BasisBibel (BB)
25

Samuels Tod

251Zu dieser Zeit starb Samuel25,1 Samuel: Prophet in Israel. Nachdem Gott Saul als König verworfen hatte, salbte Samuel David zum König; vgl. 1. Samuel 16,1-13..Alle Leute aus Israel kamen zusammenund trauerten um ihn.Man begrub ihn in seinem Haus in Rama25,1 Rama: Ortschaft an der Südgrenze Efraims, in der Nähe von Bet-El gelegen..David aber zog weiter in die Gegend von Maon25,1 Maon: Ortschaft im judäischen Bergland südlich von Hebron. Die Übersetzung folgt hier der griechischen Überlieferung. Im hebräischen Text steht stattdessen »Paran«..

Nabal verweigert David die Unterstützung

2In der Ortschaft Maon25,2 Maon: Ortschaft im judäischen Bergland südlich von Hebron. lebte ein Mann,der beim Dorf Karmel25,2 Karmel: Ortschaft in Juda. Sie liegt 40 km südlich von Jerusalem. Viehwirtschaft betrieb.Der Mann war sehr reich.Ihm gehörten 3000 Schafe und 1000 Ziegen.Er war gerade beim Scheren seiner Schafeund hielt sich deshalb beim Dorf Karmel auf.3Der Mann hieß Nabal und seine Frau Abigajil.Sie war eine kluge und sehr gut aussehende Frau.Der Mann aber war ein harter und schlechter Mensch,ein Nachkomme des Kaleb.

4David25,4 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. hörte in der Wüste davon,dass Nabal beim Scheren seiner Schafe war.5Da schickte David zehn junge Männer losund sagte zu ihnen:»Zieht hinauf nach Karmel25,5 Karmel: Ortschaft in Juda. Sie liegt 40 km südlich von Jerusalem., geht zu Nabalund begrüßt ihn in meinem Namen!6Dann richtet ihm von mir aus:Ich wünsche dir Glück das ganze Jahr!Es soll dir und deiner Familie gut gehenund auch deinem ganzen Besitz.7Ich habe gehört, dass du deine Schafe scheren lässt.Da möchte ich dich daran erinnern,dass deine Hirten sich bei uns aufgehalten haben.Und wir haben ihnen nichts zuleide getan.Kein einziges Schaf ist ihnen weggekommen,solange sie beim Dorf Karmel gewesen sind.8Frag nur deine Leute, die bestätigen es dir.So bitte ich dich jetzt für meine Männer,dass du dich ihnen gegenüber großzügig zeigst.Wir sind ja an einem Festtag25,8 Festtag: Am Tag der Schafschur findet ein Fest statt, das mit Verwandten und Freunden gefeiert wird; vgl. 2. Samuel 13,23-24. gekommen.Gib also deinem Sohn David25,8 dein Sohn David: Mit dieser Selbstbezeichnung bringt David zum Ausdruck, dass er Nabal wie einen Vater achtet. und seinen Männern,was du gerade zur Hand hast!«

9Die Männer Davids gingen also losund redeten im Namen Davids mit Nabal.Sie richteten ihm alles genauso aus,wie David25,9 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. es ihnen aufgetragen hatte.Dann warteten sie ruhig ab.10Nabal aber gab Davids Männern folgende Antwort:»David? Wer ist denn das? Wer ist schon der Sohn Isais25,10 Sohn Isais: Isai ist der Vater Davids.?Was sich doch heute so alles herumtreibt!Jede Menge Sklaven, die ihrem Herrn weggelaufen sind!11Ja, ich habe Brot, Wein und Schlachtfleisch.Aber das bekommen die, die meine Schafe scheren.Auf keinen Fall werde ich davon etwas abgeben –schon gar nicht Leuten, von denen ich nicht mal weiß,woher sie kommen!«12Da kehrten die Männer Davids auf der Stelle umund traten den Rückweg an.Als sie bei David ankamen, berichteten sie ihm alles.13Daraufhin sagte David zu seinen Männern:»Nehmt euer Schwert und hängt es euch um!«Da griff jeder zu seinem Schwert, auch David.Dann zogen sie mit David los, etwa 400 Mann.200 Mann blieben zurück beim Gepäck.

