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Elija begegnet dem Palastvorsteher Obadja

181Mittlerweile18,1 Mittlerweile: 1. Könige 17,1 erzählt, wie der Prophet Elija König Ahab eine große Dürre ankündigt. dauerte die Dürre schon drei Jahre.Da kam das Wort des Herrn zu Elija18,1 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …:»Geh und zeig dich Ahab18,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.).!Ich will Tau18,1 Tau: Feuchtigkeit, die sich über Nacht in Form von Tröpfchen ablagert. So werden die Pflanzen im trockenen Sommer oder in der Wüste mit Wasser versorgt. auf den Ackerboden fallen lassen.«2Da ging Elija, um sich Ahab zu zeigen.

Der Hunger in Samaria18,2 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. war groß.3Also rief Ahab18,3 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). Obadja, der den Königshof verwalteteund große Ehrfurcht hatte vor dem Herrn.4Damals, als Isebel18,4 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien. die Propheten18,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn ausrottete,versteckte er 100 von ihnen in Höhlen.Er brachte jeweils 50 Mann in eine Höhleund versorgte sie mit Brot und Wasser.5Ahab befahl nun Obadja:»Geh durch das Land zu allen Wasserquellen und Bächen!Vielleicht finden wir noch Gras.Dann können wir die Pferde und Maultiere18,5 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt. am Leben haltenund müssen kein Tier töten.«6Die beiden teilten sich das Land auf,und jeder durchstreifte seinen Teil.Ahab ging in die eine, Obadja in die andere Richtung.

7Als Obadja unterwegs war,kam ihm plötzlich Elija18,7 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … entgegen.Obadja erkannte ihn, warf sich vor ihm niederund fragte: »Bist du es, mein Herr Elija?«8Der antwortete ihm: »Ich bin es.Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da!«9Er erwiderte: »Willst du mich wirklich zu Ahab18,9 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). schicken?Weißt du denn nicht, dass er mich töten wird?Welche Sünde habe ich denn begangen18,9 eine Sünde begehen: Handeln, das Gottes Willen widerspricht und dadurch eine Trennung zwischen Gott und Mensch bewirkt.?Ich stehe doch auf deiner Seite!10So gewiss der Herr, dein Gott, lebt!Mein Herr sucht dich18,10 Mein Herr sucht dich.: König Ahab und Elija sind sich bereits begegnet. Dabei hat Elija dem König eine große Dürre angekündigt, vgl. 1. Könige 17,1..Es gibt kein Volk und kein Königreich,zu dem er mich nicht geschickt hätte.Wenn sie sagten, dass du nicht da bist,reichte ihm das nicht.Er ließ das Königreich oder das Volk sogar schwören,dass man dich nicht gefunden hat.11Und nun forderst du mich auf:›Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da!‹12Wenn ich dich verlassen habe,kommt vielleicht der Geist des Herrn18,12 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr ….Der trägt dich fort an einen Ort,den ich nicht kenne.Komme ich zu Ahab, um ihm Meldung zu machen,findet er dich vielleicht nicht.Und was dann? Dann wird er mich töten!Dabei stehe ich doch auf deiner Seite.Von Jugend an habe ich Ehrfurcht18,12 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn.13Hat man dir, meinem Herrn, denn nicht berichtet,was ich getan habe?100 Propheten des Herrn versteckte ich vor Isebel18,13 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien.,die sie töten wollte.Ich brachte jeweils 50 Mann in eine Höhleund versorgte sie mit Brot und Wasser.14Und nun sagst du:›Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da!‹Wenn ich das tue, wird Ahab mich töten!«15Doch Elija antwortete ihm:»So gewiss der Herr Zebaot18,15 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … lebt,in dessen Dienst ich stehe!Heute noch werde ich mich Ahab zeigen.«16Obadja lief also Ahab entgegen und sagte es ihm.Da machte sich Ahab auf und lief Elija entgegen.

