BasisBibel (BB)
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Hannas Lobgesang

21Damals betete Hanna mit diesen Worten:

Mein Herz ist voll Freude über den Herrn.

Der Herr hat mich wieder stark gemacht.

Mein Mund lacht über meine Feinde.

Denn ich freue mich über deine Hilfe.

2Keiner ist so heilig wie der Herr,

denn es gibt keinen Gott außer dir.

Kein Fels2,2 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Ausdruck seiner Zuverlässigkeit, die Schutz und Sicherheit gewährt. steht so fest wie unser Gott.

3Redet nicht so viel und hoch daher!

Kein freches Wort komme aus eurem Mund.

Denn der Herr ist ein Gott, der alles weiß.

Schändliche Taten duldet er nicht.

4Der Bogen2,4 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. der Starken wird zerbrochen,

die Schwachen aber bekommen neue Kraft.

5Die Satten müssen sich ihr Brot verdienen,

die Hungrigen aber sind den Hunger los.

Die Unfruchtbare bringt sieben Kinder zur Welt,

doch das Glück der Kinderreichen schwindet.

6Der Herr tötet und macht lebendig,

er führt ins Totenreich2,6 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … und wieder heraus.

7Der Herr macht arm und macht reich.

Er drückt nieder und richtet wieder auf.

8Den Geringen zieht er aus dem Staub,

den Armen holt er aus dem Dreck2,8 Dreck: Das hebräische Wort bezeichnet den Mist- und Abfallhaufen..

Seinen Platz gibt er ihm bei den Fürsten

und lässt ihn mit Würde auf einem Thron sitzen.

Denn die Säulen2,8 Säulen: Man stellte sich vor, dass die Erdscheibe auf Säulen ruht, die im unterirdischen Meer verankert sind. Sie bilden die Fundamente der Welt. der Erde sind von dem Herrn,

er hat die Welt auf sie gegründet.

9Die Schritte seiner Frommen2,9 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. lenkt er sicher,

die Frevler2,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … aber kommen um in der Finsternis.

Denn kein Mensch siegt aus eigener Kraft.

10Wer gegen den Herrn kämpft, wird unterliegen.

Der Höchste2,10 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. im Himmel lässt es donnern,

der Herr hält Gericht über die ganze Erde.

Seinem König verleiht er Macht,

seinen Gesalbten2,10 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. macht er stark.

11Danach kehrte Elkana nach Rama heim.Der Junge aber blieb dort im Tempel des Herrnund diente ihm unter der Aufsicht des Priesters Eli.

Das schlimme Treiben der Söhne Elis

12Die Söhne Elis waren ganz üble Kerleund wollten von dem Herrn nichts wissen.13Damals hatten die Priester2,13 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … ein Vorrecht,das ihnen vom Volk zugestanden worden war:Sooft jemand ein Schlachtopfer2,13 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darbrachte,kam sogleich ein Helfer des Priesters.Er hatte eine Gabel mit drei Zinken in der Hand.Während das Fleisch noch kochte,14stach er damit in Kessel, Topf, Pfanne oder Schüssel.Und alles, was er mit der Gabel herauszog,bekam der Priester als seinen zusätzlichen Anteil.

Die Söhne Elis jedoch taten Folgendes,wenn ganz Israel zum Opfern nach Schilo2,14 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … kam:15Noch bevor man das Fett2,15 Fett: Nach dem Priestergesetz sind die Fettstücke der wertvollste Teil der Opfergabe. Sie sind ausschließlich für Gott bestimmt, vgl. 3. Mose/Levitikus 3,16. auf dem Altar2,15 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … verbrannte,war auch schon der Helfer des Priesters im Anmarsch.Er sagte zu dem, der sein Opfer darbrachte:»Gib das Fleisch her, der Priester2,15 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … will es braten!Er nimmt von dir kein gekochtes Fleisch,er will nur rohes Fleisch2,15 rohes Fleisch: Die Verfehlung der Priester besteht darin, dass sie das Fleisch für sich beanspruchen, noch bevor Gott seinen Teil davon bekommen hat. haben.«16Doch der Mann, der die Vorschrift kannte, sagte:»Zuerst muss man das Fett auf dem Altar verbrennen.Danach kannst du dir nehmen, was du willst!«Daraufhin sagte der Helfer des Priesters:»Nein! Gib es her, jetzt sofort!Wenn nicht, dann nehme ich es mit Gewalt!«17So wurden die Söhne Elis immer unverschämter.Das war ein sehr großes Unrecht vor dem Herrn.Denn die jungen Männer missachteten die Opfergaben2,17 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott. Mehr …,die für den Herrn dargebracht wurden.

