BasisBibel (BB)
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141Eines Tages sagte Jonatan, der Sohn Sauls14,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr.,

zu seinem jungen Waffenträger14,1 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten.:»Komm, lass uns zu dem Wachposten der Philister gehen,der auf der anderen Seite des Passes ist!«Seinem Vater aber sagte er nichts davon.2Saul war zu dieser Zeit im Grenzgebiet von Gibea14,2 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem.und saß unter einem Granatapfelbaum beim Dreschplatz.Er hatte dort ungefähr 600 Soldaten bei sich.3Niemand hatte bemerkt, dass Jonatan weggegangen war. –Damals trug Ahija, der Sohn Ahitubs, den Kasten14,3 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen.,mit dessen Hilfe Gottes Wille verkündet wird.Ahija war nämlich ein Bruder des Ikabod.Sein Vater war Pinhas und sein Großvater Eli,der Priester des Herrn in Schilo14,3 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. gewesen war.

4Jonatan musste durch einen Engpass hindurch,um zu dem Wachposten der Philister14,4 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. zu gelangen.Auf jeder Seite ragte eine Felsspitze empor,die eine nannte man Bozez, die andere hieß Senne.5Die eine Felsspitze, die wie eine Säule aussieht,steht im Norden gegenüber von Michmas14,5 Michmas: 20 km nordöstlich von Jerusalem gelegene Ortschaft in der Nähe einer wichtigen Straßenkreuzung..Die andere steht im Süden gegenüber von Geba.6Jonatan sagte zu seinem jungen Waffenträger14,6 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten.:»Komm, lass uns zu dem Platz hinaufsteigen,wo diese Unbeschnittenen14,6 Unbeschnittene: Verächtliche Bezeichnung für die Philister, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. Wache halten.Vielleicht meint es der Herr gut mit uns.Denn für den Herrn ist es nicht schwer,den Sieg durch viele oder wenige Leute zu erringen.«7Sein Waffenträger antwortete ihm:»Tu nur, was du dir gedacht hast!Los! Ich bin dabei, was immer du vorhast!«8Da sagte Jonatan:»Wenn wir jetzt hinübergehen, verhalten wir uns so,dass die Philister uns bemerken müssen.9Entweder rufen sie:›Halt! Stehen bleiben, bis wir bei euch sind!‹Dann bleiben wir stehen und steigen nicht hinauf.10Oder sie sagen: ›Kommt zu uns herauf!‹Dann steigen wir zu ihnen hinauf.Das soll das Zeichen für uns sein,dass der Herr sie in unsere Gewalt gibt.«

11Die beiden legten es also darauf an,dass die Wache der Philister14,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. auf sie aufmerksam wurde.Da machten sich die Philister über sie lustig:»Schaut doch!Da kommen die Hebräer14,11 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten. aus den Löchern,wo sie sich verkrochen haben.«12Die Männer aber, die Wache hielten,riefen Jonatan und seinem Waffenträger14,12 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten. zu:»Kommt zu uns herauf!Dann zeigen wir euch, was Sache ist!«Da sagte Jonatan zu seinem Waffenträger:»Auf, mir nach!Denn der Herr hat sie in die Gewalt Israels gegeben.«13So kletterte Jonatan auf Händen und Füßen hinaufund sein Waffenträger hinter ihm her.Als Jonatan plötzlich erschien,stürzten die Wachleute vor Schreck zu Boden.Und sein Waffenträger, der hinter ihm war, tötete sie.14Das war der erste Schlag.Der kam von Jonatan und seinem Waffenträger.20 Mann hatten sie zur Strecke gebracht.Die fielen auf etwa der halben Länge14,14 halbe Länge: Etwa 50 m. Dadurch wird die Heldentat besonders hervorgehoben. eines Ackers,den man mit einem Gespann Rindern pflügt.15Das ganze Kriegsvolk der Philister packte die Angst,nicht nur im Lager, sondern auch im offenen Gelände.Die Angst ergriff auch das Vernichtungskommando,das bei dem Wachposten stationiert war.Und die Erde begann zu beben.So gewaltig war der Schrecken,der von Gott ausgegangen war.

