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Davids letzter Ratschlag

21Kurz vor seinem Todrief David2,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … seinen Sohn Salomo2,1 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … zu sichund gab ihm die folgenden Anweisungen:2»Ich gehe den Weg aller Menschenund muss diese Welt verlassen.Sei stark und steh deinen Mann!3Halte dich an das,was der Herr, dein Gott, von dir verlangt:Geh auf seinen Wegen2,3 seine Wege: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes.!Halte seine Gesetze und Gebote,seine Rechtsordnungen und Vorschriften,wie sie im Gesetzbuch des Mose2,3 Gesetzbuch des Mose: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den Gesetzen der fünf Bücher Mose aufgeschrieben ist. stehen.Dann wirst du Erfolg haben, was immer du tustund an jedem Ort, dem du dich zuwendest.4Dann wird der Herr erfüllen,was er mir versprochen hat:›Nie soll es dir an einem Nachkommen fehlen,der auf dem Thron Israels sitzt.‹Aber deine Söhne müssen darauf achten,wie sie ihr Leben führen.Sie müssen treu zu mir halten,mit ganzem Herzen2,4 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. und mit ganzer Seele2,4 ganze Seele: Die Nachkommen Davids sollen sich mit ihrer ganzen Lebenskraft für Gott einsetzen.

5»Du weißt«, fuhr David2,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … fort,»was Joab2,5 Joab: Neffe König Davids. Er ist maßgeblich an Davids Erfolgen im Kampf beteiligt, geht dabei aber auch über Leichen; vgl. 2. Samuel 3,20-30 und 2. Samuel 20,4-13., der Sohn der Zeruja, mir angetan hat.Du weißt auch,was er mit den beiden Heerführern Israels gemacht hat:Er hat Abner, den Sohn des Ner, ermordet2,5 ermordet: David erinnert Salomo an Ereignisse, die in 2. Samuel 3,26-27 und 2. Samuel 20,8-10 erzählt werden.und Amasa, den Sohn des Jeter.Mitten im Frieden hat er sich für das Blut gerächt,das im Krieg vergossen wurde.Deshalb klebt unschuldiges Blut an meinen Händen2,5 Blut klebt an meinen Händen: Andere Übersetzungen haben »an seinen Händen«. Doch hier ist vermutlich gemeint: Als Oberbefehlshaber des Heeres wird David für die Taten Joabs verantwortlich gemacht.,durch ihn sind meine Kleider mit Blutschuld beschmutzt:der Gürtel an meinen Hüftenund die Schuhe an meinen Füßen.6Handle klug!Lass ihn nicht in Frieden sterbenund nicht mit grauem Haar2,6 mit grauem Haar: Bild für hohes Alter. ins Totenreich hinabsteigen!7Halte den Söhnen Barsillais2,7 Söhne Barsillais: Barsillai versorgte David mit Lebensmitteln, als dieser vor Abschalom floh; vgl. 2. Samuel 17,27-29. aus Gilead die Treue.Lass sie unter den Gästen an deinem Tisch sitzen.Denn sie standen mir zur Seite,als ich vor deinem Bruder Abschalom geflohen bin.«

8Noch etwas ergänzte David2,8 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …:»Bei dir ist doch auch der Benjaminiter Schimi2,8 Schimi: Stand bei Kämpfen um den Thron zunächst nicht auf der Seite König Davids, wurde aber später von David begnadigt; vgl. 2. Samuel 16,5-14 und 2. Samuel 19,16-24..Er ist der Sohn des Gera und kommt aus Bahurim.Er hat mich mit einem schlimmen Fluch belegt,an dem Tag, als ich nach Mahanajim ging.Als er dann zu mir an den Jordan2,8 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … kam,habe ich ihm beim Herrn geschworen:›Ich werde dich nicht mit dem Schwert töten!‹9Du aber sollst ihn nicht ungestraft lassen!Du bist ein kluger Mannund wirst wissen, was mit ihm zu tun ist.Sein graues Haar2,9 graues Haar: Bild für hohes Alter. soll voller Blut sein,wenn er ins Totenreich hinabsteigt.«10Dann starb Davidund wurde in der Stadt Davids2,10 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9. begraben.1140 Jahre hatte David als König über Israel2,11 Israel: Meint hier das gesamte von König David beherrschte Gebiet. geherrscht.Sieben Jahre davon regierte er in Hebron2,11 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem.und 33 Jahre in Jerusalem2,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….12Salomo2,12 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … folgte seinem Vater David auf den Thron.Die Herrschaft war fest in seiner Hand2,12 fest in seiner Hand: Damit erfüllt sich ein Versprechen, das Gott David in 2. Samuel 7,12 gemacht hat..