Elija und Ahab treffen sich

17Sobald Ahab18,17 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). Elija18,17 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … sah, rief er ihm zu:»Bist du der, der Israel18,17 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). ins Unglück stürzt?«18Da antwortete Elija: »Nicht ich stürze Israel ins Unglück,sondern du und das Haus deines Vaters18,18 Haus deines Vaters: Meint das Königshaus, das Ahabs Vater Omri gegründet hat..Ihr habt die Gebote18,18 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … des Herrn übertreten,du bist den Baalen18,18 Baal: Der palästinisch-syrische Wettergott Baal ist hier zum Sinnbild für alle fremden Götter geworden, deren Verehrung in Israel verboten war. nachgelaufen!19Nun schick Boten zu allen Israelitenund versammle sie am Berg Karmel.Auch die Propheten, die an Isebels18,19 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien. Tisch18,19 Tisch: Bild dafür, dass Isebel die Propheten am Hof wohnen lässt und versorgt. essen,sollen dazukommen:die 450 Propheten des Gottes Baalund die 400 Propheten der Göttin Aschera18,19 Aschera: Kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin, die als Partnerin des Gottes Baal verehrt wurde.

Der Herr erweist sich als Gott am Berg Karmel

20Ahab18,20 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). schickte Boten zu allen Israelitenund versammelte alle Propheten18,20 Propheten: Meint die Propheten des Baal und der Aschera, die am Hof von Ahab und Isebel leben. am Berg Karmel18,20 Berg Karmel: Höchste Erhebung im gleichnamigen Gebirge, das südlich des heutigen Haifa liegt..21Elija18,21 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … trat vor das ganze Volk und rief:»Wie lange schwankt ihr noch hin und herund könnt euch nicht zwischen beiden entscheiden?Ist der Herr Gott? Dann folgt ihm nach!Oder ist Baal18,21 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … Gott? Dann folgt ihm nach!«Doch das Volk gab ihm keine Antwort.

22Da fuhr Elija18,22 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … fort und forderte das Volk auf:»Ich allein bin als Prophet18,22 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn übrig,die Propheten des Baal18,22 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … sind dagegen 450.23Gebt uns zwei Stiere.Sie sollen einen Stier aussuchen,ihn zerteilen und auf das Holz legen.Nur Feuer sollen sie noch nicht machen.Ich werde den anderen Stier nehmenund ihn auf das Holz legen.Feuer werde ich auch keins machen.24Dann sollen sie den Namen ihres Gottes anrufen.Auch ich werde den Namen des Herrn anrufen.Welcher Gott wird antworten und Feuer schicken?Dieser ist der wahre Gott.«Da rief das ganze Volk:»Das ist ein guter Vorschlag!«

25Danach wandte sich Elija18,25 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … an die Propheten des Baal18,25 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr …:»Sucht euch einen Stier aus und bereitet ihn zu.Ihr seid zuerst dran, denn ihr seid so viele.Ruft ruhig den Namen eures Gottes an,aber ihr dürft kein Feuer machen!«26Da nahmen sie den Stier, den man ihnen übergab,und bereiteten ihn zu.Sie riefen den Namen Baals an.Vom Morgen bis zum Mittag schrien sie:»Baal, antworte uns!«Aber nichts war zu hören, keine Antwort.Dann tanzten sie hüpfend um den Altar18,26 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …,den sie gemacht hatten.27Als es Mittag wurde, verspottete Elija sie:»Ruft lauter! Er ist doch Gott, oder?Vielleicht muss er gerade etwas erledigen,ist kurz weggegangen oder verreist.Vielleicht schläft er auch.Ruft also lauter, dann wacht er auf!«28Sie riefen lauter.Mit Messern und Dolchen ritzten sie sich18,28 ritzten sie sich: Durch das Zufügen von Schmerzen wollen die Baalspriester ihren Gott zum Eingreifen bringen. Dieser Brauch ist in Israel verboten. selbst,bis das Blut an ihnen herabfloss.So war es bei ihnen Brauch.29Als der Mittag vorbei war,waren sie außer sich wie in einem Rausch.Das ging so bis zur Zeit des Speiseopfers18,29 Zeit des Speiseopfers: Am Tempel wurden zu regelmäßigen Zeiten am Tag Opfer dargebracht. Das abendliche Speiseopfer fand schon gegen 15 Uhr statt..Immer noch war nichts zu hören.Es gab keine Antwort, nichts geschah.

