BasisBibel (BB)
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Sauls Kriege

1. Samuel 13,1–15,35

Saul tritt seine Herrschaft an

131Saul13,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … war ... Jahre13,1 ... Jahre: Die Altersangabe wurde nicht überliefert. alt, als er König wurde,und regierte zwei Jahre13,1 zwei Jahre: Die Zahl »zwei« im hebräischen Text wurde wahrscheinlich später eingetragen, nach Apostelgeschichte 13,21 regierte Saul 40 Jahre. über Israel.2Saul wählte sich 3000 Mann aus Israel aus.Davon waren 2000 Mann bei Saul stationiert,in Michmas und im Bergland von Bet-El13,2 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«..1000 Mann waren bei Jonatan in Gibea-Benjamin.Den Rest des Volkes schickte er heim,jeden zu seinem Zelt13,2 jeder zu seinem Zelt: Mit dieser Redewendung wird die Auflösung eines Heeres und die Rückkehr der Soldaten nach Hause zum Ausdruck gebracht..

3Jonatan erschlug den Kommandanten der Philister13,3 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr …,der in Gibea13,3 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem. stationiert war.Und das sprach sich bei den Philistern herum.Da ließ Saul13,3 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … das Widderhorn13,3 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … blasenund im ganzen Land die Nachricht verbreiten:»Die Hebräer13,3 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten. sollen es hören!«4Ganz Israel hörte also die Nachricht:»Saul hat den Kommandanten der Philister erschlagen.Er hat die Philister gegen sich aufgebracht.Ihr Hass richtet sich jetzt auch gegen Israel.«So wurde das Kriegsvolk in Gilgal13,4 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. zusammengerufenund stellte sich geschlossen hinter Saul.5Inzwischen hatten sich die Philister gerüstet,um gegen Israel in den Krieg zu ziehen:3000 Streitwagen13,5 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … und 6000 Reiter, dazu Fußsoldaten,so zahlreich wie der Sand am Meer.Sie rückten vor und bezogen ihr Lager bei Michmas13,5 Michmas: 20 km nordöstlich von Jerusalem gelegene Ortschaft. Das Heerlager der Philister befand sich damit in der Nähe einer wichtigen Straßenkreuzung, die es kontrollierte.,östlich von Bet-Awen.6Die Israeliten merkten,dass es eng wurde und das Volk in Bedrängnis kam.Da versteckte sich das Volk in Höhlen und Löchern,in Felsspalten, Gruben und Zisternen13,6 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr ….7Einige Hebräer überschritten sogar den Jordan13,7 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr …,um sich in das Gebiet von Gad13,7 Gad: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, im heutigen Jordanien. und Gilead13,7 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. zu retten.

Saul wird sein Königtum verlieren

Saul13,7 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … war noch immer in Gilgal13,7 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20..Das ganze Kriegsvolk hatte solche Angst,dass es drauf und dran war, ihm davonzulaufen.8Saul wartete sieben Tage bis zu dem Zeitpunkt13,8 Zeitpunkt: Nach 1. Samuel 10,8 sollte Saul in Gilgal auf Samuel warten. Samuel wollte die Opfer selbst darbringen.,den Samuel bestimmt hatte.Samuel aber kam nicht nach Gilgal.Da begann das Kriegsvolk, Saul davonzulaufen.9Daraufhin sagte er:»Bringt mir die Tierefür das Brandopfer13,9 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … und das Schlachtopfer13,9 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr …Dann brachte er selbst das Brandopfer dar.10Kaum war er damit fertig geworden, kam Samuel.Saul ging ihm entgegen, um ihn zu begrüßen.11Samuel aber fragte schroff: »Was hast du getan?«Saul antwortete: »Das Kriegsvolk war drauf und dran,mir davonzulaufen.Du aber bist nicht zur vereinbarten Zeit gekommen!So konnten sich die Philister13,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … zum Krieg rüsten.Bei Michmas stehen sie bereit.12Da dachte ich:Jetzt werden die Philister nach Gilgal vorrückenund mich angreifen.›Ich aber habe noch nichts unternommen,um den Herrn gnädig zu stimmen.‹Da fasste ich mir ein Herzund brachte selbst das Brandopfer dar.«13Samuel sagte zu Saul:»Du hast falsch gehandelt!Du hättest das Gebot befolgen sollen,das dir der Herr, dein Gott, gegeben hat.Dann hätte der Herr dafür gesorgt,dass dein Königtum über Israel für immer besteht.14Doch jetzt wird dein Königtum keinen Bestand haben.Der Herr hat sich einen anderen ausgesucht,der seinem Herzen entspricht.Zum königlichen Hirten13,14 königlicher Hirte: Ehrentitel für Könige im Alten Orient, der anzeigt, dass sie für den Schutz ihres Volkes zuständig sind. seines Volkeshat ihn der Herr bestimmt.Denn du hast nicht befolgt,was der Herr dir befohlen hat.«15Daraufhin verließ Samuel Gilgal und ging seiner Wege13,15 ging seiner Wege: So die griechische Überlieferung. Die folgenden Worte bis zur nächsten Nennung von »Gilgal« fehlen im hebräischen Text..