Salomo beseitigt seine Rivalen

13Eines Tages kam Adonija2,13 Adonija: Sohn Davids. Er versuchte König zu werden, scheiterte aber; vgl. 1. Könige 1,5-53., der Sohn der Haggit,zu Batseba2,13 Batseba: Frau des Heerführers Urija, nach dessen Tod Frau von König David und Mutter von König Salomo., der Mutter Salomos2,13 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr ….Sie fragte ihn: »Bedeutet dein Kommen Gutes?«»Ja«, antwortete er,14»ich will mit dir etwas besprechen.«»Dann rede!«, forderte sie ihn auf.15Da sagte er:»Du weißt, dass das Königtum eigentlich mir zustand.Ganz Israel hat erwartet, dass ich König werde.Aber es ist anders gekommen:Das Königtum ist meinem Bruder zugefallen,denn der Herr hat es so gewollt.16Jetzt habe ich nur eine einzige Bitte an dich,weise mich nicht ab!«Sie sprach: »Dann rede!«17Da bat er: »Sprich doch mit König Salomo.Dich wird er nicht abweisen.Er soll mir Abischag2,17 Abischag: Kurz vor Davids Tod wurde sie seine Frau, vgl. 1. Könige 1,1-4. Wer die Frau des verstorbenen Königs heiratet, will selber König werden. aus Schunem zur Frau geben2,17 zur Frau geben: Wer die Frau des verstorbenen Königs heiratet, ist selbst König. Da Adonija die letzte Frau seines Vaters David heiraten will, versucht er auf diesem Wege, doch noch König zu werden.18Batseba antwortete: »Gut!Ich werde mit dem König über dein Anliegen reden.«

19Batseba2,19 Batseba: Frau des Heerführers Urija, nach dessen Tod Frau von König David und Mutter von König Salomo. ging also zu König Salomo2,19 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr …,um mit ihm über Adonija2,19 Adonija: Sohn Davids. Er versuchte König zu werden, scheiterte aber; vgl. 1. Könige 1,5-53. zu reden.Der König stand auf, kam ihr entgegenund verbeugte sich tief.Dann setzte er sich wieder auf seinen Thron.Man stellte einen Thron an seine rechte Seite2,19 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz..Das war der Thron für die Mutter des Königs.Batseba setzte sich dorthin.20Dann ergriff sie das Wort:»Ich habe eine kleine Bitte an dich,weise mich nicht ab.«Der König antwortete ihr: »Frag nur, Mutter,ich werde dich bestimmt nicht abweisen.«21Sie fuhr fort:»Abischag2,21 Abischag: Letzte Frau König Davids, vgl. 1. Könige 1,1-4. Wer die Frau des verstorbenen Königs heiratet, will selber König werden. aus Schunem soll deinem Bruder Adonijazur Frau gegeben werden.«22Da antwortete König Salomo seiner Mutter:»Abischag aus Schunem?Warum forderst du nur sie für Adonija?Fordere doch gleich das Königtum für ihn!Er ist schließlich mein älterer Bruder,außerdem unterstützen ihn der Priester Abjatar2,22 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden.und Joab2,22 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids., der Sohn der Zeruja!«23Dann schwor König Salomo beim Herrn:»Gott soll mir antun, was er will!Diese Bitte wird Adonija das Leben kosten!24Ja, so gewiss der Herr lebt!Der hat mich als König bestätigtund auf den Thron meines Vaters David gesetzt.Er hat mir ein Haus2,24 Haus: Gemeint ist der Fortbestand des Königshauses durch männliche Nachkommen auf dem Thron. mit Nachkommen geschenkt,wie er es versprochen hat.Darum soll Adonija heute getötet werden!«25Da schickte König Salomo Benaja2,25 Benaja: Bedeutender Heerführer unter König David und König Salomo., den Sohn Jojadas.Der schlug Adonija nieder, sodass er starb.