14Bei den Hirten war ein junger Mann gewesen.Der hatte Abigajil, die Frau Nabals, benachrichtigt:»Achtung, David25,14 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. hat Boten aus der Wüste geschickt.Die überbrachten unserem Herrn eine Grußbotschaft.Doch Nabal hat sie übel beschimpft.15Dabei waren die Männer doch gut zu uns.Sie haben uns nichts zuleide getan.Kein einziges Schaf ist uns weggekommen,solange wir mit ihnen herumgezogen sind –draußen auf dem freien Feld.16Tag und Nacht boten sie uns Schutz,als wir die Schafe in ihrer Nähe weiden ließen.17Jetzt überleg dir und sieh zu, was du tun kannst!Denn das Unheil ist wohl eine beschlossene Sache,das unserem Herrn und seinem ganz Haus droht.Er aber ist so ein übler Mensch,dass man mit ihm darüber nicht reden kann.«

Abigajil verhindert Schlimmeres durch ihre Klugheit

18Da nahm Abigajil schnell 200 Brote,zwei Krüge Wein, fünf fertig zubereitete Schafe,fünf Säckchen mit geröstetem Korn25,18 geröstetes Korn: Reifer Weizen, den man am Feuer röstete, war neben Brot ein beliebtes Nahrungsmittel.,dazu 100 Rosinenkuchen und 200 Feigenkuchen.Das alles packte sie auf die Esel.19Dann sagte sie zu ihren Knechten:»Geht schon mal voraus, ich komme gleich nach!«Ihrem Mann Nabal aber sagte sie nichts davon.

20Abigajil hatte sich auf ihren Esel gesetzt.Sie ritt auf der einen Seite des Berges hinunter.David und seine Männer kamen von der anderen Seite.Und so traf sie plötzlich mit ihnen zusammen.21David hatte gerade noch geschimpft:»Für nichts und wieder nichts habe ich aufgepasst.Alles, was diesem Kerl gehört,habe ich in der Wüste beschützt.Nichts ist weggekommen von seinem Besitz.Doch statt dass er sich dafür bei mir bedankt,hat er mich schlecht behandelt.22Gott soll nun David25,22 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. antun, was immer er will!Ich werde keinen von Nabals Leuten am Leben lassen,die da wie Hunde an die Wand pissen25,22 an die Wand pissen: Verächtliche Bezeichnung für die Männer Nabals..Bis zum Morgen sind sie alle tot.«

