BasisBibel (BB)
16

161Da kam das Wort des Herrn16,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jehu.

Der war ein Sohn des Hananiund sollte Bascha16,1 Bascha: König des Nordreichs Israel (906–883 v. Chr.). die Strafe Gottes ankündigen:2»Habe ich dich nicht groß gemachtund aus dem Staub emporgehoben16,2 aus dem Staub emporheben: Bild für die unverdiente Beförderung von einem niedrigen Status in einen hohen Rang.?Habe ich dich nicht zum königlichen Hirten16,2 königlicher Hirte: Ehrentitel für Könige im Alten Orient, der anzeigt, dass sie für den Schutz ihres Volkes zuständig sind. Auch König Saul und König David trugen diesen Titel, vgl. 1. Samuel 9,16 und 1. Könige 1,35. gemachtüber mein Volk Israel?Du aber bist dem schlechten Vorbild Jerobeams gefolgt.Du hast mein Volk zur Sünde16,2 Sünde: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32. verführt,und sie haben mich durch ihre Sünden zornig gemacht.3Also werde ich Bascha und sein Königshaus hinwegfegen.Deiner Familie soll es ergehenwie der Familie Jerobeams16,3 Familie Jerobeams: Bascha tötete Jerobeams Sohn und seine ganze Familie. So löschte er das Königshaus Jerobeam aus, vgl. 1. Könige 15,25-32., des Sohnes Nebats.4Wer von Baschas Leuten in der Stadt stirbt,den sollen die Hunde fressen.Wer von ihnen auf dem Feld stirbt,den sollen die Vögel des Himmels fressen!«

5Die übrigen Berichte über Bascha16,5 Bascha: König des Nordreichs Israel (906–883 v. Chr.). finden sichin der Chronik der Könige von Israel16,5 Chronik der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind seine Erfolge und Taten aufgeschrieben.6Dann starb Bascha und wurde in Tirza16,6 Tirza: 55 km nördlich von Jerusalem gelegene Residenzstadt des Königs im Nordreich Israel. begraben.Sein Sohn Ela16,6 Ela: König des Nordreichs Israel (883–882 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.7Doch nicht lange:Denn der Prophet Jehu, der Sohn des Hanani,hatte ein Wort des Herrn erhalten.Er hatte Bascha und seiner Familie Strafe angekündigt.Denn er hatte viel Böses getan,das dem Herrn missfiel und ihn zornig machte.Also sollte es ihm ergehen wie der Familie Jerobeams16,7 Familie Jerobeams: Bascha tötete Jerobeams Sohn und seine ganze Familie. So löschte er das Königshaus Jerobeam aus, vgl. 1. Könige 15,25-32.,die er erschlagen hatte.

Nordreich Israel: König Ela

8Im 26. Regierungsjahr des Königs Asa16,8 Asa: König des Südreichs Juda (908–868 v. Chr.). von Juda16,8 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …wurde Ela16,8 Ela: König des Nordreichs Israel (883–882 v. Chr.)., der Sohn des Bascha, König über Israel16,8 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)..Zwei Jahre regierte er in Tirza16,8 Tirza: 55 km nördlich von Jerusalem gelegene Residenzstadt des Königs im Nordreich Israel..9Gegen ihn wurde eine Verschwörung angezetteltvon einem seiner eigenen Männer namens Simri16,9 Simri: 882 v. Chr. König des Nordreichs Israel..Simri war Kommandant über die Hälfte der Streitwagen16,9 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr ….Der König war gerade in Tirza im Haus des Arza,der den Königshof verwaltete.Dort hatte er sich völlig betrunken.10Da kam Simri herein,schlug ihn tot und machte sich zum König.Das war im 27. Regierungsjahr16,10 27. Regierungsjahr: Das ist das Jahr 882 v. Chr. des König Asa von Juda.11Sobald er König geworden warund den Thron bestiegen hatte,ließ er die ganze Familie des Bascha hinrichten.Er ließ keinen übrig, der an die Wand pisste16,11 an die Wand pissen: Verächtliche Bezeichnung für die männlichen Nachkommen König Baschas.,weder Verwandte noch Freunde des Bascha.12Simri löschte also das ganze Haus Bascha16,12 Haus Bascha: Bezeichnung für die Familie König Baschas mit allen Angehörigen. aus,wie es der Herr über Bascha vorausgesagt hatte.Der Prophet Jehu16,12 Prophet Jehu: Die Worte, die Jehu von Gott empfängt, finden sich in 1. Könige 16,1-4. hatte das Wort mitgeteilt.13Es war die Strafe für alle die Sünden16,13 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … des Baschaund seines Sohnes Ela.Sie hatten nicht nur diese Sünden begangen,sondern auch noch Israel dazu verführt.So hatten sie den Herrn, den Gott Israels,zornig gemacht durch ihre nichtigen Götzen16,13 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild..