18Samuel aber tat seinen Dienst vor dem Herrnund trug einen leinenen Priesterschurz2,18 Priesterschurz: Teil der Dienstkleidung eines Priesters. Er wird in 2. Mose/Exodus 28,6-14 beschrieben..19Seine Mutter machte ihm dazu ein kleines Obergewand.Jahr für Jahr brachte sie es ihm mit,wenn sie mit ihrem Mann kam,um das jährliche Schlachtopfer2,19 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darzubringen.20Und Eli segnete Elkana und seine Frau.Er sagte zu ihm:»Der Herr schenke dir Kinder von dieser Frau –anstelle des einen2,20 anstelle des einen: Meint Samuel. 1. Samuel 1,1–2,11 erzählt, dass Samuels Mutter Gott darum bittet, schwanger zu werden. Als Dank dafür überlässt sie Gott ihren Sohn, der dann am Heiligtum in Schilo lebt und arbeitet., den du für den Herrn erbeten hast.«Danach kehrten beide nach Hause zurück.21Der Herr meinte es gut mit Hanna.Sie wurde noch ein paar Mal schwangerund brachte drei Söhne und zwei Töchter zur Welt.Samuel wuchs heran am Heiligtum des Herrn.

22Eli war inzwischen sehr alt geworden.Immer wieder musste er davon hören,wie übel es seine Söhne mit ganz Israel trieben.Man sagte auch2,22 man sagte auch: Hier wird ein Gerücht nachgetragen, dass den Söhnen Elis zusätzlich noch sexuelle Übergriffe vorwirft., dass sie mit den Frauen schliefen,die vor dem Zelt der Begegnung2,22 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. Mehr … Dienst taten. –23Dann schimpfte er mit ihnen:»Warum macht ihr das?Was muss ich da hören?Das sind doch abscheuliche Sachen, die ihr tut.Und alle Leute reden darüber.24Das geht so nicht, meine Söhne!Das sind ganz üble Geschichten, die ich höre –die sich das Volk des Herrn über euch erzählt.25Wenn einer einem anderen Menschen etwas antut,kann Gott für ihn eintreten.Wenn sich aber einer dem Herrn widersetzt,kann niemand mehr etwas für ihn tun!«Doch die Söhne Elis hörten nicht auf ihren Vater.Der Herr hatte nämlich beschlossen,sie umkommen zu lassen.26Samuel aber wuchs heran zu einem jungen Mann.Der Herr und die Menschen hatten ihn gern.

Ansage von Gottes Gericht über das Haus Elis

27Eines Tages kam ein Mann Gottes2,27 Mann Gottes: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu Eliund sagte zu ihm:So spricht der Herr2,27 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Bin ich nicht damals deinen Vorfahren erschienen,den Männern aus dem Haus Aaron2,27 Haus Aaron: Die Familie von Aaron, dem Bruder des Mose. Aaron gilt als Stammvater der Priester in Israel.?Da waren sie noch Sklaven in Ägyptenund in der Gewalt des Pharao2,27 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..28Unter allen Stämmen Israels2,28 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … habe ich sie erwähltund zu Priestern bestimmt.Sie sollten an meinen Altar2,28 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … treten,um das Fett2,28 Fett: Fett galt in der Antike als kostbarer Teil eines Tieres und wurde Gott daher als Opfer dargebracht. der Opfertiere zu verbrennen.Dafür habe ich dem Haus Aaron zugesagt,dass sie von allen Opfergaben der Israeliteneinen Teil zum eigenen Verzehr bekommen.– Auch sollten sie den Kasten2,28 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen. tragen,mit dessen Hilfe mein Wille verkündet wird. –29Deinen Söhnen aber und dir werfe ich vor:Warum treibt ihr Missbrauch mit Schlachtopfern2,29 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr …,die mir dargebracht werden?Warum missachtet ihr die Vorschrift für Opfergaben,die mir zustehen?Warum ehrst du deine Söhne mehr als mich?Ihr mästet euch doch vom Besten jeder Opfergabe,die mein Volk Israel darbringt.30Darum lautet der Ausspruch des Herrn2,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.,des Gottes Israels:Ja, ich hatte dir damals fest zugesagt:Deine Nachkommen und die Nachkommen deines Vaterssollen für immer Dienst tun als meine Priester.Nun aber lautet der Ausspruch des Herrn:Das gilt nicht mehr!Denn die mich ehren, die will ich ehren.Die mich aber gering achten, die werden verachtet.31Schon bald werde ich die Macht zerschlagen,die ich dir und deinem Vaterhaus verliehen habe.Dann wird von deinen Nachkommen keiner mehrein gesegnetes Alter2,31 gesegnetes Alter: Gemeint ist nicht nur das Erreichen eines hohen Alters, sondern auch die Hochachtung, die einem alten Menschen in Israel entgegengebracht wurde. erreichen.32– Und du wirst voll Neid auf alles schauen,was Israel an Gutem erfahren wird.Doch keiner deiner Nachkommenwird jemals ein gesegnetes Alter erreichen. –33Nur einen einzigen2,33 nur einen einzigen: Wahrscheinlich eine Anspielung auf Abjatar, der als einziger das Blutbad in der Stadt Nob überlebt; vgl. 1. Samuel 22,20-21. will ich nicht entfernenaus dem Dienst an meinem Altar.Sonst würde ja der Glanz deiner Augen erlöschenund dein Leben in Kummer und Schmerz untergehen.Doch alle anderen Nachkommen sollen jung sterben.34Und das Zeichen dafür, dass alles so eintrifft,werden deine Söhne Hofni und Pinhas sein:An einem einzigen Tag werden beide sterben.