Salomo beseitigt Adonijas Anhänger

26Den Priester Abjatar2,26 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden. forderte der König auf:»Geh zurück nach Anatot2,26 Anatot: Stadt im Gebiet von Benjamin, 5 km nordöstlich von Jerusalem. auf dein Stück Land!Eigentlich bist du ein toter Mann,aber heute werde ich dich nicht töten.Denn du hast die Lade2,26 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes, des Herrn, getragenfür meinen Vater David.Und du hast alles erleiden müssen,was auch mein Vater erlitten hat.«27Damit setzte Salomo Abjatar als Priester ab.So erfüllte2,27 erfüllte: Abjatar ist ein Nachkomme des Priesters Eli. Weil sich die Söhne Elis an Opfergaben bereichert haben, nimmt Gott seine Verheißung zurück; vgl. 1. Samuel 2,27-36. er, was der Herr angedroht hatte –als Strafe für Eli2,27 Eli: Priester Gottes am Heiligtum Gottes in Schilo. und seine Nachkommen in Schilo2,27 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr ….

28Die Nachricht darüber erreichte Joab2,28 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids..Joab hatte zwar Abschalom nicht unterstützt,wohl aber Adonija.Daher floh er in das Zelt des Herrnund ergriff die Hörner des Altars2,28 Hörner des Altars: Wenn jemand seine Hand auf eine der vier Ecken des Altars legte, entzog er sich der Verfolgung und erbat ein Gottesurteil. Die Ecken des Altars werden Hörner genannt..29Man meldete König Salomo2,29 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … den Vorfall:»Joab ist zum Zelt des Herrn geflohenund steht dort neben dem Altar!«Salomo schickte sofort Benaja2,29 Benaja: Bedeutender Heerführer unter König David und König Salomo., den Sohn Jojadas:»Geh und schlage ihn nieder!«30Benaja ging zum Zelt des Herrn und sagte:»Der König fordert2,30 fordert: Wörtlich »So spricht der König: Komm heraus!«. Als Bote richtet Benaja die Worte des Königs ganz genau aus. dich auf herauszukommen!«Joab antwortete ihm: »Nein, ich will hier sterben!«Benaja berichtete dem König,was Joab ihm geantwortet hatte.31Also befahl ihm der König: »Tu, was er verlangt!Töte ihn und begrabe ihn anschließend.So rächst du das unschuldige Blut2,31 unschuldiges Blut: Joab war maßgeblich an Davids Erfolgen im Kampf beteiligt, ging dabei aber auch brutal vor; vgl. 2. Samuel 3,20-30 und 2. Samuel 20,4-13.,das Joab über mich und mein Vaterhaus gebracht hat.32Der Herr soll dafür sorgen,dass auch sein Blut vergossen wird.Denn er hat zwei Männer2,32 zwei Männer: Gemeint sind die Generäle Abner und Amasa, die Joab heimtückisch tötet; vgl. 2. Samuel 3,26-27 und 2. Samuel 20,8-10. niedergeschlagen,die gerechter und besser waren als er.Er hat die Heerführer von Israel und Judamit dem Schwert getötet:Abner, den Sohn des Ner, und Amasa, den Sohn des Jeter.David2,32 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … aber, mein Vater, wusste nichts davon.33Ihr Blut soll Joab angerechnet werdenund seinen Nachkommen für immer.Anders soll es dagegen David ergehen,seinen Nachkommen, seiner Familie und seinem Thron:Ihnen soll der Herr für immer Frieden schenken.«34Da ging Benaja, der Sohn des Jojada los,schlug Joab nieder und tötete ihn.Joab wurde in seinem Haus in der Wüste begraben.35Der König bestimmte daraufhin Benaja, den Sohn des Jojada,zum neuen Heerführer anstelle von Joab.Dem Priester Zadok2,35 Zadok: Priester am Heiligtum zur Zeit von König David. Er gilt als Stammvater der Priester von Jerusalem. übertrug der Königdas Amt des abgesetzen Priesters Abjatar2,35 Abjatar: Sohn des Priesters aus Nob, später selbst Priester in Jerusalem. Er unterstützte David auf seinem Weg, König zu werden..