23Als Abigajil sah, dass David25,23 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. ihr entgegenkam,stieg sie schnell von ihrem Esel herab.Sie verneigte sich vor David bis zur Erdeund warf sich mit dem Gesicht auf den Boden.24Wie sie David so zu Füßen lag, sagte sie:»Mein Herr, es ist alles meine Schuld!Erlaub doch deiner Magd25,24 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen., offen mit dir zu reden!Bitte, hör dir an, was deine Magd zu sagen hat!25Mein Herr, du darfst Nabal nicht ernst nehmen,diesen üblen Kerl.Denn er ist so, wie er mit Namen heißt.Nabal bedeutet Dummkopf, und dumm ist er ja.Mein Herr, du hast deine Männer zu uns geschickt.Ich aber, deine Magd, war nicht da, als sie kamen.26Und nun, mein Herr, erinnere ich dich daran –beim Leben des Herrn25,26 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. und bei deinem Leben:Der Herr selbst hat dich daran gehindert,dass du schwere Schuld auf dich geladen hast.Du hast nämlich kein Blut vergossenund dich nicht mit eigener Hand gerächt.Deinen Feinden aber soll es wie Nabal ergehen.Nabal wird bestimmt seine Strafe bekommenund alle, die meinem Herrn schaden wollen.27Bitte, nimm jetzt dieses Geschenk an,das deine Magd ihrem Herrn mitgebracht hat.Du sollst es unter den Männern verteilen,die meinem Herrn auf Schritt und Tritt folgen.28Verzeih deiner Magd ihre Offenheit!Der Herr wird dir zu einem Königshaus verhelfen,das Bestand hat.Denn durch dich führt der Herr seine Kriege.Man wird dir nichts Böses vorwerfen könnendein ganzes Leben lang.29Und doch gibt es einen Menschen25,29 einen Menschen: Anspielung auf Saul, vor dem David auf der Flucht ist; vgl. 1. Samuel 21,11.,der dich verfolgt und dich umbringen will.Trotzdem wird mein Herr sein Leben nicht verlieren.Denn der Herr, dein Gott, bewahrt die Menschen,deren Namen im Beutel des Lebens25,29 Beutel des Lebens: Ähnlich dem Beutel eines Hirten, der für jedes Tier seiner Herde ein Steinchen in den Beutel legte. So konnte keines unbemerkt verloren gehen. verschnürt sind.Dagegen wird er das Leben deiner Feinde wegschleudernwie einen Stein mit der Schleuder25,29 Schleuder: Lederband, in das ein Stein eingelegt und das geschwungen wurde. Durch die Freigabe eines der Enden konnte das Geschoss bis zu 200 m weit geschleudert werden..30Auch wird der Herr all das Gute tun,das er dir zugesagt hat.Er wird dich zum königlichen Hirten25,30 königlicher Hirte: Ehrentitel für Könige im Alten Orient, der anzeigt, dass sie für den Schutz ihres Volkes zuständig sind. bestimmen,sodass du über Israel herrschst.31Dann aber sollte mein Herr nichts bereuen müssen.Du musst dir nicht vorwerfen,dass du unnötig Blut vergossenund dich mit eigener Hand gerächt hast.Sonst könnte das für dich ein Hindernis seinund ein Stein des Anstoßes.Wenn also der Herr es gut mit dir meint,dann denk an deine Magd!«

32Da sagte David25,32 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. zu Abigajil:»Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!Er hat dafür gesorgt,dass du mir heute begegnet bist.33Gelobt sei deine Klugheit!Du sollst gesegnet sein,weil du mich heute vor Schuld bewahrt hast.So habe ich kein Blut vergossenund mich nicht mit eigener Hand gerächt.34Doch das schwör ich dir beim Leben des Herrnbei dem Gott Israels, der mich daran gehindert hat,dir etwas Böses anzutun:Wenn du mir nicht so schnell entgegengekommen wärst,hätte ich keinen von Nabals Leuten am Leben gelassen.Noch vor Anbruch des Tages hätte ich sie alle getötet,die da wie Hunde an die Wand pissen25,34 an die Wand pissen: Verächtliche Bezeichnung für die Männer Nabals.35Dann nahm David die Gaben an,die Abigajil ihm mitgebracht hatte,und sagte zu ihr:»Nun geh in Frieden nach Hause!Ich habe auf dich gehört und deine Bitte erfüllt.«

David heiratet Abigajil

36Als Abigajil zu Nabal nach Hause kam,feierte der gerade ein ausgelassenes Fest.Es war ein Fest wie bei einem König.Nabal war bester Stimmung und schwer betrunken.Darum erzählte sie ihm nichts bis zum andern Tag.37Am nächsten Morgen aber,als er seinen Rausch ausgeschlafen hatte,erzählte ihm seine Frau die ganze Geschichte.Da erlitt Nabal einen Schlaganfallund lag regungslos da wie ein Stein.38Nach weiteren zehn Tagen ließ der Herr25,38 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ihn sterben.

