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Ahab und Joschafat beschließen einen Feldzug

181König Joschafat18,1 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). war sehr reichund genoss hohes Ansehen.Er wurde der Schwiegersohn18,1 Schwiegersohn: 2. Chronik 21,6 erzählt, dass Joram, der Sohn von Joschafat, mit einer Tochter König Ahabs verheiratet war. So schlossen die beiden Könige ein Bündnis. von König Ahab18,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)..2Einige Jahre später besuchte er Ahab in Samaria18,2 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..Ahab brachte viele Schafe und Rinder als Opfer18,2 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … dar,im Namen von Joschafat und seinen Leuten.Schließlich brachte er Joschafat dazu,mit ihm die Stadt Ramot-Gilead18,2 Ramot-Gilead: Viel umkämpfte Stadt im Ostjordanland, 50 km südöstlich des See Gennesaret im heutigen Jordanien gelegen. anzugreifen.

3Ahab18,3 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)., der König von Israel,fragte Joschafat18,3 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.)., den König von Juda:»Willst du mit mir gegen Ramot-Gilead18,3 Ramot-Gilead: Viel umkämpfte Stadt im Ostjordanland, 50 km südöstlich des See Gennesaret im heutigen Jordanien gelegen. ziehen?«Joschafat antwortete ihm:»Wir gehören zusammen.Ich bin wie du.Dein Volk ist wie mein Volk.Ich ziehe mit dir in den Kampf!«4Dann fuhr Joschafat fortund bat den König von Israel:»Befrag nur zuerst den Herrngleich heute.«5Also versammelte der König von Israel seine Propheten18,5 seine Propheten: Diese Männer tragen zwar den Titel »Prophet«, erhalten aber keine Botschaft von Gott..400 kamen zusammen, und er fragte sie:»Soll ich gegen Ramot-Gilead in den Krieg ziehenoder soll ich es lassen?«Sie antworteten: »Zieh los!Gott gibt es in deine Gewalt, König!«6Joschafat aber hakte nach:»Gibt es hier sonst keinen Propheten des Herrn18,6 Prophet des HERRN: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.,den wir befragen könnten?«7Der König von Israel antwortete Joschafat:»Es gibt noch einen Mann,durch den wir den Herrn befragen könnten.Aber ich hasse ihn, denn er kündigt mir nie Gutes an,sondern immer nur Unheil.Es ist Micha, der Sohn des Jimla.«Joschafat erwiderte:»Der König sollte nicht so reden!«8Da rief der König von Israel einen Beamten des Hofesund befahl: »Hol schnell Micha, den Sohn des Jimla!«

9Der König von Israel und Joschafat18,9 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Judasaßen auf dem Platz18,9 Dreschplatz: Ebener Platz außerhalb einer Siedlung, auf dem das Getreide gedroschen und die Spreu vom Weizen getrennt wird. Mehr … beim Stadttor18,9 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. Samarias18,9 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..Jeder saß auf seinem Thron,und sie hatten ihre königlichen Gewänder angelegt.Die Propheten18,9 Propheten: Diese Männer tragen zwar den Titel »Prophet«, erhalten aber keine Botschaft von Gott. machten ihre Ankündigungen vor ihnen.10Zidkija, der Sohn des Kenaana, machte Hörner aus Eisenund sagte: »So spricht der Herr18,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Mit solchen Hörnern wirst du Aram niederstoßen,bis es vernichtet ist.«11Alle Propheten kündigten dasselbe an:»Greif die Stadt Ramot-Gilead18,11 Ramot-Gilead: Viel umkämpfte Stadt im Ostjordanland, 50 km südöstlich des See Gennesaret im heutigen Jordanien gelegen. an,und du wirst Erfolg haben!Der Herr wird sie in die Gewalt des Königs geben.«