14Die übrigen Berichte über Ela16,14 Ela: König des Nordreichs Israel (883–882 v. Chr.). finden sichin der Chronik der Könige von Israel16,14 Chronik der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind seine Taten aufgeschrieben.

Nordreich Israel: König Simri

15Im 17. Regierungsjahr des Königs Asa16,15 Asa: König des Südreichs Juda (908–868 v. Chr.). von Juda16,15 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …wurde Simri16,15 Simri: 882 v. Chr. König des Nordreichs Israel. König in Tirza16,15 Tirza: 55 km nördlich von Jerusalem gelegene Residenzstadt des Königs im Nordreich Israel..Er regierte aber nur sieben Tage lang.Damals lagerte das Heer bei Gibbeton,das den Philistern16,15 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … gehörte.16Bald schon hörte das Volk die Nachricht:»Simri hat eine Verschwörung angezetteltund den König erschlagen!«Ganz Israel machte daraufhin Omri16,16 Omri: König des Nordreichs Israel (882–871 v. Chr.). zum König,den Heerführer von Israel.So hatten sie es im Heerlager entschieden.17Omri zog nun mit ganz Israel von Gibbeton herauf,um die Hauptstadt Tirza zu belagern.18Als Simri sah, dass die Stadt eingenommen war,flüchtete er in den befestigten Teil des Palastes.Im vorderen Teil des Palastes legte er Feuer,kam dabei aber selbst in den Flammen um.19Das war die Strafe für die Sünden,die er begangen hatte.Er tat, was der Herr verurteilt,und folgte dem schlechten Vorbild Jerobeams16,19 das schlechte Vorbild Jerobeams: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32..Er hatte nicht nur diese Sünden begangen,sondern auch noch Israel dazu verführt.

20Die übrigen Berichte über Simri16,20 Simri: 882 v. Chr. König des Nordreichs Israel. finden sichin der Chronik der Könige von Israel16,20 Chronik der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort ist seine Verschwörung aufgeschrieben.

Nordreich Israel: König Omri

21Damals war das Volk Israel gespalten:Ein Teil unterstützte Tibni, den Sohn Ginats,und machte ihn zum König.Der andere Teil des Volkes unterstützte Omri.22Doch die Anhänger des Omri waren stärkerals die Anhänger von Tibni, dem Sohn des Ginat.Als Tibni starb, wurde Omri König.23Im 31. Regierungsjahr des Königs Asa16,23 Asa: König des Südreichs Juda (908–868 v. Chr.). von Judawurde Omri16,23 Omri: König des Nordreichs Israel (882–871 v. Chr.). König über Israel.Zwölf Jahre regierte er als König,davon sechs Jahre in Tirza16,23 Tirza: 55 km nördlich von Jerusalem gelegene Residenzstadt des Königs im Nordreich Israel..24Er kaufte die bergige Gegend um Samaria16,24 Samaria: 60 km nördlich von Jerusalem gelegene Stadt.für 68 kg16,24 68 kg Silber: Wörtlich »2 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Silber von einem Mann namens Schemer.Dann fing er an, dort eine Stadt zu bauen,und nannte sie Samaria.Er nannte sie so nach Schemer16,24 Schemer: Im Hebräischen sehen sich die Wörter Schemer und Samaria sehr ähnlich.,dem Vorbesitzer der bergigen Gegend.25Omri tat, was der Herr verurteilt.Er handelte sogar noch schlimmer als alle vor ihm.26Er folgte dem schlechten Vorbild Jerobeamsund setzte die Sünden des Sohnes von Nebat16,26 Sünden des Sohnes von Nebat: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32. fort.Jerobeam hatte Israel16,26 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). ja dazu verführt,dass sie sich nichtige Götzen16,26 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. gemacht hatten.So machten sie den Herrn, den Gott Israels, zornig.