Die Philister rücken vor gegen Saul

Wer vom Kriegsvolk bei Saul13,15 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … geblieben war,zog mit ihm dem feindlichen Heer entgegen.Als sie von Gilgal13,15 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. nach Gibea-Benjamin kamen,musterte Saul das Kriegsvolk, das noch bei ihm war:ungefähr 600 Mann.16Saul, sein Sohn Jonatan und das übrige Kriegsvolkhielten sich im benjaminitischen Geba bereit.Die Philister13,16 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … aber hatten ihr Lager in Michmas13,16 Michmas: 20 km nordöstlich von Jerusalem gelegene Ortschaft. Das Heerlager der Philister befand sich damit in der Nähe einer wichtigen Straßenkreuzung, die es kontrollierte. bezogen.17Dann war es so weit:In drei Abteilungen rückte das Vernichtungskommandoaus dem Lager der Philister aus.Die eine Abteilung marschierte nach Ofrain das Gebiet um Schual.18Die andere Abteilung zog in Richtung Bet-Horon.Die dritte Abteilung rückte auf dem Höhenweg vor,von dem man das Tal Zeboim bis zur Wüste hin überschaut.

19Damals gab es keinen Schmied mehr in ganz Israel.Denn die Philister13,19 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … wollten verhindern,dass die Hebräer13,19 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten. sich Schwerter oder Speere13,19 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. machten.20Darum musste ganz Israel zu den Philistern gehen,wenn einer seine Pflugschar, Hacke, Axt oder Sichel13,20 Sichel: Eine Art gekrümmtes Messer, mit dem bei der Getreideernte die Getreidehalme abgeschnitten wurden. Mehr …schärfen lassen wollte.21Der Preis für Pflugscharen und Hacken betrugzwei Drittel eines Silber-Schekels13,21 zwei Drittel eines Silber-Schekels: Wörtlich »Pim«. Ein Pim ist eine Münze im Wert von etwa 8 g Silber..Ein Drittel kostete das Schärfen der Äxteund das Aufsetzen eines Ochsenstachels13,21 Ochsenstachel: Ein mit einer Eisenspitze besetzter Stab, mit dem man die Zugtiere beim Pflügen lenkt..22In Kriegszeiten gab es also weder Schwert noch Speerbeim ganzen Kriegsvolk, das zu Saul13,22 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … und Jonatan gehörte.Nur Saul und sein Sohn Jonatan hatten Waffen.