39Als David25,39 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. hörte, dass Nabal gestorben war, sagte er:»Gelobt sei der Herr!Er hat diese Angelegenheit für mich zu Ende gebrachtund Nabal für seine Unverschämtheit bestraft.Dadurch hat er seinen Knecht25,39 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. vor Schuld bewahrt.Denn das Böse, das Nabal tat,hat der Herr auf ihn zurückfallen25,39 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen. lassen.«Daraufhin schickte David Boten zu Abigajilund ließ ihr ausrichten, dass er sie heiraten wolle.40Die Boten Davids kamen also zu Abigajil nach Karmel25,40 Karmel: Ortschaft in Juda. Sie liegt 40 km südlich von Jerusalem.und sagten zu ihr:»David hat uns zu dir geschickt,er möchte dich zur Frau nehmen.«41Da stand sie auf,verneigte sich mit dem Gesicht zur Erde und sagte:»Hier ist deine Magd!Sie ist ja nur eine Sklavin, die dazu da ist,den Knechten meines Herrn die Füße zu waschen.«42Dann machte sich Abigajil schnell auf den Weg.Sie setzte sich auf ihren Esel,und ihre fünf Dienerinnen folgten ihr.So ritt sie den Boten hinterher und wurde Davids Frau.

43David25,43 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. hatte auch Ahinoam aus Jesreel geheiratet.Diese beiden waren also Davids Ehefrauen.44Außerdem war David mit Michal verheiratet,der Tochter Sauls.Doch Saul25,44 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. nahm sie ihm weg und vermählte sie mit Paltiel25,44 Paltiel: Er war nur kurze Zeit mit Michal verheiratet und musste sie David zurückgeben, vgl. 2. Samuel 3,13-16.,dem Sohn des Lajisch aus Gallim.
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David verschont Saul ein zweites Mal

261Einige Bewohner aus der Gegend von Sif26,1 Sif: Nach der gleichnamigen Stadt benannte Wüste südöstlich von Hebron.kamen zu Saul26,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. nach Gibea26,1 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem. und meldeten ihm:»David26,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. hält sich auf dem Hügel Hachila versteckt,der gegenüber von Jeschimon liegt.«2Da ging Saul sofort los in die Wüste Sif,mit 3000 Mann, den besten Soldaten aus Israel.Er wollte David in der Wüste Sif aufspüren.3Als Saul den Hügel Hachila erreichte,der gegenüber von Jeschimon liegt,errichtete er sein Lager an der Straße.David hielt sich noch in der Wüste auf.Als er erfuhr, dass Saul ihm auf den Fersen war,4schickte David einige Späher los.Die bestätigten ihm, dass Saul gekommen war.5Daraufhin machte sich David auf den Wegund kam zu dem Platz, an dem Saul sein Lager hatte.Von Weitem konnte er sogar die Stelle sehen,an der Saul sich schlafen gelegt hatte –zusammen mit Abner, dem Sohn des Ner,der Befehlshaber seines Heeres war.Saul schlief mitten im Lager,seine Soldaten bildeten um ihn einen Ring.6David wandte sich an den Hetiter Ahimelechund an Abischai, den Sohn der Zeruja, den Bruder Joabs26,6 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids.:»Wer geht mit mir hinunter in das Lager zu Saul?«Abischai antwortete: »Ich gehe mit dir hinunter!«

7In der Nacht schlichen sich David26,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. und Abischai anund kamen bis zu den Soldaten.Da sahen sie: Saul schlief mitten im Lager.Sein Speer26,7 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. steckte neben seinem Kopf in der Erde.Rings um ihn lagen Abner und die Soldaten.8Da sagte Abischai zu David:»Heute hat Gott deinen Feind in deine Hand gegeben.Jetzt will ich zu ihm hingehenund ihn mit seinem Speer an den Boden nageln!Ein einziger Stoß genügt dazu,einen zweiten brauche ich nicht!«9David jedoch entgegnete Abischai:»Nein! Bring ihn nicht um!Wer könnte den Gesalbten26,9 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. des Herrn26,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. antasten,ohne dass ihn Gott dafür bestraft?«10Und David fügte hinzu: »So gewiss der Herr lebt!Der Herr selbst soll sein Ende herbeiführen:Entweder er stirbt, wenn seine Stunde gekommen ist,oder er zieht in den Krieg und findet dort den Tod.11Nie und nimmer, das schwöre ich beim Herrn,werde ich Hand an den Gesalbten des Herrn legen.Jetzt aber nimm den Speer, der neben seinem Kopf ist,und den Wasserkrug! Dann schnell weg von hier!«12Da nahm David den Speer und den Wasserkrug,die neben Sauls Kopf waren.Dann machten sie sich davon.Niemand sah etwas und niemand merkte etwas.Alle schliefen fest, kein einziger wachte auf.Denn der Herr hatte einen tiefen Schlafüber sie kommen lassen.

