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David verschont Saul ein zweites Mal

261Einige Bewohner aus der Gegend von Sif26,1 Sif: Nach der gleichnamigen Stadt benannte Wüste südöstlich von Hebron.kamen zu Saul26,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … nach Gibea26,1 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem. und meldeten ihm:»David26,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … hält sich auf dem Hügel Hachila versteckt,der gegenüber von Jeschimon liegt.«2Da ging Saul sofort los in die Wüste Sif,mit 3000 Mann, den besten Soldaten aus Israel.Er wollte David in der Wüste Sif aufspüren.3Als Saul den Hügel Hachila erreichte,der gegenüber von Jeschimon liegt,errichtete er sein Lager an der Straße.David hielt sich noch in der Wüste auf.Als er erfuhr, dass Saul ihm auf den Fersen war,4schickte David einige Späher los.Die bestätigten ihm, dass Saul gekommen war.5Daraufhin machte sich David auf den Wegund kam zu dem Platz, an dem Saul sein Lager hatte.Von Weitem konnte er sogar die Stelle sehen,an der Saul sich schlafen gelegt hatte –zusammen mit Abner, dem Sohn des Ner,der Befehlshaber seines Heeres war.Saul schlief mitten im Lager,seine Soldaten bildeten um ihn einen Ring.6David wandte sich an den Hetiter Ahimelechund an Abischai, den Sohn der Zeruja, den Bruder Joabs26,6 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids.:»Wer geht mit mir hinunter in das Lager zu Saul?«Abischai antwortete: »Ich gehe mit dir hinunter!«

7In der Nacht schlichen sich David26,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und Abischai anund kamen bis zu den Soldaten.Da sahen sie: Saul schlief mitten im Lager.Sein Speer26,7 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. steckte neben seinem Kopf in der Erde.Rings um ihn lagen Abner und die Soldaten.8Da sagte Abischai zu David:»Heute hat Gott deinen Feind in deine Hand gegeben.Jetzt will ich zu ihm hingehenund ihn mit seinem Speer an den Boden nageln!Ein einziger Stoß genügt dazu,einen zweiten brauche ich nicht!«9David jedoch entgegnete Abischai:»Nein! Bring ihn nicht um!Wer könnte den Gesalbten26,9 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. des Herrn antasten,ohne dass ihn Gott dafür bestraft?«10Und David fügte hinzu: »So gewiss der Herr lebt!Der Herr selbst soll sein Ende herbeiführen:Entweder er stirbt, wenn seine Stunde gekommen ist,oder er zieht in den Krieg und findet dort den Tod.11Nie und nimmer, das schwöre ich beim Herrn,werde ich Hand an den Gesalbten des Herrn legen.Jetzt aber nimm den Speer, der neben seinem Kopf ist,und den Wasserkrug! Dann schnell weg von hier!«12Da nahm David den Speer und den Wasserkrug,die neben Sauls Kopf waren.Dann machten sie sich davon.Niemand sah etwas und niemand merkte etwas.Alle schliefen fest, kein einziger wachte auf.Denn der Herr hatte einen tiefen Schlafüber sie kommen lassen.

13Daraufhin ging David26,13 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … auf die andere Seite hinüberund stellte sich auf einen Berggipfel.Der lag in einiger Entfernung vom Lager Sauls26,13 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr …,sodass sie weit genug voneinander entfernt waren.14David rief hinüber zu den Soldatenund zu Abner, dem Sohn des Ner:»Willst du mir nicht antworten, Abner?«Da antwortete ihm Abner:»Wer bist du denn, dass du es wagst,nach dem König zu rufen?«15David erwiderte Abner:»Du bist doch ein Mann,mit dem es in Israel keiner aufnehmen kann!Warum hast du deinen Herrn und König nicht bewacht?Denn einer aus dem Volk ist ins Lager eingedrungen,um deinen Herrn und König umzubringen.16Es war nicht gut, wie du dich verhalten hast.So gewiss der Herr lebt!Ihr alle habt den Tod verdient.Denn ihr habt nicht auf euren Herrn aufgepasst,auf den Gesalbten26,16 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. des Herrn!Jetzt schau einmal nach und sag mir:Wo ist denn der Speer26,16 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. des Königs geblieben?Und wo ist der Wasserkrug neben seinem Kopf?«