Jonatan gelingt ein Handstreich gegen die Philister

23Ein Wachposten der Philister13,23 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr …hatte beim Pass von Michmas13,23 Michmas: 20 km nordöstlich von Jerusalem gelegene Ortschaft. Das Heerlager der Philister befand sich damit in der Nähe einer wichtigen Straßenkreuzung, die es kontrollierte. Stellung bezogen.
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141Eines Tages sagte Jonatan, der Sohn Sauls14,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr …,

zu seinem jungen Waffenträger14,1 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten.:»Komm, lass uns zu dem Wachposten der Philister gehen,der auf der anderen Seite des Passes ist!«Seinem Vater aber sagte er nichts davon.2Saul war zu dieser Zeit im Grenzgebiet von Gibea14,2 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem.und saß unter einem Granatapfelbaum beim Dreschplatz.Er hatte dort ungefähr 600 Soldaten bei sich.3Niemand hatte bemerkt, dass Jonatan weggegangen war. –Damals trug Ahija, der Sohn Ahitubs, den Kasten14,3 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen.,mit dessen Hilfe Gottes Wille verkündet wird.Ahija war nämlich ein Bruder des Ikabod.Sein Vater war Pinhas und sein Großvater Eli,der Priester des Herrn in Schilo14,3 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … gewesen war.

4Jonatan musste durch einen Engpass hindurch,um zu dem Wachposten der Philister14,4 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … zu gelangen.Auf jeder Seite ragte eine Felsspitze empor,die eine nannte man Bozez, die andere hieß Senne.5Die eine Felsspitze, die wie eine Säule aussieht,steht im Norden gegenüber von Michmas14,5 Michmas: 20 km nordöstlich von Jerusalem gelegene Ortschaft in der Nähe einer wichtigen Straßenkreuzung..Die andere steht im Süden gegenüber von Geba.6Jonatan sagte zu seinem jungen Waffenträger14,6 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten.:»Komm, lass uns zu dem Platz hinaufsteigen,wo diese Unbeschnittenen14,6 Unbeschnittene: Verächtliche Bezeichnung für die Philister, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. Wache halten.Vielleicht meint es der Herr gut mit uns.Denn für den Herrn ist es nicht schwer,den Sieg durch viele oder wenige Leute zu erringen.«7Sein Waffenträger antwortete ihm:»Tu nur, was du dir gedacht hast!Los! Ich bin dabei, was immer du vorhast!«8Da sagte Jonatan:»Wenn wir jetzt hinübergehen, verhalten wir uns so,dass die Philister uns bemerken müssen.9Entweder rufen sie:›Halt! Stehen bleiben, bis wir bei euch sind!‹Dann bleiben wir stehen und steigen nicht hinauf.10Oder sie sagen: ›Kommt zu uns herauf!‹Dann steigen wir zu ihnen hinauf.Das soll das Zeichen für uns sein,dass der Herr sie in unsere Gewalt gibt.«

11Die beiden legten es also darauf an,dass die Wache der Philister14,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … auf sie aufmerksam wurde.Da machten sich die Philister über sie lustig:»Schaut doch!Da kommen die Hebräer14,11 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten. aus den Löchern,wo sie sich verkrochen haben.«12Die Männer aber, die Wache hielten,riefen Jonatan und seinem Waffenträger14,12 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten. zu:»Kommt zu uns herauf!Dann zeigen wir euch, was Sache ist!«Da sagte Jonatan zu seinem Waffenträger:»Auf, mir nach!Denn der Herr hat sie in die Gewalt Israels gegeben.«13So kletterte Jonatan auf Händen und Füßen hinaufund sein Waffenträger hinter ihm her.Als Jonatan plötzlich erschien,stürzten die Wachleute vor Schreck zu Boden.Und sein Waffenträger, der hinter ihm war, tötete sie.14Das war der erste Schlag.Der kam von Jonatan und seinem Waffenträger.20 Mann hatten sie zur Strecke gebracht.Die fielen auf etwa der halben Länge14,14 halbe Länge: Etwa 50 m. Dadurch wird die Heldentat besonders hervorgehoben. eines Ackers,den man mit einem Gespann Rindern pflügt.15Das ganze Kriegsvolk der Philister packte die Angst,nicht nur im Lager, sondern auch im offenen Gelände.Die Angst ergriff auch das Vernichtungskommando,das bei dem Wachposten stationiert war.Und die Erde begann zu beben.So gewaltig war der Schrecken,der von Gott ausgegangen war.