27Die übrigen Berichte über Omri16,27 Omri: König des Nordreichs Israel (882–871 v. Chr.). finden sichin der Chronik der Könige von Israel16,27 Chronik der Könige von Israel: Ein uns unbekanntes Buch, das vermutlich Aufzeichnungen über den Königshof und die Regierungszeit einzelner Könige umfasste..Dort sind seine Erfolge und Taten aufgeschrieben.28Dann starb Omri und wurde in Samaria16,28 Samaria: 60 km nördlich von Jerusalem gelegene Stadt. begraben.Sein Sohn Ahab16,28 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.

Nordreich Israel: König Ahab

29Im 38. Regierungsjahr des Königs Asa16,29 Asa: König des Südreichs Juda (908–868 v. Chr.). von Judawurde Ahab16,29 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)., der Sohn des Omri, König über Israel.22 Jahre reagierte er über Israel in Samaria16,29 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört..30Ahab tat, was der Herr verurteilt.Er handelte sogar noch schlimmer als alle vor ihm.31Und es war noch das kleinste Vergehen,dass er die Sünden16,31 Sünden: König Jerobeam I. hatte Statuen von goldenen Kälbern anfertigen und sie als Götterstatuen in Tempeln außerhalb Jerusalems anbeten lassen, vgl. 1. Könige 12,25-32. fortsetzte,die Jerobeam, der Sohn des Nebat, getan hatte.Nein! Er nahm sogar Isebel zur Frau,die Tochter des Etbaal16,31 Etbaal: Der Name bedeutet übersetzt »Mit mir ist Baal«. Auch seine Tochter Isebel verehrte den Gott Baal., des Königs von Sidon.Dann ging er hin, verehrte Baal16,31 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … und betete ihn an.32Er baute in Samaria sogar einen Tempel für Baalund errichtete dort einen Altar16,32 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … für Baal!33Auch einen Kultpfahl16,33 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. ließ Ahab aufstellen.Er hörte einfach nicht damit auf,den Herrn, den Gott Israels, zornig zu machen –mehr als alle seine Vorgänger.

34In seiner Regierungszeit baute Hiel aus Bet-El16,34 Bet-El: Staatsheiligtum an der Südgrenze Israels, 16 km nördlich von Jerusalem.die Stadt Jericho16,34 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. Mehr … wieder auf.Als er die Fundamente legte,kostete ihn das seinen ältesten Sohn Abiram.Als er die Stadttore einsetzte,kostete ihn das seinen jüngsten Sohn Segub.So erfüllte sich das Wort des Herrn,das er durch Josua16,34 Josua: Dieses Wort bezieht sich auf den Schwur des Josua in Josua 6,26., den Sohn Nuns, gesprochen hatte.
17

Prophetenerzählungen

1. Könige 17,1–22,54

Der Prophet Elija und die Dürrekatastrophe

1. Könige 17,1–18,46

Der Prophet Elija kündigt Ahab eine Dürrekatastrophe an

171Elija17,1 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …, ein Tischbiter aus Tischbe in Gilead,kündigte Ahab17,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). an:»So gewiss der Herr, der Gott Israels, lebt,in dessen Dienst ich stehe!Es wird in diesen Jahren weder Tau noch Regen geben –es sei denn, dass ich es befehle.«

Gott versorgt Elija am Bach Kerit

2Danach kam das Wort des Herrn zu Elija17,2 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …:3»Geh weg von hier in Richtung Osten!Versteck dich am Bach Kerit17,3 Kerit: Bach im heutigen Jordanien., der in den Jordan17,3 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … fließt!4Aus dem Bach kannst du trinken.Den Raben habe ich befohlen, dich dort zu versorgen.«5Da ging er los und tat, was der Herr befohlen hatte.Er ging und setzte sich an den Bach Kerit,der in den Jordan fließt.6Morgens und abends brachten Raben ihm Brot und Fleisch.Trinken konnte er aus dem Bach.7Aber nach einiger Zeit trocknete der Bach aus,denn es gab keinen Regen im Land.