Saul greift in den Kampf ein

16Saul14,16 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. hatte Späher bei sich in Gibea-Benjamin14,16 Gibea-Benjamin: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem..Die hörten den Lärm und beobachteten das Getümmel.Es ging hin und her im Lager der Philister14,16 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer..17Saul befahl den Soldaten, die bei ihm waren:»Zählt durch und stellt fest,ob jemand von unseren Leuten weggegangen ist!«Sie zählten durch und tatsächlich:Es fehlten Jonatan und sein Waffenträger14,17 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten..18Da wandte sich Saul an Ahija:»Bring den Kasten14,18 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen. Im hebräischen Text wurde der Efod in diesem Vers durch die Lade Gottes ersetzt. her, mit dem man Gott befragt!«Denn Ahija trug damals den Kasten bei den Israeliten.19Während Saul noch mit dem Priester14,19 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. sprach,wurde der Lärm stärker im Lager der Philister.Es ging immer wilder hin und her.Da sagte Saul zu dem Priester: »Lass es bleiben!«20Gleich darauf versammelte sich das Heer.Saul und sämtliche Soldaten, die bei ihm waren,stürmten los in den Kampf.Da war das Gemetzel bereits im Gang:Jeder richtete sein Schwert gegen den Nächsten.Es herrschte ein fürchterliches Durcheinander.21Auch die von den Hebräern14,21 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten. wechselten die Seite,die früher zu den Philistern gehalten hatten.Sie hatten sich an ihren Kriegszügen beteiligt.Doch jetzt kämpften sie auf der Seite Israels,mit Saul und Jonatan.22Und da waren noch die Israeliten,die sich auf dem Gebirge Efraim14,22 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. versteckt hatten.Als sie davon hörten, dass die Philister flohen,griffen auch sie in den Kampf ein und verfolgten sie.23So verhalf der Herr14,23 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Israel an diesem Tag zum Sieg.Bis Bet-Awen hatte sich der Kampf ausgedehnt.

Saul verflucht das Volk

24An diesem Tag, an dem Israels Soldaten kämpften,waren sie in Schwierigkeiten geraten.Deshalb hatte Saul14,24 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. dem Kriegsvolk gedroht:»Verflucht sei jeder, der vor dem Abend etwas isst,bis ich Rache genommen habe an meinen Feinden!«So kam es, dass das ganze Volk nichts zu sich nahm.25Nun gab es in der ganzen Gegend Honigwaben.Und man konnte den Honig auf offenem Feld finden.26Als nun das Kriegsvolk zu den Honigwaben kam,waren diese mit Honig überreich gefüllt.Aber keiner nahm etwas von dem Honig,keiner führte ihn mit der Hand zum Mund.Denn das Volk fürchtete sich vor dem Fluch14,26 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll..

27Jonatan aber hatte nichts davon mitbekommen,dass sein Vater dem Volk mit einem Fluch14,27 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. drohte.Er hatte einen Stock dabei, den er in der Hand hielt.Den nahm er und tauchte die Spitze in die Honigwabe.Dann führte er ihn mit der Hand zum Mund.Da begannen seine Augen wieder zu leuchten.28Einer der Männer sagte daraufhin:»Dein Vater hat doch dem Volk gedroht:Verflucht sei jeder, der heute etwas isst!«Dabei war das Kriegsvolk völlig erschöpft.29Jonatan antwortete:»Damit hat mein Vater dem Land geschadet!Seht doch, wie meine Augen wieder leuchten,obwohl ich nur ein wenig Honig gegessen habe.30Der Sieg wäre viel größer gewesen,wenn das Volk heute richtig gegessen hätte –von dem, was es seinen Feinden abgenommen hat!Doch jetzt ist der Schlag gegen die Philisternicht so groß ausgefallen.«31An diesem Tag hatte man die Philisterim Gebiet von Michmas bis Ajalon14,31 von Michmas bis Ajalon: Auf einer Strecke von etwa 25 km. geschlagen.Das Kriegsvolk aber war völlig erschöpft.