Der Prophet Micha warnt König Ahab von Israel

12Inzwischen kam der Bote zu Micha,um ihn zu holen und ihm zu sagen:»Alle Propheten18,12 Propheten: Diese Männer tragen zwar den Titel »Prophet«, erhalten aber keine Botschaft von Gott. haben dem König dasselbe angekündigt:Wie aus einem Mund haben sie Gutes gesagt.Jetzt kündige auch du Gutes an, so wie sie!«13Doch Micha entgegnete: »So gewiss der Herr lebt!Ich kann nur das sagen, was mein Gott mir sagt.«14Als er dann zum König kam, fragte der ihn:»Sollen wir gegen Ramot-Gilead18,14 Ramot-Gilead: Viel umkämpfte Stadt im Ostjordanland, 50 km südöstlich des See Gennesaret im heutigen Jordanien gelegen. in den Krieg ziehenoder soll ich es lassen, Micha?«Er antwortete:»Zieht nach Ramot-Gilead, und ihr werdet Erfolg haben!Es wird in eure Gewalt gegeben!«15Doch der König entgegnete:»Wie oft muss ich dich noch beschwören,mir im Namen des Herrn die Wahrheit zu sagen?«16Also sagte Micha:»Ich habe ganz Israel gesehen,wie sie zerstreut in den Bergen umherirrten.Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten18,16 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr … haben.Und der Herr sagte:Sie haben keine Herren mehr.Jeder soll in Frieden nach Hause gehen.«17Da wandte sich der König von Israel an Joschafat18,17 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.).:»Habe ich es dir nicht gesagt?Er kündigt mir nie Gutes an, sondern nur Unheil.«

18Micha aber sprach weiter: »Hört das Wort des Herrn!Ich habe den Herrn gesehen,wie er auf seinem Thron saß.Das ganze himmlische Heer18,18 himmlisches Heer: Gott wird in der Bibel oft »Herr der himmlischen Heere« genannt. Hier kann man sie sich als himmlische Ratsversammlung vorstellen.stand zu seiner Rechten und zu seiner Linken.19Der Herr fragte:›Wer will Ahab18,19 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)., den König von Israel, verwirren?Er soll gegen Ramot-Gilead18,19 Ramot-Gilead: Viel umkämpfte Stadt im Ostjordanland, 50 km südöstlich des See Gennesaret im heutigen Jordanien gelegen. ziehen und es überfallen.‹Verschiedene Vorschläge wurden gemacht.20Schließlich kam ein Geist18,20 Geist: Gehört zur himmlischen Versammlung, die Gott umgibt.,trat vor den Herrn und sprach:›Ich werde ihn verwirren!‹Der Herr fragte: ›Womit?‹21Er antwortete: ›Ich werde zu einem Lügengeist werdenund durch alle seine Propheten sprechen.‹Der Herr sprach darauf:›Mach es so und verwirre ihn, wenn du kannst!‹22Du, König, siehst also:Der Herr hat einen Lügengeist geschickt,der durch alle deine Propheten spricht.Denn der Herr hat Böses gegen dich beschlossen.«

23Da trat Zidkija, der Sohn des Kenaana, hinzuund schlug Micha ins Gesicht.Dann sprach er: »Wie sollte das zugehen?Hat mich etwa der Geist des Herrn verlassen,um nur noch mit dir zu reden?«24Micha antwortete:»Du wirst es an dem Tag wissen,an dem du verzweifelt versuchst, dich zu verstecken.«25Da gab der König von Israel18,25 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). den Befehl:»Ergreift Micha und bringt ihn zum Kommandanten Amonund zu Prinz Joasch!26Dann sollt ihr ihnen melden: ›So spricht der König:Werft diesen Mann ins Gefängnis!Gebt ihm so wenig Brot und Wasser18,26 wenig Brot und Wasser: Meint die zum Überleben notwendige Notration, und kein bisschen mehr. wie möglich,bis ich wohlbehalten zurückkehre.‹«27Micha erwiderte:»Wenn du wirklich wohlbehalten wiederkommst,dann hat der Herr nicht durch mich gesprochen.«Und er fügte noch hinzu: »Alle Völker sollen es hören!«18,27 »Alle Völker sollen es hören!«: Micha ruft die Völker als Zeugen an.