Nachtrag

35In Zukunft aber werde ich einen Priester2,35 ein Priester: Hier ist an den Priester Zadok gedacht, der zu den Anhängern von König David gehörte; vgl. 1. Könige 1,32-40. Zadok gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. einsetzen,der für mich beständig seinen Dienst tut.Er wird nach meinem Herzen und Sinn handeln.Ich werde ihm ein beständiges Haus2,35 beständiges Haus: Die Priesterfamilie, aus der von Generation zu Generation die Priester kommen sollen. bauen:Dann werden er und seine Nachkommen für alle Zeitin der Gegenwart meines Gesalbten2,35 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. ihren Dienst tun.36Wer dann noch von deinen Nachkommen übrig ist,wird zu ihm kommen.Für ein Geldstück oder einen Laib Brotwird er vor ihm auf die Knie fallen und sagen:Lass mich doch bei den Priestern arbeiten,auch wenn es nur niedere Dienste2,36 niedere Dienste: Damit wird angedeutet, dass in späterer Zeit die Priester aus dem Haus Elis den Priestern aus dem Haus Zadoks untergeordnet waren; vgl. 2. Könige 23,9. sind!So habe ich wenigstens einen Bissen Brot zu essen.
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Gott spricht zum ersten Mal mit Samuel

31Der junge Samuel tat Dienst für den Herrnunter der Aufsicht des Priesters Eli3,1 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels..Zu dieser Zeit kam es nur noch selten vor,dass der Herr ein Wort mitteilte.Weit und breit gab es auch keine Vision3,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … mehr.

2Eines Tages geschah Folgendes:Eli3,2 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels. war bereits zu Bett gegangen.Seine Augen waren im Alter schwach geworden,sodass er kaum noch etwas sehen konnte.3Samuel aber legte sich im Tempel3,3 Tempel: Gebäude in Schilo, in dem Gottesdienste gefeiert und Opfer dargebracht wurden. des Herrn hin,wo die Lade3,3 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes stand.Die Lampe Gottes3,3 Lampe Gottes: Ein Licht im Heiligtum, das am Abend angezündet wird und bis zum Morgen brennt; vgl. 2. Mose/Exodus 27,20-21. brannte noch.4Da rief der Herr den Samuel.Der antwortete: »Hier bin ich!«5Schnell lief er zu Eli hinüber und sagte:»Ja, hier bin ich, du hast mich gerufen.«Eli erwiderte: »Nein, ich habe dich nicht gerufen.Zurück ins Bett!«Da ging er zurück und legte sich schlafen.6Doch der Herr rief noch einmal: »Samuel!«Wieder stand Samuel auf, lief zu Eli und sagte:»Ja, hier bin ich, du hast mich gerufen.«Er antwortete: »Nein, ich habe dich nicht gerufen.Zurück ins Bett, mein Sohn!«7Samuel aber erkannte nicht,dass der Herr ihn gerufen hatte.Denn er hatte noch nie ein Wort des Herrn erhalten.8Der Herr rief den Samuel ein drittes Mal.Wieder stand er auf, ging zu Eli und sagte:»Ja, hier bin ich, du hast mich doch gerufen.«Da merkte Eli, dass der Herr den Jungen rief.9Eli sagte zu Samuel:»Leg dich wieder hin!Und wenn er dich nochmals ruft,dann antworte: Rede, Herr, dein Knecht3,9 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. hört!«Samuel legte sich wieder hin an seinen Platz.