32Am Abend stürzte sich das Volk auf die Beute.Hastig schlachteten sie Schafe, Rinder und Kälberund ließen das Blut14,32 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. Deshalb waren beim Schlachten von Tieren bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. einfach auf den Boden fließen.Dann setzten sie sich auf den Boden,wo das Blut ausgeflossen war,und aßen das Fleisch.33Die Meldung erreichte Saul14,33 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr.:»Die Leute benehmen sich rücksichtslos14,33 rücksichtslos: Dem Volk wird vorgeworfen, dass es das Blut als Träger der Lebenskraft nicht mit Ehrfurcht behandelt hat.gegenüber dem Herrn14,33 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!Sie sitzen auf dem Boden über dem Blut und essen.«Da rief er: »Das ist furchtbar!So dürft ihr euch nicht verhalten!Wälzt sofort einen großen Stein zu mir her!«34Dann befahl Saul:»Mischt euch unter die Leute und sagt ihnen:Jeder soll sein Rind oder Schaf zu mir bringen.Hier auf diesem Stein sollt ihr es schlachten.Danach könnt ihr das Fleisch essen.Benehmt euch auf keinen Fall rücksichtslosgegenüber dem Herrn!Ihr dürft nicht auf dem Boden sitzen und essen,wo das Blut ausgeflossen ist.«Alle Leute im Volk hielten sich daran.Noch in derselben Nacht brachte jeder sein Rind,und man schlachtete es.35Saul baute dort für den Herrn einen Altar14,35 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden..Es war der erste Altar, den er für den Herrn baute.

Jonatan soll sterben und wird gerettet

36Saul14,36 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. sagte:»Lasst uns noch heute Nacht den Philistern14,36 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. nachjagenund sie ausplündern, bis es hell wird.Keiner von ihnen soll verschont werden.«Sie antworteten: »Tu alles so,wie du es für richtig hältst!«Der Priester14,36 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. aber sagte:»Lasst uns zuerst hier vor Gott treten!«37Daraufhin stellte Saul seine Frage an Gott:»Soll ich hinter den Philistern herjagen?Wirst du sie in die Gewalt Israels geben?«Doch er bekam keine Antwort an diesem Tag.

38Saul14,38 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. rief die Anführer des Heeres zu sich und sagte:»Warum haben wir heute keine Antwort bekommen?Forscht nach und findet den Schuldigen heraus!39So gewiss der Herr14,39 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. lebt, der Israel gerettet hat:Der Schuldige muss sterben,auch wenn es mein Sohn Jonatan sein sollte.«Doch kein Einziger aus dem Volk war dazu bereit,eine Aussage zu machen.40Da forderte Saul alle anderen Israeliten auf:»Ihr sollt auf der einen Seite stehen.Ich stehe mit meinem Sohn Jonatan auf der anderen.«Das Volk antwortete Saul:»Tu, was du für richtig hältst!«4114,41 Vers 41-42: Die Übersetzung der Verse 41-42 folgt dem längeren Text der griechischen Überlieferung. Im hebräischen Text sind diese Textstücke ausgefallen. Daraufhin sagte Saul:»Ach Herr, du bist doch der Gott Israels!Warum hast du deinem Knecht heute nicht geantwortet?Liegt die Schuld etwa bei mir und meinem Sohn Jonatan,Herr, du Gott Israels?Dann zeige uns das Los, das Urim14,41 Urim, Tummim: Wenn Priester in einem Rechtsstreit eine Entscheidung Gottes brauchten, verwendeten sie zwei Lose, die »Urim« und »Tummim« genannt wurden. heißt.Wenn sie aber bei deinem Volk Israel liegt,dann zeige uns das Los, das Tummim14,41 Tummim: Wenn Priester in einem Rechtsstreit eine Entscheidung Gottes brauchten, verwendeten sie zwei Lose, die »Urim« und »Tummim« genannt wurden. heißt.«Tatsächlich deutete das Los auf Jonatan und Saul,das Volk aber wurde freigesprochen.42Saul verlangte:»Lasst jetzt das Los entscheidenzwischen mir und meinem Sohn Jonatan.Wen der Herr bestimmt, der muss sterben.«Doch das Volk entgegnete Saul: »Das ist nicht richtig!«Saul aber setzte sich gegen das Volk durch.Sie ließen also das Los entscheidenzwischen ihm und seinem Sohn Jonatan.Und es traf Jonatan.

43Saul14,43 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. stellte Jonatan zur Rede:»Was hast du nur getan? Sag es mir!«Jonatan gab zu: »Ich hatte einen Stock in der Hand.Mit seiner Spitze habe ich ein wenig Honig gekostet.Ja, ich bin bereit zu sterben.«44Da sagte Saul: »Gott soll mir antun, was immer er will!Jonatan, du musst sterben!«45Doch das Volk hielt Saul entgegen:»Soll Jonatan wirklich sterben?Er war es doch,der Israel zu diesem großen Sieg verholfen hat!So gewiss der Herr lebt!Es soll ihm kein Haar gekrümmt werden.Was er an diesem Tag vollbracht hat,konnte ihm nur mit Gottes Hilfe gelingen!«So rettete das Volk Jonatan vor dem Tod.46Danach gab Saul die Verfolgung der Philister14,46 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. auf,und die Philister kehrten in ihr Gebiet zurück.

