holten,das in das Haus des Herrn34,14 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. gebracht worden war,machten sie einen Fund.Der Priester34,14 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … Hilkija entdeckte ein Buchmit der Weisung34,14 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … des Herrn.Gott hatte sie dem Volk durch Mose34,14 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … gegeben.15Hilkija ergriff das Wortund sagte zu Schafan, dem Schreiber34,15 Schreiber: Verwaltungsbeamte, die Listen mit Namen führen und Befehle weitergeben.:»Ich habe im Tempel des Herrndiese Heilige Schrift34,15 Heilige Schrift: Wörtlich »Buch der Weisung«. Im Judentum die Tora, die Weisung Gottes, wie sie in den fünf Büchern Mose steht. gefunden.«Hilkija übergab Schafan das Buch.16Dann machte sich der Schreiber Schafanauf den Weg zum König und berichtete ihm:»Sie tun alles, was deinen Dienern aufgetragen wurde.17Sie haben das Geld,das sich im Tempel des Herrn34,17 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … befand, ausgeschüttet.Sie haben es den Aufsehern und Handwerkern gegeben.«18Dann berichtete der Schreiber Schafan dem König:»Der Priester Hilkija hat mir ein Buch gegeben.«Und Schafan las dem König daraus vor.

Joschija befragt die Prophetin Hulda

19Der König hörte, was im Buch der Weisung stand,das ihm vorgelesen wurde.Da zerriss er seine Kleider34,19 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung..20Der König wollte den Herrn befragen, was er tun sollte.Deshalb gab er fünf Beamten einen Auftrag:Hilkija und Ahikam, dem Sohn des Schafan,Abdon, dem Sohn des Micha, dem Schreiber34,20 Schreiber: Verwaltungsbeamte, die Listen mit Namen führen und Befehle weitergeben. Schafanund Asaja, seinem engsten Vertrauten.21Er sagte: »Geht! Befragt den Herrn für mich,für Juda34,21 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und für den Rest Israels34,21 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).:Sucht in dem Buch, das gefunden wurde,nach seinem Willen!Denn der Zorn des Herrn34,21 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …, der uns droht, ist gewaltig.Unsere Vorfahren haben die Worte des Herrn nicht befolgt.Sie haben nicht nach dem gehandelt,was in diesem Buch steht.«

22Da gingen Hilkija und die Boten des Königszur Prophetin34,22 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Hulda, der Frau von Schallum.Der verwaltete die Kleiderkammer.Schallum war ein Sohn von Tokhat und ein Enkel von Hasra.Hulda war gerade in der Neustadt34,22 Neustadt: Bezirk nördlich und westlich der Stadt Davids, dem ältesten Teil Jerusalems. von Jerusalem.Sie redeten mit ihr, wie der König befohlen hatte.23Sie antwortete ihnen:»So spricht der Herr34,23 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Sagt dem Mann, der euch zu mir geschickt hat:24›So spricht der Herr!Ich werde Unheil über diesen Ort bringenund über seine Bewohner.Ich lasse alle Flüche34,24 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … wahr werden,wie man es dem König von Juda34,24 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … vorgelesen hat.Sie stehen in dem Buch34,24 in dem Buch: In 5. Mose/Deuteronomium 28,15-68 findet sich eine Reihe von Flüchen, die denen angedroht werden, die sich nicht an Gottes Gebote halten.!25Denn die Israeliten haben mich verlassen.Sie haben anderen Göttern34,25 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … Räucheropfer34,25 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dargebracht.So haben sie mich zornig34,25 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … gemacht mit dem,was ihre Hände geschaffen haben.Mein Zorn wird über diesen Ort kommenund nicht verlöschen.‹26Doch ich habe noch eine andere Botschaftfür den König von Juda, der euch geschickt hat.Er wollte ja den Herrn befragen.Richtet ihm also aus:›So spricht der Herr, der Gott Israels!Du hast die Worte gehört27und sie dir zu Herzen genommen.Du hast dich demütig vor deinem Gott gebeugt.Denn du hast gehört, welches Unheil ich angekündigt habefür diesen Ort und seine Bewohner.Deshalb hast du dich vor mir gebeugt,deine Kleider zerrissen34,27 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung. und vor mir geweint.Und ich habe dich erhörtAusspruch des Herrn34,27 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.. –28Ich will dich mit deinen Vorfahren vereinen34,28 mit den Vorfahren vereinen: Biblischer Ausdruck für einen friedlichen Tod..In Frieden wirst du in deinem Grab beigesetzt.Deine Augen müssen das Unheil nicht mit ansehen,das ich über diesen Ort und seine Bewohner bringe.‹«Das alles berichteten sie dem König.

König Joschija erneuert den Bund

29Der König ließ alle Ältesten34,29 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde.aus Juda34,29 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem34,29 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zusammenrufen.30Sie alle zogen zum Tempel des Herrn34,30 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … hinauf:der König, alle Leute aus Juda und die Bewohner Jerusalems,die Priester34,30 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und die Leviten34,30 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …und das ganze übrige Volk, Groß und Klein.Dort las man ihnen das Buch des Bundes34,30 Buch des Bundes: Hier andere Bezeichnung für das Buch mit der Weisung Gottes, das der Priester Hilkija im Tempel findet. vor,das man im Tempel des Herrn gefunden hatte.31Dann trat der König an seinen Platzund schloss vor dem Herrn einen Bund34,31 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr ….Er versprach: »Ich will dem Herrn nachfolgen.Mit ganzem Herzen34,31 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. und mit ganzer Seele34,31 mit ganzer Seele: Joschija verspricht, sich mit seiner ganzen Lebenskraft für Gott einzusetzen. will ichseine Gebote34,31 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr …, Vorschriften und Gesetze halten.Die Bestimmungen dieses Bundes sollen für uns gelten,wie sie in diesem Buch aufgeschrieben sind.«32Er ließ alle herantreten,die in Jerusalem und Benjamin34,32 Jerusalem und Benjamin: Die Gebiete der Stämme Juda und Benjamin stellen das Herrschaftsgebiet von König Joschija und somit das Südreich Juda dar. Jerusalem steht dabei stellvertretend für Juda. waren.Die Leute in Jerusalem handelten so,wie es dem Bund entsprach –dem Bund mit Gott, dem Gott ihrer Vorfahren.

33Joschija34,33 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. beseitigte den abscheulichen Götzendienst34,33 Götzendienst: Verehrung einer fremden Gottheit, die in Israel verboten war.in allen Ländern, die zu Israel gehörten.Er brachte die Bewohner Israels dazu,dem Herrn, ihrem Gott, zu dienen.Solange Joschija lebte,wichen sie nicht vom Weg des Herrn ab.