BasisBibel (BB)
1

Samuel

1. Samuel 1,1–8,22

Die Jugendgeschichte Samuels

1. Samuel 1,1–3,21

Samuel wird geboren

11In der Stadt Ramatajim1,1 Ramatajim: Langform des Namens Rama, einer Ortschaft an der Südgrenze Efraims, in der Nähe von Bet-El gelegen. lebte ein Mann,ein Nachkomme des Zuf aus dem Gebirge Efraim1,1 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte..Er hieß Elkana und war der Sohn von Jeroham,dem Sohn von Elihu, dem Sohn von Tohu,dem Sohn von Zuf aus dem Stamm Efraim1,1 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. Mehr ….2Der Mann hatte zwei Frauen:Die eine hieß Hanna, die andere Peninna.Peninna hatte Kinder, Hanna aber hatte keine.3Jahr für Jahr verließ Elkana seine Stadtund ging mit seiner Familie nach Schilo1,3 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … hinauf.Er tat das, um den Herrn Zebaot1,3 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … anzubetenund ein Schlachtopfer1,3 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darzubringen. –In Schilo gab es damals Priester des Herrn,nämlich Hofni und Pinhas, die beiden Söhne des Eli.

4Jedes Jahr an dem Tag,an dem Elkana das Schlachtopfer1,4 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darbrachte,verteilte er die Anteile für das Festessen:Seine Frau Peninna erhielt ein Opferstückund alle ihre Söhne und Töchter ebenfalls.5Auch Hanna bekam nur ein einziges Stück1,5 ein einziges Stück: Hanna wird bei der Verteilung weder bevorzugt noch benachteiligt. In anderen Übersetzungen findet man die Deutung, dass Hanna eine doppelte Portion bekommen hat.,obwohl es Hanna war, die er lieb hatte.Der Herr aber ließ sie keine Kinder bekommen.6Peninna aber, die etwas gegen Hanna hatte,kränkte sie sehr wegen ihrer Kinderlosigkeit.Denn der Herr ließ sie keine Kinder bekommen.

7So ging es Jahr für Jahr,wenn Hanna hinaufzog zum Haus des Herrn1,7 Haus des HERRN: Heiligtum in Schilo, an dem der Gott Israels verehrt wurde..Jedes Mal fing die andere damit an, Hanna zu kränken.Da weinte sie und wollte nicht essen.8Doch Elkana, ihr Mann, sagte zu ihr:»Hanna, warum weinst du?Warum willst du nicht essen?Warum ist dir das Herz so schwer?Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?«

9Einmal stand Hanna einfach auf,nachdem sie in Schilo1,9 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … gegessen hatten.Der Priester Eli saß gerade auf einem Stuhlam Türpfosten vor dem Tempel des Herrn.10Hanna hatte einen ganz bitteren Tag erlebt.Unter vielen Tränen betete1,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr … sie zum Herrn11und gab ihm das folgende Versprechen:»Ach, Herr Zebaot1,11 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, sieh das Elend deiner Magd an!Denk doch an mich und vergiss deine Magd nicht!Schenk deiner Magd einen Sohn!Dann will ich ihn dem Herrn überlassen1,11 dem HERRN überlassen: Hanna verspricht Gott, dass ihr Kind von Geburt an das Leben eines Nasiräers führen soll. Haareschneiden und Alkoholtrinken sind ihm verboten.sein ganzes Leben lang.Sein Haar soll niemals geschnitten werden.«12So betete sie lange vor dem Herrn.Eli beobachtete dabei ihren Mund.13Hanna redete nämlich leise vor sich hin.Nur ihre Lippen bewegten sich,doch ihre Stimme war nicht zu hören.Da meinte Eli, sie sei betrunken.