Angaben zu Sauls Kriegen und zu seiner Familie

47Nachdem Saul14,47 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. das Königtum über Israel erlangt hatte,führte er Kriege gegen alle seine benachbarten Feinde:gegen die Moabiter14,47 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland., Ammoniter14,47 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. und Edomiter14,47 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden.,gegen die Könige von Zoba14,47 Zoba: Königreich der Aramäer im Libanongebirge. und die Philister14,47 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer..Bei allen seinen Kriegszügen blieb er siegreich14,47 blieb er siegreich: So nach der griechischen Überlieferung. Im hebräischen Text steht dagegen »machte er sich schuldig«. Sauls Kriegserfolge werden damit in ein schlechtes Licht gerückt..48Er tat sich im Kampf hervor, besiegte die Amalekiter14,48 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt.und bewahrte Israel davor, ausgeplündert zu werden.

49Sauls14,49 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Söhne waren:Jonatan, Jischwi und Malkischua.Er hatte auch zwei Töchter:die ältere hieß Merab, die jüngere Michal.50Sauls Frau hieß Ahinoam,sie war eine Tochter des Ahimaaz.Zum Heerführer machte er Abner,den Sohn seines Onkels Ner.51Kisch, der Vater Sauls, und Ner, der Vater Abners,waren nämlich die Söhne von Abiel.

52Der Krieg gegen die Philister14,52 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. war hartund ging immer weiter, so lange Saul14,52 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. lebte.Deshalb brauchte Saul jeden mutigen und starken Mann.Sah er einen, zog er ihn zum Kriegsdienst ein.
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Saul kämpft gegen die Amalekiter

151Samuel15,1 Samuel: Prophet und Richter um 1000 v. Chr., in der Übergangszeit zum Königtum. sprach zu Saul15,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr.:»Ich war es, den der Herr15,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. geschickt hat,um dich zum König über sein Volk Israel zu salben15,1 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..Und jetzt gehorche den Befehlen des Herrn!2So spricht der Herr der himmlischen Heere15,2 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.:Ich habe genau beobachtet,was die Amalekiter15,2 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt. den Israeliten angetan haben.Sie haben ihnen den Weg versperrt15,2 den Weg versperrt: Von der Begegnung der Israeliten mit den Amalekitern bei der Flucht aus Ägypten erzählt 2. Mose/Exodus 17,8-16.,als sie aus Ägypten gezogen sind.3Jetzt zieh in den Krieg und besiege die Amalekiter.Alles, was sie haben, sollst du dem Untergang weihen15,3 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..Verschone sie nicht, töte sie alle:Männer und Frauen, Kinder und Kleinkinder,Rinder, Schafe, Kamele und Esel4Saul zog also das Volk zum Kriegsdienst einund musterte das Heer bei der Ortschaft Telem:200.000 Fußsoldaten und 10.000 Mann aus Juda.5Dann rückte Saul bis zur Hauptstadt der Amalekiter vorund legte einen Hinterhalt im Bachtal.6Den Kenitern15,6 Keniter: Eine Nomadengruppe, die sich dem Stamm Juda angeschlossen hatte und im Süden des judäischen Berglands lebte. aber schickte Saul die Botschaft:»Auf! Geht fort!Verlasst das Gebiet der Amalekiter,damit ich euch nicht zusammen mit ihnen vernichte!Denn ihr habt zu den Israeliten gehalten,als sie aus Ägypten gezogen sind.«Da verließen die Keniter das Gebiet der Amalekiter.

7Saul besiegte die Amalekiter von Hawila bis Schur15,7 von Hawila und Schur: Gebiet im Westen der arabischen Halbinsel, heute ein Teil von Saudi-Arabien.,das an der Grenze zu Ägypten liegt.8Agag, den König der Amalekiter, nahm er gefangen,ließ ihn aber am Leben.Alle anderen aus dem Volk weihte er dem Untergang15,8 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.und ließ sie mit dem Schwert hinrichten.9Saul und das Volk verschonten also Agagund auch die besten Schafe und Rinder,nämlich die fetten Tiere und die Lämmer.Was ihnen an der Beute wertvoll erschien,wollten sie keineswegs dem Untergang weihen.Nur das schwache und nutzlose Vieh vernichteten sie.