Elija hilft einer Witwe in Sarepta

8Da kam das Wort des Herrn zu Elija17,8 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …:9»Auf, geh nach Sarepta, das bei Sidon17,9 Sidon: Bedeutende Hafenstadt der Phönizier am östlichen Mittelmeer, im heutigen Libanon gelegen. Mehr … liegt!Bleib dort! Denn ich habe einer Witwe befohlen,dich dort zu versorgen.«10Da machte sich Elija nach Sarepta auf.Als er an das Stadttor kam,war dort eine Witwe, die Holz auflas.Elija sprach sie an und sagte:»Hol mir doch bitte einen kleinen Krug mit Wasser.Ich möchte etwas trinken.«11Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach:»Bring mir doch bitte auch ein Stück Brot mit.«12Da antwortete sie:»So gewiss der Herr, dein Gott, lebt!Ich habe überhaupt keine Vorräte mehr.Nur noch eine Handvoll Mehl ist im Krugund etwas Öl in der Kanne.Ich wollte gerade ein paar Hölzchen sammeln,wieder heimgehen und etwas aus den Resten backen.Mein Sohn und ich wollten noch einmal etwas essenund danach sterben.«

13Da sprach Elija17,13 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …: »Fürchte dich nicht!Geh nur und tu, was du gesagt hast.Aber mach zuerst für mich ein kleines Brotund bring es zu mir heraus.Danach kannst du für dich und deinem Sohn etwas backen.14Denn so spricht der Herr, der Gott Israels:Der Mehlkrug wird nicht leer werden,und die Ölkanne wird nicht versiegen.Das wird so bleiben bis zu dem Tag,an dem der Herr wieder Regen schenktund es auf den Ackerboden regnen wird.«

15Sie ging los und tat, was Elija17,15 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … gesagt hatte.Und tatsächlich hatten sie alle drei zu essen:Elija, die Frau und ihr Sohn, Tag für Tag.16Der Mehlkrug wurde nicht leerund die Ölkanne versiegte nicht.So hatte es der Herr durch Elija gesagt.

Elija macht den Sohn der Witwe wieder lebendig

17Die Witwe nahm Elija17,17 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … in ihr Haus auf.Doch nach einiger Zeit wurde ihr Sohn krank.Seine Krankheit wurde so schlimm,dass er nicht mehr atmete.18Da sprach sie zu Elija:»Was soll das, Gottesmann17,18 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder.?Bist du gekommen, um mich an eine Schuld zu erinnern?Lässt du meinen Sohn deshalb sterben?«19Er antwortete ihr: »Gib mir deinen Sohn!«Da nahm Elija ihn aus ihrem Schoßund brachte ihn hinauf ins Dachgeschoss, wo er wohnte.Dort legte er ihn auf sein Bett.20Er rief zum Herrn und sprach:»Herr, mein Gott, meinst du es böse mit der Witwe?Ich bin doch bei ihr zu Gast.Willst du ihren Sohn wirklich sterben lassen?«21Dann legte er sich dreimal auf das tote Kindund rief zum Herrn und flehte:»Herr, mein Gott, lass das Leben zurückkehren!Lebenskraft soll wieder in dem Kind sein!«22Der Herr hörte auf das Gebet des Elija:Die Lebenskraft kehrte in das Kind zurück,und es wurde wieder lebendig.23Elija nahm das Kindund trug es vom Dachgeschoss hinab ins Haus.Dann gab er es seiner Mutter mit den Worten:»Sieh doch: Dein Sohn lebt!«24Da sagte die Frau zu Elija:»Jetzt weiß ich sicher, dass du ein Gottesmann bist.Wenn du im Auftrag des Herrn etwas ankündigst,dann ist das die Wahrheit!«
18

Elija begegnet dem Palastvorsteher Obadja

181Mittlerweile18,1 Mittlerweile: 1. Könige 17,1 erzählt, wie der Prophet Elija König Ahab eine große Dürre ankündigt. dauerte die Dürre schon drei Jahre.Da kam das Wort des Herrn zu Elija18,1 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr …:»Geh und zeig dich Ahab18,1 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.).!Ich will Tau18,1 Tau: Feuchtigkeit, die sich über Nacht in Form von Tröpfchen ablagert. So werden die Pflanzen im trockenen Sommer oder in der Wüste mit Wasser versorgt. auf den Ackerboden fallen lassen.«2Da ging Elija, um sich Ahab zu zeigen.