Saul greift in den Kampf ein

16Saul14,16 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … hatte Späher bei sich in Gibea-Benjamin14,16 Gibea-Benjamin: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem..Die hörten den Lärm und beobachteten das Getümmel.Es ging hin und her im Lager der Philister14,16 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr ….17Saul befahl den Soldaten, die bei ihm waren:»Zählt durch und stellt fest,ob jemand von unseren Leuten weggegangen ist!«Sie zählten durch und tatsächlich:Es fehlten Jonatan und sein Waffenträger14,17 Waffenträger: Trägt zusätzliche Ausrüstung für einen Kämpfer und gehört zu seinen Vertrauten..18Da wandte sich Saul an Ahija:»Bring den Kasten14,18 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen. Im hebräischen Text wurde der Efod in diesem Vers durch die Lade Gottes ersetzt. her, mit dem man Gott befragt!«Denn Ahija trug damals den Kasten bei den Israeliten.19Während Saul noch mit dem Priester14,19 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … sprach,wurde der Lärm stärker im Lager der Philister.Es ging immer wilder hin und her.Da sagte Saul zu dem Priester: »Lass es bleiben!«20Gleich darauf versammelte sich das Heer.Saul und sämtliche Soldaten, die bei ihm waren,stürmten los in den Kampf.Da war das Gemetzel bereits im Gang:Jeder richtete sein Schwert gegen den Nächsten.Es herrschte ein fürchterliches Durcheinander.21Auch die von den Hebräern14,21 Hebräer: Andere Bezeichnung für die Israeliten. wechselten die Seite,die früher zu den Philistern gehalten hatten.Sie hatten sich an ihren Kriegszügen beteiligt.Doch jetzt kämpften sie auf der Seite Israels,mit Saul und Jonatan.22Und da waren noch die Israeliten,die sich auf dem Gebirge Efraim14,22 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. versteckt hatten.Als sie davon hörten, dass die Philister flohen,griffen auch sie in den Kampf ein und verfolgten sie.23So verhalf der Herr Israel an diesem Tag zum Sieg.Bis Bet-Awen hatte sich der Kampf ausgedehnt.

Saul verflucht das Volk

24An diesem Tag, an dem Israels Soldaten kämpften,waren sie in Schwierigkeiten geraten.Deshalb hatte Saul14,24 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … dem Kriegsvolk gedroht:»Verflucht sei jeder, der vor dem Abend etwas isst,bis ich Rache genommen habe an meinen Feinden!«So kam es, dass das ganze Volk nichts zu sich nahm.25Nun gab es in der ganzen Gegend Honigwaben.Und man konnte den Honig auf offenem Feld finden.26Als nun das Kriegsvolk zu den Honigwaben kam,waren diese mit Honig überreich gefüllt.Aber keiner nahm etwas von dem Honig,keiner führte ihn mit der Hand zum Mund.Denn das Volk fürchtete sich vor dem Fluch14,26 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr ….

27Jonatan aber hatte nichts davon mitbekommen,dass sein Vater dem Volk mit einem Fluch14,27 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … drohte.Er hatte einen Stock dabei, den er in der Hand hielt.Den nahm er und tauchte die Spitze in die Honigwabe.Dann führte er ihn mit der Hand zum Mund.Da begannen seine Augen wieder zu leuchten.28Einer der Männer sagte daraufhin:»Dein Vater hat doch dem Volk gedroht:Verflucht sei jeder, der heute etwas isst!«Dabei war das Kriegsvolk völlig erschöpft.29Jonatan antwortete:»Damit hat mein Vater dem Land geschadet!Seht doch, wie meine Augen wieder leuchten,obwohl ich nur ein wenig Honig gegessen habe.30Der Sieg wäre viel größer gewesen,wenn das Volk heute richtig gegessen hätte –von dem, was es seinen Feinden abgenommen hat!Doch jetzt ist der Schlag gegen die Philisternicht so groß ausgefallen.«31An diesem Tag hatte man die Philisterim Gebiet von Michmas bis Ajalon14,31 von Michmas bis Ajalon: Auf einer Strecke von etwa 25 km. geschlagen.Das Kriegsvolk aber war völlig erschöpft.