17Da erkannte Saul26,17 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … die Stimme Davids und sagte:»Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David?«David26,17 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … antwortete: »Ja, mein Herr und König!«18Weiter sagte er: »Warum tust du das, mein Herr?Warum verfolgst du deinen Knecht26,18 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. David?Was habe ich denn getan?Was ist meine Schuld?19Und nun, mein Herr und König,hör dir an, was dein Knecht zu sagen hat!Wenn es der Herr war,der dich gegen mich aufgehetzt hat,soll man ihn mit einem Opfer26,19 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … milde stimmen.Wenn es aber Menschen gewesen sind,dann sollen sie vor dem Herrn verflucht sein.Denn sie haben mich heute aus Israel vertrieben,sodass ich vom Volk des Herrn ausgeschlossen bin.Sie haben gesagt: ›Geh und diene anderen Göttern26,19 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr …!‹20Doch jetzt soll mein Blut26,20 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. Mehr … nicht zur Erde fließen,sodass ich fern vom Herrn sterbe.Denn der König von Israel ist ja ausgezogen,mir das Leben zu nehmen26,20 mir das Leben zu nehmen: So die griechische Überlieferung. Im hebräischen Text steht »einen einzelnen Floh zu suchen«. Damit wird ein Bezug zu 1. Samuel 24,15 hergestellt..Er jagt mich,wie man ein Rebhuhn26,20 Rebhuhn: David vergleicht sich mit diesem Tier, das so lange verfolgt wird, bis es erschöpft ist und nicht mehr wegfliegen kann. in den Bergen jagt.«

21Da bekannte Saul26,21 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr …: »Ich habe Unrecht getan!Komm zurück, mein Sohn David!Ich will dir in Zukunft nichts Böses mehr antun,weil dir mein Leben heute so viel wert gewesen ist.Ich war dumm und habe mich völlig verrannt.«22David26,22 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … antwortete darauf:»Schau her, hier ist der Speer26,22 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. des Königs!Einer von den jungen Leuten soll herüberkommenund ihn holen.23Denn der Herr hält viel davon,wenn ein Mensch gerecht und aufrichtig handelt.Heute hat dich der Herr in meine Hand gegeben.Ich aber habe mich gescheut,Hand an den Gesalbten26,23 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. des Herrn zu legen.24Doch das sollst du wissen:So viel wie dein Leben mir heute bedeutet hat,so viel bedeutet mein Leben auch dem Herrn.Er wird mich retten aus aller Gefahr.«25Da sagte Saul zu David:»Du sollst gesegnet26,25 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … sein, mein Sohn David!Was immer du tust, soll dir auch gelingen.«Danach ging David seiner Wege,Saul aber kehrte in seine Heimatstadt zurück.
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David im Dienst der Philister

1. Samuel 27,1–31,13

David sucht Zuflucht bei den Philistern

1. Samuel 27,1–28,2

David bei Achisch von Gat

271David27,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … überlegte:»Es ist nur eine Frage der Zeit,bis ich von Saul27,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … umgebracht werde.Ich kann deshalb nichts Besseres tun,als mich sofort ins Land der Philister27,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … abzusetzen.Dann muss Saul die Verfolgung aufgeben.Er wird nicht länger durch alle Gebiete Israels ziehenund nach mir suchen.So bin ich sicher vor seinem Zugriff.«2David ging also über die Grenze zu Achisch,dem Sohn des Maoch, dem Philisterkönig von Gat27,2 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen..Die 600 Männer, die bei ihm waren, nahm er mit.3David ließ sich bei Achisch von Gat nieder,zusammen mit seinen Männern und deren Familien.Auch David hatte seine beiden Frauen bei sich:Ahinoam aus Jesreelund Abigajil27,3 Abigajil: Die Geschichte von David und Abigajil wird in 1. Samuel 25,2-42 erzählt. aus Karmel, die Witwe des Nabal.4Saul erreichte die Nachricht,dass David nach Gat geflüchtet war.Da suchte er nicht länger nach ihm.

5David27,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … sagte zu Achisch:»Wenn ich dir etwas bedeute, lass mich hierbleiben.Mir reicht ein Platz in irgendeiner Stadt auf dem Land!Dein Knecht ist es doch nicht wert,mit dir zusammen in der Hauptstadt zu wohnen.«6An diesem Tag überließ ihm Achisch die Stadt Ziklag27,6 Ziklag: Stadt am Rand des judäischen Gebirges, im Grenzgebiet zwischen den Philistern und Juda..Darum gehört Ziklag bis heute den Königen von Juda.7Ein Jahr und vier Monateblieb David im Gebiet der Philister.