Der Hunger in Samaria18,2 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. war groß.3Also rief Ahab18,3 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). Obadja, der den Königshof verwalteteund große Ehrfurcht hatte vor dem Herrn.4Damals, als Isebel18,4 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien. die Propheten18,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn ausrottete,versteckte er 100 von ihnen in Höhlen.Er brachte jeweils 50 Mann in eine Höhleund versorgte sie mit Brot und Wasser.5Ahab befahl nun Obadja:»Geh durch das Land zu allen Wasserquellen und Bächen!Vielleicht finden wir noch Gras.Dann können wir die Pferde und Maultiere18,5 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt. am Leben haltenund müssen kein Tier töten.«6Die beiden teilten sich das Land auf,und jeder durchstreifte seinen Teil.Ahab ging in die eine, Obadja in die andere Richtung.

7Als Obadja unterwegs war,kam ihm plötzlich Elija18,7 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … entgegen.Obadja erkannte ihn, warf sich vor ihm niederund fragte: »Bist du es, mein Herr Elija?«8Der antwortete ihm: »Ich bin es.Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da!«9Er erwiderte: »Willst du mich wirklich zu Ahab18,9 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). schicken?Weißt du denn nicht, dass er mich töten wird?Welche Sünde habe ich denn begangen18,9 eine Sünde begehen: Handeln, das Gottes Willen widerspricht und dadurch eine Trennung zwischen Gott und Mensch bewirkt.?Ich stehe doch auf deiner Seite!10So gewiss der Herr, dein Gott, lebt!Mein Herr sucht dich18,10 Mein Herr sucht dich.: König Ahab und Elija sind sich bereits begegnet. Dabei hat Elija dem König eine große Dürre angekündigt, vgl. 1. Könige 17,1..Es gibt kein Volk und kein Königreich,zu dem er mich nicht geschickt hätte.Wenn sie sagten, dass du nicht da bist,reichte ihm das nicht.Er ließ das Königreich oder das Volk sogar schwören,dass man dich nicht gefunden hat.11Und nun forderst du mich auf:›Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da!‹12Wenn ich dich verlassen habe,kommt vielleicht der Geist des Herrn18,12 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr ….Der trägt dich fort an einen Ort,den ich nicht kenne.Komme ich zu Ahab, um ihm Meldung zu machen,findet er dich vielleicht nicht.Und was dann? Dann wird er mich töten!Dabei stehe ich doch auf deiner Seite.Von Jugend an habe ich Ehrfurcht18,12 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn.13Hat man dir, meinem Herrn, denn nicht berichtet,was ich getan habe?100 Propheten des Herrn versteckte ich vor Isebel18,13 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien.,die sie töten wollte.Ich brachte jeweils 50 Mann in eine Höhleund versorgte sie mit Brot und Wasser.14Und nun sagst du:›Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da!‹Wenn ich das tue, wird Ahab mich töten!«15Doch Elija antwortete ihm:»So gewiss der Herr Zebaot18,15 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … lebt,in dessen Dienst ich stehe!Heute noch werde ich mich Ahab zeigen.«16Obadja lief also Ahab entgegen und sagte es ihm.Da machte sich Ahab auf und lief Elija entgegen.

Elija und Ahab treffen sich

17Sobald Ahab18,17 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). Elija18,17 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … sah, rief er ihm zu:»Bist du der, der Israel18,17 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). ins Unglück stürzt?«18Da antwortete Elija: »Nicht ich stürze Israel ins Unglück,sondern du und das Haus deines Vaters18,18 Haus deines Vaters: Meint das Königshaus, das Ahabs Vater Omri gegründet hat..Ihr habt die Gebote18,18 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … des Herrn übertreten,du bist den Baalen18,18 Baal: Der palästinisch-syrische Wettergott Baal ist hier zum Sinnbild für alle fremden Götter geworden, deren Verehrung in Israel verboten war. nachgelaufen!19Nun schick Boten zu allen Israelitenund versammle sie am Berg Karmel.Auch die Propheten, die an Isebels18,19 Isebel: Ehefrau von König Ahab. Sie stammte aus Phönizien. Tisch18,19 Tisch: Bild dafür, dass Isebel die Propheten am Hof wohnen lässt und versorgt. essen,sollen dazukommen:die 450 Propheten des Gottes Baalund die 400 Propheten der Göttin Aschera18,19 Aschera: Kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin, die als Partnerin des Gottes Baal verehrt wurde.