30Schließlich forderte Elija18,30 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … das ganze Volk auf:»Tretet her zu mir!«Da trat das ganze Volk zu ihm.Zuerst baute Elija den Altar18,30 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … des Herrn wieder auf,der zerstört war.31Dazu nahm er zwölf Steineentsprechend der Zahl der Stämme Jakobs.Das sind die Stämme Israels18,31 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr …,denn Jakob18,31 Jakob: Stammvater Israels, der mit Gott kämpft und deshalb von Gott den Namen Israel erhält; vgl. 1. Mose/Genesis 32,23-33. Der Name bedeutet übersetzt »Gotteskämpfer«. hatte damals einen anderen Namen bekommen.Der Herr hatte gesagt: »Du sollst Israel heißen!«32Aus diesen Steinen baute Elija einen Altarfür den Namen des Herrn.Rings um den Altar zog er einen großen Graben,zwei Eimer18,32 zwei Eimer: Wörtlich »zwei Sea«. Ein Sea ist ein Gefäß zum Messen von Flüssigkeiten und fasst etwa 7 l. Saatgut hätte man darin aussäen können.33Dann schichtete er Holz auf, zerteilte den Stierund legte ihn auf das Holz.34Schließlich befahl er: »Füllt vier Krüge mit Wasser!Gießt sie über das Opfertier und das Holz!«Noch einmal befahl er: »Tut es ein zweites Mal!«Sie taten es zum zweiten Mal.Und noch einmal befahl er: »Tut es ein drittes Mal!«Da taten sie es zum dritten Mal.35Das Wasser lief rings um den Altar,auch der Graben füllte sich mit Wasser.

36Als es Zeit für das Speiseopfer18,36 Zeit für das Speiseopfer: Am Tempel wurden zu regelmäßigen Zeiten am Tag Opfer dargebracht. Das abendliche Speiseopfer fand schon gegen 15 Uhr statt. war,trat der Prophet18,36 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Elija18,36 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … an den Altar18,36 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … und rief:»Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels18,36 Abraham, Isaak und Israel: Stehen zusammenfassend für die Anfänge des Volkes Israel, wie sie in 1. Mose/Genesis 12–50 erzählt werden.!Heute sollen alle erkennen, dass du Gott in Israel18,36 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). bist!Lass sie sehen, dass ich in deinem Dienst steheund in deinem Auftrag handle!37Antworte mir, Herr, antworte mir doch!Dieses Volk soll erkennen,dass du, Herr, der wahre Gott bist!Lass sie erfahren, wie du ihr Herz18,37 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. wendest,dass sie zu dir zurückkehren!«38Da kam das Feuer des Herrn herabund fraß das Opfertier, das Holz und die Steine.Sogar die Erde drum herum verbrannte es,und die Flammen leckten das Wasser im Graben auf.39Als das ganze Volk das sah,warfen sie sich mit dem Gesicht auf den Boden.Sie riefen: »Der Herr ist Gott!Der Herr ist Gott!«40Elija befahl ihnen:»Ergreift die Propheten des Baal18,40 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr …!Keiner von ihnen soll entkommen!«Sofort packte man sie.Dann ließ Elija sie an den Bach Kischon hinabführenund dort töten.