Samuel zieht Saul zur Rechenschaft

10Das Wort des Herrn15,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. kam zu Samuel:11»Ich bereue, dass ich Saul15,11 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. zum König gemacht habe.Denn er hat sich von mir abgewendetund meine Befehle nicht ausgeführt.«Samuel regte sich sehr darüber aufund schrie die ganze Nacht zum Herrn.12Am anderen Morgen stand Samuel früh aufund machte sich auf den Weg zu Saul.Man hatte Samuel zuvor mitgeteilt:»Saul ist zur Stadt Karmel15,12 Karmel: Ortschaft in Juda. Sie liegt 40 km südlich von Jerusalem. gekommenund hat dort ein Zeichen15,12 Zeichen: Ein besonderer Stein, der entweder an Saul erinnern soll oder an Gott, den Saul um diesen Sieg gebeten hat. seines Sieges aufgestellt.Dann ist er weitergezogenund hat den Weg nach Gilgal15,12 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. genommen.«

13Als Samuel bei Saul15,13 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. eintraf, begrüßte ihn Saul:»Sei gesegnet15,13 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. vom Herrn!Ich habe den Befehl des Herrn ausgeführt.«14Doch Samuel erwiderte:»Und was ist das für ein Lärm?Höre ich nicht Schafe blöken und Rinder brüllen?«15Saul antwortete:»Man hat das Vieh aus Amalek mitgebracht.Das Volk hat die besten Schafe und Rinder verschont,um sie dem Herrn, deinem Gott, als Opfer15,15 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darzubringen.Alles Übrige haben wir dem Untergang geweiht15,15 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.16Da fiel ihm Samuel ins Wort: »Schluss damit!Ich werde dir mitteilen,was mir der Herr letzte Nacht gesagt hat.«Man forderte ihn auf: »Rede!«17Und Samuel sprach weiter:»Du bist doch der Anführer der Stämme Israels15,17 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen.,obwohl du dich für unbedeutend gehalten hast.Der Herr hat dich zum König über Israel gesalbt15,17 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..18Der Herr hat dich losgeschickt und dir befohlen:Geh und weihe diese Übeltäter dem Untergang!Kämpf gegen die Amalekiter15,18 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt.,bis du sie ganz und gar vernichtet hast!19Warum hast du dem Herrn nicht gehorcht?Warum hast du dich auf die Beute gestürzt?Du hast getan, was der Herr verurteilt!«20Saul entgegnete Samuel:»Nein! Ich habe dem Herrn gehorcht!Ich habe mich auf den Weg gemacht,auf den mich der Herr geschickt hat.Ich habe den Amalekiterkönig Agag hergebracht.Und die Amalekiter habe ich dem Untergang geweiht.21Das Volk nahm Schafe und Rinder von der Beute –die besten Stücke, die dem Untergang geweiht waren.Die hat es für den Herrn, deinen Gott, ausgewählt,um sie ihm hier in Gilgal15,21 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. als Opfer darzubringen.«22Doch Samuel sagte: »Meinst du,Schlacht-15,22 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. und Brandopfer15,22 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. gefallen dem Herrn ebenso gutwie das Hören auf seine Stimme?Nein! Hören ist besser als Schlachtopfer.Achtgeben ist besser als das Fett15,22 Fett: Fett galt in der Antike als kostbarer Teil eines Tieres und wurde Gott daher als Opfer dargebracht. von Widdern.23Denn Ungehorsam ist eine Sünde15,23 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. wie die Zauberei15,23 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen..Eigenmächtigkeit ist so schlimm wie Götzendienst15,23 Götzendienst: Wörtlich »Frevel mit Terafim«, das sind aus Holz oder Ton hergestellte kleine Statuen verstorbener Vorfahren, die als Götter verehrt wurden..Weil du das Wort des Herrn verworfen hast,hat er nun dich verworfen:Du sollst nicht mehr König sein!«

24Daraufhin sagte Saul15,24 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. zu Samuel:»Ja, ich habe mich falsch verhalten!Ich habe mich über den Befehl des Herrn hinweggesetztund deine Anweisungen nicht befolgt.Ich habe mich nämlich vor dem Volk gefürchtetund ihm seinen Willen gelassen.25Doch jetzt bitte ich dich:Nimm die Schuld von mir wegund kehre mit mir zurück!Dann will ich vor dem Herrn auf die Knie fallen.«26Samuel aber antwortete ihm:»Nein! Ich kehre nicht mit dir zurück!Denn du hast das Wort des Herrn verworfen.Darum hat der Herr dich verworfen:Du wirst nicht länger König über Israel sein!«