Der Herr erweist sich als Gott am Berg Karmel

20Ahab18,20 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.). schickte Boten zu allen Israelitenund versammelte alle Propheten18,20 Propheten: Meint die Propheten des Baal und der Aschera, die am Hof von Ahab und Isebel leben. am Berg Karmel18,20 Berg Karmel: Höchste Erhebung im gleichnamigen Gebirge, das südlich des heutigen Haifa liegt..21Elija18,21 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … trat vor das ganze Volk und rief:»Wie lange schwankt ihr noch hin und herund könnt euch nicht zwischen beiden entscheiden?Ist der Herr Gott? Dann folgt ihm nach!Oder ist Baal18,21 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … Gott? Dann folgt ihm nach!«Doch das Volk gab ihm keine Antwort.

22Da fuhr Elija18,22 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … fort und forderte das Volk auf:»Ich allein bin als Prophet18,22 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … des Herrn übrig,die Propheten des Baal18,22 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … sind dagegen 450.23Gebt uns zwei Stiere.Sie sollen einen Stier aussuchen,ihn zerteilen und auf das Holz legen.Nur Feuer sollen sie noch nicht machen.Ich werde den anderen Stier nehmenund ihn auf das Holz legen.Feuer werde ich auch keins machen.24Dann sollen sie den Namen ihres Gottes anrufen.Auch ich werde den Namen des Herrn anrufen.Welcher Gott wird antworten und Feuer schicken?Dieser ist der wahre Gott.«Da rief das ganze Volk:»Das ist ein guter Vorschlag!«

25Danach wandte sich Elija18,25 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … an die Propheten des Baal18,25 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr …:»Sucht euch einen Stier aus und bereitet ihn zu.Ihr seid zuerst dran, denn ihr seid so viele.Ruft ruhig den Namen eures Gottes an,aber ihr dürft kein Feuer machen!«26Da nahmen sie den Stier, den man ihnen übergab,und bereiteten ihn zu.Sie riefen den Namen Baals an.Vom Morgen bis zum Mittag schrien sie:»Baal, antworte uns!«Aber nichts war zu hören, keine Antwort.Dann tanzten sie hüpfend um den Altar18,26 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …,den sie gemacht hatten.27Als es Mittag wurde, verspottete Elija sie:»Ruft lauter! Er ist doch Gott, oder?Vielleicht muss er gerade etwas erledigen,ist kurz weggegangen oder verreist.Vielleicht schläft er auch.Ruft also lauter, dann wacht er auf!«28Sie riefen lauter.Mit Messern und Dolchen ritzten sie sich18,28 ritzten sie sich: Durch das Zufügen von Schmerzen wollen die Baalspriester ihren Gott zum Eingreifen bringen. Dieser Brauch ist in Israel verboten. selbst,bis das Blut an ihnen herabfloss.So war es bei ihnen Brauch.29Als der Mittag vorbei war,waren sie außer sich wie in einem Rausch.Das ging so bis zur Zeit des Speiseopfers18,29 Zeit des Speiseopfers: Am Tempel wurden zu regelmäßigen Zeiten am Tag Opfer dargebracht. Das abendliche Speiseopfer fand schon gegen 15 Uhr statt..Immer noch war nichts zu hören.Es gab keine Antwort, nichts geschah.