Ahab wird getötet und Joschafat kehrt heim

28Dann zogen der König von Israel18,28 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Joschafat18,28 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). von Judagegen Ramot-Gilead18,28 Ramot-Gilead: Viel umkämpfte Stadt im Ostjordanland, 50 km südöstlich des See Gennesaret im heutigen Jordanien gelegen. in den Kampf.29Der König von Israel aber sagte zu Joschafat:»Ich werde mich verkleiden,wenn ich den Kampf ziehe.Du aber bleibe, wie du bist, königlich gekleidet.«So zog der König von Israel verkleidet in den Kampf.

30Der König von Aram18,30 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien. hatte seinen Wagenführern befohlen:»Bekämpft nicht irgendwelche Gegner,sondern ausschließlich den König von Israel18,30 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).31Als sie nun Joschafat18,31 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). sahen, dachten die Wagenführer:»Das ist der König von Israel!«Also umzingelten sie ihn und griffen ihn an.Doch Joschafat schrie laut um Hilfe,und der Herr half ihm.Gott lenkte sie von ihm ab.32Die Wagenführer bemerkten,dass es nicht der König von Israel war.Deshalb ließen sie wieder von ihm ab.33Einer der Männer hatte seinen Bogen gespanntund schoss ziellos einen Pfeil ab.Dabei traf er den König von Israelgenau zwischen zwei Teilen seiner Rüstung.Dieser befahl seinem Wagenlenker:»Dreh um und bring mich aus der Schlacht!Ich bin schwer verwundet.«34An diesem Tag wurde der Kampf immer heftiger.Bis abends hielt sich der König von Israel aufrechtund begegnete den Aramäern in seinem Wagen.Doch als die Sonne unterging, starb er.
19191Joschafat19,1 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.)., der König von Juda,kehrte wohlbehaltennach Jerusalem19,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … in seinen Palast zurück.2Der Seher19,2 Seher: Mensch, dem Gott die Gabe verliehen hat, verborgene Dinge und künftige Ereignisse vorherzusehen. Jehu, der Sohn des Hanani,trat König Joschafat entgegen und sagte zu ihm:»Musstest du diesem Frevler19,2 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … helfenund die lieben, die den Herrn hassen?Deswegen hättest du es verdient,dass der Herr zornig19,2 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … auf dich ist.3Aber es findet sich auch Gutes bei dir:Du hast die Kultpfähle19,3 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. aus dem Land geschafftund dein Herz fest darauf gerichtet, Gott zu suchen.«

Joschafats Rechtsreform

4Joschafat19,4 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). herrschte nun in Jerusalem19,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Von dort aus zog er in seinem Volk umhervon Beerscheba19,4 Beerscheba: Wörtlich »Schwurbrunnen«. 90 km südwestlich von Jerusalem an einer wichtigen Handelsstraße gelegene Stadt mit Heiligtum. bis zum Gebirge Efraim19,4 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte..Er sorgte dafür,dass die Leute sich wieder dem Herrn zuwandten,dem Gott ihrer Vorfahren.5Dann bestellte er Richter im ganzen Land,in allen befestigten Städten Judas19,5 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …, Stadt für Stadt.6Er sagte zu den Richtern:»Bedenkt, was ihr tut!Nicht im Auftrag von Menschen haltet ihr Gericht,sondern im Auftrag des Herrn.Er wird mit euch sein, wenn ihr Recht sprecht.7Ehrfurcht19,7 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn soll euch leiten.Übt euer Amt gewissenhaft aus.Denn bei dem Herrn, unserem Gott,gibt es weder Unredlichkeit noch Parteilichkeitnoch Bestechlichkeit.«