Samuel und Saul kehren zurück

27Als sich Samuel umdrehte und gehen wollte,packte ihn Saul15,27 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. am Zipfel seines Mantels.Doch der riss ab.28Da sagte Samuel zu ihm:»Genauso geht es mit dem Königtum Israels.Der Herr15,28 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. reißt es heute von dirund gibt es einem anderen, der besser ist als du.29Der Gott, den man den Stolz Israels15,29 Stolz Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels. nennt,hält sein Wort und bereut es nicht.Denn er ist ja kein Mensch, dass er etwas bereuen muss.«30Saul antwortete:»Ja, ich habe mich falsch verhalten!Doch jetzt gib mir die Ehre15,30 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. und zeige dich mit mirvor den Ältesten15,30 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. meines Volkes und vor Israel.Kehre mit mir zurück!Dann will ich vor dem Herrn, deinem Gott,auf die Knie fallen.«31So kam es, dass Samuel mit Saul zurückkehrte.Und Saul fiel vor dem Herrn auf die Knie.

Was geschieht mit dem Amalekiterkönig?

32Samuel befahl:»Schafft mir den Amalekiterkönig Agag herbei!«Erleichtert15,32 erleichtert: Agag meinte, dass er zu seiner Begnadigung vorgeführt wird. erschien Agag vor ihm und rief:»Endlich! Ich dachte schon an ein bitteres Ende!«33Samuel aber sagte nur:»Dein Schwert hat viele Mütter kinderlos gemacht,nun sei auch deine Mutter um ihre Kinder gebracht.«Daraufhin hieb Samuel den Agag in Stücke.Er tat es in Gilgal vor dem Herrn15,33 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..34Dann ging Samuel nach Rama15,34 Rama: Wohnort Samuels, 60 km nordöstlich von Jerusalem gelegen.,während Saul in seine Stadt Gibea15,34 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem. heimkehrte.35Und bis zu dem Tag, als Samuel starb,sah er Saul15,35 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. nicht wieder.Samuel war sehr traurig wegen Saul.Denn der Herr hatte es bereut,dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte.
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David im Dienst von König Saul

1. Samuel 16,1–21,1

Der Beginn der David-Erzählungen

1. Samuel 16,1-23

Samuel salbt David zum König

161Der Herr16,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach zu Samuel:»Wie lange willst du noch traurig sein wegen Saul16,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr.?Ich habe ihn doch verworfen.Er soll nicht mehr König sein über Israel.Jetzt füll dein Horn mit Öl16,1 Horn mit Öl: Das abgeschnittene Horn eines Widders oder Rindes wurde als Gefäß verwendet. Man konnte es mit Salböl füllen und mitnehmen. und geh!Ich schicke dich zu Isai nach Betlehem16,1 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem..Unter seinen Söhnen habe ich einen gesehen,den ich als König haben will.«2Samuel sagte: »Ich kann das nicht tun!Wenn Saul davon hört, bringt er mich um!«Der Herr aber antwortete:»Nimm eine junge Kuh mit dir auf den Weg!Und sag einfach, dass du gekommen bist,um dem Herrn ein Schlachtopfer16,2 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. darzubringen.3Zu dieser Opferfeier sollst du Isai einladen.Dann lass ich dich wissen, was du tun sollst.Du sollst mir den zum König salben16,3 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen.,den ich dir nennen werde.«4Samuel tat, was der Herr ihm aufgetragen hatte.Als er in Betlehem eintraf,kamen ihm die Ältesten16,4 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. der Stadt aufgeregt entgegen.Sie fragten: »Bedeutet dein Kommen etwas Gutes?«5Er antwortete: »Ja, etwas Gutes!Ich will dem Herrn ein Schlachtopfer darbringen.Bereitet euch vor, heilig vor Gott zu treten!Dann kommt und feiert mit mir!«Samuel lud auch Isai und seine Söhne zum Opfer einund sorgte dafür, dass sie heilig vor Gott traten.

