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Die Freundschaft zwischen David und Jonatan

1. Samuel 20,1–21,1

David und Jonatan treffen eine Abmachung

201David20,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … floh aus dem Wohnbezirk der Propheten20,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … in Rama.Er kam zu Jonatan20,1 Jonatan: Sohn König Sauls. und hielt ihm vor:»Was habe ich denn getan? Was ist meine Schuld?Ich habe mich nie gegen deinen Vater20,1 dein Vater: Saul, der König von Israel. gestellt!Aus welchem Grund will er mir ans Leben?«2Jonatan antwortete ihm:»Auf keinen Fall sollst du sterben!Noch nie hat mein Vater etwas getan,ohne es mir vorher anzukündigen –ganz gleich, ob es eine große oder kleine Sache war!Warum sollte mein Vater das vor mir geheim halten?Das gibt es nicht!«3David aber beteuerte nochmals:»Dein Vater weiß doch genau, wie viel ich dir bedeute!Deshalb hat er sich gesagt:›Jonatan soll davon nichts erfahren.Das würde ihm nur wehtun.‹Doch ich versichere dirbeim Leben des Herrn und bei deinem eigenen:Ich bin nur noch einen Schritt weit vom Tod entfernt.«4Da sagte Jonatan zu David:»Was du auch wünschst, ich will es für dich tun!«

5David20,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … sagte zu Jonatan:»Morgen ist Neumond20,5 Neumond: Beginn eines neuen Monats und Anlass für ein religiöses Fest. und damit ein Festtag.Da müsste ich eigentlich beim König seinund an seiner Tafel speisen.Gib du mir Urlaub!Dann kann ich mich bis übermorgen Abenddraußen auf dem Feld verstecken.6Sollte dein Vater mich ausdrücklich vermissen,so sag: ›David hat mich um Erlaubnis gebeten!Er wollte noch schnell nach Betlehem20,6 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Mehr … gehen.Denn in seiner Heimatstadt feiert man geradedas jährliche Opferfest20,6 Opferfest: Vielleicht ein Fest, an dem die ganze Familie an ihre Verstorbenen dachte, ähnlich wie heute am Totensonntag. der ganzen Familie.‹7Wenn er dann sagt: ›Das geht in Ordnung!‹,droht deinem Knecht keine Gefahr.Wenn er aber sehr wütend wird, dann weißt du:Das Unheil ist bei ihm eine beschlossene Sache.8Ich weiß, dass du es gut meinst mit deinem Knecht.Denn du bist vor dem Herrn einen Bund eingegangen20,8 einen Bund eingegangen: 1. Samuel 18,1-5 erzählt von dem Freundschaftsbund, den Jonatan und David miteinander schließen.,der die Freundschaft zwischen dir und mir festigt.Wenn mich eine Schuld trifft, sollst du mich töten!Doch zu deinem Vater bring mich auf keinen Fall!«9Daraufhin sagte Jonatan:»Nie und nimmer soll dir das geschehen!Auch gebe ich dir ganz bestimmt Bescheid,wenn ich in Erfahrung bringen sollte:Das Unheil, das dir droht,ist bei meinem Vater eine beschlossene Sache.«