14Also schimpfte Eli mit ihr:»Wie lange soll das noch gehen,so betrunken wie du bist?Schlaf erst mal deinen Rausch aus!«15Hanna antwortete ihm:»Nein, mein Herr! Ich bin eine verzweifelte Frau.Wein und Bier1,15 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. habe ich nicht getrunken.Mein Herz habe ich ausgeschüttet vor dem Herrn.16Halte deine Magd1,16 deine Magd: Selbstbezeichnung der Niedrigkeit, mit der Hanna ihrem Gesprächspartner gegenüber Respekt erweist. nicht für eine verkommene Frau!Ich habe doch die ganze Zeit nur gebetet1,16 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr …,weil ich Kummer habe und ganz traurig bin.«17Da antwortete ihr Eli: »Geh in Frieden!Der Gott Israels wird dir geben,was du von ihm erbeten1,17 erbeten: Eli gibt Hanna die Zusage, dass Gott ihr Gebet erhören und ihren Kinderwunsch erfüllen wird. hast.«18Und sie sagte: »So soll es geschehen.Sei so gut und denke an deine Magd!«Dann ging die Frau ihres Wegs und aß wieder.Ihr Gesicht war nicht mehr traurig.

19Am anderen Morgen standen sie1,19 sie: Elkana mit seiner Familie. früh aufund fielen vor dem Herrn auf die Knie und beteten.Dann kehrten sie heim nach Rama1,19 Rama: Ortschaft an der Südgrenze Efraims, in der Nähe von Bet-El gelegen..Elkana schlief mit seiner Frau Hanna,und der Herr dachte an sie.20So geschah es im Verlauf eines Jahres:Hanna wurde schwanger, brachte einen Sohn zur Weltund nannte ihn Samuel.Sie gab ihm diesen Namen, weil sie sagte:»Vom Herrn habe ich ihn erbeten1,20 habe ich ihn erbeten: Wortspiel mit dem Namen »Samuel«, der im Hebräischen ähnlich klingt wie das Wort für »bitten«.

Hanna erfüllt ihr Versprechen

21Elkana ging mit der ganzen Familie wieder nach Schilo,um dem Herrn das jährliche Schlachtopfer1,21 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darzubringen.Auch wollte er ein weiteres Opfer darbringen,zu dem er sich durch ein Gelübde1,21 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … verpflichtet hatte.22Hanna aber war nicht mitgekommen.Sie hatte nämlich zu ihrem Mann gesagt:»Solange der Kleine noch gestillt wird,bleibe ich zu Hause.Danach bringe ich ihn zum Heiligtum.Dort soll er vor dem Herrn erscheinenund für immer in seinem Dienst stehen.«23Und ihr Mann Elkana hatte geantwortet:»Tu, was du für richtig hältst!Bleib, bis er nicht mehr gestillt werden muss!Wenn nur der Herr sein Wort hält.«So blieb seine Frau zu Hause.Sie stillte ihren Sohn, bis er drei Jahre1,23 drei Jahre: Für gewöhnlich wurden Kinder bis zum Alter von drei Jahren gestillt und anschließend entwöhnt. alt war.24Als sie ihn nicht mehr stillte,machte sie sich mit ihm auf den Weg.Sie nahm einen dreijährigen Stier mit,dazu einen Sack Mehl1,24 Sack Mehl: Wörtlich »ein Efa«. Ein Efa ist ein Gefäß zum Abmessen von Getreide und Mehl und fasst etwa 20–21 l. 20 l Mehl wiegen etwa 12 kg. und einen Krug Wein.Sie brachte ihren Sohn nach Schilo1,24 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … hinaufzum Haus des Herrn.Der Junge war wirklich noch sehr jung.

25Nachdem sie1,25 sie: Elkana und Hanna. den Stier geschlachtet hatten,brachten sie den Jungen zum Priester Eli.26Seine Mutter sagte: »Verzeih mir, mein Herr!Bei deinem Leben, mein Herr: Ich bin die Frau,die damals neben dir stand und zum Herrn betete.27Ich habe diesen Jungen erbeten,und der Herr hat mir gegeben,was ich von ihm erbeten habe.28Ja, ich habe ihn für den Herrn erbeten!Sein ganzes Leben soll er dem Herrn dienenals einer, der dafür erbeten worden ist.«Und sie1,28 sie: So mit der ältesten Handschrift aus Qumran auf Hanna zu beziehen. fiel dort vor dem Herrn auf die Knie.
2

Hannas Lobgesang

21Damals betete Hanna mit diesen Worten:

Mein Herz ist voll Freude über den Herrn.