32Am Abend stürzte sich das Volk auf die Beute.Hastig schlachteten sie Schafe, Rinder und Kälberund ließen das Blut14,32 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. Deshalb waren beim Schlachten von Tieren bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. einfach auf den Boden fließen.Dann setzten sie sich auf den Boden,wo das Blut ausgeflossen war,und aßen das Fleisch.33Die Meldung erreichte Saul14,33 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr …:»Die Leute benehmen sich rücksichtslos14,33 rücksichtslos: Dem Volk wird vorgeworfen, dass es das Blut als Träger der Lebenskraft nicht mit Ehrfurcht behandelt hat.gegenüber dem Herrn!Sie sitzen auf dem Boden über dem Blut und essen.«Da rief er: »Das ist furchtbar!So dürft ihr euch nicht verhalten!Wälzt sofort einen großen Stein zu mir her!«34Dann befahl Saul:»Mischt euch unter die Leute und sagt ihnen:Jeder soll sein Rind oder Schaf zu mir bringen.Hier auf diesem Stein sollt ihr es schlachten.Danach könnt ihr das Fleisch essen.Benehmt euch auf keinen Fall rücksichtslosgegenüber dem Herrn!Ihr dürft nicht auf dem Boden sitzen und essen,wo das Blut ausgeflossen ist.«Alle Leute im Volk hielten sich daran.Noch in derselben Nacht brachte jeder sein Rind,und man schlachtete es.35Saul baute dort für den Herrn einen Altar14,35 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr ….Es war der erste Altar, den er für den Herrn baute.

Jonatan soll sterben und wird gerettet

36Saul14,36 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … sagte:»Lasst uns noch heute Nacht den Philistern14,36 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … nachjagenund sie ausplündern, bis es hell wird.Keiner von ihnen soll verschont werden.«Sie antworteten: »Tu alles so,wie du es für richtig hältst!«Der Priester14,36 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … aber sagte:»Lasst uns zuerst hier vor Gott treten!«37Daraufhin stellte Saul seine Frage an Gott:»Soll ich hinter den Philistern herjagen?Wirst du sie in die Gewalt Israels geben?«Doch er bekam keine Antwort an diesem Tag.

38Saul14,38 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … rief die Anführer des Heeres zu sich und sagte:»Warum haben wir heute keine Antwort bekommen?Forscht nach und findet den Schuldigen heraus!39So gewiss der Herr lebt, der Israel gerettet hat:Der Schuldige muss sterben,auch wenn es mein Sohn Jonatan sein sollte.«Doch kein Einziger aus dem Volk war dazu bereit,eine Aussage zu machen.40Da forderte Saul alle anderen Israeliten auf:»Ihr sollt auf der einen Seite stehen.Ich stehe mit meinem Sohn Jonatan auf der anderen.«Das Volk antwortete Saul:»Tu, was du für richtig hältst!«41*14,41 Vers 41-42: Die Übersetzung der Verse 41-42 folgt dem längeren Text der griechischen Überlieferung. Im hebräischen Text sind diese Textstücke ausgefallen. Daraufhin sagte Saul:»Ach Herr, du bist doch der Gott Israels!Warum hast du deinem Knecht heute nicht geantwortet?Liegt die Schuld etwa bei mir und meinem Sohn Jonatan,Herr, du Gott Israels?Dann zeige uns das Los, das Urim14,41 Urim, Tummim: Wenn Priester in einem Rechtsstreit eine Entscheidung Gottes brauchten, verwendeten sie zwei Lose, die »Urim« und »Tummim« genannt wurden. heißt.Wenn sie aber bei deinem Volk Israel liegt,dann zeige uns das Los, das Tummim14,41 Tummim: Wenn Priester in einem Rechtsstreit eine Entscheidung Gottes brauchten, verwendeten sie zwei Lose, die »Urim« und »Tummim« genannt wurden. heißt.«Tatsächlich deutete das Los auf Jonatan und Saul,das Volk aber wurde freigesprochen.42Saul verlangte:»Lasst jetzt das Los entscheidenzwischen mir und meinem Sohn Jonatan.Wen der Herr bestimmt, der muss sterben.«Doch das Volk entgegnete Saul: »Das ist nicht richtig!«Saul aber setzte sich gegen das Volk durch.Sie ließen also das Los entscheidenzwischen ihm und seinem Sohn Jonatan.Und es traf Jonatan.