Elija betet um Regen

41Danach sagte Elija18,41 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … zu Ahab18,41 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.).:»Geh wieder hinauf an den Berg, iss und trink!Das Rauschen des Regens ist schon zu hören!«42Da ging Ahab hinauf, aß und trank.Elija aber stieg bis zum Gipfel des Karmel18,42 Karmel: Höchste Erhebung im gleichnamigen Gebirge, das südlich des heutigen Haifa liegt. hinauf.Dort kauerte er sich auf den Bodenund legte seinen Kopf zwischen die Knie.43Dann befahl er seinem Diener:»Geh noch höher und halte Ausschau!Beobachte, was sich am Meer tut!«Da stieg er hoch, hielt Ausschau und meldete:»Da ist nichts!«Elija aber befahl: »Geh noch einmal hinauf!« –insgesamt sieben Mal musste er hinaufgehen.44Beim siebten Mal meldete der Diener:»Da ist eine Wolke, klein wie die Hand eines Mannes.Die steigt gerade aus dem Meer auf.«Darauf sagte Elija: »Geh zu Ahab und richte ihm aus:Spann den Wagen an und fahr los,sonst hält dich der Regen noch auf!«45Dann ging es Schlag auf Schlag:Wolken verdunkelten den Himmel und Wind kam auf.Plötzlich fiel starker Regen.Ahab bestieg seinen Wagen und fuhr nach Jesreel18,45 Jesreel: Stadt am Ostrand der fruchtbaren Ebene Jesreel, in der die Könige Israels einen Palast hatten..46Da kam die Kraft des Herrn18,46 die Kraft des HERRN: Wörtlich »die Hand des Herrn«. Bild für die Macht Gottes, die einem Menschen besondere Fähigkeiten verleihen kann. über Elija.Er band seinen Mantel hoch,lief vor Ahab her und kam zuerst in Jesreel an.
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Der Prophet Elija am Gottesberg

1. Könige 19,1-21

Elija wünscht sich den Tod und wird gestärkt

191Ahab19,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). erzählte Isebel19,1 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien. alles,was Elija getan hatte –auch dass Elija19,1 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … alle Propheten des Baal19,1 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … getötet hatte.2Daraufhin schickte Isebel einen Boten zu Elijaund drohte ihm:»Die Götter sollen mir antun, was immer sie wollen,wenn ich deinem Leben nicht ein Ende setze!Morgen um diese Zeit soll es dir ergehenwie den Propheten, die du getötet hast!«3Da geriet Elija in große Angst.Er sprang auf und lief um sein Leben.So kam er nach Beerscheba19,3 Beerscheba: Wörtlich »Schwurbrunnen«. 90 km südwestlich von Jerusalem an einer wichtigen Handelsstraße gelegene Stadt mit Heiligtum. an die Grenze von Juda.Dort ließ er seinen Diener zurück.4Er selbst ging noch einen Tag lang weiter –tiefer in die Wüste hinein.Dann setzte er sich unter einen Ginsterstrauch19,4 Ginsterstrauch: Weiß blühende Wüstenpflanze, die in der baumlosen Wüste ausreichend Schatten bietet.und wünschte sich den Tod.»Es ist genug!«, sagte er.»Herr, nimm mir doch das Leben!Denn ich bin nicht besser als meine Vorfahren.«5Schließlich legte er sich hinund schlief unter dem Ginsterstrauch ein.

Plötzlich berührte ihn ein Engel19,5 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr …und forderte ihn auf: »Steh auf und iss!«6Als Elija19,6 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … um sich blickte,fand er etwas neben seinem Kopf:frisches Fladenbrot und einen Krug mit Wasser.Er aß und trank, dann legte er sich wieder schlafen.7Doch der Engel des Herrn erschien ein zweites Mal.Wieder berührte er ihn und sprach: »Steh auf und iss!Denn du hast einen weiten Weg vor dir!«

Elija begegnet Gott am Horeb

8Da stand Elija19,8 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … auf, aß und trank und ging los.Durch das Essen war er wieder zu Kräften gekommen.40 Tage und 40 Nächte19,8 40 Tage und 40 Nächte: Zeitraum, um sich auf eine Gottesbegegnung vorzubereiten. Dieselbe Zeit verbrachte Mose auf dem Gottesberg, als er die Zehn Gebote empfing; vgl. 2. Mose/Exodus 24,18. war er unterwegs,bis er den Horeb19,8 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20., den Berg Gottes, erreichte.9Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten.Doch da kam das Wort des Herrn zu ihm:»Was tust du hier, Elija?«10Elija antwortete:»Bis zum Äußersten bin ich für dich gegangen.Alles habe ich für dich getan,für den Herrn, den Gott Zebaot19,10 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!Denn die Israeliten haben deinen Bund19,10 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … verlassen.Sie haben deine Altäre19,10 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … niedergerissenund deine Propheten19,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … mit dem Schwert19,10 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. getötet.Ich allein bin übrig geblieben.Doch jetzt wollen sie auch mich umbringen!«11Da sprach Gott zu ihm: »Komm heraus!Stell dich auf den Berg vor den Herrn