8Joschafat19,8 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). regelte in Jerusalem19,8 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … auch den Dienstder Priester19,8 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …, Leviten19,8 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr … und Familienoberhäupter Israels19,8 Israel: Um zu verdeutlichen, dass das Südreich Juda rechtmäßiger Nachfolger des Königreichs von David und Salomo ist, wird es hier »Israel« genannt..Sie sollten das Gesetz des Herrn anwendenbei Streitigkeiten der Bewohner Jerusalems.9Joschafat befahl:»So handelt ihr in Ehrfurcht19,9 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn:Seid zuverlässig und mit ganzem Herzen bei der Sache!10Eure Verwandten, die in den Städten wohnen,werden euch ihre Streitigkeiten vorlegen.Da kann es um Mord und Totschlag gehen –oder es geht um einen Gegensatz zwischen der Weisung19,10 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr …und anderen Gesetzen, Geboten und Anordnungen.Ermahnt eure Verwandten,damit sie nicht vor dem Herrn schuldig19,10 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … werden.Sonst kommt sein Zorn19,10 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … über sie und euch!Macht ihr aber alles so, wie ich es gesagt habe,macht ihr euch nicht schuldig.11Der oberste Priester Amarja ist als Erster zuständigfür alle Angelegenheiten des Herrn.Sebadja, der Sohn des Jischmaelund Vorsteher des Hauses Juda19,11 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem.,ist zuständig für alle Angelegenheiten des Königs.Die Leviten dienen auch als Schreiber19,11 Schreiber: Verwaltungsbeamte, die Listen mit Namen führen und Befehle weitergeben..Geht entschlossen an die Arbeit!Der Herr wird mit dem Guten sein.«
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Joschafats Siege

201Die Moabiter20,1 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr …, Ammoniter20,1 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. und einige Meuniterzogen gegen Joschafat20,1 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). in den Krieg.2Boten kamen zu Joschafat und meldeten ihm:»Ein großes Heer ist gegen dich losgezogen.Es kommt von der Ostseite des Toten Meeres20,2 Totes Meer: Großer See, in den der Jordan mündet, mit ungewöhnlich hohem Salzgehalt., aus Edom20,2 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.,und steht schon in Hazezon-Tamar.«Hazezon-Tamar heißt auch En-Gedi20,2 En-Gedi: Fruchtbare Oase an der Westküste des Toten Meers..3Joschafat erschrak.Er beschloss, den Herrn zu befragen,und rief in ganz Juda20,3 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … eine Zeit des Fastens20,3 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr … aus.4Die Bewohner von Juda versammelten sich,um den Herrn zu suchen.Aus allen Städten Judas kamen sie zusammen,um sich an den Herrn zu wenden.

5Joschafat20,5 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). stellte sich vor den neuen Hofam Haus des Herrn20,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..In der Versammlung von Juda20,5 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem20,5 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … betete er:6»Herr, Gott unserer Vorfahren:Bist du nicht der Gott im Himmelund regierst über alle Königreiche der Völker?In deiner Hand sind Kraft und Macht.Keiner stellt sich dir in den Weg.7Hast du, unser Gott, die Bewohner dieses Landesnicht einst20,7 einst: In Josua 6–12 wird erzählt, wie Gott dem Volk Israel dabei hilft, das von ihm verheißene Land zu erobern. vor deinem Volk Israel20,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … vertrieben?Für immer hast du dieses Landden Nachkommen deines Freundes Abraham20,7 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr … gegeben.8In diesem Land haben sie sich niedergelassen,und darin ein Heiligtum für deinen Namen20,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr … gebaut.Sie haben gesagt20,8 sie haben gesagt: Ähnliche Bitten finden sich im dem Gebet, das Salomo bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem spricht; vgl. 2. Chronik 6,12-42.:9›Wenn Unheil über uns kommt– Krieg als Strafe, Pest oder Hungersnot –,dann treten wir vor dieses Haus und damit vor dich.Denn du bist in diesem Hausin deinem Namen gegenwärtig20,9 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. Mehr ….Zu dir schreien wir in unserer Not.Du wirst uns hören und retten.‹10Jetzt kommen die Ammoniter20,10 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland., die Moabiter20,10 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr …und die Bewohner vom Gebirge Seir20,10 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter..Du hast die Israeliten nicht durch ihr Land ziehen lassen20,10 nicht durch ihr Land ziehen lassen: Damit die Israeliten nicht in Streit und Kämpfe mit den drei Völkern gerieten, befahl Gott ihnen, ihre Gebiete auf dem Weg ins gelobte Land nicht zu durchqueren; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 2,1-23.,als sie aus Ägypten kamen.Die Israeliten sind ihnen ausgewichenund haben sie nicht vernichtet.11Jetzt wollen sie uns Böses antun:Sie kommen, um uns aus deinem Eigentum20,11 dein Eigentum: Meint das Land, das Gott den Israeliten versprochen hat; vgl. beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. Die Israeliten dürfen das Land nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. zu vertreiben,das du uns gegeben hast.12Du, unser Gott, willst du nicht über sie richten?Uns fehlt die Kraft gegen die Übermacht,die da gegen uns heranzieht.Wir wissen nicht, was wir tun sollen.Unsere Augen sind auf dich gerichtet.«13Ganz Juda stand vor dem Herrn,auch die kleinen Kinder, Frauenund älteren Kinder aus Juda20,13 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr ….