36Danach ließ der König Schimi2,36 Schimi: Stand bei Kämpfen um den Thron zunächst nicht auf der Seite König Davids, wurde aber später von David begnadigt; vgl. 2. Samuel 16,5-14 und 2. Samuel 19,16-24. herbeirufen.Er befahl ihm:»Bau dir ein Haus in Jerusalem2,36 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und wohne dort!Du darfst den Ort aber nicht mehr verlassen!37Sei dir darüber völlig klar:Wenn du den Ort verlässt und das Kidrontal2,37 Kidrontal: Kleines Tal östlich der Stadt Davids. überquerst,wirst du ganz sicher sterben!Du trägst dann selbst die Schuld an deinem Tod!«38Schimi antwortete dem König:»Ich bin einverstanden.Was du, mein Herr und König, anordnest,wird dein Knecht2,38 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. tun.«So wohnte Schimi einige Zeit in Jerusalem.

39Nach drei Jahren flohen zwei Sklaven Schimis2,39 Schimi: Stand bei Kämpfen um den Thron zunächst nicht auf der Seite König Davids, wurde aber später von David begnadigt; vgl. 2. Samuel 16,5-14 und 2. Samuel 19,16-24.zu Achisch2,39 Achisch: Zur Zeit Davids König der Philisterstadt Gat., dem Sohn Maachas, dem König von Gat.Man teilte Schimi mit: »Deine Sklaven sind in Gat2,39 Gat: Eine der fünf Hauptstädte der Philister, im Bergland zwischen Jerusalem und dem Mittelmeer gelegen.40Da machte sich Schimi auf, sattelte seinen Esel,ritt zu Achisch nach Gat und holte seine Sklaven.41Salomo2,41 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … wurde dieser Vorfall berichtet:»Schimi ist von Jerusalem2,41 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … nach Gat geritten,und er ist wieder zurückgekehrt.«42Da ließ der König Schimi holen und sagte ihm:»Hast du nicht beim Herrn geschworen?Habe ich dich nicht gewarnt?War dir nicht völlig klar:Wenn du die Stadt verlässt, wirst du sterben!Und du hast geantwortet: ›Ja, ich habe verstanden.‹43Warum hast du dich nicht an den Schwur gehalten,den du beim Herrn geleistet hast?Warum hast du nicht auf den Befehl gehört,den ich dir gegeben habe?«44Dann fuhr der König fort:»Du weißt ganz genau,was du meinem Vater David2,44 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … angetan hast.Der Herr soll dich dafür strafen.Deine eigene Bosheit soll auf dich zurückfallen2,44 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..45Aber mich, König Salomo, soll er segnen.So wird der Thron Davids2,45 Thron Davids: David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. vor dem Herrnfür alle Zeit fest gegründet sein.«46König Salomo gab daraufhin den Befehlan Benaja, den Sohn des Jojada.Der ging hinaus und schlug Schimi nieder,sodass er starb.Die Königsherrschaft war nun fest in Salomos Hand.
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Salomos Regierungsantritt