10David20,10 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … fragte Jonatan: »Wie erfahre ich,ob dein Vater dir eine harte Antwort gegeben hat?«11Jonatan sagte zu David:»Komm, wir gehen hinaus aufs Feld!«Die beiden gingen also hinaus aufs Feld.12Dann sagte Jonatan zu David:»Beim Herrn, dem Gott Israels!Ich werde herausbekommen, was mein Vater vorhat.Übermorgen um diese Zeit, da bin ich mir sicher,steht es gut um David.Wenn es aber anders kommen sollte,schicke ich einen Boten und kündige es dir an.13Ja, der Herr soll Jonatan antun, was immer er will!Wenn mein Vater wirklich Unheil über dich bringen will,sag ich’s dir und schick dich weg.So wirst du heil davonkommen.Der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater war.14Nur um eins bitte ich dich:Halte an der Freundschaft mit mir fest,solange ich lebe.15Und lass deine Freundschaft nicht abreißen,auch wenn ich sterben sollte.Verschone in jedem Fall meine Nachkommen,auch wenn der Herr beschlossen hat,alle Feinde Davids auf der Erde auszurotten.«16So schloss Jonatan einen Bund,der die Freundschaft mit dem Haus David festigte.Der Herr aber würde dafür sorgen,dass die Feinde Davids ihrer Strafe nicht entgehen.17Und Jonatan ließ David noch einmal schwörenbei der Liebe, die er für ihn empfand.Denn er liebte ihn wie sein eigenes Leben.

18Jonatan sagte zu ihm:»Morgen ist Neumond20,18 Neumond: Beginn eines neuen Monats und Anlass für ein religiöses Fest. und damit ein Festtag.Man wird dich vermissen, weil dein Platz leer bleibt.19Wenn es aber übermorgen so weit ist, dann geh!Komm dorthin, wo du dich schon einmal versteckt hast.Dann setz dich neben den Erdhügel dort drüben.20Ich werde drei Pfeile in diese Richtung abschießen.Dabei tue ich so, als wollte ich ein Ziel treffen.21Doch du pass auf: Ich schicke meinen Knecht los!Der soll gehen und die Pfeile suchen.Entweder sage ich zu dem jungen Mann:›Hierher! Der Pfeil liegt näher bei mir.Komm zurück und heb ihn auf!‹In diesem Fall kannst du zurückkommen,es droht dir keine Gefahr.So gewiss der Herr lebt!Du hast nichts zu befürchten.22Oder ich sage zu dem Jungen:›Geh! Der Pfeil liegt noch weiter weg.‹In diesem Fall musst du gehen.Denn der Herr schickt dich fort.23Was wir aber miteinander verabredet haben,soll für immer zwischen mir und dir gelten.Dafür sei der Herr unser Zeuge.«

Davids Platz beim Festessen bleibt leer

24David20,24 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … versteckte sich also auf dem Feld.Dann kam der Neumondtag20,24 Neumond: Beginn eines neuen Monats und Anlass für ein religiöses Fest.,und der König setzte sich zum Festessen an den Tisch.25Wie immer setzte er sich auf seinen Platz an der Wand.Jonatan saß ihm gegenüber und Abner20,25 Abner: Heerführer Sauls und darauf bedacht, Saul und seinen Nachkommen das Königtum zu sichern. saß neben Saul20,25 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr ….Davids Platz aber blieb leer.26Saul sagte dazu nichts an diesem Tag.Denn er dachte: Es ist nur ein Zufall.Es wird schon einen Grund geben,warum er nicht gekommen ist.