6Als sie kamen, sah Samuel den Eliab16,6 Eliab: Der Erstgeborene von insgesamt acht Söhnen Isais, vgl. 1. Samuel 17,12. und dachte:»Ja, das ist er!Vor dem Herrn steht sein Gesalbter16,6 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter.7Doch der Herr sagte zu Samuel:»Sieh nicht auf sein Aussehen und seine große Gestalt!Ich habe ihn nicht in Betracht gezogen.Denn bei mir zählt nicht, was ein Mensch sieht.Der Mensch sieht nur auf das Äußere,der Herr aber sieht auf das Herz.«8Nun rief Isai den Abinadab16,8 Abinadab: Zweitältester Sohn von Isai.und ließ ihn an Samuel vorbeigehen.Doch der schüttelte den Kopf:»Auch den hat der Herr nicht erwählt.«9Dann ließ Isai den Schima16,9 Schima: Drittältester Sohn von Isai. vorbeigehen.Wieder schüttelte er den Kopf:»Auch den hat der Herr nicht erwählt.«10So ließ Isai sieben seiner Söhne an Samuel vorbeigehen.Aber Samuel schüttelte jedes Mal den Kopf:»Keinen von ihnen hat der Herr erwählt.«11Daraufhin fragte Samuel bei Isai nach:»Sind das jetzt alle deine Söhne?«Er antwortete: »Es fehlt noch der jüngste,der hütet gerade die Schafe.«»Schick einen, der ihn holt!«, sagte Samuel zu Isai.»Wir wollen uns nicht vorher um den Tisch setzen,bis er hierhergekommen ist.«12Also lief einer hin und brachte ihn her.Er hatte helle Haut16,12 helle Haut: Wörtlich »er war rötlich«. Die Hautfarbe seines Gesichts wirkte nicht dunkel und verbrannt, sondern rosa und hell. Das galt als schön., schöne Augen und sah gut aus.Der Herr sprach: »Das ist er!Auf, salbe ihn zum König16,12 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen.13Samuel nahm das Horn mit dem Öl16,13 Horn mit Öl: Das abgeschnittene Horn eines Widders oder Rindes wurde als Gefäß verwendet. Man konnte es mit Salböl befüllen, das für bestimmte religiöse Handlungen verwendet wurde.und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern.Da kam der Geist des Herrn16,13 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. zu David16,13 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,an diesem Tag und auch in Zukunft.Danach machte sich Samuel auf den Wegund ging heim nach Rama.

Ein Harfenspieler wird gesucht

14Der Geist des Herrn16,14 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hatte Saul16,14 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. verlassen.Von Zeit zu Zeit quälte ihn aber ein böser Geist,der seine Stimmung verfinsterte.Auch der kam vom Herrn16,14 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..15Da sprachen Sauls Leute zu ihm:»Du weißt, dass es ein böser Geist ist,durch den Gott deine Stimmung verfinstert.16Unser Herr braucht nur etwas zu sagen,deine Knechte16,16 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. stehen bereit.Wenn du es willst, suchen wir einen Mann,der auf der Harfe16,16 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. spielen kann.Wenn dann der böse Geist Gottes über dich kommt,gleitet seine Hand über die Saiten.Und gleich wird es dir besser gehen.«17Saul antwortete seinen Leuten: »Also gut!Seht euch um nach einem Harfenspielerund bringt ihn zu mir!«18Da meldete sich einer von den jungen Leutenund sagte: »Ich weiß von einem!Es ist der Sohn Isais16,18 Isai: Vater von König David. aus Betlehem16,18 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem..Der kann Harfe spielen.Er ist mutig und ein guter Soldat.Klug ist er auch und sieht gut aus.Ja, der Herr ist mit ihm!«19Saul ließ Isai durch Boten ausrichten:»Schick deinen Sohn David16,19 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. zu mir –den, der die Schafe hütet!«20Daraufhin nahm Isai einige Laibe Brot,einen Krug Wein und ein Ziegenböckchen.Damit schickte er seinen Sohn David zu Saul.21So kam David zu Saul und trat in seinen Dienst.Saul liebte ihn und machte ihn zu seinem Waffenträger16,21 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten..22Darum ließ er Isai die Botschaft überbringen:»Lass doch David in meinem Dienst bleiben.Denn mir gefällt, wie er seine Aufgaben erfüllt.«23Sooft aber der böse Geist Gottes über Saul kam,nahm David die Harfe zur Hand und spielte.Da konnte Saul befreit aufatmen und es ging ihm besser.Denn der böse Geist hatte ihn verlassen.