Und wirklich, der Herr ging vorüber:Zuerst kam ein gewaltiger Sturm19,11 Sturm: Sturm, Erdbeben und Feuer begleiten die Gotteserscheinung am Berg Sinai; vgl. 2. Mose/Exodus 19,16-19.,der Berge sprengte und Felsen zerbrach.Der zog vor dem Herrn her,aber der Herr war nicht im Sturm.Nach dem Sturm kam ein Erdbeben19,11 Erdbeben: Sturm, Erdbeben und Feuer begleiten die Gotteserscheinung am Berg Sinai, vgl. 2. Mose/Exodus 19,16-19.Aber der Herr war nicht im Erdbeben.12Nach dem Erdbeben kam ein Feuer19,12 Feuer: Sturm, Erdbeben und Feuer begleiten die Gotteserscheinung am Berg Sinai, vgl. 2. Mose/Exodus 19,16-19..Aber der Herr war nicht im Feuer.Nach dem Feuer kam ein sanftes, feines Flüstern.13Als Elija19,13 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … das hörte,bedeckte er das Gesicht19,13 Gesicht bedecken: Elija schützt sich mit seinem Mantel, weil kein Mensch den Anblick Gottes aushalten kann. mit seinem Mantel.Dann trat er aus der Höhle herausund stellte sich an ihren Eingang.Da hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach:»Was tust du hier, Elija?«14Er antwortete:»Bis zum Äußersten bin ich für dich gegangen.Alles habe ich für dich getan,für den Herrn, den Gott Zebaot19,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!Denn die Israeliten haben deinen Bund19,14 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … verlassen.Sie haben deine Altäre19,14 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … niedergerissenund deine Propheten19,14 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … mit dem Schwert19,14 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. getötet.Ich allein bin übrig geblieben.Doch jetzt wollen sie auch mich umbringen!«

Elija bekommt einen neuen Auftrag

15Da sagte der Herr zu ihm:»Geh den Weg zurück, den du gekommen bist!Geh durch die Wüste bis nach Damaskus19,15 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr …und salbe Hasael zum König19,15 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen. über das Aramäerreich!16Auch Israel soll einen neuen König bekommen:Salbe Jehu19,16 Jehu: Hauptmann im Heer des Königs von Israel, der später selbst König des Nordreichs Israel wird., den Sohn des Nimschi, zum König.Setze außerdem einen Nachfolger für dich ein:Salbe Elischa19,16 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …, den Sohn des Schafat, aus Abel-Meholazum Propheten19,16 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….17Und so wird es kommen:Wer dem Schwert Hasaels19,17 Hasael: König des Aramäerreichs in Damaskus (842–810 v. Chr.). entkommt,den wird Jehu töten.Und wer dem Schwert Jehus entkommt,den wird Elischa töten.18Aber ich werde 7000 Mann in Israel übrig lassen:die, die ihre Knie nicht vor Baal19,18 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … gebeugt habenund ihn nicht mit dem Mund geküsst haben.«