27Aber auch am Tag nach Neumond, am zweiten Festtag,blieb Davids Platz leer.Da fragte Saul seinen Sohn Jonatan:»Warum ist der Sohn Isais20,27 Sohn Isais: Isai ist der Vater Davids. nicht zum Essen gekommen?Gestern war er nicht da und heute auch nicht!«28Jonatan antwortete Saul:»David hat mich um die Erlaubnis gebeten,nach Betlehem20,28 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Mehr … gehen zu dürfen.29Er sagte: ›Gib mir Urlaub!Ich muss in meine Heimatstadt!Wir feiern dort das Opferfest der Familie.Mein Bruder hat darauf bestanden, dass ich komme.Jetzt sei so gut und erlaube es mir!Ich möchte gleich gehen und meine Brüder besuchen.‹Das hat er gesagt und das ist der Grund,warum er nicht an der Tafel des Königs erschienen ist.«30Da wurde Saul sehr wütend über Jonatanund beschimpfte ihn: »Du Hurensohn!Glaubst du denn, dass ich es nicht weiß?Ja, du hast dich für den Sohn Isais20,30 Sohn Isais: Saul meint David, spricht aber in der ganzen Rede dessen Namen nicht offen aus. entschieden.Schande über dich und über deine verkommene Mutter!31Denn das sag ich dir:Solange der Sohn Isais noch auf der Erde lebt,hast du keine Zukunft,du nicht und auch nicht dein Königtum.Auf, schick jetzt einige Leute los!Die sollen ihn zu mir bringen.Denn er ist ein Kind des Todes!«32Jonatan wandte sich gegen seinen Vater Saul:»Warum soll er getötet werden? Was hat er denn getan?«33Sofort warf Saul den Speer20,33 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. in seine Richtung,um ihn zu treffen.Da wusste Jonatan, dass sein Vater beschlossen hatte,David zu töten.34Jonatan sprang auf und verließ den Tisch im Zorn.Keinen einzigen Bissen konnte er mehr essenan diesem zweiten Tag des Neumondfestes.Es tat ihm weh,wie sein Vater David beschimpft hatte.Er wusste jetzt, dass David sterben sollte.

David nimmt Abschied von Jonatan

35Am andern Morgen ging Jonatan aufs Feld hinaus.Dort wollte er sich mit David20,35 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … treffen.Er hatte einen Knecht mitgenommen.36Dem befahl er: »Lauf und such die Pfeile,die ich gleich abschießen werde!«Während der junge Mann noch lief,schoss er den Pfeil über ihn hinaus20,36 Pfeil über ihn hinaus: In 1. Samuel 20,20-23 verabreden David und Jonatan dieses Zeichen. Es bedeutet, dass Davids Leben in Gefahr ist..37Der Pfeil, den Jonatan abgeschossen hatte,landete also an einem weit entfernten Platz.Als nun der junge Mann in seine Nähe kam,rief Jonatan ihm hinterher:»Der Pfeil liegt noch weiter weg!«38Und gleich darauf rief Jonatan ihm hinterher:»Auf, mach schnell und bleib nicht stehen!«Der Knecht Jonatans hob den Pfeil aufund kam damit zu seinem Herrn zurück.39Der junge Mann aber war völlig ahnungslos.Nur Jonatan und David kannten ja die Abmachung.

40Jonatan übergab die Waffen seinem Knechtund befahl ihm: »Geh, bring das in die Stadt zurück!«41Als der junge Mann weg war,verließ David20,41 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … sein Versteck neben dem Erdhügel.Er verneigte sich dreimal vor Jonatanund warf sich mit dem Gesicht auf den Boden.Dann küsste einer den anderen,und sie weinten miteinander,bis David wieder Mut fasste.42Jonatan sagte zu David:»Nun geh in Frieden!Wir haben ja einander Freundschaft geschworenbeim Namen des Herrn.Sie wird für immer zwischen mir und dir bestehenund zwischen meinen und deinen Nachkommen.Dafür sei der Herr unser Zeuge.«
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211Dann stand David auf und ging fort.

Jonatan aber kehrte in die Stadt21,1 in die Stadt: Nach Gibea an den Königshof seines Vaters Saul. zurück.

David auf der Flucht vor Saul

1. Samuel 21,2–26,25

David wird Anführer einer eigenen Truppe

1. Samuel 21,2–23,28

David beim Priester Ahimelech

2David21,2 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … kam zum Priester21,2 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … Ahimelech nach Nob21,2 Nob: Ortschaft in der Nähe von Jerusalem, in der sich ein Heiligtum befand..Das machte Ahimelech Angst.Er ging David entgegen und fragte ihn:»Warum bist du allein und hast niemanden bei dir?«3David antwortete dem Priester Ahimelech:»Der König hat es so befohlen und zu mir gesagt:›Der Auftrag, den ich dir gebe, ist streng geheim.Niemand darf etwas von deiner Mission erfahren.‹Deshalb habe ich auch mit meinen Leuten verabredet,dass wir uns an einem geheimen Ort treffen.4Jetzt aber: Hast du etwas zum Essen da?Vielleicht fünf Brote? Dann gib sie mir!Oder hast du sonst noch etwas zur Hand?«