14Mitten in der Versammlung kam der Geist des Herrnüber Jahasiel, den Leviten und Nachkommen Asafs20,14 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem. Mehr ….Er war der Sohn des Secharja, Enkel von Benajaund Urenkel von Jeiel.Jeiel war der Sohn des Mattanja.15Jahasiel sagte: »Hört jetzt alle gut zu, ganz Juda20,15 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …,ihr Einwohner von Jerusalem20,15 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und du, König Joschafat!So spricht der Herr20,15 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. zu euch:Habt keine Angst und erschreckt nichtvor diesem großen Heer!Der Kampf ist nicht eure, sondern Gottes Sache.16Zieht ihnen morgen entgegen!Seht, sie kommen den steilen Weg von Ziz herauf.Ihr werdet am Ende des Bachtals auf sie stoßenam Rand der Wüste Jeruel.17Dabei ist es nicht eure Aufgabe zu kämpfen.Stellt euch auf, bleibt stehen und seht,wie der Herr euch rettet, Juda und Jerusalem!Habt keine Angst und seid unerschrocken.Zieht ihnen morgen nur entgegen.Der Herr ist mit euch!«18Joschafat20,18 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). warf sich mit dem Gesicht zu Boden.Ganz Juda und die Einwohner von Jerusalemfielen vor dem Herrn nieder,um den Herrn anzubeten.19Dann standen die Leviten20,19 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr … auf,die von den Kehatitern und den Korachitern20,19 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem. stammten.Mit sehr lauter Stimme priesen sie den Herrn,den Gott Israels.

20Früh am Morgen machten sie sich aufund zogen in die Wüste von Tekoa20,20 Tekoa: Ortschaft etwa 20 km südlich von Jerusalem..Beim Aufbruch trat Joschafat20,20 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). vor und ermutigte sie:»Hört mich an, Juda20,20 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und ihr Einwohner von Jerusalem!Vertraut dem Herrn, eurem Gott,dann werdet ihr bestehen.Vertraut seinen Propheten20,20 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …,dann werdet ihr siegreich sein.«21Darauf beriet er sich mit dem Kriegsvolkund stellte Sänger für den Herrn auf.Die sollten in heiligen Festgewändernvor der Kampftruppe hergehen und singen:»Dankt dem Herrn!Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.«

22Die Israeliten begannen mit dem Jubel und dem Lobpreis.Da legte der Herr einen Hinterhaltgegen die Ammoniter20,22 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland., Moabiter20,22 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr …und die Bewohner vom Gebirge Seir20,22 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter..Die rückten gegen Juda20,22 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … vor und wurden besiegt.23Daraufhin wandten sich die Ammoniter und Moabitergegen die Bewohner vom Gebirge Seir.Sie vernichteten die Bewohner vollständig.Als sie die Bewohner vom Gebirge Seir getötet hatten,bereiteten sie sich gegenseitig ein Ende.24Dann kamen die Bewohner Judas zu einer Stelle,von der aus man die ganze Wüste überblicken konnte.Dort hielten sie Ausschau nach dem feindlichen Heer.Aber sie sahen nur noch Leichen am Boden liegen,niemand war entkommen.25Joschafat20,25 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). und seine Leute gingen dorthin,um Beute zu machen.Sie fanden bei ihnen reichen Besitz, Kleidungund Wertgegenstände in großer Menge.Sie rafften so viel an sich,dass sie es nicht mehr tragen konnten.Drei Tage lang waren sie damit beschäftigt zu plündern,denn es war sehr viel.26Am vierten Tag versammelten sie sich im Beracha-Tal.Dort priesen sie den Herrn.Deshalb heißt dieser Ort bis heute Beracha-Tal,das heißt: Tal der Lobpreisungen.

27Dann gingen alle Männer von Juda20,27 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem20,27 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …mit Joschafat20,27 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). an ihrer Spitze nach Hause.Voller Freude kehrten sie nach Jerusalem zurück.Denn der Herr hatte ihnen Freude bereitetüber die Niederlage ihrer Feinde.28So kamen sie mit Harfen20,28 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden., Leiern20,28 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr … und Trompeten20,28 Trompete: Ein Musik- und Signalinstrument, das aus einem Metallrohr mit Schalltrichter besteht. Es kommt sowohl im Gottesdienst als auch beim Militär zum Einsatz. Mehr …nach Jerusalem zum Haus des Herrn20,28 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..29Gott verbreitete Schreckenin den benachbarten Königreichen.Sie hörten davon,dass der Herr gegen Israels20,29 Israel: Um zu verdeutlichen, dass das Südreich Juda rechtmäßiger Nachfolger des Königreichs von David und Salomo ist, wird es hier »Israel« genannt. Feinde kämpfte.30In Joschafats Königreich aber herrschte Frieden.Sein Gott sorgte dafür,dass es Ruhe vor dem Krieg hatte.

Angaben zur Regierungszeit von König Joschafat

31König Joschafat20,31 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.). herrschte über Juda20,31 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr ….Er war 35 Jahre alt, als er König wurde.25 Jahre lang herrschte er in Jerusalem20,31 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Seine Mutter war Asuba, eine Tochter des Schilhi.32Joschafat folgte dem guten Vorbild seines Vaters Asa20,32 Asa: Von der Regierungszeit des Königs Asa erzählt 2. Chronik 14–16..Er ließ sich davon auch nicht abbringenund tat, was dem Herrn gefiel.33Nur die Kultplätze20,33 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. verschwanden nicht.Das Volk hatte sein Herz noch nicht ganzdem Gott seiner Vorfahren zugewandt.

34Die übrige Geschichte von König Joschafat20,34 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.).ist von Anfang bis Ende aufgeschrieben.Sie steht im Bericht des Jehu, des Sohns von Hanani.Und sie findet sich auch im Buch der Könige von Israel20,34 Buch der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..35Später verbündete sich Joschafat20,35 Joschafat: König des Südreichs Juda (868–847 v. Chr.)., der König von Juda20,35 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …,mit Ahasja20,35 Ahasja: König des Nordreichs Israel (852–851 v. Chr.)., dem König von Israel.Der aber verstieß gegen Gottes Willen.36Joschafat verbündete sich mit ihm, um Schiffe zu bauenund nach Tarschisch20,36 Tarschisch: Landschaft und Hafenstadt an der Südküste Spaniens, zur Zeit des Alten Testaments das westliche Ende der bekannten Welt. Mehr … zu gelangen.Sie bauten die Schiffe in Ezjon-Geber.37Elieser, der Sohn des Dodawa aus Marescha,redete als Prophet20,37 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gegen Joschafat:»Weil du dich mit Ahasja verbündet hast,zerstört der Herr, was du gemacht hast.«Und tatsächlich zerbrachen die Schiffeund konnten nicht nach Tarschisch fahren.