Elija macht Elischa zu seinem Nachfolger

19Nachdem Elija19,19 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … vom Gottesberg weggegangen war,traf er unterwegs Elischa19,19 Elischa: Prophet im Nordreich Israel und Nachfolger des Propheten Elija. Mehr …, den Sohn des Schafat.Sie waren gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen19,19 Gespann zum Pflügen: Zwei Zugtiere wurden mit einem Joch zusammengespannt und zogen den Pflug hinter sich. Damit wurde der Ackerboden vor der Aussaat gelockert und gewendet..Elischa ging hinter dem zwölften Paar Rinder her.Elija trat zu ihm hin und warf seinen Mantel19,19 Mantel: Besonderer Mantel, der nur von Propheten getragen wurde. Elija zeigt durch diese Geste, dass Elischa sein Nachfolger werden soll. über ihn.20Da ließ Elischa die Rinder stehen,lief dem Propheten Elija nach und bat ihn:»Ich will meinen Eltern noch einen Abschiedskuss geben.Dann will ich dir folgen.«Elija antwortete ihm: »Geh nur und kehre um!Aber vergiss nicht, was ich für dich getan habe.«21Elischa wandte sich von ihm ab,nahm seine zwei Rinder und brachte sie als Opfer dar.Mit dem Holz des Jochs19,21 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Mehr … kochte er das Fleischund gab es den Leuten zum Essen.Danach stand er auf,folgte Elija und trat in seinen Dienst.
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Die Kriege mit den Aramäern

1. Könige 20,1-43

Ben-Hadad belagert die Stadt Samaria

201König Ben-Hadad von Aram20,1 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien. bot sein ganzes Heer auf.Außerdem hatten sich ihm 32 Könige angeschlossenund standen mit Pferden und Streitwagen20,1 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … bereit.So zog er gegen Samaria20,1 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. und belagerte die Stadt.

2Dann sandte er Boten in die Stadt zu König Ahab20,2 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). von Israel20,2 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)..3Er ließ ihm sagen: »So spricht Ben-Hadad:Dein Silber und dein Gold gehören mir!Auch deine Frauen und besten Söhne gehören mir!«4Da antwortete der König von Israel:»Ganz wie du willst, mein Herr und König.Ich gehöre dir und alles, was ich besitze.«

5Die Boten kamen ein zweites Mal und sagten:»So spricht Ben-Hadad:Ich habe dich aufgefordert,mir dein Gold und Silber zu gebenund deine Frauen und Söhne auszuliefern.6Doch morgen um diese Zeit fordere ich noch mehr:Ich schicke meine Soldaten zu dir.Die sollen in dein Haus eindringen und es durchsuchen,auch die Häuser deiner Beamten sollen sie durchsuchen.Alles, was ihnen wertvoll erscheint,werden sie packen und mitnehmen.«

7Der König von Israel suchte daraufhin Ratund rief alle Ältesten20,7 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. des Landes zusammen:»Merkt und seht ihr jetzt, dass er Böses vorhat?Er hat von mir meine Frauen und Söhne gefordert,dazu noch mein Gold und Silber.Nichts davon habe ich ihm verweigert.«8Da antworten ihm alle Ältesten und das ganze Volk:»Gehorche ihm nicht! Stimme dem nicht zu!«9Also ließ er die Boten des Ben-Hadad wissen:»Richtet meinem Herrn, dem König, aus:Was du zuerst von deinem Knecht20,9 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. gefordert hast,werde ich tun.Aber diese weitere Forderung kann ich nicht erfüllen!«Die Boten gingen und überbrachten die Antwort.10Darauf schickte Ben-Hadad noch einmal Boten zu ihm:»Die Götter sollen mir antun, was sie wollen,wenn es sich nicht so verhält:Mein Heer ist zahlreicher als der Staub in Samaria20,10 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..Euer Dreck kann die Hände meiner Soldaten nicht füllen20,10 die Hände der Soldaten füllen: Bild für die Plünderung der Stadt nach ihrer Eroberung.11Der König von Israel antwortete darauf:»Richtet ihm aus: Wer eine Rüstung anlegt,soll nicht so stolz daherreden wie der,der sie bereits abgelegt hat!«12Ben Hadad erhielt diese Nachricht,als er gerade mit den Königen in den Zelten trank.Sofort befahl er seinen Leuten: »Greift an!«Und sie bereiteten den Sturm auf die Stadt vor.