43Saul14,43 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … stellte Jonatan zur Rede:»Was hast du nur getan? Sag es mir!«Jonatan gab zu: »Ich hatte einen Stock in der Hand.Mit seiner Spitze habe ich ein wenig Honig gekostet.Ja, ich bin bereit zu sterben.«44Da sagte Saul: »Gott soll mir antun, was immer er will!Jonatan, du musst sterben!«45Doch das Volk hielt Saul entgegen:»Soll Jonatan wirklich sterben?Er war es doch,der Israel zu diesem großen Sieg verholfen hat!So gewiss der Herr lebt!Es soll ihm kein Haar gekrümmt werden.Was er an diesem Tag vollbracht hat,konnte ihm nur mit Gottes Hilfe gelingen!«So rettete das Volk Jonatan vor dem Tod.46Danach gab Saul die Verfolgung der Philister14,46 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … auf,und die Philister kehrten in ihr Gebiet zurück.

Angaben zu Sauls Kriegen und zu seiner Familie

47Nachdem Saul14,47 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … das Königtum über Israel erlangt hatte,führte er Kriege gegen alle seine benachbarten Feinde:gegen die Moabiter14,47 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr …, Ammoniter14,47 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. und Edomiter14,47 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden. Mehr …,gegen die Könige von Zoba14,47 Zoba: Königreich der Aramäer im Libanongebirge. und die Philister14,47 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr ….Bei allen seinen Kriegszügen blieb er siegreich14,47 blieb er siegreich: So nach der griechischen Überlieferung. Im hebräischen Text steht dagegen »machte er sich schuldig«. Sauls Kriegserfolge werden damit in ein schlechtes Licht gerückt..48Er tat sich im Kampf hervor, besiegte die Amalekiter14,48 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt.und bewahrte Israel davor, ausgeplündert zu werden.

49Sauls14,49 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … Söhne waren:Jonatan, Jischwi und Malkischua.Er hatte auch zwei Töchter:die ältere hieß Merab, die jüngere Michal.50Sauls Frau hieß Ahinoam,sie war eine Tochter des Ahimaaz.Zum Heerführer machte er Abner,den Sohn seines Onkels Ner.51Kisch, der Vater Sauls, und Ner, der Vater Abners,waren nämlich die Söhne von Abiel.

52Der Krieg gegen die Philister14,52 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … war hartund ging immer weiter, so lange Saul14,52 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … lebte.Deshalb brauchte Saul jeden mutigen und starken Mann.Sah er einen, zog er ihn zum Kriegsdienst ein.
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Saul kämpft gegen die Amalekiter

151Samuel15,1 Samuel: Prophet und Richter um 1000 v. Chr., in der Übergangszeit zum Königtum. sprach zu Saul15,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr …:»Ich war es, den der Herr geschickt hat,um dich zum König über sein Volk Israel zu salben15,1 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..Und jetzt gehorche den Befehlen des Herrn!2So spricht der Herr der himmlischen Heere15,2 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Ich habe genau beobachtet,was die Amalekiter15,2 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt. den Israeliten angetan haben.Sie haben ihnen den Weg versperrt15,2 den Weg versperrt: Von der Begegnung der Israeliten mit den Amalekitern bei der Flucht aus Ägypten erzählt 2. Mose/Exodus 17,8-16.,als sie aus Ägypten gezogen sind.3Jetzt zieh in den Krieg und besiege die Amalekiter.Alles, was sie haben, sollst du dem Untergang weihen15,3 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..Verschone sie nicht, töte sie alle:Männer und Frauen, Kinder und Kleinkinder,Rinder, Schafe, Kamele und Esel4Saul zog also das Volk zum Kriegsdienst einund musterte das Heer bei der Ortschaft Telem:200.000 Fußsoldaten und 10.000 Mann aus Juda.5Dann rückte Saul bis zur Hauptstadt der Amalekiter vorund legte einen Hinterhalt im Bachtal.6Den Kenitern15,6 Keniter: Eine Nomadengruppe, die sich dem Stamm Juda angeschlossen hatte und im Süden des judäischen Berglands lebte. aber schickte Saul die Botschaft:»Auf! Geht fort!Verlasst das Gebiet der Amalekiter,damit ich euch nicht zusammen mit ihnen vernichte!Denn ihr habt zu den Israeliten gehalten,als sie aus Ägypten gezogen sind.«Da verließen die Keniter das Gebiet der Amalekiter.