8David27,8 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … unternahm Beutezüge mit seinen Männern.Sie machten Überfälle in das Gebiet der Geschuriter,der Girsiter und der Amalekiter.Diese Bevölkerungsgruppen lebten schon immer im Land,das südlich von Juda27,8 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr … liegt.Es erstreckt sich bis zur Wüste Schur27,8 Schur: Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel. und bis Ägypten27,8 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….9David zog immer wieder plündernd durch das Land.Dabei ließ er niemand am Leben, weder Mann noch Frau.Die Schafe, Ziegen und Rinder aber nahm er mit.Auch Esel, Kamele und Kleider gehörten zur Beute.Dann kehrte er zurück und kam zu Achisch.10Achisch fragte ihn jedes Mal:»Wo habt ihr diesmal einen Überfall durchgeführt?«David antwortete darauf:»Wir haben hier und dort im Süden von Juda geplündert,bei den Jerachmeelitern27,10 Jerachmeeliter: Eine Stammesgruppe, die zu Juda gehörte und wahrscheinlich in der Gegend von Arad siedelte. und bei den Kenitern27,10 Keniter: Eine Nomadengruppe, die sich dem Stamm Juda angeschlossen hatte und im Süden des judäischen Berglands lebte.11David aber hatte niemand am Leben gelassen,weder Mann noch Frau.Sonst hätte er sie nach Gat mitbringen müssen.David wollte verhindern, dass sie aussagen könnten:»In Wirklichkeit hat David das und das27,11 das und das: Andeutung, was die Leute Achisch hätten verraten können: David hat gar nicht seine eigenen Leute in Juda überfallen, sondern die Nachbarn. getan!«So machte es David die ganze Zeit,während er sich im Gebiet der Philister27,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … aufhielt.12Achisch aber vertraute David, weil er dachte:»Jetzt hat er sich sogar sein eigenes Volk in Israelzum Feind gemacht.Er hat gar keine andere Wahl,als für immer in meinem Dienst zu bleiben.«
28281In dieser Zeit drohte wieder ein Krieg.Die Philister28,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … zogen bereits ihre Truppen zusammen.Sie bildeten ein Heer, um gegen Israel zu kämpfen.Achisch sagte zu David28,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …:»Du weißt doch, dass du mit mir kommen musst.Ich brauche dich und deine Männer im Heer!«2David antwortete Achisch: »Auf jeden Fall!Du selbst wirst erfahren, was dein Knecht28,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. leistet!«Achisch sagte darauf zu David: »In Ordnung!Du bist für meinen persönlichen Schutz verantwortlich,solange der Feldzug dauert.«

Saul bei der Totenbeschwörerin in En-Dor

1. Samuel 28,3-25

Saul fragt, Gott schweigt

3Samuel28,3 Samuel: Prophet in Israel. Nachdem Gott Saul als König verworfen hatte, salbte Samuel David zum König; vgl. 1. Samuel 16,1-13. war gestorbenund in seiner Heimatstadt Rama begraben worden.Alle Leute aus Israel hatten um ihn getrauert.Damals gab es keine Totenbeschwörer28,3 Totenbeschwörer: Die Befragung von Totengeistern war in Israel verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 18,11. und Wahrsager28,3 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … mehr.Denn Saul hatte sie alle aus dem Land entfernt.

4Als die Philister28,4 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … sich zum Krieg sammelten,rückten sie vor und errichteten ihr Lager bei Schunem28,4 Schunem: Stadt am Rand der Jesreel-Ebene, etwa 40 km südöstlich des heutigen Haifa..Saul stellte aus ganz Israel ein Heer zusammenund errichtete sein Lager auf dem Gebirge Gilboa28,4 Gilboa: Gebirge im Nordosten des samarischen Berglands, das an die Jesreel-Ebene grenzt..5Als Saul28,5 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … jedoch das Lager der Philister sah,bekam er Angst und verzweifelte.6Saul befragte deswegen den Herrn.Aber der Herr antwortete ihm nicht,weder durch einen Traum noch durch das Los28,6 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. Mehr …noch durch das Wort eines Propheten28,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….7Da sagte Saul zu seinen Knechten:»Gibt es hier in der Nähe eine Frau,die Tote aus einer Grube28,7 Grube: Loch in der Erde, das als Kontaktstelle zum Totenreich galt. Die Befragung von Totengeistern war in Israel verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 18,11. heraufbeschwören kann?Ich will zu ihr hingehen und sie befragen!«Seine Knechte antworteten ihm:»Ja, es gibt eine Frau in En-Dor28,7 En-Dor: Ortschaft am Rand der Jesreel-Ebene, etwa 30 km südwestlich vom See Gennesaret gelegen.,die so etwas kann.«

Saul geht zu einer Totenbeschwörerin

8Da veränderte Saul28,8 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … sein Äußeres,zog andere Kleider an und machte sich auf den Weg.Zwei von seinen Männern begleiteten ihn.Als sie in der Nacht zu der Frau kamen, sagte er:»Sag mir die Zukunft vorausund lass einen Toten aus der Grube heraufsteigen!Ich nenne dir seinen Namen!«9Die Frau entgegnete ihm: »Pass auf!Du weißt doch, was Saul getan hat!Er hat die Totenbeschwörer und Wahrsagerim ganzen Land ausgerottet.Warum willst du mir eine Falle stellen?Willst du mich umbringen?«10Doch Saul schwor ihr beim Herrn:»So gewiss der Herr lebt!In dieser Sache soll dich keine Schuld treffen.«