1. Könige 3,1–5,14

Salomos erste Taten als König

31Salomo3,1 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … wurde der Schwiegersohn des Pharao3,1 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.,des Königs von Ägypten.Er heiratete dessen Tochterund brachte sie in die Stadt Davids3,1 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9..Dort blieb sie,bis er seine Bauvorhaben beendet hatte:den Palast, den Tempel3,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrnund die Mauer um Jerusalem3,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….2– Damals gab es noch verschiedene Kultplätze3,2 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden.,an denen das Volk seine Opfer darbrachte.Der Tempel für den Namen des Herrn3,2 Name des HERRN: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart bei den Menschen. Der Tempel ist der Ort, an dem Gott dauerhaft gegenwärtig ist.war nämlich noch nicht gebaut. –3Salomo liebte den Herrnund hielt sich an die Anweisungen seines Vaters David3,3 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….Nur bei den Opfern wich er davon ab:Seine Schlachtopfer3,3 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und Räucheropfer3,3 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr …brachte auch er auf diesen Kultplätzen dar.

Salomo träumt

4Einmal ging der König nach Gibeon3,4 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem.,um dort ein Schlachtopfer3,4 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darzubringen.Gibeon war der bedeutendste Kultplatz3,4 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe außerhalb von Jerusalem. im ganzen Land.Auf dem Altar3,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … dort brachte Salomo 1000 Brandopfer3,4 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … dar.5In Gibeon erschien der Herr Salomo3,5 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … nachts im Traum.Gott sagte ihm:»Was immer du bittest, will ich dir geben.«6Salomo antwortete:»Deinem Knecht, meinem Vater David3,6 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …,hast du immer viel Gutes getan.Denn er war treu und gerecht3,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr …,und sein Herz3,6 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. war stets auf dich gerichtet.Er hat sein ganzes Leben nach dir ausgerichtet,und du hast ihm die Treue gehalten.Du hast ihm einen Sohn gegeben,der heute auf seinem Thron sitzt.7Ja, so ist es jetzt, Herr, mein Gott!Du selbst hast deinen Knecht zum König gemachtanstelle von meinem Vater David.Dabei bin ich doch noch ein junger Mannund weiß nicht aus noch ein.8Als dein Knecht stehe ich mitten3,8 mitten: Der König ist hier Stellvertreter Gottes. Er steht im Zentrum, weil alle Macht von ihm ausgeht. in deinem Volk,das du erwählt hast.Es ist ein großes Volk, so groß,dass es weder geschätzt noch gezählt werden kann.9Gib mir, deinem Knecht, ein hörendes Herz3,9 hörendes Herz: Das Herz ist Sitz des Verstandes und Willens. Salomo bittet darum, alles richtig verstehen zu können und so Entscheidungen im Einklang mit Gottes Willen zu treffen..Nur so kann ich dein Volk richtenund zwischen Gut und Böse unterscheiden.Wie sonst könnte man Recht schaffen in deinem Volk,das doch so bedeutend ist?«

10Es gefiel dem Herrn gut,dass Salomo3,10 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … genau darum gebeten hatte.11Gott sagte ihm:»Du hast weder um ein langes Leben gebetennoch um Reichtum oder den Tod deiner Feinde.Stattdessen hast du um Einsicht gebeten,um auf mich zu hören.Nur so kannst du gerechte Urteile fällen.12Darum werde ich deine Bitte erfüllen:Hiermit gebe ich dir ein weises3,12 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird. Mehr … und verständiges Herz3,12 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens..So wie du ist niemand vor dir gewesen,und nach dir wird es keinen geben wie dich.13Ich gebe dir sogar etwas, worum du nicht gebeten hast:Reichtum und Ehre.Kein anderer König wird sich mit dir vergleichen können,solange du lebst.14Ich werde dir ein langes Leben schenken.Richte dein ganzes Leben nach mir aus,wie dein Vater David3,14 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … es getan hat.Befolge also meine Gesetze und Gebote3,14 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr …

15Da erwachte Salomo3,15 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … und merkte: Er hatte geträumt.Er ging nach Jerusalem3,15 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … zurück,trat vor die Bundeslade3,15 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … des Herrnund brachte Brandopfer3,15 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … und Schlachtopfer3,15 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … dar.Danach veranstaltete er ein Festmahlund lud dazu alle seine Beamten ein.