7Saul besiegte die Amalekiter von Hawila bis Schur15,7 von Hawila und Schur: Gebiet im Westen der arabischen Halbinsel, heute ein Teil von Saudi-Arabien.,das an der Grenze zu Ägypten liegt.8Agag, den König der Amalekiter, nahm er gefangen,ließ ihn aber am Leben.Alle anderen aus dem Volk weihte er dem Untergang15,8 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.und ließ sie mit dem Schwert hinrichten.9Saul und das Volk verschonten also Agagund auch die besten Schafe und Rinder,nämlich die fetten Tiere und die Lämmer.Was ihnen an der Beute wertvoll erschien,wollten sie keineswegs dem Untergang weihen.Nur das schwache und nutzlose Vieh vernichteten sie.

Samuel zieht Saul zur Rechenschaft

10Das Wort des Herrn kam zu Samuel:11»Ich bereue, dass ich Saul15,11 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … zum König gemacht habe.Denn er hat sich von mir abgewendetund meine Befehle nicht ausgeführt.«Samuel regte sich sehr darüber aufund schrie die ganze Nacht zum Herrn.12Am anderen Morgen stand Samuel früh aufund machte sich auf den Weg zu Saul.Man hatte Samuel zuvor mitgeteilt:»Saul ist zur Stadt Karmel15,12 Karmel: Ortschaft in Juda. Sie liegt 40 km südlich von Jerusalem. gekommenund hat dort ein Zeichen15,12 Zeichen: Ein besonderer Stein, der entweder an Saul erinnern soll oder an Gott, den Saul um diesen Sieg gebeten hat. seines Sieges aufgestellt.Dann ist er weitergezogenund hat den Weg nach Gilgal15,12 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. genommen.«

13Als Samuel bei Saul15,13 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … eintraf, begrüßte ihn Saul:»Sei gesegnet15,13 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … vom Herrn!Ich habe den Befehl des Herrn ausgeführt.«14Doch Samuel erwiderte:»Und was ist das für ein Lärm?Höre ich nicht Schafe blöken und Rinder brüllen?«15Saul antwortete:»Man hat das Vieh aus Amalek mitgebracht.Das Volk hat die besten Schafe und Rinder verschont,um sie dem Herrn, deinem Gott, als Opfer15,15 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … darzubringen.Alles Übrige haben wir dem Untergang geweiht15,15 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.16Da fiel ihm Samuel ins Wort: »Schluss damit!Ich werde dir mitteilen,was mir der Herr letzte Nacht gesagt hat.«Man forderte ihn auf: »Rede!«17Und Samuel sprach weiter:»Du bist doch der Anführer der Stämme Israels15,17 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr …,obwohl du dich für unbedeutend gehalten hast.Der Herr hat dich zum König über Israel gesalbt15,17 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..18Der Herr hat dich losgeschickt und dir befohlen:Geh und weihe diese Übeltäter dem Untergang!Kämpf gegen die Amalekiter15,18 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt.,bis du sie ganz und gar vernichtet hast!19Warum hast du dem Herrn nicht gehorcht?Warum hast du dich auf die Beute gestürzt?Du hast getan, was der Herr verurteilt!«20Saul entgegnete Samuel:»Nein! Ich habe dem Herrn gehorcht!Ich habe mich auf den Weg gemacht,auf den mich der Herr geschickt hat.Ich habe den Amalekiterkönig Agag hergebracht.Und die Amalekiter habe ich dem Untergang geweiht.21Das Volk nahm Schafe und Rinder von der Beute –die besten Stücke, die dem Untergang geweiht waren.Die hat es für den Herrn, deinen Gott, ausgewählt,um sie ihm hier in Gilgal15,21 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. als Opfer darzubringen.«22Doch Samuel sagte: »Meinst du,Schlacht-15,22 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und Brandopfer15,22 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … gefallen dem Herrn ebenso gutwie das Hören auf seine Stimme?Nein! Hören ist besser als Schlachtopfer.Achtgeben ist besser als das Fett15,22 Fett: Fett galt in der Antike als kostbarer Teil eines Tieres und wurde Gott daher als Opfer dargebracht. von Widdern.23Denn Ungehorsam ist eine Sünde15,23 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … wie die Zauberei15,23 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. Mehr ….Eigenmächtigkeit ist so schlimm wie Götzendienst15,23 Götzendienst: Wörtlich »Frevel mit Terafim«, das sind aus Holz oder Ton hergestellte kleine Statuen verstorbener Vorfahren, die als Götter verehrt wurden..Weil du das Wort des Herrn verworfen hast,hat er nun dich verworfen:Du sollst nicht mehr König sein!«