11Nun fragte ihn die Frau:»Wen soll ich aus der Grube28,11 Grube: Loch in der Erde, das als Kontaktstelle zum Totenreich galt. Die Befragung von Totengeistern war in Israel verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 18,11. heraufsteigen lassen?«Er antwortete: »Lass Samuel28,11 Samuel: Prophet in Israel. Nachdem Gott Saul als König verworfen hatte, salbte er David zum König; vgl. 1. Samuel 16,1-13. heraufsteigen!«12Als die Frau den Samuel erblickte,schrie sie laut auf und sagte zu Saul:»Warum hast du mich getäuscht?Du bist ja Saul!«13Doch der König beruhigte sie: »Hab keine Angst!Sag mir lieber, was du siehst!«Da sagte die Frau zu Saul:»Einen Geist28,13 einen Geist: Wörtlich »einen Gott«. Bei manchen Völkern wurden die verstorbenen Vorfahren als göttlich verehrt. In Israel war das verboten. sehe ich aus der Erde heraufsteigen.«14Er fragte zurück: »Wie sieht er aus?«»Es ist ein alter Mann«, sagte sie.»Er trägt einen Mantel wie ein Priester28,14 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …Da wusste Saul, dass es Samuel war.Er sank auf die Knie und verneigte sichmit dem Gesicht zur Erde.

Samuels Botschaft aus dem Totenreich

15Samuel28,15 Samuel: Prophet in Israel. Nachdem Gott Saul als König verworfen hatte, salbte er David zum König; vgl. 1. Samuel 16,1-13. sagte zu Saul28,15 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr …:»Warum störst du mich in meiner Ruheund lässt mich aus der Erde heraufsteigen?«Saul antwortete: »Mir ist angst und bange!Die Philister28,15 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … führen Krieg gegen mich.Gott aber hat sich von mir abgewendet.Er antwortet mir nicht mehr,weder durch einen Propheten28,15 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … noch durch einen Traum.Aus diesem Grund habe ich dich rufen lassen.Lass mich doch wissen, was ich tun soll!«16Samuel erwiderte: »Warum fragst du mich?Der Herr hat sich doch von dir abgewendetund ist dein Feind geworden!17Der Herr hat das getan,was er durch mich bereits angekündigt hat:Er hat dir das Königtum aus der Hand gerissenund es einem anderen gegeben, dem David.18Denn du hast dem Herrn nicht gehorchtund seinen Zorn an den Amalekitern28,18 an den Amalekitern: Gott hatte Saul befohlen, die Amalekiter vollkommen zu vernichten. Das tat er aber nicht, vgl. 1. Samuel 15. nicht vollstreckt.Darum hat dir der Herr das heute angetan.19Auch Israel lässt der Herr zusammen mit dirden Philistern in die Hände fallen.Schon morgen wirst du mit deinen Söhnenbei mir im Totenreich28,19 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … sein.Auch das Heer Israels lässt der Herrden Philistern in die Hände fallen.«20Da stürzte Saul zur Erdeund lag in seiner ganzen Länge da.Die Worte Samuels hatten ihn umgehauen.Auch hatte er überhaupt keine Kraft mehr.Denn er hatte die ganze Zeit keinen Bissen gegessen,nicht am Tag und auch nicht in der Nacht.

21Als die Frau zu Saul28,21 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … hintrat, bemerkte sie,dass er ganz durcheinander war.Da sagte sie zu ihm:»Pass auf! Deine Magd28,21 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. hat auf dich gehört.Ja, ich habe mein Leben aufs Spiel gesetztund befolgt, was du von mir verlangt hast.22Jetzt höre auch du auf deine Magd!Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen.Du musst essen, damit du wieder zu Kräften kommst!Dann kannst du dich auf den Rückweg machen.«23Er weigerte sich aber und sagte:»Nein! Ich esse nichts!«Da redeten seine Begleiter und die Frauso lange auf ihn ein, bis er auf sie hörte.Er stand von der Erde auf und setzte sich aufs Bett.24Die Frau aber hatte ein Mastkalb im Haus.Das schlachtete sie in aller Eile.Dann nahm sie Mehl, machte daraus einen Teigund backte einen Fladen Brot.25Sie stellte es vor Saul und seine Begleiter hin.Nachdem sie gegessen hatten, standen sie aufund gingen fort noch in derselben Nacht.