10Da kam der Herr und trat zu ihm hin.Er rief wie die anderen Male: »Samuel, Samuel!«Und Samuel antwortete: »Rede, dein Knecht3,10 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. hört!«11Da sprach der Herr zu Samuel:»Siehe, ich werde Israel etwas antun!Davon werden allen, die es hören, die Ohren wehtun! –12An dem Tag lasse ich alles in Erfüllung gehen,was ich Eli3,12 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels. und seinem Haus3,12 Haus: Bezeichnet hier nicht das Gebäude, sondern die Familie Elis und alle seine Nachkommen. angedroht habe.Alles wird eintreffen, von Anfang bis Ende.13Denn ich habe ihm angekündigt3,13 ich habe ihm angekündigt: Von dieser Ankündigung wird in 1. Samuel 2,30-34 erzählt.,dass ich sein Haus für immer verurteile.Er kannte ja die Schuld:Seine Söhne haben Gott missachtet,er aber hat sie nicht daran gehindert.14Darum habe ich dem Haus Elis geschworen:Die Schuld, die auf seinem Haus liegt,kann niemals vergeben werden.Sie kann nicht wiedergutgemacht werden,nicht durch Schlachtopfer3,14 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und nicht durch Opfergaben.«15Samuel schlief bis zum Morgen,dann öffnete er die Türen vom Haus des Herrn.Samuel aber fürchtete sich davor,Eli von der Erscheinung zu berichten.

16Da rief Eli3,16 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels. Samuel zu sich und sagte:»Samuel, mein Sohn!«Er antwortete: »Ja, hier bin ich!«17Dann fragte er ihn:»Was für ein Wort hat Gott zu dir gesagt?Verheimliche nichts vor mir!Gott soll dir antun, was immer er will,wenn du auch nur ein einziges Wort verheimlichst!Berichte mir alles, was er zu dir gesagt hat!«18Da erzählte Samuel alles und verheimlichte nichts.Eli aber sagte:»Ja, es war der Herr, der das gesagt hat.Er wird tun, was er für richtig hält.«

19Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm.Er ließ keines von allen seinen Worten unerfüllt,die er durch Samuel mitteilen ließ.20So erkannte ganz Israel von Dan bis Beerscheba3,20 von Dan bis Beerscheba: Die beiden Orte kennzeichnen die Nord- und Südgrenze des Landes, das den Stämmen Israels zugeteilt wurde.,dass Samuel wirklich ein Prophet3,20 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn war.21Und der Herr erschien weiterhin in Schilo3,21 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr ….Ja, der Herr offenbarte sich Samuel in Schilound teilte ihm das Wort des Herrn mit.
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41Samuel aber gab das Wort weiter an ganz Israel.

Die Erzählung von der Lade Gottes

1. Samuel 4,1–7,1

Die Philister erbeuten die Bundeslade

Zu dieser Zeit4,1 zu dieser Zeit: Dieser Satz wurde nach der griechischen Überlieferung ergänzt. sammelten sich die Philister4,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr …,um gegen Israel in den Krieg zu ziehen.Da zog Israel den Philistern entgegenund lagerte sich bei dem Ort Eben-Eser.Die Philister hatten ihr Lager in Afek4,1 Afek: Ortschaft in der Küstenebene zwischen Mittelmeer und dem Gebirge Efraim. aufgeschlagen.2Als die Philister gegen Israel vorrückten,entwickelte sich ein heftiger Kampf.Israel wurde von den Philistern besiegt.Diese erschlugen etwa 4000 Israelitenin der Schlacht auf offenem Feld.3Als das Heer geschlagen ins Lager zurückkam,sprachen die Ältesten4,3 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. Israels zueinander:»Warum hat uns der Herr das angetan,dass wir heute gegen die Philister verloren haben?Lasst uns die Bundeslade4,3 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … des Herrn aus Schilo4,3 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … holen!Dann wird er in unsere Mitte kommenund uns aus der Gewalt unserer Feinde retten.«4Das Volk schickte ein paar Leute nach Schilo.Von dort holten sie die Bundeslade des Herrn Zebaot4,4 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …man nennt ihn den, der über den Kerubim thront4,4 der über den Kerubim thront: Über der Bundeslade dachte man sich den Thron Gottes, der von Kerubim getragen wurde..Die beiden Söhne Elis4,4 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels., Hofni und Pinhas,waren bei der Bundeslade Gottes und begleiteten sie.