5Der Priester21,5 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … antwortete David21,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …:»Ich habe leider kein normales Brot zur Hand.Nur heiliges Brot21,5 heiliges Brot: Im Heiligtum als Gabe für Gott ausgelegtes Brot. Wurde es ausgetauscht, durften die Priester es essen. ist noch da.Doch das kann ich deinen Leuten nur geben,wenn sie sich von Frauen ferngehalten haben21,5 von Frauen fernhalten: Heiliges Brot zu essen, war den Männern Davids nur in einem Zustand der Reinheit erlaubt. Dazu gehörte der Verzicht auf Geschlechtsverkehr.6Daraufhin sagte David zu dem Priester:»Wir sind mit keinen Frauen in Berührung gekommen,seit wir unterwegs sind –gestern nicht und vorgestern nicht!Auch haben meine Leute dafür gesorgt,dass ihre Ausrüstung heilig21,6 heilig: Auch Kleider, Waffen und Gefäße der Truppe waren mit nichts Unreinem in Berührung gekommen. ist.Wir führen zwar nur einen normalen Auftrag aus,aber auf alle Fälle ist unsere Ausrüstung heilig.«7Da gab ihnen der Priester das heilige Brot.Es war nämlich kein anderes Brot vorhandenaußer den Schaubroten21,7 Schaubrote: Zwölf Brote, die auf einen Tisch im Heiligtum gelegt wurden. An jedem Sabbat wurden sie durch frische Brote ersetzt. im Heiligtum.Es wird immer wieder21,7immer wieder: Jeweils wöchentlich am Sabbat, vgl. 3. Mose/Levitikus 24,8. vom Tisch des Herrn genommen.Und an dem Tag, an dem es abgeräumt wird,wird es durch frisches Brot ersetzt.8An jenem Tag hielt sich dort auch ein Mann auf,der zu den Leuten Sauls21,8 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … gehörte.Er war an diesem Tag ins Heiligtum gekommen,um beim Herrn zu sein.Es war der Edomiter21,8 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden. Mehr … Doeg,der am Hof Sauls eine hohe Stellung einnahm.

9David21,9 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … fragte Ahimelech weiter:»Hast du eine Waffe für mich,vielleicht einen Speer oder ein Schwert?Denn ich habe keine Zeit gehabt,mein Schwert und meine Ausrüstung mitzunehmen.So dringend war der Auftrag des Königs.«10Der Priester21,10 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … sagte darauf:»Hier ist das Schwert des Philisters Goliat21,10 Goliat: Einzelkämpfer im Heer der Philister, der wegen seiner überdurchschnittlichen Körpergröße gefürchtet war. 1. Samuel 17 erzählt von Davids Sieg über Goliat.,den du im Terebinthen-Tal21,10 Terebinthen-Tal: Talebene zwischen Mittelmeerküste und dem Gebirge Juda, etwa 20 km südwestlich von Betlehem. erschlagen hast.Schau, es liegt eingewickelt in einem Manteldort hinter dem Kasten21,10 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen..Wenn du es haben willst, dann nimm es!Denn eine andere Waffe gibt es hier nicht.«David sagte: »Her damit!Ein besseres Schwert gibt es nicht!«