13Daraufhin ging David26,13 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. auf die andere Seite hinüberund stellte sich auf einen Berggipfel.Der lag in einiger Entfernung vom Lager Sauls26,13 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr.,sodass sie weit genug voneinander entfernt waren.14David rief hinüber zu den Soldatenund zu Abner, dem Sohn des Ner:»Willst du mir nicht antworten, Abner?«Da antwortete ihm Abner:»Wer bist du denn, dass du es wagst,nach dem König zu rufen?«15David erwiderte Abner:»Du bist doch ein Mann,mit dem es in Israel keiner aufnehmen kann!Warum hast du deinen Herrn und König nicht bewacht?Denn einer aus dem Volk ist ins Lager eingedrungen,um deinen Herrn und König umzubringen.16Es war nicht gut, wie du dich verhalten hast.So gewiss der Herr lebt!Ihr alle habt den Tod verdient.Denn ihr habt nicht auf euren Herrn aufgepasst,auf den Gesalbten26,16 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. des Herrn!Jetzt schau einmal nach und sag mir:Wo ist denn der Speer26,16 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. des Königs geblieben?Und wo ist der Wasserkrug neben seinem Kopf?«

17Da erkannte Saul26,17 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. die Stimme Davids und sagte:»Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David?«David26,17 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. antwortete: »Ja, mein Herr und König!«18Weiter sagte er: »Warum tust du das, mein Herr?Warum verfolgst du deinen Knecht26,18 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. David?Was habe ich denn getan?Was ist meine Schuld?19Und nun, mein Herr und König,hör dir an, was dein Knecht zu sagen hat!Wenn es der Herr war,der dich gegen mich aufgehetzt hat,soll man ihn mit einem Opfer26,19 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. milde stimmen.Wenn es aber Menschen gewesen sind,dann sollen sie vor dem Herrn verflucht sein.Denn sie haben mich heute aus Israel vertrieben,sodass ich vom Volk des Herrn ausgeschlossen bin.Sie haben gesagt: ›Geh und diene anderen Göttern26,19 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott.!‹20Doch jetzt soll mein Blut26,20 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. nicht zur Erde fließen,sodass ich fern vom Herrn sterbe.Denn der König von Israel ist ja ausgezogen,mir das Leben zu nehmen26,20 mir das Leben zu nehmen: So die griechische Überlieferung. Im hebräischen Text steht »einen einzelnen Floh zu suchen«. Damit wird ein Bezug zu 1. Samuel 24,15 hergestellt..Er jagt mich,wie man ein Rebhuhn26,20 Rebhuhn: David vergleicht sich mit diesem Tier, das so lange verfolgt wird, bis es erschöpft ist und nicht mehr wegfliegen kann. in den Bergen jagt.«

21Da bekannte Saul26,21 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr.: »Ich habe Unrecht getan!Komm zurück, mein Sohn David!Ich will dir in Zukunft nichts Böses mehr antun,weil dir mein Leben heute so viel wert gewesen ist.Ich war dumm und habe mich völlig verrannt.«22David26,22 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. antwortete darauf:»Schau her, hier ist der Speer26,22 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. des Königs!Einer von den jungen Leuten soll herüberkommenund ihn holen.23Denn der Herr hält viel davon,wenn ein Mensch gerecht und aufrichtig handelt.Heute hat dich der Herr in meine Hand gegeben.Ich aber habe mich gescheut,Hand an den Gesalbten26,23 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. des Herrn zu legen.24Doch das sollst du wissen:So viel wie dein Leben mir heute bedeutet hat,so viel bedeutet mein Leben auch dem Herrn.Er wird mich retten aus aller Gefahr.«25Da sagte Saul zu David:»Du sollst gesegnet26,25 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. sein, mein Sohn David!Was immer du tust, soll dir auch gelingen.«Danach ging David seiner Wege,Saul aber kehrte in seine Heimatstadt zurück.
27