Das salomonische Urteil

16Einmal hielt der König Gericht ab.Da traten zwei Huren vor ihn.17Die eine Frau fing an: »Bitte, mein Herr!Ich und diese Frau hier wohnen im selben Haus,und in diesem Haus habe ich ein Kind geboren.Diese Frau war bei der Geburt dabei.18Drei Tage nach meiner Entbindunghat auch sie ein Kind geboren.Wir waren beide allein.Keiner sonst war mit uns in dem Haus.Nur wir beide waren dort.19Doch in der Nacht starb der Sohn dieser Frau,weil sie sich auf ihn gelegt hatte.20Da stand sie mitten in der Nacht auf.Sie nahm mir meinen Sohn weg,während ich, deine Magd3,20 Magd: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen., noch schlief.Ihren toten Sohn aber legte sie mir in den Arm.21Am Morgen stand ich auf, um meinen Sohn zu stillen,da war er tot!Als ich ihn mir bei Tagesanbruch genauer ansah,merkte ich:Das war gar nicht mein Sohn, den ich geboren hatte!«22Daraufhin rief die andere Frau:»Nein! Mein Sohn lebt und dein Sohn ist tot!«Doch die erste Frau erwiderte:»Nein! Dein Sohn ist tot und mein Sohn lebt!«So stritten sie sich vor dem König.

23Schließlich sprach der König:»Die eine behauptet:Mein Sohn lebt und dein Sohn ist tot!Und die andere behauptet:Nein! Dein Sohn ist tot und mein Sohn lebt!«24Also ordnete er an: »Holt mir ein Schwert!«Als man ihm das Schwert brachte,25befahl der König:»Zerschneidet das lebende Kind in zwei Teile!Gebt die eine Hälfte der einen Frauund die andere Hälfte der anderen Frau!«26Da gab die Mutter des lebenden Kindes nach.Denn sie liebte ihr Kind über alles und rief:»Bitte, mein Herr! Gebt ihr das lebende Kind!Tötet es auf gar keinen Fall!«Die andere aber sagte:»Weder mir noch dir soll es gehören.Zerschneidet es!«27Daraufhin entschied der König:»Gebt das lebende Kind der ersten Frauund tötet es ja nicht!Sie ist seine Mutter.«

28Ganz Israel hörte von dem Urteil,das der König gefällt hatte.Sie hatten große Achtung vor dem König.Denn sie merkten,dass Gott ihm Weisheit3,28 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird. Mehr … geschenkt hatteund ihm half, gerechte Urteile zu fällen.
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Die Hofbeamten Salomos

41Salomo war König über ganz Israel4,1 ganz Israel: Meint hier das gesamte von König Salomo beherrschte Gebiet..2Die folgenden Männer waren seine Beamten:Asarja, der Sohn Zadoks, war der führende Priester.3Staatsschreiber4,3 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. waren Elihoref und Ahija,die Söhne von Schischa.Joschafat, der Sohn des Ahilud, war Staatssekretär4,3 Staatssekretär: Überwacht die Ausführung der Befehle des Königs und unterrichtet den König über Vorgänge im Volk..4Benaja, der Sohn des Jojada, war Kommandant des Heeres.Zadok und Abjatar4,4 Zadok, Abjatar: Bereits in 2. Samuel 20,25 als Priester zur Zeit König Davids genannt. waren weitere Priester.5Asarja überwachte die Verwalter der Provinzenund Sabud war Berater des Königs,beide waren Söhne des Natan.6Ahischar verwaltete den Königshof.Adoniram4,6 Adoniram: Bereits Beamter am Hof von König David, vgl. 2. Samuel 20,24. beschaffte Arbeiter für den König4,6 Arbeiter für den König: Männer aus dem Volk, die ohne Bezahlung die königlichen Bauvorhaben ausführen mussten..Er war der Sohn des Abda.