Der Herr hat mich wieder stark gemacht.

Mein Mund lacht über meine Feinde.

Denn ich freue mich über deine Hilfe.

2Keiner ist so heilig wie der Herr,

denn es gibt keinen Gott außer dir.

Kein Fels2,2 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Ausdruck seiner Zuverlässigkeit, die Schutz und Sicherheit gewährt. steht so fest wie unser Gott.

3Redet nicht so viel und hoch daher!

Kein freches Wort komme aus eurem Mund.

Denn der Herr ist ein Gott, der alles weiß.

Schändliche Taten duldet er nicht.

4Der Bogen2,4 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. der Starken wird zerbrochen,

die Schwachen aber bekommen neue Kraft.

5Die Satten müssen sich ihr Brot verdienen,

die Hungrigen aber sind den Hunger los.

Die Unfruchtbare bringt sieben Kinder zur Welt,

doch das Glück der Kinderreichen schwindet.

6Der Herr tötet und macht lebendig,

er führt ins Totenreich2,6 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … und wieder heraus.

7Der Herr macht arm und macht reich.

Er drückt nieder und richtet wieder auf.

8Den Geringen zieht er aus dem Staub,

den Armen holt er aus dem Dreck2,8 Dreck: Das hebräische Wort bezeichnet den Mist- und Abfallhaufen..

Seinen Platz gibt er ihm bei den Fürsten

und lässt ihn mit Würde auf einem Thron sitzen.

Denn die Säulen2,8 Säulen: Man stellte sich vor, dass die Erdscheibe auf Säulen ruht, die im unterirdischen Meer verankert sind. Sie bilden die Fundamente der Welt. der Erde sind von dem Herrn,

er hat die Welt auf sie gegründet.

9Die Schritte seiner Frommen2,9 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. lenkt er sicher,

die Frevler2,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … aber kommen um in der Finsternis.

Denn kein Mensch siegt aus eigener Kraft.

10Wer gegen den Herrn kämpft, wird unterliegen.

Der Höchste2,10 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. im Himmel lässt es donnern,

der Herr hält Gericht über die ganze Erde.

Seinem König verleiht er Macht,

seinen Gesalbten2,10 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. macht er stark.

11Danach kehrte Elkana nach Rama heim.Der Junge aber blieb dort im Tempel des Herrnund diente ihm unter der Aufsicht des Priesters Eli.

Das schlimme Treiben der Söhne Elis

12Die Söhne Elis waren ganz üble Kerleund wollten von dem Herrn nichts wissen.13Damals hatten die Priester2,13 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … ein Vorrecht,das ihnen vom Volk zugestanden worden war:Sooft jemand ein Schlachtopfer2,13 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darbrachte,kam sogleich ein Helfer des Priesters.Er hatte eine Gabel mit drei Zinken in der Hand.Während das Fleisch noch kochte,14stach er damit in Kessel, Topf, Pfanne oder Schüssel.Und alles, was er mit der Gabel herauszog,bekam der Priester als seinen zusätzlichen Anteil.