David im Dienst der Philister

1. Samuel 27,1–31,13

David sucht Zuflucht bei den Philistern

1. Samuel 27,1–28,2

David bei Achisch von Gat

271David27,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. überlegte:»Es ist nur eine Frage der Zeit,bis ich von Saul27,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. umgebracht werde.Ich kann deshalb nichts Besseres tun,als mich sofort ins Land der Philister27,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. abzusetzen.Dann muss Saul die Verfolgung aufgeben.Er wird nicht länger durch alle Gebiete Israels ziehenund nach mir suchen.So bin ich sicher vor seinem Zugriff.«2David ging also über die Grenze zu Achisch,dem Sohn des Maoch, dem Philisterkönig von Gat27,2 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen..Die 600 Männer, die bei ihm waren, nahm er mit.3David ließ sich bei Achisch von Gat nieder,zusammen mit seinen Männern und deren Familien.Auch David hatte seine beiden Frauen bei sich:Ahinoam aus Jesreelund Abigajil27,3 Abigajil: Die Geschichte von David und Abigajil wird in 1. Samuel 25,2-42 erzählt. aus Karmel, die Witwe des Nabal.4Saul erreichte die Nachricht,dass David nach Gat geflüchtet war.Da suchte er nicht länger nach ihm.

5David27,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. sagte zu Achisch:»Wenn ich dir etwas bedeute, lass mich hierbleiben.Mir reicht ein Platz in irgendeiner Stadt auf dem Land!Dein Knecht ist es doch nicht wert,mit dir zusammen in der Hauptstadt zu wohnen.«6An diesem Tag überließ ihm Achisch die Stadt Ziklag27,6 Ziklag: Stadt am Rand des judäischen Gebirges, im Grenzgebiet zwischen den Philistern und Juda..Darum gehört Ziklag bis heute den Königen von Juda.7Ein Jahr und vier Monateblieb David im Gebiet der Philister.

8David27,8 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. unternahm Beutezüge mit seinen Männern.Sie machten Überfälle in das Gebiet der Geschuriter,der Girsiter und der Amalekiter.Diese Bevölkerungsgruppen lebten schon immer im Land,das südlich von Juda27,8 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. liegt.Es erstreckt sich bis zur Wüste Schur27,8 Schur: Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel. und bis Ägypten27,8 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste..9David zog immer wieder plündernd durch das Land.Dabei ließ er niemand am Leben, weder Mann noch Frau.Die Schafe, Ziegen und Rinder aber nahm er mit.Auch Esel, Kamele und Kleider gehörten zur Beute.Dann kehrte er zurück und kam zu Achisch.10Achisch fragte ihn jedes Mal:»Wo habt ihr diesmal einen Überfall durchgeführt?«David antwortete darauf:»Wir haben hier und dort im Süden von Juda geplündert,bei den Jerachmeelitern27,10 Jerachmeeliter: Eine Stammesgruppe, die zu Juda gehörte und wahrscheinlich in der Gegend von Arad siedelte. und bei den Kenitern27,10 Keniter: Eine Nomadengruppe, die sich dem Stamm Juda angeschlossen hatte und im Süden des judäischen Berglands lebte.11David aber hatte niemand am Leben gelassen,weder Mann noch Frau.Sonst hätte er sie nach Gat mitbringen müssen.David wollte verhindern, dass sie aussagen könnten:»In Wirklichkeit hat David das und das27,11 das und das: Andeutung, was die Leute Achisch hätten verraten können: David hat gar nicht seine eigenen Leute in Juda überfallen, sondern die Nachbarn. getan!«So machte es David die ganze Zeit,während er sich im Gebiet der Philister27,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. aufhielt.12Achisch aber vertraute David, weil er dachte:»Jetzt hat er sich sogar sein eigenes Volk in Israelzum Feind gemacht.Er hat gar keine andere Wahl,als für immer in meinem Dienst zu bleiben.«