Die Provinzverwalter Salomos

7Salomo4,7 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr … setzte in ganz Israel zwölf Verwalter ein,die den Provinzen vorstanden.Sie sollten den König und seinen Hof versorgen.Jeder war für jeweils einen Monat im Jahr zuständig.8Dies sind die Namen der Verwalter und ihre Provinzen:Der Sohn des Hur war für das Gebirge Efraim4,8 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. zuständig.9Der Sohn des Deker war für Makaz4,9 Makaz: Ehemals eigenständiger kanaanitischer Stadtstaat. zuständig,für Schaalbim, Bet-Schemesch, Ajalon und Bet-Hanan4,9 Schaalbim, Bet-Schemesch, Ajalon, Bet-Hanan: Ehemals eigenständige Stadtstaaten in Kanaan..10Der Sohn des Hesed war für Arubbot zuständig,dazu noch für Socho und das Gebiet Hefer.11Der Sohn des Abinadab war zuständigfür das ganze Hügelland von Dor4,11 Dor: Eine Küstenstadt im Gebiet der Philister..Seine Frau war Tafat, die Tochter Salomos.12Baana, der Sohn des Ahilud, war zuständigfür Taanach, Megiddo4,12 Megiddo: Bedeutende Stadt im nördlichen Israel, an der Kreuzung zweier Handelsstraßen. und ganz Bet-Schean4,12 Bet-Schean: Bedeutende Stadt südwestlich des See Gennesaret, in einem fruchtbaren Tal gelegen. Dort kreuzten sich zwei Handelsstraßen..Das liegt bei Zaretan unterhalb von Jesreel4,12 Jesreel: Stadt am Ostrand der fruchtbaren Ebene Jesreel, in der die Könige Israels einen Palast hatten..Das Gebiet reicht von Bet-Schean bis Abel-Meholabis hinter Jokneam.13Der Sohn des Geber war für Ramot-Gilead zuständigund für die Landschaft Argob in Baschan4,13 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret..In Gilead4,13 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. lagen auch die Zeltdörfer des Jair,der ein Sohn des Manasse war.Insgesamt verwaltete der Sohn des Geber 60 große Städte,deren Tore mit Eisenriegeln4,13 Eisenriegel: In der Antike zum Verschließen von Türen und Toren verwendet. Aus Eisen gefertigte Riegel waren besonders schwer zu zerstören. versehen waren.14Ahinadab, der Sohn des Iddo, war für Mahanajim zuständig15und Ahimaaz für das Stammesgebiet von Naftali4,15 Naftali: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa..Er war mit Basemat, der Tochter Salomos, verheiratet.16Baana, der Sohn des Huschai,verwaltete Bealot und das Stammesgebiet von Ascher4,16 Ascher: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt am Mittelmeer, nördlich des Gebirges Karmel.17und Joschafat, der Sohn des Paruach,das Stammesgebiet von Issachar4,17 Issachar: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt südwestlich des See Gennesaret..18Schimi, der Sohn des Ela,verwaltete das Stammesgebiet von Benjamin4,18 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.19und Geber, der Sohn des Uri, das Gebiet Gilead.Dieses Land hatte früher fremden Königen gehört:dem Sihon4,19 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-32., dem König der Amoriter,und dem Og4,19 Og: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,33-35., dem König von Baschan.Für dieses ganze Gebiet gab es nur einen Verwalter.

20Die Menschen in Juda und Israel4,20 Juda und Israel: Meint das gesamte von König Salomo beherrschte Gebiet. Juda bezeichnet dabei den südlichen, Israel den nördlichen Teil.waren so zahlreich wie der Sand am Meer4,20 Sand am Meer: Das Bild nimmt die Verheißung auf, die Gott Abraham und Jakob, den Stammvätern der Israeliten, gegeben hat; vgl. 1. Mose/Genesis 22,17 und 1. Mose/Genesis 32,13..Sie hatten genug zu essen und zu trinkenund waren glücklich.