30Schließlich forderte Elija18,30 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … das ganze Volk auf:»Tretet her zu mir!«Da trat das ganze Volk zu ihm.Zuerst baute Elija den Altar18,30 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … des Herrn wieder auf,der zerstört war.31Dazu nahm er zwölf Steineentsprechend der Zahl der Stämme Jakobs.Das sind die Stämme Israels18,31 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr …,denn Jakob18,31 Jakob: Stammvater Israels, der mit Gott kämpft und deshalb von Gott den Namen Israel erhält; vgl. 1. Mose/Genesis 32,23-33. Der Name bedeutet übersetzt »Gotteskämpfer«. hatte damals einen anderen Namen bekommen.Der Herr hatte gesagt: »Du sollst Israel heißen!«32Aus diesen Steinen baute Elija einen Altarfür den Namen des Herrn.Rings um den Altar zog er einen großen Graben,zwei Eimer18,32 zwei Eimer: Wörtlich »zwei Sea«. Ein Sea ist ein Gefäß zum Messen von Flüssigkeiten und fasst etwa 7 l. Saatgut hätte man darin aussäen können.33Dann schichtete er Holz auf, zerteilte den Stierund legte ihn auf das Holz.34Schließlich befahl er: »Füllt vier Krüge mit Wasser!Gießt sie über das Opfertier und das Holz!«Noch einmal befahl er: »Tut es ein zweites Mal!«Sie taten es zum zweiten Mal.Und noch einmal befahl er: »Tut es ein drittes Mal!«Da taten sie es zum dritten Mal.35Das Wasser lief rings um den Altar,auch der Graben füllte sich mit Wasser.

36Als es Zeit für das Speiseopfer18,36 Zeit für das Speiseopfer: Am Tempel wurden zu regelmäßigen Zeiten am Tag Opfer dargebracht. Das abendliche Speiseopfer fand schon gegen 15 Uhr statt. war,trat der Prophet18,36 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Elija18,36 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … an den Altar18,36 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr … und rief:»Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels18,36 Abraham, Isaak und Israel: Stehen zusammenfassend für die Anfänge des Volkes Israel, wie sie in 1. Mose/Genesis 12–50 erzählt werden.!Heute sollen alle erkennen, dass du Gott in Israel18,36 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). bist!Lass sie sehen, dass ich in deinem Dienst steheund in deinem Auftrag handle!37Antworte mir, Herr, antworte mir doch!Dieses Volk soll erkennen,dass du, Herr, der wahre Gott bist!Lass sie erfahren, wie du ihr Herz18,37 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. wendest,dass sie zu dir zurückkehren!«38Da kam das Feuer des Herrn herabund fraß das Opfertier, das Holz und die Steine.Sogar die Erde drum herum verbrannte es,und die Flammen leckten das Wasser im Graben auf.39Als das ganze Volk das sah,warfen sie sich mit dem Gesicht auf den Boden.Sie riefen: »Der Herr ist Gott!Der Herr ist Gott!«40Elija befahl ihnen:»Ergreift die Propheten des Baal18,40 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr …!Keiner von ihnen soll entkommen!«Sofort packte man sie.Dann ließ Elija sie an den Bach Kischon hinabführenund dort töten.

Elija betet um Regen

41Danach sagte Elija18,41 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HerrMehr … zu Ahab18,41 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.).:»Geh wieder hinauf an den Berg, iss und trink!Das Rauschen des Regens ist schon zu hören!«42Da ging Ahab hinauf, aß und trank.Elija aber stieg bis zum Gipfel des Karmel18,42 Karmel: Höchste Erhebung im gleichnamigen Gebirge, das südlich des heutigen Haifa liegt. hinauf.Dort kauerte er sich auf den Bodenund legte seinen Kopf zwischen die Knie.43Dann befahl er seinem Diener:»Geh noch höher und halte Ausschau!Beobachte, was sich am Meer tut!«Da stieg er hoch, hielt Ausschau und meldete:»Da ist nichts!«Elija aber befahl: »Geh noch einmal hinauf!« –insgesamt sieben Mal musste er hinaufgehen.44Beim siebten Mal meldete der Diener:»Da ist eine Wolke, klein wie die Hand eines Mannes.Die steigt gerade aus dem Meer auf.«Darauf sagte Elija: »Geh zu Ahab und richte ihm aus:Spann den Wagen an und fahr los,sonst hält dich der Regen noch auf!«45Dann ging es Schlag auf Schlag:Wolken verdunkelten den Himmel und Wind kam auf.Plötzlich fiel starker Regen.Ahab bestieg seinen Wagen und fuhr nach Jesreel18,45 Jesreel: Stadt am Ostrand der fruchtbaren Ebene Jesreel, in der die Könige Israels einen Palast hatten..46Da kam die Kraft des Herrn18,46 die Kraft des HERRN: Wörtlich »die Hand des Herrn«. Bild für die Macht Gottes, die einem Menschen besondere Fähigkeiten verleihen kann. über Elija.Er band seinen Mantel hoch,lief vor Ahab her und kam zuerst in Jesreel an.