Die Söhne Elis jedoch taten Folgendes,wenn ganz Israel zum Opfern nach Schilo2,14 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … kam:15Noch bevor man das Fett2,15 Fett: Nach dem Priestergesetz sind die Fettstücke der wertvollste Teil der Opfergabe. Sie sind ausschließlich für Gott bestimmt, vgl. 3. Mose/Levitikus 3,16. auf dem Altar2,15 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … verbrannte,war auch schon der Helfer des Priesters im Anmarsch.Er sagte zu dem, der sein Opfer darbrachte:»Gib das Fleisch her, der Priester2,15 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … will es braten!Er nimmt von dir kein gekochtes Fleisch,er will nur rohes Fleisch2,15 rohes Fleisch: Die Verfehlung der Priester besteht darin, dass sie das Fleisch für sich beanspruchen, noch bevor Gott seinen Teil davon bekommen hat. haben.«16Doch der Mann, der die Vorschrift kannte, sagte:»Zuerst muss man das Fett auf dem Altar verbrennen.Danach kannst du dir nehmen, was du willst!«Daraufhin sagte der Helfer des Priesters:»Nein! Gib es her, jetzt sofort!Wenn nicht, dann nehme ich es mit Gewalt!«17So wurden die Söhne Elis immer unverschämter.Das war ein sehr großes Unrecht vor dem Herrn.Denn die jungen Männer missachteten die Opfergaben2,17 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott. Mehr …,die für den Herrn dargebracht wurden.

18Samuel aber tat seinen Dienst vor dem Herrnund trug einen leinenen Priesterschurz2,18 Priesterschurz: Teil der Dienstkleidung eines Priesters. Er wird in 2. Mose/Exodus 28,6-14 beschrieben..19Seine Mutter machte ihm dazu ein kleines Obergewand.Jahr für Jahr brachte sie es ihm mit,wenn sie mit ihrem Mann kam,um das jährliche Schlachtopfer2,19 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darzubringen.20Und Eli segnete Elkana und seine Frau.Er sagte zu ihm:»Der Herr schenke dir Kinder von dieser Frau –anstelle des einen2,20 anstelle des einen: Meint Samuel. 1. Samuel 1,1–2,11 erzählt, dass Samuels Mutter Gott darum bittet, schwanger zu werden. Als Dank dafür überlässt sie Gott ihren Sohn, der dann am Heiligtum in Schilo lebt und arbeitet., den du für den Herrn erbeten hast.«Danach kehrten beide nach Hause zurück.21Der Herr meinte es gut mit Hanna.Sie wurde noch ein paar Mal schwangerund brachte drei Söhne und zwei Töchter zur Welt.Samuel wuchs heran am Heiligtum des Herrn.

22Eli war inzwischen sehr alt geworden.Immer wieder musste er davon hören,wie übel es seine Söhne mit ganz Israel trieben.Man sagte auch2,22 man sagte auch: Hier wird ein Gerücht nachgetragen, dass den Söhnen Elis zusätzlich noch sexuelle Übergriffe vorwirft., dass sie mit den Frauen schliefen,die vor dem Zelt der Begegnung2,22 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. Mehr … Dienst taten. –23Dann schimpfte er mit ihnen:»Warum macht ihr das?Was muss ich da hören?Das sind doch abscheuliche Sachen, die ihr tut.Und alle Leute reden darüber.24Das geht so nicht, meine Söhne!Das sind ganz üble Geschichten, die ich höre –die sich das Volk des Herrn über euch erzählt.25Wenn einer einem anderen Menschen etwas antut,kann Gott für ihn eintreten.Wenn sich aber einer dem Herrn widersetzt,kann niemand mehr etwas für ihn tun!«Doch die Söhne Elis hörten nicht auf ihren Vater.Der Herr hatte nämlich beschlossen,sie umkommen zu lassen.26Samuel aber wuchs heran zu einem jungen Mann.Der Herr und die Menschen hatten ihn gern.