Ahab schlägt die Aramäer in die Flucht

13Da kam ein Prophet20,13 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … zu König Ahab20,13 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). von Israelund sprach: »So spricht der Herr:Hast du diese große Menschenmenge gesehen?Heute werde ich sie in deine Gewalt geben.Daran wirst du erkennen, dass ich der Herr bin!«14Ahab fragte: »Durch wen denn?«Der Prophet antwortete: »So spricht der Herr20,14 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Durch die Truppen der Provinzverwalter!«Ahab fragte weiter:»Wer wird den Kampf beginnen?«Der Prophet antwortete: »Du!«

15Da musterte Ahab20,15 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). die Truppen der Provinzverwalter:Es waren 232 Mann.Danach musterte er das ganze Volk Israel:Es waren 7000 Mann.16Gegen Mittag rückten sie aus,während Ben-Hadad in den Zelten immer weiter trank –zusammen mit den 32 Königen, die ihn unterstützten.17Zuerst rückten die Truppen der Provinzverwalter aus.Ben-Hadads Kundschafter meldeten ihm:»Männer rücken aus Samaria20,17 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. aus.«18Er befahl: »Nehmt sie gefangen,wenn sie in friedlicher Absicht kommen!Und nehmt sie ebenfalls gefangen,wenn sie zum Kampf ausgezogen sind!«19Hinter den Truppen der Provinzverwalterfolgte das ganze restliche Heer.20Als sie alle aus der Stadt ausgerückt waren,erschlug jeder von ihnen seinen Gegner.Die Aramäer mussten fliehen,verfolgt von den Israeliten.König Ben-Hadad von Aram entkam auf einem Pferd,einige Reiter waren bei ihm.21Dann rückte auch der König von Israel ausund vernichtete die Pferde und Wagen.So fügte er Aram eine schwere Niederlage zu.

Die Aramäer ziehen noch einmal in den Krieg

22Der Prophet20,22 der Prophet: Gemeint ist der nicht namentlich genannte Prophet aus 1. Könige 20,13, der noch eine Botschaft für Ahab hat. kam noch einmal zum König von Israel20,22 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).und sprach zu ihm: »Geh und rüste dich!Überlege dir gut, was zu tun ist!Denn schon zum Jahreswechselwird der König von Aram20,22 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien. wieder gegen dich ziehen.«

23Dem König von Aram20,23 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien. hatten nämlich seine Männer geraten:»Ihr Gott ist doch ein Gott der Berge.Deshalb waren sie uns überlegen.Kämpfen wir mit ihnen aber in der Ebene,werden sie uns nicht schlagen.24Nur das eine solltest du tun:Entferne die Könige aus ihrer Stellungund ersetze sie durch Hauptleute!25Dann sammle wieder ein Heer,so groß wie das, das du verloren hast.Besorge dir noch einmal Pferde und Streitwagen20,25 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr …,so viele wie die, die du verloren hast.Dann wollen wir mit ihnen in der Ebene kämpfen.Dort werden wir ihnen überlegen sein.«Er hörte auf ihren Rat und tat genau das.26Zum Jahreswechsel musterte Ben-Hadad die Aramäer.Dann zog er nach Afek20,26 Afek: Stadt im Nordreich Israel., um gegen Israel zu kämpfen.27Die Israeliten hatten auch ihr Heer gesammelt,sich gut gerüstet und zogen ihnen entgegen.Sie lagerten sich gegenüber den Aramäernund wirkten dabei wie zwei Ziegenherden20,27 zwei Ziegenherden: Bild, das die geringe Größe und Unordnung von Israels Heer zum Ausdruck bringt..Die Aramäer dagegen füllten das ganze Land.

28Da trat der Gottesmann20,28 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder. zum König von Israelund verkündete: »So spricht der Herr20,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Die Aramäer haben ja gesagt:›Der Herr ist doch nur ein Gott der Berge,er hat keine Macht in der Ebene.‹Deshalb gebe ich diese große Menge in deine Gewalt.Daran werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin!«29Beide Heere lagerten einander sieben Tage gegenüber.Am siebten Tag kam es zum Kampf:Die Israeliten schlugen die Aramäerund töteten an einem Tag 100.000 Fußsoldaten.30Die übrigen flohen in die Stadt Afek20,30 Afek: Stadt im Nordreich Israel..Aber dort stürzte die Stadtmauer einund weitere 27.000 Mann wurden darunter begraben.Auch Ben-Hadad war in die Stadt geflohenund suchte dort verzweifelt nach einem Versteck.