David flieht zum König Achisch nach Gat

11David21,11 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … machte sich sofort auf den Wegund setzte seine Flucht vor Saul21,11 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … fort.Er kam zu Achisch, dem Philisterkönig von Gat21,11 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen..12Da sagten die Leute, die Achisch dienten:»Ist das nicht David, der König des Nachbarlandes?Ja, das ist er doch, von dem man beim Tanz singt21,12 singen: Das Lied wird auch in 1. Samuel 18,7 und 1. Samuel 29,5 überliefert.:Saul hat tausend erschlagen, David aber zehntausend!«13Das Gerede erschien David allerdings sehr bedenklich.Er bekam furchtbare Angst vor Achisch,dem König von Gat.14Da tat er so, als ob er geisteskrank wäre.Ja, er führte sich unter ihnen auf wie ein Verrückter,kritzelte dummes Zeug auf die Flügel des Stadttorsund ließ den Speichel in seinen Bart laufen.15Achisch aber sagte zu seinen Leuten:»Da seht ihr es!Der ist doch vollkommen verrückt!Warum bringt ihr gerade den zu mir?16Hab ich nicht schon genug Verrückte um mich,dass ihr mir auch noch den anschleppen müsst?Warum soll der bei mir verrückt spielen?So einer kommt mir nicht ins Haus!«
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David versteckt sich in Adullam

221David22,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … ging von dort weg nach Adullam22,1 Adullam: Ort am Rand des judäischen Berglands, etwa 16 km nordwestlich von Hebron gelegen.und brachte sich in einer Höhle in Sicherheit.Als seine Brüder und alle Verwandten davon hörten,kamen sie zu ihm.2Auch andere schlossen sich ihm an:Leute, die verfolgt wurden, die Schulden hattenoder die mit ihrem Leben unzufrieden waren.Er wurde ihr Anführer, bei ihm waren etwa 400 Mann.

3Von dort ging er nach Mizpe ins Land Moab22,3 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …und bat den König der Moabiter:»Lass meinen Vater und meine Mutter zu dir ziehen,bis ich weiß, was Gott mit mir vorhat.«4So brachte er sie zum König der Moabiter.Und sie blieben bei ihm die ganze Zeit,in der David sich in der Bergfestung22,4 Bergfestung: Damit ist das Versteck Davids bei Adullam gemeint. aufhielt.

5Danach sagte der Prophet Gad22,5 Prophet Gad: Prophet, der später auch am Königshof Davids in Jerusalem auftritt; vgl. 2. Samuel 24,11. zu David:»Du sollst nicht in der Bergfestung bleiben.Auf, komm wieder in das Land Juda22,5 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr …Da ging David fort und kam nach Jaar-Heret22,5 Jaar-Heret: »Wald von Heret«, vermutlich in der Gegend von Adullam gelegen..

Saul lässt die Priester von Nob töten

6Saul22,6 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … hörte davon,dass man David22,6 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und seine Männer entdeckt hatte.Saul war gerade in Gibea22,6 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem.und saß unter einer Tamariske22,6 Tamariske: Hoher und weit sichtbarer Baum mit vielen blattlosen Ästen. auf der Anhöhe.Er hielt seinen Speer in der Hand,und seine ganze Truppe stand um ihn herum.7Da sagte Saul zu den Soldaten,die um ihn herumstanden:»Hört her, ihr Benjaminiter22,7 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.!Glaubt ihr denn, dass der Sohn Isais22,7 Sohn Isais: Isai ist der Vater Davids.euch allen Ackerland und Weinberge schenkt?Oder wird er euch alle zu Truppenführern machen,die 1000 oder 100 Mann kommandieren?8Habt ihr euch deshalb gegen mich verschworen?Keiner hat mir davon berichtet,dass sich mein Sohn mit dem Sohn Isais verbündet hat.Keinem von euch habe ich leid getan.Keiner hat mich ins Vertrauen gezogen,was mein eigener Sohn tut.Er hat meinen Knecht dazu aufgestachelt,mir aufzulauern, wie es jetzt der Fall ist!«9Da ergriff der Edomiter Doeg das Wort.Der stand neben den Leuten Sauls und sagte:»Ich habe den Sohn Isais gesehen.Er war in Nob bei Ahimelech22,9 in Nob bei Ahimelech: Von Davids Aufenthalt in Nob erzählt 1. Samuel 21,2-10., dem Sohn des Ahitub.10Der hat für ihn den Herrn befragt22,10 den HERRN befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren..Dann hat er ihm noch Verpflegung gegebenund dazu das Schwert des Philisters Goliat22,10 Goliat: Einzelkämpfer im Heer der Philister, der wegen seiner überdurchschnittlichen Körpergröße gefürchtet war. 1. Samuel 17 erzählt von Davids Sieg über Goliat.