Ansage von Gottes Gericht über das Haus Elis

27Eines Tages kam ein Mann Gottes2,27 Mann Gottes: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu Eliund sagte zu ihm:So spricht der Herr2,27 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Bin ich nicht damals deinen Vorfahren erschienen,den Männern aus dem Haus Aaron2,27 Haus Aaron: Die Familie von Aaron, dem Bruder des Mose. Aaron gilt als Stammvater der Priester in Israel.?Da waren sie noch Sklaven in Ägyptenund in der Gewalt des Pharao2,27 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..28Unter allen Stämmen Israels2,28 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … habe ich sie erwähltund zu Priestern bestimmt.Sie sollten an meinen Altar2,28 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … treten,um das Fett2,28 Fett: Fett galt in der Antike als kostbarer Teil eines Tieres und wurde Gott daher als Opfer dargebracht. der Opfertiere zu verbrennen.Dafür habe ich dem Haus Aaron zugesagt,dass sie von allen Opfergaben der Israeliteneinen Teil zum eigenen Verzehr bekommen.– Auch sollten sie den Kasten2,28 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen. tragen,mit dessen Hilfe mein Wille verkündet wird. –29Deinen Söhnen aber und dir werfe ich vor:Warum treibt ihr Missbrauch mit Schlachtopfern2,29 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr …,die mir dargebracht werden?Warum missachtet ihr die Vorschrift für Opfergaben,die mir zustehen?Warum ehrst du deine Söhne mehr als mich?Ihr mästet euch doch vom Besten jeder Opfergabe,die mein Volk Israel darbringt.30Darum lautet der Ausspruch des Herrn2,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.,des Gottes Israels:Ja, ich hatte dir damals fest zugesagt:Deine Nachkommen und die Nachkommen deines Vaterssollen für immer Dienst tun als meine Priester.Nun aber lautet der Ausspruch des Herrn:Das gilt nicht mehr!Denn die mich ehren, die will ich ehren.Die mich aber gering achten, die werden verachtet.31Schon bald werde ich die Macht zerschlagen,die ich dir und deinem Vaterhaus verliehen habe.Dann wird von deinen Nachkommen keiner mehrein gesegnetes Alter2,31 gesegnetes Alter: Gemeint ist nicht nur das Erreichen eines hohen Alters, sondern auch die Hochachtung, die einem alten Menschen in Israel entgegengebracht wurde. erreichen.32– Und du wirst voll Neid auf alles schauen,was Israel an Gutem erfahren wird.Doch keiner deiner Nachkommenwird jemals ein gesegnetes Alter erreichen. –33Nur einen einzigen2,33 nur einen einzigen: Wahrscheinlich eine Anspielung auf Abjatar, der als einziger das Blutbad in der Stadt Nob überlebt; vgl. 1. Samuel 22,20-21. will ich nicht entfernenaus dem Dienst an meinem Altar.Sonst würde ja der Glanz deiner Augen erlöschenund dein Leben in Kummer und Schmerz untergehen.Doch alle anderen Nachkommen sollen jung sterben.34Und das Zeichen dafür, dass alles so eintrifft,werden deine Söhne Hofni und Pinhas sein:An einem einzigen Tag werden beide sterben.

Nachtrag

35In Zukunft aber werde ich einen Priester2,35 ein Priester: Hier ist an den Priester Zadok gedacht, der zu den Anhängern von König David gehörte; vgl. 1. Könige 1,32-40. Zadok gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. einsetzen,der für mich beständig seinen Dienst tut.Er wird nach meinem Herzen und Sinn handeln.Ich werde ihm ein beständiges Haus2,35 beständiges Haus: Die Priesterfamilie, aus der von Generation zu Generation die Priester kommen sollen. bauen:Dann werden er und seine Nachkommen für alle Zeitin der Gegenwart meines Gesalbten2,35 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. ihren Dienst tun.36Wer dann noch von deinen Nachkommen übrig ist,wird zu ihm kommen.Für ein Geldstück oder einen Laib Brotwird er vor ihm auf die Knie fallen und sagen:Lass mich doch bei den Priestern arbeiten,auch wenn es nur niedere Dienste2,36 niedere Dienste: Damit wird angedeutet, dass in späterer Zeit die Priester aus dem Haus Elis den Priestern aus dem Haus Zadoks untergeordnet waren; vgl. 2. Könige 23,9. sind!So habe ich wenigstens einen Bissen Brot zu essen.