31Da gaben ihm seine Männer einen Rat:»Wir haben gehört,dass die Könige von Israel gnädig sind.Ziehen wir doch Trauerkleidung an –um die Hüfte ein Trauergewand20,31 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt., um den Kopf ein Tuch.So gehen wir zum König von Israel hinaus.Vielleicht schenkt er dir das Leben.«32Sie zogen also Trauerkleider an –um die Hüfte ein Trauergewand,um den Kopf ein Tuch.So kamen sie zum König von Israel und flehten ihn an:»Dein Knecht20,32 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. Ben-Hadad bittet dich:Schenk mir das Leben!«Der König entgegnete: »Er lebt noch?Er ist für mich wie ein Bruder!«33Die Männer nahmen das als gutes Zeichen.Sie wollten es bestätigt haben und versicherten:»Ja, Ben-Hadad ist dein Bruder.«Der König befahl: »Geht und holt ihn!«Da ging Ben-Hadad zu ihm hinaus,und der König ließ ihn auf seinen Wagen20,33 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … steigen.34Ben-Hadad versprach ihm:»Ich werde dir die Städte zurückgeben,die mein Vater deinem Vater abgenommen hat.Auch kannst du in Damaskus20,34 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr … Handelshäuser betreiben,wie mein Vater es in Samaria20,34 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. getan hat.«Ahab stimmte zu und schlug vor:»Wir machen einen Vertrag, und ich lasse dich ziehen.«So schlossen sie einen Vertrag,und Ahab ließ Ben-Hadad ziehen.

Ein Prophet zieht Ahab zur Rechenschaft

35Ein Mann, der zu einer Gruppe junger Propheten20,35 Gruppe junger Propheten: Zusammenschluss von jungen Männern, die sich unter Anleitung eines älteren Propheten auf ihre Aufgabe als Propheten vorbereiten. gehörte,bekam einen Auftrag vom Herrn.Deswegen forderte er einen anderen auf: »Schlag mich!«Der weigerte sich aber, ihn zu schlagen.36Darauf sagte der erste:»Du hast dem Herrn nicht gehorcht!Darum wird dich ein Löwe töten,sobald du von mir weggehst.«Kaum hatte sich der Mann von ihm entfernt,fiel ihn ein Löwe an und tötete ihn.

37Dann traf er einen anderenund forderte auch ihn auf: »Schlag mich!«Der schlug ihn, bis er blutete.38So zugerichtet ging der Prophet20,38 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … losund stellte sich dem König in den Weg.Den Kopf hatte er mit einem Tuch verbunden,um nicht erkannt zu werden.39Als der König vorbeizog, rief er ihm zu:»Dein Knecht20,39 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. war mitten im Kampf.Da kam ein anderer Mann,brachte einen Gefangenen zu mir und sagte:›Bewache diesen Mann!Wenn er entkommt,kostet es dich dein Leben oder 34 kg20,39 34 kg: Wörtlich »Ein Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg Silber. Silber.‹40Als dein Knecht mit anderen Dingen beschäftigt war,war der Gefangene auf einmal weg.«Da sprach der König von Israel:»Du hast dir selbst dein Urteil gesprochen.«41Da zog der Prophet schnell das Tuch vom Kopf.Der König von Israel erkannte ihn sofortals einen der Propheten.42Der Prophet verkündete ihm:»So spricht der Herr20,42 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Du hast den Mann freigelassen20,42 den Mann freigelassen: 1. Könige 20,34 erzählt, dass König Ahab mit dem besiegten Ben-Hadad einen Vertrag geschlossen hat. Da aber Gott dem König den Sieg ermöglichte, hätte Ahab Ben-Hadad dem Untergang weihen müssen.,den ich dem Untergang geweiht20,42 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht. hatte.Deshalb fordere ich dein Leben für sein Leben,und deinem Volk soll es wie seinem Volk ergehen!«43Bedrückt und zornig kehrte der König von Israel heimund kam nach Samaria.