11Da ließ der König den Priester22,11 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … Ahimelech rufen,den Sohn des Ahitub.Auch die anderen Priester von Nob22,11 Nob: Ortschaft in der Nähe von Jerusalem, in der sich ein Heiligtum befand. mussten mitkommen,die alle seine Verwandten waren.Zusammen kamen sie also zum König.12Saul22,12 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … sagte: »Hör zu, Sohn des Ahitub!«Er antwortete: »Ja, hier bin ich, mein Herr!«13»Warum habt ihr euch gegen mich verschworen,du und der Sohn Isais22,13 Sohn Isais: Isai ist der Vater Davids.?«, schimpfte Saul.»Du hast ihm Brot gegeben und ein Schwert.Auch hast du Gott für ihn befragt.Ja, dadurch hast du ihn dazu aufgestachelt,mir aufzulauern, wie es jetzt der Fall ist!«14Ahimelech hielt dem König entgegen:»Es gibt keinen unter deinen Leuten,der so zuverlässig ist wie David22,14 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….Er ist der Schwiegersohn des Königs.Er ist der Kommandant deiner Leibwache.Er ist hoch angesehen an deinem Königshof.15War es denn an diesem Tag das erste Mal,dass ich Gott für ihn befragt habe?Ganz bestimmt nicht!Diese Sache darf der König mir nicht vorwerfen,auch nicht allen meinen Verwandten.Denn dein Knecht hatte ja keine Ahnung,von allem hat er nicht das Geringste gewusst.«16Doch der König sagte: »Ahimelech, du musst sterben,du und alle deine Verwandten!«

17Dann befahl der König der Leibwache, die bei ihm stand:»Umstellt die Priester des Herrn und tötet sie!Sie haben gemeinsame Sache mit David gemacht.Sie haben gewusst, dass er auf der Flucht war.Trotzdem haben sie es mir nicht mitgeteilt.«Doch die Leute des Königs weigerten sich,gegen die Priester des Herrn Gewalt anzuwenden.18Daraufhin sagte der König zu Doeg:»Komm du her und schlag die Priester tot!«Da trat der Edomiter Doeg heranund schlug die Priester eigenhändig tot.So ermordete er an diesem Tag 85 Mann,die alle das leinene Priestergewand trugen.19Und das Morden ging weiter in der Stadt Nob,aus der die Priester stammten.Alle Einwohner wurden mit dem Schwert umgebracht:Männer und Frauen, Kinder und Kleinkinder.Auch Rinder, Esel und Schafe wurden abgeschlachtet.

20Nur ein Einziger kam mit dem Leben davon.Es war der Sohn des Ahimelech und Enkel des Ahitub.Er hieß Abjatar und konnte sich zu David22,20 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … retten.21Dieser Abjatar überbrachte David die Nachricht,dass Saul22,21 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … die Priester des Herrn töten ließ.22Da sagte David zu Abjatar:»Ich wusste es schon an dem Tag,als ich den Edomiter22,22 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden. Mehr … Doeg in Nob22,22 Nob: Ortschaft in der Nähe von Jerusalem, in der sich ein Heiligtum befand. bemerkt habe:Er würde Saul meine Anwesenheit verraten.Ja, ich bin schuld am Tod aller deiner Verwandten.23Du aber, bleib jetzt bei mir und hab keine Angst!Denn wer mir ans Leben will, will auch dir ans Leben.Bei mir bist du in Sicherheit.«