24Daraufhin sagte Saul15,24 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … zu Samuel:»Ja, ich habe mich falsch verhalten!Ich habe mich über den Befehl des Herrn hinweggesetztund deine Anweisungen nicht befolgt.Ich habe mich nämlich vor dem Volk gefürchtetund ihm seinen Willen gelassen.25Doch jetzt bitte ich dich:Nimm die Schuld von mir wegund kehre mit mir zurück!Dann will ich vor dem Herrn auf die Knie fallen.«26Samuel aber antwortete ihm:»Nein! Ich kehre nicht mit dir zurück!Denn du hast das Wort des Herrn verworfen.Darum hat der Herr dich verworfen:Du wirst nicht länger König über Israel sein!«

Samuel und Saul kehren zurück

27Als sich Samuel umdrehte und gehen wollte,packte ihn Saul15,27 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … am Zipfel seines Mantels.Doch der riss ab.28Da sagte Samuel zu ihm:»Genauso geht es mit dem Königtum Israels.Der Herr reißt es heute von dirund gibt es einem anderen, der besser ist als du.29Der Gott, den man den Stolz Israels15,29 Stolz Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels. nennt,hält sein Wort und bereut es nicht.Denn er ist ja kein Mensch, dass er etwas bereuen muss.«30Saul antwortete:»Ja, ich habe mich falsch verhalten!Doch jetzt gib mir die Ehre15,30 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. Mehr … und zeige dich mit mirvor den Ältesten15,30 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. meines Volkes und vor Israel.Kehre mit mir zurück!Dann will ich vor dem Herrn, deinem Gott,auf die Knie fallen.«31So kam es, dass Samuel mit Saul zurückkehrte.Und Saul fiel vor dem Herrn auf die Knie.

Was geschieht mit dem Amalekiterkönig?

32Samuel befahl:»Schafft mir den Amalekiterkönig Agag herbei!«Erleichtert15,32 erleichtert: Agag meinte, dass er zu seiner Begnadigung vorgeführt wird. erschien Agag vor ihm und rief:»Endlich! Ich dachte schon an ein bitteres Ende!«33Samuel aber sagte nur:»Dein Schwert hat viele Mütter kinderlos gemacht,nun sei auch deine Mutter um ihre Kinder gebracht.«Daraufhin hieb Samuel den Agag in Stücke.Er tat es in Gilgal vor dem Herrn.34Dann ging Samuel nach Rama15,34 Rama: Wohnort Samuels, 60 km nordöstlich von Jerusalem gelegen.,während Saul in seine Stadt Gibea15,34 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem. heimkehrte.35Und bis zu dem Tag, als Samuel starb,sah er Saul15,35 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. Mehr … nicht wieder.Samuel war sehr traurig wegen Saul.Denn der Herr hatte es bereut,dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte.