BasisBibel NT+Ps (BB)
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Anweisungen für das Leben der Gemeinde

2,1–3,16

Das Gebet für alle Menschen, besonders für die Machthaber

21Meine erste und wichtigste Bitte ist es,vor Gott für alle Menschen einzutreten –wenn ihr allein betet2,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. oder in Gemeinschaft,ob als Fürbitte oder als Dank2,1 Dankgebet: In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott. .2Das gilt auch für die Königeund alle übrigen Machthaber.Denn wir wollen in Ruhe und Frieden2,2 Friede: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft. leben –in ungehinderter Ausübung unseres Glaubens2,2 Ausübung des Glaubens: In anderen Übersetzungen »Frömmigkeit«. Gebet, Gottesdienst und eine Lebensgestaltung, die dem Glauben an Jesus entspricht. und in Würde.3So ist es rechtund gefällt Gott, unserem Retter.4Er will ja, dass alle Menschen gerettet werdenund zur Erkenntnis der Wahrheit2,4 wahr, Wahrheit: »Wahr« ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Jesus ist der Zeuge für diese Wahrheit. Mehr noch: weil er von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. gelangen.5Denn nur einer ist Gott,und nur einer der Vermittlerzwischen Gott und den Menschen:der Mensch Christus2,5 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. Jesus2,5 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. .6Der hat sich selbst hingegebenals Lösegeld für alle Menschen.Das gilt es zu bezeugenzu den festgesetzten Zeiten.

7Dazu hat Gott mich eingesetztals mit der Verkündigung Beauftragter und als Apostel2,7 Apostel: Wörtlich »Ausgesandter«. Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird. – was ich sage,ist die Wahrheit,ich lüge nicht –,als Lehrer2,7 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. für die Heiden2,7 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben.im Glauben2,7 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. und in der Wahrheit2,7 wahr, Wahrheit: »Wahr« ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Jesus ist der Zeuge für diese Wahrheit. Mehr noch: weil er von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. .

Das Verhalten im Gottesdienst

8Zurück zum Gebet2,8 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.:Ich erwarte,dass dabei in allen Gemeindendie Männer in Reinheit2,8 in Reinheit: Gemeint ist: bereit für die unmittelbare Hinwendung zu Gott. ihre Hände zu Gott erheben2,8 Gebetshaltung: In biblischer Zeit gibt es verschiedene Haltungen, die Menschen beim Beten einnehmen (z. B. Liegen, Knien, Stehen).frei von Zornund feindseligen Gedanken.

9Und von den Frauen erwarte ich,dass sie sich dem Anlass entsprechend würdig anziehen.Sie sollen sich mit Anstandund Zurückhaltung zurechtmachen –ohne aufwendige Frisuren,Gold, Perlen oder teure Kleidung.10Mit guten Taten sollen sie sich schmücken.So gehört es sich für Frauen,die zeigen wollen,dass sie Gott ehren.

11Die Frau soll durch stilles Zuhören lernenund sich dabei völlig unterordnen.12Ich erlaube nicht,dass eine Frau lehrtoder sich über einen Mann stellt.Sie soll sich vielmehr still verhalten.13Denn zuerst wurde Adam geschaffen2,13 geschaffen: Der Vers bezieht sich auf 1. Mose/Genesis 2,21-23.,danach erst Eva.14Und nicht Adam hat sich verführen lassen2,14 verführen lassen: Der Vers spielt auf 1. Mose/Genesis 3,1-7 an..Sondern die Frau ließ sich verführenund übertrat damit Gottes Gebot.15Sie wird aber dadurch gerettet werden,dass sie Kinder zur Welt bringt.Sie muss ihr Leben in Glaube2,15 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott., Liebe und Heiligkeit2,15 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. führen,und das mit aller Zurückhaltung.
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Die Voraussetzungen für das Amt des Gemeindeleiters

31Das folgende Wort3,1 Wort: Die Herkunft des Zitats ist unbekannt. ist zuverlässig:»Wer Gemeindeleiter3,1 Gemeindeleiter: Bezeichnung für den Leiter einer frühchristlichen Gemeinde. werden will,der strebt nach einem großen Amt.«2An einem Gemeindeleiter3,2 Gemeindeleiter: Bezeichnung für den Leiter einer frühchristlichen Gemeinde.darf es nichts auszusetzen geben:Er darf nur eine Frau haben.Er soll klar sein im Urteil,besonnen und würdig,gastfreundlichund ein guter Lehrer3,2 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde..3Er darf weder ein Trinker seinnoch ein gewalttätiger Mensch.Vielmehr soll er gütig sein,friedliebend und nicht geldgierig.4Er soll seine eigene Hausgemeinschaft gut führenund seine Kinder zu Gehorsam und Würde erziehen.5Denn wenn jemand nicht einmalseine eigene Hausgemeinschaft führen kann –wie soll der für die Gemeinde Gottes sorgen?6Ein Gemeindeleiter3,6 Gemeindeleiter: Bezeichnung für den Leiter einer frühchristlichen Gemeinde. darf kein Neuling3,6 Neuling: D. h. er darf nicht erst vor Kurzem Christ geworden sein. sein.Sonst besteht die Gefahr,dass er verblendet3,6 verblendet: D. h. auf falsche Lehren hereinfällt, vgl. 1. Timotheus 6,3-4. wird.Und dann wird er im Gerichtvom Teufel3,6 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen. angeklagt.7Auch außerhalb der Gemeindemuss er einen guten Ruf genießen.Sonst besteht die Gefahr,dass er ins Gerede kommtund schließlich dem Teufel3,7 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen. in die Falle geht.

Die Voraussetzungen für das Amt des Zuständigen für den Gemeindedienst

8Die Zuständigen für den Gemeindedienst3,8 Zuständige für den Gemeindedienst: Von Griechisch »Diakonos« Diakon, d. h. der Dienende. Ihre Aufgabe war der Dienst an den Tischen, d. h. die Sorge für die Bedürftigen der Gemeinde und damit die Verwaltung der materiellen Güter. sollen ebenfalls würdig sein.Auf ihr Wort muss man sich verlassen können.Sie dürfen weder übermäßig viel Wein3,8 Wein: Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. trinkennoch darauf aus sein,sich zu bereichern.9Sie sollen mit reinem Gewissendas Geheimnis des Glaubens3,9 Geheimnis des Glaubens: Vgl. dazu 1. Timotheus 3,16, wo der Inhalt dieses Geheimnisses in einem alten christlichen Hymnus beschrieben wird: Es ist die rechte Verkündigung von Christus, durch die der rettende Glaube bei den Menschen entsteht. bewahren.10Die Zuständigen für den Gemeindedienst3,10 Zuständige für den Gemeindedienst: Von Griechisch »Diakonos« Diakon, d. h. der Dienende. Ihre Aufgabe war der Dienst an den Tischen, d. h. die Sorge für die Bedürftigen der Gemeinde und damit die Verwaltung der materiellen Güter. soll man aber zunächst einmal prüfen.Sie sollen nur dann zum Dienst zugelassen werden,wenn nichts gegen sie vorliegt.11Entsprechend sollendie für diesen Bereich zuständigen Frauen3,11 Zuständige für den Gemeindedienst: Von Griechisch »Diakonos« Diakon, d. h. der Dienende. Ihre Aufgabe war der Dienst an den Tischen, d. h. die Sorge für die Bedürftigen der Gemeinde und damit die Verwaltung der materiellen Güter. würdig sein.Sie dürfen nicht zu Verleumdungen neigen,sondern sollen klar im Urteilund in jeder Hinsicht zuverlässig sein.12Die Zuständigen für den Gemeindedienst3,12 Zuständige für den Gemeindedienst: Von Griechisch »Diakonos« Diakon, d. h. der Dienende. Ihre Aufgabe war der Dienst an den Tischen, d. h. die Sorge für die Bedürftigen der Gemeinde und damit die Verwaltung der materiellen Güter. dürfen nur eine Frau haben.Sie sollen gut für ihre Kinder sorgenund ihre Hausgemeinschaft gut führen.13Denn diejenigen,die ihren Dienst gut verrichten,erwerben sich hohes Ansehen.Und aus dem Glauben3,13 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. an Christus3,13 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. Jesus3,13 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. gewinnen sie eine große Offenheit und Freiheit.

Grund und Ziel der Anweisungen

14Ich schreibe dir das in der Hoffnung,bald zu dir kommen zu können.15Es könnte aber sein,dass sich mein Kommen verzögert.Dann musst du wissen,wie man sich zu verhalten hat,wenn man zur Hausgemeinschaft Gottes gehört.Denn nichts anderesist die Gemeinde des lebendigen Gottes.Und damit ist sie Pfeiler und Fundament der Wahrheit.16Und unbestreitbar groß ist das Geheimnis,auf dem die Ausübung des Glaubens3,16 Ausübung des Glaubens: In anderen Übersetzungen »Frömmigkeit«. Gebet, Gottesdienst und eine Lebensgestaltung, die dem Glauben an Jesus entspricht. beruht:Er3,16 Er: Gemeint ist Jesus Christus. erschien als Mensch in der irdischen Welt3,16 als Mensch in der irdischen Welt: Wörtlich heißt es in Vers 16: »Er erschien im Fleisch«.und wurde in sein Recht eingesetztin der himmlischen Welt3,16 in der himmlischen Welt: Wörtlich heißt es in Vers 16: »Aber im Geist (Gottes)«. Gemeint ist der himmlische Bereich..Er zeigte sich den Engeln3,16 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.und wurde bei den Heiden3,16 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben. verkündet.Überall in der Welt3,16 Welt, diese Welt: Die Menschenwelt im Gegensatz zur Welt Gottes. Sie hat sich von Gott abgewandt und lehnt Jesus, den Sohn Gottes, ab. fand er Glauben3,16 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.und wurde in Gottes Herrlichkeit3,16 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. aufgenommen.
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Anweisungen für die Amtsführung des Timotheus

4,1–6,2

Die Abwehr von falschen Lehren

41Der Heilige Geist4,1 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. sagt klar und deutlich:In den letzten Tagenwerden sich manche vom Glauben4,1 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. abwenden.Sie werden auf Geister hören,die sie in die Irre führen,und Lehren von Dämonen4,1 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. annehmen.2Dazu werden sie verführt von scheinheiligenLügnern,deren Schuld wie ein Brandmal4,2 Brandmal: Kriegsgefangenen und entlaufenen Sklaven wurde zur Kennzeichnung und Strafe ein Brandmal in die Haut gebrannt.in ihr Gewissen eingeprägt ist.3Sie verbieten die Eheund fordern,bestimmte Dinge nicht zu essen.Dabei hat Gott sie dochfür die Glaubenden4,3 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. geschaffen,die die Wahrheit erkannt haben.Die sollen sie verzehrenund dafür Dank sagen.4Denn alles, was Gott geschaffen hat,ist gut,und nichts hat er verworfen.Wir müssen es nur mit Dankbarkeitvon ihm entgegennehmen.5Durch Gottes Wortund durch unsere Fürbitte4,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.wird es nämlich zu etwas Heiligem4,5 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht..

6Wenn du das den Brüdern und Schwestern4,6 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. klarmachst,wirst du ein guter Beauftragter von Christus4,6 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. Jesus4,6 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sein.Denn du lebst von den Worten des Glaubens4,6 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.und der rechten Lehre.Ihr bist du doch treu gefolgt.7Aber die belanglosen und erfundenen uralten Geschichtenmusst du zurückweisen.Stattdessen sollst du nicht aufhören,deinen Glauben auszuüben4,7 Ausübung des Glaubens: In anderen Übersetzungen »Frömmigkeit«. Gebet, Gottesdienst und eine Lebensgestaltung, die dem Glauben an Jesus entspricht. !8Denn sich nur in körperlicher Entbehrung zu üben,nützt kaum etwas.Aber die Ausübung des Glaubens4,8 Ausübung des Glaubens: In anderen Übersetzungen »Frömmigkeit«. Gebet, Gottesdienst und eine Lebensgestaltung, die dem Glauben an Jesus entspricht. nützt in jeder Hinsicht:Denn damit ist das Versprechen Gottes verbunden,uns das Leben4,8 Leben, neues Leben: Das von Gott geschenkte, unvergängliche Leben. zu schenken –gegenwärtig und in Zukunft.

9Das folgende Wort4,9 Wort: Die Herkunft des Zitats ist unklar. ist zuverlässigund verdient vorbehaltlose Annahme:10»Das ist es,wofür wir uns abmühenund kämpfen:Wir haben unsere Hoffnungauf den lebendigen Gott gesetzt.Er ist der Retter aller Menschen,besonders derjenigen,die zum Glauben4,10 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. gekommen sind.«

Anweisungen zum Verhalten des Gemeindeleiters: Timotheus als Vorbild

11Die folgenden Anweisungen sollst du gebenund so sollst du es lehren:12Niemand soll dich wegen deiner Jugendgering schätzen.Vielmehr sollst du ein Vorbild für die Glaubenden4,12 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. sein –im Umgang mit dem Wortund in deiner Lebensführung.Und genauso in der Liebe,im rechten Glauben4,12 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.und in der Rechtschaffenheit.

13Bis zu meinem Kommensind das deine Aufgaben:die Schriftlesung4,13 Schriftlesung: Das Lesen aus der Heiligen Schrift im Gottesdienst.,die Ermutigung der Gemeindeund die rechte Lehre.14Vernachlässige deine besondere Gabe4,14 Gabe: Der Auftrag und die Befähigung für den Dienst an der Gemeinde. nicht,die Gott dir geschenkt hat.Dies geschah durch das prophetische4,14 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Wort,bei dem die Gemeindeältesten4,14 Gemeindeältester: Bezeichnung für ein Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde.dir die Hände auflegten4,14 Handauflegung: Rituelle Geste, bei der eine höherstehende Person einer anderen Person die Hände auf den Kopf legt und dadurch bestimmte Rechte überträgt, einen Nachfolger einsetzt oder eine Person für eine Aufgabe bestimmt..

15Für all das sollst du dich einsetzenund dafür eintreten.Dann können alle sehen,was für Fortschritte du machst.16Achte darauf, wie du lebstund was du lehrst.Bleibe treu bei deinen Aufgaben.Wenn du das tust,rettest du dich selbstund alle,die auf dich hören.