5Als die Bundeslade4,5 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … des Herrn im Lager eintraf,brach unter den Israeliten ein ungeheurer Jubel los.Die Erde bebte davon.6Die Philister4,6 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … hörten das Jubelgeschreiund fragten sich:»Was ist nur los im Lager der Hebräer4,6 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten.?Was bedeutet der Lärm, dieser gewaltige Jubel?«Als sie herausfanden,dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen war,7bekamen sie schreckliche Angst.Sie sagten: »Ein Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen!«Und sie riefen: »Wehe uns, so etwas gab es noch nie!8Wehe uns, wer rettet uns vor einem so mächtigen Gott?Das ist doch der Gott,der die Ägypter geschlagen4,8 die Ägypter geschlagen: 2. Mose/Exodus 14 erzählt, wie Gott die Israeliten vor dem Heer der Ägypter rettet, das die Israeliten verfolgt.und in der Wüste vernichtet hat.9Jetzt aber, ihr Philister!Seid stark! Seid Männer!Sonst werdet ihr zu Sklaven der Hebräer,so wie sie eure Sklaven gewesen sind.Seid Männer und kämpft!«10Da schlugen die Philister los und siegten.Die Israeliten aber flohen, jeder zu seinem Zelt4,10 jeder zu seinem Zelt: Mit dieser Redewendung wird die Auflösung eines Heeres und die Rückkehr der Soldaten nach Hause zum Ausdruck gebracht..Es kam zu einer verheerenden Niederlage:Von den Fußsoldaten Israels starben 30.000 Mann.11Die Lade Gottes fiel den Feinden in die Hände.Und die beiden Söhne Elis4,11 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels., Hofni und Pinhas,kamen dabei ums Leben.

Die Unglücksbotschaft erreicht Schilo

12Ein Mann aus Benjamin4,12 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. entkam der Schlachtund lief noch am selben Tag bis nach Schilo4,12 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr ….Er hatte seine Kleider zerrissen4,12 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und sich Erde auf den Kopf4,12 Erde auf dem Kopf: Das Bedecken von Kopf und Körper mit Erde gehört zu den Trauerbräuchen. gestreut.13Als er in Schilo ankam,saß Eli4,13 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels. gerade auf einem Stuhl an der Straße.Er wartete auf Nachricht.Denn er machte sich Sorgen um die Lade4,13 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes.Als die Leute den Boten so kommen sahen,schrie die ganze Stadt auf.

14Eli4,14 Eli: Stammvater einer Priesterfamilie und der Ziehvater Samuels. hörte das Geschrei und fragte:»Was ist das für ein entsetzlicher Lärm?«Da lief der Mann zu Eli und berichtete ihm.15Eli aber war 98 Jahre alt und fast blind.Er konnte kaum noch etwas sehen.16Der Mann sagte zu Eli:»Ich bin es, ich komme geradewegs von der Front.Ich konnte heute aus der Schlachtreihe fliehen.«Eli fragte: »Was ist geschehen, mein Sohn?«17Da antwortete der Unglücksbote:»Israel ist vor den Philistern4,17 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … geflohen.Das Volk hat eine verheerende Niederlage erlitten.Auch deine beiden Söhne Hofni und Pinhas sind tot.Und die Lade4,17 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes:Die ist den Feinden in die Hände gefallen!«18Als er das mit der Lade Gottes gesagt hatte,fiel Eli rücklings von seinem Stuhl beim Stadttor4,18 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen..Er brach sich das Genick und starb.Denn er war schon alt und schwerfällig. –40 Jahre lang hatte er Israel regiert.

Die Herrlichkeit Gottes ist verschwunden

19Seine Schwiegertochter, die Frau des Pinhas,war damals hochschwanger.Man berichtete ihr vom Verlust der Lade4,19 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottesund vom Tod ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.Als sie das hörte, brach sie zusammen.Die Wehen hatten aber schon eingesetzt,sodass sie noch ein Kind zur Welt brachte.20Da lag sie bereits im Sterben.Die Frauen bei ihr wollten sie noch trösten:»Hab keine Angst, du hast einen Sohn geboren!«Doch sie antwortete nicht.Ja, sie beachtete nicht einmal, was sie sagten.21Sie nannte das Kind »Ikabod«,das bedeutet: Fort ist die Herrlichkeit4,21 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Mehr … aus Israel.Dabei dachte sie an den Verlust der Lade Gottesund an ihren Schwiegervater und ihren Mann.22Sie sagte: »Fort ist die Herrlichkeit aus Israel!Die Lade Gottes ist den Feinden in die Hände gefallen.«